Nachtrag zum Jahresrückblick – war dann doch nicht alles. Der #myxtri 42.337 Höhenmeter in vier Monaten

Das war weder geplant noch abzusehen – ich bin momentan mitten in einer Art großem Wettbewerb. Die Pandemie hat uns neben vielen anderen Dingen auch die virtuellen Wettbewerbe oder Challenges beschert. Zugegeben – im Sommer als ich sowohl bei #myxtri Kapitel 1 und #festivalofclimbing dabei war, hatte ich das nur so halb ernst genommen.

Hauptsache hoch.

Mitgemacht habe ich, weil es irgendwie überhaupt was war, ich für jeden unsinnigen Quark zu gewinnen bin, und ich der Überzeugung bin, dass es den Veranstaltern helfen kann, vielleicht nicht finanziellen Probleme zu lösen, aber die Aufmerksamkeit für ihre Wettbewerbe aufrecht zu erhalten.

Und getreu dem Motto „Erst melden, dann denken“, klickte ich deswegen binnen Sekunden durch die Anmeldemaske für #myxtri Kapitel 2. Das erste Kapitel konnte ich nur teilweise vollenden wegen der Laufpause (Achillessehne) für das zweite Kapitel habe ich mir aber vorgenommen, es zu Ende zu bringen. Mitgehangen, mitgefangen.

Und – es ist radlastiger. Anders – es ist für mich unvorstellbar, das nur mit Laufen hinzubekommen. Worum geht es?

Wenn’s auch nicht immer schnell geht.

Die 14 Rennen der xtri-Worldtour, zu der Norseman, Celtman oder Swissman gehören, sind vor allem bekannt durch die vielen Höhenmeter, die zurückzulegen sind. Ich kann da ein langsames Lied von singen. Jedes Rennen hat einen mehr oder minder berühmten Pass, der Icon-Extreme-Triathlon in Italien zum Beispiel das Stilfserjoch. Die Challenge ist unterteilt in 14 Segmente – man kann jedes einzelne auch an mehreren Tagen in Etappen machen. Es wäre – mit Verlaub – für mich auch nicht zu schaffen, der höchste Pass erfordert 6993 Höhenmeter – der Machapuchre.

In Summe – beginnend bei den 906 Höhenmetern des Mount Pontakru in Griechenland – sind 42.337 Höhenmeter zu absolvieren. In der Zeit vom 1. November bis Ende März. Klingt machbar – sind aber mehr als 282 Höhenmeter pro Tag. In einer Stunde Laufen bekomme ich hier so 250 zusammengekratzt und bin dann eigentlich auch (sehr) bedient. Ich komme aus Hannover, da wurden auf die höchste Erhebung noch künstlich 12 Meter aufgeschüttet, um überhaupt etwas Ausblick zu haben. Da ist es flach. Mit dem Rad schafft man natürlich mehr.

Und so sitze ich im November bei 5 Grad Celsius am Wochenende oder auch in einer verlängerten Mittagspause auf dem Rad, um Höhenmeter zu sammeln. Hoch den Esel, hoch den Isenbügel. Einmal hoch, nochmal, ach, einer geht noch. Hauptsache hoch.

Nun bin ich Anfang Dezember an dem Punkt, wo ich richtig arbeiten muss, wenn ich die „kleinen“ Pässe an einem Tag absolvieren will. Mit den ersten sechs ist mir das noch gut gelungen, es waren bis maximal 1610 Höhenmeter. Nun folgen 1800, irgendwann 3000, dann 4000… Keine Ahnung, wie das werden soll – ist ja auch eine Challenge, kein Geschenk. Aber – mein Ziel: Jeder Höhenmeter draußen erkämpft. Keine „Kompensation“, die das Regularium zulässt, wenn man nun mal keine Höhenmeter hat. So wie die Hannoveraner.

Natürlich haben viele Menschen noch weniger Anstiege oder dürfen erst gar nicht raus wegen Lockdowns oder nur nahe bei der Wohnung bleiben. In der dazugehörigen facebook-Gruppe sind die wildesten Rampen-Wiederholungen zu betrachten, die jeder normalen Trainingseinheit spotten.

Aber – ich habe solche Einheiten in all den Jahren nie gemacht, weil ich dachte, ich müsste nicht, könnte nicht, wollte nicht. Sapperlot – ich muss zwar noch immer nicht, aber ich mache, kann – und will. So wie es aussieht, werde ich zwar über diesen Winter nicht viele Laufkilometer in Entfernung sammeln, aber mit Sicherheit so viele Höhenmeter wie noch nie zusammenklauben. Bergläufe sind ja versteckte Tempoläufe – unangestrengt kommt man nirgends hoch.

Zu gewinnen gibt es übrigens eigentlich nichts, der Name kommt in eine Lostrommel für einen freien Startplatz bei einem der Rennen – außer Norseman (der hat sein eigenes kleines Virtual-Rennen, das ich gleich mitabsolviert habe.). Aber – es hält mich auf Trab, mehr als ich je erwartet hätte und so es denn möglich ist, dass wir alle 2021 wieder zumindest einige Rennen absolvieren können – die Angst vor Anstiegen wird kleiner sein als all die Jahre zuvor. Inzwischen fahre ich auf einer Distanz wie der vom Ironman Kraichgau 70.3, der hart genug ist, deutlich mehr Höhenmeter. Und so ist der Verlauf des Sportjahres sicher nicht so, wie ich mir das gewünscht habe, aber ist am Ende doch noch deutlich Gewinn bringender als ich je erwartet hätte.

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