Machen wir uns nichts vor, der Schweinehund suhlt sich und hat Oberwasser zu Weihnachten. Für schwache Gemüter gar bis Allerheiligen. Es ist seine Zeit des Jahres. Trainingspartner sind im Urlaub, eigene Reisen stehen an und überall: ESSEN.
Kekse, Christbratwurst, Kartoffelsalat, Raclette oder Gans und wir sind noch nicht am 1. Weihnachtsfeiertag angelangt. Der Adventskalender ist alles, aber sicher kein Wegweiser für eine kalorienarme, bewegungsintensive Zeit.
Ich habe lange darüber nachgedacht, welche guten Tipps ich geben kann, wie man halbwegs anständig die Feiertage übersteht, nicht aus der Trainingsroutine kommt oder zumindest nicht komplett auf dem Sofa verfaulenzt.
Ich habe keinen. Andere auch nicht. „Einfach weitermachen wie immer mit dem Training.“ Natürlich. Eine leichte Übung, wenn die ganze Verwandschaft vor der Tür steht. Sportklamotten an und raus für eine Runde Fitnessstudio, Fußball am Rheinufer oder eine Runde Schlittschuhfahren – wenn der Kuchen serviert wird, man in entfernten Gefilden unterwegs ist und die Oma einen schon so lange nicht mehr gesehen hat?
Hier ist guter Rat teuer und ich würde ebenso für welchen zahlen. Mehr als mir zu sagen, dass Heiligabend ja noch ein halber Werktag ist, dieses Jahr der 1. Weihnachtsfeiertag kalendarisch ein Mittwoch und der 2. Feiertag ein Donnerstag, vermag ich kaum. Wochentage. Werktage. So muss man sich das klar machen. Und noch früher aufstehen als sonst, denn das Festtagsfrühstück muss schließlich vorbereitet werden. Wenn Sie früh genug zurück sind, können Sie mit den Kindern vielleicht sogar Lego spielen. Denn die sind schon wach. Seit 5:30.
Das einzige, was bei mir funktioniert sind zwei Sachen: Desaströse Trainingsleistungen. Überforderung, nach denen man sich schlecht fühlt und rasch wieder fit werden will. So wie Sonntag, wo ich dachte, ich hätte den aufrechten Gang verlernt.
Auch hilfreich: Jeden Tag sich daran erinnern, was man kommendes Jahr vorhat. Mich hat da freundlicherweise ein Wettbewerb im Juni mit einer freundlichen Weihnachtskarte erinnert – ach ja das ist ja schon in 7 Monaten…
Die Karte kam zu spät, da war ich schon beim innerlichen Abschwung. Es hat also alles gar keinen Sinn. Deswegen sage ich: Gib dem Schweinehund Butter bei die Fische. Soll er sich in Sicherheit wiegen. Niederlassen und vollpumpen mit allem, was das Herz begehrt. Wenn keine Zeit für Sport ist: Es ist ja auch keine, zu arbeiten. Wer arbeitet kann auch trainieren, wer urlaubt kann’s auch lassen. Klingt gut, oder? Also.
Ich lasse es also krachen. Mit gutem Gewissen. Ohne Scham und Scheu. Denn eines ist sicher noch schlimmer als mal über die Stränge zu schlagen: Dabei an schlechtem Gewissen leiden. Wenn die Kilos zunächts mal haften bleiben, weiß man wenigstens wieso. Essen Sie so gut es geht, dann war’s wenigstens nicht umsonst.
In nur wenigen Tagen geht es dann hier wieder weiter mit Vernunft, Beherrschtheit und Anstrengung. Wie man dann die Pfunde loswird, erkläre ich im kommenden Jahr, wenn es auch 2014 wieder heißt: Meine Abenteuer mit dem Schweinehund. Wenn mir bis dahin zum Kalorienabbau etwas einfällt.




