Vollständige Kapitulation. Um 6.00. Um 12.00. Um 19.00. Es gab ausreichend Gelegenheiten. Aber noch mehr Ausreden. Heute. Gestern. Den Tag davor und den Tag davor sowieso.
Der innere Schweinehund ist stark in mir. Ich habe ihn stark werden lassen. Dieser Tage habe ich auch leider keine Lösung, wie ich ihn wieder klein kriege.
Die Saison ist gelaufen, alle Wettbewerbe absolviert, die nächsten noch in weiter Ferne. In der Trainingstheorie unterteilt sich das Sportjahr in Phasen, diese gerade liegt zwischen Wettkampfhase und langsamen Aufbau. Übergang nennt sich das wohl. Mal anständig erholen, den Körper einmal richtig durchatmen lassen, bevor es weiter geht.
Wenn es weiter geht. Es geht bei mir aber gerade überhaupt nicht weiter. Zum einen ist da Essen. Leckeres Essen. Hier Schweinebauch sanft gegart auf Wurzelgemüse. Aufgegessen.
Lässt man ja nicht liegen. Ich jedenfalls nicht. Zumal nicht im Restaurant. Und wofür habe ich all die Kilometer geschrubbt an Land und zu Wasser? Damit ich den Mergel-König mime auf Reisen? Nicht mit mir. Lang lebe der Genuss.
Der Schweinehund hört das nur zu gern, lockert den Gürtel und sagt mir: Das ist schon richtig so. Süß säuselt er in mein Ohr: „All die Anstrengungen, erhol‘ dich, nimm‘ dir Zeit, entspanne dich…“
Zum anderen bleibe ich gerne liegen am Morgen im warmen Bett, statt rauszugehen und zu laufen. Speise mittags mit den Kollegen, statt ins Schwimmbad zu gehen, am Abend betrachte ich mit glücklichen Augen, wie sich das Triathlonrad auf der Rolle doch als Skulptur harmonisch in die Einrichtung einfügt. Drauf fahren würde das Arrangement sicher nur stören. Faul sein ist einfach. Einfach nichts tun. Schon ist es erledigt. Herrlich.
So verstreichen wunderbare Tage ohne Bewegung, das Leben ist schön, das Essen auch daheim prächtig:
Es gibt also herausragende Gründe nichts zu ändern – solange die Jeans nicht in den Trockner wandern und alarmierende Signale beim Anziehen senden. Ich bin faul und genieße es. Sieg des Schweinehundes auf ganzer Linie.
Was ich jetzt suche, sind Rezepte für Schweinehund. Meinetwegen süß-sauer. Denn so fühl ich mich gerade auch.
Diesen Blogbeitrag habe ich nur geschrieben, weil ich gestern ankündigte, dass ich morgen einen zu dem Thema schreibe. „Schon wieder zur Faulheit?“, musste ich mich fragen lassen. Ja. Ich bin viel faul. Aber irgendwann muss ich den Zirkel der Faulheit durchbrechen. Ist hiermit geschehen.
Morgen trainier‘ ich wieder.


