Noch schneller als ich ist nur mein Körper. Beim Zunehmen.

Der Hase und der Igel. Ich der Hase, mein Bauch – der Igel. 2 Kilo draufgepackt in nicht mal einer Woche. Angefressen, angetrunken. Und es ist nicht einmal Weihnachten. Es fällt mir irgendwie schwer, den derzeitig omnipräsenten, wenngleich etwas fülligeren Boris-Becker-Imitator zu zitieren, aber wo er recht, hat er recht: Er habe seinen Körper jahrelang gequält, er hat nun ein wenig Ruhe verdient. Bei mir sind es zwar nur Monate und das einzige Mal, dass ich den heiligen Rasen von Wimbledon berührte, war 1989 am ersten Tag des Turniers, nachdem alle Spiele beendet und der Centre-Court zugänglich war – aber das macht nichts. Von wem, wenn nicht diesem Sportidol würde man gerne das Placet für ein wenig körperlichen Schlendrian übernehmen? Er wird recht haben, ich stimme zu und schenke nach.

Viel hilft viel.

Viel hilft viel.

Nicht zu Laufen, Radfahren, Schwimmen – kein Problem. Mal wieder eine Flasche Wein nicht nur öffnen, sondern auch was davon trinken – wunderbar. Statt mittags ins Schwimmbecken wieder mit den Kollegen was Essen gehen – muss doch mal sein.

Allein – der Körper scheint es als Verpflichtung wahrzunehmen. Er hortet die zugeführten überschüssigen Kalorien schneller und intensiver als Weltverschwörungstheoretiker Goldbarren und -münzen im heimischen Tiefkühlfach in der Tüte TK-Spinat.

Kein Sprint, kein Schlussspurt hat das Tempo der derzeitigen Gewichtszunahme. In empörenden Schritten steigt die Zahl auf der Waage – die Gelenke und Muskeln sind noch zu strapaziert, um wenigstens ein paar davon auf dem Asphalt zu verbrennen. Es wird angespeckt mit jahrelang trainierter Routine.

Ein Rückschlag. Eine tägliche mundende Niederlage. All die Komplimente für die gut sitzenden Anzüge vor Monaten hallen höhnisch in meinem Ohr, während die Tüte Salt & Vinegar-Chips lautstark aufgeht. Die einzige nennenswerte Bewegung am Abend ist der Gang in GA1-Tempo zum Kühlschrank für ein kaltes Bier.

Dieser Blogbeitrag hat keine Pointe. Ich nehme zu. Wie jeder. Und was soll ich sagen: Es macht Spaß. Das ist die größte Heimniederlage gegen den inneren Schweinehund seit ich diesen Blog betreibe. Wenn Sie nie wieder von mir hören: Kampf verloren und wir treffen uns in meinem dann neuen Blog mit dem Titel „Konzentration Kalorien.“

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Alle Kommentare [1]