Damit hatte ich nicht gerechnet. 6 Tage vor dem Start beim Berlinmarathon sind alle Eckdaten im Eimer.
- Die letzten Läufe: Ich fühl mich als laufe ich schwer, plumpsig, wie ein Mehlsack. (Sieht nicht so aus, sagen andere)
- Das Tempo: Es geht. Aber es fühlt sich falsch an. (Bin etwas schneller als im Trainingsplan vorgesehen)
- Die Muskeln: Tun weh, sind hart. (Sind mit ein wenig Massage eigentlich völlig okay)
- Die Gelenke: Eines ziept immer. (Ich bin 44. Wie sollte es anders sein?)
- Das Gewicht: Ich fühle mich fett und klopsig (bei 800 Gramm über Kampfgewicht und locker sitzendem Anzug, der vor 8 Wochen noch spannte)
Mit anderen Worten: Mein Kopf ist im, Verzeihung, Arsch. Ich fühle mich unsportlich und es fehlt mir sämtliche Vorstellungskraft, wie in 6 Tagen da eine glänzende Bestzeit rauskommen soll.
In den vergangenen 9 Wochen bin ich im Rahmen des 10-Wochen-Trainingsplans:
- 48 Einheiten angegangen
- 629,67 Kilometer gelaufen
- 54 Stunden, 59 Minuten und 33 Sekunden unterwegs gewesen
- 41 350 Kalorien los geworden
- 13,12 Kilometer im Schnitt gerannt
- 35 Kilometer als längste Distanz gelaufen
Und wie fühl ich mich? Bescheiden*. *seriöses Blog, da muss eigentlich was anderes stehen.
Angeblich damit im Plan, den ich einem Buch von Marathon-Läufer Herbert Steffny entnommen habe. Es heißt nun, diese Woche nun zu nutzen, zum kontrollierten Entspannen, Belastung runterfahren, Kräfte sammeln – in Fachdeutsch: Tapern, auch wenn kein Klebeband eine Rolle spielt. Dann wäre der Körper am kommenden Sonntag in Top-Verfassung, trainiert und ausgeruht. Das ich heute mich mies fühle, sei ein gutes Zeichen, dass das Training gut war, sagte mir ein Athlet auf Twitter (@raylinth) und ich solle mir keine Sorgen machen und der Marathon würde dann zwar hart aber herzlich. Na, danke.
Stand heute: Ich glaub‘ das nicht. Mein Kopf interpretiert die Körpersignale eindeutig mit: Das wird nix.
Das ist nicht schön, das muss sich ändern. 6 Tage habe ich noch.

Das hört sich gerade nicht gut an. Kenne ich aber – und am Ende ging es dann doch. Allerdings muss der Kopf wirklich mitspielen… sonst wirds nix. Genieß die Woche, ich drücke die Daumen!!!!
Ich drück dir Daumen.