Quadratisch (na, fast), praktisch, gut. Die Magellan Switch ist die jüngste Teilnehmerin in diesem Feld. Sie ist jetzt erst auf den Markt gekommen, Magellan, ähnlich wie Garmin, kommt aus der Navigations-Ecke. Die Switch hat noch eine große Schwester, die Switch Up.
Die Ausführung „Up“ enthält einige Ausstattungsmerkmale wie barometrischen Höhenmesser oder Vibrationsalarm, den auch die Garmin 910xt enthält. Sie ist recht hoch gebaut, dafür im Umfang kleiner – Schmuck, das gilt auch hier, sieht anders aus. Das fällt sofort auf: Das Display ist recht klein. Sie trägt sich ähnlich komfortabel oder eben auch nicht komfortabel wie die anderen Uhren – die Größe des Gehäuses ist für Frauen sicher ein Problem. Ich mit meinen dünnen Handgelenken habe da auch schon mit zu knabbern, es sieht nicht eben elegant aus. Die Armbänder sind – wie die Brustgurte auch – bei allen Herstellern verdächtig ähnlich. Ich ahne, dass das eine Zuliefererfirma nach Spezifikationen macht. Bei den Brustgurten ist das noch auffälliger, aber bei den Armbändern heißt es immerhin, dass sich da keine was nimmt. Die Magellan hat ein kürzeres Armband, Männer mit breiten Handgelenken, die unter der Uhr im Winter noch eine Softshell-Jacke tragen wollen, könnten Probleme bekommen.
Anwendung
Es könnte alles so einfach sein. Ist es aber nicht. Die Magellan entzieht sich selbst nach Kenntnis von ähnlichen Uhren ein wenig der intuitiven Bedienung. Ohne Bedienungsanleitung ist man aufgeschmissen, die wiederum ist vollständig nur im Internet herunterzuladen. Einmal angeschaltet, sucht sie selbstständig nach den Satelliten, wie weit sie damit ist, teilt sie nicht mit, irgendwann hat sie alle beisammen und ist dabei nicht schlechter oder besser als andere. In drei Zeilen zeigt sie die Herzfrequenz oder die Geschwindigkeit an, mit den Auf- und Ab-Tasten kann man sich aussuchen was man wissen möchte. Welche Sportart man gerade betreibt, steht da nicht. Das mag blödsinnig klingen, weil man ja selber weiß, was man gerade macht. Aber die Herzfrequenzbereiche sind bei Rad fahren andere als beim Laufen. Das Gerät muss also wissen, was man für einen Sport betreibt, sonst die Aussagen über den Kalorienverbrauch nutzlos. Das kann der in dieser Reihe von fünf Uhren ähnlich konzipierte Garmin 910xt ebenfalls nicht.
Um die Sportart einzustellen, muss die Wahltaste gehalten werden. Der Magellan bietet die Option zwischen Laufen, eine extra Marathon-Einstellung, auch Radfahren (Straße und Gelände und Kriterium fürs Zeitfahren) und Schwimmen und Sonstiges. Die Schwimmfunktion gilt allerdings nur für Freiwasser, beim Zählen von Bahnen im Schwimmbad hilft er leider nicht.
Die Symbole sind recht klein auf dem eben vergleichsweise kleinen Display. Dass er Satelliten und Brustgurt gefunden hat, erkennt man jedoch dennoch gut. Auch das Beenden und speichern einer Aktivität ist leicht, das Risiko eine Aktivität unachtsam zu löschen am Ende doch gering.
Die wohl beste Lösung dieser fünf Uhren zum Aufladen und Auslesen der Daten bietet der Garmin – keine Steckerverbindung, aber per USB-Schnittstelle lässt sich die Switch auslesen, die Uhr wird dazu in eine Halterung gelegt, die mit Kontakstiften ausgestattet ist. Keine Funkverbindung, und keine Buchse, die vollsanden könnte – die beste von allen Lösungen, die mir untergekommen ist.
Automatischen Pausen sind möglich, fürs Radfahren schon eingestellt. Eine sinnvolle Hilfe, denn jeder, der bestimmte Strecken nach Zeitvorgaben trainiert, mag die meist nötigen Ampelpausen nicht mitberechnen. Und wer es von Hand an- und ausschaltet, wird mit Sicherheit regelmäßig vergessen, wieder den Knopf zu drücken.
Hübsches Detail: Die Switch erinnert mit einem Pieps daran, dass keine Aufzeichnung gestartet wurde, obwohl sie Signale über Bewegung empfängt. Damit auch gleich der Hinweis, nicht am falschen Ende zu sparen – Pieptöne sind nett, aber kaum einer, der im Umfang trainiert, die eine solche Uhr rechtfertigt, läuft ohne Musik im Ohr. Da hilft die ganze Pieperei nichts und der Vibrationsalarm wie im Modell Switch Up ist sehr hilfreich, nahezu nötig.
Die Switch, und noch mehr die UP, bieten fast alle Optionen, die der anspruchsvolle Sportler braucht, nett ist es, mit einem langen Tastendruck auf einen Schlag die wichtigsten Daten zu sehen.
Auswertung
Ich weiß nicht genau, was da passiert ist. 600 Höhenmeter zu laufen ist kernig. Die Switch hat sie gemessen. Die Laufstrecke ist eher topfeben. Die anderen Daten sind korrekt, die parallel betriebene Garmin zeigte das gleiche an. Dass die Höhenmeter nicht stimmen können, müssen Sie mir einfach mal glauben.
Die schiere Datenfülle ist gut übersichtlich, das geht schlechter.
Sehr hübsch ist es, die Kurve mit der Maus abzufahren, auf der Karte läuft mit, wo das was und ein Pop-Up-Fenster zeigt die Daten an dieser Stelle. Das kann von Interesse sein, ich selber habe es eher aus Spielerei genutzt, aber bei Intervalltraining ist das natürlich sinnvoller als reine Mittelwerte.
Ansicht
Kann (fast) alles, nette Einzellösungen – aber ich fremdele. Sie ist ein wenig klobig, das Display klein. Geschmackssache – ist hier aber mein Blog und nicht die Stiftung Warentest. Nennenswerte Features, die meine Garmin nicht hat, besitzt sie nicht, am ehesten punktet sie bei Aufbereitung der Webseite active.magellan und dem Umstand, dass sie ohne Funkkontakt ausgelesen wird. Sie ist preiswerter als die Garmin 910xt, die sich an die gleiche Zielgruppe wendet, die Triathleten. Höhenmeter, Thermometer und vor allem Vibrationsalarme sind neben der Möglichkeit, die Switch Up in einer Halterung auf dem Rad zu montieren der Grund, sich diese zu kaufen. Die gesparten Euro für das kleinere Modell sind am falschen Ende gespart.
Magellan Switch/ Switch Up
250n Euro mit Brustgurt das Modell Switch, die größere Switch Up für 300 Euro mit Brustgurt.
In der nächsten Folge dann die Suunto Ambit
