Auf geht’s. Morgen vielleicht.

Es war der 2. Dezember 2006. Der Arzt hatte bei allem freundlichen Lächeln keine guten Nachrichten. Mit dem Blutdruckwert könne er nicht verantworten, dass ich den ersten Tauchgang meines Lebens unternehme. Der freundliche maledivische Hotel-Arzt zeigte Geduld, ließ eine Viertelstunde verstreichen und knapp kam ich unter den nötigen Wert.

Keine vier Wochen später, mit 37 Jahren, fragte ich dann doch mal einen Arzt, ob denn alles in Ordnung sei. Das Ergebnis: Höher als der Dax und rasanter als sein Anstieg waren nur meine Cholesterin- und Leberwerte. Und der Blutdruck. Ich solle mal 24 Stunden mit einem EKG schlafen. Ich habe die Praxis verlassen und den Arzt zwei Jahre nicht gesehen.

Stattdessen das alte Rennrad aus dem Keller geholt, eine Trainingsrolle gekauft und am ersten Abend nach 15 Minuten im vierten Gang den Küchenboden vollgeschwitzt.

Am 17. Juli 2011 verließ ich mit dem ICE die Stadt Hamburg. In Badehose war ich 1,5 Kilometer durch die 19 Grad kalte Alster geschwommen, 40 Kilometer die Elbchausee (mit ihren wie Alpen wirkenden Erhebungen) entlang geradelt und zuguterletzt habe ich mich 10 Kilometer mehr schlecht als recht laufend um die Alster geschleppt. Als der Zug auf Höhe der Elbbrücke war, wurde mir klar: Du musst es versuchen.

Heute liegt auf dem Nachttisch ein Kalender.

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Ich streiche jeden Tag ab bis zum 2. Juni 2013. Dann werde ich versuchen, einen Ironman durchzustehen.

Es sind sechs Jahre vergangen seit dem Entschluss, etwas zu ändern, in denen einer immer dabei war. Mein innerer Schweinehund, denn ich bin ein fauler Sack. Vom Kampf mit sich selbst handelt dieser Blog, von dem Balanceakt, Beruf, Hobbies und Familie in Einklang zu bringen. Es gibt Buchtipps, Equipment wird erörtert, andere Sportler erzählen ihren Weg.

Begleiten Sie mich und andere Sportler, die ihre Ziele setzen und erreichen wollen, daran scheitern, weitermachen, Erfolge feiern, mutlos sind und trotzig auf den Boden stampfen. Ich lade Sie ein, zu verfolgen, wie ich versuche, meinen Schweinehund kontinuierlich dorthin zu verbannen, wo ich eigentlich lieber selber wäre: Ins Körbchen.

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Alle Kommentare [4]

  1. stimmt, nichts ist so schlimm wie die eigene Trägheit, müssten wir diese nicht immer überwinden, könnten wir sicher alle hundert werden.