Internet wird wichtigste Informationsquelle – oder wie sieht Ihr Tag aus?

Die Art, wie wir an Informationen gelangen, hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Aber was bedeutet das?

Es geht hier nicht um den Tod der Zeitung oder gar das viel beschworene Ende des Journalismus. Dazu wird es so bald nicht kommen. Sehr wohl aber verändern sich die Kanäle, über die wir Nachrichten beziehen. Und das verändert auch die Anbieter selbst. In den USA hat sich, wie diese Infografik von Statista zeigt, das Internet bei der Mehrheit der Medienkonsumenten als Nachrichtenquelle bereits gegen Radio und Zeitung durchgesetzt.

Wie allgegenwärtig das Internet mittlerweile ist, kann jeder in seinem Alltag selbst feststellen. Bei mir geht es beispielsweise schon früh morgens los. Wenn ich aufstehe, werfe ich zunächst einen Blick in meine Twitter-Timeline. Gerade wenn es um Technikthemen und internationale Nachrichten geht, ist das ein guter Start.

Ab 7.30 Uhr schalte ich das Radio ein, oft höre ich Deutschlandfunk über die simple, aber bestens funktionierende iPhone-App des Senders. Hier gibt es meistens einen ersten Eindruck dessen, was den Tag in Deutschland politisch bestimmen wird. Die aktuellen Interviews sind live mit das Beste, was es im deutschen Radio zu hören gibt. Außer, wenn Philipp Mißfelder an der Strippe ist (wie heute Morgen). In solchen Fällen höre ich dann Podcasts zu den unterschiedlichsten Themen. Die sind oft ebenso aktuell und zudem noch lustig.

Während des Frühstücks ein kurzer Blick in die Online-Nachrichtenportale – und via Google Reader in die Blogs.

Und dann gehts schon los.

8.15 Uhr: In der Straßenbahn lese meistens die FAZ auf dem iPad. Nicht nur, weil sie extrem schnell herunterzuladen ist. Ich finde sie in ihrer Schlichtheit auch ganz praktisch. Manchmal bleibe ich aber auch im Google Reader hängen. Dann bleibt die Zeitung ersteinmal ungelesen.

Kurz darauf im Büro: wieder ein kurzer Blick in meine Twitter-Timeline und dann habe das erste Mal am Tag gedruckte Tageszeitungen in der Hand. Mit denen beschäftige ich mich zwischen 30 Minuten und einer Stunde. (Magazine lese ich eher abends oder ausgiebig am Wochenende). Dann noch ein Blick in den Google Reader – und schon ist es 10 Uhr. Unsere Morgenkonferenz beginnt.

So wie jetzt gleich.

In Deutschland hat das Internet die Zeitung als Informationsquelle übrigens noch nicht abgelöst. Eine Studie Reuters Institute for the Study of Journalism zeigt, dass Deutschland – verglichen mit Frankreich, Großbritannien, USA und Dänemark – immer noch Print-Land ist. Und nein, ich glaube nicht, dass das so bleiben wird. Denn auch hier verändert sich das Verhalten. Schauen Sie sich einfach einmal um, wenn Sie morgens in der Bahn sitzen. Wer liest Nachrichten auf dem Telefon? Wer hat noch eine Zeitung in der Hand?

Umfrage zum Konsum von Nachrichtenmedien in ausgewählten Ländern 2012

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Warum sollte ich mich auch morgens in der Zeitung informieren? Die ist ja effektiv von gestern. Dann doch lieber Internet, TV und Radio.
    Zeitung (meine Lokalzeitung) lese ich im Laufe des Tages, mal mittags, mal erst abends.