Infografik-Interview (3): Die Spielmacher

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Eigentlich hätten die Brüder Christian und Kai Wawrzinek das Zeug dazu, als gut bezahlter Mediziner oder gefragter Anwalt zu arbeiten. Christian promovierte 2008 zum Dr. med. dent, Kai ist promovierter Jurist. Christian hat seine Doktorarbeit mit „magna cum laude“ abgeschlossen, Kai machte ebenfalls ein Prädikatsexamen. Christian ist ein gefragter Redner und hat in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht, Kai hat Stipendien und Preise erhalten und ist nebenbei Mitglied im internationalen Hochbegabten-Verein Mensa. Beide Lebensläufe klingen fast schon nobelpreisverdächtig.

Aber die beiden Hamburger sind Unternehmer geworden. Sie haben sich lange intensiv mit dem Internet beschäftigt, während des Studiums Geld als Webseitenoptimierer und -vermarkter verdient. Und gründeten kurz nach der Jahrtausendwende ihre erste Firma. Da waren sie Mitte 20. Im Jahr 2007, immer noch während des Studiums, folgte die Altigi GmbH und im Jahr 2009 deren Ableger „Goodgame Studios“ – eine Onlinespiele-Schmiede.

Damit sind die Brüder äußerst erfolgreich. Knapp 18 Monate nach dem Start beschäftigen sie mehr als 100 Mitarbeiter, haben kürzlich das Spiele-Startup Spotsonfire übernommen und inzwischen sechs Spiele veröffentlicht, die von Millionen Menschen in aller Welt gespielt werden. Spiele, die man mit Freunden aus sozialen Netzwerken online zocken kann – via Webbrowser und kostenlos. Geld verdient Goodgame Studios nicht mit Werbung, sondern über den Verkauf virtueller Güter an die Nutzer.

Genug Geld, um immer weiter zu wachsen. Auf Investoren verzichten die Gründer deswegen bisher ganz bewusst: „Wir haben zwar diverse Angebote bekommen, möchten aber unabhängig bleiben“, sagt Gründer Christian Wawrzinek. Es geht ja auch ohne: In den nächsten Monaten sollen weitere Spiele folgen (siehe Grafik) und die Zahl der Mitarbeiter auf „200 bis 300“ steigen, kündigte Christian Wawrzinek kürzlich an. Ihnen versprechen die Gründer Arbeitsbedingungen, die an den ersten Dotcom-Boom erinnern: Pool, Fitnessraum, Sonnenterrasse, Wellnessangebote und Obst bis zum Abwinken…

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

Alle Kommentare [49]

  1. wer dort gearbeitet hat weiß, was oberflächlichkeit…halbwissen und schlechte organisation ist.
    das ganze unternehmen wird von den schultern eines mannes getragen…und es ist keiner der „nobelpreiswürdigen“ quereinsteiger

  2. Hans, auch ich habe bei den Goodgame Studios gearbeitet. Das Unternehmen ist professionell geführt und der Highflyer 2010 in Hamburg’s New Economy Szene.

  3. Grafiker werden vor Programmierern genannt … ist schon klar warum: Die Liste der Popelspielchen beinhaltet nicht eine Innovation, alles Kopien von Kopien von Kopien von Spieleideen. Sind wir schon wieder in der Dotcom-Blase? Die letzte ist doch erst 10 Jahre her, schon vergessen?

  4. Hi, ist doch klar, dass es wachstumsschmerzen gibt, wenn ein unternehmen so rasant größer wird. Trotzdem bemerkenswert, ein Unternehmen zu gründen, wenn man auch anders karriere machen könnte – das sollten sich andere mal zum vorbile nehmen.

  5. Goodgame Studios partizipiert die Mitarbeiter in keinster Weise am Erfolg, den die Hamburger Softwarefirma in der Tat seit Mitte letzten Jahres erlebt. Weihnachtsgeld, Boni und Zuschüsse für Verkehrstickets werden generell nicht bezahlt. Weihnachtsurlaub muss in Anspruch genommen werden. Das Unternehmen ist auf dem besten Weg die Marktführerschaft von Bigpoint und Plinga zu gefährden ohne die erstklassige Mannschaft in geringster Weise zu belohnen. Vor allem Grafiker und Designer sind gefrustet.

  6. Ich wurde auch bei Goodgamestudios entlassen. Dennoch muss ich eingestehen, dass ich von meinem Vorgesetzer im Marketing sehr viel gelernt habe und die Büro Atmosphäre zu den besten in der Hansestadt zählt. Es gibt sogar Obst und einen Thermenpool. Die Quereinsteiger aus dem Bericht sind Workoholics und sehr geheimnisvoll.

  7. Wie entlassen? ich dachte, die stellen ein und haben schwierigkeiten, ausreihcend gute leute zu kriegen?

  8. Die Spiele sind Kopien. Die Grafik ist sehr gut und es ist der Altigi GmbH außerordentlich erfolgreich gelungen die Spiele auf allen namhaften Gamingportalen zu veröffentlichen. Es wird derzeit nach Programmierern, Vertrieblern und Datenanalysten gesucht. Die Goodgamestudios sind das schnellwachsendste Dot.com Unternehmen Europas.

  9. Goodgame Studios rund um den Staranwalt Kai und Kieferchirurgen Christian sind ein große Betrieb, der einfache elektronische Spiele, die sich durch eine besonders leichte Zugänglichkeit, intuitive Eingabemethoden, das kooperative Gameplay sowie schnelle Erfolgserlebnisse auszeichnen, die dann auch die Spieler verstehen. So einfach ist das.

  10. Kai ruft seinen Personalchef Hins & Korb zu sich und gibt ihm einen Auftrag: “Suchen Sie in unserem Unternehmen einen Mitarbeiter, dynamisch und kompetent, der das Zeug hat, einmal an meine Stelle zu treten – und wenn Sie ihn gefunden haben, schmeißen Sie ihn raus!”

  11. Arbeitsatmosphäre top. Gehalt mäßig. Arbeitszeiten ok. CEO und CCO schwierige Charaktere. CTO erfahren. PR i. O. Grafiker verspielt. Ob sie Gameforge als Nr. 1 überholen? Es sieht danach aus. 12 Titel in 10 Monaten beachtenswert. An jedem Title arbeiten ca. 85 Coder. Die Spiele sind Extrems jugendlich. Bigpoint hat keine Chance gg. die. Ein Ehemaliger

  12. Die Personalabteilung führt ausschließlich die Einstellungen durch. Feedbackgespräche führt die HR Abteilung überhaupt nicht. Weihnachtsgeld haben die nicht. Entlassen tut der Chef ohne wissen des Personalers. Der Laden wächst aber ohne Rubel Zweifel. Derzeit 78 Fachkräfte laut Praktikanten. Ich spiele deren Spiele sehr oft.

  13. Fette Games Leute. Was habt ihr? Ich bin Flasher mit großer Expertise. Wo kann ich mich bewerben?

  14. Kein Weihnachtsgeld? Das ist ein Skandal. Bigpoint, Gamigo und Zynga zahlen das. Warum dann zu Goodgames?

  15. Das Arbeitsklima ist super. Der Arzt und der Anwalt sind unnahbar. Im Vertrieb habe ich mich immer wohlgefühlt. Kochen durfte ich nicht. Gelernt habe ich viel. Mein Chef war immer hilfsbereit. Ich wollte aber Schauspieler werden.

  16. Open Positions:

    Business Ops

    • Junior SEM Manager
    • Sales / Business Development Manager
    • Junior Controller
    • Financial Accountant
    • Trainee – Sales / Business Development
    • Intern – Sales / Business Development
    Software Engineering

    • Game Developer – Flash
    • Game Developer – Java
    • PHP Developer
    • Junior Administrator
    • Trainee – Flash Game Developer
    • Trainee – Java Game Developer
    • Trainee – PHP Developer
    • Intern – Flash Game Developer
    • Intern – Java Game Developer
    • Intern – PHP Developer
    Game Art

    • Art Director – Online Games
    • Game Artist / Vector Illustrator
    • Intern Game Artist / Vector Illustrator
    Game Design

    • Game Producer
    • Game Designer
    • Game Balancer
    • Trainee – Game Producer
    • Trainee – Game Design
    • Trainee – Game Balancing
    • Intern – Game Design
    • Intern – Game Balancing
    Payment

    • Fraud Investigation Manager
    Quality Assurance

    • Intern – Quality Assurance
    Customer Care

    • Intern – Support Online Games
    • Intern – Support Japanese
    • Intern – Support Portuguese
    • Intern – Support Hungarian
    • Intern – Support Russian

  17. Das Unternehmen hat zweifelsohne eine respektable Entwicklung hingelegt, eine Würdigung daher angemessen. Aber lieber Autor, die Ausführung mit dem Nobelpreis finde ich der WiWo dann doch nicht angemessen. Deutlich zu dick aufgetragen… ihr wisst schon, wofür und in welchen Bereichen dieser verliehen wird?

  18. Die Comments sind alle sehr lustig.
    Oftmals wird „der“ Wahrheit irrgendwoher geholt.
    Das Unternehmen ist super, die Entwicklung auch Top.

  19. I too worked for GGS.
    I helped design their first title. I named the company and I too was kicked.
    Christian and Kai are very strong personalities, they know what they want and they are determined to reach their goals.
    If people do not fit their company view then as good directors they should discard unecessary staff.
    If you were kicked then you did not fit the GGS mould, end of story. Stop whining about it.
    They are on a learning curve in only their second year as a game developer.
    Show me a casual/browser game studio that does original titles, not copies!! I defy you!
    They ALL do it. Bigpoint, Gameforge even Zynga…all of them copy someone, even themselves.
    Bigpoint has been cloning their top title for years with diminishing results.
    GGS are establishing themselves in the game arena and like them or not, you cannot deny that they are now a „known“ comodity. People talk about them.
    So unless you people think you could do better than them, you should just stop complaining.
    You might not like them as people, you might not like their business practises or the games they develop, but at least THEY are doing what they always said they would.
    What are you doing?

  20. hier behaupten mehr leute gekickt worden zu sein als es tatsächlich der fall war ;).
    wenn man gut ist, erreicht man dort schnell viel. andernfalls eher nicht.

    alles bestens dort, bis auf die miese bezahlung.

  21. @Markus Mit dem Nobelpreis hast du recht. Den zu gewinnen ist sicher ein weiter Weg. Deswegen auch das Wörtchen „fast“ und „verdächtig“. Ich finde es allerdings bemerkenswert, wenn Leute, die offenbar auch eine steile Karriere als Wissenschaftler etc machen könnten stattdessen (oder sogar gleichzeitig) ein Unternehmen gründen. Das wollte ich mit dieser überspitzten Formulierung zum Ausdruck bringen.

  22. Agammemnon ‚m‘: Was verdient man denn da so? Bist du Ehemaliger oder aktuell angestellt? Das ist doch überall so das die Guten weiterkommen als die Mittelmäßigen. Die Spiele sind ganz gut im Umlauf. Ich spiele auf supergames.

  23. Sehr gut geführter Laden mit zahlreichen Designern und Grafikern sowie ausgeprägter Werbemaschinerie. Aktuell 7 Designer und 4 interne Grafiker.

  24. haha..ich bin der hans im glück von ganz oben. die anderen antworten sind von anderen leuten.
    ich finde das unternehmen lächerlich. bis auf einen und der weiß es auch.
    schlechte bezahlung, chefs haben keine ahnung von vertrieb aber einen auf dicken machen. das sind die chefs. entlassen leute ohne den personaler. wachstum hin oder her…drauf haben es dort die wenigsten. und die spiele sind echt schlimme copien. vorschläge für neue und wirtschaftlich bessere spiele werden gekonnt ignoriert. und das olle pokerspiel als eigene idee zu verkaufen ist peinlich, ohne anstoß anderer personen wäre da nie was passiert. die chefs hätten bei ihren funsites bleiben sollen und communitys nicht wie dreck behandeln sollen.
    bin froh da raus zu sein. aktuel besseres team und das dreifache gehalt. danke das ich gegangen wurde, so hab ich wenigstens ne chance in anständigen unternehmen zu arbeiten. p.s.: patrick for president

  25. haha…voll vergessen…
    schön mit dem pokerspiel auszeichnungen bekommen und sich selber hoch-voten. was gut programierte skripte nicht alles können. so kann auch ein buggy game gewinnen. peinlich.

  26. Im Support und der externen Grafik auch Entlassungen, und das bei schlechter Bezahlung. Lächerlich. Vom Chef höchst persönlich. Ich arbeite hier noch, im Design, da bis auf die Chefs das Klima sonst passt.

  27. Why have you and so many supporters and designers been kicked Simon? And why are the designers so unhappy there?

  28. warum soviele interne und ex-iterne schreiben? weil die meisten enttäuscht sind und dieses lobhuldigen dieses unternehmens uns besonders der quereinsteiger einfach lächerlich und übertreiben ist. und die meisten positiven sachen sind hier doch eh wieder duch abgestellte praktikanten verfasst. so wie immer. bigpoint und co. hinter sich lassen…har har har. wenn sie weiter über leichen gehen…kanns was werden. da altigi und co aber als arbeitgeber nen schlechten ruf hat, wirds bald schwer doch mal leute mit zukunft zu bekommen und zju halten

  29. Als echter Sascha Kurth distanziere ich mich von den Aussagen, die durch fremde Personen unter meinem Namen veröffentlich wurden.
    Dies ist nicht nur Rufmord, sondern auch Betrug, sich als jemand anderes auszugeben.
    Ich bezweifel ganz stark, dass diese Kommentare Mitarbeiter der Goodgame Studios verfasst haben. Es handelt sich wohl eher um Spieler, die sich nicht an die AGB´s halten konnten und somit gesperrt wurden. Die Infó´s, die hier preisgegeben wurden kann man zum einen von der Homepage (da stehen auch Namen) und zum anderen durch die Jobangebote (da steht das Wort Praktikum) entnehmen.
    Es ist schon extrem lächerlich, was hier geschrieben wird.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sascha Kurth

  30. Aber Sasha, durch den Support unzufriedene Spieler landen doch nicht in einem Beitrag der Wirtschafts Woche. Solche Blätter kennen die doch nichtmal vom Namen, oder ist der Presselink im Spiel integrirt?

  31. Dieser Artikel hört sich an wie geschmiert – im Sinne von bezahlt/gekauft. Wie kann man so hochlobend über dieses Unternehmen reden?
    Ich habe dort ebenfalls gearbeitet. Wurde aber gekündigt. Grund? Nicht nachvollziehbar. Wie es viele Ex-Goodgame-Leute ja wissen. Oder es haperte an Festanstellung in Vollzeit oder mehr Gehalt.
    Soll ich euch was sagen:
    Dort arbeiten zu ca. 90% nur Praktikanten und Trainees. Zu mieserablen Gehältern. Werden von den Chefs vollkommen ausgenutzt. Da arbeiten welche, die 1 Jahr Praktikanten waren und dann eine Traineestelle bekommen haben. Unfassbar. Soviel zu dem „Fair Company“ Logo auf deren Website.
    Die Goodgame Chefs sind wirklich sehr schwierige Charaktere mit wenig Führungskenntnissen und wenig Know-how und Risikobereitschaft für diese Branche.
    Die sollten mal mehr auf ihre wertvollen Mitarbeiter (naja, viele davon sind ja schon gegangen worden) hören.

  32. @ Jens Tönnesmann: finde die Erfolgsstory beachtlich, aber kein Grund, den Lebenslauf der Gründer so extrem zu glorifizieren („nobelspreisverdächtig“). Klar sind sie gut, aber es gibt so viele Start-Up Geschäftsführer in Deutschland, die von Elite-Unis kommen, bei McK waren etc. Die haben alle Stipendien, Preise usw. Standard-Lebenslauf auf hohem Niveau…

    Von daher eher Fokus auf die unternehmerische Leistung, die scheint ja beachtlich zu sein.

  33. Ich muss sagen, dass ich extrem beeindruckt bin von der Entwicklung die die GoodgameStudios da hingelegt haben. Von der Truppe darf man noch einiges erwarten!!

  34. Liebe LeserInnen des Gründerraums,

    vielen dank für die zahlreichen Kommentare. Offenbar wurden einige der Anmerkungen unter dem Namen anderer Personen abgegeben. Um diesem Missbrauch in Zukunft vorzubeugen, habe ich nach Rücksprache mit der Redaktion entschieden, die Kommentarfunktion dieses Artikels zu schließen.

    Wichtig: Sollten Sie weitere (belegbare und ernst gemeinte) kritische Anmerkungen haben, bitte ich um Emails an: jens.toennesmann@wiwo.de – dann werde ich gerne in einem späteren Beitrag auf die Goodgame Studios zurückkommen.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis
    jens tönnesmann

    PS: @Schneewittchen: Selbstverstverständlich ist dieser Artikel nicht „gekauft“. Ich bedaure, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte.