Der Ökosumpf

Die Vorkämpfer der Ökobewegung nehmen für sich in Anspruch, sie wollten „die Erde für unsere Kinder retten“. Das klingt gut und erfüllt seinen Zweck: Wer zu widersprechen wagt oder Zweifel äußert, enttarnt sich als Vertreter des Bösen, der das Weltklima aufheizen will. Immer dann, wenn die Welt auf diese Weise in Gute und Böse eingeteilt wird, ist sie in höchster Gefahr, weil dann nicht mehr argumentiert und voneinander gelernt wird. Auch die Ökobewegung könnte zu einer Kraft werden, die das Gute will und doch das Schlechte schafft.

Denn seit die Ökobewegung zum gesellschaftlichen Mainstream wurde, ist sie einem großen Risiko ausgesetzt: Sie verbündet sich mit Geschäftemachern, Subventionsjägern und populistischen Politikern zu einem gefährlichen Bündnis. Beispiel Biosprit: Lange wurde das Gebräu als Allheilmittel gefeiert, um die Welt vor Klimakatastrophe und Energieknappheit zu retten. Solange das auf alternativen Bauernhöfen geschah, war es ein guter Gedanke. Seit sich jedoch die mächtigste Lobby der Welt, die Bauernverbände in den USA und Europa, des grünen Sprits angenommen hat, noch dazu unterstützt von der Automobilindustrie und einer nach ökologischen Effekten haschenden Bundesregierung, wird der Biosprit zum ökologischen Desaster, zum schwarzen Loch für Steuergelder und zum Treibstoff für den Hunger in der Welt. Das sind die Fakten; die Beweislast gegen den Biosprit ist erdrückend. Glauben Sie aber bloß nicht, dass wir ihn deswegen schnell wieder loswerden! Zu viele Interessengruppen wärmen mittlerweile daran ihr Süppchen. Fatal werden wir an den Steinkohlebergbau erinnert – auch er wurde gegen jede wirtschaftliche und ökologische Vernunft jahrzehntelang gefördert.

Im Umfeld solcher Projekte, gleich welcher Farbe, bildet sich schnell ein ökologisch-industrieller Komplex, der vorgibt, die Welt verbessern zu wollen, in Wahrheit aber die eigenen Vorteile fest im Blick hat und sie auf Kosten der Gesellschaft und der Umwelt brutal durchsetzt.

Die Solarindustrie ist dafür ein weiteres Beispiel: Es ist auf den ersten Blick unverständlich, dass ausgerechnet in Deutschland, einem Land, das nicht für Sonne und blauen Himmel bekannt geworden ist, fast die Hälfte der weltweit vorhandenen Solarpanele montiert werden. Da gäbe es fürwahr bessere Standorte. Der Grund sind allein rund 120 Milliarden Euro Subventionen, aufzubringen von den Stromverbrauchern, die die derzeit unwirtschaftlichste Form der Energiegewinnung finanzieren (siehe auch Seite 24). Die Profiteure sind in erster Linie asiatische Hersteller, deutsche Hausbesitzer und einige Unternehmen, die geschickt die Solargelder mit Ansiedlungssubventionen in Ostdeutschland zum hochprozentigen Profitcocktail mixen. Jetzt wird darum gerungen, ob bis 2020 wenigstens eine von 120 Milliarden an Subventionen eingespart werden könnte – eine! Doch vermutlich wird die grüne Solarlobby sich durchsetzen. Schließlich geht es doch um die Rettung der Welt für unsere Kinder, nicht wahr? Für wahrhaft ökologisch und wirtschaftlich bessere Lösungen fehlen dann die Mittel.

Das Kraftwerk Moorburg in Hamburg ist so ein Beispiel. Weil es hochmodern und supereffizient ist, würde es einen alten Kohlestinker ersetzen. Es ist als Pilotprojekt für die Abscheidung des Klimagases CO2 und für die sonst von den Grünen vehement geforderte Wärmekraftkopplung ausgelegt. Seine Grundlast würde Tausende Arbeitsplätze in der Alu-Industrie sichern.

Es wird wohl nicht gebaut, weil es nicht in ein Weltbild passt, das die Welt zu retten vorgibt und dabei weder Widerspruch noch Gegenargument duldet.

Die Vordenker der Marktwirtschaft haben vor Lobbys und Subventionen aller Art gewarnt. Sie erhalten erneut recht.

Auf Grün.

Ergänzung

Da mein Editorial für rege Diskussionen sorgt, hier noch ein paar Internet-Links zur Untermauerung:

Selbst der Umweltrat hat bereits im letzten Jahr vor den Heilsversprechungen der Biomasse gewarnt. Die Sachverständigen begrüßen jetzt den Kurswechsel des Umweltministers beim Biosprit.

Dazu die Pressemitteilung und das Sondergutachten des Umweltrats.

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Alle Kommentare [24]

  1. Es läuft wohl nicht mehr so gut mit Windkraft und Photovoltaik. Das, was Herr Tichy hier dankenswerterweise schonungslos beschreibt, das ist alles schon seit einigen Jahren bestens bekannt. Nur, bisher genügten dann ein, zwei doppelseitige Anzeigen der Windkraft- oder Photovoltaik-Profiteure (Hersteller solcher Anlagen), um einen Kommentar wie den von Herrn Tichy statt in den Satz in den Papierkorb wandern zu lassen. Offenbar ist die Sache jetzt ausgereizt, mehr Geld steht wohl nicht mehr für weitere Weltrettungs-Anlagen zur Verfügung, wohl auch nicht für Werbeaktionen.

    Dann lassen wir mal die Ernüchterung über uns kommen.

  2. Danke Herr Tichy für Ihre Linkliste. Meine Annahme mit dem Auf-Den-Leim-Gehen war möglicherweise doch falsch:
    Es war kein Leim, nein, es war eine heimtückisch gelegte Ölspur, die Sie ins Schleudern gebracht hat.

    2 von 7 der zur Untermauerung Ihrer Rufmordkampagne gegen Biokraftstoffe gedachten Links stammen vom MWV, dem Mineralölwirtschaftsverband, der auf seiner „Über uns“-Seite seine Ziele so erklärt:
    „Wahrnehmung und Förderung der allgemeinen – ideellen und wirtschaftlichen – Interessen seiner Mitglieder.“ Diese 10 Mitglieder sind: Agip, Conoco (Jet), Deutsche BP (auch Eigentümer der Marke Aral), Esso, OMV, Orlen, Shell, Total, je eine Raffineriegesellschaft in Hamburg und Ingolstadt.°

    Aber fangen wir vorne an: Ihr erster Link geht zu einer Spendensammelvereinigung, die in drastischen Worten den ‚Biosprit-Wahnsinn‘ beklagt, von dem ja wohl alles Übel dieser Welt ausgeht. Außerdem aber auch noch von Goldminen, Industriehäfen (als in Hamburg angesiedelter Verein wissen die wohl wovon sie reden) und Holzfirmen.°°

    Die anderen Quellen scheinen weniger verdächtig: Umweltbundesamt, Umweltrat. Mit Biomasse könnten nur 20 bis 80 % Treibhausgase eingespart werden, heißt es da, wahre Klimapolitik müsse anders aussehen. Das klingt so lange logisch, bis man erkennt, dass man es mit Gläubigen zu tun hat. Infos zum Klimaschwindel hier: http://video.google.de/videoplay?docid=8655966364251013448

    ° Konsequenterweise wurde bei keiner dieser Tankstellenketten je ein Liter Biodiesel verkauft.
    °° Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin auch dagegen, dass der Regenwald – für welche Zwecke auch immer – niedergebrannt wird. Einzig wirksames Mittel dagegen ist aber die Ausweisung und Durchsetzung von Schutzzonen mit politischen Mitteln. Ansonsten soll man die Landwirte einfach selbst entscheiden lassen, was sie für rentierlich auf ihren Feldern halten. Hier in Bayern kommt schließlich auch niemand auf die Idee, wegen gestiegener Raps-, Mais- oder Baulandpreise den Bannwald abzuholzen.

  3. Vielen Dank für Ihre kritischen Kommentare. Ja, es ist richtig, es gehtnicht (nur) um die Alu-Industrie; Hamburg ist eine der wichtigsten Industriestädte in Deutschland. Hier ist preiswerter Strom in der Grundlast ein wichtiger Standortfaktor.
    Zum thema Bio-Sprit haben wir noch einige Links für Sie zusammengestellt.

    Gruß
    Roland Tichy

  4. Hallo Kehrtraud, habe den Beitrag mit Interesse gelesen, konnte aber nicht so klar erkennen was damit im einzelnen wirklich ausgesagt werden sollte.
    „Brasilien brennt nun seine……..gegenüber Erdöl“, das ist doch die Folge katastrophaler politischer Entscheidungen gewesen, denn wo das meiste Geld zu holen ist, wird dies auch getan und zwar ohne jede Rücksicht. Im übrigen ist die „CO2-Ursache“ noch lange nicht zweifelsfrei geklärt, denn von Konsens unter
    den jeweiligen Wissenschaftlern kann überhaupt keine Rede sein. Von Wissenschaftlern welche die der CO2-Theorie vertreten, wurde ermittelt das mindestens 40% der anderen Forscher, diese Meinung nicht teilen bzw. sich keineswegs schon festlegen wollen. Ist es nicht eher so, das hier angeblicher Umweltschutz zur eigentlichen Vernichtung von Umwelt wurde ! Ganz zu schweigen von gigantischer Nahrungsmittel-Verschwendung; hier lässt falschverstandener Umweltschutz tausende von Menschen über die Klinge springen. Schutz von Menschenleben hat doch wohl Vorrang vor allen anderen Dingen! Mit den Resourcen und der damit produzierten Energie muss natürlich sparsamer umgegangen werden, das bestreitet nun ja wirklich niemand.
    „Die Kernenergie……. Solarindustrie träumen!“, soll das heißen das die zurecht kritisierten Subventionen der AKWs nun noch einmal für eine andere Energieform aufgewandt werden sollen und wir Bürger für die Finanzierung letztlich gerade stehen ? Durch mannigfaltige Abgaben bleibt von unserem verdienten Geld immer weniger übrig und die stetig wachsende Anzahl von Einkommensschwachen belasten unser Sozialsystem ganz erheblich, und dass
    unser Staat bereits seit Jahren gigantisch verschuldet ist auch bekannt. So wird das benötigte Geld, welches ja nicht da ist wieder von uns abgezwackt. Das heißt im Klartext: die Abwärtsspirale unserer Netto-Einkommen setzt sich nach unten fort und noch mehr Menschen sind auf Leistungen aus den Sozialsystemen angewiesen. Weil also viele Milliarden Subventionen irgendwo herkommen müssen, wird dies zum Anlass genommen, auch die Sozialleistungen zu kürzen. Das heisst, es steht uns noch weniger Geld zur Verfügung usw. usw…..! Wo diese Spirale hinführt und was es bedeutet ist damit geklärt.
    Deshalb sind Subventionen egal für welche Energieform in dieser Größenordnung abzulehnen. Zusätzlich wird Energie noch teurer, da sich die konventionellen Energieunternehmen die Bereitstellung der lieferbaren Energie die nicht abgerufen wird, richtig teuer bezahlen lassen. Das ist die Folge parallel erzeugter nicht benötigter Solarenergie; da ja die konventionellen Kraftwerke wegen der Versorgungssicherheit weiter laufen müssen (dies gilt ja auch für die Windkraftanlagen!). Industrieproduktion wird dann natürlich ebenfalls teurer was sich in höheren Produktpreisen niederschlägt; also noch größerer Netto-Einkommensverlust.
    Moderne konventionelle Kraftwerke garantieren sichere Energieversorgung und können nicht durch partielle Solarenergie einfach ersetzt werden. Wieso sollen dann Energielieferanten (Windkraft- und Solarenergie) die bei uns auf Grund gegebener geographischer Lage selbst beim Energie-Mix einen zwergenhaften Anteil ausmachen, teuer subventioniert werden ! Zumal die modernen Kraftwerke sehr wohl umweltschonend gefahren werden können.
    Abschließend möchte ich noch einmal auf das Thema Sozialsystem zurückkommen; hierfür gilt immer noch die ewig richtige Aussage:
    „Was man verteilen will, muss erst einmal erwirtschaftet werden!“ Wenn die Kassen aber leer sind und die Staatsverschuldung weiterhin so gigantische Ausmaße hat, kommen wir auf keinen grünen Zweig. Unfähige Politik der letzten Jahrzehnte hat dies verursacht (auch schon vor der Wiedervereinigung!) Auch da beisst die Maus keinen Faden ab !

  5. Biosprit heißt nicht so, weil er „Bio“ ist in dem Sinne wie Bionahrung, sondern ist die Abkürzung für Biogene Treibstoffe. Besser wäre es ihn als“Agro-Sprit“ zu bezeichnen. Brasilien brennt nun seine Urwälder ab und erzeugt ein Vielfaches an Kohlendioxyd als durch den angepflanten AGrosprit gespart werden kann gegenüber Erdöl. Die Kernenergie ist dermaßen subventioniert worden, da kann die Slarindustrie nur davon träumen!
    Wir verbrauchen einfach zu veil Energie, da beißt die Maus keinen Faden ab!

  6. Fuer alle diejenigen die interressiert sind…..

    Sonne und Wind sind gewiss kostenlos. Die Energiedichte ist jedoch gering. Das verhaelt sich aehnlich dem Gold im Rheintal. Es gibt Gold im Rhein, gleichwohl ist die Konzentration so gering das es sinnvoller ist an anderer Stelle zu suchen.

    Deshalb war die Menscheit vor 200 Jahren heilfroh als es gelang die Kohlenvorraete zu erschliessen. Windmuehlen und Sonnentrocknung wurden aufgegeben.

    Die geringe Energiedichte fuehrt dazu das gewaltige Anlagen erstellt werden muessen um eine sehr bescheidene Ausbeute zu erzielen. Wenn man die Kosten als Oekobilanz sieht wird bei einigen Projekten warscheinlich weniger Energie erzeugt als fuer den Bau und den Betrieb der Anlagen benoetigt wird.

    Daran wird sich auch in der Zukunft nicht aendern. Die Windmuehlen und Solarzellen werden verbessert – das Gleiche geschieht jedoch auch in anderen Techniken. Der Abstand der Wirtschaftlichkeit duerfte sich nicht wesentlich aendern.

    Die Entwicklung der Kernenergie wurde zwischen den 50ern und den 70ern massiv gefoerdert. 15 Jahre nach Beginn des Programms wurde der erste kommerziell erfolgreiche Reaktor, Obrigheim, gebaut. Er wurde vor kurzem der Oekoreligion geopfert. Kernenergie ist aufgrund des sehr geringen Resourcenverbrauchs (1 Kg Uran kann 20000 to Kohle ersetzen)nicht nur sehr wirtschaftlich sondern auch besonders umweltfreundlich. Eine Weiterentwicklung tut Not.

    Vandale

  7. @Clemens Klein:
    Vermute da hat nur ein Timeout während des Schreibens zugeschlagen, wie bei mir auch vorher. Veröffentlichung geschieht unmittelbar, ausreichend schnelles Schreiben vorausgesetzt (siehe oben).

  8. Es verwundert, dass ausgerechnet Herr Tichy von der Wirtschaftswoche hier die Ökobewegung in jungfräulicher Reinheit bewahrt sehen möchte. Geschäftemacherei, pfui Teufel, so etwas ist natürlich anstößig aus der Sicht eines Wiwo-Chefredakteurs, der es ansonsten nur mit Schöngeistern und Idealisten zu tun hat.

    Und kann mir mal eben jemand erklären, was am Biosprit falsch sein soll? Ich höre immer – auch hier wieder – von Beweisen, dass es sie geben soll, und dass sie erdrückend sind.

    Warum ist also a priori die Anpflanzung von Raps oder Rohrzucker ein ökologisches und steuerliches Desaster, wenn es der Spritherstellung dient? Würden die selben Feldfrüchte an Mastvieh verfüttert, wäre dann alles in Butter? Das ist schwer nachvollziehbar, wenn man z.B. vegetarischer Autofahrer ist.

    Warum tragen die für Biosprit verwendeten Agrarflächen zum Welthunger bei, jene für Baumwolle aber nicht? Wie können in Kanada riesige Wälder mit schnellwachsendem Holz industriemäßig zur Papierherstellung angepflanzt und abgeerntet werden, anstatt darauf, angesichts hungernder afrikanischer Kinder, Brotgetreide zu säen? Ist jeder Landwirt, der seine Felder für etwas anderes als die unmittelbare menschliche Nahrungserzeugung nutzt, womöglich bereits ein unmoralischer „Geschäftemacher“?

    Vielleicht ist hier aber Herr Tichy auch nur den Philantropen von der Mineralölwirtschaft auf den Leim gegangen, die im Biosprit naturgemäß eine störende Konkurrenz für ihre blühenden Samariterdienste an der Menschheit sehen. Diese Dienste haben z.B. im Jahre 2005, als wir hier unter rasant steigenden Benzinpreisen gestöhnt haben, der Firma Exxon das Sümmchen von 36,1 Mrd. Dollar an Reingewinn eingebracht, den größten Profit, den jemals irgendeine Firma irgenwo auf der Welt erzielt hat.

  9. Mein Kommentar vom 23.04.08, etwa 03:00 wurde gespeichert aber nicht freigeschaltet – warum?

  10. Sehr geehrter Herr Tichy
    vielleicht sollten Sie einmal die Summe veröffentlichen, mit der unsere Atomkraftwerke gebaut wurden. Diese übersteigt meines Wissens nach bei weitem die Förderung der Solarenergie. Und Atomstrom hinterläßt nun mal jede Menge Probleme nach Beendigung der Nutzung. Ohne Subvention gäbe es nicht ein AKW.

  11. Sehr geehrter Herr Tichy,

    finden Sie es nicht auch etwas eigenartig, als Vertreter der Wirtschaftspresse gegen Lobbyismus zu pesten? Wo wären Ihre ganzen Anzeigenkunden, wenn Lobbyisten nicht in den Fluren des Bundestages für die Interessen ihrer jeweiligen Branche einstehen würden?

  12. Natürlich ist es totaler Blödsinn, wenn Solaranlagen massiv in Deutschland installiert werden (wegen Mangel an Sonne) mehr noch, wenn die Asiaten -und nicht die deutsche Industrie und/oder Bevölkerung- diejenigen sind, die am meisten von den Subventionen profitieren. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass dank dieser deutschen Subventionen, heutzutage Deutschland ein Solar-Exportland ist, mit den höchsten Niveau an Technologie der ganzen Welt. Natürlich ist nicht alles perfekt, doch aber ein Anfang in Richtung einer saubereren Welt. Gleiches gilt für die Windenergie, die schon rentabel produziert wird. Dabei spielt auch Deutschland ganz vorne mit. Solar und Wind sind m.E. die Zukunft in einer Welt (Biosprit klar nicht), auf der das Öl die Machtverhältnisse und damit die Kriege und den st¨¨andigen Verstoss gegen internationalen Recht regiert. Wäre es nicht doch sinvoll, möglichst saubere „friedliche“ Energie zu fördern, sogar wenn es manchmal nicht so ganz ökonomisch effizient ist? Schön wäre es, wenn möglichst viele Länder (nicht hauptsächlich Deutschland), diesen Last mittragen würden (in Form von Subventionen und weitere Forschung).
    Beste Grüsse aus dem sonnigen und auch windigen Spanien (und sorry für mögliche Fehler in meinem Text)

  13. Leider weisen Sie in Ihrem Artikel nicht daraufhin, dass der Biosprit nur ein Faktor unter mehreren ist, der für die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise verantwortlich ist.

    Der zunehmende Wohlstand in den Schwellenländer hat zu einem höherem Fleischkonsum geführt. Um ein kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man das 6fache an Getreide.

    Die Steigerung der Energiepreise hat die Landwirtschaft nicht ausgespart.

    Preise für Saatgut sind überproportional gestiegen

    Die Agrarexportsubventionen der Industrieländer haben dazugeführt, dass die Landwirtschaft der Entwicklungsländer aufgrund der niedrigen Preise weniger Nahrungsmittel produzieren.

    Noch ein paar Fragen:

    Die Aluminiumhütte in HH wurde aufgrund der hohen Energiekosten bereits 2006 geschlossen.

    Erst 2007 wurde die Produktion wiederaufgenommen, da die Rohstoffpreise eine Neuaufnahme der Produktion wieder rentabel machten.

    Frage: Wo sind in HH mehrere tausende von Arbeitskräften im Alu-Bereich tätig.

    Die größte Alu-Hütte befindet sich in Neuss: ca. 5000 Beschäftigte.

    Hat die Trimet als Nachfolger der Hydro in HH etwas mehr als 500 Beschäftigte???

  14. Hier noch ein Nachtrag:

    Wenn ich richtig rechne, entfällt auf die Solarindustrie bis 2020 ein jährlicher Subventionsbetrag von 10 Mrd. Euro.

    Ist dies nun viel oder ist das wenig im Verhältnis zu den anderen Subventionen, die jährlich gezahlt werden?

    Etwas belustigend finde ich auch Ihren Satz lieber Herr Tichy, wenn Sie schreiben:

    „Die Vordenker der Marktwirtschaft haben vor Lobbys und Subventionen aller Art gewarnt. Sie erhalten erneut recht.“

    Und ich gleichzeitig auf der Startseite der Wiwo lese:

    „Wie Eltern die richtigen Kindergärten, Schulen und Unis finden, was sie zahlen müssen, wie sie Bildung finanzieren und wie sie Fördergelder und Steuervorteile nutzen “

    Sind Fördergelder und Steuervorteile nicht auch Subventionen?

    Und was die Lobbys betrifft:

    Werden wir derzeit von der Energielobby, sprich EON, RWE etc. nicht auch nach Strich und Faden verschaukelt z.B. zu den Netzentgelten??

  15. Bravo Eysel!
    Sie verstehen es Salz in die Suppe zu streuen und bringen die Sachverhalte auf den Punkt. Sie sollten sich mit Herrn Tichy abwechseln beim Schreiben der Kolumne. Ich frage mich nur was sich hinter Eysel verbirgt. Ein Oberlehrer, ein Altphilologe oder einer, der schlicht mit treffenden Bemerkungen glänzen will. Damit wir uns nicht missverstehen. Ich schätze Ihre Beiträge sehr. Aber der Stil bringt mich beim Nachdenken, wer Sie sind siehe Punkt eins der Aufzählung…

  16. Sie greifen das Thema als Wirtschaftsthema auf. OK.
    Das dahinter liegende Problem allerdings ist NOCH schwerwiegender: Die Ideologisierung der Gesellschaft(en). Man könnte auch sagen: Die Ersatz-Staatsreligionisierung der Gesellschaft. Ein Luxus, den sich recht satte Gesellschaften deren Grundbedürfnisse weitestgehend befriedigt sind und die ihr ursprüngliches Wertesystem weitgehend verdampft haben, gerne leisten. Es geht mit der schlichen Einteilung in Gut und Böse los. Dann werden über „political correctness“ die passenden „Tabus“ etabliert. „Pseudo-Wertesysteme“ deren „Sinn“ leicht vermittelbar ist werden vermitteln einen scheinbaren „Sinn“. Systemimanent betrachtet ist alles logisch, wenn ich nur die grundlegende ( nicht mehr politisch korrekt diskutable ) „Anname“ mache. Tatsächlich allerdings eine (unausgesprochene) minor Prämisse in Wahrheit ( keine überprüfbare, allen Kriterien der Logik vorläufig standhaltende Behauptung) , die Niemand mehr zu hinterfragen wagt, weil, sonst „böse“. In früheren Jahrhunderten drohte der Scheiterhaufen. Heute droht Mediale Vernichtung. Ein Beispiel, Herr Tichy, haben sie genannt. Andere sind: Reizworte wie „Autobahn“, oder Verbrechen der Alliierten in D, die ausgerechnet ein Pole und ein Engländer ausschließlich unter Beschimpfung durch Deutsche gerade in die Öffentlichkeit bringt. Was folgt dieser Meinungsdiktaturisierung von immer mehr Lebensbereichen???

  17. Warum haben die Anlagen in Spanien nichts getaugt? Warum sind sie nur sinnvoll, wenn sie subventioniert werden? Ich würde doch bitten, weniger zu pauschalieren, sondern zu begründen. Ich kenne einige Projekte, die sich sehr voll rechnen. Ab gesehen davon ist die Frage, ob es sich rechnet oder nicht, von der Bewertung der Alternativen abhängig. Wenn der Ölpreis weiter steigt, kann sich so manches rechnen, das sich vor zwei Jahren noch nicht gerechtnet hat. Gelle!

  18. Die erste in Österreich installierte Solaranlage von Stiebel habe ich im Jahre 1976 installiert.Wenn es Winter war und man Wärme brauchte, war Schnee auf den Paneelen.Die zweite, dritte und vierte Anlage hatte ich in Spanien(mehr Sonne).Sie haben alle nichts getaugt(Hitachi, Hoechst,Span.firma).Das ist nur sinnvoll, wenn man Zuschüsse bekommt, die dann die Dummen zahlen müssen.Wie soll das in Deutschland funktionieren, wenn es in Spanien nicht geht.
    Absoluter Schwachsinn!!!

  19. Sehr geehrter Herr Tichy,

    haben nicht die Medien, einschliesslich der WIWO, die Oekoreligion gefoerdert. Ich erinnere mich an einige Artikel in denen oekoreligioese Ueberzeugungen, es wurde der Eindruck erweckt das Windenergie und Solarkraftwerke eine ernsthafte Energiequelle darstellen unkommentiert verbreitet wurden. In einigen Artikeln wurden Fakten selektiv genutzt. In vielen Ihrer Artikel bezeichnen Sie Windmuehlen oder Solarkraftwerke als umweltfreundlich wobei es in der Realitaet warscheinlich mehr Energie bedarf ein Solarkraftwerk zu errichten und zu betreiben als dieses je erzeugt.

    Natuerlich ist die Oekoreligion fuer viele ein gutes Geschaeft. Zunaechst waren es wenig erfolgreiche Existenzen die in den Oekoinstituten untergekommen sind. Spaeter konnten Sie die Ministerien und Behoerden erobern. Diese Institute werden heutzutage von Steuergeldern genaehrt. Mittlerweile sind es ganze Industriezweige die unproduktiv das Geld der Bevoelkerung verbrauchen.

    Vandale

    Vandale

  20. Hervorragend! Endlich wagt es mal einer die Wahrheit zu schreiben.
    Die Schwarz/Rote \“Regierung\“ könnte das ganze CO 2 Lügengebäude mit einem Federstrich einstürzen lassen. Sie drangsaliert den Bürger aber lieber mit unsinnigen Energiepässen, Feinstaubplaketten, Rauchverboten, Dosenpfand und Online-Durchsuchungen. Das Ergebnis: Die Bundestagswahl wird im Herbst nächsten Jahres Heulen und Zähneknirschen bei CDU, SPD und Grünen auslösen. Der noch Politikinteressierte Bürger wendet sich mit Grausen ab. Die Medien als sog. vierte Macht im Lande,
    arbeiten munter an der Volksversummung mit und versagen somit völlig.

  21. Schon recht Herr Tichy -aber sind sie und viele Ihrer Kollegen nicht mit Schuld das die absoluten Meinungsmacher der Grünen die Verfälschung der Klimakrise so gut ausbauen konnten?

  22. Das Abkassieren in Deutschland ist nur Teil eines internationalen Systems, mittels Beschwörung einer zukünftigen Klimakatastrophe sich einen Teil eines ohne große Mühe erzielbaren Einkommens zu sichern.

    Dabei ist Deutschland keine Ausnahme. Al Gore hat es laut WiWo geschafft, sich seit seiner verloren gegangenen Kandidatur zum US-Präsidenten ein Vermögen von nahe Null $ auf ca. 100 Mio $ anzusammeln. Er hat eine eigene Beratungsfirma zu Investitionen in Grüne Technologie und ist Mitglied der Geschäftsführung eines der größten Kapital-Anlageunternehmen der Welt . Angeblich liegt sein Honorar für einmalige Vorträge bei jeweils 150000 $.

    Dabei gibt er an, sein Handeln sei ausschließlich durch ökologische Verantwortung bestimmt. Sein persönlicher Lebensstil entspricht dem keinesfalls. Aber das stört die Grüne Gemeinde nicht.