Das iPad eigent sich für vieles – nicht aber zum Schreiben langer Texte. Es sei denn, man findet die richtige Tastaur.
Eigentlich mag ich mein iPad. Ich lese Blogs darauf, Tageszeitungen, Magazine und ich nutzeregelmäßig auch Apps wie Flipboard oder Zattoo. Es gibt kaum ein besseres Gerät, um Texte, Videos oder Filme zu konsumieren.
Mit langen Artikeln hingegen habe ich mich auf dem iPad immer schwergetan. Natürlich habe ich auch lange Texte auf dem Gerät geschrieben. Doch die vielen Vertipper und die mitunter merkwürdigen Vorschläge der Autokorrektur rauben Zeit. Vielleicht liegt es nur an mir. Aber ich bin auf echten Tasten schlicht schneller.
Lange habe ich vergeblich nach einer passenden Tastatur für mein iPad gesucht. Zwar gibt es zig Angebote – doch so richtig wollte keins passen. Denn ich suchte ein Exemplar, das mein iPad schützt, das aber nicht über die Maßen schwer ist. Außerdem sollte es ähnlich gut verarbeitet sein, wie die Tastaturen, die ich sonst von Apple gewohnt bin. Doch entweder waren die Geräte zu klobig, mies verarbeitet oder einfach so schwer, dass ich gleich den Laptop hätte einpacken können.
Bis ich die das „Ultrathin Keyboard Cover“ von Logitech entdeckte.
Seitdem habe ich sogar mehrfach überlegt, ob ich überhaupt noch einen Laptop brauche. Denn das Keyboprad bietet (fast) alles, was ich gesucht habe.
Es ist vor allem in wenigen Sekunden installiert: Auspacken, iPad in eine dafür vorgesehene Halterung einstecken, fertig. Mit einem kleinen Schalter an der Seite ist die Tastatur aktiviert und kurz darauf stellt sie kabellos via Bluetooth eine Verbindung mit dem Gerät her. Eine kurze Bestätigung der Verbindung – schon kanns losgehen.
Laut Logitech muss ich den Akku erst nach sechs Monaten mit einem USB-Kabel an einem anderen Rechner aufladen. Ob sie so lange durchhält? Keine Ahnung. In zwei Wochen Dauereinsatz zumindest gab‘s noch keinen Ausfall – dafür viele lange Texte.
Zunächst war das Gerät etwas gewöhnungsbedürftig. Die Tastatur ist etwas schmaler als üblich. Ich hatte mich aber nach einer halben Stunde daran gewöhnt.
Auch haben die Tasten einen recht kurzen Weg, wie es sich für gute Laptop-Eingabegeräte gehört. Ich schreibe auf solchen Tasten, wie ich wieder einmal gemerkt habe, wesentlich schneller. Einziges Manko: Das Tippen ist auf dem Logitech-Keyboard lauter als auf einem Apple-Notebook aber immer noch leiser als die Tasten von vieler anderer Laptops.
Was mich an dem Keyboard etwas stört, ist die glänzend schwarze Oberfläche auf der Tastaturseite. Die sieht nicht nur billig aus. Sie ist schon nach Minuten mit Fingerabdrücken übersät und dürfte schnell Kratzer sammeln. Nicht schön, vor allem, weil das Gerät mit knapp 90 Euro nicht sonderlich billig ist.
Aber ok, es ist immer noch das beste Gerät dieser Art, das ich bislang in den Fingern hatte.
Zieht man das iPad nach getaner Arbeit aus der Halterung an der Tastatur und legt es auf das Keyboard, verbindet sich ein magnetisches Scharnier mit dem iPad – wie das von Apple angebotene Smart-Cover. Damit wird das Keyboard zu einem perfekten Schutz. Das sieht auch noch gut aus, weil das Keyboard auf der Rückseite eine ähnliche, recht kratzfeste Aluminium-Oberfläche hat wie das iPad.
Einziges Problem: Weil das Keyboard etwa so dick ist wie das iPad selbst, lässt es sich nicht nach hinten umklappen. Wer also bloß bequem Texte auf dem iPad lesen will, muss die Tastatur abnehmen.
Dennoch: Wir hatten das neue Keyboard mit im Urlaub. Und erst ganz am Ende fiel uns auf, dass wir den ebenfalls eingepackten Laptop bis dahin nicht ein einziges Mal benutzt hatten.
Nur am letzten Tag, als wir eine Web-Seite öffnen wollten, auf der Flash-Elemente eingebunden waren, nahmen wir den Laptop in Betrieb.
Da fiel mir wieder auf, wie limitiert dann doch das iPad ist. Als Laptop-Ersatz reicht es nicht – auch nicht mit Tasten.
Dennoch wird die Tastatur mir das Leben auf Konferenzen und sonstigen Veranstaltungen, von denen ich mit schnell geschriebenen Artikeln, Blogbeiträgen oder Tweets berichte, das Leben erleichtern. Dafür ist sie perfekt.
Sie haben ähnlich gute Erfahrungen mit anderen Geräten gemacht? Dann berichten Sie davon, am besten unten in den Kommentaren.
Nachtrag: Gerade wies mich der geschätzte Ulrich Voß alias @egghat auf eine sehr hübsche Lösung hin: eine Kombination aus schicker Hülle und der kabellosen Apple-Tastatur. Billiger kommt man damit zwar nicht weg, aber das Apple-Keyboard gehört meiner Meinung nach zu den besten überhaupt.
Mehr von mir finden Sie bei Twitter oder Google Plus.














4 Kommentare zu “Tastatur fürs iPad: Wer braucht noch einen Laptop?”
Hallo Herr Matthes,
ob dasa Apple Keyboard zu den besten gehört, da kann ich mir kein Urteil darüber derzeit erlauben.
Was macht dennoch interessiert, denn deshalb lese eigentlich auch die Wirtschaftswoche:
Um wieviel effizienter ist eigentlich z.B. ein i-pad gegenüber einem laptop im täglichen Arbeitsablauf.
Bei Investitionen im Bürobereich scheint es mir oft so, dass hier Begriffe wie Amortisation, RoI etc. immer noch vernachlässigbare Größen sind.
Was genau meinen Sie mit “effizienter”? Welches Gerät schneller die gewünschten Aufgaben erledigt? Oder meinen Sie die Energieeffizienz?
Effizienz im Sinne von Wirtschaftlichkeit,
Erhöhung der Produktivität
Wenn ich mir derzeit die Diskussionen über die Vor-und Nachteile der reachabilty anschaue, dann frage ich mich schon, ob die Einführung des i-pads, i-phone etc tatsächlich die Produktivität erhöht.
Im Gegensatz zum produzierenden Bereich ist es allerdings m.E. sehr schwierig die Produktivität eines Büroarbeitsplatzes zu messen.
Nehmen Sie folgendes Beispiel:
Der Bankenbereich beschäftigt in Deutschland mehr als 500.000 Menschen.
Der Grad der Automatisierung ist mittlerweile so hoch, dass ich im Prinzip mit einem Bruchteil der Angestellten auskommen würde, um die Dienstleistungen für die Kunden zu erbringen.
Da bereits auch Ansätze existieren z.B. die Vermögensverwaltung über intelligente Software abzuwickeln:
Stichwort : smarte Prognostik:
http://www.assetinum.com/de/vermoegensverwaltung-handy-sven-gabor-janszky.html
dürften hier zukünftig auch im Bankensektor, analog der Rationalisierung im Maschinenbau (Robotik, rapid prototyping technology), es hier zur einer Verringerung der Arbeitsplätze kommen.
Und selbst in Ihrem Bereich gibt es mittlerweile Ansätze, via Algorithmen, zu Themen der Finanzwirtschaft Artikel komplett über ein software Programm erstellen zu lassen.
Während bei den blue collar people die Rationalisierung schon sehr gro0e Sprünge gemacht hat, stehen wir bei den white collar erst in den Anfängen. Die Rationalisierung wird sich allerdings nicht nur auf den unterem Niveau der white collar abspielen.
Auch die oberen wie z.B. die Rechtsanwälte werden mittlefristig um ihren Job fürchten.
Siehe: Richard Süsskind und andere
http://blog.diligenceengine.com/70639496
http://blog.diligenceengine.com/59827957
http://derstandard.at/1297819690875/Software-soll-Anwaelten-Arbeit-abnehmen
Zum Thema Energieeffizienz nur soviel:
Da IPv6 mittlerweile jedes Sandkorn eine IP Adresse zugeordnet werden kann
und cyber physical Systeme sich sehr schnell entwickeln. siehe auch Acatech Tagung:
http://www.acatech.de/?id=1405
gehen Schätzungen davon aus dass auf den IT Bereich 2020/2025 etwas 20% der Weltstromenergie entfallen.
Ob wir daher zu einer 2000 Watt Gesellschaft gelangen:???????
Vielleicht untersuchen Sie einmal etwas ausführlich in einer Wiwo Ausgabe dieses Energiewachstum.
Nachtrag zum Thema kommende Rationalisierungseffekze bei den whit collars:
Nicholas Carr:
The Big Switch: Rewiring the World, from Edison to Google.