T -261 Der Norseman 2018. Ein Traum wird wahr.

Möglicherweise begegne ich mir am 4. August 2018 an der Seilbahnstation des Mount Gaustatoppen. Es werden dann 261 Tage seit dem Verfassen dieses Textes vergangen sein und ich hoffe, ich schaffe es nach dort oben. Vielleicht – hoffentlich – bin ich dann nicht mehr der gleiche.

Good News

Es ist das Ziel des Norseman. Des „ultimate triathlon on earth“. Und dabei lassen die Veranstalter unklar, was eigentlich mit ultimate gemeint ist. Er ist nicht länger als andere. Es gibt Menschen, die machen einen dreifachen Ironman hintereinander. Wilder geht immer. Zweifellos – es ist einer der extremsten Langdistanztriathlons seit es den Sport gibt. Für mich persönlich allemal. Kälte, Dunkelheit, Nässe und zusammengerechnet über 5000 Höhenmeter sind die Faktoren, die diese kleine Veranstaltung mit maximal 250 Teilnehmern von anderen Wettbewerben so absetzt, dass es diese immer noch „kleine“ Veranstaltung in die Listen der beliebtesten und begehrtesten Rennen weltweit schafft. Was daran ultimate ist, ist vermutlich für jeden Teilnehmer etwas anderes.

Wie und wann ich davon mitbekommen habe, weiß ich schon nicht mehr – nur, dass ich wusste, dass mich das kolossal anspricht. Einsamkeit unterwegs, auf sich selbst gestellt sein, spektakuläre Szenerie, Teamgeist aller, grandiose Emotionen vor und nach Start und Ziel – nur einige der Dinge, die sich in den zahlreichen Filmen finden lassen, die ich natürlich alle kenne. Ich habe sehr früh nachdem ich überhaupt meine erste Langdistanz geschafft habe, versucht, einen Platz dort zu bekommen.

Dieses Jahr – in meinem vierten Versuch – hatten sich mehr als 4000 Hobbysportler aus aller Welt bemüht, in der Lotterie einen Platz zu bekommen. Vor Jahren gab es ein anderes Verfahren – da war ich nur noch gar nicht Triathlet.

Am 11.11. um 21:14 traf bei mir eine Mail ein, die ich erst um 21:49 sah. Um 21:55,38 war der Teilnahmebeitrag bezahlt, um 22:48 und 22:59 waren Hotelzimmer gebucht. Ohne jede Ahnung, ob die clever liegen und ob der Zeitraum überhaupt passt. (Auf der Buchungsplattform war zu sehen, wie mögliche Hotels binnen Minuten ihre Zimmer belegt bekamen. Drollige Spitze für die Suche „Eidfjord“ sicherlich dort.) Ob’s dabei bleibt mit der Unterbringung – andere Frage. Darum geht es auch nicht. Sagen wir: Ich war erfreut und aktiv.

Oder auch: Zutiefst dankbar, dass ich das machen darf.

Es ist das für mich sportlichste herausfordernste Projekt, das ich bislang angegangen bin. Mein Wille, diesen Tag mit allem, was ich vernünftigerweise dafür tun kann, vorzubereiten, entspricht meiner Freude über die Chance dort anzutreten. Es werden also 10 Monate Leben nicht für oder auf diesen Tag hin sein – aber doch 10 Monate, in denen diese Chance dort zu starten mich ständig begleiten wird, ich Gedanken darauf verwende und der gesunden und erfolgreichen Teilnahmer zuliebe sicherlich viel unterordnen werde. Diesen Tribut haben die Organisatoren verdient und jene, die mir auf dem Weg dahin und an dem Tag beistehen. Sei es mental oder organisatorisch.

Vor einigen Monaten habe ich einen zweiten Ironman im Jahr 2017 absolviert, einen Monat nach dem ersten. Spontan und ungeplant. Ich wollte etwas wissen. Das ist zum Teil gelungen. Ob und was sich in meinem Inneren noch so hinrüttelt auf dem langen Weg auf den Mount Gaustatoppen – ich werde es hoffentlich erfahren. Bin ich masochistisch veranlagt, weil ich gerne streng zu mir bin? (Und leider allzu oft auch sehr nachgiebig). Bin ich einfach nur normal verrückt?

Wen es interessiert – von nun an werde ich den Blog recht klassisch führen – als Tagebuch. In diesem Faller dem meiner Vorbereitung. Also auch mal kleinere Dinge. Und die ganz großen. Wasserstände auf dem Weg auf den Gipfel. Equipment. Training. Rückschläge. Fortschritte.

Und: Das Team. Denn Norseman macht keiner allein.

Was das alles sein wird – von generellen Dingen rund um dieses Rennen bis zu anderen Erlebnissen – noch unklar, Anregungen sind willkommen. Erst mal danke fürs bis hierhin lesen.

T- 261 #n

 

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Alle Kommentare [4]

  1. Oh man. Ich werde mitlesen und jeden einzelnen Happen Information hier aufsaugen. Leider war ich nicht so glücklich bei der Lotterie… Daher muss ich es halt virtuell auskosten 🙂

  2. Hammer. Der Gipfel. Der Anstieg. Das Wasser. Die Nacht. Die Kälte … Hammer.
    Ich wünsche beste Vorbereitung und Gesundheit bis dahin und werde Dein Tagebuch hier verfolgen!

  3. Die Freude ist groß. Die meinerseits. Das du einen Slot ergattert hast, wo wir doch jedes Jahr so brav Daumen gedrückt haben.
    Und ich freu mich. Aufs Tagebuch. Das wird spannend.

  4. Danke! Es war nicht vergebens!!! Und ich werde alles tun, damit ihr es nicht bereut. 🙂