Heute morgen hat der Veranstalter des Hamburg Triathlon die Anmeldung eröffnet. Ich habe mich sofort angemeldet. Mittlerweile ist der Wettkampf, bei dem die Teilnehmer in der Alster schwimmen, an der Elbe radeln und um die Alster laufen recht beliebt, ich wollte sicher sein, diesen Wettkampf, der mich vor zwei Jahren dazu brachte, nun für einen Ironman zu trainieren, nicht zu verpassen. Er soll dieses Mal einfach nur Spaß machen. Ein schönes Wochenende in Hamburg mit schönem Essen und zwischendurch ein wenig Bewegung. Das Restaurant steht fest, das Hotel ist gebucht.
Ich melde mich immer schnell an. Nicht nachdenken. Anmelden. Ein Bekannter von mir hat sich schon einmal für einen Wettkampf der eher bizarren Sorte per iPhone auf der Toilette sitzend angemeldet. Ich bin also gewiss nicht der Absonderlichste.
Melden Sie sich an. Geiz ist meist stärker als der Schweinehund. Investiertes Geld zum Fenster raus werfen ist einfach nichts, was ein ökonomisch denkender Mensch gerne tut. Gebühren für das Fitnessstudio, das man dann doch nie nutzt, sind laufende Posten, wie Strom und Telefon. Ein Stichtag ist da anders. Er steht im Kalender. Man verpflichtet sich, gibt ein Bekenntnis ab zu einem Ziel. Das will man dann auch erreichen. Es ist dabei völlig egal, ob das Ziel fünf, zehn, 21 oder 42 Kilometer entfernt ist. Ich habe stets die Wettbewerbe ausgewählt, die mir machbar erschienen aber auch gleichzeitig mir Angst machen. Aber – einmal verpflichtet, will ich natürlich auch nicht blöd dastehen. Nicht so blöd wie auf diesem Bild:
Ich hatte noch Zeit, ein paar Faxen zu machen. Es war der erste Triathlon meines Lebens, ich wollte nur wissen, ob ich als inzwischen einigermaßen sattelfester Hobbyradler das mit dem Schwimmen davor und dem Laufen danach hinbekomme. Schwimmen kann ich noch aus Jugendzeiten, das mit dem Laufen musste halt irgendwie gehen. Aber ganz dusselig will man nicht erscheinen, also hatte ich vorher einige Male versucht, diese Distanz zu laufen. Ging da auch gut, beim Wettbewerb ging gar nichts. Die ersten Meter vom Rad runter waren, als wären Seile um meine Beine gebunden. Aber ich bin dann doch irgendwie angekommen in einer kleinen Gruppe von Läufern, die wie ich keine sichtbare Kraft mehr hatten. Und es war am Ende dann ein Heidenspaß. Die Menschen an der Straße jubeln zu, rufen die Namen der Läufer, die sie von den Startnummernschildern ablesen. Jeder Ruf ist hilfreich, den Zuschauern kann kein Amateur genug danken. Ich hatte mir vorgenommen, Spaß zu haben und das ist wohl das, was am meisten hilft, die Wochen des Trainings mit einem Erfolgserlebnis zu krönen: Spaß an dem Tag X haben, egal, was für ein Ergebnis herauskommt. Gewinnen tun eh andere. Aber jeder, der ankommt, gegen sich selbst.
Die Anmelde-Strategie verfolge ich von Beginn an, machbare Ziele, keine utopischen. Erst ein Radrennen über 60 Kilometer, dann eines über 105, dann – mit Tränen der Rührung als ich durchs Ziel kam – eines über 155 Kilometer. Das sind die Momente, die entlohnen für die Arbeit. Und wenn Sie heute glauben, Sie schaffen keine 10 Kilometer am Stück zu laufen – dann melden Sie sich an für einen Volkslauf, machen einen dicken Strich im Kalender und Sie werden sehen – der Schweinehund ist übertölpelt, verdutzt und kleinlaut, denn damit hatte er nicht gerechnet.

