» 15.09.2012, 05:45

Berlin gezähmt

Europa verändert sein Gesicht: Der marktwirtschaftliche, wettbewerbsorientierte Ansatz deutscher und englischer Prägung ist zerstört.

Das Bundesverfassungsgericht ist gesprungen wie ein Löwe – aber gelandet sind die Richter als Bettvorleger. Kleinlaut mussten sie durchwinken, was Kanzlerin, Parlament und das politische Establishment fordern. Dafür darf man sie nicht schelten – den Druck hält keiner aus.

Ähnlich die Deutsche Bundesbank: Ihr Präsident Jens Weidmann wird noch große Auftritte hinlegen – aber über Geld- und Fiskalpolitik bestimmt zukünftig die Europäische Zentralbank (EZB) als oberstes Organ einer Art “Lateinische Währungsunion zulasten der deutschen Nation”. Weidmann, zum EZB-Filialleiter degradiert, wird zum tragischen Helden. Die EZB jedenfalls hat ihre Bundesbank-Seele verloren: Die Deutschen beaufsichtigen künftig nur noch den Baufortschritt des neuen EZB-Prachtgebäudes in Frankfurt.

Der Deutsche Bundestag wiederum garantiert für so monströse Beträge, dass den Deutschen selbst, wenn die Garantien fällig werden, nur noch die Portokasse bleibt. Mit Bundestag, Bundesbank und Bundesverfassungsgericht wurden drei zentrale politische Institutionen der Bundesrepublik Deutschland inhaltlich entleert und das Land politisch entkernt. Anstelle bewährter rechtlicher und wirtschaftlicher Institutionen treten fehlerhaft konstruierte europäische Einrichtungen, deren Wirken sich schon heute katastrophal auf das soziale und wirtschaftliche Leben auswirken. Alle wollen mehr Europa. Aber welches Europa dabei herauskommt, das ist bedrohlich und folgt einer ganz anderen Schablone: Die deutsche Dominanz in Wirtschaftsfragen, die auf Wettbewerbsprinzipien, Leistungsfähigkeit und globale Konkurrenzfähigkeit setzte, wurde in Europa marginalisiert, die Institutionen von den wirtschaftslaxen Südländern faktisch besetzt und nach ihren Vorstellungen umgestaltet. Großbritannien, lange Partner im liberalen Geist mit Blick auf das globale Geschehen, hat sich aus Kontinentaleuropa verabschiedet; Frankreichs sozialistischer Präsident hat nach dem Festfressen der Achse Berlin–Paris die Niederlage für das deutsch geprägte Wirtschaftsmodell in Europa organisiert.

Die neue europäische Normalität wird durch wachsende Staatsverschuldung geprägt, die von der Notenpresse auf Abruf befriedigt wird. Schon jetzt spart der Bundesfinanzminister in weiser Voraussicht nicht mehr – es gewinnt, wer dem Nachbarn am schnellsten in die Tasche greift. Das verschafft Europa einen kurzen, fiebrigen Aufschwung. Die deutsche Industrie kann sich freuen, dass ihre Exporte nach Europa vom Steuerzahler gesichert werden. Banken und Versicherungen müssen nicht länger bangen, ob ihre südeuropäischen Staatsanleihen platzen. Aber das italienische Geldmodell führt langfristig zu Stagnation, weil unabweisbare Reformen mit billigem Notenbankgeld vertuscht und verzögert werden. Die schon jetzt anspringende Inflation zeigt, wohin die monetäre Reise geht. Die Flucht führt in unproduktive Sachanlagen wie Gold, Oldtimer oder Immobilien. Die Aktie als Quasi-Sachwert erlebt eine Renaissance. Mittelständlern ist dieser Finanzierungsweg versperrt. Ihre Kreditnachfrage wird verdrängt durch die staatlich abgesicherten und mit hohen Renditen belohnten südeuropäischen Staatsanleihen. Der Mittelstand wird in Europa ohne das bisherige Geflecht der Institutionen schutz- und heimatlos: Entschieden wird in Brüssel und dort gewiss nicht zugunsten eines Unternehmens auf der Schwäbischen Alb. Deutschland verliert im globalen Standortwettbewerb. Lohnzurückhaltung und Sozialabbau nur bei deutschen Arbeitnehmern, damit diese den hohen Lebensstandard anderswo finanzieren – das wird in steigende Löhne umschlagen.

Die unmittelbaren Verlierer sind Sparer, deren Lebensversicherungen und Riester-Verträge durch die manipulierten Niedrigzinsen entwertet und inflationär massakriert werden. Die politische Enteignung, so jüngst Hans Magnus Enzensberger, “führt zu ihrem Pendant; der ökonomischen Enteignung”.

» 15.09.2012, 05:45

    308 Kommentare zu “Berlin gezähmt”


  1. Michael Klingseis sagt:

    Berlin gezähmt, die falsche Fährte
    Die global player im Finanzsystem schnappen sich
    die der westlichen Welt zugänglichen Rohstoffe.
    Da kann man von einem einigen Europa träumen
    soviel man will, es wird ausgepresst wie eine Zitrone.
    Die kleinen europäischen Zitronenauspresser werden
    sich weiterhin streiten: über den Trester.

  2. Michael Klingseis sagt:

    Mich wundert die Jammerei des Herrn Tichy
    Er hat in der Vergangenheit alles gejammert
    um diese Institutionen zu schwächen.
    Jezt sind sie schwach, jetzt jammert er schon wieder.

  3. Klaus F. sagt:

    sorry – BCG

  4. Klaus F. sagt:

    Griechenland fehlt doppelt so viel Geld wie bislang angenommen. So eine Überraschung, wo sie auf einem so guten Weg sind…

    http://www.news.de/politik/855350528/eurokrise-griechen-fehlt-mehr-geld-als-bislang-bekannt/1/

    Mit Rücksicht auf die US-Wahlen werden sicherlich keine kurzfristig konkreten Konsequenzen/Entscheidungen getroffen. Erst danach dürfte der GREXIT (wieder) auf der Tagesordnung stehen.

    @Gregor
    Ein Schuldenschnitt(Haircut) ist unausweichlich. Darin stimme ich mit dir und der BCC überein. Jedoch werden 10-15% mittel- bis langfristig nicht ausreichend sein. Wenn der Druck in einem Kessel ständig erhöht wird, gewinnt man mit einen einmaligen Druckablassen von 10-15% zwar etwas Zeit, aber der kritische Punkt wird recht zügig wieder erreicht sein.

    Ein Schuldenschnitt ist gleichbedeutend mit einem Vermögensschnitt. Denn ein Schuldenschnitt bedeutet ja nichts anderes, als dass Schulden erlassen werden – also ein Forderungsverzicht – und somit Vermögensverlust.

    Wenn nun die reichsten 10% über die Hälfte des gesamten Geldvermögens besitzen, während die untere Hälfte, also 50% der Gesamtbevölkerung, weniger als 1% besitzen, ist es ein rein mathematischer Fakt, wo ein Schuldenschnitt(Vermögensschnitt) auch nur eine entscheidende Wirkung erzielen kann.

    Die einzige Wahl die wir haben liegt lediglich darin, ob der Schuldenschnitt(Vermögensschnitt) durch einen gesellschaftlichen Konsens über staatliche Regelungen geordnet und somit quasi freiwillig erfolgt, oder wenig später durch unkontrollierbare Ereignisse letztlich erzwungen wird. Im letzteren Fall wird ein Beharren auf das Eigentumsrecht keine Rolle mehr spielen.

    Die Frage des Schuldenschnitts steht auf Grund exorbitanter Verschuldung in Kürze bei nahezu allen Staaten(Gesellschaften) an. Ein Abwandern der Reichen, oder auch nur das Drohen darauf, wird sich für sie daher sehr schnell als unwirksam erweisen.

  5. "Immer an der Wand lang" sagt:

    Tja Zamir, – vielleicht siehst Du aber auch ein ganz anderes Spiel als ich…. Während bei Dir Endspiel ist, bereite ich mich auf eine neue Qualifikation vor: aus meiner Tiefbohrung kommen 12.000 l/h Wasser! “Faszinierend”, wie Menschen systematisch ihren eigenen Pferch gestalten…. tut mir in der Seele weh!

  6. Zamir Zebulovic sagt:

    Es ist doch schon alles abgeschrieben,
    hast Du das IMMER noch nicht bergiffen?

  7. "Immer an der Wand lang" sagt:

    Keine Antwort, ist auch eine Antwort, nicht nur Sie, Herr Neumann, – auch die Schafe, die sagen nicht mal “Mäh”…. “es trifft ja die Anderen!”

  8. Zamir Zebulovic sagt:

    @ all,

    wollte Euch ja nicht eurer illusionen berauben,
    zum wochenende hin, aber wir sind alle auf
    ebene vier und möchten die vor uns
    etablierten ebenen so hindrehen, ob
    theoretisch ode praktisch, dass am ende
    eine freiheit-gleichheit und evtl. auch noch
    gerechtere verteilung zustande kommt.

    Die erste ebene, die ich in meinem kommentar
    von soeben beschrieben habe, ist soviel
    besser ausgestattet mit allem was es an
    modernster technik gibt, alleine da befinden
    wir uns totalim hintertreffen.

    Nicht zu vergessen, die schon oft erwähnte
    macht-vermögen-gesetz und gewalt-Formel,
    die festinstalliert, wie ein sicherheitssystem,
    alle vorgehensweisen auf dieser
    ersten ebene absichert und verfestigt.

    Tja, es sieht nicht nur so aus wie eine
    diktatur, es ist auch eine, die diktatur,
    des grosskapitals, der vermögensmilliardäre,
    der mächtigsten dieser erde, des einen,
    kleinen klüngels, der veränderungen seiner
    in vielen jahrzehnten gewachsenen strukturen
    nicht zulassen wird.

    Die auf der dritten ebene agierenden
    politverwirrten können wir somit getrost
    völlig aus dem spiele nehmen, sie werden
    dirigiert und schulden ihren obersten herren
    absoluten gehorsam und gefolgschaft.

    Aus dieser sicht sieht alle realität etwas
    anders, aber fokussierter aus und
    berfreit uns von allen bis hierher gehegten
    hoffnungen und illusionen, es tut mir sehr
    leid, dass ich EUCH diese einsichten
    nocheinmal gewährt habe, trotzdem
    finde ich es besser aufgeklärt zu sein,
    als ewig einem märchen nachzuhängen.

    Schönen Gruss von einer Politik ohne Macht, Zamir

  9. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Greg, Eyss, Ghost, karel, Pampa, Magic,
    randnotiz, Immer, nasowas, Römer, dtesch,
    Klaus F. und wen gibt es noch hier:

    Alles schön und gut, sämtliche beobachtungen,
    analysen und wirtschaftswissenschaftlichen,
    oder auch rein mathematischen modelle,
    euro-versuchsreihen und methoden,
    inklusive sämtliche studien und restversuche,
    alle mischungen enthalten doch immer wieder
    einen alles entscheidenden faktor, den niemand
    ausser einem menschen und einem kleinen
    grüppchen mit-einklakuliert haben.

    Sie gehen alle von der voraussetzung der einhaltung
    von bestehenden gesetzesmässigkeiten, regeln,
    richtlinien und getroffenen vereinbarungen aus;
    einhaltung von vertragswerken kommt noch hinzu.

    Was glaubt Ihr denn, liebe anwesende,
    was die wenigen menschen auf dieser welt,
    die die allmacht an vermögen, einfluss-sphären und
    was sonst noch dazu gehört unter ihrer
    absoluten kontrolle haben, davon halten ?

    Somit sind all unsere wunschlisten und
    veränderungsträume mit nur einem einzigen
    atemzug zerplatzt und weg gewischt.

    Diese wenigen heroen, können, sollte es irgendetwas
    zu ihren ungunsten entschieden werden, oder irgendeine
    irritation auftreten, in windeseile alles so hindrehen
    und beeinflussen, von ganz oben und mit allen
    mächten dieser welt zu ihrem vorteile hantieren, dass
    wir unsere theorien und diskussionen vergessen dürfen.

    Solange diese verhältnisse sich in dieser “Schieflage”
    befinden, können wir getrost weiter unsere
    gute linsensuppe kochen und mit etwas maggi
    und essig würzen, am fleischtopf sitzen die
    soeben erwähnten grossmogule und führen
    regie nach ihrem gusto, jajaja.

    Man muss es halt nur wissen, woll.

    Schönen Gruss aus der Gutshof-Küche, Zamir

  10. "Immer an der Wand lang" sagt:

    ghost 13.32: “Ich sprach von Deutschland, nicht von Indien etc. Das sind ganz andere Typen von Gesellschaften,…”

    Na, bitte, dann von Deutschland – war sie denn in Dland immer gleich, die Veränderungsbereitschaft…? – denk´ zurück, – ab zb. ´45 …. und wie sie sich verändert hat… Erfolg macht träge….Meinst, wer mir meinen Namen gegeben hat? Hä?

    +

    das dürfte auch Zamir gefallen:… über Milliardäre, Hokuspokus und Scheitern als Methode

    http://www.welt.de/wirtschaft/article109387040/Der-Milliardaer-und-sein-Institut-fuer-geniale-Ideen.html

  11. "Immer an der Wand lang" sagt:

    21. September 2012 um 18:42

    “… dass es keine Lösung gibt, in der nicht der eine oder andere leiden wird. DAS ist eine der Wahrheiten, die wir leider akzeptieren müssen, auch wenn sie uns nicht gefällt.”

    “bekommen wir dafür dann wenigstens von Freitagabend bis Montagfrüh Freigang – Herr Neumann?” fragt eines aus der Schafherde.

  12. Ghost sagt:

    Gregor Neumann
    Nochmals Dank für die BC-Studie.
    Intuitiv bezweifele ich, dass dier hier sehr gut durchdachte und präsentierte Argumentenliste die Probleme mittelfristig lösen wird. Ich habe in letzter Zeit an so manchen Präsentationen von Ökonomen teilgenommen, die zwar auf den ersten Blick überzeugend wirken können, auch mathematisch begründet sind, aber ein Praktiker fragt sich: Die Staatsausgaben laufen weiter, man müsste sämtliche Sozialleistungen zurückdrehen, trotz haircut, wieder zum Beginn des 20.Jahrhunderts zurückkehren, Steuern signifikant erhöhen, um die Ausgaben minimal zu halten. Das ist natürlich nicht möglich, dann würde das ganze System auseinanderfliegen.

    Die BC-Studie hat interessante Seiten. Ich entnehme ihr unter anderem, dass der Lösungsprozess ein sehr langfristiges Unternehmen wird, und mit zunehmenden sozialen Spannungen begleitet sein könnte, für viele Individuen wird es verlorene Jahrzehnte geben. Japan macht uns ja vor, wie so etwas passieren kann. Nur wird die Version in Europa eine Schlimmere sein, weil die Verschuldung in Japan anderer Natur ist.

    Ein anderer Punkt, der der mir auffiel: “The banks are undercapitalized…Government may be forced to step in and recapitalize them”.
    Wie schön, die Banken bekämen Geld. Hier aber würde sich eine Schwäche der Bundesregierung melden: AM meidet fast phobisch das Thema der Bankenregulierung/Kontrolle. Bisher ist auf diesem Gebiet nicht viel getan worden, statt dessen geht es um Themen wie die Frauenquote.

  13. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    die freitachabende habens in sich.

    Du musst auch nicht in die weite welt hinaus,
    alles was Du und ich brauchen finden wir hier
    bei uns zuhaus in germania, soo isses, gelle.

    Pampa legt noch eine alte schallplatte von den
    68iger auf und wir praktizieren die freie liebe
    über cyberspace, da wackeln die wlan-drähte
    bir zur vollkommenen erchöpfung.

    Ich gebe noch die hotdogmail von einem
    exquisiten orthopäden-lümmel durch und
    wir holen gemeisam noch’n fass
    schneiderei-weisse hinter der vorderen
    kellertreppe hervor, gemütlich wird es
    dann bis zum ersten hahnenschrei, woll.

    Schönen Gruss von der Gaudi des ersten Anstiches, Zamir

  14. Eysel sagt:

    @ Pampus
    Den Apfel-Gedanken hatte ich auch schon ein paarmal.
    Aber du weißt ja wie es ist:
    Exponentialfunktionen – auch als Börsenkurse – laufen ins Unendliche ;-)
    Ansonsten hast du ganz richtig bemerkt, die Windmacher haben sich als „Anstrich“ nen i geklaut. Gut geklaut ist auch schon was ;-)

    Ausserdem muss ich jetzt wiedermal “kneiffffen”.
    Ein alter Freund ist in ein paar Minuten da.
    Muss den Schweinsbraten und die Alllololikka bereitstellen ;-)

  15. Eysel sagt:

    @ Zamirowitsch du alter Schamane vom Berge Delphi
    du hast wiedermal zu viel Erdgas aus der Spalte geatmet,
    darüber das Fallen der Ziegengebeine wieder einmal völlig richtig gedeutet.
    Nur verstanden hats wiedermal keiner.
    Wenigstens nicht richtig.
    Aber du hast gesprochen. Thats it. Hugh ;-)

  16. Pampa sagt:

    … ähm iDrive, hoffentlich kriegen sie da nicht Ärger mit Rechtsabteilung von Apfel, wie Samsung und wie uncool. Wie war das Motto doch gleich, Vorsprung durch Technik oder Rechtsabteilung?

    Ich würde mir das mal etwas genauer überlegen, was ich da an Marken-Hype betreibe, das kann auch zusammen fallen wie ein nasser Sack oder explodieren, wie ein heißer Luft-Ballon.

    Ich darf ja nicht mehr, aber bei der Markt-Kapitalisierung von Apple würde es mich schon jucken … Du weißt was ich meine, Manuel Asensio …

    … hm, ob die in fünf Jahren noch teurer sind als Nestle oder Coke zum Beispiel, wage ich zu bezweifeln.

    What goes up, must come down, kennst Du ja vom Sex her, alles was steht wird umgemäht, aber schicke Retro-Geräte, okay, okay … ;-)

    Gruß
    Pampa

    Das war aber jetzt bitte wirklich nur Spaß, Du hältst das aus.

  17. Eysel sagt:

    @ Pampus
    sei nicht zu garschtig zu KlausiBausi ;-)

    Nein, das iphone5 kauf ich nicht ;-)

    Neeee,
    ich kauf nur was wo nen Torsen-Differential drin ist.
    Und Wind kann ich mit den Zwiebelringen selbst machen ;-)
    Du mit deim Propeller!!!
    Haste dir wenigstens den neuen 3er Touring schon bestellt.
    Der soll ja halbwegs konkurrenzfähig sein ;-)

  18. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eysel,

    wusste ich es doch, dass Du dich irgendwann
    an die zamirsche Lehre heimlich heranpirschen wirst.

    Wie und wann ist dabei völlich egal, Du kannst
    es garnicht verhindern, Deine gemütvolle
    intelligenz wird davon in den innersten bereichen
    angerührt, erfasst und übernimmt sozusagen die
    komplette steuerung, dies ist der augenblick
    der vollkommenen wahrheit und Du kannst
    nicht mehr anders, als vor ehrfurcht zu erschaudern.

    Je mehr Du dich dagegen wehren solltest,
    um so mehr wird dieser innere sog Dich erfassen.

    Eine jahrzehnte alte last wird von dir abfallen
    und keine noch so schlechte triebkraft wird
    Dir jemals wieder etwas anhaben können.

    Schönen Gruss vom Fluss ohne Wiederkehr, Zamir

  19. Eysel sagt:

    Weißt du Zamir, was ich nicht verstehe?
    Wieso meine Lebensqualität,
    weil ich mich fachlich nicht GANZ hoffnungslos dilettantisch um
    die Absicherung/Vermehrung meiner paar Kröten kümmere, ANFEBLICH leiden soll. – Nachmittags hab ich – vor nem „Termin“ – im Biergarten gesessen, ne (leichte) Weisse gezischt, in die Sonne geblinzelt, Kindern und Hunden beim Spielen zugeschaut, und der Liebe Gott war ein guter Mann. -
    Was mach ich nur falsch?
    Hätt ich etwa mit Geiffer vorm Mund Bloomberg studieren müssen
    um deinem Klischee zu genügen?
    Wieso schließt ein wenig Beschäftigung mit Anlage-Knoff-Hoff deiner Meinung nach Lebensqualität aus? –
    Das will mir ums Verrecken nicht in die Birne?
    ;-)

  20. Pampa sagt:

    @Eysel
    Bei dem Grüner dachte ich mir auch mehrfach, ja genau! Bei anderen Dingen eher weniger, also dem ganzen Charttechnik-Zeugs, da kann ich auch den Affen vor der Mauer mit der Münze fragen, ähm oder Klaus … aber ich will ihn ja nicht noch mehr ärgern. :-)

    Doch, doch, Du hast schon Recht, manchmal muss man einfach etwas übertrieben hinlagen. Was vom iPad? Du kaufst auch alles, wo ein Apfel und ein i davor steht. Nur bei Autos, warum fährst Du eigentlich so eine Altherrenmarke wie Audi, weil ein i dahinter steht. Kauf Dir halt mal ein ordentliches Auto, einen BMW zum Beispiel. ;-)

    Schon gut, ich kann es zum Teil einfach nicht lassen …

    Gruß
    Pampa

    Na, Morgen im Schottenhamel?

  21. Gregor Neumann sagt:

    @Eysel:
    “Sogar offensichtlich bedenkenlos bereit bist, der Dummheit der bisher verlautbarten Argumentation/Vorgehensweise zuliebe einen wesentlichen Grundpfeiler jeder freiheitlichen Gesellschaftsordnung (Eigentumsrecht) zur Disposition zu stellen.”

    Du meinst, die Boston Consulting Group sollte als Finanz-Extremist gebrandmarkt werden? :-)

    Erstens stimmt “bedenkenlos” weder bei mir noch bei der BCG. Zweitens bin ich – wie geschrieben – ein Fan des Schwedischen Modells. Ich glaube aber, dass ich mich hier auf einer Minderheitenpositoin befinde. Die Deutungshoheit haben derzeit die Reflationisten, die es aber in vier Jahren nicht geschafft haben, eines ihrer Ziele zu erreichen. Und ich glaube, dass sich als nächstes das Camp der Vermögensabgabe durchsetzen wird.

    Die intensive Beschäftigung mit einem Thema verlangt, dass man in der Lage ist, die Argumente der Gegenseite korrekt wiedergeben zu können. Das habe ich getan, weil die Haircut-Debatte genau in die Richtung führt. Nur dass eben nicht zwischen konkreten Verträgen unterschieden wird.

    Möchtest Du jetzt über das Schwedische Modell sprechen? Oder Dich lieber noch ein wenig darüber aufregen, dass es keine Lösung gibt, in der nicht der eine oder andere leiden wird. DAS ist eine der Wahrheiten, die wir leider akzeptieren müssen, auch wenn sie uns nicht gefällt.

  22. Eysel sagt:

    @ Pampus … nur kurz vom pad zwischendurch
    Auch wenn der Grüner vermutlich übertreibt, tendenziell ist das mindestens nicht falsch. Und deine Frage beantwortet er auch ;-)
    Aber was sind DAS schon für abartige Spinnereien!
    Verglichen mit Schaman Zebulowitschs ewigen Weisheiten ;-)

  23. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    also danke, danke, der gute TG ist ja kein
    unbeschriebenes blatt in der szene, aber
    mit ist er etwas zu spitzfindig.

    Dann höre ich mir schon lieber den FC Bayern-Uli
    oder Max Otte an, da habe ich noch
    nebenbei meinen zeck (Spass) und bin
    am ende der sendung genauso schlau drauf.

    Du hast ja gehört, was der liebe Immer gerade
    schrieb über das sakkabörg-jüngelchen,
    Du musst vom gelde nicht viel verstehen und
    kannst doch Deine flocken machen, so ganz
    nebenbei.

    Es gab mal eine zeit, vor unserer zeit, da wurde die
    qualität des lebens nicht von börsenkursen und
    solchem hokuspokus abgängig gemacht, jaja.

    Schönen Gruss aus der Reh-Torte, Zamir

  24. Pampa sagt:

    Preisfrage: Welches KGV hat beim derzeitigen Bund-Future eine Bundesanleihe?

    Es geht eben um Alternativen zur sicheren Enteignung durch den Staat.

    Gruß
    Pampa

  25. Eysel sagt:

    Zamir,
    ich glaub, du brauchst jetzt nen kleinen Adrenalinschub:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/thomas-gruener-im-interview-der-dax-kann-sich-sogar-vervierfachen/7163524.html
    PS:
    Nicht, dass ich Alles was da steht zu 100% ernst nehme,
    aber immerhin …

  26. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    wenn nun alles nicht mehr fruchtet, dann könnten
    wir uns mal im den näxxten tagen treffen und
    einige folgen aus:

    – Auf und davon,
    – Die Auswanderer, oder
    – Mein neues Leben XXL

    ankucken.

    BER arbeitet erst im november wieder voll, also
    ich könnte mich freimachen und wir verkörpern
    doch eine intelligente lebensform, die so leicht
    nixx aus den latschen haut, odda?

    Und wenn Du gaanz schlau gewesen bist,
    dann hast Du dein neues häuschen nach
    dem legobaukasten-System gebaut,
    wenn Du weisst was ich meine?

    Wir sind doch schon als kämpfer geboren …

    Schönen Gruss aus Australien-Ozeanien, Zamir

  27. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eysel, Eysel,

    seit mehr als vier jahren erkläre ich Dir,
    dass die fahrt, mit dieser crew nur in völlig
    unbekannte, wilde gewässer gehen wird
    und dazu noch mit schlechtester ausrüstung.

    Und nun plötzlich flattern Dir ausser dem
    beinkleid auch noch die nervenzusammenhalter.

    Du hattest doch nun vier jahre, also genügend zeit,
    um Deine habe in sicherheit zu bringen, dies
    sollte doch für einen guten planer und vorausschauer,
    wie ich ihn in Dir vermute gereicht haben.

    Nun kannst Du doch Greg nicht für Deine
    nicht getane vorsorge, bzw. versäumnisse
    verantwortlich machen.
    Wo soll denn das letztendlich hinausgehen?

    Greg, bespricht modelle, legt vorschläge in
    die diskussionsmitte und versucht uns
    allen mit hinweisen und ratschlägen einiges
    näher und im detail zu erläutern, mehr nicht;
    ist Dir das denn bereits aufgefallen.

    Nun ihm aber auf eine solch dreiste art und weise,
    auch noch vorwürfe zu machen, ist gelinde gesagt:
    Hochalbern.

    Ich sage es doch schon seit geraumer zeit voraus,
    dass das bömbchen platzen wird und solange
    kann es nun nicht mehr dauern, nun spute Dich
    und packe das meissner porzellan in die
    vorbereiteren kartons.

    Über den untergang des euro gibt es auch seit
    der geburt des euro, hunderte von schriftstellerischen
    machwerken jeder coleur, aber das ist eine andere
    geschichte.

    Schönen Gruss von der Umzug-Logistik-Spedition, Zamir

  28. Eysel sagt:

    Weißt du Greg,
    erst maneuvriert eine naiv-zauderliche und wider alle Erfahrung nachgewiesenen levantinischen Betrügern bodenloses Vertrauen entgegenbringende Regierung uns (D.) in eine Scheiß-Bürgen-Situation. Dann wird SO über die Lösung nachgedacht, als wäre die heutige Situation von Anfang an „gottgegeben“. Als wäre es völlig alternativlos gewesen, dass die heutige Situation überhaupt entsteht.
    Man die Situation nun über Haircut oder Infla die bereinigen müsse.
    Das ist der Skandal den du bagatellisierst.
    Sogar offensichtlich bedenkenlos bereit bist, der Dummheit der bisher verlautbarten Argumentation/Vorgehensweise zuliebe einen wesentlichen Grundpfeiler jeder freiheitlichen Gesellschaftsordnung (Eigentumsrecht) zur Disposition zu stellen.
    Das ist der Skandal den du bagatellisierst, indem du – die rechtssystematischen Konsequenzen KOMPLETT außer Betrachtung lassend – lediglich die restlichen „volkswirtschaftlichen Möglichkeiten“ versuchst zu diskutieren, WEDER aber die Ursachen der heutigen Situation NOCH die dramatischen rechtssystematischen Konsequenzen.
    Begriffe wie „Konfiskation“ scheinen deinem Verständnis nach kein Problem darzustellen, gar zu einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat zu gehören.
    Ganz stillschweigend selbstverständlich
    gehst du wohl DAVON AUS, dass alleine das Vorhandensein einer bestimmten ungleichen Vermögensverteilung hinreichender Grund ist zu enteigenen. (Mein Ursprungsthema)
    Vermeidest dich windend, mit Nachrangigem ablenkend, das Gespräch darüber. DAS ist das Problem, das ich mit der nicht ungern herausgestellten gewissen „selbstherrlichen Expertise“ des angeblichen Profis habe, der nichtenmal zusammenzuckt
    wenn mal schnell das GG geändert werden muss,
    um das angeblich „volkswirtschaftlich Notwendige“ tun zu können.

  29. Pampa sagt:

    @Greg
    Das wird so definitiv nicht kommen, Du stellst Dir das auf Makro-Ebene meines Erachtens etwas sehr blauäugig vor. Das sagte ich ja schon mal, dann ziehen alle Vehikel auf Selctive Default mit entsprechenden Konsequenzen in den Vertragsbedingungen bei zum Beispiel Conduits, aber auch Anleihen etc..

    Das ist kapitaler Nonsens. Ich würde mal nicht an jede Studie glauben, die sich irgendwer aus den Fingern saugte.

    Was eher kommen wird ist ein Spardiktat an alle Staaten. Außerdem wird ja ohnehin schon über negative Realzinsen entschuldet.

    Das traut sich vielleicht keiner zu sagen, aber wer gespart hat ist der Dumme und was besteuert werden kann, wird besteuert. Immobilien laufen nicht weg, digitales Kapital schon. Der reichste Franzose wird übrigens angeblich Belgier, sorry, habe jetzt keinen Link.

    Mir stellt sich eher die Frage, wie lange das D noch innenpolitisch aushält.

    Gruß
    Pampa

  30. Gregor Neumann sagt:

    @Eysel:
    “Zu welchem Ergebnis BCG kommt sagst zu nicht.
    (der link wäre wohl das Mindeste)”

    War alles schon in meinem Beitrag vor drei Tagen. Ich zitiere mal:

    “Gregor Neumann sagt:
    18. September 2012 um 10:11

    @Ghost:
    “Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dem Ganzen den Anstrich einer Lösung zu geben: total haircut oder Inflation.”

    Das sind, wie rty auch schreibt, die beiden Extrempunkte einer Lösung. Entweder reduzieren wir die Schuldenmenge oder wir passen den Geldwert der Geldmenge an.

    Zwischen Skylla und Charybdis gibt es aber jede Menge Wege. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nach der Bundestagswahl darüber diskutieren werden.

    Die ZBs versuchen verzweifelt, Inflation zu erzeugen, schaffen es aber nur, das Deleveraging zu moderieren. Viel mehr kann man nicht erwarten, weil die Zentralbanken nur wenige Instrumente besitzen.

    Ich schätze, die Diskussion wird sich in die Richtung bewegen, die die Boston Consulting Group skizziert hat: Eine einmalige Vermögensabgabe, die sich nach dem Verschuldungsgrad der Länder richtet. Plus eine Solidarabgabe der reichen Länder, die im Gegenzug das Budgetrecht der kleineren Staaten einschränken werden.

    http://www.bcg.com/documents/file87307.pdf

    Für Deutschland bedeutet das nach Berechnungen der BCG eine einmalige Steuer von 11 bis 15 Prozent auf Vermögen. Das alles funktioniert nur mit einer Grundgesetzänderung und die gibt es nur in einer großen Koalition. Deshalb wird es meiner Meinung nach erst nach der Wahl diskutiert werden.

    Warum nur 15 Prozent und keinen kompletten Haircut? Weil es weder notwendig noch praktisch ist, alle Schulden zu streichen. Wir müssen nur den Überhang an Schulden abbauen, die nicht zurückgezahlt und nicht bedient werden können.”

  31. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa um 12:45 Uhr,

    meine vollste zustimmung, klare rede-klarer sinn.

    Wir müssen uns noch immer von unserer
    schlimmen vergangenheit “freikaufen”,
    reparationen leisten, wobei solches
    leid eigentlich niemals zu beziffern sein wird,
    dies ist doch der totale widerspruch.

    Also könnten wir es doch mal ganz seriös,
    wie Du es umschreibst probieren und die
    karre anschieben, warum denn nicht?

    Was mich bedrückt ist die frage, wieviel zeit
    bleibt uns noch, eine rettungsaktion sinnvoll
    durchführen zu können ?

    Mit einer gesamtkosten-übernahme für
    notleidende europäer kann es alleine
    nicht getan sein?

    Schönen Gruss aus der Dorfschmiede, Zamir

  32. Ghost sagt:

    Immer an…..
    Ich sprach von Deutschland, nicht von Indien etc. Das sind ganz andere Typen von Gesellschaften, autoritär-dirigistisch regiert wie China, in Indien herrscht noch ein archaisches Kastensystem, das die Gesellschaft tief und radikal spaltet……………

  33. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Immer,

    “Was nutzt es jetzt Schuldige zu suchen,”
    entschuldige bitte, diesen käse höre ich
    von meinem chef auch immer dann,
    wenn etwas schief geht, was nur soo
    schiefgehen konnte.

    Das ist nicht zu fassen, es gibt menschen,
    denen solche worte am monatsende
    auch noch hochbezahlt werden.

    Nachdem wir nun wissen wie etwas nicht funktioneirt und
    auch das gegenteil davon, sollten wir doch
    fachkräfte ran lassen und die hilfsarbeiter vom acker
    jagen.

    Nein, da bilden sich wieder neue klüngelgrüppchen
    und wendehälse um erstmal abzuwarten, was
    so ganz nebenbei mit abgegriffen werden kann.

    Wir werden noch solange ins allgemeine
    jammern einstimmen, bis es nixx mehr zu
    bejammern gibt und wir alle zu den
    aufräumarbeiten abkommandiert werden.

    Schönen Gruss vom Weltwisssen der Siebenjährigen, Zamir

  34. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eysel,

    immer wenn Deine “alten kriegsleiden” aufbrechen,
    dann machst Du dich aus dem staub.

    Nicht vergessen, einen schönen gruss
    an deine elitären versagertruppen mit
    zuüberbringen, sie können ihn gut gebrauchen,
    den Gruss und den Eyss, jaja.

    Schönen Grusss vom Verband der Augenärzte, Zamir

  35. "Immer an der Wand lang" sagt:

    “Es war übrigens die höchst effiziente Finanzwirtschaft, die die Finanzkrise ermöglicht hat.”

    Was nutzt es jetzt Schuldige zu suchen?… schuldig sind alle, sogar Die, die nichts ! getan haben, die müssen sich fragen lassen: “Warum habt ihr denn nichts getan?”

    PS: Warum wird denn die Finanzwirtschaft immer “ausserhalb” der Gesellschaft gesucht, ist sie nicht Teil des Ganzen?

    +

    Herr Neumann, das Gesetz der Effizienz gilt auch in Notsituationen, – bleiben Sie bei der “Anleihe” aus der Medizin: Der Körper schaltet reflexartig um, auf Notbetrieb. Sämtliche Sinnesorgane werden ausgeschaltet, nur die primär überlebensnotwendigen Organe werden funktional gehalten … Herz, Lunge, Gehirn… er fällt vorübergehend in einen stabilisierenden Ruhezustand (Ohnmacht).

    … Sie hingegen planen am sterbenskranken Patienten eine Operation am offenen Herzen, an dem Organ, das den Organismus mit Blut versorgt…. (mit Enteignung gehen Sie an die Substanz Dessen, der an Apparat trägt, privat, wie Unternehmer!)…steht die Herz-Lungenmaschine bereit? ist sie mit Strom versorgt?…”die alte BRD” wird uns nicht mehr helfen können, und andere gibt es keine…)

    … dem Beispiel der Natur folgend, wäre es richtig, auf “Notbetrieb” umzuschalten, alle Einrichtungen und Maßnahmen zu stoppen, die nicht überlebensnotwendig sind, damit die Grundstruktur (die Ordnung) aufrecht zu halten, die zum Überleben notwendig ist.

    … sagen Sie dies Ihren Kollegen, fragen Sie nach der Bereitschaft, sogar Deren eigenen Arbeitsplatz, Pensionen etc. in frage zu stellen…- Hohoho – “Glück auf!” würde karel sagen, an die ambulante Notfallversorgung….

    Andererseits bin ich am Überlegen, meine Aussage “…es könnte zu einem langen Leiden werden” zu revidieren und zu sagen: “durch die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen (Enteignung), wird das Leiden verkürzt, weil lebenswichtige Funktionen gekappt werden”…. dem Gesetz der Effizienz folgend: Was nicht aufzuhalten ist, muss beschleunigt werden…

  36. Pampa sagt:

    @Karel
    Das Parlament soll unsere Interessen vertreten, die gewählten Delegierten. Ich würde mal wetten, Du hättest 90% von denen noch nicht mal als Team-Leiter eingestellt.

    Die Legitimation aus der indirekten Demokratie bezieht sich ja schon auf die Qualifikation des angeheuerten, okay gewählten, Personals.

    Insofern greift mir das ein wenig zu kurz zu sagen, das wurde früher schon verbockt, da gibt es keinen Ausweg. Doch Karel, auch wenn wir ein rapide alterndes Volk mit all den einhergehenden Problemen gibt, wir sind nach wie vor eine der stärksten Wirtschaftsnationen der Welt mit unglaublich guten Unternehmen, Mitarbeitern und Produkten.

    Dieses Land könnte ganz anderes regiert werden und in Europa eine Führungsrolle einnehmen, wenn wir nicht immer so ein Problem mit dem Begriff der Führung hätten. Das muss ja nicht immer so negativ ablaufen wie unter dem menschenverachtenden “Führer”.

    Wir haben dieses Potenzial. Mir kommt das oft vor, als hätten wir Angst vor Führung und Europa wartet auf unsere Führung (im wirtschaftlichen Sinne).

    Wir müssen “ziehen”, wer denn sonst? Und dazu müsste man imho mal klare Kante beziehen, nicht immer so herum lavieren, wie das unter Merkel geschieht.

    Mir erscheint das oftmals so blutleer, so emotions- und richtungslos, so beliebig … eben kraft- und ziellos.

    Jetzt komm, zieh, auf gehts, da wollen wir hin … muss man irgendwann auch mal vermitteln. An dieser Rolle kommen wir als größtes Land in Europa nicht vorbei und das müssen wir auch mal rüber bringen.

    Natürlich haben wir ein Problem, den Nationalsozialismus in unserer Geschichte. Aber das muss doch irgendwann mal vergeben sein, vergessen wird es nie sein. Es lebt ja noch kaum einer mehr, der damit etwas zu tun hatte, auch wenn das halbe Volk damals in den Bann des Wahnsinns verstrickt war. Unsere Ahnen litten doch ebenso unter dem Wahnsinn, unsere Kinder damals, Du wie meine Mutter und mein Vater, alle meine Großeltern. Aber das ist einfach Geschichte, die heutige Realität sieht anders aus.

    Denke ich.

    Gruß
    Pampa

  37. Eysel sagt:

    Macht keinen Quatsch in der Zwischenzeit, erzählt keinen Mist.
    Bin jetzt für ne Weile offline …
    ;-) ;-) ;-)

  38. Eysel sagt:

    Ergänzung zu 12:35
    „„Schmerzstillung“ ist ja ne prima Sache.
Wenn allerdings vergessen wird,
dass Schmerz eine ausgesprochen sinnvolle Warnfunktion hat,
selbst schon der geringste Schmerz geradezu verschwenderisch mit „Schmerzmitteln“ (Geld) weggeschwurbelt wird,dann kommt es letztlich zur Sucht. Zur immer weiter gehenden „Dossiserhöhung“, schließlich zu Abhängigkeit.“
    Anzumerken ist hier noch eine weitere Parallele:
    Süchtige sind HÖCHST kreativ im Erfinden von Erklärungen, Ausreden,
    Begründungen, Rechtfertigungen selbst Rechtsbeugungen … hallo Greg.

  39. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eysel um 12:07 Uhr,

    haste nun völlich den überblick versenkt?

    Wo liest Du denn da eine nazikeule,
    dies scheint Dein eigenblödlerisches trauma
    zu sein, das Du nicht mehr aus der rübe
    herausbekommen kannst, odda?

    Du solltest wirklich erstmal richtig durchlesen,
    dann sortieren und gegebenenfalls auch mal
    die tasten ruhen lassen, wenn Dir nixx einfällt,
    eine schande solche niedertracht.

    Wo ist denn Dein beweis?,
    schreibe es doch, Du findest nixx,
    womit Du punkten könntest.

    Schönen Gruss von der Buchstabensuppe für Bedürftige, Zamir

  40. Eysel sagt:

    @ karel,
    OK, wenn „der Gerichtsvollzieher“ nur ein Stilmittel war.
    Einverstanden auch mit der „Grundsteinlegung“.
    Und absolut ja, in vielen Fällen hilft – leider – nur Zwang.
    Oder der „Schmerz im Portemonnaie“.
    „Schmerzstillung“ ist ja ne prima Sache.
    Wenn allerdings vergessen wird,
    dass Schmerz eine ausgesprochen sinnvolle Warnfunktion hat,
    selbst schon der geringste Schmerz geradezu verschwenderisch mit „Schmerzmitteln“ (Geld) weggeschwurbelt wird,dann kommt es letztlich zur Sucht. Zur immer weiter gehenden „Dossiserhöhung“, schließlich zu Abhängigkeit.
    Haben wir doch längst.
    Und schließlich wird gestohlen, gewaltsam enteignet, selbst Elementares, Lebensnotwendiges wird der Sucht geopfert.
    Ob nun zuerst Omas Portemonnaie gestohlen wird,
    dann das Navi/Handy bei Fremden,
    schließlich Haus und Hof „verspielt“ werden,
    oder ob die Schaffenskraft/Kapitalbasis eines ganzen Landes(durch Enteignung), das macht grundsätzlich keinen Unterschied.
    PS:
    In Sachen Penetranz
    kannste dich getrost mal bitte hinter mir anstellen ;-) ;-)

  41. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Greg,

    “Es war übrigens die höchst effiziente Finanzwirtschaft,
    die die Finanzkrise ermöglicht hat.”

    Solche wortspielereien, oder ist das Dein voller ernst?

    Solche wortspielereien gefallen mir ausserordentlich gut,
    helfen sie doch mit, die “wahren finanzgenies”
    und systemvergurker an den pranger zu stellen.

    Wenn die politik die hosen voll hat und sich nicht
    an die vagabunden des finanzmarkt-kapitalismus
    heranwagt um sie endlich zur strecke zu bringen,
    dann wird die höllenfahrt immer weiter gehen bis
    zum kollaps.

    Soll doch keiner erzählen, diese erkenntnisse
    wären ganz neu, es fehlt der mut und das
    entsprechende umsetzungsvermögen,
    offensichtlich auch das geeignete
    wach- und schliesspersonal.

    Schönen Gruss aus dem Wartesaal der Habgierigen, Zamir

  42. Eysel sagt:

    Blödsinn Zamir 11:56,
    kein Land war jemals erfolgreich im Wettbewerb
    das NICHT einer „Leitidee“ folgte.
    Was dadurch NICHT grundlegend entkräftet wird,
    dass auch „falsche“ Leitideen installiert wurden,
    zu wenig wünschenswerte Folgen führten.
    Deine dumme Nazikeule wieder. Haste nix Besseres?

  43. karel sagt:

    Eysel 10:17
    Der “Gerichtsvollzieher”, nur ein Stilmiittel.
    Vergleichbar mit einem “Vollstrecker” per Notverordnungen. :-(
    Die Herren Alex Möller und Karl Schiller wußten damals schon
    um den Weg von der politischen Enteignung zur ökonomischen Enteignung.
    Sie traten zurück.
    Dann betrag die “Ahnungslosigkeit” die politische Bühne.
    Selbst der damalige BuPräs. Heinemann warnte vor den Folgen.
    Nicht nur der, auch ein Graf Lambsdorff und viele Andere.
    Heute ist das Desaster allseits zu besichtigen.
    Aber nicht die Etikette der Verantwortlichen.
    Eysel, ich wirke da manchmal penetrant. Wohl wahr.
    Und dennoch ändert es nichts an der “Grundsteinlegung”
    zum heutigen Fiasko.
    Wenn heute Führungslosigkeit bemängelt wird:
    dann bin ich schon geneigt zu sagen:
    lieber optische Führungslosigkeit als reale Ahnungslosigkeit.

    Diese Floskel der “Königsdisziplin der Parlamente” wird medial ja gern genutzt.
    Dies habe ich als Anker benutzt, einfach mal in Erwägung zu ziehen,
    bei Verstößen die Parlamente aufzulösen. Also Zwang zu Neuwahlen.
    Druck verhilft manchmal zum Denken.
    Viel hilfreicher, sehe ich, an der Quelle direkt den Hebel anzusetzen für eine
    vernunftgesteuerte Haushaltspolitik: nämlich beim Finanzminister.
    Siehe Alex Möller, siehe Karl Schiller.
    Die moralische Funktion ist verlorengegangen.
    Deshalb wäre als Ersatz hier eine gesetzliche “Funktion” wünschenswert,.

    So meine Sichtweise.

    Gruß
    karel

  44. Eysel sagt:

    @ Greg
    Adenauer lebte in einem recht anderen Deutschland.
    Denken darf man Alles.
    Zu welchem Ergebnis BCG kommt sagst zu nicht.
    (der link wäre wohl das Mindeste)
    Rechtfertigt „die Traditon eines Gedankens“
    oder „traditionelle, fast institutionalisierte Notlage“
    - selbst jenseits einer möglicherweise vorübergehenden „Erleichterung“- das Verlassen des konstitutionellen Gebots des Rechtes auf, Schutzes von Eigentum???

    Auf was gründet sich deine Global-Behauptung (!),
    dass die Debatte NICHT neidgetrieben ist?
    Ist Neid etwa „menschenfern“ etwa NUR eine „exotische“ menschliche Eigenschaft? Etwa NICHT sogar SO wichtig als menscjhlicher Antrieb, etwa KEIN so grundlegend „menschliches Element“,
    dass Neid schon im Dekalog sogar ZWEIMAL angesprochen wird?
    Gar 20 dominierende Prozent des Dekalogs ausmacht?
    (bezogen auf Weib, als auch auf Hab und Gut)

    „Es gibt viele andere Ideen. Nichts ist alternativlos. Nur führen viele Ideen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Konsequenzen, die keiner von uns verantworten möchte.“
    Die überaus hochdramatische Konsequenz „Bruch des Prinzips Recht auf Eigentum“ sprach ich schon oben an.
    Woher nimmst du – ohne offensichtlich zu erkennen welch tief greifende Konsequenz Enteignung hat – die Kühnheit zu behaupten, dass „viele Ideen mit einer hohen Wahrsceinlichkeit zu Konsequenzen“ führen „die keiner von uns verantworten möchte“?
    Und das erstens offensichtlich OHNE die Nachteile „deiner“ Methodik zu erkennen und zweitens andere Methodiken (samzt) Konsequenz überhaupt zu diskutieren?
    Zumindest ÄUSSERST „kühn“,
    wenn nicht sogar … ZIEMLICH tendeziös einäugig.

  45. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eysel um 11:12 Uhr,

    purer wahnsinn “das volk mitzunehmen,” ein bergiff,
    den ich abgöttisch liebe, weil es sowas niemals
    gegeben hat und auch nie geben wird.

    Immer gerne genommen, wenn polithandpüppchen
    nicht weiterkommen und im eigenen tiefen
    sumpf stecken geblieben sind.

    “Das Volk mitnehmen”
    “Darüber lasse ich mit mir reden”
    “Wir haben viel Geld in die Hand genommen”

    Herrliche platzpatronen und so kleingeistig
    und beschaulich, wie das gesamte hühnerhaufen-
    ensemble mit seinem geschnattere.

    Man kann nur lernen wie eine truppe von hilfsschülern,
    einst blühende wirtschaftsgebilde, ohne not
    in den abgrund führen und sich dann auch noch
    selbst loben und belohnen möchten, wie kann
    das ein normaler mensch, der jeden tag seiner
    arbeit nachgeht und brav seine steuern zahlt,
    im koppe aushalten ?

    Wieviele von diesen traumtänzerInnen am ende
    auch noch mitdurchgefüttert werden müssen,
    trotz nachgewiesener minderleistung ist
    geradewegs ein öffentlicher skandal.

    “Es klappert die europäische Mühle am
    verunreinigten Bach, klipp-klapp, klipp-klapp.”

    Schönen Gruss vom heiteren Beruferaten, Zamir

  46. Pampa sagt:

    Übrigens Greg, um Dich noch etwas mehr zu ärgern, Du kennst schon die Überleitung des CF von der GuV? Wie nennt sich das volkswirtschaftlich eigentlich, wenn einem das Ruhrgebiet unter den Füßen in den Kohlegruben wegbricht?

    Müsste man nicht Teile von NRW einfach abschreiben? Wir könnten ja auch Drohverlustrückstellungen bilden … ;-)

    Pampa, von der Chicago Consulting Group, mein Partner heißt Meier-Lanski IV.

    Das Problem bei Chilli mit Habaneros ist übrigens weniger, wie man es hinein schaufelt, es muss ja auch irgendwo wieder raus … ;-)

    Okay, okay ….

  47. Gregor Neumann sagt:

    @Immer:
    Erstens ist nichts alternativlos. Zweitens favorisiere ich persönlich das Schwedische Modell. Aber da wir hier eine Debatte führen, habe ich kein Problem damit, andere Argumente zu nennen, auch wenn ich sie nicht 100prozentig teile.

    Finanzielle Repression ist ein Terminus Technicus, der beispielsweise Kapitalkontrollen einschließt. Hatten wir in den 50er und 60er Jahren, die heute gerne verklärt werden.

    Effizienz ist ein tolles Thema, das uns leider in einer akuten Krise nicht hilft. Im Augenblick haben wir 39,5 Grad Fieber. Schüttelfrost deutet sich an. Wir bekommen wir die Entzündung in der Griff, damit wir kein multiples Organversagen bekommen? Ausreichend Sport und Obst verhindern Erkältungen durchaus Effizient. Doch im Augenblick haben wir ein anderes Problem, dass man entweder rückwirkend mit einer Zeitmaschine oder mit in die Zukunft gerichteten Maßnahmen lösen kann.

    Es war übrigens die höchst effiziente Finanzwirtschaft, die die Finanzkrise ermöglicht hat.

    Aber in einem Punkt stimme ich Ihnen zu:
    Eine Lösung der Finanzkrise besteht aus einem Gesamtpaket. Wie soll die Welt nach der Finanzkrise aussehen? Welche Strukturen müssen geschaffen werden, um die Ursachen künftig zu verhindern?

    Wenn man den Endpunkt hat, kann man sich auf die Maßnahmen einigen, die zur Erreichung des Ziels notwendig sind.

  48. Pampa sagt:

    Nur mal als Einwurf, es wird immer negative Konsequenzen haben, wenn wir über Alternativszenarien zu der staatlichen Schuldenmacherei nachdenken. Letztlich leben wir seit Jahrzehnten staatlich ÜBER unsere Verhältnisse!

    Von ungefähr kommen die ganzen Staatsschulden ja nicht.

    Festzustellen ist aber, dass es eine unterschiedliche Dynamik gibt. Schulden- und Schurkenstaaten wie Griechenland, Ungarn, Portugal oder NRW saufen ab, wohingegen Länder wie Bayern, BW oder die Schweiz prosperieren.

    So unrecht hat Scharnagl nicht. ;-)

    Gruß
    Pampa

  49. Gregor Neumann sagt:

    @Eysel:
    “Von dem neidgetriebnen, selbstmörderischen Quatsch der womöglich noch als Gerechtigkeit verkauft werden soll und im Namen eines angeblichen Rechtsstaats von angeblich GG-treuen Bürgern, deren Regierung begangen werden soll möchte ich in kein(st)er Form beteiligt sein.”

    Das Thema hat eine lange Tradition. So gehörte eine Vermögensabgabe zu den Ideen des knallharten Sozialisten Konrad Adenauer. Und die Studie, auf die ich verlinkt habe, stammt von der kommunistischen Kaderschmiede Boston Consulting Group.

    Ob Zwangsanleihen, Solidaritätssteuern oder Vermögenssteuern – das gab es alles schon. Es steht jedem frei, nicht über Alternativen nachzudenken. Sinnvoller ist jedoch, zu überlegen, was den geringsten Schaden anrichtet.

    Die Debatte ist jedoch nicht “neidgetrieben”, wie Du vermutest. Wir reden hier über das Überleben unserer Wirtschaftsstrukturen. Und für andere Regionen reden wird über das tatsächliche Überleben von Menschen. “Selbstmörderischer Quatsch” wäre es, keine Szenarien zu entwickeln.

    Die Finanzkrise löst sich nicht von alleine. Die einen kochen Chili, die anderen gehen auch die harten Themen an, selbst wenn es weh tut.

    Aber wenn es Dich beruhigt: Es gibt viele andere Ideen. Nichts ist alternativlos. Nur führen viele Ideen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Konsequenzen, die keiner von uns verantworten möchte.

  50. Eysel sagt:

    Klare Kante,
    klare Ansage ist SOGAR bei den Kritisierten weit gefragter, effizienter als die „Duschen ohne nass werden zu wollen Politik“ Wattebällchen-Politik die hierzulande betrieben wird.
    Stattdessen: Panische Konfliktangst!
    Immigration, Eingliederung ist nur EIN Problemfeld in dem das gilt.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article109362646/Warum-gerade-Migranten-den-Big-Buschkowsky-lieben.html
    Sieh auch: Bitte bilden sie einen Pol.

    Die MACHT derart zu agieren hätte Angela längst.
    Allerdings mangelt es ihr an Führungsqualitäten.
    Wozu gehört, fähige Leute an ihrer Seite mitzunehmen, das Volk mitzunehmen, Ziele zu visualisieren. Statt mit Zielen „hinter dem Berg“ zu halten, bzw. sogar den Verdacht zu nähren, jedes Tun diene lediglich der Zentralisierung der Macht auf ihre Person.

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