Infografik der Woche: Traffic-Explosion im mobilen Internet

Jeder Besitzer eines Smartphones kennt das: Voller Empfang, doch die Verbindung stockt. Mails kommen nicht an, Websites werden nicht geladen. Ein Bekannter, der kürzlich mit seinem Unternehmen zu O2 wechselte, ist seitdem kaum noch erreichbar. Zunächst begegneten O2-Mitarbeitern solchen Problemen mit den Aussagen, es handle sich um Einzelfälle. Doch seit sich diese Einzelfälle im Internet organisieren, lassen sich die Probleme nicht mehr leugnen: Das mobile Internet ist überlastet.

Mittlerweile häufen sich auch bei den bislang zuverlässigeren Anbietern wie T-Mobile und Vodafone die Probleme. Und E-Plus gilt wegen jahrelang reduzierter Investitionen ins mobile Datennetz ohnehin als rückständig in Sachen Internetnutzung unterwegs. Doch der Zähfluss im mobilen Web, steht zu befürchten, war erst der Anfang. Das zeigt eine lesenswerte Studie des Netzwerkspezialisten Cisco zeigt:

(In Zusammenarbeit mit Statista)

Die wirklich großen Probleme stehen uns erst noch bevor:

  • Denn im vierten Jahr in Folge hat sich der mobile Datenverkehr 2011 verdoppelt. Damit war das Wachstum wesentlich größer als angenommen, und das wird wohl auch in den nächsten Jahren so weitergehen.
  • Besonders bemerkenswert: 2011 war Menge der mobil übertragenen Daten acht Mal größer als der globale Internetverkehr im Jahr 2000.
  • Und dabei verändert sich die Art der Nutzung: Der Anteil von Videodaten im mobilen Internet lag im vergangenen Jahr erstmals bei 50 Prozent. Den Menschen reicht es nicht mehr, mit ihrem Smartphone nur Mails zu lesen. Sie nutzen zunehmend Multimedia-Angebote.
  • Zudem haben schnellere Verbindungen auch mehr Datenverkehr zur Folge. So verursachen Anschlüsse mit superschnellen Mobilfunkverbindungen der vierten Generation (LTE) knapp 30 Prozent mehr Datenverkehr als Nicht-LTE-Anschlüsse.
  • Und das Smartphone wird für immer mehr alltägliche Aufgaben eingesetzt, vom Einkaufen bis zur Reiseplanung: Dadurch hats sich die durchschnittliche pro Smartphone übertragene Datenmenge 2011 verdreifacht.
  • Zudem treibt der Boom der Tablet-Rechner den Datenverkehrgleich mehrfach: Nicht nur, dass sie zusätzlichen Datenverkehr erzeugen, sie empfangen versenden mit 517 Megabyte im Schnitt sogar dreieinhalb Mal so viel Daten wie als ein durchschnittliches Smartphone. Laptops mit Datenkarte verursachen sogar 22 Mal so viel Datenverkehr.

Besonders spannend aber der Ausblick:

  • Bereits 2016 – also in weniger als fünf Jahren – wird es mehr mobile Endgeräte geben als Menschen auf der Erde.
  • Bis dahin werden sechst Prozent der mobilen Endgeräte in den Mobilfunknetzen der vierten Generation (LTE) unterwegs sein – und 36 Prozent des mobilen Datenverkehrs verursachen.
  • Zudem werden dann zwei Drittel des Datenverkehrs durch Videos verursacht und das durchschnittliche Smartphone wird 2,6 Gigabyte Datenverkehr verursachen – 17 Mal mehr als  2011.
  • Und das stärkste Wachstum mobiler Datenverbindungen werden wir in Asien und Afrika sehen.
Das Problem bei dem Ganzen ist nicht nur die zunehmende Masse der Daten, sondern auch der damit einhergehende Preisverfall. Denn die Netzbetreiber, die den Ausbau finanzieren müssen, erhalten für die übertragenen Daten immer weniger Geld, weil die Preise sinken.

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