Glimmstängel-Krieg in New York

Michael Bloomberg kann’s nicht lassen. Nachdem der Bürgermeister von New York City jüngst seine Schlacht um das Verbot von zu großen Limonadenbechern in Big Apple verloren hat, holt er die nächste Verbotskeule heraus. Diesmal geht’s gegen Glimmstängel.

Den Krieg gegen Zigaretten führt Bloomberg schon länger: Schon jetzt gibt’s  kaum noch einen Ort in der Millionenmetropole, wo sich in Ruhe ein Zigarettchen paffen lässt: Verboten ist das Rauchen in Bars, Restaurants, öffentlichen Parks (also auch im Central Park) und an Stränden. Schon wird diskutiert, ob die Leute noch in ihren Wohnungen rauchen dürfen, denn von dem Rauch könnte ja der Nachbar belästigt werden und – noch viel schlimmer – der Wert der Eigentumswohnung durch den penetranten Gestank, der sich überall festsetzt, sinken.

Jetzt sollen Jugendliche erst ab 21 Jahren Zigaretten kaufen dürfen. Ziel des Vorhabens: Die Zahl der jugendlichen Raucher senken.  Den Stadtoberen ist es ein Dorn im Auge, dass die Rate junger Raucher unter 18 Jahren seit 2007 konstant bei 8,5 Prozent liegt. Christine Quinn, Sprecherin der Stadt und mögliche Nachfolge-Kandidatin von Bürgermeister Bloomberg ist sich sicher: „Jugendliche, die erst mit 21 Jahren Zigaretten kaufen dürfen, fangen erst gar nicht mit dem Paffen an.“

Na, wenn sich da Bloomberg und seine Gesundheitsapostelin Quinn nicht täuschen. Jugendliche finden immer Wege an die Glimmstängel zu kommen. Das New Yorker Gesundheitsamt berichtet, dass trotz der Altersgrenze von derzeit 18 Jahren, rund ein Viertel aller High School Schüler in New York Zigaretten in ganz normalen Läden kaufen. Kaum einer vielen kleinen Budenbesitzer, die es hier an jeder Ecke gibt, kontrolliert das Alter der jungen Käufer.

Aber Bloomberg ist sich sicher, damit die Zahl der jüngeren Raucher zwischen 14 – und 17 Jahren verringern zu können – um bis 67 Prozent. Wie er an die Zahl kommt, bleibt sein Geheimnis.

Natürlich meldet sich in New York sofort die Gegenbewegung zu Wort. Obwohl Rauchen in Amerika in der öffentlichen Wahrnehmung schon als  schlimmere schlechte Angewohnheit gilt, als koksen, gibt es eine Pro-Raucher-Bewegung mit dem schönen Namen: „Citizens Lobbying Against Smoker Harassment“. Gründerin Audrey Silk hält naturgemäß überhaupt nichts von Bloombergs Gesetzesvorhaben: Die Stadt New York versuche, Erwachsensein neu zu definieren – stattdessen sollte lieber das bestehende Gesetz besser durchgesetzt werden. „Der ganze Plan, ist eine Bevormundung durch die Regierung – sonst nichts“, so Silk.

Und Bevormundung durch die Regierung – das mögen Amerikaner grundsätzlich nicht. Wie beim Getränkeverbot wird die Sache sicherlich wieder vor Gericht ausgefochten. Mal sehen, ob die Lobby auch diesmal wieder siegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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