Trauer und Wut nach Bombenanschlag in Boston

Am Tag nach dem Bombenanschlag in Boston herrscht  Trauer und zunehmend auch Wut in Amerika.

An Alltag ist vor allem in Boston nicht zu denken – die Menschen sind schockiert, fassungslos, traurig, wütend. Die ganze Gegend, wo die zwei Bomben detonierten, ist komplett abgesperrt.

Einen Hinweis auf den oder die Täter gibt es immer noch nicht. Vom Homeland Security Ministerium in Washington war am späten Abend zu hören, eine Verbindung zu einer ausländischen Al Kaida-Gruppe gäbe es bisher nicht.

US-Präsident Barack sprach nichtsdestotrotz heute zum ersten Mal von einem „terroristischen Akt.“

Tödliche Bomben im Schnellkochtopf 

Schlauer sind die Ermittler, um welche Art von Bomben es sich handelte: Der Anschlag wurde mit aus Schnellkochtöpfen gebauten Sprengsätzen verübt. Die Töpfe waren mit Metallteilen, Nägeln und Kugellagern gefüllt und in schwarzen Taschen auf der Straße abgelegt worden.

In Washington war es heute erstaunlich ruhig und gelassen. Kaum mehr Polizisten waren in den U-Bahnen und der Stadt unterwegs. Nur im Regierungsviertel rund um das Kapitol war mehr Polizei positioniert. Allerdings: bei allen Regierungsgebäuden wehte das Sternenbanner auf Halbmast.

Für Aufregung sorgte dann heute noch ein Brief, der bei einer Poststelle der US-Regierung eingegangen war, in dem Spuren des tödlichen Giftes Rizin gefunden wurden. Er war an den republikanischen Senator Roger Wicker gerichtet- abgestempelt war der Brief in Memphis, Tennessee.

Rund 1000 Antiterror-Spezialisten in New York City

In New York sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem erhöht worden – über 1000 Antiterror-Polizisten mobilisierte Bürgermeister Michael Bloomberg. Die sichern vor allem die täglich von tausenden Menschen besuchten Orte wie Times Square, Rockefeller Center oder die Gegend um das 9/11 Memorial und das World Trade Center,  die Vereinten Nationen, St. Patrick’s Kathedrale in Midtown ab. Schon jetzt reden in New York alle vom New Yorker Marathon, der im Herbst stattfinden soll.

Präsident Obama nannte die Anschläge heute während einer Ansprache im Weißen Haus „abscheulich und feige“ und er versprach, die Täter ihrer „gerechten Strafe“ zuzuführen. Kriegsrethorik, wie sie Ex-US-Präsident George W. Bush nach dem Anschlag am 11. September 2001 in New York verwendet hatte, vermied Obama allerdings. Obama sprach den Amerikanern stattdessen Mut zu: „Das amerikanische Volk weigert, sich eingeschüchtert zu werden“, sagte Obama. Am kommenden Donnerstag wird der Präsident nach Boston fahren, um der Opfer zu gedenken.

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