Amerika im Terrorschock nach Anschlag in Boston

Die Nachricht vom Terroranschlag in Boston erreichte mich heute im Zug auf dem Weg von New York nach Washington kurz nach 15 Uhr.

Meine Nachbarin telefonierte mit einer Bekannten, die beim FBI arbeitet. Sie wusste gleich von Toten zu berichten und von einer sehr, sehr ernsthaften Lage in Boston.

In einer der nächsten Stationen nach Washington stiegen Polizisten mit Spürhunden in den Zug und liefen hektisch durch die Waggons. In Washington kreisten unmittelbar Hubschrauber  über die Innenstadt. In den nächsten Tagen erwartet die US-Hauptstadt ebenfalls ein Großevent: Aus 188 Ländern treffen Teilnehmer zur Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ein. Außerdem ist die Stadt voll gepackt mit Touristen wegen des Kirschblütenfestes.

Keine Stunde nach dem Anschlag auf den Marathon in Boston, bei dem bisher drei Menschen ums Leben gekommen sind und rund 144 zum Teil schwer verletzt wurden, nahm das FBI die Ermittlungen auf. Und das bedeutet, dass die Amerikaner von einem Terrorakt ausgehen – auch, wenn bis Mitternacht amerikanischer Zeit sich noch niemand für den Anschlag verantwortlich gezeigt hat.

US-Präsident Barack Obama wandte sich an die Nation, kündigte höhere Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land an.

Der Terror ist zurück in den USA. Das Wort 9/11 macht die Runde.

Rund um die Uhr werden nun die Untersuchungen laufen, wer oder was hinter den zwei Bombenanschlägen steckt. Das FBI hat eine Hotline für Tippgeber eingerichtet.

Wie die Lage morgen in Washington aussieht, werde ich hier berichten.

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