Die Amerikaner sind echte Kampagnen-Meister

Die US-Wirtschaft muckt auf. Sie will endlich eine Lösung im Haushaltsstreit und betreibt eine eigene Kampagne, um Washington zum Handeln zu bewegen.

Schon zwei Wochen liegt das erste Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und führenden Oppositionspolitikern der Republikaner zurück. Mit großem Tamtam und noch größeren Worten waren die Amerikaner bei diesem Treffen mal wieder „confident“ – also zuversichtlich, dass sich die beiden Gegenparteien schon einig würden in Sachen Haushaltskürzungen.

Seit diesem Treffen ist nichts geschehen – kein Stück sind Demokraten und Republikaner nähergerückt, kein Kompromiss in Sachen fiscalcliff ist in Sicht. Eine willkommene Entschuldigung für’s Nichtstun  war das Familienfest Thanksgiving in der vergangenen Woche: dieses Fest ist den Amis „heilig“ – da wird gefeiert und mit der Familie zusammengehockt – fiscal cliff hin oder fiscal cliff her.

Der Druck aus der amerikanischen Wirtschaft, endlich zu einer Lösung zu kommen, wird derweil immer größer. Am vergangenen Freitag hatte sich sogar Lloyd Blankfein, Chef des New Yorker Finanzhauses Goldman Sachs zu Wort gemeldet und die Politiker ermahnt, sich endlich zu einigen, sonst würde das übles Bedeuten für die Konjunkturentwicklung ab Januar 2013. Treten die geplanten Steuererhöhungen und Budgetkürzungen ab 1. Januar 2013 in Kraft entzöge dies der US-Wirtschaft im kommenden Jahr rund 600 Milliarden Dollar, schätzen Experten.

Mittlerweile gibt es eine eigene Kampagne von Politikern und Unternehmern mit dem schönen einfachen Slogan „Fix the debt“. Der Kampagne angeschlossen haben sich prominente Leute  wie etwa Ex-Weltbank-Chef Robert Zoellick und JP Morgan Chase Vizechairman James B. Lee.

Obama hört die Signale und treibt seine eigene Kampagne öffentlichwirksam voran. Munter betreibt er für seinen Drei-Punkte-Plan, der im wesentlichen Steuererhöhungen für Wohlhabende vorsieht, Werbung im Internet. An diesem Mittwoch will er sich mit Unternehmenschefs in Washington treffen, um deren Vorschläge zu hören, wo zukünftig wie gespart werden soll.

Die Republikaner müssten mal langsam mit einem neuen Gegenvorschlag kommen oder endlich einen der Alternativvorschläge akzeptieren, die ja nun seit Wochen auf den Tisch liegen. Die Kollegen vom Wall Street Journal haben die Vorschläge grafisch optimal aufbereitet – bestes Vorlagmaterial für die Republikaner.

 

 

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