{"id":5375,"date":"2022-12-31T16:08:07","date_gmt":"2022-12-31T14:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/?p=5375"},"modified":"2023-01-02T09:58:08","modified_gmt":"2023-01-02T07:58:08","slug":"der-glaenzende-schatten-meiner-selbst-das-sportjahr-2016-richtig-zwosechzehn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/2022\/12\/31\/der-glaenzende-schatten-meiner-selbst-das-sportjahr-2016-richtig-zwosechzehn\/","title":{"rendered":"Der gl\u00e4nzende Schatten meiner selbst. Das Sportjahr 2016*. Richtig. Zwosechzehn. *und bisserl 2022"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage klingt wie ein Heiratsantrag. &#8222;M\u00f6chten Sie die neue Laktatschwelle annehmen?&#8220;, fragte mich vor gut einer Stunde meine Sportuhr. Sie lautet &#8222;5:51 Pace bei 161 HF&#8220;. Eigentlich ein Fall zum Heulen.<a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/12\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5378\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/12\/Unbenannt-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ziemlich exakt 2190 Tage vorher, am 31.12.2016 lief ich um kurz vor zwei los, und kam mit einer Zeit von 54:20 auf 10km zur\u00fcck. Durschnittspuls 145. Heute: Gelogene 52:20, es waren neben zwei erzwungenen Ampelstops (wie auch 2016) drei weitere kurze Stopps n\u00f6tig, um den in H\u00f6he von Feuerwerksraketen pochenden Puls wieder zu senken. Andernfalls w\u00e4re ich einfach eingegangen wie eine Primel bei zu viel W\u00e4rme. Wie heute. Es waren 18 Grad Celsius.<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen sprach mich ein Kollege bei seinem Abschied aus unserem Verlag auf mein Laufen an. Wir kennen uns seit mindestens 16 Jahren. Er selber lief schon als ich damit begann, hatte seinen ersten Marathon vor mir beendet, wenn ich es richtig erinnere. Wir hatten uns, weil wir seit Jahren in verschiedenen Redaktionen arbeiten und wegen Corona ewig nicht gesehen und schon gar nicht gesprochen. Ich war verwundert als er sagte, dass er immer noch gerne verfolge, was ich so sportlich unternehme. Und ich wand das ein, was ich immer einwende: Ich bin ein Schatten meiner selbst. Keine Zeit, keine Distanz, nichts ist auch nur ann\u00e4hernd dort, wo es 2016 war.<\/p>\n<p>Heute fr\u00fch, also am 31.12.2022, falls Sie das sp\u00e4ter lesen, blendete mir Facebook eine Erinnerung ein. Und zwar an diesen Lauf von Silvester 2016. Und ich dachte mir, probier mal aus, was du heute noch kannst. Aber das ist nicht der Grund, warum ich mich eben beim Laufen doch noch kurzfristig entschloss, einen Jahresr\u00fcckblick zu schreiben. Meine Erinnerung fasste 2016 so zusammen, wie ich 2022 zusammenfassen w\u00fcrde: Viele H\u00f6hen und Tiefen, mehr Tiefen.<\/p>\n<p>Die vermutlich pr\u00e4gendsten sportlichen Ereignisse, die mein Umfeld inklusive des Kollegen aus reiner Perspektive der Leistung wahrgenommen haben, waren wann? Vor allem 2015 mit bestehender Bestzeit im Marathon und dem Finish des 100km-R\u00f6ntgenlaufs. Und 2016? War schw\u00e4cher. Aber schwach? Den finalen Marathon im Ironman Klagenfurt lief ich noch in 4h19m, eine Zeit, die ich heute solo nicht hinbek\u00e4me. Die Gesamtzeit immer noch eine der besten f\u00fcnf aller Langdistanzen, die ich gemacht habe.<\/p>\n<p>Ich beurteilte das Jahr als sportlich weitgehend erfolglos, aber ich w\u00fcrde weitermachen. Und irgendwann w\u00fcrde es besser werden (war dann auch eigentlich so). Und das war exakt das, was ich dem Kollegen &#8211; zum Gl\u00fcck &#8211; an dem Abend seines Abschieds neulich auch sagte: Ja, ich w\u00e4re sportlich ein Schatten meiner selbst. Ja, ich w\u00fcrde weitermachen, denn Zeiten sind nur eine Seite der Medaille. Fortschritt &#8211; auch der nach, oder gerade der nach R\u00fcckschl\u00e4gen &#8211; ist immer m\u00f6glich. Und ich habe das Gl\u00fcck, das sich meine Motivation diesbez\u00fcglich nie ge\u00e4ndert hat. Ich w\u00fcsste wahrhaftig nicht, warum ich aufh\u00f6ren sollte. Ich mache einfach weiter, die Ziele und W\u00fcnsche sind da. Es sind andere als 2016.<\/p>\n<p>Es freut mich, dass diese Haltung, dieser Antrieb, diese Freude daran offenbar auch nach nun fast einem Jahrzehnt, den ich diesen Blog jetzt schreibe, und den zahllosen tweets dazu, sich noch mitteilt und \u00fcbertr\u00e4gt. Das ist weder Absicht, noch habe ich mir das vorgenommen. Im besten Falle ist die aufrichtige Haltung und das Verm\u00f6gen, das auch in Worte zu packen, eine Kombi, die funktioniert. Manches will einfach raus auch wie die Idee f\u00fcr diesen Text, der w\u00e4hrend des Laufs entstand.<\/p>\n<p>Und sie funktioniert mit fundamental schlechteren Daten, mit denen ein Fu\u00dfballteam drei Ligen abgestiegen w\u00e4re und dabei f\u00fcnf Trainer gefeuert h\u00e4tte. Ich bin kein Profi, ich muss nichts leisten, ich darf langsamer werden, ohne dass Fans auf teuren Pl\u00e4tzen entt\u00e4uscht sind. Fans, die aber wenigstens gl\u00fccklich sind, wenn ihre Mannschaft sich aufopfert, wenn Spielerinnen und Spieler alles geben. In diesem Sinne wird es an dieser Stelle weitergehen 2023. So wie 2016 als ich weit besser war, als mir damals selber klar war. Und deswegen sage ich \u00fcber 2022 auch nicht: Viele Tiefen. Sondern: Mental gl\u00e4nzender Schatten deiner selbst mit lauter positiven Verbesserungen. Ich nehme den Antrag an: Freudig \u00fcber den Erfolg, dr\u00fcckte ich auf &#8222;Ja&#8220;, bevor ich davon ein Erinnerungsfoto machen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage klingt wie ein Heiratsantrag. &#8222;M\u00f6chten Sie die neue Laktatschwelle annehmen?&#8220;, fragte mich vor gut einer Stunde meine Sportuhr. Sie lautet &#8222;5:51 Pace bei 161 HF&#8220;. Eigentlich ein Fall zum Heulen. 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