{"id":5295,"date":"2022-07-15T10:35:59","date_gmt":"2022-07-15T08:35:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/?p=5295"},"modified":"2022-07-15T12:03:04","modified_gmt":"2022-07-15T10:03:04","slug":"warum-ich-wieder-tour-de-france-schaue-und-vier-buchtipps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/2022\/07\/15\/warum-ich-wieder-tour-de-france-schaue-und-vier-buchtipps\/","title":{"rendered":"Warum ich wieder Tour de France schaue und vier Buchtipps."},"content":{"rendered":"<p>Fignon. Indurain. Armstrong. Le Mond. Nat\u00fcrlich Ullrich. Virenque. Pantani. Ich habe ihnen allen zugesehen. Stunde um Stunde. Mit der Stimme um Herbert Watterott im Ohr sa\u00df ich vorm Fernseher. Vollgepumpt mit Doping waren sie wohl alle. Das geh\u00f6rt zum Radsport dazu. Irgendwann der Knall und ich habe mich abgewendet. Ich war entt\u00e4uscht, verletzt, gekr\u00e4nkt. Niemand ist unvers\u00f6hnlicher als ein entt\u00e4uschter Liebhaber.<\/p>\n<p>Viele Jahre habe ich mich phyisch weggedreht, wenn irgendwo Radrennen im Fernsehen liefen. Ich wollte es nicht sehen, nach den Jahren der Beteuerungen des Radsports, dass er sauber sei und den immer wieder neuen Dopingf\u00e4llen. Und vermutlich hat es mir irgendwie gefehlt. Das merke ich jetzt, wo ich erstmals seit vielen Jahren wieder der Live\u00fcbertragung folge.<\/p>\n<p>Ist das Feld sauber? Wer wei\u00df es schon. Ich sicher nicht. Vielleicht ist es mir auch egal. Dann gewinnt halt Apotheke 1 gegen Apotheke 2. Fahren m\u00fcssen sie trotzdem, die Anstrengungen sind real und die Strecken deswegen nicht weniger faszinierend. Ich bin einiges gefahren an Distanzen und auch P\u00e4ssen. Ich wei\u00df, was die da leisten und ich wei\u00df, ich k\u00f6nnte keinem auch nur zu irgendeinem Zeitpunkt f\u00fcr l\u00e4nger als 30 Sekunden folgen.<\/p>\n<p>Meine Leidenschaft f\u00fcr das Rollen auf R\u00e4dern, touristisch wie sportiv, ist im Prinzip ungebrochen. Heute, einen Tag nach der Etappe nach Alpe d&#8217;Huez, deren Ende ich im Livestream sah, bis der Besenwagen durchs Ziel fuhr, nutze ich diesen Blog mal f\u00fcr vier B\u00fcchertipps rund ums Radfahren, die mir Freude bereiten. Eines recht neu, drei sind schon \u00e4lter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/WEB_AufAsphalt_Marquardt_frontal-768x947-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5297\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/WEB_AufAsphalt_Marquardt_frontal-768x947-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><strong>Auf Asphalt. Max Marquardt. Callwey.<\/strong><\/p>\n<p>Coffeetable book. So bezeichnet die Branche B\u00fccher, die schwer, dick, voll mit sch\u00f6nen Fotos und aufw\u00e4ndig produziert sind uns sich eignen, auf einem Tisch ein wenig etwas herzumachen. Autor Max Coterie erf\u00fcllt mit &#8222;Auf Asphalt&#8220; alle Voraussetzungen. Aber er bietet weit mehr. Portraits von interessanten Rennradfahrerinnen oder Radladenbetreibern zum einen. Daneben sind es die sorgsam bebilderten Portraits der gemeinsten und deswegen faszinierendsten P\u00e4sse. Und abschlie\u00dfend noch ein Glossar \u00fcber Fachbegriffe und Handzeichen und der Evolution der Radtechnik. So erf\u00fcllt es den Zweck von Coffeetables &#8211; man kann es immer mal greifen und ein wenig st\u00f6bern.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/fahrradfreunde.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5298\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/fahrradfreunde-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Fahrradfreunde. Ein Lesebuch. Diogenes.<\/strong><\/p>\n<p>Henry Miller, Kurt Tucholsky, Christian Morgenstern oder Patrick S\u00fcskind &#8211; das sind keine Namen der Weltliteratur, die man spontan mit Fahrradfahren in Verbindung bringt. Und genau das macht den Reiz dieses in Leinen gebundenen Buchs mit Zeichnungen von Jean-Jaques Semp\u00e9 &#8211; Geschichten rund ums Rad von herausragenden Autoren der Weltliteratur. Die Sammlung schreit geradezu danach, im Urlaub St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck gelesen zu werden.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/Salz-im-Kaffee.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5299\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/Salz-im-Kaffee-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Salz im Kaffee. Hans Blickend\u00f6rfer. Covadonga.<\/strong><\/p>\n<p>Warum ist der Radsport so verseucht? Und warum f\u00e4llt es ihm so schwer, sauber zu werden und dann irgendwann hoffentlich zu bleiben &#8211; so weit das \u00fcberhaupt geht. Hans Blickend\u00f6rfers Roman von 1993 gibt Einblicke in die Historie des Radsports und der Tour de France. Es ist spannend erz\u00e4hlt und auch wenn es nicht vers\u00f6hnt, dass (vermutlich) noch immer gedopt wird &#8211; es gibt einem die Hintergr\u00fcnde, warum Radsport so ist, wie er ist und schafft es dennoch, die Faszination zu erhalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/Vom-Glueck-auf-zwei-Raedern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5300\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2022\/07\/Vom-Glueck-auf-zwei-Raedern-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><strong>Vom Gl\u00fcck auf zwei R\u00e4dern. Robert Penn. Tolkemitt Verlag<\/strong><\/p>\n<p>Der Titel sagt ja schon alles und Robert Penn liefert im Vorwort Hintergr\u00fcnde, die mir bis zu meiner Lekt\u00fcre so auch nicht klar waren. Die Bedeutung des Fahrrads f\u00fcr die Freiheit, f\u00fcr eine offene Gesellschaft. Danach verfolgt der Leser der schon fast manischen Suche von Penn nach den besten Zutaten f\u00fcr sein pers\u00f6nliches Traumrad. Er reist zu den Herstellern, erkl\u00e4rt die Unterschiede und auch wenn ich selber im Leben das nicht machen w\u00fcrde, kann ich schon verstehen, dass einem bei der Liebe zum Rad so ein Traum umtreibt.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist Radfahren, egal wie klapprig der rostige Drahtesel ist, etwas, das mir immer Freude bereitet. Auf dem Rad f\u00fchle ich mich frei, die Mischung aus dem Wetter ausgesetzt zu sein und doch etwas mehr Distanz als zu Fu\u00df zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen, spricht mich an, seit ich mich erinnern kann. Ich habe immer an meinen R\u00e4dern geschraubt und repariert, kann mich mit Details auseinandersetzen ohne mich zu langweilen und eben auch zuschauen, wie andere \u00fcber Stunden sich qu\u00e4len. Dabei gibt es bei Licht betrachtet kaum langweiligere Sportarten zum Zuschauen: Menschen treten in Pedale. Die Bilder sind \u00fcber Stunden ann\u00e4hernd die gleichen. Aber der Kampf des Mensch gegen Wind und Anstiege (und nat\u00fcrlich auch die anderen Fahrer) er ist in den Gesichtern zu sehen und das, egal ob Doping schiebt oder nicht. Ich werde also erstmal weitergucken. Bis sie das n\u00e4chste Idol beim Doping erwischen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fignon. Indurain. Armstrong. Le Mond. Nat\u00fcrlich Ullrich. Virenque. Pantani. Ich habe ihnen allen zugesehen. Stunde um Stunde. Mit der Stimme um Herbert Watterott im Ohr sa\u00df ich vorm Fernseher. Vollgepumpt mit Doping waren sie wohl alle. 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