{"id":4858,"date":"2020-02-07T15:12:41","date_gmt":"2020-02-07T13:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/?p=4858"},"modified":"2020-02-12T17:40:27","modified_gmt":"2020-02-12T15:40:27","slug":"die-kunst-langsam-zu-laufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/2020\/02\/07\/die-kunst-langsam-zu-laufen\/","title":{"rendered":"Die Kunst langsam zu laufen."},"content":{"rendered":"<p>Wer langsam laufen will, muss schnell laufen lernen. Es f\u00fchrt kein Weg daran vorbei.<\/p>\n<p>Ich liebe es, langsam zu laufen. Ich bin zwar ambitioniert genug, um meine Laufleistung (wieder) zu verbessern. Aber im Laufe des Trainings gibt es diese Einheiten, die dazu beitragen sollen, bewegt zu regenerieren oder Distanzen zu verl\u00e4ngern. In einem gem\u00e4chlichen Tempo.<\/p>\n<div id=\"attachment_4861\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4861\" class=\"wp-image-4861 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2020\/02\/IMG_6295.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4861\" class=\"wp-caption-text\">Wer langsam l\u00e4uft, genie\u00dft.<\/p><\/div>\n<p>Aber was ist das eigentlich, ein gem\u00e4chliches Tempo? F\u00fcr den Marathonweltmeister sicherlich etwas anderes als f\u00fcr mich. Im Wettbewerb laufen sie um die 2:55 Minuten pro Kilometer. Wenn ich nur eine Pace von vier Minuten pro Kilometer laufen m\u00f6chte, brauche ich daf\u00fcr einen Sprint auf dem Bahnsteig, um den ICE mit Zugbindung noch zu erwischen. Aber einen Kilometer in der doppelten Zeit wie der Marathonmeister &#8211; also sechs Minuten &#8211; bekomme ich inzwischen auch wieder entspannt hin. Andere Menschen w\u00e4ren sicher froh, wenn sie 10 Kilometer \u00fcberhaupt in unter einer Stunde laufen k\u00f6nnten \u2013 und das noch ohne gro\u00dfe M\u00fche \u2013 perfekt. Jede Veranstaltung hat ihre eigenen Ma\u00dfst\u00e4be. Es wird sicher auch noch wieder schneller werden. Langsam laufen werde ich aber immer.<\/p>\n<p>Denn langsam laufen ist in meinen Augen eben nicht an der Geschwindigkeit zu messen, sondern dem eigenen Gef\u00fchl, so wie es die Trainingspl\u00e4ne anhand von Herzfrequenzbereichen ja auch vorsehen. Und das kann bei Ersch\u00f6pfung oder schlechtem Trainingszustand durchaus mieser sein bei geringerer Pace, als gut trainiert bei etwas flotterer. F\u00fchlt sich das nach Kartoffelsack oder Springfeder an? Keucht die Lunge wie Jim Knopfs Emma oder ruht sie stiller als ein Bergsee?<\/p>\n<p>Diese L\u00e4ufe sind, wenn sie passieren, f\u00fcr mich die mental erholsamsten. Die Auseinandersetzung mit der k\u00f6rperlichen M\u00fche muss nicht gef\u00fchrt werden, es scheint fast ohne Energieaufwand voranzugehen, der Kopf hat Kapazit\u00e4ten und Freude an der Wahrnehmung der Umgebung oder wahlweise dem ein oder anderen Gedanken. Irgendwann vergesse ich, dass ich \u00fcberhaupt laufe. Ich wei\u00df nicht, ob diejenigen, die sagen, sie h\u00e4tten ein Runners High, das so umschreiben w\u00fcrdem \u2013 aber ich nehme es als eine Variante davon wahr.<\/p>\n<p>Essentieller Bestandteil dieses gro\u00dfen Vergn\u00fcgens ist f\u00fcr mich eine gewisse Leichtf\u00fc\u00dfigkeit und ich beginne zu ahnen, wo dieses Wort auch h\u00e4tte herkommen k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, der Bewegungsablauf ist fl\u00fcssig, die gef\u00fchlte muskul\u00e4re Belastung und die der Gelenke ist minimal oder gar nicht vorhanden \u2013 es l\u00e4uft rund.<\/p>\n<p>An dieser Stelle bin ich sicher beim x-ten Sprachbild angelangt, das sich in irgendeiner Form um Laufen dreht. Wenn etwas l\u00e4uft, dann ist das positiv. So auch der langsame Lauf, der leider eines voraussetzt \u2013 dass man deutlich schneller laufen k\u00f6nnte. Erst ausreichend Training versetzt den K\u00f6rper in die Lage, eine Wohlf\u00fchlgeschwindigkeit eben auch lang genug durchhalten zu k\u00f6nnen. Denn sonst wird es nichts mit der gef\u00fchlten Schwerelosigkeit nach jedem gelungenen Abheben des Fu\u00dfes, des flie\u00dfenden Gef\u00fchls, wenn ein Muskel nach dem anderen sich anspannt und wieder l\u00f6st, gleichm\u00e4\u00dfig und im Rhythmus mit vielleicht der Musik, dem inneren Metronom und dem eigenen Selbst. Ommmm.<\/p>\n<p>Sie merken, ich gerate ins inhaltsleere Schw\u00e4rmen \u00fcber das, was mir \u00fcber einen langen Zeitraum nicht verg\u00f6nnt war. Deswegen f\u00e4lle es mir jetzt umso deutlicher auf, wie gut das tut, wenn man entspannt langsam l\u00e4uft. Ich wollte das einfach mal loswerden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer langsam laufen will, muss schnell laufen lernen. Es f\u00fchrt kein Weg daran vorbei. Ich liebe es, langsam zu laufen. Ich bin zwar ambitioniert genug, um meine Laufleistung (wieder) zu verbessern. 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