{"id":1435,"date":"2014-04-04T14:23:46","date_gmt":"2014-04-04T12:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/?p=1435"},"modified":"2014-04-04T15:19:08","modified_gmt":"2014-04-04T13:19:08","slug":"von-verlierern-lernen-heist-schneller-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/2014\/04\/04\/von-verlierern-lernen-heist-schneller-werden\/","title":{"rendered":"Von Verlierern lernen, hei\u00dft schneller werden"},"content":{"rendered":"<p>Das war nix. Punkt aus. Allen Beschwichtigungen zum Trotz. Ich wollte schneller sein, ich war es nicht. Und ich muss es einfach einr\u00e4umen: Mein Schweinehund war vielleicht ein klitzekleines wenig st\u00e4rker als ich. Wie konnte es dazu kommen?<\/p>\n<p>Der Venloop 2014. Stellen Sie sich K\u00f6lner oder D\u00fcsseldorfer Stra\u00dfenkarneval in einem St\u00e4dtchen wie L\u00fcneburg oder Celle vor. Altstadt mit kleinen Gassen. Am Rand \u00fcberall wild rufende Menschen und Blaskapellen, Musik aus Boxen und insgesamt kunterbuntes Halligalli. Doch statt Mottowagen mit einem winkenden Roberto Blanco und Marschkapellen und Reiterkorps, die langsam und stockend ihre Strecke absolvieren, rasen Kenianische Laufprofis und hinter ihnen tausende Hobbyl\u00e4ufer durch die Stadt und die Umgebung. Und \u00fcberall Remmidemmi. Das ist der Venloop. Top-Atmosph\u00e4re in der Grenzstadt Venlo, die sonst eher f\u00fcr ihre Fritten und vor allem im Rheinland f\u00fcr den Laden &#8222;Die zwei Br\u00fcder von Venlo&#8220; bekannt ist. Das ist die Kulisse, vor der sich meine kleine pers\u00f6nliche erste Niederlage in 2014 zutrug. Bei <a href=\"https:\/\/www.runnersworld.de\/laufevents\/kenianer-gewinnen-in-venlo.316812.htm\">Runnersworld gibt es hinreichend Eindr\u00fccke vom Lauf<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war der Hauptlauf, ein Halbmarathon \u00fcber 21km, am Sonntag ein &#8222;Test&#8220;-Lauf. Diese gibt es immer, wenn ein Marathon naht und man mittendrin eine Standortbestimmung wagt. Die steht so im Trainingsplan. Diese sind jedoch schon kernig, da geht es erstmals an Grenzen. Ich blieb halt weit davor stehen. Meine Zielzeit f\u00fcr diesen Testlauf bin ich schon mal gelaufen, aber eben nur privat, handgestoppt. Das gildet nicht.<\/p>\n<p>Zwischen inoffizieller und offizieller Zeit sprechen da die Fachleute. Sprich: Wo keine offizielle Zeitmessung, da kein pers\u00f6nlicher Rekord. Ich habe noch nie einen Halbmarathon gemacht. Sprich: Mein erstes offizielles Ergebnis ist meine Bestleistung auf dieser Distanz.<\/p>\n<p>Auch wenn es deutlich hinter dem war, was ich im Herbst vergangenen Jahres auf der Heimstrecke gerannt bin. Die Ursachen sind wie immer mannigfach. Ein wenig zu schwer, nicht ganz optimal trainiert, es waren mit 23 Grad recht warme Temperaturen und schw\u00fcl wars auch. Irgendwo hatten die Holl\u00e4nder auch ein paar Anstiege hergezaubert. Schon einige Ausreden. Ich versuch&#8217;s noch mit dieser:<\/p>\n<p>F\u00fcr meine Zielzeit waren drei Pacemaker als Ballonl\u00e4ufer eingeteilt. Mein Plan war: Einfach dranbleiben. Lief auch gut f\u00fcr mich am Anfang. Nicht f\u00fcr ihn. Nach f\u00fcnf Kilometer stellte der Pacemaker fest, dass es wohl nicht sein Tag war und brach das Rennen ab. Er zeigte noch auf seinen Kollegen, der aber inzwischen schon einige hundert Meter weiter weg war. Den einzuholen h\u00e4tte Kr\u00e4fte ben\u00f6tigt, die ich eigentlich f\u00fcrs Ende aufsparen wollte.<\/p>\n<p>Auftritt Schweinehund. Er wittert Lunte. Er muss ja nicht mehr das Tempo gehen, das der Pacemaker macht. Sondern das Tempo, das uns gef\u00e4llt. Das ist &#8211; richtig geraten &#8211; langsamer. Und im n\u00e4chsten Kilometer noch langsamer. Und ganz am Ende ganz f\u00fcrchterlich langsam. Dieser Blogbeitrag hat keine Bilder von mir bei diesem Lauf. Bleiben Sie bei der Stra\u00dfenkarnevalszene von Beginn: Ich war der mit der verzerrten Fratze.<\/p>\n<p>Doch wann zeigt sich Moral, wann zeigt sich Widerstandsf\u00e4higkeit? Wenn es nicht so l\u00e4uft. Es w\u00e4re der ideale Zeitpunkt gewesen, zu sagen, ich h\u00f6re auf. Ich wei\u00df, dass ich schneller sein kann, ich bin schon weitaus weiter gelaufen, niemand schimpft. Aber irgendwoher habe ich dann doch die Motivation gefunden, das Rennen zuende zu k\u00e4mpfen und nicht zu Ende zu tr\u00f6deln. Jeder Kilometer langsamer, jeder Kilometer beschwerlicher. \u00dcberholt werden von denen, die besser drauf sind, besser trainiert haben und am Schluss nicht fast einbrechen. Spa\u00df war das nicht. Nur das gute Gef\u00fchl, gebissen zu haben, auch wenn es nichts mehr bringt und Minute f\u00fcr Minute selbst das Minimalziel in Gefahr geriet. Und auch nicht erreicht wurde.<\/p>\n<p>Das passiert mir nicht noch mal. Und so war auch der Venloop 2014 eine Lehre in Selbstmotivation. Du hast dein Ziel nicht erreicht, es gibt aber keinen Grund, aufzugeben. Den Willen, sich im Wettkampf weiterzuschinden, werde ich gut gebrauchen k\u00f6nnen, das n\u00e4chste Mal, wenn es besser l\u00e4uft. Und dann (hoffentlich) die Bestzeit purzelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war nix. Punkt aus. Allen Beschwichtigungen zum Trotz. Ich wollte schneller sein, ich war es nicht. Und ich muss es einfach einr\u00e4umen: Mein Schweinehund war vielleicht ein klitzekleines wenig st\u00e4rker als ich. Wie konnte es dazu kommen? 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