{"id":1079,"date":"2013-12-11T17:23:12","date_gmt":"2013-12-11T15:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/?p=1079"},"modified":"2013-12-11T17:24:27","modified_gmt":"2013-12-11T15:24:27","slug":"der-schweinehund-auf-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/2013\/12\/11\/der-schweinehund-auf-reisen\/","title":{"rendered":"Der Schweinehund auf Reisen"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich sage ich nicht Nein. &#8222;Morgen um 6:30 am Brandenburger Tor?&#8220;. Ja, gerne, sage ich und denke, was f\u00fcr eine Schnapsidee, sich so fr\u00fch nach einem langen Abendtermin f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen zum Laufen durch den Tiergarten zu verabreden. Es wurde dann auch beschwerlich, Anfang November, Regen, K\u00e4lte und ein leichter Wind. Und dunkel war es eh. &#8222;Wir h\u00e4tten es lassen sollen&#8220;, sagt mein Laufpartner, als wir uns dann morgens &#8211; nach einigem Hin und Her immerhin erst um 7:00 &#8211; am Brandenburger Tor treffen, seine Brille ist schon voll mit Regentropfen, viel sieht er nicht mehr und ich bin alles andere als fit. Den Mut anzurufen, das Ganze abzusagen und sich nocheinmal im Bett umzudrehen hatte nat\u00fcrlich keiner von uns beiden.<\/p>\n<p>Sportler auf Reisen &#8211; das ist Alltag und dennoch erfordert es spezielle Motivation, denn die Versuchung, die Bewegung zu lassen, kann gro\u00df sein &#8211; ich zumindest bin auch mal gerne faul und nehme dankbar Abendtermine und Reisestre\u00df als Ausrede. Aber die Herausforderungen sind nicht weg zu diskutieren: Der normale Rhythmus einer Woche ist durchbrochen, beim Packen f\u00fcr eine Reise, die auch nur eine Nacht dauert, muss man an Schuhe, Laufklamotten, Laufuhr und ggf Pflaster denken. Viel Platz brauchen Laufsachen nicht, aber wer eigentlich Radler ist, der kommt automatisch an seine Grenzen, wenn es darum geht, die freien Stunden der Dienstreise sportlich zu verbringen.<\/p>\n<p>Dennoch geh\u00f6rt es wohl zu den vern\u00fcnftigsten Dingen, die Gesch\u00e4ftsreisende tun k\u00f6nnen, sich ein wenig mit Training oder wenigstens konzentrierter Bewegung die Zeit zu vertreiben. Da sind mal zun\u00e4chst die langweiligen vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnde: Man verzichtet abends eher auf das n\u00e4chste Glas Wein, wenn man morgens eine Stunde fr\u00fcher raus will zum Laufen. Man geht auch eher fr\u00fcher zu Bett. Es beruhigt die Nerven, die man in Verhandlungen und Pr\u00e4sentationen ganz gut gebrauchen kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist die Bewegung auf Reisen aber vor allem auch die Chance, Teile einer Stadt oder einer Region zu sehen, die ich sonst nicht sehen k\u00f6nnte. Das m\u00f6gen die Vororte von Genf w\u00e4hrend der j\u00e4hrlichen Uhrenmesse sein genau wie die Isarauen in M\u00fcnchen oder die gut 5 Kilometer an der Seine zwischen Eiffelturm und Notre Dame, auf denen in der sp\u00e4tsommerlichen Abendsonne sich hunderte von L\u00e4ufern tummeln und die Dimension von Paris einem noch deutlicher vor Augen gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_1083\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2013\/12\/IMG-20120212-01664.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1083\" class=\"size-thumbnail wp-image-1083\" alt=\"Volle Beleuchtung, wenig Menschen. Times Square Sonntags um 7:00.\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2013\/12\/IMG-20120212-01664-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1083\" class=\"wp-caption-text\">Volle Beleuchtung, wenig Menschen. Times Square Sonntags um 7:00.<\/p><\/div>\n<p>Manchmal beg\u00fcnstigt ausgerechnet auch der Jetlag die Aktivit\u00e4ten. Ich zumindest kann bei Reisen gen USA dort meist morgens kaum l\u00e4nger als bis 4:00 schlafen. Dann kann man in New York auch um 5:00 loslaufen rund um den dann einsamen Central Park und um 7:00 an einem Sonntag fr\u00fch den Times Square in voller Beleuchtung nur nahezu frei von Menschen bestaunen, wie hier im Bild im Januar 2012.<\/p>\n<p>Und dann gibt es die Regionen, da geht gar nichts. Die Hitze Thailands ist ebenso wenig erquicklich wie der Nieselregen von Berlin im November. Was bleibt ist das Laufband und der kurioseste Ort dieses Jahres, an dem ich mich 30 Minuten auf dem Laufband halten konnte, bevor ich vor Langeweile einzuschlafen drohte, war auf einem Kreuzfahrtschiff &#8211; immerhin mit Blick \u00fcbers Wasser.<\/p>\n<div id=\"attachment_1086\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2013\/12\/IMG_14971.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1086\" class=\"size-thumbnail wp-image-1086\" alt=\"Nicht so nette Nachbarschaft. \" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/schweinehund\/files\/2013\/12\/IMG_14971-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1086\" class=\"wp-caption-text\">Nicht so nette Nachbarschaft.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und nur einmal habe ich dieses Jahr gepatzt, die Schuhe dabei, aber weder Energie noch Elan gefunden, mich mit dem Widrigkeiten auseinanderzusetzen, die einen in den Vereinigten Arabischen Emiraten begegnen k\u00f6nnen, namentlich Hitze und einfach gar keine attraktiven Laufstrecken. Und den Hotelpool zu umkreisen kann dann doch recht z\u00fcgig langweilig werden.<\/p>\n<p>Und so kam es dann doch zum Abschluss so, wie ich es nicht erwartet h\u00e4tte: Ich bin froh, morgens um 7:00 daheim zu laufen, denn da ist alles, wie ich es kenne. So gut kenne, dass ich gar ohne Stirnlampe unterwegs sein kann. Dank systematischer Routinen f\u00fchlt sich der Schweinehund daheim n\u00e4mlich gar nicht wohl. Der liebt Reisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich sage ich nicht Nein. &#8222;Morgen um 6:30 am Brandenburger Tor?&#8220;. Ja, gerne, sage ich und denke, was f\u00fcr eine Schnapsidee, sich so fr\u00fch nach einem langen Abendtermin f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen zum Laufen durch den Tiergarten zu verabreden. 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