Ich lehne mich mal aus dem Fenster: Sub12. Ziele müssen benannt werden.

Mir fehlt die finanzielle Basis, mir einen Jupp Heynckes  leisten zu können, der mich auf die Spur bringt. Ich ziehe mich selber an den Ohren. Vorteil: Geht immer. Nachteil: Ich tue mir nicht wirklich weh.

Ich lehne mit dennoch mal aus dem Fenster und Sie, liebe Leser, sind die Zeugen. Sub12. Das Kürzel steht für Unter 12. Könnte auch Sub 13 oder 9 sein. Soll heißen: Ich will die Langdistanz beim www.wasserstadt-triathlon.de in Limmer in nun nur noch 3 Wochen in weniger als 12 Stunden schaffen. Eigentlich will ich ja eh nur durch kommen. Aber wenn man das Durchkommen trainiert, bekommt man automatisch auch ein Gefühl für das Tempo, das man schaffen kann. Hier also die Rechnung.

Böse Gucken - Triathleten und Heavy-Metal-Frontsänger haben viel gemeinsam

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Die 3,8 Kilometer Schwimmen: 1 Stunde 10 Minuten.

Die 180 Kilometer Radfahren: 6 Stunden

Die 42 Kilometer Laufen: 4 Stunden

2x Umziehen: 20 Minuten

Jede einzelne Disziplin habe ich in diesen Zeiten schon geschafft, den Marathon gar 40 Minuten fixer. Nur nie an einem Tag unmittelbar hintereinander.

Das sind noch keine 12 Stunden. Das sind nach Planung 11:30 Stunden. Aber irgendwas ist bestimmt immer. Platten, Wind, Regen, Schafe auf der Fahrbahn, die Brille rutscht – wer weiß es denn schon. Der in Front liegende Läufer des letztjährigen Köln-Marathons ist ein paar hundert Meter vorm Ziel falsch abgebogen. Shit happens. Auch den schnellsten – und zu denen gehöre ich ganz gewiss nicht.

Nageln Sie mich also fest. Unter 12 Stunden ist das Ziel. Dies ist quasi meine private Zielvereinbarung, das Tantiemen-Selbstgespräch.

Denn so langsam muss der Ehrgeiz her, um die Motivation schön glänzend zu schleifen. Visionen, Ziele, Selbstverständliches. Der Autor Joe Friel unterscheidet sehr klar zwischen Vision und Ziel. Einen Marathon zu schaffen kann für denjenigen, der noch nie 10 Kilometer am Stück gelaufen ist, eine Vision sein. Hat er erstmal das Training für einen Marathon absolviert, wird aus der Vision das Ziel. Das man erreichen kann. Es darf nur nicht zu leicht sein – sonst ist es selbstverständlich.

Im Beruf kennt das jeder – eine Herausforderung kann gewaltige Ausmaße haben, je mehr man sich ihr mit Energie und Leidenschaft nähert, schrumpft sie zusammen, bis sie machbar scheint – am Ende fragt man sich gar, wovor man Angst hatte.

Das Prinzip hecheln Amateursportler oft durch: Neue Bestzeit, schwererer Wettbewerb – es gibt immer eine neue Herausforderung.

Unter 12 Stunden zu bleiben wird hart genug, wo das Ziel eigentlich eh heißt: Laufend ankommen. Aber die Sendung „Wetten, dass…?“ wäre nie ein Erfolg geworden, wenn die Kandidaten die versprochene Leistung bereits vorher bewältigt hätten. Einen Schnaps drauf aufs Minimalziel muss sein. Also: Sub12.

Erinnern Sie mich bitte nur dran, wenn es geklappt hat.

 

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