{"id":688456,"date":"2026-08-20T06:00:27","date_gmt":"2026-08-20T04:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=688456"},"modified":"2026-08-20T00:44:16","modified_gmt":"2026-08-19T22:44:16","slug":"wenn-erst-ein-job-angeboten-und-dann-ploetzlich-geld-gefordert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/08\/20\/wenn-erst-ein-job-angeboten-und-dann-ploetzlich-geld-gefordert-wird\/","title":{"rendered":"Wenn erst ein Job angeboten und dann pl\u00f6tzlich Geld gefordert wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fake-Headhunter fingieren Recruiting-Prozesse, um mit gef\u00e4lschten Stellenangeboten oder fingierten Recruiting-Prozessen Leute auf Jobsuche zu betr\u00fcgen: <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/gerlindeberger\/\">Gerlinde Berger<\/a>, Managing Partner der internationalen Personalberatung\/Executive Search <a href=\"https:\/\/www.dhrglobal.com\/\">DHR Global aus Chicago<\/a> zeigt im Gastbeitrag sieben Checks, mit denen F\u00fchrungskr\u00e4fte dubiose Ansprachen erkennen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Ein attraktiver Top-Job, eine pers\u00f6nliche Nachricht und zun\u00e4chst wenig Informationen zum Auftraggeber: Im Executive Search ist das gerade bei C-Level-Positionen nicht ungew\u00f6hnlich. Bei diesem Enkel-Trick f\u00fcr Manager \u2013 auch Recruitment Fraud, Jobbetrug oder Stellenbetrug genannt \u2013 imitieren Betr\u00fcger professionelle Direktansprache, um an Geld oder pers\u00f6nliche Daten zu gelangen.<\/p>\n<div id=\"attachment_688458\" style=\"width: 277px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-688458\" class=\"size-medium wp-image-688458\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/DHR.Gerlinde-Berger_DHR-Global-e1787179395516-267x300.png\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/DHR.Gerlinde-Berger_DHR-Global-e1787179395516-267x300.png 267w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/DHR.Gerlinde-Berger_DHR-Global-e1787179395516.png 385w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><p id=\"caption-attachment-688458\" class=\"wp-caption-text\">Gerlinde Berger (Foto: PR\/DHR Global)<\/p><\/div>\n<p>Meist begegnen Kandidaten diese zwei typischen Maschen: Bei der ersten Variante beginnt alles mit einer vermeintlich attraktiven F\u00fchrungsposition. Nach einigen Nachrichten oder einem ersten Gespr\u00e4ch sagt der Fake-Headhunter pl\u00f6tzlich: Der Lebenslauf des Kandidaten m\u00fcsse noch optimiert werden, ein Coaching sei sinnvoll oder eine zus\u00e4tzliche Qualifikation erforderlich, bevor es im Auswahlprozess weitergehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend bietet er kostenpflichtige Lebenslauf-Optimierungen, Coachings, Zertifikate oder andere Beratungsleistungen an. Diese Leistungen k\u00f6nnen an sich seri\u00f6s sein. Misstrauisch sollten Kandidaten jedoch werden, wenn ihre Buchung zur Voraussetzung daf\u00fcr sein soll, f\u00fcr ein angeblich bestehendes Executive-Search-Mandat ber\u00fccksichtigt zu werden. Denn bei reellen Executive-Search-Mandaten gilt: Die Beratung ist beauftragt vom suchenden Unternehmen und das bezahlt sie auch \u2013 und nicht der Kandidat.<\/p>\n<p>Bei der zweiten Variante will der Fake-Headhunter in Wirklichkeit den Zugriff auf pers\u00f6nliche oder finanzielle Informationen. Unter dem Vorwand eines Bewerbungsprozesses, eines Hintergrundchecks oder einer angeblichen Vertragsvorbereitung verlangt er Ausweis- oder Kontodaten.<\/p>\n<p>Die Kriminalpolizei und Verbraucherzentralen warnen davor, dass T\u00e4ter im Rahmen solcher fingierter Recruiting-Prozesse sogar Video-Ident-Verfahren verlangen und dann im Namen der Betroffenen Konten er\u00f6ffnen oder Kredite aufnehmen. Au\u00dfer dem Verlust von Geld droht der Missbrauch der eigenen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Fake-Headhunter zu erkennen, kann schwierig sein. Denn manches, was auf den ersten Blick ungew\u00f6hnlich wirkt, geh\u00f6rt im professionellen Executive Search durchaus zum normalen Prozess \u2013 etwa eine unerwartete Direktansprache oder die anf\u00e4ngliche Vertraulichkeit eines Mandats. Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine Ansprache ungew\u00f6hnlich wirkt, sondern ob sich Person, Prozess und Mandat plausibel \u00fcberpr\u00fcfen lassen.<\/p>\n<p><strong>Sieben Checks vor dem n\u00e4chsten Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Gibt es die Beratung \u00fcberhaupt?<\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie erst die offizielle Unternehmenswebsite. Existiert die Firma? Gibt es nachvollziehbare Kontaktdaten und Informationen zu den dort t\u00e4tigen Beratern? Ein professionell wirkendes LinkedIn-Profil allein reicht als Identit\u00e4tsnachweis nicht aus.<\/p>\n<p><strong>2. Arbeitet die Person tats\u00e4chlich bei der angegebenen Beratung?<\/strong><\/p>\n<p>Gleichen Sie den Namen mit der offiziellen Website der angegebenen Executive-Search-Beratung ab. Bleiben Zweifel, kontaktieren Sie das Unternehmen selbst \u2013 \u00fcber die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse auf der offiziellen Website und nicht \u00fcber Kontaktdaten aus der erhaltenen Nachricht. Das ist besonders wichtig, weil Betr\u00fcger auch die Identit\u00e4t realer Personen oder Unternehmen imitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>3. Passt die E-Mail-Adresse?<\/strong><\/p>\n<p>Die Domain-Mailadresse hinter dem @-Zeichen kann viel verraten. Wer vorgibt, f\u00fcr eine etablierte Beratung zu arbeiten, aber \u00fcber eine private oder vom Unternehmen abweichende Adresse kommuniziert, sollte \u00fcberpr\u00fcft werden. Auch t\u00e4uschend \u00e4hnliche Domains sind ein Warnsignal: Manchmal unterscheiden sie sich nur durch einen Buchstaben, einen Bindestrich oder eine andere Endung.<\/p>\n<p><strong>4. Ist das Gesamtbild plausibel?<\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Karrierehistorie, Kontakte und Aktivit\u00e4ten des Headhunters. Stimmen die Angaben auf LinkedIn mit denen auf der Unternehmenswebsite \u00fcberein? Gibt es Widerspr\u00fcche? Ein neues oder wenig aktives Profil ist allein noch kein Beweis f\u00fcr Betrug. Mehrere Unstimmigkeiten zusammen sind aber ein guter Grund, genau hinzusehen. Und: Ein sprachlich perfektes Anschreiben ist heute kein Seriosit\u00e4tsnachweis, das kann von der KI stammen.<\/p>\n<p><strong>5. Kann der Berater den Prozess erkl\u00e4ren, wenn er das Unternehmen verschweigt?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht jeder seri\u00f6se Executive-Search-Berater wird beim ersten Kontakt den Auftraggeber nennen. Daf\u00fcr kann es gute Gr\u00fcnde geben: vertrauliche Nachfolgeprozesse, noch nicht kommunizierte Neubesetzungen oder sensible Restrukturierungen. Diskretion ist kein Warnsignal. Intransparenz aber schon. Auch ohne den Unternehmensnamen zu nennen, sollte ein professioneller Berater erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, um welche Art von Rolle es bei dem Job geht, welchen Kontext sie hat und wie der weitere Prozess aussieht. Dazu geh\u00f6rt auch die Frage, ob der Headhunter bereits ein konkretes Mandat hat oder zun\u00e4chst nur der Markt sondiert wird.<\/p>\n<p><strong>6. Verlangt der Headhunter ungew\u00f6hnlich fr\u00fch sensible Daten?<\/strong><\/p>\n<p>Ein Lebenslauf geh\u00f6rt zu einem Auswahlprozess. Aber Ausweis-, Konto- oder andere besonders sensible Daten normalerweise nicht. Werden solche Informationen auch noch sehr fr\u00fch verlangt, sollte man nachfragen: Warum sind diese Daten jetzt notwendig? Wer erh\u00e4lt sie? Und \u00fcber welchen sicheren Kanal sollen sie \u00fcbermittelt werden? Bleiben die Antworten unklar, sollte man zun\u00e4chst nichts senden.<\/p>\n<p><strong>7. Sollen Sie bezahlen, um f\u00fcr die Position ber\u00fccksichtigt zu werden?<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4ngt angeblich die Chance auf eine angebliche F\u00fchrungsposition pl\u00f6tzlich davon ab, dass Sie f\u00fcr eine CV-\u00dcberarbeitung, ein Coaching, eine Zertifizierung oder eine andere Zusatzleistung bezahlen, sollte man den Vorgang stoppen und \u00fcberpr\u00fcfen. Karriereberatung und Coaching sind etwas anderes als ein Executive-Search-Mandat, bei dem ein Unternehmen eine Beratung mit der Suche nach einer F\u00fchrungskraft beauftragt hat.<\/p>\n<p>Entscheidend sind drei Fragen: L\u00e4sst sich mein Gegen\u00fcber verifizieren? Ist der Prozess nachvollziehbar? Und passt das Verhalten zu einem professionellen Suchmandat?<\/p>\n<p>Bleiben Zweifel, hilft der einfachste Check: die vermeintliche Beratung \u00fcber ihre offiziellen Kontaktdaten selbst zu kontaktieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fake-Headhunter fingieren Recruiting-Prozesse, um mit gef\u00e4lschten Stellenangeboten oder fingierten Recruiting-Prozessen Leute auf Jobsuche zu betr\u00fcgen: Gerlinde Berger, Managing Partner der internationalen Personalberatung\/Executive Search DHR Global aus Chicago zeigt im Gastbeitrag sieben Checks, mit denen F\u00fchrungskr\u00e4fte dubiose Ansprachen erkennen k\u00f6nnen. 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