{"id":688407,"date":"2026-08-05T02:09:54","date_gmt":"2026-08-05T00:09:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=688407"},"modified":"2026-08-05T02:09:54","modified_gmt":"2026-08-05T00:09:54","slug":"buchauszug-susanne-reinker-rache-am-chef-was-passiert-wenn-mitarbeiter-sich-ungerecht-behandelt-fuehlen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/08\/05\/buchauszug-susanne-reinker-rache-am-chef-was-passiert-wenn-mitarbeiter-sich-ungerecht-behandelt-fuehlen-2\/","title":{"rendered":"Buchauszug Susanne Reinker: &#8222;Rache am Chef. Was passiert, wenn Mitarbeiter sich ungerecht behandelt f\u00fchlen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Buchauszug <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Rache-Chef-Mitarbeiter-schlechter-Unternehmenskultur\/dp\/3430212219\">Susanne Reinker: &#8222;Rache am Chef. Was passiert, wenn Mitarbeiter sich ungerecht behandelt f\u00fchlen&#8220;<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_688408\" style=\"width: 482px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-688408\" class=\"size-full wp-image-688408\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/ReinkerSusanne2_Ausschnitt_c_Ari-Hantke-e1785885100579.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/ReinkerSusanne2_Ausschnitt_c_Ari-Hantke-e1785885100579.jpg 472w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/ReinkerSusanne2_Ausschnitt_c_Ari-Hantke-e1785885100579-291x300.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><p id=\"caption-attachment-688408\" class=\"wp-caption-text\">Susanne Reinker (Foto: PR\/Ullstein Verlag\/Ari Hantke)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Sabotage: Angriffe aus dem Nichts<\/h1>\n<p>Bei Diebstahl und Betrug durch Mitarbeitende ist das Tatmotiv nicht immer eindeutig. Kann sein, dass sie frustriert sind und einen verdeckten Gehaltsausgleich im Sinn haben. Kann auch sein, dass sie unverschuldet in Not geraten oder einfach geldgierig sind.<\/p>\n<p>Bei Sabotageakten hingegen gibt es keinen Zweifel. Hier sind Frustration, Unzufriedenheit und ein Gef\u00fchl der Machtlosigkeit die Hauptmotive. Die Tat selbst und die klammheimliche Schadenfreude \u00fcber das, was sie so alles angerichtet hat, schieben den Frust eine Weile beiseite, zugunsten des wohligen Gef\u00fchls, dass im Job auch die Arbeitnehmenden ein St\u00fcck Macht haben. Die Macht, die Maschinerie zumindest phasenweise lahmlegen zu k\u00f6nnen. Was in der Regel \u00fcberraschend einfach ist, denn die Saboteure sind oft seit Jahren im Betrieb und kennen die Schwachpunkte genau.<\/p>\n<p>Aus demselben Grund ist das Risiko, erwischt zu werden, \u00fcberschaubar. Und selbst wenn, ist b\u00f6se Absicht kaum nachzuweisen, weil das Repertoire glaubw\u00fcrdiger Ausreden, genau wie bei den Schleichwegen zwischen Versehen und Vergehen, so gro\u00df ist. Eine bedauerliche Ungeschicklichkeit, das kann doch jedem mal passieren, Irren ist menschlich, der Stress war zu gro\u00df, Fehler passieren, Shit happens. Dumm gelaufen, ja, \u00e4rgerlich \u2013 aber normalerweise kein Grund zur K\u00fcndigung.<\/p>\n<p>Wenn man allerdings bereits gefeuert wurde oder zumindest damit rechnet, wird Sabotage gerne zum Abschiedsgeschenk, und zwar so oft, dass Berichte zum Thema \u00bbInsider Threats\u00ab ausdr\u00fccklich darauf hinweisen.<\/p>\n<p>Fast alles, was den Unternehmen lieb und teuer ist, kann firmeninternen Saboteuren zum Opfer fallen, von Beziehungen zu Kunden und Gesch\u00e4ftspartnern \u00fcber Traditionsprodukte und Vorzeigeprojekte bis hin zum gesammelten Datenbestand und zur gesamten Kommunikation mit der Innen\u2011 und Au\u00dfenwelt. Entsprechend horrorm\u00e4\u00dfig k\u00f6nnen die Sch\u00e4den ausfallen: Imagekrise, Datenschutz-\u00c4rger, zerst\u00f6rte IT\u2011Strukturen, handfeste finanzielle Einbu\u00dfen, Verlust geistigen Eigentums.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Dienstleistungssabotage<\/h1>\n<p>Hier trifft\u2019s die Kunden, in uferlosen Varianten und in einem uferlosen Dunkelfeld. Denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob die fehlenden Schrauben im Montagesatz, das abrupte Ende eines Telefonats mit der Hotline, das verloren gegangene Paket, die besch\u00e4digte Lieferung, die Falschberatung oder der fehlgeleitete Koffer einfach nur Pech sind? Oder eine kleine Strafe f\u00fcr unfreundliche Kunden? Oder aber Rache am Unternehmen. Denn unzufriedene Kunden sind bald keine Kunden mehr, und weniger Kunden = weniger Gewinn.<\/p>\n<p>Eine einzelne Beschwerde k\u00f6nnen die Unternehmen noch als \u00bbbedauerlichen Einzelfall\u00ab vom Tisch wischen, aber in dem Bereich k\u00f6nnen die Einzelf\u00e4lle durchaus bedrohliche Ausma\u00dfe annehmen. Besonders in der <em>Gig Economy<\/em>, also auf Plattformen wie Uber und Lieferando, die zeitlich befristete Jobs f\u00fcr Freelancer, Soloselbstst\u00e4ndige und andere \u00bbgeringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte\u00ab vergeben, ist das Risiko so gro\u00df, dass sich sogar erste wissenschaftliche Studien damit besch\u00e4ftigen. Denn die dort Arbeitenden sind nicht nur ausbeuterischen Arbeitgebern, sondern h\u00e4ufig auch unfreundlichen Kunden ausgesetzt. Da liegt es nahe, denen einen eins auszuwischen \u2013 und den anderen dadurch indirekt gleich mit.<\/p>\n<p>Manchmal allerdings schaffen herausragende Einzeltaten es aus dem Dunkelfeld hinein ins Scheinwerferlicht der internationalen Medien. So etwa das Werk des IKEA\u2011Grafikers auf der Abschussliste, der vor ein paar Jahren dem Hund, der da mitsamt seiner fotogenen Familie auf Ikea\u2011M\u00f6beln chillt, per Photoshop einen Menschenpenis verschaffte. Der Katalog mit dem Motiv ging in Millionen Exemplaren an 35 L\u00e4nder; es kam offenbar zu zahlreichen Beschwerden. Und ein gefeuerter Verantwortlicher des Gastronomiebereichs des Disney\u2011Konzerns nutzte seine immer noch g\u00fcltige Zugangsberechtigung, um s\u00e4mtliche im System hinterlegten Infos zur Erstellung von Restaurantmen\u00fcs wochenlang in Datensalat zu verwandeln\u00a0und die QR\u2011Codes der Speisekarten von einer Seite \u00fcber verwendete Allergene unbemerkt umzuleiten auf politische Aktivisten\u2011Websites. Wie viele Beschwerden es dar\u00fcber gab, ist leider nicht \u00fcberliefert, aber der Image\u2011 und Finanzschaden d\u00fcrfte auch hier betr\u00e4chtlich gewesen sein.<\/p>\n<h1>Produktionssabotage<\/h1>\n<p>In der maschinellen Herstellung m\u00fcssen zahllose Elemente pr\u00e4zise ineinandergreifen, vom altmodischen R\u00e4dchen bis zum computergesteuerten Greifarm. Alles muss millimetergenau passen, sonst geraten ganze Abl\u00e4ufe aus dem Takt. Ausgerechnet die Besch\u00e4ftigten, die sich darum k\u00fcmmern m\u00fcssen, dass alles l\u00e4uft wie geschmiert, wissen am besten, wo ein kleiner Eingriff gro\u00dfen Schaden anrichtet. Und Wissen ist bekanntlich Macht.<\/p>\n<p>So entpuppten sich die Produkte eines Maschinenherstellers nach der Auslieferung immer wieder als defekt. Erst im Zuge einer Untersuchung stellte sich heraus, dass ein Besch\u00e4ftigter hinter dem Problem steckte.<\/p>\n<p>Ein Betriebstechniker sch\u00fcttete eine Fl\u00fcssigkeit in einen Schaltschrank und legte damit nach \u00dcberzeugung seines Arbeitgebers die Pumpernickelproduktion einer Gro\u00dfb\u00e4ckerei lahm.<\/p>\n<p>Nicht sehr raffiniert, aber daf\u00fcr wirksam: Unbekannte Innent\u00e4ter setzten die Toiletten eines Rechenzentrums durch \u00bbVerstopfen der Abfl\u00fcsse und gleichzeitiges \u00d6ffnen der Wasserzufuhr\u00ab unter Wasser und damit zentrale Technikbestandteile gleich mit.<\/p>\n<p>Und hier noch drei sch\u00f6ne F\u00e4lle, mit denen sich die Vertrauensschadenversicherung EulerHermes (heute Allianz) befassen musste: Ein gek\u00fcndigter Firmenangestellter bef\u00fcllte die Treibr\u00e4der von Dieselloks mit Sand statt mit \u00d6l, was f\u00fcr die Loks erwartungsgem\u00e4\u00df schlecht ausging. Ein Besch\u00e4ftigter war \u00fcber die anstehende Werks-schlie\u00dfung so aufgebracht, dass er zusammengekehrten Dreck statt in den M\u00fcll in die Produktionszentrifugen f\u00fcr Schmierk\u00e4se kippte.<\/p>\n<p>Ein anderer kam auf die k\u00fcnstlerisch wertvolle Idee, die gesamte Hagelzuckerproduktion blau einzuf\u00e4rben. F\u00fcr die Versicherung ein klares Beispiel von Mitarbeiterrache.<\/p>\n<h1>Lebensmittelsabotage<\/h1>\n<p>Verf\u00e4rbt, verdreckt, ungenie\u00dfbar gemacht \u2013 willkommen in der Geisterbahn der Lebensmittelsabotage. Die ja manchmal noch ganz andere Gruselattraktionen zu bieten hat. Zwar wird niemand je feststellen k\u00f6nnen, ob die Maus in der Ravioli\u2011Dose oder der K\u00e4fer im Cheeseburger von ganz allein in diese artfremde Umgebung geraten sind oder ob da jemand ein bisschen nachgeholfen hat. Tatsache ist, dass sich die Frage bei seltsamen Geschichten dieser Art f\u00f6rmlich aufdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Und Tatsache ist auch, dass nichts selbst gro\u00dfe Lebensmittelhersteller so schnell und so gewaltig unter Druck bringen kann wie Schlagzeilen \u00fcber ihre Produkte. Denn viele Konsumenten reagieren auf Meldungen \u00fcber Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel von Lebensmitteln mit sofor-tigem und oft unwiderruflichem Markenwechsel.<\/p>\n<p>Letztlich ist es wie mit Klatsch und Tratsch: Egal, was an einer unangenehmen Geschichte wirklich dran war \u2013 irgendetwas davon bleibt immer im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen. Wozu auch die \u00f6ffentliche Berichterstattung beitr\u00e4gt. Denn amtliche R\u00fcckrufportale wie <a href=\"http:\/\/www.lebensmit-telwarnung.de\">www.lebensmittelwarnung.de<\/a> geh\u00f6ren zur Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr Journalistinnen und Journalisten, es k\u00f6nnte ja etwas besonders Schmackhaftes dabei sein. Was bei den einen die Klickzahlen in die H\u00f6he treibt, ruft bei den anderen Gef\u00fchle irgendwo zwischen Unbehagen, Angst und Brechreiz hervor. So platzierte die Aufseherin eines australischen Obstpfl\u00fcckerteams Stecknadeln in Erdbeeren. In Deutschland machte ein bisher unbekannter T\u00e4ter dasselbe mit Aufbackbr\u00f6tchen von\u00a0Kaufland Offenburg.<\/p>\n<p>Die Brauerei Frankenbr\u00e4u musste innerhalb kurzer Zeit sogar drei Mal ihr Bier zur\u00fcckrufen, weil es mit Lauge verunreinigt war. Betroffen waren 30.000 Flaschen, der Verlust belief sich auf gesch\u00e4tzte\u00a0100.000 Euro. Nach zwei ergebnislosen Gutachten zur Produktionsanlage vermutet man jetzt \u2026 Sabotage, genau.<\/p>\n<p>Und Kellogg\u2019s erlebte den Albtraum jeder PR\u2011Abteilung, als in den sozialen Medien der Clip eines Mitarbeiters viral ging, der sich dabei filmte, wie er auf das Flie\u00dfband mit den Rice Krispies pinkelt. Zahlreiche Medien berichteten ausf\u00fchrlich, und Kellogg\u2019s brachte sein tiefstes Bedauern zum Ausdruck. Da war die betroffene Charge allerdings bereits verzehrt.<\/p>\n<h1>Datensabotage<\/h1>\n<p>Die Informationstechnik entwickelt sich im \u00dcberschalltempo, genau wie die Abh\u00e4ngigkeit der Wirtschaft von ihr. Also besch\u00e4ftigen Unternehmen IT\u2011Experten noch und n\u00f6cher. Die wiederum werden allerdings ratzfatz wieder gek\u00fcndigt, wenn ihre Skills nicht mehr erforderlich sind oder veraltet scheinen.<\/p>\n<p>In den USA werden seit Jahren immer wieder massenhaft ITler auf einmal entlassen, allen voran bei Amazon, Alphabet\/Google,139 Microsoft,140 Meta141 und Twitter\/X.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland schicken KI &amp; Co. sich an, eine Menge Jobs in dem Bereich \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. Programmierer, Datenanalytikerinnen und Besch\u00e4ftigte in der Systemadministration gelten als gef\u00e4hrdet oder sind wom\u00f6glich schon \u00bboutgesourct\u00ab worden. Allerdings wird dem einen oder anderen Oberboss, der sich \u00fcber die eingesparten Personalkosten freut, das H\u00e4ndereiben m\u00f6glicherweise bald vergehen.<\/p>\n<p>Denn da kommen Leute auf die Abschussliste, die genau wissen, wie und wo sie ihrem Laden so richtig wehtun k\u00f6nnen: Sie nutzen einfach ihre Macht \u00fcber die Systeme, die sie eigentlich am Laufen halten sollen. Und davon kann selbst die beste Schutz\u2011 und Verschl\u00fcsselungstechnik sie nicht abhalten. Sie sind ja auch daf\u00fcr zust\u00e4ndig und haben die entsprechenden Zugriffsrechte.<\/p>\n<p>Die meisten Sabotageakte werden offenbar \u00bbsicherheitshalber\u00ab vorbereitet, wenn die Saboteure ihre Jobs noch haben. Ausgef\u00fchrt werden sie dann kurz vor oder nach dem Ende des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses.<\/p>\n<p>Der IT\u2011Bereich ist auch ohne frustrierte Besch\u00e4ftigte so gef\u00e4hrdet (unter anderem auch durch Betrug und Spionage), dass das BSI regelm\u00e4\u00dfig ein IT\u2011Grundschutzkompendium ver\u00f6ffentlicht. Das aktuelle hat sage und schreibe 856 Seiten und ein Inhaltsverzeichnis, das sich streckenweise liest wie eine Ideensammlung f\u00fcr angehende Saboteure: 145 Abh\u00f6ren \u2013 Manipulation Hard\u2011\/Software \u2013 Unbefugtes Eindringen in IT\u2011Systeme \u2013 Missbrauch von Berechtigungen \u2013 Ressourcenmangel \u2013 unberechtigte Nutzung der Administration von Ger\u00e4ten und Systemen \u2013 Abstreiten von Handlungen (jeweils inklusive aktueller Fallbeispiele).<\/p>\n<p>Einige Methoden, beispielsweise E\u2011Mail\u2011Bomben, DoS\u2011Attacken, eingeschleuste Viren und W\u00fcrmer, sind inzwischen quasi ein alter Hut, so oft haben einschl\u00e4gige Aktionen schon Schlagzeilen gemacht. Andere, wie etwa die Massenvernichtung von Daten, sind offenbar inzwischen Klassiker. So zerst\u00f6rte die Mitarbeiterin einer amerikanischen Kreditgenossenschaft direkt nach ihrer K\u00fcndigung innerhalb von 40 Minuten 21.000 Gigabyte Gesch\u00e4ftsdaten.<\/p>\n<p>Das British Museum, eines der ber\u00fchmtesten und gr\u00f6\u00dften Museen der Welt, musste teilweise schlie\u00dfen, nachdem ein Ex\u2011Mitarbeiter einen Teil des IT\u2011Systems au\u00dfer Betrieb gesetzt hatte. Wie genau er das angestellt hat, ist allerdings noch nicht bekannt.<\/p>\n<p>So richtig spektakul\u00e4r wird\u2019s immer, wenn so ein gefeuerter IT-Experte einen zuvor installierten <em>Kill Switch <\/em>aktiviert. Der dient eigentlich als Sicherheitsma\u00dfnahme zur Notabschaltung eines Systems \u2013 kann aber auch dazu missbraucht werden, zu einem bestimmten Ereignis (zum Beispiel der Abmeldung eines Gek\u00fcndigten vom System) auf einen Schlag alles zu l\u00f6schen oder sonst wie unbrauchbar zu machen. So geschehen beispielsweise in einem Verwaltungszentrum in Ohio mit weltweit \u00fcber 90.000 Mitarbeitenden.<\/p>\n<h1>Sabotage auf Bestellung: Mitmachen und gewinnen!<\/h1>\n<p>Bleibt die gef\u00e4hrlichste Neuentwicklung im Bereich Datensabotage: <em>Ransomware as a Service<\/em>, kurz RaaS. Dass es Erpressungssoftware gibt, durch die Daten von Unternehmen und auch Privatleuten von Hackern verschl\u00fcsselt und erst gegen Zahlung von viel Geld (hoffentlich) wieder freigegeben werden, ist ziemlich bekannt. Weniger bekannt ist, dass Cyberkriminelle daraus inzwischen ein Gesch\u00e4ftsmodell auch f\u00fcr IT\u2011Laien gemacht haben: Sie vermieten fertige Ransomware samt Technical Support und Hotline, f\u00fcr Einzeleins\u00e4tze oder im Abo. Die erpressten Gewinne werden zwischen Anbietern und Kunden aufgeteilt.<\/p>\n<p>Fachleute warnen bereits vor dem enormen Rachepotenzial dieser etwas anderen \u00bbStart\u2011ups\u00ab. Denn offenbar kontaktieren die Anbieter gezielt Besch\u00e4ftigte von Unternehmen, die durch K\u00fcndigungswellen von sich reden machen \u2013 logo, denn die Angesprochenen sind allesamt potenzielle Kundinnen und Kunden. Um es ihrem Laden heimzuzahlen und sich so wom\u00f6glich auch eine unfreiwillig ausbezahlte Abfindung zu sichern.<\/p>\n<div id=\"attachment_688410\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-688410\" class=\"size-full wp-image-688410\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/d178131e472f3da5dd79849171218e3d6730c1.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/d178131e472f3da5dd79849171218e3d6730c1.png 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/d178131e472f3da5dd79849171218e3d6730c1-300x300.png 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/08\/d178131e472f3da5dd79849171218e3d6730c1-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-688410\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Ullstein Verlag)<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ullstein.de\/werke\/rache-am-chef-neu\/paperback\/9783430212212\">Susanne Reinker: &#8222;Rache am Chef. Was passiert, wenn Mitarbeiter sich ungerecht behandelt f\u00fchlen&#8220; &#8211; Ullstein Verlag, 208 Seiten, 18 Euro<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welche Sabotagem\u00f6glichkeiten sich durch KI ergeben, ist bisher nur ansatzweise erkennbar, beispielsweise im Bereich Deep Fakes. Doch es besteht kein Zweifel daran, dass Unternehmen auch hier von einem enormen Risiko ausgehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ganz egal, ob die Saboteure auffliegen oder nicht \u2013 die Unternehmen bleiben (genau wie bei Diebstahl und Betrug) auf dem L\u00f6wenanteil der Kosten f\u00fcr die entstandenen Sch\u00e4den sitzen. Kosten, die existenzbedrohende Ausma\u00dfe annehmen k\u00f6nnen, aber in der Regel nicht durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt werden.<\/p>\n<h1>Vandalismus: \u00bbIch mach kaputt, was mich kaputt macht!\u00ab<\/h1>\n<p>So spektakul\u00e4r kann sie aussehen, die \u00bbRache des kleinen Mannes\u00ab: Mit Fu\u00dftritten, Farbbeuteln, Baseballschl\u00e4gern und Bulldozern (sofern verf\u00fcgbar) attackieren gefeuerte Mitarbeitende B\u00fcros, Warenlager, Verkaufsr\u00e4ume oder gerne auch das Auto vom Ex\u2011Chef.<\/p>\n<p>Anders als bei Sabotageakten kann hier keiner darauf spekulieren, unentdeckt zu bleiben oder sich rausreden zu k\u00f6nnen. Oft genug gibt es Zeugen, oder \u00dcberwachungskameras halten fest, was los war, oder der T\u00e4ter geh\u00f6rt aufgrund fr\u00fcherer Konflikte sowieso zu den Hauptverd\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Das wei\u00df er (oder sie) alles selbst und kann sich deshalb ausrechnen, dass das Kurz\u2011und\u2011klein\u2011Schlagen von Firmeneigentum so gut wie sicher heftige Konsequenzen hat. Anzeige, Schadensersatzforderungen, Pleite, Knast.<\/p>\n<p>Hier ein paar besonders eindrucksvolle F\u00e4lle:<\/p>\n<p>\u0241\u00a0 Als der Chef eines Kochs dessen Beschwerde \u00fcber Arbeits\u00fcberlastung vom Tisch wischte, griff dieser beherzt zur Kelle und w\u00fcrzte 1200 Portionen Buletten mit Blumenkohl und Kartoffeln nach. Mit 25 Kilo Salz.<\/p>\n<p>\u0241\u00a0 Nachdem der Mitarbeiter eines Hotels auf Usedom an Heiligabend gefeuert wurde, \u00bbweil er nicht ins Team passte\u00ab, z\u00fcndete er auf dem Hotelparkplatz vier Autos an und besch\u00e4digte weitere siebzehn. Gesamtschaden:\u00a0120.000 Euro.<\/p>\n<p>\u0241\u00a0 Der gefeuerte Mitarbeiter eines Autoh\u00e4ndlers setzte mithilfe eines Remote\u2011Systems \u00fcber 100 geleaste Fahrzeuge au\u00dfer Betrieb. Die Fahrer konnten sie nicht mehr starten \u2013 und die ebenfalls per Fernsteuerung aktivierten Hupen nicht ausschalten.<\/p>\n<p>\u0241 Im Mercedes\u2011Werk im spanischen Vitoria demolierte ein Ex\u2011Mitarbeiter mithilfe eines Baggers Dutzende funkelnagelneuer Vans.<\/p>\n<p>\u0241\u00a0 Ein gek\u00fcndigter Mitarbeiter von Airbus verschaffte sich Zutritt zu einer Montagehalle des Flugzeugbauers und nahm dort vorhandenes Werkzeug zu Hilfe, um der Rumpfschale eines Fliegers Sch\u00e4den in einer Gesamth\u00f6he von 50.000 Euro zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>\u0241\u00a0 In Baden\u2011W\u00fcrttemberg verw\u00fcstete ein gefeuerter Baggerfahrer, der noch Anspruch auf eine Lohnzahlung hatte, an Silvester Fahrzeuge und Maschinen auf gleich zwei Grundst\u00fccken seines Ex\u2011Arbeitgebers. Er rammte auch mehrere Polizeifahrzeuge und konnte erst durch t\u00f6dliche Sch\u00fcsse gestoppt werden. Den Ermittlungen zufolge ging er davon aus, dass er seine Zerst\u00f6rungsfahrt nicht \u00fcberleben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Solche Dokudramen sind ein gefundenes Fressen f\u00fcr <em>Bild, <\/em>Boulevard und Trash\u2011TV. Doch die Schlagzeilen und Clips dar\u00fcber bedienen nicht nur die Lust auf Schadenfreude und Skandale. Sie zeigen auch, dass die Angst vor Konsequenzen im Zweifelsfall kaum jemanden abschreckt.<\/p>\n<p>Das wiederum ist sp\u00e4testens nach den Studienergebnissen rund um das Ultimatum\u2011Spiel, siehe Teil 3, keine \u00dcberraschung mehr. Ausnahmslos jeder, der in die Opferrolle gedr\u00e4ngt wird, will da wieder raus, das Gleichgewicht wiederherstellen. Manchmal buchst\u00e4blich um jeden Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Susanne Reinker: &#8222;Rache am Chef. Was passiert, wenn Mitarbeiter sich ungerecht behandelt f\u00fchlen&#8220; &nbsp; &nbsp; Sabotage: Angriffe aus dem Nichts Bei Diebstahl und Betrug durch Mitarbeitende ist das Tatmotiv nicht immer eindeutig. Kann sein, dass sie frustriert sind und &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/08\/05\/buchauszug-susanne-reinker-rache-am-chef-was-passiert-wenn-mitarbeiter-sich-ungerecht-behandelt-fuehlen-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[12769,1795,1890,6252,12768,6863],"class_list":["post-688407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rache-am-chef-was-passiert-wenn-mitarbeiter-sich-ungerecht-behandelt-fuehlen","tag-allianz","tag-buchauszug","tag-euler-hermes","tag-susanne-reinker","tag-ullstein-verlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/688407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=688407"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/688407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":688411,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/688407\/revisions\/688411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=688407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=688407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=688407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}