{"id":688178,"date":"2026-06-29T06:00:05","date_gmt":"2026-06-29T04:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=688178"},"modified":"2026-06-29T01:50:42","modified_gmt":"2026-06-28T23:50:42","slug":"buchauszug-marina-schakarian-weniger-machen-mehr-schaffen-aufhoeren-loslassen-fokussieren-der-gegenentwurf-zum-produktivitaetswahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/06\/29\/buchauszug-marina-schakarian-weniger-machen-mehr-schaffen-aufhoeren-loslassen-fokussieren-der-gegenentwurf-zum-produktivitaetswahn\/","title":{"rendered":"Buchauszug Marina Schakarian: &#8222;Weniger machen, mehr schaffen. Aufh\u00f6ren. Loslassen. Fokussieren \u2013 der Gegenentwurf zum Produktivit\u00e4tswahn&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Marina Schakarian: &#8222;Weniger machen, mehr schaffen. <b>Aufh\u00f6ren. Loslassen. Fokussieren \u2013 der Gegenentwurf zum Produktivit\u00e4tswahn<\/b>&#8222;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_688179\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-688179\" class=\"size-full wp-image-688179\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/Schakarian.MarinaFotografin-Julia-Marie-Werner.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/Schakarian.MarinaFotografin-Julia-Marie-Werner.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/Schakarian.MarinaFotografin-Julia-Marie-Werner-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/Schakarian.MarinaFotografin-Julia-Marie-Werner-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-688179\" class=\"wp-caption-text\">Marina Schakarian (Foto: PR\/Redline Verlag\/Julia-Marie Werner)<\/p><\/div>\n<h1>TEIL 1 AUFH\u00d6REN<\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1>Wieso immer mehr?<\/h1>\n<p><em>Der Wecker klingelt.<\/em><\/p>\n<p><em>Schon beim ersten Augenaufschlag f\u00e4llt dir das eine Telefonat ein, das du heute unbedingt noch vor dem offiziellen Meetingmarathon unterbringen musst.<\/em><\/p>\n<p><em>In den Knochen steckt noch das gestrige Gespr\u00e4ch mit deiner Chefin. Du solltest dich bitte noch ein bisschen mehr bei diesem schwierigen Kunden engagieren. Schlie\u00dflich braucht die Firma die Projektverl\u00e4ngerung.<\/em><\/p>\n<p><em>Dir f\u00e4llt ein, dass du dich f\u00fcr die Firmenfeier unbedingt noch um die Location k\u00fcmmern musst \u2013 macht ja sonst niemand. \u00bbDir kann man sowas geben, da wei\u00df ich, dass es gut wird\u00ab, meinte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Vorbeigehen. Ein Kompliment. Oder?! \u00bbEigentlich nicht mein Zust\u00e4ndigkeitsbereich\u00ab, schrie alles in dir.<\/em> <em>Aber du sagtest: \u00bbAlles klar, ich habe da schon etwas im Kopf\u00ab. Du kannst das nicht l\u00e4nger aufschieben \u2013 die besten Locations sind wahrscheinlich schon weg. Am besten, du setzt dich direkt dran.<\/em><\/p>\n<p><em>Wobei, nein, du musst unbedingt noch die Bewerbungen f\u00fcr die Praktikantenstelle durchgehen. Ohne dein Go kann die Personalabteilung keine Termine vergeben. Du \u00f6ffnest den Kalender auf dem Handy und schaust auf die farbigen Terminblocker, die deinen Tag bestimmen. Wenn du die Mittagspause ausfallen l\u00e4sst, kannst du schnell \u00fcber die Bewerbungen fliegen. Damit kommst du aber noch nicht hin. Vielleicht wurde ja ein Termin abgesagt?<\/em><\/p>\n<p><em>Du gehst in deine Mails \u2026 und wirst mit noch mehr Aufgaben eingedeckt, die den direkten Weg in deine Wohnung, dein Schlafzimmer, dein Bett finden \u2013 noch bevor der Arbeitstag offiziell begonnen hat.<\/em><\/p>\n<p>So ist es eben, das moderne Arbeitsleben, sagst du dir. Deine Morgenstunde hat schon lange kein Gold mehr im Mund, sondern nur noch mehr Punkte f\u00fcr deine To-do-Liste.<\/p>\n<p>Nehmen wir uns die Zeit und schauen genau hin, wie es dazu kommen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>DIE HOMEOFFICE-FALLE<\/h2>\n<p>Homeoffice war fr\u00fcher ein absolutes Privileg, das nur in Ausnahmef\u00e4llen genehmigt wurde. Gearbeitet wurde im B\u00fcro, mit einem eingerichteten Arbeitsplatz, einem ergonomischen Stuhl und einem Rollcontainer. Fr\u00fcher war der Satz \u00bbDer Kollege ist heute im Homeoffice\u00ab das \u00c4quivalent f\u00fcr \u00bbist heute im Prinzip nicht erreichbar\u00ab. Mit der Pandemie 2020 stolperten Millionen Berufst\u00e4tige in einen neuen Arbeitsmodus, der seitdem kaum mehr wegzudenken ist: Arbeit von zu Hause aus. Erst provisorisch und scheinbar vor\u00fcbergehend lie\u00dfen wir den Job bei uns einziehen.<\/p>\n<p>Ohne eigenes Arbeitszimmer stellte ich damals das aussortierte Beistellbett meiner kleinen Tochter ans Schlafzimmerfenster, dazu den K\u00fcchenstuhl \u2013 zack, fertig war mein Arbeitsplatz. Zu Beginn irgendwie aufregend, gem\u00fctlich und praktisch. Zwischen den Meetings konnte ich stillen, W\u00e4sche waschen und mich mit meinem Mann abwechselnd um die Kinderbetreuung k\u00fcmmern. Ich lernte die Wohnzimmer und K\u00fcchen meiner Kolleginnen kennen, sah ihre Lieblingskaffeetassen und ihre besseren H\u00e4lften durchs Bild huschen.<\/p>\n<p>Die ersten Mails des Tages las ich auf der Terrasse, mit einer warmen Tasse Tee. In der Mittagspause spazierte ich zum Gem\u00fcseladen um die Ecke, zu dem ich es bisher wegen der ungew\u00f6hnlichen \u00d6ffnungszeiten nie geschafft hatte. Kollegen gingen zum Friseur oder auf den Zahnarztstuhl, machten fr\u00fcher Schluss, um Verwandte zu besuchen, oder ihre Kinder von der Schule abzuholen, um sich anschlie\u00dfend \u00bbnoch einmal einzuw\u00e4hlen\u00ab.<\/p>\n<p>Durch die \u00f6rtliche Verlagerung der Arbeit aus den B\u00fcros in Industriegebieten in unseren Lebensmittelpunkt \u2013 unser Zuhause \u2013 arbeiteten wir pl\u00f6tzlich wann und wie wir wollten: in Jogginghose, beim Gassigehen oder aus dem Auto auf dem Weg ins Wochenende.<\/p>\n<p>Und nicht nur Einzelne machten davon Gebrauch, sondern nahezu alle. Fr\u00fcher waren wir durch einen festen Arbeitsort und relativ feste Arbeitszeiten synchronisiert. Nun verschob sich unser Arbeitsrhythmus durch die unterschiedlichen Pausen, Wege und Anforderungen.<\/p>\n<p>Was neben der neu gewonnenen Flexibilit\u00e4t unsichtbar passierte: Pl\u00f6tzlich war man immer erreichbar. \u00bbWarte kurz, ich mache schnell meinen Laptop auf\u00ab, wenn das Handy beim Abend- oder Mittagessen klingelte. Die Rollen zwischen der Privatperson mit Feierabendrecht und der beruflichen Verantwortung wurden durch das Homeoffice mindestens aufgeweicht \u2013 oder sogar weggesp\u00fclt. War fr\u00fcher ein sp\u00e4ter Anruf des Chefs die Ausnahme, ist es heute fast normal, noch Mails nach 18 Uhr zu schreiben. Und abzuschicken. Die Kollegen machen es ja genauso.<\/p>\n<p><strong><em>Ohne r\u00e4umliche Grenzen und technische H\u00fcrden gibt es keine<\/em><\/strong> <strong><em>nat\u00fcrliche Abgrenzung mehr.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Denn selbst klassische Nine-to-five-B\u00fcrojobs m\u00fcssen pl\u00f6tzlich nicht mehr in diesem festen Zeitfenster erledigt werden.<\/p>\n<p>Mit der Entgrenzung kommt es zu einer Verlagerung der Verantwortung.<\/p>\n<p>Wir selbst sind daf\u00fcr verantwortlich, uns von unseren To-do-Listen abzugrenzen, sie zu ordnen und Sorge zu tragen, wann wir was erledigen. Die dazu n\u00f6tigen F\u00e4higkeiten hat uns aber niemand beigebracht. Genau das ist eine der gr\u00f6\u00dften Belastungen, wenn es um New Work oder die neue Art zu arbeiten geht. Der Chef steht nicht mehr mit der Stechuhr da und schickt dich in den Feierabend. Du allein musst schauen, wie du deine Termine koordinierst, dich darauf vorbereitest, deinen Kalender pflegst und dir neue F\u00e4higkeiten aneignest.<\/p>\n<p>Die Digitalisierung er\u00f6ffnet uns M\u00f6glichkeiten, die wir fr\u00fcher nicht hatten \u2013 und verschiebt zugleich Grenzen. Wir k\u00f6nnen ortsunabh\u00e4ngig arbeiten, schneller kommunizieren und mehrere Projekte parallel steuern.<\/p>\n<p>Leider nutzen wir diese scheinbare Vereinfachung nicht, um auszuspannen, sondern um noch mehr Arbeit hineinzupressen und unsere Leistung weiter zu steigern. Das sorgt daf\u00fcr, dass in der gleichen oder sogar k\u00fcrzeren Zeit mehr Aufgaben erledigt werden und damit auch das Arbeitspensum steigt. Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt dieses Ph\u00e4nomen als Beschleunigung: Effizienzgewinne f\u00fchren nicht zu Entlastung, sondern zu Verdichtung und h\u00f6herem Leistungsdruck.<\/p>\n<h2>PRIORISIERUNGSPROBLEME DURCH ARBEITSVERDICHTUNG<\/h2>\n<p>\u00bbFr\u00fcher bin ich zu jedem gr\u00f6\u00dferen Termin pers\u00f6nlich hingefahren\u00ab, sagte mir ein Redakteur \u2013 kein Handlungsreisender. F\u00fcr Vertragsverhandlungen, Kooperationen, Kick-offs oder Reviews setzte man sich noch vor 2020 in den Zug, fuhr ein paar Stunden und verbrachte den Tag bei den Gesch\u00e4ftspartnern. Durch die klare Verortung ergab sich eine nat\u00fcrliche Priorisierung: Genau dieses Projekt, diese Aufgabe, diese Rolle war f\u00fcr den Tag das Wichtigste \u2013 alles andere r\u00fcckte nach hinten.<\/p>\n<p>Heute gehen Kalkulationsgespr\u00e4che, Projektabschl\u00fcsse und Personalgespr\u00e4che ineinander \u00fcber \u2013 nahezu nahtlos. Der n\u00e4chste Termin ist nur einen Klick entfernt, denn schlie\u00dflich muss man nicht mal mehr den Raum wechseln, sondern nur das Computerfenster.<\/p>\n<p>Die \u00dcberlappung und die steigende Termindichte f\u00fchren dazu, dass wir vieles parallel erledigen. Bei jedem Meeting haben wir unseren Laptop oder unser Handy dabei, eine schnelle Antwort hier, ein paar Mails da.<\/p>\n<p><strong><em>Unsere Arbeit ist schneller, dichter und fragmentierter geworden.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das alles wird unter dem knappen Wort Arbeitsverdichtung zusammengefasst.<\/p>\n<h2>DER FLUR FUNKT NICHT MEHR<\/h2>\n<p>Zwar holten viele Firmen nach der Pandemie ihre Mitarbeitenden zur\u00fcck ins B\u00fcro, doch die antrainierten Arbeitsgewohnheiten nahmen wir mit. Nun passiert es oft, dass wir uns mit den Kollegen vom B\u00fcro nebenan in digitalen Terminen wiederfinden. \u00bbAh, du bist auch im Office?\u00ab \u2013 und dennoch sprechen wir weiter miteinander im Videocall.<\/p>\n<p>Wie Pacman frisst sich der Job durch unser Leben. Im Spiel bewegt sich Pacman rastlos durch ein Labyrinth und verschlingt Punkt um Punkt, ohne je stehen zu bleiben. Genauso nimmt der Arbeitsalltag immer mehr Raum ein. Damit steigen Tempo und Anforderungen; vieles ist scheinbar nur eine Mail oder einen Call entfernt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist alles direkt ein \u00bbMeeting\u00ab. Da wir kaum Gelegenheiten haben, um Dinge auf kurzem und spontanem Weg zu besprechen, m\u00fcssen wir alles terminieren. \u00bbHast du heute nochmal f\u00fcnf Minuten?\u00ab, lauten viele Chat-Nachrichten. Diese m\u00fcnden meist in einen Termin, der eher f\u00fcnfmal f\u00fcnf Minuten dauert.<\/p>\n<p>Der Kaffeeklatsch zwischendurch, das kurze Brainstorming beim Mittagessen \u2013 das alles findet nur noch in abgespeckter oder digitaler Form statt. Der Flur funkt nicht mehr. Er ist leer gefegt. Wir begegnen uns immer weniger direkt. Unternehmen vermieten Etagen, um ihre Fixkosten zu senken. Und wir schaffen es teilweise nicht einmal, zwischen den Videocalls auf die Toilette zu gehen. Unsere Terminbl\u00f6cke stehen im Kalender so dicht, dass sie sich die K\u00f6pfe ansto\u00dfen. Mit den pers\u00f6nlichen Begegnungen verschwindet auch etwas anderes: Wissen wird seltener nebenbei geteilt, Vertrauen entsteht weniger selbstverst\u00e4ndlich. Was fr\u00fcher \u00fcber den Flur, an der T\u00fcr oder \u00fcber die Schulter gekl\u00e4rt wurde, wird heute zum festen Kalenderelement und pl\u00e4tschert als Grundrauschen nebenher. Es macht einen gro\u00dfen Unterschied, ob du mit dem Kollegen in die Kaffeek\u00fcche l\u00e4ufst, \u00fcber seinen Witz lachst und dabei noch \u00fcbers Projekt sprichst \u2013 mit deiner vollsten Aufmerksamkeit. Oder ob du in der neuen Arbeitswelt virtuell eingequetscht zwischen bunten Kacheln, vollem E-Mail-Postfach und 20 offenen Dokumenten eine \u00bbkurze R\u00fccksprache\u00ab h\u00e4ltst: knapp, kurz angebunden, auf das N\u00f6tigste reduziert.<\/p>\n<p><em>Schon um 12 Uhr f\u00fchlst du dich ausgelaugt. An eine Pause ist nicht zu denken.<\/em> <em>Dein R\u00fccken schmerzt, deine Augen brennen. Vielleicht solltest du dir eine Blaulichtfilter-Brille zulegen? Sie soll ja helfen, noch l\u00e4nger auf den Bildschirm<\/em> <em>zu starren. Zwischen einem kurzen Check-up-Call mit deiner Chefin \u00fcberlegst<\/em> <em>du, ob du noch etwas im K\u00fchlschrank hast, das du parallel zum n\u00e4chsten Meeting essen k\u00f6nntest. W\u00e4hrend du deine aufsteigenden Kopfschmerzen sp\u00fcrst,<\/em> <em>versuchst du, dich zu erinnern, wann du das letzte Mal getrunken hast. Deine<\/em> <em>leere Wasserflasche solltest du auf jeden Fall gleich auff\u00fcllen. Leider \u00fcberzieht<\/em> <em>dein Termin gerade, sodass du es nur mit M\u00fche in die K\u00fcche und zur\u00fcckschaffst.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Wieso bist du eigentlich schon jetzt so ersch\u00f6pft?\u00a0<\/em> <em>Deine Smartwatch meldet, dass du gut geschlafen hast \u2013 dann wird \u2018s wohl stimmen.\u00a0<\/em> <em>Vielleicht solltest du dir Koffeintabletten zulegen, die sind viel praktischer, als immer Kaffee zu kochen. Obwohl: Du hast jetzt schon Einschlafprobleme, weil deine Gedanken einfach nicht zur<\/em> <em>Ruhe kommen. Vielleicht solltest du lieber versuchen, fr\u00fcher aufzustehen, dann bist<\/em> <em>du vielleicht fitter und stolperst nicht so in den Tag. Wobei es aktuell einfach viel<\/em> <em>ist \u2013 zu viele Projekte, die dir \u00fcber den Kopf wachsen, zu viele Aufgaben, die du gar<\/em> <em>nicht greifen oder aufschreiben kannst. Aber bei anderen klappt es doch auch, oder?<\/em> <em>Wieso hast du dann damit Probleme? Wieso schaffst du es nicht, mehr zu leisten?<\/em> <em>Wieso f\u00fchlst du dich so \u00fcberfordert?!<\/em><\/p>\n<h2>DER PREIS DER UNTERBRECHUNG<\/h2>\n<p>Unser Arbeitsalltag ist nicht nur dicht, sondern spielt sich haupts\u00e4chlich auf unserem Handy ab. Wir haben unsere Ablenkung immer griffbereit.<\/p>\n<p><strong><em>Denn unsere Ablenkung ist zugleich unsere Arbeitsgrundlage.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unsere Arbeit wird im Schnitt alle drei bis f\u00fcnf Minuten unterbrochen. Die zugrunde liegende Forschung stammt aus dem Jahr 2008 \u2013 also noch aus einer Zeit vor der heutigen Flut an Chat-Nachrichten, digitalen Meetings und permanenter Erreichbarkeit. Es ist davon auszugehen, dass die Unterbrechungsdichte seitdem weiter zugenommen hat. Unterbrechungen und das st\u00e4ndige Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Themen und Aufgaben f\u00fchlen sich produktiv an, gehen aber nachweislich mit h\u00f6herem Stress und geringerer Leistungsf\u00e4higkeit einher. Durch die st\u00e4ndigen Unterbrechungen verlernen wir l\u00e4ngere ungest\u00f6rte Fokusphasen.<\/p>\n<p>Wann hast du das letzte Mal an einem Arbeitstag ein bis zwei Stunden am St\u00fcck konzentriert gearbeitet?\u00a0 Als ein Tagestermin ausfiel? Als du krank warst? Oder au\u00dferhalb deiner regul\u00e4ren Arbeitszeiten?<\/p>\n<p>Obwohl wir von langen Konzentrationsphasen profitieren, sind wir wiederum nicht daf\u00fcr gemacht, zehn Stunden am St\u00fcck an einem Projekt durchzuarbeiten. Wir brauchen unterschiedliche Phasen zwischen konzentrierter Aufmerksamkeit, leichteren, automatisierten Aufgaben und auch mal ablenkende T\u00e4tigkeiten zum Entspannen. Was dabei h\u00e4ufig durcheinanderger\u00e4t:<\/p>\n<div id=\"attachment_688238\" style=\"width: 449px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-688238\" class=\"size-full wp-image-688238\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/cover.schakarian.jpg\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/cover.schakarian.jpg 439w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/06\/cover.schakarian-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/><p id=\"caption-attachment-688238\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Redline Verlag)<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.m-vg.de\/redline\/shop\/article\/25707-weniger-machen-mehr-schaffen\/\">Marina Schakarian: &#8222;Weniger machen, mehr schaffen &#8211; Aufh\u00f6ren, loslassen, fokussieren \u2013 der Weg zu weniger \u00dcberlastung im Arbeitsalltag&#8220;<\/a> &#8211; Redline Verlag, 256 Seiten, 20,00 Euro<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Abwechslung sollte nicht mit Unterbrechung verwechselt werden.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Abwechslung ist bewusst gew\u00e4hlt und bleibt auf eine T\u00e4tigkeit fokussiert. Unterbrechungen kommen von au\u00dfen, meist durch digitale Reize wie das aufploppende Chatfenster, das blinkende E-Mail-Postfach oder das klingelnde Telefon. Diese sorgen daf\u00fcr, dass wir nur schwer wieder in die urspr\u00fcngliche Aufgabe zur\u00fcckfinden. In ihrer empirischen Arbeit fanden Gloria Mark et al. heraus, dass wir sogenannte Wechselkosten (<em>switching costs<\/em>) bezahlen, wenn wir unsere Arbeit unterbrechen. Mit jeder Unterbrechung werden unsere kognitiven Ressourcen neu beansprucht. Unser Arbeitsged\u00e4chtnis ist begrenzt \u2013 jeder Wechsel bedeutet, dass wir Informationen ausblenden, zwischenspeichern und sp\u00e4ter wieder aktivieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dazu kommt die inhaltliche Belastung der Unterbrechung selbst: Checken wir kurz die Weltnachrichten, l\u00f6sen sie m\u00f6glicherweise Sorgen aus. Schauen wir aufs Handy, sehen wir, dass der Chef nach einem Update verlangt oder das Team eine R\u00fcckfrage hat.<\/p>\n<p>Im Durchschnitt braucht unser Gehirn bis zu 25 Minuten, um sich wieder auf die T\u00e4tigkeit vor der Unterbrechung zu fokussieren. Mit jeder Unterbrechung verlieren wir also Zeit. Um diese Zeit aufzuholen, arbeiten wir unsere Aufgaben schneller ab, was f\u00fcr uns jedoch mehr Stress, Frustration und Zeitdruck bedeutet. Interessanterweise spielt es dabei kaum eine Rolle, ob die Unterbrechung thematisch passend zur Ausgangsaufgabe oder aus einem anderen Umfang variieren: In der Studie von Mark et al. formulierten die Probanden l\u00e4ngere Mails, wenn sie nicht unterbrochen wurden. Das deutet darauf hin, dass ungest\u00f6rte Phasen tiefere Konzentration erm\u00f6glichen \u2013 w\u00e4hrend Unterbrechungen eher zu beschleunigtem,fragmentiertem Arbeiten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Was bleibt, ist das Gef\u00fchl von st\u00e4ndigem Stress und \u00dcberforderung. So entsteht ein Teufelskreis: Mit jeder verlorenen Minute steigt der Termindruck. Mitteilungen und Anrufe buhlen um unsere Aufmerksamkeit. Wir versuchen, uns den Anforderungen anzupassen, hinken aber immer hinterher. W\u00e4hrenddessen beschleunigt sich das Arbeitstempo \u2013 alles muss schneller gehen.<\/p>\n<p>Unsere Aufmerksamkeit springt st\u00e4ndig hin und her und wir k\u00f6nnen sie kaum noch beruhigen. Eine gewisse Anzahl an Unterbrechungen im Arbeitstag k\u00f6nnen wir gut wegstecken. Doch was viele im Arbeitsalltag f\u00fchlen, ist chronischer Stress. Du kannst dir das wie Wellen vorstellen: Die Stresswelle baut sich auf, kann dich \u00fcberrollen. Dann ebbt sie ab, du holst Luft, entspannst dich. Wenn allerdings kein Abebben kommt \u2013 wenn dein Job dich st\u00e4ndig umgibt und du keinen Raum hast, mental und \u00f6rtlich, um auf Abstand zu gehen und wirklich zu entspannen \u2013, bleibst du unter der Stresswelle begraben.<\/p>\n<p><strong><em>Eingedeckt von der Stresswelle kannst du keine Luft mehr holen.<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>UNPRODUKTIV: SELBER SCHULD<\/h2>\n<p>Uns wird vermittelt, dass Erfolg das Resultat von Leistung ist, und es dazu geh\u00f6rt, sich durchzubei\u00dfen und dranzubleiben.<\/p>\n<p>Denn nur die Harten kommen in den Garten, stehen auf der B\u00fchne oder sitzen im Chefsessel. Unsere Kapazit\u00e4ten sind dabei scheinbar endlos.<\/p>\n<p>Wie man in weniger Stunden noch mehr schafft? Daf\u00fcr gibt\u2018s Hacks und Tricks. Der 5-Uhr-Club nimmt immer neue Mitglieder auf \u2013 denn fr\u00fch aufzustehen hei\u00dft ja, die Arbeitsstunden des Tages einfach zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p><strong><em>Produktivit\u00e4t und Effizienz zu steigern ist schick, viel zu tun zu haben ein Statussymbol.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir rennen, stolpern, stehen auf, sprinten weiter. Hauptsache in Bewegung.<\/p>\n<p>Uns fehlt die Zeit, innezuhalten und in uns zu gehen.<\/p>\n<p>Was willst\u00a0<em>du<\/em>?<\/p>\n<p>Was willst du\u00a0<em>wirklich<\/em>?<\/p>\n<p>Was ist dir wichtig f\u00fcr\u00a0<em>dein Leben<\/em>?<\/p>\n<p>Aus Mangel an Zeit \u00fcbernehmen wir das, was uns medial und gesellschaftlich vorgelebt wird: ein Leben als Fass ohne Boden \u2013 wo alles reinpasst, reinpassen muss. Du kannst alles sein. Nein, du musst sogar alles sein und alles haben:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine gradlinige Karriere, immer nach oben. Aber bitte sinnstiftend!<\/li>\n<li>Das Familienleben darf nat\u00fcrlich auch nicht zu kurz kommen.<\/li>\n<li>Geregelte Arbeitszeiten, aber bitte mit Bedeutung und Einfluss.<\/li>\n<li>Einen entspannten Feierabend, aber blo\u00df nicht langweilig.<\/li>\n<li>Und selbstgekochtes Essen sollte es auch geben, bitte gesund. Und lecker. Aber nicht zu aufwendig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Superfitte und supergl\u00fcckliche Internetpers\u00f6nlichkeiten gaukeln uns vor, dass man im Leben alles haben kann \u2013 ja sogar haben muss \u2013, um zufrieden zu sein. Dabei geben sie uns nur neue To-dos in Form von Idealbildern: den perfekten Urlaub, das perfekte Abendessen, das perfekte Outfit. Um dir all das leisten zu k\u00f6nnen, sollst du im Job nat\u00fcrlich alles geben.<\/p>\n<p>Aber wir sollen nat\u00fcrlich nicht nur arbeiten, um Geld zu verdienen, sondern weil die Arbeit uns erf\u00fcllt. Das Zielbild unserer Arbeit wird dadurch ins Unermessliche ausgedehnt: Der Job sollte erf\u00fcllend, geregelt, anregend, entwickelnd, erfolgreich, bedeutend, lukrativ und sozial sein. Ein Zielbild, das unm\u00f6glich zu erreichen ist.<\/p>\n<p>Noch schwieriger wird es, weil der Eindruck vermittelt wird, dass wir das alles selbst kreieren k\u00f6nnen. Denn wir alle sind unseres Gl\u00fcckes Schmied und k\u00f6nnen uns alles herbeimanifestieren. Wir m\u00fcssen es nur hart genug wollen.<\/p>\n<p>Und wenn du es nicht schaffst, ist die Schuldige schnell gefunden: Du selbst nat\u00fcrlich. Entweder, weil du in deiner Karriere falsch abgebogen bist, zur falschen Zeit eine Familie gegr\u00fcndet oder dich einfach nicht genug angestrengt hast.<\/p>\n<p>Wir \u00fcbersch\u00e4tzen unseren eigenen Einflussbereich. Denn nicht alle Begebenheiten k\u00f6nnen wir uns erarbeiten.<\/p>\n<p><em>\u00bbYou can have it all. <\/em><em>But not at the same time\u00ab<\/em>, sagte einst Michelle Obama. Ich gehe sogar weiter: Nein, du kannst nicht alles haben. Und erst recht nicht zur gleichen Zeit.<\/p>\n<p>Denn so gerne wir alles unter Kontrolle haben, so wenig k\u00f6nnen wir alle Umst\u00e4nde kontrollieren.<\/p>\n<p><strong><em>Indem wir uns zu viel zumuten, machen wir uns f\u00fcr zu viel verantwortlich.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nicht jede T\u00fcr \u00f6ffnet sich, nur weil du fest genug daran ziehst. Nicht jeder Traum erf\u00fcllt sich, nur weil du ihn richtig manifestierst. Manches entzieht sich uns \u2013 und das ist kein pers\u00f6nliches Versagen. Produktivit\u00e4t beginnt nicht damit, noch mehr zu schaffen. Sondern damit, anzuerkennen, dass du nicht alles schaffen musst, und klar zu entscheiden, was dich wirklich weiterbringt \u2013 und was nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>CHECKLISTE: BIST DU AKTUELL \u00dcBERLASTET?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Du bist gedanklich schon im Job, bevor du \u00fcberhaupt aufgestanden bist.<\/li>\n<li>Dein Kalender bestimmt deinen Tag \u2013 nicht unbedingt deine eigenen Priorit\u00e4ten.<\/li>\n<li>Du arbeitest regelm\u00e4\u00dfig auch in Pausen, am Abend oder \u00bbnur ganz kurz\u00ab am Wochenende.<\/li>\n<li>Du hast das Gef\u00fchl, st\u00e4ndig zu reagieren, statt bewusst zu entscheiden.<\/li>\n<li>Du f\u00fchlst dich oft unterbrochen und abgelenkt.<\/li>\n<li>Du unterbrichst dich w\u00e4hrend einer Aufgabe selbst (Mails checken, Chats \u00f6ffnen, am Handy scrollen).<\/li>\n<li>Du kannst dich selten l\u00e4nger als 20 Minuten ungest\u00f6rt auf eine Sache konzentrieren.<\/li>\n<li>Du hast das Gef\u00fchl, dass deine To-do-Liste schneller w\u00e4chst, als du sie abarbeiten kannst.<\/li>\n<li>Du vergleichst dich oft mit anderen und denkst: \u00bbAndere schaffen das doch auch \u2013 warum ich nicht?\u00ab<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn du mehrere H\u00e4kchen gesetzt hast, dann darf ich dir gratulieren \u2013 dieses Buch ist genau das Richtige f\u00fcr dich. Und nein: Das ist kein pers\u00f6nliches Defizit. Es ist ein Hinweis darauf, dass du dich in einer strukturellen \u00dcberlastung befindest.<\/p>\n<h2>VOR LAUTER ARBEIT KEINE ZEIT F\u00dcR ARBEIT<\/h2>\n<p>Das Ph\u00e4nomen des Zuviel ist kein individuelles, sondern ein kollektives, strukturelles Problem. Denn die Anforderungen unserer Arbeitswelt steigen, das Tempo beschleunigt sich, Technologien werden immer besser und schneller. Die Verantwortung zur Priorisierung, Abgrenzung und Effizienz liegt ganz allein bei uns.<\/p>\n<p><em>Wenn du Schwierigkeiten hast, mitzukommen \u2013 werde schneller.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn du dich schwach und unsicher f\u00fchlst \u2013 werde h\u00e4rter.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn du keinen \u00dcberblick hast \u2013 mache einfach weiter.<\/em><\/p>\n<p>Wie sehr uns genau dieser fehlende \u00dcberblick schadet, zeigt eine aktuelle Befragung: Besch\u00e4ftigte gaben an, im Schnitt mehr als acht Stunden pro Woche mit Aufgaben zu verbringen, die doppelt oder unn\u00f6tig sind. Das ist mehr als ein ganzer Arbeitstag jede Woche \u2013 pro Person.<\/p>\n<p>Wir gehen an unsere Belastungsgrenze und sehen den Wald vor lauter Aufgaben nicht. Das st\u00fctzt auch eine gro\u00dfe Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte unter 13 000 F\u00fchrungskr\u00e4ften aus 93 L\u00e4ndern. 68 Prozent der Befragten haben zu wenig Zeit, um sich auf essenzielle Aufgaben zu konzentrieren. 41 Prozent verbringen ihre t\u00e4gliche Arbeitszeit nicht mit wertsch\u00f6pfenden T\u00e4tigkeiten. Was auf der Strecke bleibt: Zeit zum Denken, f\u00fcr neue L\u00f6sungen, kreative Ideen und Innovation. Genau das sind aber T\u00e4tigkeiten, die f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Unternehmen in unsicheren Zeiten der Ver\u00e4nderung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen. Denn alles \u00e4ndert sich gleichzeitig und h\u00e4ngt miteinander zusammen: M\u00e4rkte, Kundenbed\u00fcrfnisse, Technologien. Um daf\u00fcr passende L\u00f6sungen zu finden, um sie f\u00fcr sich und das Unternehmen zu adaptieren, braucht es an vielen Stellen der Organisation einen freien Kopf, Zeit und Energie. Doch im Alltag der Arbeitnehmenden ist daf\u00fcr kaum Platz. Stattdessen sind sie mit \u00fcberbordender B\u00fcrokratie, Reportings und administrativen Aufgaben besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Dazu kommt der Druck, den wir wahrnehmen: Wir haben das Gef\u00fchl, immer mehr leisten zu m\u00fcssen und dem gesellschaftlichen Anspruch an Erfolg und Produktivit\u00e4t zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<h2>\u00dcBERLASTUNG IST SCHICK<\/h2>\n<p>Das Zuviel in unserem Arbeitsalltag ist nicht nur ein Produktivit\u00e4tsproblem, sondern auch ein gro\u00dfer Risikofaktor f\u00fcr unsere Gesundheit.<\/p>\n<p>Dass Arbeitsbedingungen krankmachen k\u00f6nnen, ist gut erforscht. Eine Meta-Analyse von 79 Studien zeigt, dass zentrale Belastungsfaktoren wie \u00dcberlastung, Rollenkonflikte, zwischenmenschliche Spannungen und organisatorische H\u00fcrden signifikant mit k\u00f6rperlichen Beschwerden zusammenh\u00e4ngen \u2013 insbesondere mit Schlafst\u00f6rungen, Magen-Darm-Problemen und Ersch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Wird diese Schieflage chronisch, folgen emotionale Ersch\u00f6pfung, Zynismus und Leistungsabfall \u2013 kurz: Burnout.<\/p>\n<p>Und doch sind wir Menschen \u2013 individuell wie kollektiv \u2013 Meister der Verdr\u00e4ngung. Selbst wenn gesundheitliche Risiken gut belegt sind, dauert es oft Jahrzehnte, bis sich Gewohnheiten und gesellschaftliche Normen \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus einem ganz anderen Lebensbereich ist das Rauchen: Schon in den 1950er-Jahren zeigten Studien klar, dass Zigaretten gesundheitssch\u00e4dlich sind. Dennoch dauerte es mehr als 30 Jahre, bis Tabakwerbung eingeschr\u00e4nkt wurde.<\/p>\n<p>Auch bei unserer Arbeitskultur zeigt sich eine Form der Verdr\u00e4ngung.<\/p>\n<p>\u00bbYou\u2019ve come a long way, Baby!\u00ab lautete der Werbeslogan einer Zigarettenmarke aus dem Jahr 1968. Heute k\u00f6nnte er auch \u00fcber unserer Arbeitskultur stehen.<\/p>\n<p>\u00bbJe mehr ich mache, umso mehr wird es\u00ab \u2013 das ist unser Geschmack von Erfolg. Busy und always on ist zur neuen Normalit\u00e4t geworden. War es fr\u00fcher gesellschaftlich akzeptiert und schick, sich eine Zigarette anzustecken, gilt es heute als schick, viel zu tun zu haben. Wer beim Abendessen den Freunden erz\u00e4hlt, wie viele Projekte er abgearbeitet hat oder wie viel gerade ansteht, wird anerkennend als erfolgreich eingestuft. Wenn etwas \u00bbstressig\u00ab ist, gilt das zugleich als Beweis, dass es gut l\u00e4uft. Denn erfolgreiche Menschen sind nun mal im Stress.<\/p>\n<h2>EIN AUSGEGLICHENES JOBKONTO<\/h2>\n<p>Lass mich die Entstehung von Stress im Arbeitsalltag mithilfe einer Metapher erkl\u00e4ren. Stell dir ein Bankkonto vor \u2013 nennen wir es Jobkonto. Ein ausgeglichenes Jobkonto steht f\u00fcr eine gesunde Arbeitsbeziehung. T\u00e4glich erfolgen auf diesem Jobkonto Abbuchungen, denn unser Arbeitsalltag kostet Energie \u2013 je nachdem, welche Anforderungen du hast.<\/p>\n<p>Diese Abbuchungen durch Anforderungen k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Quantitative Anforderungen<\/strong>: Wenn zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit erledigt werden m\u00fcssen, wenn sich \u00dcberstunden h\u00e4ufen, Unterbesetzung herrscht und wir einfach nicht hinterherkommen.<\/li>\n<li><strong>Emotionale und soziale Anforderungen<\/strong>: Wenn unser Job eine gewisse Fassade von uns verlangt, obwohl uns gar nicht danach ist, entsteht eine emotionale Dissonanz, die ziemlich kr\u00e4ftezehrend sein kann. Auch Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten k\u00f6nnen uns zus\u00e4tzlich belasten und stressen. Unter Stress und Zeitdruck reagieren Menschen gereizter, kommunizieren weniger differenziert und geraten h\u00e4ufiger aneinander \u2013 Konflikte sind damit oft ein Symptom von \u00dcberlastung.<\/li>\n<li><strong>Kognitive Anforderungen<\/strong>: Wenn wir hoch konzentriert \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit arbeiten m\u00fcssen, mit Informationsflut zu k\u00e4mpfen haben oder st\u00e4ndig unsere Arbeit und damit unsere Konzentrationsspanne unterbrechen und wieder aufbauen m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Rollen- und Zielkonflikte:<\/strong> Widerspr\u00fcchliche Erwartungen und paradoxe Botschaften, die sich gegenseitig ausschlie\u00dfen und die wir trotzdem einordnen und ausgleichen m\u00fcssen. Das ist anstrengend und sorgt f\u00fcr Stress, weil vieles unklar bleibt.<\/li>\n<li><strong>Organisationale Anforderungen: <\/strong>Wenn Strukturen zu b\u00fcrokratisch und umst\u00e4ndlich sind, wir das Gef\u00fchl haben, st\u00e4ndig gegen W\u00e4nde zu laufen, oder Programme bedienen m\u00fcssen, die hindern statt helfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Anforderungen sind die Abbuchungen auf unserem Jobkonto. Dem gegen\u00fcber stehen die Ressourcen, die f\u00fcr Antrieb und Motivation sorgen und das Konto auff\u00fcllen. Diese \u00bbEinzahlungen\u00ab k\u00f6nnen beispielsweise Kollegen sein, die dich durch den Tag bringen, weil du dich gut mit ihnen verstehst. Es k\u00f6nnen auch gewisse Aufstiegschancen sein, die dich motivieren, weiterzumachen. Oder es kann die intrinsische Motivation sein, wenn du die Aufgabe an sich spannend findest. Es k\u00f6nnen auch finanzielle Anreize sein, wobei diese oft weniger Auswirkungen haben, als wir annehmen.<\/p>\n<p>Unternehmen sind gegen\u00fcber den Anforderungen und Belastungen oft blind oder zumindest gleichg\u00fcltig. Sie sehen vor allem ihre eigenen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Du kannst dir sicher denken, was passiert, wenn auf der Anforderungsseite zu viel und auf der Ressourcenseite zu wenig ist: Die Arbeitsbelastung steigt und kann nicht mehr ausgeglichen werden. Entfremdung und Zynismus stellen sich ein. Unsere Arbeitsbeziehung geht kaputt \u2013 und mit ihr auch die Beziehung zu uns selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>STRESS DURCH ERLERNTE HILFLOSIGKEIT<\/h2>\n<p>Wenn wir tiefer in die Stressmechanismen schauen, zeigen Studien: Es sind nicht die vielen Aufgaben per se, die uns \u00fcberlasten, sondern die Art, wie wir unseren Handlungsspielraum wahrnehmen. Entscheidend ist das Gef\u00fchl, die \u00dcbersicht und Kontrolle dar\u00fcber zu haben.<\/p>\n<p>Wenn wir wiederholt erleben \u2013 oder zumindest den Eindruck haben \u2013, nichts bewirken oder entscheiden zu k\u00f6nnen und Aufgaben nur passiv ausgesetzt zu sein, entsteht Hilflosigkeit. Dieses Erleben von \u00bbIch habe keine Wahl\u00ab ist kein blo\u00dfes Gef\u00fchl, sondern ein gut erforschtes Ph\u00e4nomen: <em>Learned Helplessness,<\/em>\u00a0also erlernte Hilflosigkeit. Diese entsteht, wenn Anstrengung und Wirkung dauerhaft entkoppelt sind \u2013 wir strengen uns an, doch es \u00e4ndert sich nichts.<\/p>\n<p>An dieser Stelle hilft ein kleiner Ausflug in die moderne Hirnforschung, denn dieses klassische Hamsterrad hat messbare Effekte im Gehirn: Stress- und Angstnetzwerke werden st\u00e4rker aktiviert, w\u00e4hrend Bereiche, die f\u00fcr Planung, Priorisierung und Emotionsregulation zust\u00e4ndig sind, an Aktivit\u00e4t verlieren. Konkret hei\u00dft das: Das Gehirn schaltet zunehmend in einen Alarmmodus. Bereiche wie die Amygdala und der dorsale Raphe-Kern (DRN), die auf Bedrohung reagieren und R\u00fcckzug beg\u00fcnstigen, werden aktiver. Gleichzeitig wird der pr\u00e4frontale Cortex geschw\u00e4cht \u2013 also genau der Bereich, der uns hilft, den \u00dcberblick zu behalten, Entscheidungen zu treffen und Situationen einzuordnen. Wir verlieren im wahrsten Sinne des Wortes die F\u00e4higkeit, klar zu steuern.<\/p>\n<p>Je mehr Aufgaben sich anh\u00e4ufen, desto schwerer f\u00e4llt es, den \u00dcberblick zur\u00fcckzugewinnen \u2013 und desto st\u00e4rker verfestigt sich das Gef\u00fchl des Kontrollverlusts. Umgekehrt zeigen dieselben Studien: Wenn Menschen Kontrolle und Gestaltung erleben, passiert neurobiologisch das Gegenteil \u2013 pr\u00e4frontale Steuerungsprozesse werden gest\u00e4rkt, Stressreaktionen ged\u00e4mpft und zielgerichtetes Handeln wird wieder m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Folgen des anhaltenden Kontrollverlustes sind Ersch\u00f6pfung, Zynismus, Entfremdung und Ineffizienz. Die Anforderungen sind so kr\u00e4ftezehrend, dass die Ressourcen \u2013 also Anerkennung, Wirksamkeit, psychologische Sicherheit oder pers\u00f6nliche St\u00e4rken \u2013 das nicht ausgleichen k\u00f6nnen und wir krank werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>WENN ARBEITSBEDINGUNGEN KRANK MACHEN<\/h2>\n<p>\u00dcberlastung betrifft allerdings nicht nur die Beziehung zum Job \u2013 Burnout hat weitreichende Auswirkungen auf die k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit. Kopfschmerzen, Diabetes, Erk\u00e4ltung, Schlaflosigkeit, Angstst\u00f6rungen \u2013 um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Eine krankmachende Arbeitsumgebung ist auch f\u00fcr Unternehmen eine Bedrohung: Mitarbeitende fallen aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Nachdem die ausgebildete Juristin und Betriebswirtin nach langen Studienjahren endlich einen Job bei einer renommierten Finanzberatung ergattert hatte, dachte sie, nun endlich durchatmen zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch das Gegenteil war der Fall. Knapp ein Jahr sp\u00e4ter sa\u00df sie mit Burnout beim Therapeuten. Mit ihm arbeitete sie heraus, dass sie ein Problem damit hat, Nein zu sagen, wenn ihr Chef ihr neue Aufgaben geben m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n<p><em>Sie sp\u00fcrte den Druck der st\u00e4ndigen Erreichbarkeit, der wichtigen Sonderprojekte und der sich ansammelnden \u00dcberstunden. Sie sagte sich, sie m\u00fcsse durchhalten. Bis zur n\u00e4chsten Bef\u00f6rderung sei es nicht mehr lange. Vielleicht werde es dann besser.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch dann kam der Kollaps. Sie brach w\u00e4hrend eines Zoom-Meetings zusammen. Sie lie\u00df sich erstmal zwei Wochen krankschreiben und bekam mit viel Gl\u00fcck einen Termin bei einem Therapeuten. Nat\u00fcrlich mit schlechtem Gewissen, weil in der Zeit die Projekte liegenblieben. Nach einer kurzen Auszeit rechneten sowohl sie selbst als auch ihr Arbeitgeber damit, eine \u00bbreparierte\u00ab Version von ihr zur\u00fcckzubekommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine, die so funktioniert, wie sie soll. Ein bisschen Zeitmanagement hier, ein wenig<\/em><\/p>\n<p><em>Produktivit\u00e4tscoaching da.<\/em><\/p>\n<p>So einfach ist es nicht. Denn wenn die Anforderungen dauerhaft h\u00f6her liegen als das Leistbare, l\u00e4sst sich das Problem durch Selbstoptimierung und ein anderes Mindset nicht l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Ursache der \u00dcberlastung steckt in unserem System, das Effizienzgewinne in Leistungssteigerung \u00fcbersetzt und Dauerbelastung normalisiert.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Krankentagstatistik zeigt: Seit der Pandemie ist die Zahl der Krankentage gestiegen \u2013 im Jahr 2024 waren Besch\u00e4ftigte durchschnittlich 14,8 Tage krankgemeldet. Ein Teil des Anstiegs d\u00fcrfte mit der elektronischen Krankmeldung zusammenh\u00e4ngen, die seit 2022 Kurzzeiterkrankungen vollst\u00e4ndiger erfasst. Doch selbst wenn man diesen statistischen Effekt ber\u00fccksichtigt, bleibt der Krankenstand auf einem historisch hohen Niveau. Nat\u00fcrlich ist das nicht nur der Arbeitsverdichtung geschuldet. Was ebenfalls steigt, sind Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Psychische Diagnosen verursachten 2024 insgesamt etwa 342 Arbeitsunf\u00e4higkeitstage je 100 Besch\u00e4ftigte. Das entspricht rechnerisch gut drei Krankheitstagen pro Person aufgrund psychischer Erkrankungen. Damit machten sie rund 17,4 Prozent des gesamten Krankenstandes aus. Zudem betrug die durchschnittliche Fehlzeit bei psychischen Krankschreibungen rund 33 Tage je Fall, was deutlich l\u00e4nger als der Durchschnitt aller Erkrankungen ist. Psychische Erkrankungen sind eben kein Schnupfen.<\/p>\n<p>Mag sein, dass wir alle aufgekl\u00e4rter damit umgehen und deswegen eher zum Arzt gehen. Allein l\u00e4sst sich die Zahl aber nicht wegdiskutieren: Unter anderem machen uns unsere Arbeitsbedingungen krank. Und selbst wenn wir krank sind, arbeiten wir weiter: 63 Prozent der Besch\u00e4ftigten gehen trotz Krankheit zur Arbeit \u2013 44 Prozent sogar eine Woche oder l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass viele Besch\u00e4ftigte versuchen, schlechte Arbeitsbedingungen durch ihre blo\u00dfe Anwesenheit auszugleichen. Stichwort: Pr\u00e4sentismus \u2013 also das Gef\u00fchl, trotz Krankheit nicht fehlen zu k\u00f6nnen. Studien zeigen: Je schlechter die Arbeitsbedingungen, das Betriebsklima oder die Kultur im Job, desto st\u00e4rker ist dieses Gef\u00fchl. Besonders bei hohem Zeitdruck, Personalmangel oder fehlender Vertretung gehen Besch\u00e4ftigte h\u00e4ufig krank zur Arbeit. Gearbeitet wird, bis es nicht mehr geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die psychologische Sicherheit (20) spielt dabei eine Rolle, ob wir uns krank zur Arbeit schleppen oder den Laptop im Krankenbett \u00f6ffnen. Wer um seinen Arbeitsplatz f\u00fcrchtet, arbeitet besonders oft krank. 81 Prozent derjenigen, die angaben, sich gro\u00dfe Sorgen um ihren Job zu machen, gingen krank zur Arbeit \u2013 bei Besch\u00e4ftigten, die sich nie oder nur selten Sorgen machen, waren es 61 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selbst wenn wir bei der Arbeit k\u00f6rperlich anwesend sind, hei\u00dft es nicht, dass wir wirklich da sind. Denn auch die sogenannte innere K\u00fcndigung ist ein weitverbreitetes Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Jeder achte Mitarbeitende in Deutschland hat innerlich gek\u00fcndigt, also mit dem aktuellen Arbeitgeber abgeschlossen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du vielleicht auch?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dadurch entstehen in deutschen Unternehmen allein durch innere K\u00fcndigung sch\u00e4tzungsweise j\u00e4hrliche Produktivit\u00e4tsverluste zwischen 113,1 und 134,7 Milliarden Euro. (21) Denn mit einer innerlichen K\u00fcndigung erreicht man keine produktiven H\u00f6henfl\u00fcge. Wir sind nicht mehr wirklich motiviert, arbeiten nur noch so viel, dass wir nicht negativ auffallen. Fast jede zweite angestellte Person ist auf der Suche oder zumindest offen f\u00fcr einen anderen Job. (22) Das Gef\u00fchl, wechseln zu wollen oder wechseln zu m\u00fcssen, haben wir aber nicht aufgrund gro\u00dfer Ambitionen, sondern meist aus einer Not heraus. Diese Not entsteht, wenn die Belastungen dauerhaft zu hoch sind und die Ressourcen, die der Arbeitgeber bereitstellt, das nicht ausgleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit Fachkompetenz und Talent nicht abwandern, sollten Arbeitgeber aus unternehmerischer Sicht durchaus daran interessiert sein, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Belastungen im Job zu reduzieren \u2013 w\u00fcrde man meinen. Doch statt strukturell gegenzusteuern, greift h\u00e4ufig organisatorische Verdr\u00e4ngung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Arbeitnehmende m\u00fcssen strukturelle Vers\u00e4umnisse, personale<\/em><\/strong> <strong><em>Dauerengp\u00e4sse, b\u00fcrokratische Absurdit\u00e4ten und in die Jahre<\/em><\/strong> <strong><em>gekommene Programme mit individuellen Anstrengungen<\/em><\/strong> <strong><em>ausgleichen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und oft sind auch F\u00fchrungskr\u00e4fte Teil desselben strukturellen Hamsterrads \u2013 mit Druck von oben, zwischen Kennzahlen, Budgetvorgaben und Personalmangel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Sonne ist schon untergegangen, die Uhr zeigt 18:55 Uhr, eigentlich wolltest du<\/em> <em>heute fr\u00fcher Schluss machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor dir liegt dein digitales Business-Schlachtfeld des heutigen Tages:<\/em><\/p>\n<p><em>Die blinkenden Pop-up-Chat-Fenster und der rot leuchtende Maileingang. Handgeschriebene Post-its mit Dingen, an die du unbedingt denken solltest, die du<\/em> <em>aber jetzt schon nicht mehr zuordnen kannst.<\/em><\/p>\n<p><em>Die kryptischen Notizen deiner Meetings heute, die mehr To-dos aufgeworfen als <\/em><em>Fragen beantwortet haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Kurz hoffst du, dass dein Arbeitsplatz einfach alles verschluckt.\u00a0<\/em> <em>Aber deine Arbeitslast l\u00f6st sich nicht einfach so in Luft auf.\u00a0<\/em> <em>Du m\u00fcsstest dir schleunigst einen \u00dcberblick verschaffen. Aber wie?!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Weg aus der \u00dcberlastung ist der Weg hin zu dir. Weg von Dingen, die dir nichts n\u00fctzen, weg von Aufgaben, die nicht passen, und weg von Projekten, die nicht zukunftsf\u00e4hig sind. Hin zu deinen Bed\u00fcrfnissen, zu dem, was dir wirklich wichtig ist. Davon profitieren nicht nur du und dein Wohlbefinden. Auch deine Arbeit wird wirksamer und st\u00e4rkt damit jedes Team oder Unternehmen, in dem du t\u00e4tig bist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Marina Schakarian: &#8222;Weniger machen, mehr schaffen. Aufh\u00f6ren. Loslassen. Fokussieren \u2013 der Gegenentwurf zum Produktivit\u00e4tswahn&#8222; &nbsp; TEIL 1 AUFH\u00d6REN Wieso immer mehr? Der Wecker klingelt. 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