{"id":687872,"date":"2026-06-04T15:46:45","date_gmt":"2026-06-04T13:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687872"},"modified":"2026-06-04T15:46:45","modified_gmt":"2026-06-04T13:46:45","slug":"buchauszug-ingo-hamm-abenteuer-kommunikation-miteinander-reden-in-der-ki-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/06\/04\/buchauszug-ingo-hamm-abenteuer-kommunikation-miteinander-reden-in-der-ki-realitaet\/","title":{"rendered":"Buchauszug Ingo Hamm: &#8222;Abenteuer: Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Buchauszug Ingo Hamm: <a href=\"https:\/\/www.murmann-verlag.de\/products\/ingo-hamm-abenteuer-kommunikation-miteinander-reden-in-der-ki-realitaet\">&#8222;Abenteuer: Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realit\u00e4t&#8220;<\/a><\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687929\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687929\" class=\"size-full wp-image-687929\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Hamm.Ingo_.2026-e1776558572147.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Hamm.Ingo_.2026-e1776558572147.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Hamm.Ingo_.2026-e1776558572147-300x149.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Hamm.Ingo_.2026-e1776558572147-500x248.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-687929\" class=\"wp-caption-text\">Ingo Hamm (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die sieben Regeln der Klarheit \u2013 Was wir von KI \u00fcber Kommunikation lernen<\/strong><\/p>\n<p>Wer eine KI prompten kann, kann auch Menschen prompten. Wie schaffen wir das?<\/p>\n<p>Mit Prompting-Prinzipien. Mit: Rolle kl\u00e4ren, Zielgruppe denken, Ergebnis definieren, Struktur geben, Perspektive wechseln, Grenzen setzen, Dialog f\u00fchren.<\/p>\n<p>Sie werden auf den folgenden Seiten diese zentralen Prompting-Prinzipien n\u00e4her kennenlernen \u2013 wobei: Die kennen Sie alle schon lange. Sie wenden sie blo\u00df nicht so oft an, wie n\u00f6tig und n\u00fctzlich. Wie wir alle; mich eingenommen. Deshalb ist die KI so eine gro\u00dfe Chance: Sie zwingt uns sanft, etwas zu lernen, das wir schon lange k\u00f6nnen m\u00fcssten. Schon seit dem windelgewickelten Erwerb der Muttersprache. Dass wir es noch nicht gut genug k\u00f6nnen, erleben und denken wir jeden Tag, wenn uns gestresst und frustriert durch den Kopf geht:<\/p>\n<p>\u201eWarum verstehen die mich nicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMuss ich das hundertmal sagen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas war so vereinbart!\u201c<\/p>\n<p>Passiert uns das mit der KI \u2013 und es passiert leider h\u00e4ufig \u2013 dann denken wir analog: \u201eWas erz\u00e4hlt die mir denn da? Das ist ja wirklich alles banal bis knapp am Punkt vorbei!\u201c Dann klappe ich das Notebook zu oder swipe left \u2013 und die Sache hat sich erledigt. Der Einzige, der danach gefrustet ist, bin ich \u2013 nicht die KI, denn ihr ist es wurscht, wenn sie mies gepromptet wird. Ganz im Gegensatz zu den Menschen, die wir nicht artgerecht prompten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Systemfehler Alltag: Das Missverst\u00e4ndnis als Standard<\/strong><\/p>\n<p>Wenn uns Menschen nicht verstehen, oder wenn sie uns missverstehen, sind beide Seiten sauer, gestresst und frustriert. Wir verlieren dank unserer Prompting-Pathologien \u00fcber den Lauf eines Lebens viele Menschen; manche durch Scheidung. Beziehungen gehen in die Br\u00fcche, Menschen verlassen uns oder werden krank, weil man eben nicht jahrelang aneinander vorbeireden kann. Das denken und hoffen wir zwar, doch das trifft ganz offensichtlich nicht zu; fragen Sie jeden Scheidungsanwalt, Psychotherapeuten, Psychosomatiker, Hausarzt, Internisten und jeden Geistlichen.<\/p>\n<p>Misprompting provoziert oder beg\u00fcnstigt Beziehungsdramen, K\u00fcndigungen, Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen und die Legion der psychosomatischen Erkrankungen von \u201eIch habe Kreuz\u201c bis Burnout. Es gibt diese Geiseln der Menschheit, weil neben deren verschiedenen Ursachen unser Misprompting sie aufrechterh\u00e4lt, geradezu zementiert. Weil Menschen Menschen falsch prompten. Doch warum passieren solche Missverst\u00e4ndnisse \u00fcberhaupt so h\u00e4ufig? Weil sie l\u00e4ngst Alltag geworden sind.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass viele Menschen sich Ersatz suchen \u2013 und ihn in digitalen Freunden finden. Exakt deshalb verbreiten sich momentan Friend Bots wie Pilze nach einem Sommerregen. Friend Bots sind KI-Apps, die so tun, als ob sie Menschen w\u00e4ren. Nicht irgendwelche Menschen, sondern \u2013 wie der Name verr\u00e4t \u2013 ziemlich beste Freunde. Wir klicken die App an und schon redet etwas mit uns: verst\u00e4ndnisvoll und hilfreich, unvoreingenommen, menschlich, respekt- und humorvoll.<\/p>\n<p>Die Nutzer dieser KI-Apps empfinden das als paradiesisch! Niemand kritisiert sie, textet sie zu, n\u00f6rgelt, nervt und macht Stress \u2013 wie es in der zwischenmenschlichen Kommunikation leider h\u00e4ufig die Regel ist. Nein, der einzige Freund, den viele Menschen heutzutage noch haben, der freundlich mit ihnen redet, ist kein Mensch mehr. Das er\u00f6ffnet ungeahnte Perspektiven des Zusammenlebens: Wozu noch dysfunktionale Familien, l\u00e4stige Freundeskreise und toxische Beziehungen erleiden, wenn man das alles auf dem Screen wegwischen kann?<\/p>\n<p>Falls sich ob dieser Dystopie gerade innerer Widerstand in Ihnen regt: Eben deshalb sind wir hier auf diesen Seiten. Wir wischen nichts weg. Wir geben die Menschen noch nicht auf. Wir wollen lernen, sie besser zu prompten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>#1 Das Identit\u00e4ts-Spiel: In welcher Rolle spreche ich?<\/strong><\/p>\n<p>Beginnen wir mit der ersten der sieben Regeln \u2013 sie betrifft die Frage, die wir am h\u00e4ufigsten eingangs vergessen zu stellen, die aber fundamental uns selbst betrifft: Wer bin ich in diesem Gespr\u00e4ch eigentlich?<\/p>\n<p>Der KI ist es egal, wie sie bedient, instruiert, ihr befohlen wird \u2013 Menschen nicht. Menschen reagieren gestresst, frustriert, pathologisch, aggressiv, passiv-aggressiv, eskalierend, somatisch. Das wissen wir alle; prinzipiell, ungef\u00e4hr. Jetzt k\u00f6nnen wir das \u00e4ndern. Dank KI.<\/p>\n<p>Weil die KI uns zwingt, wohl\u00fcberlegt und pr\u00e4zise mit ihr zu sprechen. Wenn wir es schon nicht mit Menschen lernen konnten, lernen wir es jetzt eben mit und dank der KI. Wie? Mit Prompting-Prinzipien. Erstes:<\/p>\n<p><strong>Offenbare deine Rolle!<\/strong><\/p>\n<p>Johanna tat das nicht. Die KI hat sich still gefragt (hat sie nat\u00fcrlich nicht \u2013 aber sch\u00f6nes Bild): \u201eWer fragt mich das? Eine Psychotherapeutin, die einen Burnout-Verdachtsfall hat? Eine Coachin? Eine HR-Referentin? Eine Fachvorgesetzte? Eine Betroffene? Ein Familienmitglied eines Betroffenen? Eine Redakteurin? Eine Studierende, die Material f\u00fcr ihre Seminararbeit braucht? Welches Studienfach?\u201c Das war von vorne herein v\u00f6llig unklar, also antwortete die KI auch v\u00f6llig unklar, viel zu breit und zu tief, aber total unspezifisch, wenig hilfreich \u2013 wie eben auch Menschen uns antworten, wenn wir sie v\u00f6llig unzureichend prompten. Johanna offenbarte ihre Rolle nicht, also sprang die KI automatisch in den Wikipedia-Modus und lieferte einen v\u00f6llig Rollen-unspezifischen Fachbeitrag in enzyklop\u00e4discher L\u00e4nge ab. Johanna promptet so nicht nur die KI. Sie promptet so auch Menschen.<\/p>\n<p>Sie ist eine wirklich hervorragende Vorgesetzte, die aktiv Management by Walking Around betreibt: St\u00e4ndig ist sie in ihrem Reich unterwegs und kommuniziert ausgiebig mit ihren Leuten. Zu Karl sagt sie zum Beispiel, w\u00e4hrend sie an dessen B\u00fcro vor\u00fcbereilt: \u201eDer Backlog bei den Sonderanfragen ist immer noch zu hoch.\u201c Das wei\u00df Karl als zust\u00e4ndiger Sachbearbeiter. Was er nicht wei\u00df, weil Johanna es nicht promptet:<\/p>\n<p>Sagt Johanna ihm das als disziplinarische Fachvorgesetzte? Das w\u00fcrde ihre Feststellung quasi zu einer bindenden Anweisung machen, deren Nichtbefolgung Folgen f\u00fcr Karl h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Oder sagt sie es als Kollegin Johanna, die ganz kollegial und buchst\u00e4blich en passant einen alten Missstand wieder aufs Tapet bringt?<\/p>\n<p>Sagt sie es gar als Coachin, die einen wertvollen Karriere-Tipp abgibt?<\/p>\n<p>Welche von den drei Rollen ist es denn nun? Oder gar eine vierte? Das promptet Johanna nicht, weil: \u201eAch was, es geht doch um die Sache und nicht um meine Rolle!\u201c Denkt sie. Das denkt jedoch nicht die KI und denkt auch nicht Karl, den Johanna einigerma\u00dfen verwirrt zur\u00fcckl\u00e4sst: \u201eWas will sie denn nun wieder von mir? Sie wei\u00df doch, dass ich so schon genug zu tun habe. Hat das jetzt Vorrang oder was? War das eine Anweisung oder das \u00fcbliche Gepl\u00e4nkel zwischen T\u00fcr und Angel, wenn sie mal wieder hier vorbeikommt?\u201c<\/p>\n<p>Und weil Johanna \u00f6fter wischi-waschi promptet, ist Karl inzwischen chronisch sauer auf sie. Als alter Chauvi schiebt er das auf \u2013 na, Sie wissen schon. Aber daran liegt es nicht. M\u00e4nner prompten nicht besser, doch das ist Karl egal, der einfach nur sauer ist, weil er st\u00e4ndig falsch gepromptet wird. Das liegt nicht nur an Johannas Rolle \u2013 es liegt auch daran, dass sie Karls Rolle nicht kl\u00e4rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>#2 Das Phantom gegen\u00fcber: Wen habe ich eigentlich vor mir?<\/strong><\/p>\n<p>Verlassen wir Karl und gehen eine Abteilung weiter, so treffen wir auf Marc und Jenny. Auch Jenny f\u00fchlt sich von Boss Marc schlecht gepromptet (obwohl sie das nat\u00fcrlich nicht so ausdr\u00fccken w\u00fcrde), wenn er sie zum Beispiel fragt:<\/p>\n<p>\u201eWie w\u00fcrdest du dieses Problem l\u00f6sen?\u201c<\/p>\n<p>Jenny treiben solche Anfragen langsam zur Wei\u00dfglut, weil sie seit Jahren in dieser Form bei ihr einlaufen und jedes Mal zuverl\u00e4ssig zu einem cholerischen Anfall f\u00fchren (hinter dem R\u00fccken von Marc):<\/p>\n<p>\u201eWas soll denn das nun wieder? Geht das nicht ein wenig pr\u00e4ziser? Fragt er mich als Ingenieurin? Oder als kostenbewusste Technikerin?\u201c<\/p>\n<p>Der Unterschied in der Rolle macht einen Riesenunterschied in der Sache: \u201eAls Ingenieurin w\u00fcrde ich ihm nat\u00fcrlich die State-of-the-Art-L\u00f6sung pr\u00e4sentieren, die wir uns schlicht nicht leisten k\u00f6nnen. Als kostenbewusste Technikerin w\u00fcrde ich ihm dagegen eine bew\u00e4hrte L\u00f6sung vorschlagen, die wir kosteng\u00fcnstig von der Stange kaufen k\u00f6nnen. Also was bitte darf es sein?\u201c<\/p>\n<p>Marc definiert die Rolle seines Gegen\u00fcbers nicht und reagiert dann seinerseits cholerisch, wenn \u201edie verdammten Ingenieure mir wieder Luxusl\u00f6sungen vorschlagen, deren Kosten mein Budget sprengen!\u201c Nicht, weil die Ingenieure verdammt w\u00e4ren, sondern weil Marc \u201evergessen\u201c hat, deren Rolle zu kommunizieren. Manche Menschen machen das bereits tadellos:<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4rst du blo\u00df mein Party-Bruder, w\u00fcrde ich nat\u00fcrlich sagen: Pump up the volume! Aber als Mitglied im Miteigent\u00fcmer-Ausschuss darfst du nach 22 Uhr nat\u00fcrlich nicht solchen Krach machen. Also dreh die Lautst\u00e4rke runter!\u201c<\/p>\n<p>Gehen wir noch einmal zu Johanna zur\u00fcck und fassen uns mit Grausen an die Stirn, wenn wir uns ausmalen, welche fatalen Folgen ihr Misprompting der Rolle des Gegen\u00fcbers ausgerechnet bei besagtem Burnout-Verdachtsfall haben k\u00f6nnte. Nein, machen wir es umgekehrt! Spielen wir verschiedene Rollenzuweisungen durch und nehmen an, es handelt sich beim Verdachtsfall um Kevin:<\/p>\n<p>\u201eKevin, was k\u00f6nnte die Stimmung in der Abteilung heben?\u201c Rollenansprache: einfaches Mitglied der Abteilung.<\/p>\n<p>\u201eKevin, du als Jugendfu\u00dfball-Trainer \u2013 wie w\u00fcrdest du f\u00fcr ein bisschen mehr Motivation unter den Kolleginnen und Kollegen sorgen?\u201c Mit dieser Rolle wird auch gleichzeitig eine zweifellos vorhandene Kompetenz in einem anderen Kontext angesprochen und erschlossen.<\/p>\n<p>\u201eKevin, du bist in letzter Zeit etwas blass um die Nase. Was kann ich f\u00fcr dich tun?\u201c Der direkte Zugang zur Problemstellung mit der Rollenzuweisung: Du als potenzieller Burnout-Patient.<\/p>\n<p>Drei Rollenansprachen, die perspektivisch drei sehr unterschiedliche Antworten ergeben (wie bei der KI). Unterschiedliche Perspektiven prompten unterschiedliche Expertisen. So eine Rollendifferenzierung ist nat\u00fcrlich virtuos und kann Antworten von einer Qualit\u00e4t prompten, die beim ungeschulten Muttersprachler neidvolles Erstaunen ausl\u00f6sen. Wer gut fragt, bekommt gute Antworten. Wer super promptet, bekommt super Antworten.<\/p>\n<div id=\"attachment_687930\" style=\"width: 453px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687930\" class=\"size-full wp-image-687930\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/cover.hamm_.2026.jpg\" alt=\"\" width=\"443\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/cover.hamm_.2026.jpg 443w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/cover.hamm_.2026-204x300.jpg 204w\" sizes=\"auto, (max-width: 443px) 100vw, 443px\" \/><p id=\"caption-attachment-687930\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: Murmann)<\/p><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"default\" data-borlabs-cookie-content=\"PGEgaHJlZj0iaHR0cHM6Ly93d3cubXVybWFubi12ZXJsYWcuZGUvcHJvZHVjdHMvaW5nby1oYW1tLWFiZW50ZXVlci1rb21tdW5pa2F0aW9uLW1pdGVpbmFuZGVyLXJlZGVuLWluLWRlci1raS1yZWFsaXRhZXQiPkluZ28gSGFtbTogQWJlbnRldWVyOiBLb21tdW5pa2F0aW9uISBNaXRlaW5hbmRlciByZWRlbiBpbiBkZXIgS0ktUmVhbGl0w6R0LjwvYT4=\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-a\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Standard<\/strong>. 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Weil wir nur zu genau wissen, dass man\/frau den Menschen sagen muss, was sie machen sollen, welches Ergebnis erwartet wird, welches Endprodukt (wie die Berater sagen) wir sehen wollen. Sollte man meinen. Betrachten wir die Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Chef Steven sagt zum Angestellten Dominik: \u201eDer Fliesen-Mayer hat seine letzte Rechnung nicht bezahlt. Hak da mal nach!\u201c Was meinen Sie?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich. Das ist ein Misprompting. Steven denkt sich: \u201eWieso? Nachhaken ist doch eine ganz banale Aufgabe! Jeder von uns macht das dutzendfach die Woche.\u201c Dominik ist anderer Meinung.<\/p>\n<p>Das ist der generelle Konstruktionsfehler der Kommunikation an sich, auf den wohl auch Niklas Luhmann mit einem Zitat anspielt: \u201eKommunikation ist unwahrscheinlich. Sie ist unwahrscheinlich, obwohl wir sie \u00a0jeden Tag erleben, praktizieren und ohne sie nicht leben w\u00fcrden.\u201d<\/p>\n<p>Denn aus evolution\u00e4rer Perspektive ist es h\u00f6chst unwahrscheinlich, dass ein Empf\u00e4nger erstens \u00fcberhaupt versteht, was der Sender meint, zweitens die Botschaft ihn \u00fcberhaupt erreicht und drittens \u2013 selbst wenn er sie versteht \u2013 sie auch akzeptiert und umsetzt, wie der Sender es intendiert hat.<\/p>\n<p>Uns deswegen bemerkt Dominik das Missverst\u00e4ndnis erst, als er zum Telefonh\u00f6rer greifen will und sich fragt: \u201eVerdammt, was und wie genau soll ich denn jetzt nachhaken?\u201c Das ist unklar.<\/p>\n<p>Klar ist, dass Chef Steven das Geld sehen will und zwar gestern, weil die Liquidit\u00e4t der Firma momentan nicht die beste ist. Aber soll Dominik nun dem Fliesen-Mayer deshalb a) gleich die Pistole auf die Brust setzen? Immerhin ist das ein langj\u00e4hriger Kunde, bei dem die Rechnung auch einfach nur auf dem Instanzenweg vor\u00fcbergehend versch\u00fctt gegangen sein k\u00f6nnte. Deshalb w\u00e4re b) eine sachte Anfrage eher opportun. a) und b) sind diametral verschieden \u2013 was also will Steven von Dominik? Welches von beiden? Etwas dazwischen? Steven hat Dominik zwar angewiesen. Gepromptet hat er ihn aber nicht. Er hat Dominiks Aufgabe in keiner (hinreichenden) Weise beschrieben. Das kommt \u00f6fter vor.<\/p>\n<p>Auch in dieser Sekunde (es sei denn, Sie lesen nach Feierabend) fragen sich wieder zig Millionen Arbeitnehmer:innen weltweit:<\/p>\n<p>Was, um Himmels Willen, will der Chef von mir?<\/p>\n<p>Steven h\u00e4tte prompten k\u00f6nnen: \u201eWir brauchen das Geld dringend! Also fahr zum Mayer, setz dir die Kappe auf mit \u201aBrechstangen-Inkasso\u2018, stell den Fu\u00df in die T\u00fcr und komm erst wieder hierher zur\u00fcck, wenn du die 1.250 Euro und 75 Cent in der Tasche hast.\u201c Endprodukt. Ist das nicht ein wenig \u00fcbertrieben?<\/p>\n<p>\u201e\u00c4h, hm, n\u00f6\u201c, konzediert Steven, als wir sein Misprompting unter vier Augen diskutieren. \u201eWir haben das in der Vergangenheit schon drei, vier Mal so gemacht. In einer Phase schwacher Zahlungsmoral kommst du bei manchen nicht anders an dein Geld ran.\u201c Cash in de T\u00e4sch, wie man im Rheinland sagt. Was ist das? Das ist zwar eine ultra-harte Ansage; Stichwort \u201eTough enough for business\u201c. Aber es ist auch Perfektes People Prompting. Danach wei\u00df jeder Gepromptete, was von ihm erwartet wird.<\/p>\n<p>Ebenso Perfektes People Prompting w\u00e4re: \u201eDer Mayer ist ein langj\u00e4hriger guter Kunde, der uns einen Riesenumsatz bringt und bislang nur zweimal s\u00e4umig war. Also hak da erst mal ganz behutsam nach \u2013 um Gottes Willen nicht beim alten Mayer selbst! Das k\u00f6nnte peinlich f\u00fcr alle werden. Du hast doch gute Connections zur Chefsekret\u00e4rin: Nutz sie erst mal zur Fernaufkl\u00e4rung.\u201c Auch danach h\u00e4tte Dominik exakt gewusst, was von ihm erwartet wird. Seine Aufgabe w\u00e4re ihm klar gewesen. Das ist das dritte Prompting-Prinzip: Mach die Aufgabe klar! Was wenden erstaunlich bis erschreckend viele Menschen ein, vorzugsweise manche Vorgesetzte und Eltern, wenn sie von diesem Prinzip h\u00f6ren?<\/p>\n<p>An dieser Stelle h\u00f6re ich in Trainings regelm\u00e4\u00dfig: \u201cSo penibel genau muss ich das doch nicht ausf\u00fchren! Die Leute wissen doch genau, was ich von ihnen erwarte!\u201c Nein, tun sie nicht. Und tut auch die KI nicht. Sie ist eine KI und kein KT (K\u00fcnstlicher Telepath).<\/p>\n<p>Menschen, die eine Aufgabe klar beschreiben, benennen das erw\u00fcnschte Endergebnis, aber auch relevante Elemente der Vorgehensweise, weil diese das Endergebnis wesentlich pr\u00e4gen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein exzellenter People Prompter, Gymnasiallehrer von Beruf, hat das dritte Prinzip mal zusammengefasst mit: \u201eIch sag meinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern alles, was sie \u00fcber die Aufgabe wissen m\u00fcssen, um ein gutes Ergebnis abzuliefern: So viel wie n\u00f6tig, aber so konzentriert wie m\u00f6glich.\u201c Wer Ergebnisse will, weist an. Wer gute Ergebnisse m\u00f6chte, promptet. Warum machen wir das nicht alle l\u00e4ngst?<\/p>\n<p>Auch daraus machen Misprompter keinen Hehl: \u201eDaf\u00fcr fehlt mir die Zeit, die Leute wegen jedem kleinen Furz erst stundenlang zu instruieren!\u201c Okay, Polemik. Erstens dauert das keine Stunden, h\u00f6chstens ein, zwei Minuten. Und zweitens verliert man sehr viel mehr Zeit, Geld, Energie, Geduld, Ansehen, Respekt und Ergebnis, wenn die Leute mit unklaren Anweisungen rausgehen und dann zwangsweise Mist bauen, den man wegkarren und die Aufgabe nochmal aufsetzen muss. Doch in manchen Unternehmen, Familien, \u00c4mtern und Regierungen ist das der modus operandi, wie mir eine Mittelmanagerin verriet: \u201eWir kriegen es generell erst beim dritten Versuch hin \u2013 und das ist noch goldig, verglichen mit einigen Mitbewerbern.\u201c Der Branchenf\u00fchrer kriegt es \u00fcbrigens, wenig erstaunlich, meist beim ersten Mal hin: Perfektes Prompting.<\/p>\n<p><strong>#4 Schritt f\u00fcr Schritt: Erst A, dann B<\/strong><\/p>\n<p>Exzellente People Prompter geben nicht nur eine Aufgabe vor, sondern geben dieser Aufgabe auch gleich eine Struktur, eine Abfolge: \u201eMach erst \u2026, dann mach \u2026 und danach machst du am besten \u2026\u201c Jede KI und jeder Mensch freuen sich.<\/p>\n<p>H\u00e4ufiges Beispiel aus dem Management: \u201eMcKinsey hat eine neue Studie zur 4-Tage-Woche ver\u00f6ffentlicht\u201c, sagt die Chefin. \u201eDie soll gut sein, aber ich hab nicht die Zeit daf\u00fcr. Gehen Sie da mal durch und berichten Sie mir morgen fr\u00fch!\u201c Klar genug?<\/p>\n<p>K\u00f6nnte man sagen. Trotzdem war die Chefin mit den Ergebnissen solcher delegierter Studien-Analysen nie wirklich zufrieden. Wir besprachen das und seither promptet sie anders; mit Struktur:<\/p>\n<p>\u201eHier ist die Studie, lesen Sie sie bitte sorgf\u00e4ltig durch, arbeiten Sie die aus Ihrer Sicht wesentlichen drei f\u00fcr uns relevanten Thesen heraus, schreiben Sie einen Abstrakt, bitte nicht mehr als eine A4-Seite, leiten Sie drei Vorschl\u00e4ge f\u00fcr uns ab und am besten noch ein konkretes Projekt, das wir bereits n\u00e4chsten Montag starten k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>Wie viel Zeit hat das gekostet? Weniger als eine Minute.<\/p>\n<p>Inzwischen f\u00fcgt die Chefin manchmal noch an: \u201eChecken Sie das vorher auch noch mit dem Kollegen X ab \u2013 der besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit dem Thema. Was kann er beisteuern?\u201c<\/p>\n<p>Seit sie exakt so promptet, bekommt sie die Ergebnisse, die sie sich w\u00fcnscht. Aber so redet doch kein Chef?<\/p>\n<p>Nicht Chefs an sich. Nur die besten Chefs. Bei einem meiner Vortr\u00e4ge kam mal der Einwand aus dem Publikum: \u201eAber das ist doch l\u00e4cherlich. Man sollte doch wohl meinen, dass wir alle unsere Muttersprache beherrschen! Daher m\u00fcssen das doch alle Chefs l\u00e4ngst so machen.\u201c Mit Verlaub: Es macht einen Unterschied, ob ich einen Tennisschl\u00e4ger f\u00fchren kann und B\u00e4lle \u00fcbers Netz kriege oder ob ich aus vollem Lauf eine \u00fcberrissene beidh\u00e4ndige R\u00fcckhand auf die Grundlinie spielen kann. Es ist der Unterschied zwischen Kreisklasse und Grand Slam. Diesen Unterschied gibt es auch in Management, Familie, Verein, Beh\u00f6rde, Regierung \u2026<\/p>\n<p>Besonders tragisch w\u00fctet dieser Unterschied bei jungen Menschen \u2013 und erkl\u00e4rt nebenbei, warum manche Abteilungen keinen Fachkr\u00e4ftemangel kennen, w\u00e4hrend andere verzweifelt suchen.<\/p>\n<p><strong>Fachkr\u00e4ftemangel? Nicht in dieser Abteilung \u2013 sie promptet anders<\/strong><\/p>\n<p>Ich unterrichte junge Menschen und mache sie fit f\u00fcr den Einstieg in die Berufswelt \u2013 und bin regelm\u00e4\u00dfig ersch\u00fcttert, wie viele von ihnen nach erfolgreichem Studium in einen Job einsteigen und darin regelm\u00e4\u00dfig verzweifeln, weil sie mispromptet werden: \u201eIch bin neu hier! Ich habe keine Ahnung, wie das hier l\u00e4uft! Und keiner sagt es mir! Es hei\u00dft immer nur: \u201aMach mal dies, mach mal das!\u2018 Aber wie genau? Ich hab das im Studium ganz allgemein gelernt \u2013 aber wie wird das hier ganz speziell gehandhabt?\u201c<\/p>\n<p>Ein guter People Prompter verf\u00fcgt \u00fcber die daf\u00fcr n\u00f6tige rationale Empathie, O-Ton: \u201eEin Mitarbeiter mit f\u00fcnf Jahren Berufserfahrung wei\u00df, wie der Hase bei uns l\u00e4uft und kann sich die Arbeitsauftr\u00e4ge selber zusammenreimen. Dem kann ich auch \u201aMach mal!\u2018 sagen und er macht, weil er aus Erfahrung unseren modus operandi kennt. Aber einem Berufsanf\u00e4nger oder Quereinsteiger? Dem muss ich diese Aufgabenklarheit und Struktur doch erst mal vermitteln.\u201c \u00dcbrigens: Die Abteilung dieses People Prompters kennt keinen Fachkr\u00e4ftemangel. Wie wird das in den anderen, weniger gl\u00fccklichen Abteilungen gehandhabt? Nach dem Motto: \u201eWie das bei uns hier l\u00e4uft, kriegen Newcomer von alleine mit. Die schnappen das auf. Die sehen das ja bei den \u00e4lteren Kollegen. Zur Not k\u00f6nnen sie auch fragen.\u201c Kein Kommentar.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt \u00fcbrigens f\u00fcr die KI: \u201eHier ist noch so eine Studie \u2013 mach das, wie du das immer f\u00fcr mich gemacht hast.\u201c Wenn wir der KI einmal Aufgabenklarheit und Struktur gepromptet haben, \u201emerkt\u201c sie sich das und kann es bei jeder neuen Aufgabe wieder herunterspulen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil vom Schritt-f\u00fcr-Schritt-Prinzip? Es macht R\u00fcckfragen unn\u00f6tig und kalte R\u00fcckdelegation wegen Unklarheit so gut wie unm\u00f6glich. Exzellente People Prompter haben mich auf noch einen Vorteil aufmerksam gemacht: \u201eUm eine Aufgabe klar und strukturiert anzuweisen, muss ich erst mal selber \u00fcber die Aufgabe nachdenken und f\u00fcr mich selbst diese Klarheit und Struktur finden. Allein das tr\u00e4gt schon wesentlich zu L\u00f6sung und Bew\u00e4ltigung bei. Auch mir wird dabei die Aufgabe klarer.\u201c Ergo: People Prompting macht nicht nur die People, sondern auch den Prompter besser.<\/p>\n<p>\u201eDas ist \u00fcbrigens der Grund, warum viele unserer Vorgesetzten das nicht machen\u201c, kl\u00e4rte mich mal ein Praktiker auf: \u201eDie haben keine Zeit, keine Lust oder nicht die n\u00f6tige Sachkompetenz, um eine Arbeit, die sie mir delegieren, klar zu erfassen und zu strukturieren. Deshalb delegieren sie mir diese doch \u00fcberhaupt erst! Damit ich mir die n\u00f6tigen Gedanken dar\u00fcber machen kann.\u201c Einer dieser Vorgesetzten widersprach dem nicht mal, sondern meinte: \u201eWarum bin ich wohl Abteilungsleiter geworden? Damit ich mir den Kopf f\u00fcr jene Leute zerbreche, die ich daf\u00fcr bezahle?\u201c So eine Haltung ist individuell rational und absolut legitim. Effektiv und effizient ist sie nicht.<\/p>\n<p><strong>#5 Customizing: F\u00fcr wen machen wir das eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Gutes Prompting bedeutet nicht nur Struktur \u2013 es bedeutet auch, sich auf das Gegen\u00fcber einzustellen, und vielleicht sogar dar\u00fcber hinaus, wenn das Gegen\u00fcber gar nicht selbst die \u201eEmpfangsperson\u201c der Aufgabenstellung ist. Ein Beispiel: Die Mutter sagt zum Kind: \u201eKind, geh in den Discounter um die Ecke, Kuchen kaufen! Hier ist das Geld.\u201c Ich kenne Kinder, die rennen mit Leuchten in den Augen los. Kuchen!<\/p>\n<p>Ich kenne auch Kinder, die rennen nicht los. Sind die schwer von Begriff? Nein, ganz im Gegenteil. Sie sind bessere Prompter als (manchmal) ihre Eltern. Eines dieser Wunderkinder fragte prompt nicht \u201eWelchen Kuchen?\u201c, sondern: \u201eF\u00fcr wen soll\u2019s denn sein?\u201c Als ich hinterher wissen wollte, woher die Frage kommt, wurde mir eine Vorlesung von einer Achtj\u00e4hrigen gehalten:<\/p>\n<p>\u201eIst doch klar: Wenn es f\u00fcr mich als Belohnung ist, weil ich so brav war, ist es nat\u00fcrlich Schoko-Kuchen. Wenn Mamas Freundinnen zum Nachmittagskaffee kommen, sind es Cake Pops (Kuchen am Stil, hoch modisch und verdammt teuer). Kommt Tante Claudia zu Besuch, ist es trockener Streuselkuchen, den es aber nur beim B\u00e4cker Ofenm\u00fcller in der Innenstadt gibt. Vielleicht kommt sogar Mamas neuer Chef, dann m\u00fcsste ich schon bis zur Konditorei Staufenm\u00fcller gehen f\u00fcr etwas Besonderes.\u201c Acht Jahre! Chapeau. Was beweist: Prompting hat nichts mit Alter oder Erfahrung und nur etwas mit Intelligenz zu tun. Oder Hei\u00dfhunger auf Kuchen.<\/p>\n<p>Wenn es um Kuchen geht, sind sogar manche Kinder superschlau und prompten hervorragend. Kind promptet Eltern. \u201eDas ist \u00fcbrigens nicht die Ausnahme, sondern die Regel\u201c, wie mir eine Entwicklungspsychologin versicherte: \u201eBaby schreit \u2013 Baby kriegt Fl\u00e4schchen \u2013 perfektes Prompting, ohne dass auch nur ein gesprochenes Wort n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Absolute Champions League.\u201c<\/p>\n<p><strong>#6 Negative Prompting: Sagen, was nicht passieren darf<\/strong><\/p>\n<p>Gute Prompter:innen sagen nicht nur klar und strukturiert, was wir f\u00fcr wen machen sollen. Sie sagen uns auch, was wir dabei nicht machen sollten.<\/p>\n<p>Im KI-Kontext gibt es dazu einen modernen Klassiker: \u201eHalluziniere nicht, denk dir nichts aus, sondern verwende einzig und allein Fakten.\u201c Warum muss man das einer KI sagen?<\/p>\n<p>Niemand, der schon mal eine KI benutzt hat, muss das noch fragen. Denn jeder Nutzer wei\u00df inzwischen, wie ungeniert eine KI manchmal Zusammenh\u00e4nge fabuliert, Daten zurechtbiegt und Statements kreativ anpasst (\u201eWas nicht passt, wird passend gemacht\u201c), wenn sie in den unendlichen Weiten des Internets nichts faktisch Passendes zur Aufgabenstellung findet. Wir Menschen machen das ja auch. Also muss man es beiden wegprompten.<\/p>\n<p>Ich kenne so viele Vorgesetzte, die sich schwer \u00fcber Ergebnisse aufregen, die sie absolut nicht haben wollten, wenn der oder die Mitarbeitende diese vorlegt. Und alle Gescholtenen schauen dann den ungest\u00fcmen Boss wortlos an und denken: \u201eWarum zum Kuckuck hast du nicht schon bei der Delegation gesagt, wie du\u2019s nicht haben m\u00f6chtest?\u201c Zum Beispiel:<\/p>\n<p>\u201eIch brauch\u2019 bis heut\u2019 Nachmittag die Monatszahlen. Aber bitte nicht wieder diesen Detail-Dschungel hinunter bis auf die Artikel-Ebene. Einfach die aggregierten Zahlen pro Gesch\u00e4ftsfeld!\u201c Alles klar? Alles klar. Hinterher sagte die so angesprochene Controllerin: \u201eWarum hat er das nicht schon beim letzten Mal gesagt? Ich dachte, ich bin Controllerin. Der Teufel steckt im Detail, also liefere ich Detailzahlen. Wenn er keine Details haben m\u00f6chte, braucht er das nur zu sagen \u2013 und das bitte m\u00f6glichst schon beim ersten Mal. Dann h\u00e4tte ich mir die M\u00fche sparen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Klassiker beim Spieleabend<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten von uns kennen die Passage: \u201eGehe direkt ins Gef\u00e4ngnis. Gehe nicht \u00fcber \u201aLos\u2018, ziehe nicht 200 Mark ein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie M\u00fcller hat morgen Geburtstag\u201c, sagt die Teamleiterin zu Horst. \u201eFinde mal raus, wor\u00fcber sie sich freuen w\u00fcrde.\u201c Was macht Horst? Richtig. Er fragt die M\u00fcller direkt. Danach war die \u00dcberraschung nat\u00fcrlich futsch. Seither promptet die teambewusste Teamleiterin anders, wenn wieder jemand im Team Geburtstag hat: \u201eAber frag \u2026 blo\u00df nicht direkt und auch nicht den Partner \u2013 der kann das meist nicht f\u00fcr sich behalten.\u201c<\/p>\n<p>Ebenfalls schon passiert: Ein Headhunter Senior-Partner versucht, den Bereichsdirektor einer Bank abzuwerben und braucht f\u00fcr den kalten Erstkontakt zun\u00e4chst dessen E-Mail-Adresse. Er delegiert das an den Pool-Assistenten. Was macht der? Richtig. Der ruft bei der 0-Nummer der Bank an. Danach wei\u00df dank Flurfunk jeder in der Bank, dass ein Headhunter hinter dem Direktor her ist. Warum? Kein Prinzip \u201eNegative Prompting\u201c. Begr\u00fcndung des Senior-Partners: \u201eAber das h\u00e4tte dem Assistenten doch a priori klar sein m\u00fcssen!\u201c H\u00e4tte h\u00e4tte Fahrradkette. Auch ein sechsstelliges Gehalt sch\u00fctzt nicht vor unklarer Kommunikation. Nebenbei gefragt: Wie naiv darf man als Pool-Assistent sein?<\/p>\n<p>Das ist ein Missverst\u00e4ndnis. Regel 6 sch\u00fctzt weniger vor Dummheit (der Assistent ist nat\u00fcrlich nicht dumm!) als vor dem Weg des geringsten Widerstands. Der Assistent ist bis Oberkante Unterlippe zugesch\u00fcttet mit Arbeit (wie wir alle). Da denkt er nicht lange \u00fcber Sinn, Zweck und Kontext einer zus\u00e4tzlichen Aufgabe nach. Er macht das einfach \u2013 so einfach und so schnell wie m\u00f6glich. Das ist rational. Irrational ist es, nicht damit zu rechnen und im Gegenteil von ihm zu verlangen, dass er die Gedanken seines Chefs lesen kann. Oder auch nur m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Wenn Menschen (und die KI) nicht mit Prinzip \u201eSagen, was nicht passieren darf\u201c gepromptet werden, machen sie es sich einfach oder gehen mit der Brechstange vor oder verwenden unlautere Mittel \u2013 wenn man es ihnen nicht explizit wegpromptet.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Menschen, die sich denken k\u00f6nnen und wollen, was sie nicht tun sollten. Doch dass ein Subalterner so gut und tief mitdenkt, sollte man nicht unter allen Umst\u00e4nden voraussetzen. Man sollte es umso weniger voraussetzen, je stressiger die Situation ist, je \u00fcberlasteter der Gepromptete ist und je weniger motiviert. Das w\u00e4re mir viel zu riskant. In vielen Unternehmen, Beh\u00f6rden, Vereinen und Familien ist aus diesem Risiko bereits ein sch\u00f6nes Spiel entstanden.<\/p>\n<p><strong>Es ist nicht alles M\u00fcll, was gl\u00e4nzt<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: \u201eDer M\u00fcll von der letzten Baustelle liegt immer noch auf der Pritsche vom Montage-LKW! Machen Sie das endlich weg!\u201c, blafft der hemds\u00e4rmelige Chef den Mitarbeiter an.<\/p>\n<p>Macht der angewiesene Junior-Installateur auch prompt. Er entsorgt alles m\u00fcllgetrennt beim gewerblichen Entsorger und legt dem Chef die Quittung f\u00fcr die M\u00fcllgeb\u00fchren vor, worauf dieser explodiert:<\/p>\n<p>\u201eSind Sie wahnsinnig? Unter dem M\u00fcll waren auch zig Kilo Kupfer von den ausgebauten alten Rohren der Baustelle. Daf\u00fcr h\u00e4tten wir ein kleines Verm\u00f6gen bekommen! Das Kupfer h\u00e4tten Sie nicht wegschmei\u00dfen d\u00fcrfen!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSorry, Boss, das haben Sie aber nicht gesagt. Wenn Sie das gleich gesagt h\u00e4tten \u2026\u201c<\/p>\n<p>Weil dieser Boss chronisch kein Prinzip 6 anwendet, passiert sowas mindestens einmal die Woche. Seine Untergebenen wissen genau, dass Big Boss nicht mit Prinzip 6 promptet; sie haben ihn durchschaut, sie kennen seine Verhaltenspr\u00e4dispositionen (seine Frau sagt \u201eMarotten\u201c dazu) \u2013 und nutzen diese weidlich aus: \u201ePff, mir doch egal, kann ich doch nichts daf\u00fcr, hat der Chef ja nicht gesagt.\u201c Das ist Insubordination? Das ist fies, aber keine Insubordination \u2013 denn der Chef hat\u2019s ja wirklich nicht gesagt. \u201eAber das m\u00fcssen die Leute doch von selbst wissen!\u201c Ja, das m\u00fcssten sie. Aber das tun sie faktisch oft nicht.<\/p>\n<p>Der gescholtene Monteur hat nat\u00fcrlich das Altkupfer nicht wirklich entsorgt. Er ist ja nicht bl\u00f6d; er wei\u00df selber, was das wert ist. Er hat es unter der Hand an einen Altmetall-H\u00e4ndler verkauft und das Geld ins Party-K\u00e4sschen der Abteilung gegeben. W\u00e4hrend die Nachbar-Abteilungen sich wundern, dass ausgerechnet die bodenst\u00e4ndigen Monteure regelm\u00e4\u00dfig derart krachende Feste schmei\u00dfen. Das Spiel l\u00e4uft seit zig Jahren. Nicht nur mit diesem Chef. Ich finde das bemerkenswert, aber nicht gut, denn das ist nat\u00fcrlich Unterschlagung \u2013 und inakzeptabel. Aber solche Situationen entstehen, wenn F\u00fchrung unklar kommuniziert und Mitarbeitende das ausnutzen.<\/p>\n<p><strong>#7 Die Feedback-Schleife: Iteration statt Monolog<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte Sie gewarnt: Keines der Prompting-Prinzipien wird Sie \u00fcberraschen. Die kennen Sie alle. Weil sie alt sind. So alt wie die menschliche Kommunikation. Feedback? Pfff! Haben wir schon tausendmal geh\u00f6rt, gelesen und in jedem Kommunikations- und F\u00fchrungsseminar von A bis Z durchdekliniert. Und jetzt die zwei Millionen Dollar-Frage: Wann haben Sie das letzte Mal qualifiziertes Feedback bekommen?<\/p>\n<p>Noch \u00fcblere Frage: Gegeben?<\/p>\n<p>Der moderne westliche Mensch ist schon per se als Spezies \u00e4u\u00dferst Feedback-faul. Die sozialen Medien und Messenger-Apps haben diese Faulheit bis ins Pathologische versch\u00e4rft. Denn mit der dort praktizierten emojihaften Sprachverk\u00fcrzung und -verballhornung l\u00e4sst sich keine Kommunikation im engeren Sinne, geschweige denn qualifiziertes Feedback leisten. Diesen Effekt verst\u00e4rkt die KI noch. Denn einer KI gibt man sicher kein Feedback!<\/p>\n<p>Wirklich? Tats\u00e4chlich empfehlen seri\u00f6se KI-Ratgeberb\u00fccher: \u201eGib deiner KI das n\u00f6tige Feedback! Sie dankt es dir!\u201c Wie?<\/p>\n<p>Indem sie dank der in Form von Feedback ge\u00e4u\u00dferten Pr\u00e4ferenz wei\u00df, wie sie es n\u00e4chstes Mal besser machen kann und soll. Und nicht erst n\u00e4chstes Mal, sondern bereits bei der laufenden Aufgabe, zum Beispiel: \u201eDanke f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Ausf\u00fchrungen zu diesem Fachartikel und insbesondere f\u00fcr die zus\u00e4tzlichen Praxisbeispiele aus der Industrie.\u201c So \u201egelobt\u201c findet die KI wom\u00f6glich gleich noch mehr dieser gew\u00fcnschten Beispiele aus dieser und anderen Branchen.<\/p>\n<p>Oder auch: \u201eVielen Dank f\u00fcr den tollen Abstrakt \u2013 aber bitte noch deutlich k\u00fcrzen in den vorderen beiden Abs\u00e4tzen.\u201c Das ist Feedback, das ist Prompting, das verbessert die Ergebnisse von KI und Mensch. Beim People Prompting oft in der Form von: \u201eGut so, weiter so!\u201c, \u201eBleib dran, genau so stelle ich mir das vor!\u201c, \u201eHier noch eine praktische Anwendung und dort noch eine handliche Checkliste \u2013 dann wird das ein perfekter Report!\u201c An dieser Stelle reagierten zwei Testleserinnen dieser Passage \u2013 nun, sagen wir, \u00fcberraschend.<\/p>\n<p><strong>Die Testleserin mit dem Klo\u00df im Hals \u2013 und die andere mit der perfekten Chefin<\/strong><\/p>\n<p>Die eine Testleserin: \u201eIch krieg\u2019 grad\u2019 einen Klo\u00df im Hals, wenn ich so ein Feedback blo\u00df lese. So freundlich und nett war meine Chefin noch nie zu mir!\u201c \u00c4hem, sorry, aber das war nicht freundlich und nett. Das war blo\u00df Prompting per Feedback. Doch genau diese kommunikative Selbstverst\u00e4ndlichkeit fehlt uns allen schmerzhaft. Wozu fehlt sie uns? Zur Menschlichkeit. Es gibt keine Menschlichkeit ohne Feedback \u2013 deshalb wird ja auch vom \u201eHaifisch-Kapitalismus\u201c geredet. Das liegt nicht am Haifisch und nicht am Kapitalismus. Es liegt an der entmenschlichten Kommunikation. Im Management wird das mancherorts euphemistisch als \u201erauer Umgangston\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Die andere Testleserin sagte: \u201eIst mir jetzt ein wenig peinlich, aber unsere Vorgesetzte gibt st\u00e4ndig diese Art von Feedback \u2013 erspart uns allen unn\u00f6tige M\u00fche und Zeitverschwendung.\u201c<\/p>\n<p>Darauf die eine wieder: \u201eKann ich mich bewerben? Stellt ihr gerade ein?\u201c<\/p>\n<p>Wer die Wirkung von guter Kommunikation im Allgemeinen und Prompting im Besonderen untersch\u00e4tzt, untersch\u00e4tzt einen entscheidenden Faktor f\u00fcr Motivation, Commitment, Leistungswille und Firmentreue der eigenen Leute. Die Amerikaner sagen dazu: \u201ePeople don\u2019t quit jobs, they quit managers.\u201c Sie k\u00fcndigen nicht den Job, sondern dem Boss; genauer: seinen Kommunikationspathologien, darunter insbesondere seiner Prompting-Indolenz. Leider liegt die Feedback-Kultur in vielen Unternehmen, Familien und Schulklassen darnieder. Das beginnt bereits bei den selbstverst\u00e4ndlichsten Selbstverst\u00e4ndlichkeiten:<\/p>\n<p>\u201eWieso soll ich dem Mitarbeiter \u201aDanke\u2018 sagen, wenn er die erledigte Aufgabe abliefert? Daf\u00fcr bezahle ich ihn doch! Feedback ist da nicht n\u00f6tig.\u201c O tempora, o mores. Erst mal:<\/p>\n<p>\u201eDanke\u201c ist kein Feedback, sondern Zeichen von H\u00f6flichkeit und Respekt. Selbst wenn es das nicht w\u00e4re, w\u00e4re \u201eDanke\u201c immer noch kein Feedback im engeren Sinne, da echtes Feedback keine One-Shot-Angelegenheit ist, sondern ein laufender Prozess, ein Geben und Nehmen, ein Dialog. Das ist zugleich das \u00fcbergreifende Ideal von Prompting: kein Monolog, keine Einweg-Kommunikation, kein Ober-promptet-Unter, sondern ein fortlaufender Dialog zwischen Partnern auf Augenh\u00f6he, die sich gegen- und wechselseitig prompten.<\/p>\n<p><strong>500 Likes statt Dialog: Die digitale Verarmung<\/strong><\/p>\n<p>Leider ist uns als westlicher Gesellschaft sowohl die F\u00e4higkeit als auch der Wille zum Dialog nicht erst seit KI mit wenigen Ausnahmen verloren gegangen. Vor der KI haben bereits die unsozialen Medien diese entw\u00fcrdigende Tendenz drastisch beschleunigt. L\u00e4ngere Dialoge k\u00f6nnen und wollen wir nicht mehr f\u00fchren: Wir posten was, erhalten 500 Likes \u2013 Ende Gel\u00e4nde. Bis zum n\u00e4chsten Post. Niemand bei rechtem Verstand und Sprachverm\u00f6gen w\u00fcrde behaupten wollen, dass wir an der Schule, gleich welcher Art sie sein m\u00f6ge, unsere Muttersprache auf einem halbwegs zivilen Niveau erlernen.<\/p>\n<p>Doch was nach Ende der Schulzeit passiert, kann nur noch als freiwillig zugef\u00fcgter Mutismus verstanden werden. Eine Nation der Sprachlosigkeit. Wie trotz des \u00fcberw\u00e4ltigenden medialen Floskel-Tornados und der epidemischen Small Talk-Banalit\u00e4t im Alltag immer noch keine Kommunikation im Prompting-Sinne zustande kommt, ist ein Mysterium an sich. So viele Worte, so wenig Sinn, Bedeutung, Wirkung und Menschlichkeit. Wir sind zu kommunikativen Eintagsfliegen verkommen; nicht mehr dialogf\u00e4hig \u00fcber ein digitales Ping und Pong hinaus. Das gilt nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr Sie \u2013 denn immerhin sind Sie hier. Auch die Buchlekt\u00fcre ist eine Form von Dialog und nicht gerade die banalste Form. Der Rest der Menschheit leidet jedoch unter einer tragischen Sprachlosigkeit und Dialogferne. Neulich sagte eine Bekannte:<\/p>\n<p>\u201eDanke der Nachfrage \u2013 wir hatten gestern Abend einen sehr unterhaltsamen, spannenden und unerwartet guten Abend.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas habt ihr denn gemacht? Oper? Kino? Konzert?\u201c<\/p>\n<p>\u201eN\u00f6, wir haben uns einfach nur zwei Stunden gut unterhalten, nachdem die Kinder im Bett waren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnterhalten? Ja womit denn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa, eben nicht mit Streaming oder Handy-Daddeln. Wir haben miteinander geredet; wir hatten ein wirklich gutes Gespr\u00e4ch.\u201c<\/p>\n<p>Jetzt bitte nicht im Bekanntenkreis herumfragen, wer hierbei die Hand heben k\u00f6nnte \u2013 es k\u00f6nnte betroffen machen. Warum? Weil diese Art von zivilisatorisch akzeptierter, wenn nicht gar normierter Sprachlosigkeit nicht nachhaltig ist. Keine Beziehung, weder im Beruf noch in der Familie, \u00fcberlebt das lange unbeschadet oder \u00fcberhaupt. Scheidungsanw\u00e4lte k\u00f6nnen ein Lied davon singen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Ganze: Kontext, Klarheit, Vollst\u00e4ndigkeit<\/p>\n<p>Was also tun? Fassen wir zusammen, was wir gelernt haben. Die sieben Regeln, die wir durchgegangen sind, lassen sich zu drei Kernprinzipien verdichten: Kontext, Klarheit, Vollst\u00e4ndigkeit. Sie bilden das R\u00fcckgrat jeder wirksamen Kommunikation, sowohl beim KI-Prompting wie auch beim People Prompting.<\/p>\n<p>\u201eSag der KI einfach, was sie machen soll!\u201c Ohne Kontext kann sie das nicht vern\u00fcnftig und sinnvoll. Denn sie kennt nicht die Kontextfaktoren \u201eZielgruppe\u201c (Prinzip 5) und \u201eEndprodukt\u201c (Prinzip 3). Weil ich ihr diese nicht gepromptet habe. Sie wei\u00df auch nicht, was sie auf keinen Fall machen darf (Prinzip 6): Zu wissen, was man auf keinen Fall tun soll, gibt ebenfalls Klarheit. Struktur (Prinzip 4) gibt Klarheit. Nicht nur der KI, sondern auch uns Menschen. Klingt einfach?<\/p>\n<p>Wenn das so einfach ist, warum prompten wir dann nicht alle l\u00e4ngst so klar, vollst\u00e4ndig und kontextuell? Weil es uns an einer bestimmten Ingredienz fehlt.<\/p>\n<p><strong>\u201aDenken, Dr\u00fccken, Sprechen\u2018 \u2013 die Bundeswehr hatte recht<\/strong><\/p>\n<p>In meiner Zeit als Wehrdienstleistender beim Heer verriet mir ein Leutnant in der Grundausbildung diese Zutat guter Kommunikation, guten Promptings. Damals sollte ein Kamerad in einer simulierten Gefechtssituation das Funkger\u00e4t bedienen. Das hatte er nie zuvor gemacht. Also nahm er das ungewohnte Ding zaghaft in die Hand, be\u00e4ugte es misstrauisch, suchte nach der Sprechtaste und wusste offensichtlich nicht, was er nun tun oder durchgeben sollte. Er dr\u00fcckte den Knopf, stammelte, suchte nach Worten, einige \u201e\u00c4hms\u201c und \u201eHmm\u201c, und dann erst ging\u2019s los mit einer immer noch sehr d\u00fcrftigen, langatmigen Funkdurchsage. Man stelle sich vor: so etwas im Gefecht, die Einschl\u00e4ge kommen n\u00e4her, verletzte Soldaten schreien auf, Verst\u00e4rkung dringend gebraucht!<\/p>\n<p>Der befehlshabende Lehr-Leutnant, der etwas entfernt von uns stand, rief hilfreich her\u00fcber: \u201eDenken! Dr\u00fccken! Sprechen!\u201c Ein gutes Prompting-Motto.<\/p>\n<p>Will hei\u00dfen: Denk erst nach, bevor du promptest!<\/p>\n<p>Die fehlende Zutat: erst nachdenken. Der Kamerad hatte es beim ersten Versuch umgekehrt gemacht: Er war so froh, die Sprechtaste gefunden zu haben \u2013 und dann zu stammeln anfing, weil er keine Ahnung von der Lage hatte, nicht einmal wusste, was er vom Gegen\u00fcber \u00fcberhaupt wollte. Trockener Kommentar des Leutnants: \u201eMit erst mal Dr\u00fccken und dann 5 Sekunden Rauschen gewinnt man kein Gefecht!\u201c Etwas martialisch, aber nahtlos \u00fcbertragbar auf die Kommunikation in Job und Alltag. Denk nach, bevor du in den Dialog gehst! Wir machen das selten genug, weil unser Mundwerk meist schneller ist als unser Verstand. Vieles in der Kommunikation l\u00e4uft spontan und unterbewusst oder habituell gesteuert.<\/p>\n<p>Nur wer zuerst denkt, kann prompten. Werde dir erst mal klar, was du willst, was dabei herauskommen soll, was du auf keinen Fall willst \u2013 und dann erst sprich! Das setzt ein ger\u00fcttelt\u2018 Ma\u00df an Selbstdisziplinierung voraus \u2013 zun\u00e4chst. Denn je \u00f6fter wir das machen, desto weniger Disziplin brauchen wir daf\u00fcr, weil es zur guten Gewohnheit wird. Vor allem, wenn wir t\u00e4glich erleben, welch segensreiche Wirkungen das auf Pr\u00e4zision, Wirkung und Menschlichkeit unserer Kommunikation hat.<\/p>\n<p>Der dritte \u00fcbergreifende Faktor guten Promptings ist Vollst\u00e4ndigkeit: Vermittle alle dir verf\u00fcgbaren Informationen zur konkreten Aufgabe! Bei der KI nennt man das \u201eKnowledge\u201c. Sie haben einiges an Infomaterial in Ihrer Schublade \u2013 dann f\u00fcttern Sie die KI damit. Dann werden die Antworten der KI besser.<\/p>\n<p><strong>Was sich liebt, das promptet \u2013 die neue Definition von Menschlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Je mehr relevante Informationen Sie Menschen geben, desto besser werden sie. Ich wei\u00df, das verst\u00f6\u00dft gegen die unausgesprochene, jedoch weit verbreitete informelle Need-to-know-Regel: \u201eDas m\u00fcssen die Leute nicht wissen! Die verstehen doch die gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4nge \u00fcberhaupt nicht. Das interessiert die gar nicht. Die sollen lieber ihren Job machen!\u201c Das k\u00f6nnen sie nicht, wenn sie nicht wissen, was sie wissen m\u00fcssten. Doch Wissen ist in der menschlichen Kommunikation h\u00e4ufig entweder Mittel zum Zweck der Prahlerei \u2013 oder zu Machterhalt und Status-Distinktion, wenn es anderen vorenthalten wird: Wissen ist Macht, wenn man es nicht teilt. So jedenfalls denken Machtmenschen.<\/p>\n<p>Intelligentere Vertreter der Spezies dagegen teilen, was sie haben. Weil sie wissen, dass man Wissen braucht, um einen guten Job zu machen. Verfolgen sie dieses \u00fcbergeordnete Prinzip der Vollst\u00e4ndigkeit des Wissens nachhaltig, dann geht der Prompting-Dialog nahtlos \u00fcber ins lebenslange Lernen, in die Personalentwicklung und sogar ins Social Engineering \u2013 wenn man Vollst\u00e4ndigkeit \u00fcber Jahre hinweg zur Benchmark des eigenen Promptings macht. Bei der KI ist das einfach: Per Klick laden wir ihr alles Wissen hoch, das wir haben.<\/p>\n<p>Bei Menschen gibt es leider (noch) keinen Upload-Button f\u00fcr Wissen. Also machen das gute Prompter kontinuierlich, fast beil\u00e4ufig im Alltagsgespr\u00e4ch. Und nicht erst, wenn man etwas vom Mitmenschen will. Als Beispiel f\u00e4llt mir die Vorgesetzte ein, die ohne zu wissen, dass das Prinzip 5 ist, es jeden Tag mindestens einmal einstreut: \u201eDenkt immer daran, f\u00fcr wen wir das machen! Nicht f\u00fcr mich, nicht f\u00fcr den CEO, sondern f\u00fcr den kleinen Handwerker, der auch heute wieder mit unserem Ger\u00e4t auf der Baustelle hantiert und sich darauf verlassen muss, dass das zuverl\u00e4ssig funktioniert.\u201c Weil sie das t\u00e4glich macht, muss sie es nicht mehr sagen, wenn ein besonders heikler Auftrag hereinkommt. (Sie sagt es trotzdem).<\/p>\n<p>Wer prompten kann, kommuniziert besser. Wer promptet, erzielt bessere Ergebnisse und genie\u00dft mehr Respekt und Anerkennung bei anderen Menschen, weil er oder sie diesen nicht mit unklaren und missverst\u00e4ndlichen Ansagen auf den Senkel geht. Wer promptet, wird wertgesch\u00e4tzt, weil Prompting seinerseits die reinste Wertsch\u00e4tzung ist. So gesehen ist Prompting beste Beziehungspflege: Was sich liebt, das promptet!<\/p>\n<p>Sie meinen, dass wir bisher die sieben Prompting-Prinzipien noch recht kursorisch, verk\u00fcrzt angerissen haben? Da haben Sie recht. Beginnen wir mit dem Prinzip \u201eStruktur\u201c. Denn Struktur ist die Grundlage guten Promptings \u2013 f\u00fcr KI und Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Ingo Hamm: &#8222;Abenteuer: Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realit\u00e4t&#8220; &nbsp; &nbsp; Die sieben Regeln der Klarheit \u2013 Was wir von KI \u00fcber Kommunikation lernen Wer eine KI prompten kann, kann auch Menschen prompten. Wie schaffen wir das? 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