{"id":687819,"date":"2026-04-05T06:00:41","date_gmt":"2026-04-05T04:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687819"},"modified":"2026-04-05T01:16:50","modified_gmt":"2026-04-04T23:16:50","slug":"buchauszug-volker-ter-haseborg-wolfgang-grupp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/04\/05\/buchauszug-volker-ter-haseborg-wolfgang-grupp\/","title":{"rendered":"Buchauszug Volker ter Haseborg: &#8222;Wolfgang Grupp&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Volker ter Haseborg: &#8222;Wolfgang Grupp&#8220;<\/h1>\n<h1>Volker ter Haseborg ist Chefreporter bei der WirtschaftsWoche*<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687833\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687833\" class=\"size-full wp-image-687833\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/ter-Haseborg_volker.websize_5504.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/ter-Haseborg_volker.websize_5504.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/ter-Haseborg_volker.websize_5504-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/ter-Haseborg_volker.websize_5504-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-687833\" class=\"wp-caption-text\">Volker ter Haseborg (Foto: PR \/ Lena Everding)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Affentheater<\/strong><\/p>\n<p><em>Werbung macht Grupp prominent \u2013 und beschert ihm \u00c4rger mit Uli Hoene\u00df.<\/em><\/p>\n<p>\u00bbHallo, Fans!\u00ab Ein Affe, bekleidet mit Hemd, Krawatte und mit einer roten Brille auf der Nase sitzt als Nachrichtensprecher in einem Fernsehstudio und berichtet, dass Trigema Deutschlands gr\u00f6\u00dfter T-Shirt- und Tennisbe\u00adkleidungshersteller sei und nur in Deutschland produziere. \u00bbWas sagt der Inhaber Herr Grupp dazu?\u00ab, fragt der Affe. Wolfgang Grupp wird eingeblendet, er l\u00e4uft etwas steif durch seine N\u00e4herei, die rechte Hand in der Hosentasche. \u00bbWir werden auch in Zukunft nur in Deutschland produzieren und unsere zw\u00f6lfhundert Arbeitspl\u00e4tze sichern\u00ab, verspricht er.<\/p>\n<p>Nicht mal 20 Sekunden dauerte der Spot, er lief jahrelang direkt vor der <em>Tagesschau<\/em>. Seitdem wird Grupp auf der Stra\u00dfe angesprochen. Er sei doch \u00bbder mit dem Affen\u00ab.<\/p>\n<p>Die Geschichte von Trigema ist auch eine Geschichte \u00fcber Vermarktung. Wolfgang Grupp hat es geschafft, seine Firma und sich selbst bekannt zu machen. Nachdem er Trigema aus der Verlustzone herausgef\u00fchrt hatte, investierte er Millionen in Werbung. Das war n\u00f6tig, weil Trigema bis dahin kaum unter dem eigenen Markennamen aufgetreten war, sondern als Lieferant f\u00fcr die Marken gro\u00dfer Kaufh\u00e4user wie Karstadt, Kaufhof und Horten.<\/p>\n<p>Grupp erkl\u00e4rte die Vermarktung zur Chefsache. Zun\u00e4chst suchte er daf\u00fcr nach einem passenden Superlativ. Deutschlands gr\u00f6\u00dfte Sportmarke? Nein, das war Trigema nicht, es gab ja noch Adidas und Puma. Grupp fand schlie\u00dflich eine Bezeichnung, die fast nach der gr\u00f6\u00dften Sportmarke klang und seiner Meinung nach nur auf Trigema zutrifft: Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Sport- und Freizeitbekleidungshersteller. Das passte. \u00bbWeil sonst ja keiner mehr in Deutschland produziert hat.\u00ab Niemand habe protestiert.<\/p>\n<p>Den Einstieg in die Sportmode hatte Trigema ja mit der Tenniskollektion gemacht. Die lief ganz ordentlich, aber Grupp st\u00f6rte sich daran, dass der Tennisprofi Wilhelm Bungert am \u00bbTrigema Original Bungert Dress\u00ab mitverdiente. Der Tennisstar lie\u00df sich die Nutzung seines Namens bezahlen. Grupp beendete die Kooperation. Die Tenniskollektion hie\u00df nun \u00bbTrigema Original Tennis Dress\u00ab. Die Nachfrage sei trotzdem gestiegen, sagt er.<\/p>\n<p>\u00bbDas Bungert-Dress war f\u00fcr mich der Ausstieg aus der Anonymit\u00e4t. Ich war stolz, dass wir jetzt eine Marke hatten\u00ab, sagt Wolfgang Grupp. Als er in die Firma kam, habe er Ernst Sch\u00f6ller kennengelernt, den Inhaber der Ernst Sch\u00f6ller W\u00e4schefabriken aus Albstadt. Der Mann wurde ehrf\u00fcrchtig \u00bbSchl\u00fcpferk\u00f6nig\u00ab genannt, er war ein Promi, umgarnt von den Gro\u00dfh\u00e4ndlern. \u00bbDas habe ich als Nobody bewundert. Wir waren damals \u00fcberhaupt nicht bekannt.\u00ab Und das wollte Grupp \u00e4ndern.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-687834\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Cover.Grupp_Biografie_1280Pix_Amazon_RGB.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Cover.Grupp_Biografie_1280Pix_Amazon_RGB.jpg 449w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/04\/Cover.Grupp_Biografie_1280Pix_Amazon_RGB-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutscherwirtschaftsbuchverlag.com\/products\/wolfgang-grupp-die-autorisierte-biografie\">Wolfgang Grupp: Die autorisierte Biografie<\/a>, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, 256 Seiten, 30,&#8211; Euro<\/p>\n<p>Er schaltete erste Anzeigen in Zeitungen, was dem Verleger der <em>Tennis-Revue <\/em>auffiel: G\u00fcnter Ren\u00e9 Evers. Ob Grupp nicht auch mal in seinem Tennismagazin werben wollte? Das lag schlie\u00dflich in vielen Tennisclubs aus. Grupp war nicht sonderlich interessiert an einer Anzeige im Innenteil des Hefts. Anders w\u00e4re das mit einer ganzseitigen Anzeige auf der Titelseite \u2013 die w\u00fcrde jeder Tennisspieler beim Vor\u00fcberlaufen sehen. Evers willigte ein, und Trigema landete auf dem Titel.<\/p>\n<p>Evers habe Kontakt zum Fu\u00dfballclub Schalke 04 gehabt, sagt Grupp. Er habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen k\u00f6nne, dort Trikotsponsor zu werden, die Schalker ben\u00f6tigten dringend Geld: \u00bbIch habe gesagt, das ist eine Nummer zu gro\u00df f\u00fcr uns, weil damals nur gro\u00dfe Firmen wie BP, Uhu oder J\u00e4germeister auf Trikots von Bundesligavereinen geworben haben.\u00ab Doch Evers blieb hartn\u00e4ckig, bis Grupp schlie\u00dflich einwilligte, mit Schalke-Pr\u00e4sident G\u00fcnter Siebert zu sprechen. \u00bbSie wollten 600.000 Mark pro Saison\u00ab, sagt Grupp. 1,8 Millionen in drei Jahren. \u00bbF\u00fcr diese Summe h\u00e4tte ich damals ein ganzes Werk bauen k\u00f6nnen.\u00ab 1,8 Millionen, die nach drei Jahren weg sind, aufgebraucht. Ein neues Werk ist nach drei Jahren noch da. Wenn es nicht geklappt h\u00e4tte, w\u00e4re er als junger Schn\u00f6sel verh\u00f6hnt worden, der Geld verbrennt. Trotzdem entschied er sich f\u00fcr den Millionen-Deal.<\/p>\n<p>Grupps \u00dcberlegung damals: Er wollte auffallen. Dass Firmen wie BP, Uhu und J\u00e4germeister auf Trikots warben, wussten alle. Aber Trigema? \u00bbPl\u00f6tzlich waren wir mit dabei.\u00ab Die Leute sollten sich fragen: Wer oder was ist eigentlich dieses Trigema?<\/p>\n<p>\u00bbEine rot-wei\u00df-blaue Schwinge wird in der n\u00e4chsten Saison die Brust des FC Schalke 04 zieren\u00ab, vermeldeten die <em>Ruhr Nachrichten <\/em>am 14. Mai 1979. 1,8 Millionen Mark sollte das Unternehmen Trigema aus Burladingen daf\u00fcr zahlen, dass die Kicker des Erstligaclubs mit einem 170 Quadratzentimeter gro\u00dfen Firmenlogo auf der Brust auflaufen. Die Bedingungen: Die sonst in \u00bbK\u00f6nigsblau\u00ab kickenden Schalker sollten m\u00f6glichst ganz in Wei\u00df spielen, damit das Logo gut zu sehen war. Der Verein musste Trigema zusagen, 25 Spieler f\u00fcr eine Autogrammstunde zur Verf\u00fcgung zu stellen. F\u00fcnf Stunden pro Jahr musste dar\u00fcber hinaus die gesamte Mannschaft geschlossen antreten und Autogramme geben.<\/p>\n<p>Der Deal habe sich gelohnt, sagt Grupp. \u00bbDamals hat jeder junge Bursche gewusst, welcher Verein mit welcher Marke auf der Brust aufl\u00e4uft.\u00ab Die Nachfrage nach Trigema-Artikeln sei gestiegen.<\/p>\n<p>Schalke 04 war f\u00fcr Trigema der Einstieg in die Sportwerbung. In den Jahren 1979 bis 1997 warb das Unternehmen bei insgesamt elf Vereinen der 1. und 2. Bundesliga auf der Brust, etwa auf den Trikots vom 1. FC N\u00fcrnberg, Borussia M\u00f6nchengladbach, Karlsruher SC, KFC Uerdingen 05, Werder Bremen, VfB Oldenburg und Hertha BSC.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Einen Verein h\u00e4tte Grupp damals nur allzu gerne als Partner gewonnen: den Rekordmeister FC Bayern M\u00fcnchen. Es w\u00e4re die Kr\u00f6nung f\u00fcr ihn gewesen, sagt Grupp. \u00bbDer FC Bayern war die K\u00f6nigin unter den K\u00f6niginnen.\u00ab<\/p>\n<p>Doch statt einer Kr\u00f6nung wurde der Kontakt mit dem FC Bayern im Jahr 1983 f\u00fcr ihn zum gro\u00dfen \u00c4rgernis. Vor allem \u00fcber das Agieren eines Mannes kann er sich heute noch echauffieren: Uli Hoene\u00df. In Sachen Selbstbewusstsein und Streitlust sind sich die beiden ebenb\u00fcrtig.<\/p>\n<p>Aus der Perspektive von Wolfgang Grupp lief die Sache damals so: Er habe beim FC Bayern angefragt, ob es m\u00f6glicherweise eine Chance gebe, dass Trigema Trikotsponsor werden k\u00f6nne. Uli Hoene\u00df, damals Manager des Vereins, und der damalige Schatzmeister Fritz Scherer seien dann nach Burladingen gekommen. Wann das war? Grupps Kalender gibt dar\u00fcber heute noch Auskunft: am 10. November 1983, ab 19 Uhr. Er habe die G\u00e4ste in seinem Rittersaal empfangen, so nennt er den gro\u00dfen Raum mit dem wuchtigen Esstisch im Obergeschoss seiner Villa. Man habe zusammen gegessen und die Dinge besprochen. Damals warb noch der italienische Lastwagenbauer Iveco auf der Brust der Bayern, doch die Italiener dachten \u00fcber ein Ende ihres Sponsorings nach. Ein Stichtag f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber eine Verl\u00e4ngerung stand kurz bevor.<\/p>\n<p>Die Runde habe vereinbart: Falls Iveco nicht Sponsor bleibt, sollte Trigema zum Zug kommen \u2013 und pro Saison 1,5 Millionen D-Mark zahlen. Ein Rekordbetrag f\u00fcr Werbung auf der Brust des Rekordmeisters. \u00bbDarauf haben wir uns die Hand gegeben\u00ab, sagt Grupp. \u00bbSollte Iveco die Option nicht einl\u00f6sen, ist Trigema auf der Bayern-Brust.\u00ab Man h\u00e4tte sich gegenseitig begl\u00fcckw\u00fcnscht und sich zugesichert, dass man sich auf die Zusammenarbeit freue.<\/p>\n<p>Iveco verl\u00e4ngerte den Sponsoringvertrag nicht.<\/p>\n<p>Hoene\u00df habe versprochen, ihn sofort anzurufen. Doch der Anruf sei ausgeblieben. Also habe Grupp selbst zum H\u00f6rer gegriffen. Als er Hoene\u00df schlie\u00dflich erreichte, habe dieser herumgedruckst. Und schlie\u00dflich einger\u00e4umt, dass man nicht ins Gesch\u00e4ft kommen k\u00f6nne. Adidas, der Ausr\u00fcster des FC Bayern, habe Protest angemeldet, dass ein Textilkonkurrent auf die Brust kommen sollte. Statt Trigema wurde der Computerbauer Commodore in der Saison 1984\/85 neuer Trikotsponsor des FC Bayern M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Grupp ist heute noch sauer: \u00bbHerr Hoene\u00df hat den k\u00f6niglichen kaufm\u00e4nnischen Handschlag gebrochen\u00ab, wettert er. Der Bayern-Manager h\u00e4tte Adidas absagen und auf sein Versprechen gegen\u00fcber Trigema verweisen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Was Grupp jedoch noch mehr ver\u00e4rgert: Hoene\u00df erinnert sich ganz anders an die Begebenheit. Das kann man sich noch bei Youtube anschauen, denn dort ist ein Mitschnitt eines Auftritts von Hoene\u00df vor einem Unternehmerforum abrufbar.<\/p>\n<p>Mit Grupp habe er \u00bbmal eine lustige Geschichte erlebt\u00ab, berichtet Hoene\u00df. \u00bbDer wollte mal bei uns aufs Trikot.\u00ab Grupp sei ein \u00bbschwieriger Unternehmer\u00ab. Er habe eine klare Meinung, aber sei nicht \u00bbeverybody\u2019s darling\u00ab.<\/p>\n<p>Iveco habe nur 900.000 D-Mark pro Saison gezahlt. Da habe er sich einfach mal gedacht, er verlange 1,5 Millionen. Grupp habe ihn irgendwann angerufen und gesagt: \u00bbWir machen das.\u00ab Dummerweise hatte er, Hoene\u00df, noch nicht mit Adidas gesprochen. Die drei Streifen auf dem Trikot und dann auch noch Trigema \u2013 \u00bbdas war nicht so sch\u00f6n\u00ab. Zur gleichen Zeit h\u00e4tte auch Commodore angefragt, die ebenfalls 1,5 Millionen boten. Um dem Problem Adidas aus dem Weg zu gehen, habe man sich dann gegen Trigema entschieden.<\/p>\n<p>Er h\u00e4tte Grupp einen Brief schreiben oder anrufen k\u00f6nnen. \u00bbNein, ich Idiot habe mich daf\u00fcr entschieden, ihn zu besuchen und ihm das pers\u00f6nlich beizubringen.\u00ab In einer Nacht-und-Nebel-Aktion sei er mit Scherer auf die Schw\u00e4bische Alb gefahren, es h\u00e4tte geschneit, geregnet und genebelt. Grupp sei offensichtlich der Meinung gewesen, dass nun der Vertrag unterzeichnet werde. Es habe einen \u00bbWolfgang-Grupp-Wein\u00ab und Hirsch von der Grupp\u2019schen Jagd gegeben. \u00bbEs war ein wundersch\u00f6ner Abend, und ich wurde immer unruhiger.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr den gesch\u00e4ftlichen Teil des Abends habe Grupp dann in den Rittersaal gebeten. Scherer und er h\u00e4tten sich dann mal kurz auf die Toilette verabschiedet. Scherer habe gefragt: \u00bbWas machen wir denn jetzt?\u00ab Darauf Hoene\u00df: \u00bbWie immer: Die Wahrheit sagen, n\u00fctzt ja nix.\u00ab Sie seien dann zur\u00fcck in den Rittersaal, Grupp habe ganz oben an der Kopfseite eines langen Tisches gesessen. Der Trigema-Prokurist sei nun ebenfalls zugegen gewesen. \u00bbEr hat bei uns nichts zu sagen, aber er macht die Finanzen\u00ab, habe Grupp \u00fcber seinen Mitarbeiter gesagt. Der Prokurist habe eine Mappe aufgeschlagen. Darin: ein Scheck \u00fcber 1,5 Millionen. Als er ihm dann beigebracht habe, dass es da \u00bbein kleines Missverst\u00e4ndnis\u00ab gebe und dass der FC Bayern den Deal nicht machen k\u00f6nne, habe Grupp dies zun\u00e4chst nicht glauben wollen. \u00bbSie meinen das wirklich ernst?\u00ab, habe er gefragt. Und als er begriffen hatte, dass es wirklich nichts wurde, habe er sie hinausgeworfen. \u00bbRaus! Raus! Ich m\u00f6chte Sie nie mehr sehen!\u00ab<\/p>\n<p>Die Unternehmer, denen Hoene\u00df die Anekdote erz\u00e4hlte, haben sich damals pr\u00e4chtig dar\u00fcber am\u00fcsiert. Immer wieder h\u00f6rt man in dem Youtube-Video von der Veranstaltung mit dem prominenten Gastredner Gel\u00e4chter.<\/p>\n<p>Grupp widerspricht dieser Version vehement. \u00bbEr hat die Geschichte umgedreht \u2013 zu seinen Gunsten\u00ab, wirft er Hoene\u00df vor. Dass Hoene\u00df jetzt so tue, als habe es gar keine Vereinbarung gegeben, sei falsch. Ebenso sei es bei dem ersten und einzigen Essen in Burladingen um keine Vertragsunterzeichnung gegangen, weil Iveco damals noch nicht erkl\u00e4rt h\u00e4tte, ob das Unternehmen weiter Sponsor bleiben will. Auch der Scheck sei frei erfunden. Und hinausgeworfen habe er die Bayern-Bosse auch nicht.<\/p>\n<p>Er kann verstehen, warum der FC Bayern damals auf Druck von Adidas den Deal nicht unterzeichnen konnte. Was er nicht verstehen kann: dass Hoene\u00df behauptet, er habe Grupp pers\u00f6nlich die Absage \u00fcbermittelt. Tats\u00e4chlich habe Hoene\u00df ihm erst nach einigem Hinterhertelefonieren abgesagt. \u00bbJetzt erz\u00e4hlt er die Geschichte so, dass sie positiv f\u00fcr ihn ist. Die Wahrheit aber ist: Er hat sich mir gegen\u00fcber nicht fair verhalten.\u00ab<\/p>\n<p>Was sagt Uli Hoene\u00df dazu? Der Ehrenpr\u00e4sident des FC Bayern M\u00fcnchen ruft kurzfristig zur\u00fcck, als ich ihn um ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Episode bitte. \u00bbWas ich gesagt habe, entspricht der Wahrheit\u00ab, stellt er fest. \u00bbWer mich kennt, der wei\u00df: Wenn ich einen Handschlag gebe, dann gilt der.\u00ab<\/p>\n<p>Ja, es stimme, dass es eine Einigung gegeben habe. \u00bbTrigema hat ein seri\u00f6ses und tolles Angebot gemacht. Wenn Adidas dem zugestimmt h\u00e4tte, h\u00e4tten wir das auch gemacht.\u00ab Doch die Einigung habe es gegeben \u00bbunter der Pr\u00e4misse, dass Adidas zustimmt. Und diese Zustimmung bekam ich nicht.\u00ab Er habe Grupp auf jeden Fall gesagt, dass er die Zustimmung von Adidas brauche. Denn Adidas \u00fcberwies damals ein Vielfaches von den 1,5 Millionen D-Mark im Jahr an die Bayern, war also viel wichtiger als andere Sponsoren.<\/p>\n<p>Grupp habe geglaubt, dass er und Scherer gekommen seien, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Das h\u00e4tten die Bayern-Funktion\u00e4re aber nicht gekonnt. \u00bbIch habe mir einfach gedacht, wenn man so einen Gesch\u00e4ftspartner hat, der sich wirklich gut verhalten hatte, kann man keinen Brief schicken und absagen.\u00ab Vor dem besagten Treffen sei er noch nie bei Grupp gewesen. Hoene\u00df bleibt dabei: Grupp habe ihn rausgeschmissen. \u00bbEs war ziemlich laut.\u00ab<\/p>\n<p>In den 1980er-Jahren h\u00e4tten er und Grupp gemeinsame Kunden gehabt: etwa den Discounter Aldi, den Grupp mit T-Shirts und Hoene\u00df mit Bratw\u00fcrsten aus seiner Firma HoWe Wurstwaren belieferte. Wenn er Grupp zuf\u00e4llig bei diesen Kunden getroffen habe, seien die Begegnungen \u00bbkurz und schmerzvoll\u00ab gewesen. Grupp habe ihm deutlich gemacht, dass er immer noch sauer auf ihn war.<\/p>\n<p>Hoene\u00df findet zu Grupp aber auch lobende Worte: \u00bbWas mir gef\u00e4llt, ist, dass Wolfgang Grupp eine klare Meinung hat. Seine Idee, alles in Deutschland zu produzieren, ist sehr gut. Aber er ist kein einfacher Mensch. Ich muss nicht unbedingt jeden Tag mit ihm essen gehen. Ich versuche nie, besserwisserisch zu sein und andere zu attackieren \u2013 wie er. Wenn ich oder der FC Bayern aber attackiert werden, dann fahre ich die Krallen aus.\u00ab<\/p>\n<p>Es gebe keinen Anlass, sich mit Grupp zu vers\u00f6hnen. \u00bbIch habe mich korrekt verhalten. Er sieht das anders.\u00ab<\/p>\n<p>Die beiden Zeugen der Episode, Bayerns Ex-Schatzmeister und sp\u00e4terer Pr\u00e4sident Fritz Scherer und der langj\u00e4hrige Trigema-Prokurist, sind mittlerweile verstorben.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Der FC Bayern blieb nicht das letzte \u00c4rgernis f\u00fcr Grupp beim Thema Sportsponsoring.<\/p>\n<p>Der Verein Hertha BSC wurde zu seinem letzten Sport-Engagement. Seitdem verweigert sich Grupp jeglicher Sportwerbung: \u00bbSportler sind Lumpen\u00ab, knurrt er. Seiner Meinung nach nutzen Sportler ihre Sponsoren nur aus: Solange sie unbekannt und wenig erfolgreich sind, w\u00fcrden sie sich um ein gutes Verh\u00e4ltnis zu ihren Finanziers bem\u00fchen \u2013 wenn der Erfolg sich einstelle, seien sie schnell weg.<\/p>\n<p>Der Fall Hertha BSC begann f\u00fcr Grupp im Jahr der Wiedervereinigung 1990. Der Hauptstadtclub war in die 1. Bundesliga aufgestiegen, Trigema wurde Sponsor. Deutschland war wiedervereinigt \u2013 und Grupp wollte durch die Werbung auf dem Trikot des Vereins neue Kunden im Osten der Republik erreichen. 800.000 D-Mark zahlte Trigema an Hertha pro Erstligasaison. Im Falle eines Abstiegs in die 2. Bundesliga sollte Trigema 300.000 D-Mark zahlen.<\/p>\n<p>Hertha stieg nach einer Saison sofort wieder ab \u2013 und h\u00e4ufte so hohe Schulden an, dass ein Lizenzentzug und ein zus\u00e4tzlicher Zwangsabstieg drohten. Hertha brauchte dringend neues Geld.<\/p>\n<p>Vereinspr\u00e4sident Heinz Roloff rief bei Grupp an. Er wolle kurzfristig sprechen, habe ein gr\u00f6\u00dferes Problem. Roloff traf noch am gleichen Tag in Burladingen ein, es war der 17. Juni 1991, so steht es in Grupps Kalender.<\/p>\n<p>An seiner Seite hatte der Hertha-Pr\u00e4sident damals einen Mann f\u00fcr schwierige F\u00e4lle: den Sportrechtler Christoph Schickhardt, einen der f\u00fchrenden Sportanw\u00e4lte Deutschlands. Seine Kanzlei vertritt heute Trainer wie Julian Nagelsmann, Hansi Flick und Joachim L\u00f6w, dar\u00fcber hinaus Vereine wie Hertha BSC, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, SC Freiburg, RB Leipzig und Borussia M\u00f6nchengladbach sowie Stars aus der Unterhaltungsbranche wie die Schlagers\u00e4ngerin Andrea Berg und den Rapper Cro.<\/p>\n<p>Schickhardt erinnert sich gut an die Zeit damals. \u00bbMeine wenigen Begegnungen mit Grupp: eine Lehre f\u00fcr mich in vielerlei Hinsicht. Eine Pers\u00f6nlichkeit \u2013 unternehmerisch und menschlich. Akkurat mit Frisur, Hemd, Krawatte, Anzug und seiner Gesinnung. Ein kaufm\u00e4nnisches Schwergewicht. Ich habe sehr von ihm profitiert \u2013 f\u00fcr mein ganzes Anwaltsleben.\u00ab<\/p>\n<p>Die Krise von Hertha BSC brachte die beiden also in Kontakt: Der Deutsche Fu\u00dfball-Bund habe festgestellt, dass Hertha nicht gen\u00fcgend Geld hatte, um die n\u00e4chste Saison in der 2. Bundesliga zu absolvieren \u2013 und deshalb keine Lizenz erteilt. Alle Fristen waren abgelaufen. \u00bbIch bin dann gegen diese Entscheidung vorgegangen\u00ab, sagt Schickhardt. Mit Erfolg: Hertha bekam etwa zwei Wochen Zeit, um bei Sponsoren zus\u00e4tzliches Geld einzutreiben. Der DFB wollte die Vertr\u00e4ge mit den entsprechenden Zusagen sehen.<\/p>\n<p>Also seien Schickhardt und die Hertha-Leute auf die Suche nach Geldgebern gegangen. Sie wurden auch f\u00fcndig, vorwiegend in Berlin, doch es reichte nicht. 1,5 Millionen D-Mark fehlten am Ende noch, und die Zeit lief Hertha davon. Wer k\u00f6nnte bereit sein, diese Summe zu geben \u2013 und vor allem: schnell?<\/p>\n<p>Anwalt Schickhardt sagt, er habe erst mal auf der Landkarte schauen m\u00fcssen, wo dieses Burladingen \u00fcberhaupt liegt, ein Navi gab es damals noch nicht. Mit einem Chauffeur habe er Hertha-Pr\u00e4sident Roloff, der aus Berlin kam, vom Stuttgarter Flughafen abgeholt. Dann ging es \u00fcber die Schw\u00e4bische Alb. Zwischenzeitlich seien ihm Zweifel gekommen, ob es dieses Burladingen \u00fcberhaupt gebe, erz\u00e4hlt er und lacht. Mehrmals h\u00e4tten sie sich verfahren.<\/p>\n<p>Dann aber waren sie da \u2013 und Schickhardt lernte Grupp kennen. Als Erstes sei ihm aufgefallen, dass Grupp im Gro\u00dfraumb\u00fcro inmitten seiner Mitarbeiter sa\u00df. Ein Gro\u00dfraumb\u00fcro habe es damals praktisch nirgends gegeben, sagt Schickhardt. Grupp habe sich nicht in einem Chefzimmer verschanzt. Sp\u00e4ter hat Schickhardt diese Art des B\u00fcros auch bei Red-Bull-Gr\u00fcnder Dietrich Mateschitz gesehen. Grupp und Mateschitz seien \u00e4hnliche Typen, findet er: \u00bbEin Mann, ein Wort. Kein Rausreden, keine Ausfl\u00fcchte. Solche Leute werden in der Wirtschaft immer weniger \u2013 im Fu\u00dfball sowieso.\u00ab<\/p>\n<p>Auch Hertha-Pr\u00e4sident Heinz Roloff sei solch ein hemds\u00e4rmeliger Typ gewesen, ein Bauunternehmer, der sich aus einfachen Verh\u00e4ltnissen hochgearbeitet hatte. Ein Mann der klaren Worte. Wie Grupp.<\/p>\n<p>Wolfgang Grupp habe die Verhandlungen mit Hertha damals selbst gef\u00fchrt \u2013 ab und zu jedoch seinen Prokuristen zu sich gerufen. \u00bbDer musste dann immer pflichtschuldig sagen, dass wir zu viel Geld forderten\u00ab, erinnert sich Schickhardt. Auf ihn wirkten die Verhandlungsmuster gut einstudiert.<\/p>\n<p>Dann habe Grupp seine G\u00e4ste \u00fcber die Stra\u00dfe r\u00fcber in seine Villa gebeten, beim Abendessen seien auch Grupps Frau und die damals noch kleinen Kinder dabei gewesen, Wolfgang Grupp junior war damals erst ein paar Monate alt. \u00bbDass ich Gesch\u00e4ftsfreunde zu mir nach Hause einlade, das mache ich bis heute auch so, denn das hat eine enorme Wirkung auf G\u00e4ste. Die Bedeutung des Gesch\u00e4fts und das Ansehen der Gesch\u00e4ftspartner werden dadurch aufgewertet. Das schafft Vertrauen und Vertrautheit. Schlie\u00dflich l\u00e4dt man einen Schlawiner nicht an den Tisch der Familie ein. Sie haben dann eine viel gr\u00f6\u00dfere Bei\u00dfhemmung bei Verhandlungen. Die G\u00e4ste vergessen das nicht. Ein Abendessen im famili\u00e4ren Kreis \u2013 mich hat das damals sehr beeindruckt. Der englische Butler wusste bei meinem zweiten Termin noch, welche Sorte Tee ich gerne trinke.\u00ab<\/p>\n<p>Schickhardt brauchte die Finanzzusage noch am selben Abend, die Hertha-Abordnung stand unter gro\u00dfem Druck. Grupp habe hart verhandelt und die Situation kaufm\u00e4nnisch genutzt, sagt der Sportrechtler. Aber: \u00bbEr hat Herrn Roloff mit gr\u00f6\u00dftem Respekt behandelt und ihn nie sp\u00fcren lassen, dass er in einer schlechten Situation ist.\u00ab<\/p>\n<p>Der Deal sah dann so aus: Der Sponsoringvertrag von Trigema wurde um f\u00fcnf Jahre verl\u00e4ngert, allerdings zu Zweitliga-Konditionen, also f\u00fcr 300.000 D-Mark pro Saison. Egal, in welcher Liga die Herthaner kicken w\u00fcrden. Und: Die Summe \u2013 die so dringend ben\u00f6tigten 1,5 Millionen Mark \u2013 durfte auch auf einmal ausgezahlt werden. Somit konnte Hertha sich aus der Misere befreien. Die Herren besiegelten den Pakt per Handschlag, Schickhardt arbeitete einen Vertrag aus, Grupp unterschrieb sofort. Der Scheck war am n\u00e4chsten Tag beim DFB \u2013 und Hertha endg\u00fcltig gerettet, auch mit dem Geld aus Burladingen.<\/p>\n<p>\u00bbNachts sind wir dann irgendwann mit dem Vertrag in der Hand wieder losgefahren. Bei anderen Unternehmen w\u00e4re so etwas nie m\u00f6glich gewesen\u00ab, sagt Schickhardt. In Gro\u00dfkonzernen brauche so eine Entscheidung mehrere Monate, bis sie ihren Weg durch die Abteilungen genommen hat. \u00bbUnd er hat es allein entschieden. Per Handschlag. Ein Handschlag von Herrn Grupp ist so sicher wie die Zusage der Bank of England. Er hat mich tief gepr\u00e4gt. Harte Verhandlungen. Klare Aussagen. Zuverl\u00e4ssiges Verfahren. Immer respektvoll.\u00ab<\/p>\n<p>Jahre sp\u00e4ter habe er noch einmal mit Wolfgang Grupp zu tun gehabt, berichtet Schickhardt. Bei der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich kam es zu Krawallen seitens deutscher Hooligans, bei denen der franz\u00f6sische Polizist Daniel Nivel lebensgef\u00e4hrlich verletzt wurde \u2013 bis heute leidet er an den Folgen des Angriffs.<\/p>\n<p>Es kam die Idee auf, dass der DFB mit Verantwortlichen und Spielern im Vorfeld des n\u00e4chsten Spiels in einem besonderen T-Shirt auftritt, das zum Ausdruck bringen sollte, dass sich die Nationalelf von Gewalt distanziert und sich f\u00fcr den Vorfall entschuldigen m\u00f6chte. Die gro\u00dfen Sportmarken taten sich schwer, die Shirts so schnell herzustellen. Da habe Schickhardt Grupp angerufen und ihn in dessen Jagdhaus im Allg\u00e4u erreicht. Es sei sp\u00e4t am Abend gewesen, er habe sich entschuldigt. Grupp aber habe sich \u00fcber den Anruf gefreut. Und als Schickhardt ein wenig verlegen fragte, ob er einen kleinen Auftrag im Volumen von einigen Hundert D-Mark aufgeben k\u00f6nne, habe er geantwortet: \u00bbIch freue mich \u00fcber jeden Auftrag. F\u00fcr mich als Unternehmer ist es eine Ehre \u2013 auch wenn der Auftrag noch so klein ist.\u00ab Und dann habe er die T-Shirts produziert und kurzfristig nach Frankreich geliefert.<\/p>\n<p>Die Geschichte mit Hertha BSC allerdings nahm kein gutes Ende. Ausl\u00f6ser der weiteren Ereignisse waren die g\u00fcnstigen Konditionen, die sich Grupp im Gegenzug f\u00fcr seine Soforthilfe langfristig gesichert hatte. Denn Hertha berappelte sich wieder und wurde auch f\u00fcr andere Sponsoren attraktiv. Der Sponsoring-Deal mit Trigema erschien auf einmal l\u00e4cherlich mager.<\/p>\n<p>Das fiel vor allem den Managern der UFA Sports GmbH auf. Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann vermarktete ab 1994 die Hertha \u2013 und verlangte von Grupp, den Vertrag aufzul\u00f6sen. Sein Ansprechpartner Heinz Roloff wurde 1994 abgesetzt. Hertha und Grupp zogen vor Gericht, Hertha unterlag. \u00bbHerr Grupp war zu 100 Prozent im Recht\u00ab, sagt Rechtsanwalt Schickhardt.<\/p>\n<p>Obwohl er gewann, einigte sich Grupp daraufhin au\u00dfergerichtlich mit der Hertha. 1997 war Schluss mit dem Trikotsponsoring.<\/p>\n<p>Er hat dann noch ein paar Werbeformen ausprobiert: 1997 gewann er die Ferienfluglinie Aero Lloyd als Partner. Drei Maschinen wurden zwischenzeitlich zu fliegenden Litfa\u00dfs\u00e4ulen: Trigema war damit nach eigenen Angaben die erste Firma, die in Deutschland auf Verkehrsmaschinen warb. Auch gibt es bis heute ein Trigema-Luftschiff, das \u00f6ffentlichkeitswirksam \u00fcber Gro\u00dfveranstaltungen schwebt.<\/p>\n<p>All diese Werbeformen gaben Grupp aber kaum die M\u00f6glichkeit, mehr \u00fcber seine Produktion \u00bbMade in Germany\u00ab zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr brauchte er einen anderen Werbebotschafter, den es bis heute gibt: einen Schimpansen.<\/p>\n<p>Und das kam so: Grupp schaut abends meistens die <em>Tagesschau<\/em>. Um nichts zu verpassen, schaltet er den Fernseher etwas fr\u00fcher ein \u2013 und bekommt so zwangsl\u00e4ufig die Werbung vor den Nachrichten zu sehen. Die Minute vor dem Beginn ist die teuerste f\u00fcr Werbeplatzierungen, weil schon viele der rund zehn Millionen <em>Tagesschau<\/em>-Gucker \u2013 wie Grupp \u2013 den Fernseher eingeschaltet haben.<\/p>\n<p>Und genau diese Minute wollte Grupp damals haben. \u00bbTeuer ist in diesem Fall das Billigste \u2013 weil ich so viele Menschen erreichen kann wie kein anderer\u00ab, sagt er. Mit dem Chef einer Werbeagentur habe er dann \u00fcber einen m\u00f6glichen Spot gesprochen. Der Mann erz\u00e4hlte, er habe einen Spot f\u00fcr einen japanischen Konzern gemacht, in dem ein Affe in einem Nachrichtenstudio sa\u00df. Man hatte ihm Erdn\u00fcsse zu fressen gegeben, seine Kaubewegungen sahen so aus, als l\u00e4se er tats\u00e4chlich Nachrichten vor. Doch dann hatte das japanische Unternehmen den Spot nicht gewollt \u2013 er war also wieder frei und kostete auch weniger, weil er bereits produziert war. Grupp schlug zu. \u00bbIch fand den Affen super. Weil ich sofort erkannte: Da schauen die Leute hin, das erregt Aufmerksamkeit.\u00ab<\/p>\n<p>Den Affen selbst hat er nie getroffen, die Aufnahmen mit dem Tier und Grupps Sequenz aus der Produktion wurden getrennt voneinander erstellt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1990 lief der Spot zum ersten Mal vor der <em>Sportschau <\/em>in der ARD, und in der ersten Version trat der Affe allein auf \u2013 in sp\u00e4teren Versionen, vor der <em>Tagesschau<\/em>, \u00bbschaltete\u00ab er r\u00fcber zu Grupp in die Produktion. Die Reaktionen kamen schnell: Vor allem Kinder fanden den Affen super. Das hing auch damit zusammen, dass damals im ZDF die erfolgreiche Serie <em>Unser Charly <\/em>lief \u2013 viele Leute glaubten, Charly trete jetzt auch in der ARD auf. Deshalb bekam der Trigema-Affe auch schnell einen Namen: Charly.<\/p>\n<p>Nach einer dreij\u00e4hrigen Pause von 2015 bis 2018 kehrte der Affe in die Werbung zur\u00fcck \u2013 allerdings als animierte 3D-Version, weil sich Tiersch\u00fctzer dar\u00fcber beschwert hatten, dass ein echtes Tier als Werbebotschafter fungierte. Dank KI kann der Affe jetzt auch das Nachrichtenstudio verlassen und als \u00bbFashion Influencer\u00ab andere Dinge tun, als nur Nachrichten zu verlesen. \u00bbIch werde \u00fcberall auf den Affen angesprochen\u00ab, sagt Grupp. Der Spot laufe drei- bis viermal im Monat. 1,5 Millionen Euro gebe Trigema im Jahr f\u00fcr lineare und digitale Fernsehwerbung aus.<\/p>\n<p>Der Affe ist bei Trigema allgegenw\u00e4rtig. In den Filialen werden Affentassen und Affen-T-Shirts verkauft. Auf den D\u00e4chern vieler Gesch\u00e4fte thront eine gro\u00dfe, aufblasbare Affenfigur.<\/p>\n<p>Grupp kann nicht verstehen, wieso die Schuhfirma Salamander ihr Maskottchen, den Feuersalamander Lurchi, nicht mehr in den Mittelpunkt stellt. Dass der Mineral\u00f6lkonzern Esso seinen Tiger nicht mehr offensiv einsetzt, wundert ihn auch. Seiner Meinung nach k\u00f6nnen nur \u00bbahnungslose Unternehmensberater\u00ab hinter diesen Entscheidungen stecken.rb das Unternehmen bei insgesamt elf Vereinen<br \/>\nder 1. und 2. Bundesliga auf der Brust, etwa auf den Trikots vom 1. FC<br \/>\nN\u00fcrnberg, Borussia M\u00f6nchengladbach, Karlsruher SC, KFC Uerdingen<br \/>\n05, Werder Bremen, VfB Oldenburg und Hertha BSC.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Volker ter Haseborg ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Reporterpreis, dem Otto-Brenner-Preis, dem Medienpreis des Deutschen Bundestages und dem Deutschen Journalistenpreis. Er ist Co-Autor des Wirtschaftsbuch-Bestsellers &#8222;Die Wirecard-Story&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Volker ter Haseborg: &#8222;Wolfgang Grupp&#8220; Volker ter Haseborg ist Chefreporter bei der WirtschaftsWoche* &nbsp; &nbsp; Affentheater Werbung macht Grupp prominent \u2013 und beschert ihm \u00c4rger mit Uli Hoene\u00df. \u00bbHallo, Fans!\u00ab Ein Affe, bekleidet mit Hemd, Krawatte und mit einer &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/04\/05\/buchauszug-volker-ter-haseborg-wolfgang-grupp\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[12624,1890,12254,9619],"class_list":["post-687819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-wolfgang-grupp","tag-buchauszug","tag-deutscher-wirtschaftsbuch-verlag","tag-volker-ter-haseborg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=687819"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":687841,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687819\/revisions\/687841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=687819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=687819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=687819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}