{"id":687767,"date":"2026-03-23T12:30:55","date_gmt":"2026-03-23T11:30:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687767"},"modified":"2026-03-23T02:50:55","modified_gmt":"2026-03-23T01:50:55","slug":"buchauszug-brigitte-waffenschmidt-und-joachim-gutmann-frauen-fuehren-erfolgreiche-nachfolge-in-familienunternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/03\/23\/buchauszug-brigitte-waffenschmidt-und-joachim-gutmann-frauen-fuehren-erfolgreiche-nachfolge-in-familienunternehmen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Brigitte Waffenschmidt und Joachim Gutmann: \u201eFrauen f\u00fchren. Erfolgreiche Nachfolge in Familienunternehmen&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Brigitte Waffenschmidt und Joachim Gutmann (Hrsg.): \u201eFrauen f\u00fchren. Erfolgreiche Nachfolge in Familienunternehmen&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687778\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687778\" class=\"size-full wp-image-687778\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/cover.frauenfuehren.haufe_.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/cover.frauenfuehren.haufe_.jpg 340w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/cover.frauenfuehren.haufe_-222x300.jpg 222w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><p id=\"caption-attachment-687778\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR \/ Haufe Verlag)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Mutter und Tochter, Chefin und Mitarbeiterin, Gesch\u00e4ftspartnerinnen, Nachfolgerin: vier Rollen \u2013 zwei Frauen<\/h1>\n<h1>Ingrid Hofmann, Sonja Heinrich<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><strong>In einem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch unterhalten sich Ingrid Hofmann (Mutter), gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Alleingesellschafterin der <a href=\"https:\/\/www.hofmann.info\/\">I. K. Hofmann GmbH,<\/a> und Sonja Heinrich (Tochter), Prokuristin und Mitglied des Executive Committee der I. K. Hofmann GmbH, \u00fcber die F\u00fchrung eines Familienunternehmens, \u00fcber Frauen in F\u00fchrungspositionen und wie die \u00dcbergabe an die n\u00e4chste Generation bei Hofmann Personal vonstattengehen wird.<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Karriere der Mutter<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Sonja, wenn wir heute \u00fcber die F\u00fchrung unseres Familienunternehmens und die \u00dcbergabe an die n\u00e4chste Generation sprechen, also an dich, dann lass uns doch mit der Gr\u00fcndung der I. K. Hofmann GmbH vor \u00fcber 40 Jahren beginnen. Wusstest du, dass ich eigentlich einen ganz anderen beruflichen Wunschtraum hatte?<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Nat\u00fcrlich wei\u00df ich das. Du erz\u00e4hlst diese Geschichte so oft! Aber ich h\u00f6re sie trotzdem immer noch gerne. Urspr\u00fcnglich wolltest du eigentlich nach S\u00fcdafrika, richtig?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Genau. Schon im Alter ab 12 Jahren hatte ich den Wunsch, nach S\u00fcdafrika zu gehen und dort auf einer Plantage im Management zu arbeiten. Das Fenster zur Welt waren damals Brieffreundschaften. Soziale Medien oder \u00c4hnliches gab es ja noch lange nicht. Ich hatte einen Brieffreund in S\u00fcdafrika, der mir in seinen Luftpostbriefen immer sehr anschaulich von dem Land erz\u00e4hlt hat. Da ist in mir der Traum gewachsen, dort einmal leben und arbeiten zu wollen.<\/p>\n<p>Um diesen Traum zu verwirklichen, habe ich dann ganz strategisch eine Ausbildung zur Gro\u00df- und Au\u00dfenhandelskauffrau in einem Unternehmen begonnen, das im Blumenimport t\u00e4tig war und mir versprochen hatte, mich nach meiner Ausbildung nach S\u00fcdafrika zu entsenden. So kam ich auch mit Orchideen in Ber\u00fchrung, die ich bis heute liebe und ja auch selbst z\u00fcchte. Wie Du ja wei\u00dft, habe ich \u00fcberall wei\u00dfe Orchideen \u2013 im B\u00fcro und daheim.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Aber die Apartheid hat dir dann einen Strich durch die Rechnung gemacht, oder?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ja, leider. Als ich mit meiner Ausbildung fertig war und eigentlich nach S\u00fcdafrika gehen sollte, brachen die Apartheidsaufst\u00e4nde aus. Dass eine wei\u00dfe Frau im Management auf einer Plantage arbeitet, war zu dieser Zeit undenkbar. Ich musste mich also umorientieren.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Und wie bist du dann zur Personaldienstleistung gekommen?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ich blieb erst mal noch etwa zwei Jahre in dem Unternehmen, in dem ich meine Ausbildung gemacht hatte. Da das mit S\u00fcdafrika nicht geklappt hatte, durfte ich mir sogar aussuchen, in welcher Abteilung ich starten wollte. W\u00e4hrend meiner Ausbildung hatte ich alle Abteilungen durchlaufen und wusste daher schon, dass mir die Arbeit mit Menschen sehr viel Spa\u00df macht. Deshalb entschied ich mich f\u00fcr die Personalabteilung.<\/p>\n<p>Dort lernte ich das Handwerk von der Pike auf \u2013 von der Einstellung bis zur K\u00fcndigung. Ich erkannte schon damals, dass ich meine wahre Berufung gefunden hatte. Aber auch, dass ich auf jeden Fall Karriere machen und ins Management eines Unternehmens aufsteigen wollte.<\/p>\n<div id=\"attachment_687770\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687770\" class=\"size-full wp-image-687770\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann.mutter.jpeg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann.mutter.jpeg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann.mutter-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann.mutter-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-687770\" class=\"wp-caption-text\">Ingrid Hofmann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Alleingesellschafterin der <a href=\"https:\/\/www.hofmann.info\/\">I. K. Hofmann GmbH<\/a> (Foto: PR \/ Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Der erste Schritt in Richtung Hofmann Personal!<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> In gewisser Weise schon. Als ich das Gef\u00fchl hatte, ich kann in meinem Ausbildungsunternehmen in N\u00fcrnberg nichts mehr lernen, bin ich zu einem Personaldienstleister\u00a0gegangen und habe dort diese Branche sehr intensiv kennengelernt. Allerdings hat es mit der Karriere, die ich vorhatte, dort nicht so schnell funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ja, ich wei\u00df. Frauen im Management waren damals noch nicht so verbreitet.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Richtig. Ich war bei einem Schweizer Personaldienstleister besch\u00e4ftigt. Die Herren dort waren noch sehr konservativ. In der Schweiz hatten ja in den 80er Jahren die Frauen noch nicht einmal in allen Kantonen das Wahlrecht. Frauen im Management waren also \u00fcberhaupt nicht diskutabel \u2013 obwohl sich mein Chef in Deutschland wirklich redlich bem\u00fchte, f\u00fcr mich eine Bef\u00f6rderung zu erwirken. Aber ohne Erfolg. Er sagte immer, ich m\u00fcsse noch etwas geduldig sein und abwarten, bis die Schweizer auch Frauen im Management akzeptierten.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Wenn man das aus heutiger Sicht betrachtet\u2026 wirklich unglaublich! Das ist ja noch nicht mal 50 Jahre her.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687769\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687769\" class=\"size-full wp-image-687769\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann2.haufebuch.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann2.haufebuch.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann2.haufebuch-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hofmann2.haufebuch-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-687769\" class=\"wp-caption-text\">Sonja Heinrich, Prokuristin und Mitglied des Executive Committee, I. K. Hofmann (Foto: PR\/Privat)<\/p><\/div>\n<p><strong>Die Gr\u00fcndung des eigenen Unternehmens<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Du kennst mich ja. Ich kann schon mal ungeduldig werden, wenn meine Pl\u00e4ne behindert werden. Ich hatte aber auch keine Lust, die gef\u00fchlte \u00bbgl\u00e4serne Decke\u00ab m\u00f6glicherweise auch in anderen Unternehmen in Deutschland erleben zu m\u00fcssen. Also habe ich beschlossen, mich selbstst\u00e4ndig zu machen, obwohl dies vorher nie ein Thema f\u00fcr mich war.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Eine mutige Entscheidung! Die Personaldienstleistungsbranche war damals ja noch sehr neu. Und dann als Frau. Da hast du sicherlich viele Widerst\u00e4nde \u00fcberwinden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ich war nat\u00fcrlich in fast allen Gespr\u00e4chen und Verhandlungen immer die einzige Frau. Aber ich habe das damals gar nicht als so schwierig empfunden, obwohl der Schwerpunkt meiner Dienstleistung ja die \u00dcberlassung von gewerblich\/technischem Personal war und meine Ansprechpartner Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Werksleiter und Meister waren, also immer M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Im Nachhinein betrachtet, haben mich vermutlich meine Begeisterung f\u00fcr Technik, meine Vorliebe f\u00fcr schnelle Autos und meine Liebe zum Fu\u00dfball manche H\u00fcrden einfacher nehmen lassen. Wobei ich betonen m\u00f6chte, dass ich mir im Verhalten immer treu geblieben bin.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde meine Fachkompetenz von meinen Ansprechpartnern immer auf den Pr\u00fcfstand gestellt. Was letztendlich z\u00e4hlte, war die passgenaue Personalauswahl entsprechend den Anforderungen der Kunden. Letztendlich waren es die Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit der ausgew\u00e4hlten Mitarbeitenden und Facharbeitenden, die mich zur gesch\u00e4tzten Ansprechpartnerin von Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen machten und das Wachstum des Unternehmens erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ich finde es immer wieder beeindruckend, was du alles erreicht hast. Und vier Jahre, nachdem du die Firma gegr\u00fcndet hattest, kam ja ich schon auf die Welt. Wie hast du es eigentlich geschafft, dann deine Karriere, die Firma, meinen Vater und mich unter einen Hut zu bringen?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann: <\/strong>Die Firma war zu dieser Zeit ja noch recht klein. Au\u00dferdem bin ich etwas naiv ans Kinderkriegen herangegangen. Ich hatte die illusorische Annahme, dass Babys ja sowieso den ganzen Tag schlafen. Da dachte ich, ich kann problemlos von zu Hause aus arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> So war ich dann wohl nicht.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> \u00dcberhaupt nicht! Du wolltest zw\u00f6lf Stunden am Tag bespa\u00dft werden. Au\u00dferdem habe ich sehr schnell gemerkt, dass es f\u00fcr mein damals kleines Team nicht gut ist, wenn ich \u00fcberhaupt nicht in der Firma bin. Da musste ich mir etwas anderes \u00fcberlegen. Ich habe dich dann einfach mit ins B\u00fcro genommen und dort ein Kinderzimmer eingerichtet.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Und was haben deine Mitarbeitenden dazu gesagt?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Zuerst hatte ich schon Bedenken, dass Kolleginnen oder Kollegen deswegen k\u00fcndigen k\u00f6nnten. Das war dann aber gar nicht so. Im Gegenteil, die fanden das irgendwie auch sch\u00f6n, so einen kleinen Zwerg da zu haben. Und sie haben dich dann auch immer ein bisschen mitbespa\u00dft. Das hat mir gezeigt, dass man mit etwas Kreativit\u00e4t Mutter sein und gleichzeitig Karriere machen kann.<\/p>\n<p>Als du dann krabbeln konntest, musste ich mir trotzdem etwas anderes \u00fcberlegen. Da wurde es im B\u00fcro wegen eventueller B\u00fcro- oder Heftklammern auf dem Fu\u00dfboden zu gef\u00e4hrlich. Da haben wir dann f\u00fcr dich eine tolle Tagesmutter\u00a0bekommen, die noch selbst zwei T\u00f6chter und eine Pflegetochter hatte.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Aber wichtig ist nat\u00fcrlich, dass das Umfeld diese Vereinbarkeit erm\u00f6glicht. Diese Erfahrung hat dich dann ja auch gepr\u00e4gt. Du hast immer sehr viel Wert darauf gelegt, Frauen einzustellen und zu f\u00f6rdern, ihnen eine Karriere zu erm\u00f6glichen, auch wenn sie gleichzeitig eine Familie haben wollten. Wolltest du nicht sogar am Anfang nur Frauen in deiner Firma einstellen?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Das stimmt, ich wollte urspr\u00fcnglich eine Firma nur mit Frauen gr\u00fcnden. Das habe ich ungef\u00e4hr ein Dreivierteljahr durchgehalten, dann habe ich aber zugeben m\u00fcssen, dass man zum einen nicht immer f\u00fcr jede offene Stelle eine entsprechend qualifizierte Frau findet.<\/p>\n<p>Zum anderen habe ich auch gelernt, dass diverse Teams, die aus verschiedenen Geschlechtern, Altersgruppen, kulturellen Hintergr\u00fcnden und den unterschiedlichsten Lebenserfahrungen bestehen, entscheidend f\u00fcr den Erfolg eines Unternehmens sind. Aber die F\u00f6rderung von Frauen habe ich bis heute beibehalten.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Eine Kollegin in N\u00fcrnberg hast du zur Niederlassungsleiterin bef\u00f6rdert, kurz nachdem sie ihren Sohn bekommen hatte. Sie hat den Kleinen dann auch oft mit ins B\u00fcro gebracht, wenn sie keine Betreuung f\u00fcr ihn hatte. Da sa\u00df er dann zwischen Legosteinen und war gl\u00fccklich. Und nach der Schule kam er oft zum Hausaufgabenmachen in die Niederlassung.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ja, so gibt es viele Beispiele \u2013 auch solche, wo auch inzwischen die S\u00f6hne und T\u00f6chter sogar im Unternehmen arbeiten. Wir sind eben ein Familienunternehmen. Und es waren schon immer die Frauen besonders engagiert und erfolgreich, denen man erm\u00f6glicht hat, die famili\u00e4re\u00a0Situation mit dem Job in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Frauen in F\u00fchrungspositionen<\/h1>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Frauen sollten aber auch nicht nur deswegen gef\u00f6rdert werden, weil sie Frauen sind. Es tut einer Organisation oder einem Unternehmen einfach gut, wenn es dort viele Frauen gibt, gerade auch in F\u00fchrungspositionen.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Auf jeden Fall. Frauen pflegen oft einen kooperativen und partizipativen F\u00fchrungsstil, der Teamarbeit und offene Kommunikation f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ihnen wird auch eine h\u00f6here emotionale Intelligenz zugeschrieben. Dadurch sind sie in der Lage, die Emotionen ihrer Mitarbeitenden besser zu verstehen und darauf einzugehen. Das f\u00fchrt zu einer harmonischeren und respektvolleren Arbeitsatmosph\u00e4re. Und Frauen sind oft flexibler und anpassungsf\u00e4higer.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Frauen, die Kinder erziehen und in ihrem Job Karriere machen, arbeiten sehr diszipliniert, effektiv und konzentriert. Das habe ich an mir festgestellt, als du klein warst, aber auch an vielen anderen arbeitenden M\u00fcttern. Au\u00dferdem sind das meistens sehr zufriedene Mitarbeiterinnen, weil sie alle Bereiche, die sie zum Gl\u00fccklichsein brauchen, in ihrem Leben vereinen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich: <\/strong>Unsere F\u00fchrungskr\u00e4fte sind fast zur H\u00e4lfte weiblich und in der Gesch\u00e4ftsleitung sind wir ja zu 100 Prozent Frauen \u2013 n\u00e4mlich wir beide.<\/p>\n<p>Und was die Gleichberechtigung\u00a0im Beruf generell angeht: Ich glaube, da k\u00f6nnen auch gerade mittelst\u00e4ndische Unternehmen viel tun, um sie noch st\u00e4rker durchzusetzen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass die M\u00e4nner mehr Aufgaben im Haushalt und in der Kinderbetreuung \u00fcbernehmen und karrierem\u00e4\u00dfig auch mal langsamer treten, wenn es die Familiensituation erfordert. Hier setzen inzwischen auch immer mehr junge M\u00e4nner ihre diesbez\u00fcglichen W\u00fcnsche in den Unternehmen um.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ja, da m\u00fcssen auch die Frauen zu Hause sich noch weiter emanzipieren und von ihren M\u00e4nnern die Partizipation\u00a0im Haushalt und bei der Kindererziehung noch st\u00e4rker einfordern und nicht sofort in alte Rollenbilder zur\u00fcckfallen, sobald sie schwanger sind.<\/p>\n<p>Aber jetzt lass uns doch mal \u00fcber deine Geschichte sprechen und wie du den Weg in unser Familienunternehmen gefunden hast.<\/p>\n<h1>Die Karriere der Tochter<\/h1>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Am Ende deiner Schulzeit hast du ja mit deinen Freunden beschlossen, in London BWL zu studieren. Wie bist du damals darauf gekommen? Da hattest du ja eigentlich noch nicht die Absicht, irgendwann bei Hofmann Personal einzusteigen?<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Nein. Damals war das f\u00fcr mich alles total weit weg. Die Sache mit dem Studium war eher so eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Wir fanden es irgendwie cool, zusammen in London zu studieren. Und dass ich Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Unternehmensf\u00fchrung auf Spanisch studieren wollte, fand ich zu dem Zeitpunkt einfach praktisch. Beim Spanisch hatte ich vor allem im Hinterkopf, dass ich dann ja auch noch ein Auslandsjahr in Spanien integrieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ich erinnere mich. San Sebastian sollte es sein. Dein Vater und ich haben diese Entscheidung nat\u00fcrlich von au\u00dfen beobachtet. Und als du eines Tages nach Hause gekommen bist und gefragt hast, ob du mal meine Bilanzen sehen k\u00f6nntest, musste ich innerlich schon schmunzeln. Aber wir haben dadurch auch gesehen, dass du dich f\u00fcr die Firma interessierst. Das hat mir schon gefallen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens fand ich es durchaus f\u00fcr mich befremdlich, dass man dich in deinem Masterstudium so viel \u00fcber die Risiken des Unternehmertums gelehrt hat. Ich wei\u00df nicht, ob ich mich selbstst\u00e4ndig gemacht h\u00e4tte, wenn ich alle Risiken gewusst h\u00e4tte, die mich im Laufe der Jahre so erwarteten. Aber zur\u00fcck zu deiner Sichtweise auf das Unternehmen Hofmann.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Das Unternehmen war f\u00fcr mich durchaus immer pr\u00e4sent. Das war mein \u00bbGeschwisterchen\u00ab, das mit mir zusammen aufgewachsen ist. Da war es schon logisch, dass ich mich irgendwann auch f\u00fcr die Basis interessiert habe, vor allem bei dem Studiengang, den ich im Masterstudium gew\u00e4hlt hatte: Internationale Familienunternehmen.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Das stimmt nat\u00fcrlich. Ich finde es immer noch lustig, dass du die Firma immer als Geschwisterchen bezeichnest, das mit dir zusammen gro\u00df wird. Aber irgendwie stimmt es nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Und das Beste ist, dass du uns beide mit den gleichen Werten erzogen hast. Sowohl mich als auch die Firma. Dadurch f\u00fchlt es sich jetzt auch so richtig an, im Unternehmen zu arbeiten. Die Werte, mit denen ich aufgewachsen bin und die dadurch f\u00fcr mich nat\u00fcrlich auch wichtig sind, sind im Unternehmen genauso vorhanden. Das macht es f\u00fcr mich zu einem sehr angenehmen, sehr famili\u00e4ren Umfeld.<\/p>\n<p>Wobei ich sagen muss, dass ich dich lange Zeit gar nicht als Unternehmerin gesehen habe. Du warst einfach meine Mutter. Besonders im Kindergarten und Grundschule habe ich immer empfunden, dass du schicker angezogen warst als die meisten M\u00fctter meiner Schulkollegen.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>Mutter und Tochter \u2013 Chefin und Mitarbeiterin<\/h1>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Und deine Mutter, dass bin ich ja in erster Linie immer noch!<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Nat\u00fcrlich! Aber inzwischen bist du eben auch meine Chefin und Gesch\u00e4ftspartnerin.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Stimmt. Aber ich finde, wir kriegen das ganz gut hin, zwischen diesen Rollen zu wechseln.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Da hast du recht. Als ich in die Firma eingestiegen bin, war es f\u00fcr mich sehr wichtig, dass ich das ganz klar und auch f\u00fcr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trenne. Stell dir vor, ich sitze in einem Meeting und sage zum Schluss: \u00bbDas muss ich jetzt noch mit meiner Mutter besprechen.\u00ab Das ginge gar nicht. Aber wenn ich sage: \u00bbSo, damit gehen wir jetzt noch zur Chefin und sprechen das durch.\u00ab Das ist eine ganz andere Basis.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Wann hast du eigentlich angefangen, das Unternehmen wirklich zu verstehen? Also nicht nur, was wir machen, sondern auch, wie gro\u00df die Firma eigentlich ist?<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ich glaube, das war so in meiner Jugendzeit. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass das nicht nur \u00bbMamas Firma\u00ab ist, sondern dass das etwas ganz sch\u00f6n Gro\u00dfes ist, das einem auch eine Menge Verantwortung vermittelt.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Du hast dich aber nie dazu gedr\u00e4ngt gef\u00fchlt, irgendwann das Unternehmen \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen, oder?<\/p>\n<p><strong>Sonja:<\/strong> Nein, \u00fcberhaupt nicht. Ihr habt beide nie vermittelt, dass ich irgendwann in eure Fu\u00dfstapfen\u00a0treten, die Firma \u00fcbernehmen oder auch nur in der gleichen Branche arbeiten m\u00fcsste. Ich war immer frei in meinen Entscheidungen, was ich gerne machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Und das finde ich im R\u00fcckblick auch sehr wertvoll. Ich glaube, ihr h\u00e4ttet es auch akzeptiert, wenn ich eine k\u00fcnstlerische Karriere eingeschlagen h\u00e4tte. In der Schulzeit, als ich nebenbei Gesangs-, Ballett- und Klavierunterricht genommen habe und zu Castings gehen wollte, sah es ja auch danach aus.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Aber du hast ja auch schon sehr fr\u00fch deutlich gemacht, dass du deine Entscheidungen selbst treffen m\u00f6chtest. Das fand ich \u00fcbrigens absolut richtig. Ich habe mich ja genauso verhalten, als ich jung war, und habe meinen Eltern sehr fr\u00fch klargemacht, dass ich nicht ihren Bauernhof \u00fcbernehmen, sondern stattdessen nach S\u00fcdafrika auswandern w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Aber als ich mit dem Masterstudium fertig war, hast du schon in den Startl\u00f6chern gestanden und wolltest mir \u00fcber deine vielen guten Kontakte einen tollen Job in einer renommierten Firma besorgen. Wie du \u00fcbrigens auch immer alle im Umfeld, Freundeskreis, Verwandtschaft mit Jobs versorgt hast.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Was du dann ja vehement abgelehnt hast.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich: <\/strong>Mir war es mir sehr wichtig, dass ich mir selbst einen Job suche. Ich wollte meine eigenen Erfahrungen sammeln. Und dann bin ich ja witzigerweise in einer spezialisierten Personalberatungs-Boutique in M\u00fcnchen gelandet. Also zumindest schon mal in der gleichen Branche.<\/p>\n<p>Der Einstieg ins Familienunternehmen<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann: <\/strong>Das fand ich aus meiner Au\u00dfensicht ziemlich spannend. Wie ist denn dann bei dir die Idee gereift, dass du ins Familienunternehmen einsteigen wolltest?<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Nach ein paar Jahren in M\u00fcnchen habe ich gesp\u00fcrt, dass ich mich irgendwie ver\u00e4ndern muss, um mich weiterzuentwickeln. Ein Kunde brachte mich dann letztlich auf die Idee, als er mich fragte, ob ich nicht bei ihm die Personalarbeit \u00fcbernehmen wolle. Da dachte ich mir: Warum eigentlich eine andere Firma? Warum eigentlich nicht bei Hofmann?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Und dann haben wir uns zusammengesetzt und \u00fcberlegt, wie wir das am besten angehen.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Zum Gl\u00fcck kannten mich ja schon alle in der Firma. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten mich ja seit meiner Kindheit begleitet. Dadurch wussten auch die meisten, was ich schon alles gemacht hatte. F\u00fcr mich war das sehr wichtig, dass ich mir schon ein Standing erarbeitet hatte, bevor ich in der Firma angefangen habe. Ich wollte auf keinen Fall \u00bbdie Tochter der Chefin\u00ab sein.<\/p>\n<p>Deswegen war es f\u00fcr mich auch enorm wichtig, von Anfang an meine eigenen Projekte und Aufgabengebiete zu haben, in denen ich mich durchsetzen musste und profilieren konnte. Aber wie war das eigentlich f\u00fcr dich, pl\u00f6tzlich mit mir Businessthemen zu besprechen?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Naja, da war ich ja grunds\u00e4tzlich schon ge\u00fcbt. Mit deinem Vater musste ich das ja auch schon lernen. Der hat h\u00e4ufig seinen ganzen Arbeitsfrust mit nach Hause gebracht. Aber ich wollte zu Hause nicht auch noch \u00fcber das Gesch\u00e4ft reden, schon deinetwegen. Wir wollten nicht, dass du etwas, das du zu Hause aufgeschnappt hast, au\u00dferhalb erz\u00e4hlst. Auf der anderen Seite wollten wir dir auch keinen Maulkorb verpassen und dir verbieten, \u00fcber bestimmte Sachen zu sprechen. Oder dir das Gef\u00fchl geben, dass es Geheimnisse geben w\u00fcrde. Also mussten wir uns zu Hause mit gesch\u00e4ftlichen Diskussionen zur\u00fcckhalten.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ich finde, wir haben da einen guten Modus vivendi gefunden. In der Firma machen wir explizit Termine miteinander, wenn wir \u00fcber gesch\u00e4ftliche Themen sprechen m\u00f6chten \u2013 oder m\u00fcssen. Und wenn wir uns zu Hause sehen, sind es normalerweise nur die \u00bbGeschichten vom Tag\u00ab oder eben wirklich Privates.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ich denke, da hat uns auch der Berater geholfen, den wir am Anfang dazugeholt hatten, um unsere Sichtweisen zu moderieren und deinen Einstieg wirklich auf eine gute Basis zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich: <\/strong>Das stimmt. Auch mir war wichtig, dass uns am Anfang jemand begleitet und uns Tipps gegeben hat, wie wir mit der Situation gut umgehen und Privates und Gesch\u00e4ftliches gut trennen k\u00f6nnen. H\u00e4tten wir das nicht geschafft, h\u00e4tte vielleicht unser gutes Verh\u00e4ltnis darunter gelitten.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Aber letztlich haben wir sehr schnell festgestellt, dass wir den Berater eigentlich gar nicht brauchen. Wir haben zwar einen unterschiedlichen Arbeitsstil, aber ein sehr \u00e4hnliches Verst\u00e4ndnis von unseren Rollen und Aufgaben.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Es ist \u00e4hnlich, aber nicht ganz gleich. Ich denke, ich bin um einiges zahlengetriebener als du. Aber das finde ich auch logisch. Du hast die Firma gegr\u00fcndet und aufgebaut. Du hast bei vielen Entscheidungen ein ganz nat\u00fcrliches Bauchgef\u00fchl, wie sich etwas entwickeln muss oder was du tun musst, damit es sich in eine bestimmte Richtung bewegt. Wie bei einem Kind eben. Dieses Gef\u00fchl fehlt mir nat\u00fcrlich noch zu einem gewissen Ma\u00df. Da muss ich mich dann auf die Zahlen verlassen.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Dieses Gef\u00fchl kommt mit der Zeit. Aber du hast recht, du orientierst dich grunds\u00e4tzlich etwas mehr an Zahlen als ich. Wir haben auch durchaus unterschiedliche Meinungen, wie wir eine Sache angehen wollen oder welches Projekt wir starten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Unterschiedliche Sichtweisen<\/h1>\n<p><strong>Sonja:<\/strong> Aber das l\u00e4sst du dann ja auch zu. Es ist f\u00fcr mich sehr wichtig, dass ich nicht alles so machen muss, wie du es f\u00fcr richtig h\u00e4ltst. Ich muss meine eigenen Erfahrungen sammeln. Und wenn etwas einmal nicht klappt, kann ich daraus lernen. Ich glaube, es ist auch f\u00fcr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchaus wertvoll zu sehen, dass man hier auch andere Meinungen oder Ideen einbringen kann, solange sachlich, respektvoll und wertsch\u00e4tzend miteinander diskutiert wird \u2013 und dies k\u00f6nnen wir von uns behaupten.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Dass unterschiedliche Generationen oder auch nur verschiedene Menschen Dinge unterschiedlich angehen, ist ja v\u00f6llig normal. Nur so kann Weiterentwicklung und Innovation entstehen. Insofern finde ich es nur logisch, dass ich dich machen lasse, auch wenn ich anderer Meinung bin. Wenn es in deinen Zust\u00e4ndigkeitsbereich f\u00e4llt und du das dort entsprechend abgestimmt hast, gehe ich trotzdem mit.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich: <\/strong>Deswegen war es f\u00fcr mich auch so wichtig, dass ich von Anfang an Aufgabenbereiche hatte, die von deinen Zust\u00e4ndigkeiten klar abgegrenzt waren. Ich hatte keine Lust, eine Art \u00bbPrince Charles\u00ab zu sein und wie ein zahnloser Tiger zu warten, bis ich irgendwann ans Ruder komme. Vor allem war ja immer klar, dass das noch dauern kann, da du ja schon immer gesagt hast, du m\u00f6chtest bis 84 arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ja, das habe ich schon vor 30 Jahren gesagt, aber ja nicht mit einer 60&#8211;70-Stunden-Woche, wie ich das jetzt noch mache. Ich stelle mir das eher so vor, dass ich regelm\u00e4\u00dfig ins B\u00fcro komme, Zeitung lese, ein bisschen Post mache, hin und wieder ein paar Repr\u00e4sentationspflichten \u00fcbernehme und ansonsten meine Mitarbeitenden vom Arbeiten abhalte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Eigene Aufgaben und Zust\u00e4ndigkeiten<\/h1>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Tats\u00e4chlich war es mir am Anfang sehr wichtig, dass ich erst mal etwas Eigenes im Unternehmen machen konnte. Deshalb habe ich ja gleich eine kleine Personalberatung in M\u00fcnchen innerhalb der Hofmann Gruppe gegr\u00fcndet. Dort konnte ich das, was ich in meinem vorherigen Job gelernt hatte, einbringen, n\u00e4mlich Personalvermittlung auf C-Level-Ebene\u00a0beziehungsweise klassisches Headhunting f\u00fcr Managerpositionen. Dieses Fachwissen war bisher nicht bei Hofmann vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Und dann kam ja auch sehr schnell unsere 2007 gegr\u00fcndete Tochtergesellschaft in den USA in deinen Zust\u00e4ndigkeitsbereich. Dort hatten wir 2017 nach einem Managementwechsel ziemliche Schwierigkeiten. Aber ich w\u00e4re nie auf die Idee gekommen, dir direkt den gr\u00f6\u00dften Brocken hinzuwerfen.<\/p>\n<p>Ich glaube, das machen eher V\u00e4ter mit ihren S\u00f6hnen in der Nachfolge als \u00bbMutprobe\u00ab, aber als Mutter m\u00f6chtest du nicht, dass deine Tochter den aktuell schwierigsten Job in der Firma machen muss. Aber der Berater, den wir damals ja noch hatten, meinte, das w\u00e4re was f\u00fcr dich; er w\u00fcrde es dir zutrauen und au\u00dferdem h\u00e4tte er ja eh schon mit dir dar\u00fcber gesprochen.<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Da hatte er recht! Ich war sofort Feuer und Flamme. Das war zwar eine sehr intensive Zeit, aber ich habe dort viel gelernt und ich denke, inzwischen l\u00e4uft die Tochtergesellschaft da dr\u00fcben ja auch wieder richtig gut.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ja, das hast du sehr gut gemacht! Und es hat dir gro\u00dfen \u00adRespekt in der Firma eingebracht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Das Gl\u00fcck, Unternehmerin zu sein<\/h1>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Wie hast du es eigentlich immer geschafft \u2013 und schaffst es bis heute \u2013 ein so gro\u00dfes Arbeitspensum zu bewerkstelligen, ohne dabei irgendwann mal zusammengeklappt zu sein. Du managtest ja nicht nur unser Unternehmen, sondern engagierst dich auch sehr intensiv in verschiedenen Ehren\u00e4mtern und Verb\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Ich glaube, das hat zwei Gr\u00fcnde. Zum einen hatte ich schon immer das Ziel, im Management eines Unternehmens zu arbeiten. So weit kommt man nur, wenn man immer wieder die ber\u00fchmte Extrameile geht, h\u00e4ufig auch zwei oder drei. Mit der S\u00e4nfte wird man nun mal nicht in F\u00fchrungspositionen getragen \u2013 auch oder gerade nicht als Frau. Und das war mir immer bewusst und ich habe mich von Anfang an darauf eingestellt.<\/p>\n<p>Und ich hatte zum anderen immer Spa\u00df an dem was, ich getan habe. Ich habe mein Arbeitspensum relativ locker geschafft, weil ich immer wollte, was ich musste. Es gab nur ganz wenige Momente in meinem Leben, in denen ich keine Lust auf die anstehenden Aufgaben hatte. Ich habe die Arbeit eigentlich nie als Arbeit empfunden. Es war immer meine Begeisterung, meine Berufung. Wenn man wirklich das macht, wof\u00fcr man brennt, dann bew\u00e4ltigt man auch ein konstant hohes Arbeitspensum, ohne dabei auszubrennen.<\/p>\n<p>Du bist ja jetzt auch Unternehmerin. Was sind denn deine Ziele f\u00fcr die Zukunft und die Zukunft unseres Unternehmens?<\/p>\n<p><strong>Sonja Heinrich:<\/strong> Ich m\u00f6chte die Firma weiterentwickeln und neue Gesch\u00e4ftsfelder erschlie\u00dfen. Gleichzeitig ist es mir aber auch wichtig, die Werte und die Kultur unseres Unternehmens zu bewahren. Ich m\u00f6chte ein Arbeitsumfeld\u00a0schaffen, in dem sich die Mitarbeitenden wohlf\u00fchlen und ihre Potenziale entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrdest du denn zum Abschluss jungen Frauen empfehlen, die Karriere machen wollen?<\/p>\n<p><strong>Ingrid Hofmann:<\/strong> Der Weg in F\u00fchrungspositionen ist f\u00fcr Frauen viel einfacher geworden als fr\u00fcher. Er ist aber immer noch sehr steinig. Frauen stehen im Wettbewerb mit M\u00e4nnern, aber nat\u00fcrlich auch mit anderen Frauen, wenn es um F\u00fchrungspositionen geht.<\/p>\n<p>Deswegen: Lasst euch davon nicht abschrecken. Seid mutig, seid selbstbewusst, glaubt an euch, lasst euch nicht unterkriegen, fragt eure Vorgesetzten immer wieder nach Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Es wird immer Herausforderungen geben, die ihr bew\u00e4ltigen m\u00fcsst. Nehmt sie mit einem positiven Mindset\u00a0an und habt vor allem Spa\u00df an dem, was ihr tut. Geht die Extrameile. Traut euch was zu und rechnet nicht damit, mit der S\u00e4nfte in die F\u00fchrungsetage getragen zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ingrid Hofmann ist die Gr\u00fcnderin und gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Alleingesellschafterin der I. K. Hofmann GmbH. Seit der Gr\u00fcndung im Jahr 1985 hat sie das Unternehmen zu einem der Top-Ten in der Zeitarbeit ausgebaut, mit \u00fcber 90 Standorten in Deutschland sowie weiteren Standorten in Europa und den USA mit insgesamt rund 16.000 Mitarbeitenden. Sie engagiert sich stark in Gremien und Verb\u00e4nden, unter anderem als Vizepr\u00e4sidentin des Gesamtverbands der Personaldienstleister und als Mitglied im Pr\u00e4sidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter\u2009anderem mit der B\u00fcrgermedaille der Stadt N\u00fcrnberg und dem Bundesverdienstkreuz. Ihr Unternehmen ist bekannt f\u00fcr seine hohe Kundenzufriedenheit und wurde seit 2008 kontinuierlich als \u00bbGreat Place to Work\u00ab ausgezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"txt\">Sonja Heinrich ist im Familienunternehmen I. K. Hofmann GmbH als Prokuristin und Mitglied des Executive Committee t\u00e4tig. Sie leitet das internationale Steering Committee der Tochtergesellschaften und verantwortet zus\u00e4tzlich die operative F\u00fchrung des amerikanischen und des Schweizer Auslandsgesch\u00e4fts. Dar\u00fcber hinaus ist sie in verschiedenen Verb\u00e4nden und der deutsch-amerikanischen Handelskammer aktiv. Durch ihr Engagement und ihre Expertise konnte sie dazu beitragen, sowohl lokal als auch global erfolgreich zu sein und die Gesch\u00e4ftsziele der Organisationen zu erreichen. Dabei steht f\u00fcr sie immer der Mensch im Mittelpunkt, denn sie ist \u00fcberzeugt, dass der Erfolg eines Unternehmens ma\u00dfgeblich von der Zufriedenheit und dem Engagement seiner Mitarbeitenden abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Brigitte Waffenschmidt und Joachim Gutmann (Hrsg.): \u201eFrauen f\u00fchren. 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