{"id":687599,"date":"2026-02-17T06:00:57","date_gmt":"2026-02-17T05:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687599"},"modified":"2026-02-19T00:46:38","modified_gmt":"2026-02-18T23:46:38","slug":"ich-arbeite-wann-ich-will-und-nicht-wann-mich-kunden-oder-der-betrieb-brauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/02\/17\/ich-arbeite-wann-ich-will-und-nicht-wann-mich-kunden-oder-der-betrieb-brauchen\/","title":{"rendered":"Ich arbeite wann ich will &#8211; und nicht, wann mich die Kunden oder der Betrieb brauchen"},"content":{"rendered":"<h1>Entlassen wegen \u00dcberp\u00fcnktlichkeit. Wenn Mitarbeitern Kunden und die Arbeit offenbar nur l\u00e4stig sind<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_677397\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677397\" class=\"size-full wp-image-677397\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/08\/uhr.bouchet.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/08\/uhr.bouchet.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/08\/uhr.bouchet-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/08\/uhr.bouchet-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-677397\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>K\u00fcndigung wegen \u00dcberp\u00fcntklichkeit? Die Schlagzeile klingt drollig, das Ganze ist es aber nicht. Genaugenommen ist die Zeile einfach nur falsch ausgedr\u00fcckt, dahinter steckt mehr. Die 22-j\u00e4hrige Mitarbeiterin eines Logistikunternehmens im Raum Alicante in Spanien erschien &#8211; den Medienberichten zufolge &#8211; \u00fcber 30mal zu fr\u00fch am Arbeitsplatz. So 45 Minuten. Die Frau erschien aber nicht nur und wartete auf den regul\u00e4ren Arbeitsbeginn. Sondern sie stempelte sich ein, obwohl es viel zu fr\u00fch war und es noch gar keine Arbeit f\u00fcr sie zu tun gab. Schlie\u00dflich wurde sie fristlos gek\u00fcndigt, zu Recht, wie das Sozialgericht Alicante wohl best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Solche F\u00e4lle gibt es auch hierzulande, vor allem in Varianten. Mal sind es Sachbearbeiter in Beh\u00f6rden oder gro\u00dfen Unternehmen, die um sieben Uhr fr\u00fch erscheinen, wenn noch kein st\u00f6render Kunde oder B\u00fcrger anruft und Ausk\u00fcnfte ben\u00f6tigt, oder sonst ein berechtigtes Anliegen hat. Damit sie erst einmal in Ruhe fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnen oder um anderes Privates zu erledigen, wenn niemand anderes vor Ort ist, dem das \u00fcbel aufsto\u00dfen k\u00f6nnte. Ein Vorgesetzter wom\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Job-Sharing und Teilzeitjobs uminterpretiert<\/h1>\n<p>Dieser Fall rechnet heute hierzulande wohl als Arbeitszeitbetrug. Dem relativ neuen Begriff. Doch gerade bei Teilzeitkr\u00e4ften passieren auch \u00e4hnlich gelagerte, dreiste F\u00e4lle. So berichtete der Chef einer namhaften Werbeagentur &#8211; freilich nur hinter vorgehaltener Hand &#8211; von diesem Fall: Zwei Frauen an einem von mehreren Standorten wollten und sollten sich einen Job, sogar mit Personalverantwortung, teilen. Doch zur gro\u00dfen \u00dcberraschung des Chefs fand er bei einem Besuch dieses Standorts die beiden Damen fr\u00f6hlichster Laune zur selben Zeit im selben B\u00fcro vor. Denn die zwei verstanden sich so prima, dass sie beschlossen hatten, gleichzeitig zu arbeiten.<\/p>\n<p>Um sich nicht unbeliebt zu machen und einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, passierte &#8211; nichts. Der Chef reiste lieber wieder ab, statt zu regeln. Egal ob Kollegen oder Kunden eine der beiden gebraucht h\u00e4tten und au\u00dferhalb der wenigen Dienststunden einfach niemand mehr erreichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Teilzeit ad absurdum gef\u00fchrt<\/h1>\n<p>Mehr Beispiele solcher Freiheiten gef\u00e4llig? Ein Arzt mit einer Einzelpraxis hatte sich darauf eingelassen, einer Mitarbeiterin einen Teilzeitjob zu erm\u00f6glichen, obwohl schon die \u00d6ffnungszeiten der Praxis viel l\u00e4nger dauerten als deren 20-Stunden-Job. Eigentlich h\u00e4tte er l\u00e4nger Unterst\u00fctzung bei der Patientenannahme und am Telefon gebraucht und lie\u00df sich dann darauf ein, eine zweite Teilzeitkraft, die Nichte der ersten zu besch\u00e4ftigen. Doch dann folgte ein Kleinkrieg. Die beiden Frauen wollten gleichzeitig arbeiten, verk\u00fcndeten sie ihm. Und zogen das auch erst mal durch.<\/p>\n<p>\u00dcber weite Strecken musste der Arzt alles gleichzeitig machen: T\u00fcr \u00f6ffnen, Patienten annehmen und Formulare ausf\u00fcllen, Patienten behandeln und das Telefon bedienen. Alles, was sonst eine Arzthelferin so macht, damit der Arzt behandeln kann. Die Aufforderung mit 4-Wochen-Fristen, damit die zwei sich umorganisieren und selbst einen Plan mit erg\u00e4nzenden Arbeitszeiten vorlegen sollten, ignorierten sie zwei Monate lang.<\/p>\n<p>Bis der Chef selbst einen Einsatzplan vorgab, was er im Rahmen seines Direktionsrechts ohnehin durfte.\u00a0 Zweimal noch erschien die zweite Helferin einfach zur falschen Zeit, wurde nach Hause geschickt und beauftragte daraufhin einen Rechtsanwalt. Der schickte dem Arzt einen Brief, in dem er forderte, dass die Teilzeitarbeitnehmerin selbst die Arbeitszeiten bestimmen wollte. Patientenaufkommen? Kundenorientierung? Direktionsrecht? V\u00f6llig wurscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die restliche Vertragslaufzeit einfach mal krankschreiben lassen<\/h1>\n<p>Das Ende vom Lied: Mit so wenigen Arbeitnehmern konnte der Mediziner die Mitarbeiterin ohne Begr\u00fcndung fristgerecht k\u00fcndigen. Dass sie sich sofort f\u00fcr die Restlaufzeit des Vertrags krankmeldete, war erwartbar. Ob der krankschreibende Arzt die ganze Geschichte der K\u00fcndigung kannte? Eher mal nicht.<\/p>\n<p>So jedenfalls reagieren Mitarbeiter, die sich a) beleidigt f\u00fchlen, dass sie doch nicht als unersetzbar empfunden werden, und b) nicht genug Ehr- oder Pflichtgef\u00fchl besitzen, um mit Anstand die restliche \u2013 bezahlte \u2013 Arbeitszeit abzuarbeiten. Denn die weitaus \u00fcberwiegende Zahl der Arbeitgeber sind Kleinunternehmer oder Mittelst\u00e4ndler, f\u00fcr die solche L\u00f6hne ohne Gegenleistung bitter sind. Wo schlimmstenfalls auch gar keine Kollegen sind, die deren Arbeit auffangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entlassen wegen \u00dcberp\u00fcnktlichkeit. Wenn Mitarbeitern Kunden und die Arbeit offenbar nur l\u00e4stig sind &nbsp; &nbsp; K\u00fcndigung wegen \u00dcberp\u00fcntklichkeit? Die Schlagzeile klingt drollig, das Ganze ist es aber nicht. Genaugenommen ist die Zeile einfach nur falsch ausgedr\u00fcckt, dahinter steckt mehr. 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