{"id":687035,"date":"2025-12-10T13:47:24","date_gmt":"2025-12-10T12:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687035"},"modified":"2025-12-10T13:47:24","modified_gmt":"2025-12-10T12:47:24","slug":"buchauszug-carsten-lotz-wirtschaft-als-erste-philosophie-eine-kritik-der-oekonomischen-vernunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/12\/10\/buchauszug-carsten-lotz-wirtschaft-als-erste-philosophie-eine-kritik-der-oekonomischen-vernunft\/","title":{"rendered":"Buchauszug Carsten Lotz: &#8222;Wirtschaft als Erste Philosophie? Eine Kritik der \u00f6konomischen Vernunft&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/carsten-lotz\/\">Carsten Lotz<\/a>: &#8222;<strong>Wirtschaft als Erste Philosophie? Eine Kritik der \u00f6konomischen Vernunft&#8220;<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687051\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687051\" class=\"size-full wp-image-687051\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/Lotz.Carsten.Buchauszug-e1765369805894.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/Lotz.Carsten.Buchauszug-e1765369805894.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/Lotz.Carsten.Buchauszug-e1765369805894-300x274.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/Lotz.Carsten.Buchauszug-e1765369805894-329x300.jpg 329w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-687051\" class=\"wp-caption-text\">Carsten Lotz (Foto: PR \/Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Klasse ohne Klassenbewusstsein<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die Abl\u00f6sung von Adel und Bourgeoisie<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Wir leben nicht in einer klassenlosen Gesellschaft. Das Management und seine Dienstleister haben sich in einer nach-kapitalistischen Welt, in der das Eigentum an den Produktionsmitteln anonymen Gesellschaften geh\u00f6rt, zur herrschenden Klasse entwickelt. Nicht mehr nur Boden oder Kapital sind klassendifferenzierend, sondern Wissen, Kontrolle und die Position in einem Organigramm.<\/em><\/p>\n<p><strong>Die klassenlose Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Die Klasse als Begriff f\u00fcr eine \u00f6konomisch-soziale Strukturierung der Gesellschaft schien ausgedient zu haben. Es f\u00e4llt uns schwer, von Klassen zu sprechen, da der Anspruch auf Individualit\u00e4t uns modernen Menschen in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen ist. Unsere Identit\u00e4t wollen wir nicht mehr \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Religion, einem Geschlecht, einem Volk, einer Berufsgruppe, einem Stand oder einer Klasse definieren.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Wir sind uns nicht einmal sicher, ob wir nur eine Identit\u00e4t haben.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Der in New York lehrende Philosoph Kwame Anthony Appiah zeigt, wie sehr Identit\u00e4tsbegriffe auch immer gesellschaftliche Konstruktionen sind.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Sie sind \u00dcbereink\u00fcnfte, wie Gesellschaft sich strukturiert. Diese \u00dcbereink\u00fcnfte werden br\u00fcchig, daher spricht der deutsche Soziologe Andreas Reckwitz von einer <em>Gesellschaft der Singularit\u00e4ten<\/em>.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Das moderne Subjekt will sich nicht mehr in eine Schublade stecken lassen, auch nicht in eine Klasse. Jeder will individuell sein und gleichzeitig zur Mittelschicht geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Interessanterweise wurde der Klassenbegriff von Marx benutzt, um die Unterschiede zwischen den Klassen zu \u00fcberwinden. Nachdem die Klasse des (Besitz\u2011)B\u00fcrgertums<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> in den Revolutionen des 18. Jahrhunderts Adel und Klerus die gesellschaftliche Herrschaft abgerungen hatte, sollte nun das Proletariat die Gleichstellung aller Menschen vollenden. Die b\u00fcrgerliche Revolution von 1789 war f\u00fcr Marx und Engels nur der Vorl\u00e4ufer der eigentlichen proletarischen Revolution.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Dem \u00f6konomischen Rational kam dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Marx und Engels waren \u00fcberzeugt: Man w\u00fcrde die Bourgeoisie in der modernen Welt der Industrieproduktion schlicht nicht mehr brauchen. Die beginnende Trennung von Eigentum an den Produktionsmitteln und tats\u00e4chlicher Kontrolle der Produktion in den sich damals entwickelnden Aktiengesellschaften war f\u00fcr Engels eine ermutigende Entwicklung hin zur Entmachtung der Bourgeoisie:<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00bbSie wird mehr und mehr nicht nur sozial \u00fcberfl\u00fcssig, sondern soziales Hindernis; sie scheidet mehr und mehr aus der Produktionst\u00e4tigkeit aus und wird mehr und mehr, wie seinerzeit der Adel, eine blo\u00df Revenuen einstreichende Klasse; und sie hat diese Umw\u00e4lzung ihrer eigenen Stellung und die Erzeugung einer neuen Klasse, des Proletariats, fertiggebracht, ohne irgendwelchen Gewalthokuspokus, auf rein \u00f6konomischem Wege.\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Etablierung der klassenlosen Gesellschaft war keine Frage einer gro\u00dfen gewaltt\u00e4tigen Revolution mehr, sondern nur noch eine Frage der Zeit. Denn schon damals war der Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat eine \u00fcbertriebene Schematisierung, die nicht die Realit\u00e4t der sozial vielschichtigen Welt des 19.\u00a0Jahrhunderts abbildete.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Gesellschaft war viel feiner strukturiert und damit auch deutlich stabiler. Max Weber legte Anfang des 20.\u00a0Jahrhunderts eine differenzierte Analyse der Klassen und ihres jeweiligen Einflusses auf die Gesellschaft vor. Besitz bleibt f\u00fcr ihn weiter das strukturierende Merkmal: \u00bbInnerhalb der Klasse [der Besitzenden] kauft Geld zunehmend \u2013 mindestens in der Generationenfolge \u2013 <em>Alles<\/em>.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Doch die Gegens\u00e4tze zwischen den Klassen sind weniger scharf. \u00dcber die Generationenfolge ist die Arbeiterschaft mit den in sich nochmals ausdifferenzierten Klassen des \u00bbKleinb\u00fcrgertums\u00ab oder der \u00bbFachgeschultheit\u00ab verwoben.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Auch wenn Weber es so nicht formuliert, selbst die Arbeiter haben in einer Revolution zu viel zu verlieren. Daher bleibt sie aus.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Klassendiskurs weitgehend aus der deutschen und kontinentaleurop\u00e4ischen soziologischen Diskussion. Das deutsche Wirtschaftswunder und die franz\u00f6sischen <em>Trente glorieuses<\/em> f\u00fchrten zum Aufstieg breiter gesellschaftlicher Kreise, so dass der deutsche Soziologe Helmut Schelsky in den 1950er Jahren f\u00fcr die bundesdeutsche Gesellschaft gar den Begriff der \u00bbnivellierten Mittelstandsgesellschaft\u00ab pr\u00e4gte.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> In der ideologischen Auseinandersetzung mit einem kommunistischen System in den L\u00e4ndern unter sowjetischem Einflussbereich, das sich dezidiert als klassenlose Gesellschaft verstand, konnte man im Westen eine in Klassen differenzierte Gesellschaft nicht mehr gebrauchen. Sie war laut dem Soziologen Rehberg \u00bbeine Angelegenheit der Vergangenheit\u00ab<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>\u00bbJedenfalls schien die \u00bbKlassengesellschaft\u00ab endg\u00fcltig abgemeldet. Und doch k\u00f6nnte es sein, dass sie seit einem halben Jahrhundert nur zunehmend \u203aunsichtbar\u2039 geworden war.\u00ab<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Denn bei aller Autosuggestion der europ\u00e4ischen Mittelschichten schafft die \u00f6konomische Wirklichkeit Einkommens- und Besitzunterschiede, die klassendifferenzierend wirken. Wie hermetisch sich diese Klassen voneinander abgrenzen, ist eine davon getrennt zu betrachtende Frage. So war in Frankreich, aber auch in Gro\u00dfbritannien, der Klassenbegriff nie ganz verschwunden. Auch in Deutschland erh\u00e4lt er seit den 1990er Jahren wegen wachsender oder sich zumindest nicht mehr verringernder sozialer Ungleichheiten eine neue Relevanz f\u00fcr die gesellschaftliche Analyse.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Revolution der Manager<\/strong><\/p>\n<p>Gesellschaften brauchen Gruppen, die sie tragen. Es gibt keine Feudalgesellschaft ohne Adel und keinen Fr\u00fchkapitalismus ohne Bourgeoisie. Die These, dass sich unser Denken und unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend \u00f6konomisiert haben, w\u00e4re schwer verst\u00e4ndlich, wenn es nicht eine gesellschaftliche Gruppe g\u00e4be, die von dieser \u00d6konomisierung profitieren w\u00fcrde, sie vorantreibt und sich mit ihr identifiziert. Es ist nicht mehr die Bourgeoisie des fr\u00fchen Kapitalismus, es sind die international t\u00e4tigen Manager und ihre Dienstleister wie Investmentbanker, Unternehmensberater oder Wirtschaftsanw\u00e4lte.<\/p>\n<p>Die Etablierung des Managements als gesellschaftliche Kraft ist eng verbunden mit der Entwicklung der ersten Gro\u00dfunternehmen Ende des 19.\u00a0Jahrhunderts. In ihrem 1932 erschienenen Werk <em>The modern corporation and private property <\/em>legen Adolf Berle und Gardiner Means dar, wie sich Eigentum und Kontrolle in Gro\u00dfunternehmen auseinanderentwickeln.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Der amerikanische Philosoph James Burnham setzt darauf auf und beschreibt 1942 den Aufstieg des Managements als Revolution, als Ersatz f\u00fcr die ausgebliebene Revolution des Proletariats.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> So wie die Kapitalisten oder die Bourgeoisie gegen den feudalistischen Adel um die Vorherrschaft im Staat k\u00e4mpften, so zeichne sich ein Kampf der Manager um diese Vorherrschaft in der nach-kapitalistischen Gesellschaft ab.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Sie seien dabei, ihn zu gewinnen, denn: \u00bbOwnership means control; if there is no control, then there is no ownership.\u00ab<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"order-1 w-full md:order-none md:pt-0 md:h-auto md:row-start-1 md:row-span-3 md:col-start-1\">\n<div id=\"gallery\">\n<div>\n<div class=\"relative self-center w-full\">\n<div class=\"relative mb-6\" aria-live=\"polite\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"object-contain object-center w-full h-auto invisible\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.nomos-shop.de\/media\/catalog\/product\/8\/6\/86-978-3-495-98993-7_1.jpeg?optimize=medium&amp;bg-color=255,255,255&amp;fit=bounds&amp;height=700&amp;width=700&amp;canvas=700:700\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"700\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"absolute top-0 right-0 pt-4 pr-4\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"order-4 w-full mb-6 self-start md:order-none lg:col-span-2\">\n<div class=\"product attribute subtitle font-semibold\"><strong>Wirtschaft als Erste Philosophie? Eine Kritik der \u00f6konomischen Vernunft, 319 Seiten, 29 Euro <\/strong><a href=\"https:\/\/www.nomos-shop.de\/de\/p\/wirtschaft-als-erste-philosophie-gr-978-3-495-98993-7\"><strong>https:\/\/www.nomos-shop.de\/de\/p\/wirtschaft-als-erste-philosophie-gr-978-3-495-98993-7<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der ehemaligen Bourgeoisie gesteht Burnham keine gr\u00f6\u00dfere Rolle in der Gesellschaft mehr zu:<\/p>\n<p>\u00bbThey spend their time, not in industry or even in finance, but on yachts and beaches, in casinos and travelling among their many estates; or, others of them, in charitable, educational, or even artistic activities. [\u2026] To rule society, let it be remembered, is a full-time job.\u00ab<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Burnham prognostizierte eine Allianz zwischen den (operativen) Managern und den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern der Unternehmen. Da der Staat zunehmend in die Privatwirtschaft eingreife und privates Kapital zunehmend unwichtiger werde, bleibe eine vom Staat besessene und von Managern gelenkte Wirtschaft \u00fcbrig, die <em>managerial economy<\/em><a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a><em>, <\/em>die er als Planwirtschaft beschreibt.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Die Manager bilden in dieser Welt die neue Elite, gerade weil sich die Eigent\u00fcmer zur\u00fcckz\u00f6gen und ihnen die Kontrolle \u00fcberlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Analyse war richtig, allein in der Prognose hat sich Burnham versch\u00e4tzt. Der Staat hatte im Westen nicht immer mehr in die Privatwirtschaft eingegriffen, sondern sich aus gro\u00dfen Bereichen zur\u00fcckgezogen. Die Allianzen wurden daher zwischen den (angestellten) Managern des Finanzkapitals auf der einen Seite und den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungen und dem Top-Management der Unternehmen auf der anderen Seite geschlossen.<\/p>\n<p>Ihre Stellung in Wirtschaft und Gesellschaft verdanken die Manager der immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Komplexit\u00e4t der modernen Welt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Sie ist b\u00fcrokratisch geworden, und B\u00fcrokratie muss gemanagt werden. Das Management in Unternehmen ist nur ein spezifischer Anwendungsfall einer allgemeineren B\u00fcrokratisierung von Herrschaft. Die Alternative ist nach Max Weber aber nicht die Abschaffung der formalen b\u00fcrokratischen Regeln:<\/p>\n<p>\u00bbMan hat nur die Wahl zwischen \u203aB\u00fcrokratisierung\u2039 und \u203aDilettantisierung\u2039 der Verwaltung, und das gro\u00dfe Mittel der \u00dcberlegenheit der b\u00fcrokratischen Verwaltung ist: Fachwissen[.]\u00ab<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Es sei gerade der Kapitalismus gewesen, der die B\u00fcrokratie zur Verwaltung fiskalischer Fragen, aber auch f\u00fcr Eisenbahn, Telegramm und Telefon entwickelt und perfektioniert habe. \u00bbDaran k\u00f6nnte eine sozialistische Ordnung nichts \u00e4ndern.\u00ab<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Der Kapitalismus hat sich in gewisser Weise selbst besiegt, wie Marx und Engels das vorausgesehen hatten. Das Management trat das Erbe von Adel und Bourgeoisie an und brauchte daf\u00fcr weder Boden noch Kapital. Schon die Herausbildung des fr\u00fchen Adels soll ersten Produktivit\u00e4tsgewinnen geschuldet gewesen sein, die es erlaubten, einzelne Personen von der k\u00f6rperlichen Arbeit freizustellen, um die Arbeit der anderen zu verwalten oder kriegerisch zu verteidigen. Insofern w\u00e4re der Adel das erste Management gewesen. Was Adel, Bourgeoisie und Management als herrschende Klassen eint, ist die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Arbeitsbedingungen der anderen. Es lag und liegt an ihnen zu definieren, wie und zu welchen Bedingungen gearbeitet werden kann, wie und zu welchen Bedingungen die eigene Existenz gesichert werden kann. Wo der Adel es \u00fcber die Bereitstellung von Boden, die Bourgeoisie \u00fcber die Bereitstellung von Kapital tat, da tut es das Management \u00fcber die Bereitstellung von Wissen und Methodik oder schlicht durch Kontrolle. Die Position in einem Organigramm wird zum entscheidenden gesellschaftlichen Machtfaktor.<\/p>\n<p>(Fu\u00dfnoten sind im Buch)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lesetipp: <a href=\"https:\/\/www.swp.de\/lokales\/moessingen\/vom-unternehmensberater-zum-autor-der-gomaringer-carsten-lotz-hat-neu-angefangen-und-ein-buch-geschrieben-78445166.html\">Vom Unternehmensberater zum Autor: Der Gomaringer Carsten Lotz hat neu angefangen \u2013 und ein Buch geschrieben | swp.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Carsten Lotz: &#8222;Wirtschaft als Erste Philosophie? Eine Kritik der \u00f6konomischen Vernunft&#8220; &nbsp; &nbsp; Eine Klasse ohne Klassenbewusstsein Die Abl\u00f6sung von Adel und Bourgeoisie Wir leben nicht in einer klassenlosen Gesellschaft. 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