{"id":687018,"date":"2025-12-17T06:00:47","date_gmt":"2025-12-17T05:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=687018"},"modified":"2025-12-18T01:25:29","modified_gmt":"2025-12-18T00:25:29","slug":"ein-teller-tafelspitz-mit-stefan-roehrborn-der-nichts-mehr-fuer-unmoeglich-haelt-und-ueber-die-abscheu-vor-gerichten-erzaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/12\/17\/ein-teller-tafelspitz-mit-stefan-roehrborn-der-nichts-mehr-fuer-unmoeglich-haelt-und-ueber-die-abscheu-vor-gerichten-erzaehlt\/","title":{"rendered":"Ein Teller Tafelspitz mit Stefan R\u00f6hrborn, der nichts mehr f\u00fcr unm\u00f6glich h\u00e4lt und \u00fcber die Abscheu vor Gerichten erz\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<h1>Ein Teller Tafelspitz mit Stefan R\u00f6hrborn, der nichts mehr f\u00fcr unm\u00f6glich h\u00e4lt<\/h1>\n<p>Stefan R\u00f6hrborn spielt jede Woche Lotto. Weil er gelernt hat, dass die unwahrscheinlichsten Dinge passieren, erz\u00e4hlt er. Vor allem negative. Dass ein Unternehmen wie Wirecard in Insolvenz geht, das h\u00e4tte er dem nie zugetraut. Besonders bei den F\u00e4llen seiner Mandanten, die er so Tag f\u00fcr Tag miterlebt. Etwa der des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers, der gerade eingestellt worden war. Der Mann war jung dynamisch undsoweiter.\u00a0 Doch er verstarb pl\u00f6tzlich und das Unternehmen st\u00fcrzte ins Chaos. Das hat R\u00f6hrborn gelernt: Alles ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687024\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687024\" class=\"size-full wp-image-687024\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_6993.jpeg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_6993.jpeg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_6993-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-687024\" class=\"wp-caption-text\">Stefan R\u00f6hrborn (Foto: C. T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Idee des Arbeitsrechtlers von der Kanzlei Littler geht deshalb so: Warum also soll ihm nicht auch umgekehrt etwas Positives widerfahren k\u00f6nnen, ein Lottogewinn zum Beispiel? Auch wenn es unwahrscheinlich klingt. Das sind ihm die 2,80 Euro, die er\u00a0 einmal die Woche in die Lottoscheine investiert, wert. Auch wenn er bisher nicht mehr als 42,50 Euro\u00a0 gewonnen hat, aber wer wei\u00df.<\/p>\n<p>Was der D\u00fcsseldorfer aber auch immer \u00f6fter beobachtet, ist dieselbe Haltung bei Unternehmen wie Managern, die \u00fcber Kreuz liegen: Sie wollen immer weniger vors Gericht gehen. Zum Beispiel, wenn sie nach dem Ausscheiden eines Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers um seine Boni streiten. Beide Kontrahenten wollen \u2013 wenn irgend m\u00f6glich \u2013 keinen Gerichtsprozess. Zu unvorhersehbar ist, was am Ende dabei herauskommt,\u00a0 Und zu unvorhersehbar ist, wie lange so ein Prozess dauert.<\/p>\n<p>Wichtiger ist den Parteien heutzutage, schnell einen Strich unter die Auseinandersetzung zu machen. Um wieder nach vorn in die Zukunft schauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit liegen R\u00f6hrborns Klienten voll im Trend, die Zahl der Zivilprozesse geht an den Gerichten schon l\u00e4nger zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Richter und Prozessbeteiligte sind ebenso unberechenbar wie die w\u00f6chentliche Ziehung der Lottozahlen<\/h1>\n<p>Kann es sein, dass hierzulande das Lotto-Spielen vielleicht am Ende gar nicht so weit entfernt ist von einem Gang vors Gericht? Ist eine Klage auch eine Art Gl\u00fccksspiel? Mit meiner ganz pers\u00f6nlichen Erfahrung als Beobachterin w\u00fcrde sich das jedenfalls decken. Richter, die manipulieren und sogar bluffen, damit sie um die M\u00fche herumkommen, ein seitenlanges Urteil zu schreiben, und sich nicht zu schade sind, einen ganz miesen Vergleich zu erzwingen. Von Anw\u00e4lten h\u00f6re ich immer wieder erschreckende Beispiele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_687021\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687021\" class=\"size-full wp-image-687021\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_7008.jpeg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_7008.jpeg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_7008-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/12\/IMG_7008-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-687021\" class=\"wp-caption-text\">Tafelspitz im Beethoven in D\u00fcsseldorf (Foto: C. T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00e4tte ich es nicht als Zuschauer miterlebt, w\u00fcrde ich es kaum glauben. Denn v\u00f6llig unverhohlen ging es da im Fall des Arztes zu, der versuchte, vor dem Sozialgericht gegen die Streichung des Honorars der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung f\u00fcr die Behandlung von chronisch kranken Patienten anzugehen. Einfach weil rechnerisch mehr Menschen zu ihm gekommen waren als offenbar zu anderen \u00c4rzten und er sie nicht abwies, sondern behandelte. Kurz, es waren ein paar zu viele, die er besser weggeschickt h\u00e4tte. Es ging um einen vierstelligen Betrag, und der Mediziner f\u00fchlte sich ungerecht behandelt. Doch der beisitzende Richter &#8211; selbst Arzt &#8211; lachte den Kl\u00e4ger h\u00f6hnisch aus: &#8222;Trinken Sie doch lieber Kaffee, statt diese Leute zu behandeln&#8220;. Die Richterin wiederum hatte auch ihre eigene Agenda: Sie versuchte, den Kl\u00e4ger dazu zu bewegen, die Klage zur\u00fcckzunehmen \u2013 wohl ebenso, um kein Urteil schreiben zu m\u00fcssen. Sie trieb ihn, den Kl\u00e4ger, in die Defensive: &#8222;Was wollen Sie \u00fcberhaupt mit dem Urteil?&#8220; Konkret meinte sie: mit einem negativen Urteil &#8211; und das gab sie auch gleich zu erkennen.<\/p>\n<p>Der gekr\u00e4nkte Arzt erwiderte: &#8222;Und wenn\u00a0 ich es im Wartezimmer aufh\u00e4nge.&#8220; Und wie reagierte die Vertreterin der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung auf die trotzige \u00c4u\u00dferung? &#8222;Was meinen Sie, wie wir Sie dann erst k\u00fcrzen!&#8220;, sagte sie. W\u00e4re das Ganze in einem US-Gericht passiert, w\u00e4re der bedrohende Satz wenigstens protokolliert worden. So passierte nichts \u2013 nur das Urteil kam, das auch so ganz schnell geschrieben war: Rein rechnerisch waren es rund 30 zu viele behandelte chronisch Kranke. Dann gab es daf\u00fcr eben Null Honorar. War dem Arzt diese Grenze vorher mitgeteilt worden? Nein. In dem Fall ein zweifaches Lotteriespiel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte \u2013 wer Interesse hat, sich Inhalte \u2013 \u00fcber den Link hinaus und ohne davon abh\u00e4ngig zu sein \u2013 zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Teller Tafelspitz mit Stefan R\u00f6hrborn, der nichts mehr f\u00fcr unm\u00f6glich h\u00e4lt Stefan R\u00f6hrborn spielt jede Woche Lotto. Weil er gelernt hat, dass die unwahrscheinlichsten Dinge passieren, erz\u00e4hlt er. Vor allem negative. 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