{"id":686844,"date":"2026-03-15T23:45:51","date_gmt":"2026-03-15T22:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=686844"},"modified":"2026-03-15T23:45:51","modified_gmt":"2026-03-15T22:45:51","slug":"wenn-mitarbeiter-den-arbeitgeber-mit-der-dsgvo-erpressen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2026\/03\/15\/wenn-mitarbeiter-den-arbeitgeber-mit-der-dsgvo-erpressen\/","title":{"rendered":"Wenn Mitarbeiter den Arbeitgeber mit der DSGVO erpressen"},"content":{"rendered":"<header>\n<h1><\/h1>\n<h1 class=\"wrapper\">Wenn Mitarbeiter den Arbeitgeber mit der DSGVO erpressen<\/h1>\n<h1 class=\"wrapper\">Im Streit um K\u00fcndigungen machen sich Mitarbeiter immer h\u00e4ufiger den Datenschutz zunutze. Wie damit umgehen?<\/h1>\n<div><\/div>\n<div class=\"wrapper\">Zuerst erschienen in WiWo-Print am 04.07.2025<\/div>\n<div class=\"wrapper\">\n<div class=\"toolbar\">\n<div class=\"ng-star-inserted\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/header>\n<div class=\"grid large-layout\">\n<div class=\"storyline-image\"><button type=\"button\"><\/button><img decoding=\"async\" title=\"\" src=\"https:\/\/images.wiwo.de\/ctNM8XfZ4cUr\/cover\/760\/507\/195\/194\/0\/0\/0.5\/0.5\/ranking-datenrecht.jpeg?preview=true\" alt=\"\" \/><\/div>\n<div class=\"storyline-image\">Der Auskunftsanspruch nach der DSGVO ist heikel<span class=\"ng-star-inserted\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"storyline-image\"><span class=\"ng-star-inserted\">Foto: Ulf K. \/ Sepia<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"wrapper paywall-position-top\">\n<div class=\"iqdcontainer ng-star-inserted iqdad\" data-device=\"desktop\" data-placement=\"pos_marg_right_1\">\n<div id=\"iqadtile8\" class=\"iqlabel iqlabel-left iqlabel-stdtxt iqadtile-space-tb iqdad\" data-placement=\"pos_marg_right_1\" data-google-query-id=\"COnKts3rqZADFW76DQkdHgEuGA\">\n<div id=\"google_ads_iframe_\/183,22445232565\/iqwiwo\/erfolg\/management\/artikel_3__container__\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aside-wrapper-element ng-star-inserted\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Mann, der ein Industrieunternehmen im Ruhrgebiet f\u00fchrte, nahm es mit dem Datenschutz wohl selbst nicht so genau. Bei einem Verbandstreffen, so der Verdacht, hatte er einem Konkurrenten die Entwicklungsunterlagen einer neuen Maschine zugesteckt. Der Aufsichtsrat sah damit Gesch\u00e4ftsgeheimnisse verraten und k\u00fcndigte ihm fristlos. Der Manager klagte gegen den Rauswurf \u2013 und machte sich, um den Druck zu erh\u00f6hen, dabei ausgerechnet die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zunutze: Die n\u00e4mlich sieht vor, dass Mitarbeiter von ihren Arbeitgebern alles in \u00adKopie herausverlangen d\u00fcrfen, wo ihr Name auftaucht: jede E-Mail, Reisekostenabrechnung, Personalakte, selbst Vorstandsprotokolle oder Pr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aside-wrapper-element ng-star-inserted\">\n<div id=\"attachment_687742\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687742\" class=\"size-thumbnail wp-image-687742\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hartung.juergen.oppenhoff-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hartung.juergen.oppenhoff-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hartung.juergen.oppenhoff-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/hartung.juergen.oppenhoff.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><p id=\"caption-attachment-687742\" class=\"wp-caption-text\">J\u00fcrgen Hartung (Foto: PR \/ Oppenhoff)<\/p><\/div>\n<p>Der Aufwand, all dies zusammenzutragen, ist enorm: E-Mail-F\u00e4cher m\u00fcssen durchforstet, diverse Abteilungen befragt werden. Will ein Unternehmen nicht jede gefundene Information herausgeben, um sie dem Anfragenden nicht in die H\u00e4nde zu spielen, werden heikle Passagen geschw\u00e4rzt und mitunter auch Rechtsanw\u00e4lte hinzugezogen. Die loten aus, was Unternehmen nicht herausr\u00fccken sollten und wie sie das rechtfertigen. Vor allem Mittelst\u00e4ndler seien entsetzt dar\u00fcber, wie viele Infos sie herausgeben m\u00fcssen und wie gro\u00df der Aufwand daf\u00fcr sei, sagt Datenschutzanwalt J\u00fcrgen Hartung von der Kanzlei Oppenhoff, der auch das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet ber\u00e4t. \u201eSie haben Sorge, dass ihre IT-Abteilung tagelang nichts anderes machen kann.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aside-wrapper-element ng-star-inserted\">\n<p><strong>Die Vierwochenfrist<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_687738\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687738\" class=\"size-thumbnail wp-image-687738\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2026\/03\/freshfields.werkmeister.christoph.2025-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-687738\" class=\"wp-caption-text\">Christoph Werkmeister (Foto: C. T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>Seit die DSGVO 2018 in Kraft getreten ist, hat sie sich mehr und mehr zu einem Instrument entwickelt, das Mitarbeiter im Streit mit ihrem Arbeitgeber nutzen. Der Aufwand, den der in der Verordnung verankerte Auskunftsanspruch f\u00fcr die Unternehmen bedeutet, treibt manch eine Abfindung in ungeahnte H\u00f6he, sagt Datenschutzanwalt Christoph Werkmeister, Chef eines 25-\u00adk\u00f6pfigen Spezialistenteams bei Freshfields. Neben Hartung z\u00e4hlt auch er zu den Top-Anw\u00e4lten, die es in das Kanzleiranking f\u00fcr Datenschutzrecht und IT der WirtschaftsWoche geschafft haben.<\/p>\n<h1>Unangenehme Fragen<\/h1>\n<\/div>\n<div>Ebenfalls teuer f\u00fcr die Unternehmen kann es werden, wenn diese sich nicht an die vierw\u00f6chige Frist halten, die die DSGVO vorsieht: Haben die Mitarbeiter die Daten dann nicht ausgeh\u00e4ndigt bekommen, kann es sein, dass diese sich an die zust\u00e4ndige Aufsichtsbeh\u00f6rde wenden, um ein Beschwerdeverfahren einzuleiten. So hat es Werkmeister mehrfach erlebt. Das erh\u00f6ht den Druck zus\u00e4tzlich: Denn die Datensch\u00fctzer stellen dann mitunter unangenehme Fragen, erkundigen sich etwa, ob mangelhafte Prozesse oder ein schlecht sortiertes System der Grund f\u00fcr die Verz\u00f6gerung und damit wom\u00f6glich noch weitere Daten ziemlich schlecht gesch\u00fctzt sind. \u201eDie Beh\u00f6rden decken im Zusammenhang mit Beschwerdeverfahren manchmal auch strukturelle Fehler im Unternehmen auf, da sie Informationen \u00fcber alle Praktiken zum Umgang mit Arbeitnehmerdaten bekommen. Wird ein Datenversto\u00df festgestellt, kann das ebenfalls zu Millionenbu\u00dfgeldern f\u00fchren\u201c, sagt Werkmeister.<\/div>\n<\/div>\n<h1><\/h1>\n<h1>\nJedes einzelne Dokument nachweisen<\/h1>\n<div class=\"wrapper paywall-position-top\">\n<p>Es ist die Aufgabe von Datenschutzanw\u00e4lten, solche Strafen abzuwenden. Dies ist m\u00f6glich, wenn dargelegt werden kann, dass das Unternehmen ausreichend Aufwand betrieben hat, um sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen \u00fcber den Mitarbeiter aus allen Abteilungen und IT-Systemen bei der Auskunft ber\u00fccksichtigt wurden. Dar\u00fcber hinaus muss f\u00fcr jedes Dokument im Einzelnen nachgewiesen werden, dass Informationen zum Beispiel wegen Geheimhaltungsinteressen nicht herausgegeben werden konnten, schildert der Jurist. Dabei handelt es sich etwa um Gesch\u00e4ftsgeheimnisse oder den Schutz von Whistleblowern.<\/p>\n<p>Dieser Fall ist einer der wenigen, der schon in letzter Instanz entschieden wurde \u2013 zugunsten des Autobauers Daimler, bei dem ein Mitarbeiter die Ergebnisse einer Complianceuntersuchung \u00fcber ihn verlangte. Vergeblich, so das Urteil. Ansonsten aber gilt laut Werkmeister: \u201eDie Beh\u00f6rden und Gerichte gewichten das Arbeitnehmerinteresse sehr hoch.\u201c Und so kommen Mitarbeiter \u00fcber den Auskunftsanspruch oft an wertvolle Informationen, die ihnen im Streit um eine K\u00fcndigung entscheidende Vorteile verschaffen \u2013 beispielsweise an E-Mails, in denen der Vorgesetzte \u00fcber sie gel\u00e4stert hat. Werkmeisters Beobachtung: \u201eJe \u00fcbler die Nachrede, desto h\u00f6her die Abfindung.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<h1>Wenn Unternehmen die Unterlagen bereinigen<\/h1>\n<div class=\"wrapper paywall-position-top\">\n<div class=\"iqdcontainer ng-star-inserted iqdad\" data-device=\"desktop\" data-placement=\"pos_3\">\n<div id=\"iqadtile99\" class=\"iqlabel iqlabel-left iqlabel-stdtxt iqadtile-space-tb iqdad\" data-placement=\"pos_3\" data-google-query-id=\"CNOfrc7rqZADFeBOagcdc7IQTg\">\n<div id=\"google_ads_iframe_\/183,22445232565\/iqwiwo\/erfolg\/management\/artikel_5__container__\">Um so etwas zu vermeiden, bereinigen Unternehmen immer \u00f6fter Unterlagen, die sie vorlegen \u2013 und begehen so den n\u00e4chsten Fehler. Denn die DSGVO schreibt auch vor, dass all jene, die Auskunft verlangen, diese vollst\u00e4ndig erhalten m\u00fcssen. Unterschlagen Firmen etwas, riskieren sie ebenfalls Bu\u00dfgelder bis 20 Millionen Euro oder bei Gro\u00dfunternehmen vier Prozent vom weltweiten Umsatz.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>So legte Medienberichten zufolge etwa die\u00a0<a class=\"topic-link\" href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/themen\/deutsche-bahn\" target=\"_self\">Deutsche Bahn<\/a>\u00a0einem langj\u00e4hrigen Manager, dem sie gek\u00fcndigt hatte und der daraufhin von seinem Auskunftsanspruch Gebrauch machte, nur unvollst\u00e4ndige Akten vor \u2013 mit dem Hinweis, die gesamten Unterlagen seien an einem sicheren Ort. Der Anwalt des Managers warf ihr gravierende Pflichtverletzungen beim Datenschutz vor. Weil die Streitigkeiten noch andauern, schweigt die Bahn.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"iqlabel iqlabel-left iqlabel-stdtxt iqadtile-space-tb iqdad\" data-placement=\"pos_4\" data-google-query-id=\"CJOD_M_rqZADFSb9DQkdgsk1tw\"><\/div>\n<div data-placement=\"pos_4\" data-google-query-id=\"CJOD_M_rqZADFSb9DQkdgsk1tw\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedarf der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Mitarbeiter den Arbeitgeber mit der DSGVO erpressen Im Streit um K\u00fcndigungen machen sich Mitarbeiter immer h\u00e4ufiger den Datenschutz zunutze. Wie damit umgehen? 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