{"id":686730,"date":"2025-09-23T06:00:34","date_gmt":"2025-09-23T04:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=686730"},"modified":"2025-09-23T04:25:57","modified_gmt":"2025-09-23T02:25:57","slug":"buchauszug-stephan-werhahn-europas-resilienz-fuer-frieden-freiheit-und-wohlstand-strategien-ueber-generationen-hinweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/09\/23\/buchauszug-stephan-werhahn-europas-resilienz-fuer-frieden-freiheit-und-wohlstand-strategien-ueber-generationen-hinweg\/","title":{"rendered":"Buchauszug Stephan Werhahn: \u201eEuropas Resilienz. F\u00fcr Frieden, Freiheit und Wohlstand \u2013 Strategien \u00fcber Generationen hinweg\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug <a href=\"https:\/\/german-iod.org\/mitglieder\/stephan-werhahn\/\">Stephan Werhahn:<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/www.beck-shop.de\/werhahn-europas-resilienz-frieden-freiheit-wohlstand\/product\/39409086\"><strong> \u201eEuropas Resilienz. F\u00fcr Frieden, Freiheit und Wohlstand \u2013 Strategien \u00fcber Generationen hinweg\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_686731\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686731\" class=\"size-full wp-image-686731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/koller.buch_.stephan-werhahn_c-Christian-Charisius-dpa-002.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/koller.buch_.stephan-werhahn_c-Christian-Charisius-dpa-002.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/koller.buch_.stephan-werhahn_c-Christian-Charisius-dpa-002-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/koller.buch_.stephan-werhahn_c-Christian-Charisius-dpa-002-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-686731\" class=\"wp-caption-text\">Stephan Werhahn (Foto: PR)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Benchmarking, voneinander lernen, kooperieren<\/h2>\n<p>Kooperation wird, um Europa zu einen, ein wichtiger Treiber. Viel k\u00f6nnen wir hier auf den untersten drei Ebenen erreichen \u2013 auf der Ebene der L\u00e4nder, der Kommunen und der B\u00fcrger. Der ehemalige franz\u00f6sische Ministerpr\u00e4sident Charles de Gaulle (1986\u20131970) hat daher bei seinem Besuch in D\u00fcsseldorf eingeladen, franz\u00f6sische Familien zu besuchen und miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Er soll ge\u00e4u\u00dfert haben: \u201eIl faut faire des bebes franco-allemand.\u201c<\/p>\n<p>1967 wurde daraufhin die erste St\u00e4dtepartnerschaft zwischen dem bretonischen Fonesnant und der nordrheinwestf\u00e4lischen Stadt Meerbusch gegr\u00fcndet. Heute k\u00f6nnen deutsche St\u00e4dte bis zu 10 andere Gemeinden als Partner haben, eine gute M\u00f6glichkeit, wie ich finde, in diese St\u00e4dte zu fahren, sich auszutauschen, \u00fcber alles zu reden und Benchmarking zu betreiben. Zu Themen wie der kommunalen Aufgabenerf\u00fcllung, zum Bau von Radwegen, zu M\u00fcllabfuhrkonzepten, zu Schulsystemen, zur Organisation von Kitas, zu regionalen Krankenpflege-Ans\u00e4tzen, zum Bauwesen und zur Mobilit\u00e4t ganz allgemein.<\/p>\n<p>Auf Landesebene k\u00f6nnte es einen \u00e4hnlichen Austausch geben, wo sich auf Kongressen Politiker verschiedener Bundesl\u00e4nder, Departements oder Provincias treffen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen bei diesen Treffen nicht kategorisch alle 27 Mitgliedsstaaten zusammenkommen, aber es sollten mindestens drei, besser sechs Vertreter europ\u00e4ischer Nationen anwesend sein, um einen neuen Trend zu entz\u00fcnden, der sich ausweiten und organisch wachsen kann.<\/p>\n<p>Auch k\u00fcnstlerische Wettbewerbe sollten europ\u00e4ischer ausgetragen werden und grunds\u00e4tzlich sollte es so etwas wie eine freie Fahrt f\u00fcr junge Leute zwischen 18 und 21 Jahren geben, auf allen Nah- und Fernstrecken der Bahn. Diesen Freifahrt-Schein schlug Dr. Benjamin Franke, der Chef der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, in seinem Vortrag am 17.12.2024 vor. Er solle dem Ziel dienen, dass es unter den jungen Leuten aus den verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern mehr Austausch g\u00e4be. Finanzier dieser Art von Erasmus Euro-Rail solle die Europ\u00e4ische Kommission sein, die dies, laut Franke, bei einer Laufzeit von drei Jahren eine Milliarde Euro kosten w\u00fcrde. Gleichzeitig k\u00f6nne so ein schnelleres und st\u00e4rkeres Zusammenwachsen m\u00f6glich werden, da gerade junge Leute sehr neugierig seien und viel Freude am Reisen und am Kennenlernen neuer Ziele haben. Doch meist scheitere dieses Unterfangen am finanziellen Budget der jungen Leute, das so abgefangen werden k\u00f6nnte, pl\u00e4dierte Franke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Voneinander lernen und erkennen, welches Erbe wir besitzen<\/h1>\n<p>Wollen wir unsere Kernkompetenz zur\u00fcckerobern, besitzt gerade Europa ein gro\u00dfes Verm\u00e4chtnis: Die Antike \u2013 hier wurde die Demokratie begr\u00fcndet, eine Vielzahl an Philosophen gingen aus ihr hervor sowie architektonische und literarische Meisterwerke. In der Renaissance hatten die Kunst, die Wissenschaft und die Literatur eine Bl\u00fctezeit. Gefolgt von der Aufkl\u00e4rung, die forderte, sich seines Verstandes zu bedienen, bis schlie\u00dflich die Moderne bahnbrechende technische und soziale Errungenschaften mit sich brachte. Etwa die Erfindung der Dampfmaschine, zu welcher der schottische Maschinenbauer James Watt (1736\u20131819) 1769 ein Patent anmeldete. Er verst\u00e4rkte den Wirkungsgrad, der vom englischen Erfinder Thomas Newcomen entwickelten Maschine, die im Kohlebergbau eingesetzt wurde. Ihrer beider Erfindung markiert den Beginn der Industrialisierung: Sie legte neben weiteren Erfindungen und Neuerungen wie der Einf\u00fchrung der Alterssicherung 1889 oder eines Betriebsrats 1920 den Grundstock unserer Zeit.<\/p>\n<p>Wissen, revolution\u00e4re Gedanken, Kunst und Erfindungen: Daf\u00fcr steht Europa. Welch anderer Kontinent hatte eine derartige Anzahl an brillanten K\u00f6pfen, Erfindern, Denkern und K\u00fcnstlern? Darunter Universalgelehrte wie der Philosoph und Naturforscher Aristoteles (384\u2013322 v. Chr.), der wiederum Sokrates, Demokrit, Pythagoras, Epikur, aber auch Immanuel Kant oder Descartes inspiriert hat. Der Mathematiker und Physiker Archimedes (287\u2013212 v. Chr.) erfand nicht nur die Integralrechnung, die Zahl Pi und den Flaschenzug, sondern er berechnete auch Inhalte und Fl\u00e4chen von K\u00f6rpern. Auf ihn geht der Ausruf: \u201eHeureka!\u201c zur\u00fcck. Er besagt: \u201eIch hab\u00b4s gefunden\u201c \u2013 n\u00e4mlich wie der Goldgehalt eines Goldst\u00fccks zu berechnen sei. Diesen Zusammenhang erkannte er in der Badewanne. Dort fiel ihm die Verdr\u00e4ngung des Wassers durch das Gewicht seines K\u00f6rpers auf, und weil ihn das so bewegte, lief er, so die Legende, voller Freude, nackt und \u201eHeureka!\u201c rufend durch Syrakus.<\/p>\n<p>In die Riege der Universalgenies reiht sich auch der Maler, Naturwissenschaftler und Mechaniker Leonardo da Vinci (1452\u20131519). Aufgrund der mangelnden technischen M\u00f6glichkeiten konnten viele seiner Konstruktionen allerdings erst sp\u00e4ter verwirklicht werden. Der Dichter und Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749\u20131832) war weniger Ingenieur, sondern begeisterter Naturwissenschaftler und mit allen Str\u00f6mungen seiner Zeit vertraut, weil er neugierig war, viel reiste und sich mit anderen austauschte. So hat der Dichterf\u00fcrst den Naturforscher Alexander von Humboldt (1769\u20131859) w\u00e4hrend dessen Aufenthalts in Jena nicht nur in seinen Anatomieturm begleitet und dort mit ihm Insekten und W\u00fcrmer seziert, sondern auch seine geologischen Studien fortgesetzt und zusammen mit ihm einen optischen Apparat entwickelt. Mit diesem gelang es, Licht zu brechen und die Lumineszenz von Phosphor zu untersuchen. Die Begegnung leitet eine der produktivsten Schaffensphasen Goethes ein: Er begann zeitgleich an der Verserz\u00e4hlung \u201eHermann und Dorothea\u201c zu schreiben und befasste sich erneut mit seinen Theorien zu Optik und Farbe.<\/p>\n<p>\u201eUnsere kleine Akademie\u201c nannte Goethe ihre Denkgemeinschaft, der auch Friedrich Schiller (1759-1805) angeh\u00f6rte. Regelm\u00e4\u00dfig trafen sich die drei in Schillers Haus, wo sie sich aus ihren Werken vorlasen und dar\u00fcber diskutierten. Allerdings teilte nur Goethe die naturwissenschaftliche Neugier Humboldts, w\u00e4hrend alle drei die Grundfrage einte: \u201eWie ist Erkenntnis m\u00f6glich?\u201c W\u00e4hrend der Aufkl\u00e4rung betrachtete man die beiden Pole der Innen- und Au\u00dfenwelt als komplett voneinander verschieden, doch warfen neue Denktheorien andere Gedanken darauf, wie sie Goethe dann auch in seiner Farbtheorie aufgriff. Humboldt dagegen war erst von den Thesen des gro\u00dfen Philosophen der Vernunft Immanuel Kant begeistert, entschied sich dann mehr und mehr f\u00fcr die Betonung der Subjektivit\u00e4t, wie Goethe auch. \u201eDie Zeit in Jena f\u00fchrte ihn von der rein empirischen Forschung zu seiner eigenen Deutung der Natur (\u2026) Humboldt hatte sich lange den Methoden der Aufkl\u00e4rung verschrieben \u2013, aber jetzt begann er, individueller Wahrnehmung und Subjektivit\u00e4t mehr Bedeutung einzur\u00e4umen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Beispiele sollen zeigen, dass Inspiration, Neugier an den Ideen anderer, Kooperation und Dazulernen ein gro\u00dfer Hebel sein k\u00f6nnen. Selbst Universalgenies dachten nicht in Silos, sondern waren stark an Austausch interessiert, auch wenn Schiller Bedenken hegte, dass Goethe sich zu sehr den Naturwissenschaften widmen k\u00f6nnte und dann weniger als Literat, der neue Stilformen und Bewegungen anstie\u00df, ihm ein wichtiger Sparringspartner sein w\u00fcrde. Das war nicht der Fall, stattdessen profitierten alle von den Werken \u2013 auch heute noch. Goethes Farbtheorie \u00fcbrigens entstand aus Lust an der Forschung und am Austausch und nicht, um damit Geld zu verdienen. Sie entstand intrinsisch motiviert, aus sich heraus wirken und Dinge verbessern wollen, das sollte auch unser Anliegen wieder st\u00e4rker werden und wir sollten Anregungen schaffen, die uns zusammen zum Weiterdenken einladen.<\/p>\n<p>Das hat eine gro\u00dfe Kraft und wirkt als Motor, um Zukunft zu gestalten und f\u00fcr die Herausforderungen, denen wir uns demografisch, wirtschaftlich und als Gemeinschaft gegen\u00fcbersehen, L\u00f6sungen zu finden. Indem wir neugierig darauf sind, was andere machen, von ihnen lernen und uns weiterentwickeln. Gerade rund um die dringlichen Bereiche nachhaltige, gemeinschaftliche Mobilit\u00e4ts- und Lebensformen und bewusster Umgang mit Ressourcen. Mit dem Fokus auf vorbildliche Team-Arbeit zwischen erster und zweiter Ebene, hier erste Vorangeher und wie deren Gedanken zum Teil \u00fcber Europa hinweg weitere Projekte initiierten.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>Inspirierende Vorbilder: Leuchtturmprojekte innerhalb Europas<\/h1>\n<p>Bislang hat die EU als Vorreiter in Sachen Klimaschutz seit 1990 seine Emissionen um 32,5 Prozent reduziert. Gro\u00dfbritannien hat seine sogar um 48,7 Prozent gesenkt. Dennoch wird die EU ihre Ziele als erster Kontinent bis 2030 klimaneutral zu werden, vermutlich verfehlen. Auch wenn die Kommerzialisierung von Solar- und Windkraftanlagen vorangetrieben wird. Gleichzeitig haben sich die Staaten im Pariser Abkommen verpflichtet, einen nationalen Reduktionsbeitrag (NDC) festzulegen, dies zu dokumentieren und \u00f6ffentlich zu machen, auch China und die USA haben dieses Abkommen unterzeichnet. Doch will China erst im Jahr 2030 gezielt an seine Emissionen gehen und plant, bis 2060 klimaneutral zu sein.<\/p>\n<p>Da das Klimaproblem aufgrund globaler Emissionen ein globales Problem ist, ist es in den Augen des Wirtschaftswissenschaftlers und Direktors am Max-Planck-Institut in Bonn Prof. Axel Ockenfels ein \u201eKooperationsproblem\u201c. Weil L\u00e4nder wie China und die USA statt den Aussto\u00df zu drosseln, nur noch mehr Emissionen erzeugen, was uns allerdings nicht dazu verleiten sollte, gem\u00e4\u00df des \u201eDrop-in-the-Ocean\u201c-Arguments zu verfahren. Das wird nicht nur in internationalen Debatten unter Staatsm\u00e4nnern ge\u00e4u\u00dfert, sondern auch unter B\u00fcrgern, in Foren, bei Stammtischen und gemeinsamen Abendessen mit Freunden, wobei gerne mal anklingt, dass man ja sowieso nichts ausrichten k\u00f6nne, wenn nicht alle mitmachen. Ein Argument, das im \u00dcbrigen vom Bundesverfassungsgericht zur\u00fcckgewiesen wurde: \u201eDie Richterinnen und Richter hielten fest, dass sich Deutschland dem verfassungsrechtlichen Gebot, Klimaschutzma\u00dfnahmen zu ergreifen, nicht durch den Hinweis auf Treibhausgasemissionen in anderen Staaten entziehen kann. Stattdessen, so das Bundesverfassungsgericht, soll Deutschland durch eigenes Handeln internationales Vertrauen st\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also daran festhalten, auch wenn es unserer Kernindustrie gerade neben vielen anderen Themen einiges abverlangt, und darauf vertrauen, dass der Kooperationsgedanke Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Wir m\u00fcssen andere st\u00e4rker zum Mitmachen motivieren, schl\u00e4gt Ockenfels auf der Jahreshauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft 2024 vor und pl\u00e4diert daf\u00fcr, dass wir bei uns selbst anfangen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Tats\u00e4chlich gibt es viele gute und nachahmenswerte Projekte, die versuchen, die hochgesteckten Ziele f\u00fcr die Zukunft und unseren Planeten zu erreichen. Wer sich f\u00fcr den Planeten engagiert, zeigt F\u00fcrsorge, Mitgef\u00fchl und tr\u00e4gt damit zum Frieden bei. Das mag sich f\u00fcr einige von Ihnen m\u00f6glicherweise blau\u00e4ugig anh\u00f6ren. Doch ich finde, dass das ein gro\u00dfer Beitrag ist, den wir f\u00fcr uns und f\u00fcr andere leisten k\u00f6nnen \u2013 zum Wohle aller \u2013 als <em>common good<\/em>. Selbst wenn es gerade so scheint, als w\u00fcrde der Klimaschutz durch die neuerlichen Expansionsgel\u00fcste der Gro\u00dfm\u00e4chte an Bedeutung verlieren, m\u00fcssen wir unter eine Steigerung der Erderw\u00e4rmung von 1,5 Grad kommen.<\/p>\n<p>Interessanterweise sind die Hauptverursacher dieses Wandels zuf\u00e4llig identisch mit den Gro\u00dfm\u00e4chten, die sich im Moment andere Einflusssph\u00e4ren unter den Nagel rei\u00dfen wollen. Sie t\u00e4ten besser daran, ihre Klimaziele zu erreichen. Was k\u00f6nnte passieren, wenn wir hier alle an einem Strang ziehen w\u00fcrden!?<\/p>\n<p>Im Moment sind es aber eher die Start-ups, manch ein Unternehmen und vor allem St\u00e4dte, Gemeinden und B\u00fcrger, die neue Wege gehen. Die hier vorgestellten Ans\u00e4tze sind zum Teil kleine Ideen, die in der Summe wirken, insbesondere wenn mehr und mehr Kommunen und Menschen sie \u00fcbernehmen und umsetzen. Denn selbst wenn internationale Bestrebungen von einer WCRO getragen und entschieden werden m\u00fcssten, sind es auch die regionalen und lokalen Initiativen und Impulse, die einen Unterschied machen. Handeln macht stark und packt Dinge an, die sich ausbreiten und Bewegungen starten. Dazu braucht es keine Mehrheit, es braucht mutige Vorangeher. Und eine kritische Masse reicht, das sehen wir immer wieder mal in der einen oder anderen Richtung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Urbaner Verkehr<\/h4>\n<p>Luxemburg setzt bei der \u00f6ffentlichen Mobilit\u00e4t Zeichen: Um seinen Bewohnern, aber auch um Touristen \u00f6ffentliche Mobilit\u00e4tsangebote schmackhaft zu machen, ist der \u00f6ffentliche Nah- und Fernverkehr dort seit Februar 2020 kostenlos. Diesem weltweit bis dahin einzigartigen Modell folgten in der Zwischenzeit Genf und der Kanton Luzern. Denn gerade beim \u00f6ffentlichen Nah- und Fernverkehr l\u00e4sst sich viel CO\u2082 einsparen.<\/p>\n<p>Allein in Deutschland pendeln t\u00e4glich 30 Millionen Menschen von zu Hause zum Arbeitsplatz. Mehr als zwei Drittel nutzen daf\u00fcr das Auto, wovon 94 Prozent der Fahrer alleine in seinem Pkw sitzt, w\u00e4hrend die restlichen Pl\u00e4tze frei bleiben. B\u00fcndelt man diese Fahrten, entsteht logischerweise auch weniger sch\u00e4dliches Klimagas.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Kommunale Carpool-Konzepte<\/h5>\n<p>Um einen Anreiz f\u00fcr gemeinsames Pendeln zum Arbeitsplatz zu schaffen, ist die kommunale Fahrgemeinschaftsplattform Pendla f\u00fcr Nutzer kostenlos. Sie wird von den beteiligten Gemeinden \u201eim Rahmen der Daseinsvorsorge und des Umweltschutzes\u201c, wie es auf der Webseite des Unternehmens hei\u00dft, zur Verf\u00fcgung gestellt. Anders als die etablierte Online-Mitfahrzentrale Blablacar, die auf Gelegenheitsfahrten mit l\u00e4ngeren Fahrzeiten ausgelegt ist, ist Pendla oder auch die \u00f6sterreichische Alternative Ummadum im kommunalen Bereich auf t\u00e4gliche Fahrten mit kurzen Distanzen ausgerichtet. Ummadum kooperiert dabei mit derzeit 120 Partnern \u2013 Unternehmen, Initiativen und Tourismusverb\u00e4nden wie Land Tirol, \u00d6ztal, Novatis, Swarovski, Energie Steiermark, Fraunhofer Italia etc. Um Nutzer zu gewinnen, arbeiten die Partner mit Gutscheinen, Rabatten und firmeninternen Belohnungen, die an 2500 Annahmestellen eingel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Goflux ist im Rheinland gar in die Mitfahrangebote des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg integriert und so hofft Goflux auf Verh\u00e4ltnisse wie beim gro\u00dfen Vorbild Frankreich. Dort sind unter anderem in Rouen, aber auch in der s\u00fcdfranz\u00f6sischen Studentenstadt Montpellier und in der Region Ile-de-France rund um Paris das kostenlose Mitfahren von \u00d6PNV-Nutzer bereits Realit\u00e4t. Knapp eine Million Fahrgemeinschaften kommen in Frankreich t\u00e4glich zustande. Bis 2027 will das franz\u00f6sische Verkehrsministerium die Zahl auf drei Millionen steigern und nimmt daf\u00fcr Geld in die Hand: Zum einen werden die Kommunen bei der Finanzierung der Fahrgemeinschaften unterst\u00fctzt, zum anderen werden neue Nutzer mit einem Bonus von bis zu 100 Euro gelockt. Mit finanziellen Anreizen arbeitet auch das Unternehmen Flexum seine Mitarbeiter zum gemeinsamen Autofahren zu motivieren: mit Einkaufsgutscheinen im Wert von bis zu 30 Euro und die Gemeinde legt nochmal 10 Euro drauf, da die Kommune bei Ummadum mitmacht.<\/p>\n<p>Um die letzte Meile zu \u00fcberbr\u00fccken oder nach der Ankunft am Zielort schnell weiterzukommen, kann \u00fcber die Mobility-Apps Jelbi in Berlin einen Leihwagen, ein Taxi oder ein Zweirad gebucht werden. In M\u00fcnchen, Frankfurt, Hamburg und K\u00f6ln ist das \u00fcber das Portal Free2move m\u00f6glich, einen amerikanischen Wettbewerber, der Carpooling in europ\u00e4ischen und in US-amerikanischen Ballungsgebieten anbietet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Fahrradst\u00e4dte und die F\u00f6rderung des Alltagsfahrradverkehrs<\/h5>\n<p>Im Moment liegt der Anteil des Fahrradverkehrs auf sogenannten Alltagsstrecken bis 30 Kilometer bei 13 Prozent in Deutschland. Bis 2030 soll er sich auf 15 Prozent erh\u00f6hen, und bis 2035 k\u00f6nnte er 45 Prozent im Vergleich zum \u00fcbrigen Verkehr betragen. Damit lassen sich 19 Millionen CO\u2082 im Jahr einsparen.<\/p>\n<p>Dass ein h\u00f6herer Fahrradanteil im Alltagsverkehr m\u00f6glich ist, zeigen St\u00e4dte wie M\u00fcnster (47 Prozent) oder Oldenburg (43 Prozent). Nicht zu vergessen L\u00e4nder wie Niederlande und Belgien oder die d\u00e4nische Stadt Kopenhagen, die einen kostenlosen Fahrradverleihservice anbietet. Laut Fraunhofer-Institut k\u00f6nne auch Deutschland zum Fahrradland werden, etwa durch die Verdreifachung des Radwegenetzes \u2013 am besten l\u00fcckenlos und vom Autoverkehr getrennt und in der Stadt durch Schaffung von mehr Tempo-30-Zonen. Um f\u00fcr solche Ans\u00e4tze die richtigen L\u00f6sungen zu finden, ist es wichtig, Dinge zu testen und die Akzeptanz auszuloten, findet Peter Zeile. Er ist Senior Researcher f\u00fcr Stadtquartiersplanung und Teil der Urban-Emotions-Initiative am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie. Denn: Es ginge nicht darum, nur zu schauen, an welchen Kreuzungen es zu Unf\u00e4llen komme, sondern auch darum, wo das Stresslevel im Stra\u00dfenverkehr bei Fahrradfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern besonders hoch sei. Um die Akzeptanz f\u00fcr neue Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen herauszufinden, schl\u00e4gt der Forscher Pop-up-Fahrradstreifen vor, zeitlich begrenzte Stra\u00dfensperrungen, \u00d6PNV-Aktionen oder Parkpl\u00e4tze, die im Sommer zur Caf\u00e9-Terrasse werden. Auch in Paris hat man zum Beispiel das Seine-Ufer erst einmal testweise gesperrt. Das fand Anklang und daraufhin wurde eine dauerhafte Sperrung im Stadtrat beschlossen.<\/p>\n<p>Ein Problem bei neuen Mobility-Konzepten ist jedoch, dass die meisten deutschen St\u00e4dte historisch gewachsen sind. So verlaufen die Stra\u00dfen etwa in Karlsruhe sternf\u00f6rmig vom Schloss weg. Das l\u00e4sst sich nicht mehr \u00e4ndern. Daher ist es nicht einfach, Projekte anderer St\u00e4dte miteinander zu vergleichen. Aus diesem Grund m\u00fcsse jede Stadt die Mobilit\u00e4tsl\u00f6sung finden, die zu ihr passt, meint Prof. Florian Koch gegen\u00fcber dem Magazin \u201et3n\u201c. Koch ist Experte f\u00fcr Stadtentwicklung, Smart Cities und Immobilien-Management an der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Berlin. Gleichzeitig gibt es immer kreative L\u00f6sungen: Um in Zukunft schneller bessere Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen, arbeiten die St\u00e4dte M\u00fcnchen, Hamburg und Leipzig schon heute beim Projekt Connected Urban Twins zusammen. Gemeinsam bauen sie an einem digitalen Zwilling ihrer Stadt. Er soll helfen, schnellere Entscheidungen herbeizuf\u00fchren sowie Tests und neue L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Auch das Start-up plan4better will dar\u00fcber mehr Klarheit schaffen. Via Daten zu Radwegen, Sharing-Stationen, Gastronomie, Unf\u00e4llen im Stra\u00dfenverkehr oder Umfragen unter Nutzern ermittelt es beispielsweise die Bereitschaft der B\u00fcrger, etwa aufs Autos zu verzichten. Das hei\u00dft, wie weit m\u00fcsste der Fahrradweg von ihrem zu Hause entfernt sein, damit sie auf die Alternative Rad ausweichen w\u00fcrden. Ich selbst fahre seit ca. sieben Jahren auch in der Stadt M\u00fcnchen Rad. Weil ich einen Beitrag leisten wollte, um weniger Verkehrsraum zu verbrauchen und trotzdem schnell ans Ziel zu kommen. Ich vermeide so, im Stau zu stehen, einen Parkplatz ergattern zu m\u00fcssen, riskiere aber, von pl\u00f6tzlichen Wetter\u00e4nderungen \u00fcberrascht zu werden. Leider hat sich das Radfahren \u2013 insbesondere mit E-Bike \u2013 bei mir schon zweimal als sehr gef\u00e4hrlich erwiesen, weil beispielsweise bei Dunkelheit kleine Spurrillen, Hindernisse oder Begrenzungsleisten der Fahrradspur von mir \u00fcbersehen wurden und ich schwer gest\u00fcrzt bin. Die daraus resultierenden Schmerzen bei Rippenprellungen oder Kopfverletzungen w\u00fcnsche ich niemandem.<\/p>\n<p>Um schnell auch gr\u00f6\u00dfere Entfernungen zu \u00fcberwinden, nehme ich aber auch meine Vespa oder den \u00f6ffentlichen Nahverkehr.<\/p>\n<p>Autonomen Fahrradl\u00f6sungen stehen die Forscher \u00fcbrigens kritisch gegen\u00fcber. Allerdings meint Experte Koch, dass autonome Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen wie ein Flugtaxi vor allem in l\u00e4ndlichen Regionen Sinn mache, um echte L\u00fccken zu schlie\u00dfen. Daf\u00fcr sei eines wichtig, so der Wissenschaftler: dass die Regionen und L\u00e4nder ihre Erkenntnisse teilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>St\u00e4dtebegr\u00fcnung und Superblocks<\/h4>\n<p>Um eine bessere Luft- und Lebensqualit\u00e4t zu schaffen, aber auch zum Schutz vor Starkregen und Winden ebenso wie vor Hitze haben gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte begonnen, mit B\u00e4umen und Gr\u00fcnanlagen gegenzusteuern. Auch mein Gro\u00dfvater Konrad Adenauer hat sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg f\u00fcr \u00d6kologie und Lebensqualit\u00e4t eingesetzt. Als neu ernannter Oberb\u00fcrgermeister sprach er sich dagegen aus, den Gr\u00fcng\u00fcrtel \u2013 ein gro\u00dfes Wald- und Erholungsgebiet rund um die K\u00f6lner Innenstadt \u2013 abzuholzen. Das n\u00e4mlich verlangte der britische Hochkommissar, um Brennstoff f\u00fcr den Winter zu haben.<\/p>\n<p>Er hat damals schon angemahnt, an die Kinder und Kindeskinder zu denken und ihnen den Zugang zu \u201eunber\u00fchrter Natur\u201c innerhalb der Stadt zu erm\u00f6glichen. Andernfalls w\u00fcrde K\u00f6ln zu einer \u201eSteinw\u00fcste\u201c degenerieren, zu einem \u201eendlosen H\u00e4usermeer ohne Licht und ohne Gr\u00fcn\u201c. Es gehe hierbei um eine \u201eLebensfrage K\u00f6lns\u201c, f\u00fchrte er auch gegen\u00fcber der Presse aus. K\u00fcnftig sollte es einmal einen breiten G\u00fcrtel mit W\u00e4ldern, Wiesen und Feldern geben, der ganz K\u00f6ln umschlie\u00dft. In diesem Gr\u00fcng\u00fcrtel waren Sportanlagen, Spielpl\u00e4tze und Schwimmb\u00e4der geplant, dazu Waldschulen, Tageserholungsheime sowie Luft- und Sonnenb\u00e4der. Er betonte weiter, dass das hier investierte Geld keineswegs verloren sei, sondern \u2013 im Gegenteil \u2013 \u201ereichen Zins bringen werde\u201c. Und dies dadurch, so Adenauer, dass die Menschen weniger krank w\u00fcrden und dass ihnen viel k\u00f6rperliches und seelisches Leid erspart bliebe, wenn sie nur den Zusammenhang mit der Natur wiederf\u00e4nden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnanlagen und Sportst\u00e4tten w\u00fcrden sich, da war sich mein Gro\u00dfvater sicher, auf lange Sicht unbedingt rentieren, da die Stadt viel Geld sparen werde, das sie sonst in Krankenh\u00e4user, Altersheime und auch in Gef\u00e4ngnisse investieren m\u00fcsste. K\u00f6ln solle eine gesunde und wohnliche Stadt werden, nur dann k\u00f6nne es letztlich auch eine bl\u00fchende Handels- und Verkehrsstadt bleiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Zeit (ca. 1925 bis 1946), in der von \u00d6kologie noch keine Rede war, muten solche Gedanken erstaunlich modern an. Sie lassen au\u00dferdem eine Seite Adenauers ahnen, die sonst meist hinter einer harten Schale verborgen blieb. In jedem Fall weigerte er sich als provisorisch von den Alliierten eingesetzter Oberb\u00fcrgermeister von K\u00f6ln kategorisch gegen\u00fcber den Bestrebungen des britischen Hochkommissars und entschied die Sache f\u00fcr die gr\u00fcne Lunge K\u00f6lns. Daf\u00fcr hat der Hochkommissar Adenauer 1946 aber fristlos entlassen, wegen zu gro\u00dfer \u201eEigenst\u00e4ndigkeit Adenauers\u201c, weshalb sich Adenauer dann alternativ 1946 bis 1949 um die Gr\u00fcndung und den Aufbau einer neuen christlichen Partei \u2013 der CDU \u2013 widmen konnte.<\/p>\n<p>Damit erf\u00fcllte er sich einen Traum, den er schon 1923 auf dem Deutschen Katholikentag in M\u00fcnchen als dessen Pr\u00e4sident ge\u00e4u\u00dfert hatte, dass man die evangelischen und die katholischen Christen in einer geeinten christlichen Partei, der sp\u00e4teren CDU, zusammenf\u00fchren sollte. Kardinal Faulhaber war \u00fcbrigens strikt dagegen. Dann w\u00e4ren die Weimarer Zeiten mit dem Aufstieg der NSDAP anders verlaufen.<\/p>\n<p>Nun aber zur\u00fcck in die Zukunft: Begr\u00fcnung ist heute nicht nur innerhalb der St\u00e4dte ein Thema, sondern wird auch an Hausfassaden und D\u00e4chern \u2013 Stichwort Gr\u00fcndach und Urban Gardening \u2013 umgesetzt, ebenso wie an Bushaltestellen. Mit dem Ziel, die Luftqualit\u00e4t zu verbessern. Vermutlich stammt der Gedanke der Fassadenbegr\u00fcnung aus Gro\u00dfbritannien. Das milde Golfstromklima machte es im s\u00fcdlichen und mittleren England leicht, an Schl\u00f6ssern, Landsitzen, Kirchen und Bauernh\u00e4usern gr\u00fcne Ranken wachsen zu lassen. Ihrem Beispiel folgten Hausbesitzer und G\u00e4rtner in Frankreich, Deutschland, \u00d6sterreich, in der Schweiz und in den Benelux-Staaten, ebenso wie in vielen s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Staaten bis hin zur Ukraine.<\/p>\n<p>In London geht die Begr\u00fcnung neuerdings einen Schritt weiter, indem immer mehr sogenannte \u201eessbare Bushaltestellen\u201c angelegt werden. Wartende k\u00f6nnen dort Gem\u00fcse und essbare Pflanzen ernten. Ein Projekt, das seinen Vorg\u00e4nger in der <em>edible City<\/em> hat. Auch wieder eine Bewegung, die in Gro\u00dfbritannien startete. Pam Warhust und Mary Clear begannen 2008 in Todmorden in der englischen Grafschaft West Yorkshire Gem\u00fcse f\u00fcr alle anzubauen. Ihre Idee, f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung und mehr Miteinander in der Stadt zu sorgen, fand schnell Nachahmer. Bereits 10 Jahre sp\u00e4ter hatten sich im <em>Incredible Edible Network UK<\/em> mehr als 100 Gruppen miteinander vernetzt. Es gab weltweite Initiativen, Programme und Projekte unter diesem Namen. Sogar bis nach Toronto verbreitete sich der Gedanke und wird dort von der Stadt gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ebenso in Kassel, der ersten deutschen Stadt, die im Mai 2009 zur \u201eEssbaren Stadt\u201c wurde, gefolgt von Andernach. Die Stadt Andernach stellte ihr Projekt 2014 bei der \u201eInternationalen Gr\u00fcnen Woche Berlin\u201c vor und durch eine Vielzahl von Presseberichten machte das Modell bundesweit Schule. Seitdem w\u00e4chst die Zahl der St\u00e4dte, Gemeinden und Bezirke, die sich\u00a0<em>essbar<\/em>\u00a0nennen, rapide. Heute gibt es mehr als 100 deutsche St\u00e4dte, die diesem Vorbild folgten. Sie wollen damit die Anpassungsf\u00e4higkeit der Stadt und des Umlandes an sich ver\u00e4ndernde globale Bedingungen wie Klimawandel und Energiearmut f\u00f6rdern, indem sie Kulturpflanzen anbauen und f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige lokale Nahrungsmittelprodiktion sorgen, andere zum regionalen Selbstversorgen animieren und sie mit gartenbaulichen und erzeugnisverarbeitenden Kulturtechniken vertraut machen. Gleichzeitig werden der Austausch und die Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Bildungsinstitutionen und Stadtbewohnern gepflegt und neue Lebensr\u00e4ume geschaffen.<\/p>\n<p>Mit dem Hinweis: \u201ePfl\u00fccken erlaubt\u201c kann oftmals jeder zugreifen. Und viele B\u00fcrger werden so auf die Initiative aufmerksam, deren Umsetzung in Deutschland von wenigen Pflanzk\u00fcbeln und Beeten \u00fcber G\u00e4rten bis hin zur Landschaftsgestaltung reicht. Wie weit man dabei gehen kann, zeigt Toronto: In der kanadischen Metropole geh\u00f6ren neben Kleing\u00e4rten, Gemeinschaftsg\u00e4rten, solidarischer Landwirtschaft, Food-Coops und Bauernm\u00e4rkten auch Bildungsprogramme f\u00fcr Kinder, Rezeptsammlungen, fleischfreie Montage, Tipps f\u00fcr den Anbau im Privatgarten und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung dazu.<\/p>\n<p>Bei essbaren St\u00e4dten k\u00f6nnen kommerzielle und nichtkommerzielle Nutzung verschmelzen, \u00f6ffentliche und private Fl\u00e4chen, gemeinschaftliche und individuelle Aktivit\u00e4ten, Freizeit- und Berufsg\u00e4rtnerei, Stadt und Umland, Nutzpflanzen und \u00c4sthetik, Landwirtschaft und Biodiversit\u00e4t. Das Singapurer Unternehmen <em>ediblegarden city<\/em> griff diese Idee auch auf. Es entwirft, baut und erh\u00e4lt G\u00e4rten f\u00fcr Restaurants, Hotels, Firmen, Rooftops und Wohnanlagen, um den Selbstversorgeranteil innerhalb der St\u00e4dte zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Sogenannte Superblocks lie\u00dfen sich zum Teil auch von diesem Gedanken inspirieren, wenngleich sie aus einer Notwendigkeit heraus entstehen \u2013 an Orten hoher Bev\u00f6lkerungsdichte mit wenig Gr\u00fcn und gesundheitsgef\u00e4hrdender L\u00e4rm- und Luftbelastung durch den Stra\u00dfenverkehr. Diese Rahmenbedingungen zwangen die Stadtverwaltung in Barcelona zum Handeln, sodass dort 2017 ein erster Superblock entstand. Pate f\u00fcr diese Idee war Salvatore Rueda, seines Zeichens Biologe, Psychologe und Umweltingenieur. Er gab das Konzept der Superblocks vor, bei dem drei mal drei H\u00e4userblocks zusammengelegt werden und der Kfz-Verkehr neu organisiert wird. Mithilfe von Diagonalsperren und Einbahnstra\u00dfen werden Autos am Durchqueren gehindert, sodass die Anwohner nur noch zu Fu\u00df, mit dem Rad und mit dem Auto an bestimmten Zugangswegen in Schrittgeschwindigkeit ein- und ausfahren d\u00fcrfen. Die dadurch gewonnene Fl\u00e4che wurde mit B\u00e4umen bepflanzt, mit Blumenk\u00fcbeln versehen, mit Parkb\u00e4nken und Tischtennisplatten etc. Dadurch wurden die Stra\u00dfen zum ausgelagerten Wohnzimmer der Anwohner \u2013 mit mehr frischer Luft und Raum f\u00fcr Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es von manch einem Anwohner und den anrainenden Gesch\u00e4ftsleuten Widerst\u00e4nde, doch haben sich deren Bef\u00fcrchtungen, ihr Gesch\u00e4ft k\u00f6nne durch die Neustrukturierung leiden, nicht best\u00e4tigt. Im Gegenteil. Die Zahl der lokalen L\u00e4den stieg um 30 Prozent. Auch weil man versuchte, Kleingewerbe zu f\u00f6rdern, Begegnungsst\u00e4tten und eine Reparaturkultur zu etablieren.<\/p>\n<p>Wegen des integrativen Ansatzes diskutiert man in Barcelona weitere infrastrukturelle Elemente und die F\u00f6rderung von B\u00fcrgerenergiegenossenschaften zur dezentralen Stromerzeugung (Stichwort Energy Sharing). Gleichzeitig hat die Stadtregierung bereits zwischen 2015 und 2023 sogenannte\u00a0Care-Superbl\u00f6cke (<em>Superilles de les Cures<\/em>) eingerichtet, um auch die ambulanten und h\u00e4uslichen Pflegedienste gem\u00e4\u00df lokaler und nachbarschaftlicher Nahversorgung zu organisieren. Durch das Programm waren jeweils 12\u00a0Pflegefachkr\u00e4fte etwa 50 Pflegebed\u00fcrftigen im gleichen Einzugsgebiet zugeordnet. Das verschaffte den Pflegenden k\u00fcrzere Arbeitswege und mehr Freiheit in ihrer Arbeitsplanung, den zu Pflegenden eine stabilere Bezugsgruppe und individuellere Betreuungsm\u00f6glichkeiten.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Weil die Idee der \u201eSuperblocks\u201c so zeitgem\u00e4\u00df, nachhaltig und erfolgreich ist, fand sie viele Nachahmer. Ewa in Berlin mit den \u201eKiezblocks\u201c, von denen mittlerweile 29 St\u00fcck existieren. Im Herbst 2025 soll in M\u00fcnchen auf der Schwanthalerh\u00f6he ein solches Areal geschaffen werden und zeitgleich im 10. Bezirk in Wien ein sogenanntes \u201eSupergr\u00e4tzl\u201c. Durch die geplante Verkehrsberuhigung k\u00f6nnen in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt 60 neue B\u00e4ume gepflanzt werden, 94 Gr\u00fcnfl\u00e4chen entstehen, breite Gehwege, Gemeinschaftsbeete, Sitzgelegenheiten und Spielm\u00f6glichkeiten. Und weil der Asphalt gegen Pflastersteine ersetzt wird, wird es neben dem vielen Gr\u00fcn auch wesentlich k\u00fchler im Sommer und die Luft nicht so verschmutzt sein.<\/p>\n<p>Die Stadt der Zukunft kommt nicht dem Versuch gleich, sie am Rei\u00dfbrett zu entwerfen, wie das in Saudi-Arabien mit <em>The Line<\/em> passierte. Ein St\u00e4dtebauprojekt, das entlang einer einzigen Stra\u00dfe aufgebaut wurde, oder mit Toyotas Woven City. Denn in den Augen von Tim Rieniets, Professor an der Leibnitz Universit\u00e4t Hannover im Bereich Stadt- und Raumentwicklung, ist es wichtig, dass St\u00e4dte sich, wie wir das seit Jahrtausenden kennen, netzf\u00f6rmig entwickeln und organisch wachsen k\u00f6nnen. <em>The Line<\/em> ist in seinen Augen nichts anderes \u201eals ein Hochhaus, das man auf die Seite gekippt hat, und mehr wird dieses Projekt auch nicht leisten k\u00f6nnen. Eine Stadt ist das definitiv nicht\u201c, so sein Urteil. Wirklich zukunftsf\u00e4hig wird eine Stadt dann, wenn sie den Anforderungen des Klimawandels gerecht wird, glaubt der Experte. Mit mehr k\u00fchlendem Gr\u00fcnraum, mit mehr Versickerungs- und weniger w\u00e4rmespeichernden Oberfl\u00e4chen. Gleichzeitig gilt es, den Verkehr vertr\u00e4glicher und umweltfreundlicher zu organisieren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen (dazu gleich mehr).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem meint der St\u00e4dte-Forscher, sollten St\u00e4dte Menschen in Armut und in Not Platz geben und wir sollten lernen, \u201eunsere St\u00e4dte als intelligente, innovative Systeme zu nutzen\u201c. Denn sie verf\u00fcgen schon heute \u00fcber die besten Chancen, klimafreundliches Leben zu erm\u00f6glichen, weil wir k\u00fcrzere Strecken im Alltag zu bew\u00e4ltigen haben, auf kleineren Fl\u00e4chen wohnen und trotzdem Zugriff auf ein gro\u00dfes Angebot h\u00e4tten. Daher sind St\u00e4dte in Rieniets Auge ein N\u00e4hrboden, indem wir \u201eunsere K\u00f6pfe zusammenstecken, um Probleme gemeinsam zu l\u00f6sen und alternative Lebensstile und Wirtschaftsweisen zu erproben\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Gleichzeitig k\u00f6nnen so auch L\u00f6sungen entstehen, die helfen, CO\u2082 zu sparen, da ab 2027 der Emissionshandel auch auf Geb\u00e4ude und den Stra\u00dfenverkehr ausgeweitet wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_686732\" style=\"width: 438px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686732\" class=\"size-full wp-image-686732\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/Cover.koller.werhahn.-RGB-300-dpi.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/Cover.koller.werhahn.-RGB-300-dpi.jpg 428w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/09\/Cover.koller.werhahn.-RGB-300-dpi-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><p id=\"caption-attachment-686732\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Lau Verlag)<\/p><\/div>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/Werhahn | Europas Resilienz f\u00fcr Frieden, Freiheit und Wohlstand | 1. Auflage | 2025 | beck-shop.de\">Stephan Werhahn: \u201eEuropas Resilienz. F\u00fcr Frieden, Freiheit und Wohlstand \u2013 Strategien \u00fcber Generationen hinweg\u201c &#8211; Lau Verlag, 258 Seiten, 22 Euro<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5>Werkswohnungen und andere spannende Wohn-Ideen<\/h5>\n<p>Bezahlbarer Wohnraum ist ein gro\u00dfes Thema in ganz Europa. Nicht nur heute, sondern etwa auch nach dem Ersten Weltkrieg. Als damals in Deutschland rund 800.000 Wohnungen fehlten, gew\u00e4hrte der Staat Wohnungsunternehmen steuerliche Vorteile, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, so sie bestimmte soziale Kriterien erf\u00fcllten. 1918 wurden Eisenbahnwohnungsgesellschaften und die Gemeinn\u00fctzige Aktien-Gesellschaft f\u00fcr Angestellten-Heimst\u00e4tten Gagfah gegr\u00fcndet, 1926 folgten mit den Vereinigten Stahlwerken ein Zusammenschluss von Montanunternehmen wie Thyssen und den Rheinischen Stahlwerken. Alle Gesellschaften bauten f\u00fcr ihre Zielgruppen \u2013 Eisenbahner, Arbeiter und Angestellte \u2013 Wohnungen und hielten bei deren Vergabe und Verwaltung soziale Kriterien ein. 1973 galt die Wohnungsnot offiziell f\u00fcr behoben, woraufhin sich die Strategien der Wohnbaugesellschaften \u00e4nderten: Bestandserhaltung und Modernisierung r\u00fcckten in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Ende der 70er-Jahre gab es in Deutschland 450.000 Werkswohnungen. 20 Jahre sp\u00e4ter, als sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch einmal entspannte und Ende 1989 die Gemeinn\u00fctzigkeit f\u00fcr Wohnungsunternehmen wegfiel, verkauften die Unternehmen ihre Werkswohnungen nach und nach, um sich wieder auf ihr Kerngesch\u00e4ft zu fokussieren.<\/p>\n<p>Dieses durfte ich auch 2005 als Finanzvorstand (CFO) der dem Bundesland Berlin geh\u00f6renden Gemeinn\u00fctzigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) erleben und umsetzen, weil ein immer gr\u00f6\u00dferer Teil der \u00fcber 70.000 Berliner \u00f6ffentlichen GSW-Wohnungen sukzessive verkauft oder die GSW von den amerikanischen Finanzinvestoren Goldman Sachs und Cerberus als neue Eigent\u00fcmer der GSW gesamthaft privatisiert wurden. Das Business Modell der amerikanischen Investitions-Heuschrecken bestand lediglich darin, die nach dem alten Handelsgesetzbuch (HGB) niedrig bewerteten Wohnungsbest\u00e4nde nach dem Kauf umzustellen auf international gebr\u00e4uchliche Rechnungslegungsregeln (IFRS), wertm\u00e4\u00dfig auf den wesentlich h\u00f6heren Marktwert hochzuschleusen und dann sehr gewinnbringend zu ver\u00e4u\u00dfern. Renovierungen und Verbesserungen der \u00fcber 70.000 Wohnungen \u2013 wie es ein mit ethischen Werten operierendes Familienunternehmen machen w\u00fcrde \u2013 waren hier nicht gefragt \u2013 \u201eonly suck out the money\u201c: Heuschrecken eben, wie der SPD-Vorsitzende Franz M\u00fcntefering damals richtig bemerkte. Der verantwortliche Finanzsenator Berlins war damals \u00fcbrigens der SPD-Senator Thilo Sarazin. F\u00fcr mich waren das sehr pr\u00e4gende Erlebnisse, die mich bis heute an den ethischen Standards amerikanischer Unternehmen zweifeln lassen.<\/p>\n<p>Als E.ON im Jahr 138.000 Werkswohnungen ver\u00e4u\u00dferte, war das der gr\u00f6\u00dfte Verkauf eines deutschen Werkswohnungen-Portfolios.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Doch Fachkr\u00e4ftemangel und Wohnungsnot lassen Unternehmen heute wieder umdenken \u2013 die Werkswohnung erlebt ein Comeback, angef\u00fchrt von Firmen wie Beiersdorf, Bosch, VW oder das Klinikum Stuttgart. Im vergangenen Jahr entstanden innerhalb von 10 Monaten zum Beispiel 170 Uni-Unterk\u00fcnfte durch nachhaltige, modulare Holzbauweise in Stuttgart. Kommunale Zusch\u00fcsse und einkommensabh\u00e4ngige, subventionierte Mietpreise helfen bei diesem L\u00f6sungsansatz.<\/p>\n<p>Laut Studien soll der Trend zu Werkswohnungen auch in den n\u00e4chsten Jahren anhalten, so k\u00f6nnten pro Jahr 10.000 solcher Unterk\u00fcnfte entstehen, wenngleich sich die Regierung zum Ziel gesetzt hatte, 400.000 Wohnung pro Jahr zu bauen, um die Wohnungsnot in den Griff zu bekommen. Doch f\u00fcr Unternehmen, deren Mitarbeiter nicht auch im Homeoffice arbeiten k\u00f6nnen, meint Robert Kitzmann, Wirtschaftsgeograf an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin, w\u00e4re Mietraum vom Chef ein gro\u00dfer Anreiz, etwa f\u00fcr Kliniken, Verkehrsunternehmen, Pflegeheimbetreiber, Hotel- und Gastronomiebetriebe. Aus diesem Gund unterst\u00fctzt nun auch die Stadt M\u00fcnchen den Bau von Werkswohnungen, um Pflegerinnen und Pflegern, Mitarbeitern der Stadtwerke sowie Beamten im Polizeidienst zu bezahlbarem Wohnraum zu verhelfen. Gef\u00f6rdert werden sollen neue Baulandmodelle, die es \u00f6ffentlichen wie privaten Bauherren erm\u00f6glichen, auf ihren Grundst\u00fccksfl\u00e4chen Mietwohnungen zu entwickeln. Mit der Auflage, dass der Arbeitsplatz aus den Bereichen Gesundheit, Ver- und Entsorgung, \u00f6ffentlicher Verkehr und Verwaltung stammt. Bis 2028 will die bayerische Landeshauptstadt etwa 1.000 Werkswohnungen f\u00f6rdern und sieht ihren Vorsto\u00df auch als Appell an private Unternehmen, verst\u00e4rkt in den Werkswohnungsbau einzusteigen. Der Zuschussaufwand einer maximal 70 Quadratmeter gro\u00dfen Wohnung liegt bei 217.000 Euro.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Mini-H\u00e4user, sogenannte \u201eTiny Houses\u201c, und auch Modulbauh\u00e4user sind, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gerade als junge Wohnideen sehr im Trend. Der Begriff\u00a0\u201eTiny House\u201c\u00a0kommt urspr\u00fcnglich aus den USA und ist dort im Baurecht als \u201eWohnst\u00e4tte mit einer Grundfl\u00e4che bis zu 400 sq ft\u201c verankert, was 37,16 Quadratmetern entspricht. Diese Angabe bezieht sich auf ein Geb\u00e4ude mit Fundament. Ein Tiny House mit R\u00e4dern, wie es oft von deutschen Stadtverwaltungen gefordert wird, f\u00e4llt in den Staaten unter die Kategorie \u201eWohnmobil\u201c. Das ist in Deutschland anders \u2013 hier z\u00e4hlt die Nutzung. Das hei\u00dft, selbst ein Tiny House auf R\u00e4dern kann hierzulande als Wohngeb\u00e4ude gelten. Allerdings erkl\u00e4rt der deutsche Tiny-House-Verband, dass viele Kommunen die \u201eChancen dieser Wohnart f\u00fcr die eigene Entwicklung erkennen\u201c w\u00fcrden und sich \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Umsetzung beraten lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00fcrden sich die Kommunen mehr R\u00fcckenwind von Land und Bund erhoffen, um f\u00fcr dieses unkonventionelle kleine Wohnen in Stadt und Dorf schneller gr\u00fcnes Licht geben zu k\u00f6nnen. Deshalb spricht der Tiny-House-Verband inzwischen auch mit politischen Entscheidern auf h\u00f6chster\u00a0Ebene, die sich schon l\u00e4nger mit Kleinwohnformen besch\u00e4ftigen. Neben Anh\u00f6rungen auf Landtagsebene stehen die Verbandsvertreter jetzt auch mit dem Bauausschuss in Berlin in Kontakt. Mehr Informationen zu dieser Wohnform, inklusive landesweiter Projekte und einer Grundst\u00fccksb\u00f6rse, die seit 2024 Grundst\u00fccke zum Kauf oder zur Pacht f\u00fcr Tiny-House-Betreiber und andere Mini-Wohnformen anbietet, finden sich auf der Webseite des Verbandes.<\/p>\n<p>Damit auch Menschen, die ihren Job und ihre Wohnung verloren haben und obdachlos geworden sind, nicht auf der Stra\u00dfe oder in Notunterk\u00fcnften leben m\u00fcssen, hat Finnland das weltweit einzigartige Programm <em>Housing Frist<\/em> aufgelegt. Initiiert 2007 vom damaligen Wohnungsminister. Jan Vapaavuoni setzte dazu eine Arbeitsgruppe auf, die damals \u201edie vier weisen M\u00e4nner\u201c hie\u00df. Sie sollten das Obdachlosenproblem \u00fcberdenken und \u00fcberarbeiten. Ihr Res\u00fcmee: Notunterk\u00fcnfte l\u00f6sen das Problem nicht. Daher schlugen sie einen neuen Weg ein, sodass in Helsinki bereits in diesem Jahr die Obdachlosigkeit der Vergangenheit angeh\u00f6ren soll, 2027 soll das f\u00fcr das gesamte Land gelten. Und vier von f\u00fcnf Betroffenen gelingt es, sich dar\u00fcber ein stabiles Leben aufzubauen. Au\u00dferdem spart der Staat pro Jahr und Betroffenem 15.000 Euro, obwohl er diese Ma\u00dfnahme finanziell unterst\u00fctzt im Vergleich zum alten Modell.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft das ab? Eine NGO, die sogenannte Y-Foundation, erh\u00e4lt verg\u00fcnstigte Anleihen vom Staat, um Wohnungen zu bauen, zu erwerben oder Notunterk\u00fcnfte zu renovieren und in Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments umzugestalten mit K\u00fchlschrank, Bad etc. In den im Schnitt 33 bis 100 Wohnungen umfassenden Geb\u00e4uden, die auch \u00fcber einen Gemeinschaftsraum und eine Sauna verf\u00fcgen, hat die NGO auch ein B\u00fcro. So k\u00f6nnen die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen den Betroffenen helfen, auch finanzielle Fragen zu kl\u00e4ren und Formulare auszuf\u00fcllen, schlie\u00dflich m\u00fcssen diese die Miete und die Betriebskosten ihres Apartments selbst tragen. Mit diesem Geld kann die Y-Foundation Kredite zur\u00fcckzahlen. Diese nahm sie zum Kauf von Wohnungen von Banken auf. Sie kann aber auch auf Gelder aus der finnischen Lotterie zur\u00fcckgreifen, welche die NGO unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wohnen sei ein Menschenrecht, so der Kerngedanke von <em>Housing First<\/em>, auch weil klar wurde, dass der klassische Weg eine Sackgasse ist. Dieser sieht \u2013 wie in vielen anderen L\u00e4ndern \u2013 vor, dass Obdachlose keine Wohnung erhalten, sondern von ihnen erwartet wird, dass sie erst einen Job finden und sie ihre psychischen oder Suchtprobleme selbst l\u00f6sen. Erst dann gibt es vom Staat Hilfe bei der Wohnungssuche. Stattdessen sagt man in Finnland, mit einer Wohnung f\u00e4llt es Menschen in dieser Situation deutlich leichter, sich einen Job zu suchen und sich um ihre Gesundheit zu k\u00fcmmern. Weil Betroffene nicht immer abends erst suchen und sich \u00fcberlegen m\u00fcssen, wo schlafe ich heute Nacht? Neben der Unsicherheit, ob es eine ruhige Nacht ohne \u00dcbergriffe, Schl\u00e4gereien, K\u00e4lte und Frost wird, die mit gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen, Polizei- und medizinischen Eins\u00e4tzen verbunden sind. Was f\u00fcr den Staat und die Gemeinschaft auf der anderen Seite Mehrkosten bedeutet, ebenso die tragische Unm\u00f6glichkeit, dass Menschen in dieser Situation wieder auf die F\u00fc\u00dfe kommen. Knapp 20.000 Wohnung verwaltet die NGO. Darunter die H\u00e4lfte f\u00fcr <em>Housing First<\/em> und Obdachlose oder Menschen, die kurz davorstehen, obdachlos zu werden. Die andere H\u00e4lfte vergibt die Initiative an alleinerziehende M\u00fctter und an Menschen, die nicht genug Einkommen haben, um markt\u00fcbliche Mieten berappen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das nordische Konzept inspirierte auch die \u00f6sterreichische Regierung. Nach einer Pilotphase, die 2021 startete und erfolgreich verlief, soll das Projekt nun im Gesetz verankert werden. Mit dieser Planungssicherheit sollen im Rahmen von <em>housing first \u00f6sterreich<\/em> bis 2026 mit einem Zuschuss von 20 Millionen Euro 1200 Wohnungen von gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen und privaten Anbietern zur Verf\u00fcgung gestellt und finanziert werden. Auch andere St\u00e4dte und L\u00e4nder folgten dem finnischen Vorbild: In Stuttgart gibt es eine <em>Housing First Stuttgart<\/em>-Initiative, daneben wird der Ansatz in Gro\u00dfbritannien, D\u00e4nemark, Frankreich und Portugal erprobt. Sie alle sind gelebte Beispiele f\u00fcr voneinander lernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Gelebte Kreislaufwirtschaft<\/h4>\n<p>Vor vier Jahren hat sich die holl\u00e4ndische Hauptstadt einer radikal neuen Devise verschrieben: Weniger Konsum, mehr Teilen und Recyceln und damit im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu denken, damit keine Abf\u00e4lle anfallen und Energie durch erneuerbare Quellen bezogen wird.<\/p>\n<p>Donut Economy nennt sich dieser Ansatz, der auf die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth zur\u00fcckgeht. Sie hat 2012 in ihrem Weltbestseller \u201eDonut \u00d6konomie\u201c (oder \u201eDoughnut Economics\u201c) diese Bezeichnung f\u00fcr zirkul\u00e4res Wirtschaften gepr\u00e4gt. Gleichzeitig gr\u00fcndete sie den Thinktank Doughnut Economics Action Lab und entwickelte 2019 ein praxisorientiertes City-Konzept. Dieses wird auch in Br\u00fcssel, Philadelphia, Portland oder innerhalb verschiedener Initiativen in Indien, Bangladesch und Sambia angewandt.<\/p>\n<p>Amsterdam setzt dabei auf drei Wertsch\u00f6pfungsketten: \u201eLebensmittel und organische Abf\u00e4lle\u201c, \u201eKonsumg\u00fcter\u201c und \u201eBauen\u201c. Als anvisiertes Ziel will die Stadt bis 2030 weniger neue Materialien und Ressourcen verschwenden sowie weniger Lebensmittel. Beim Verbrauch neuer Materialien will sie gerade in der Verwaltung und bei st\u00e4dtischen Betrieben gar um 50 Prozent einsparen, ebenso wie bei Lebensmittelverschwendung. Daneben sollen die CO\u2082-Emissionen um 60 Prozent gegen\u00fcber 1990 reduziert werden.<\/p>\n<p>Nach dem Vorbild des Hauses \u201ede Warren\u201c sollen mehr H\u00e4user mit einer positiven Energiebilanz entstehen: Bei diesem Holzbau wurde f\u00fcr die Fassade Holz aus alten Bootsanlegestellen und Pollern verbaut \u2013 es kamen recycelte Materialien zum Einsatz. Durch Solarpanelen auf dem Dach und einer ausgekl\u00fcgelten Energieversorgung weist das ganze Geb\u00e4ude eine gute Klimabilanz auf und ist mit 800 Quadratmetern Fl\u00e4che f\u00fcr die Gemeinschaft ausgestattet: Es gibt ein Yogastudio, ein Kinderspielzimmer, Arbeitspl\u00e4tze mit Screens und einen gro\u00dfen Aufenthaltsraum f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Jahren sollen weitere 40.000 Geb\u00e4ude dieser Art folgen. Daneben f\u00f6rdert die knapp 1 Million Einwohner z\u00e4hlende niederl\u00e4ndische Hauptstadt im Sinne der Donut-\u00d6konomie Projekte, bei denen Kleidung und Fahrr\u00e4der repariert werden, statt sie wegzuwerfen und neue anzuschaffen. Zur\u00fcck geht das Konzept auf die \u201eSchoonschip\u201c-Gemeinschaft und die Eventfl\u00e4che \u201ede Ceuvel\u201c. Sie entstand im Bezirk Buiksloterham, einem Industriegebiet, das fr\u00fcher eine Flugzeugfabrik, ein Labor von Shell, eine Werft und andere Produktionsst\u00e4tten beherbergte. Es war lange Zeit \u00d6dland, dessen Boden an vielen Stellen kontaminiert war. 2011 begannen Kreativschaffende, die sich kein Eigenheim leisten konnten, die Siedlung und die Eventfl\u00e4che aufzubauen.<\/p>\n<p>Um dort in ausrangierten Hausbooten leben zu k\u00f6nnen, wurden Gr\u00e4ser angebaut, die Schadstoffe aus dem kontaminierten Boden aufnehmen, der in einigen Jahren schadstofffrei sein soll. Es wird Regenwasser aufgefangen, das Abwasser aufbereitet und die Community teilt sich eAutos und Fahrr\u00e4der, die an zentralen Orten im Viertel geparkt sind. Der Energiebedarf wird durch Solarpanelen gedeckt, Lebensmittel per Aquaponik gez\u00fcchtet und Komposttoiletten getestet.<\/p>\n<p>Dieser Trend, den Amsterdam sich so mutig auf die Fahnen geschrieben hat, ist nat\u00fcrlich vielerorts bei einzelnen Projekten, im Entrepreneurship und bei mehr und mehr Unternehmen ein gro\u00dfes Thema, auch und gerade wegen der Klimawende und der bundes- und europaweiten Auflagen. Doch lassen Sie uns erst noch bei der ersten und zweiten Ebene bleiben und einem ganz besonderen Projekt im Bereich Lebensmittelverschwendung, das mit seiner Idee viele andere ansteckte. Deutschland-, europa- und weltweit.<\/p>\n<p>Die Idee zu der Plattform foodsharing entstand im Sommer 2011 w\u00e4hrend der Vorbereitungen zum Kinofilm \u201eTaste the Waste\u201c. Der Regisseur, Dokumentarfilmer und Journalist Valentin Thurn und der Leiter der Social-Media-Kampagne Sebastian Engbrocks wollten den Gedanken gr\u00f6\u00dfer machen. Und weil Themen gelegentlich kollektiv an verschiedenen Stellen aufploppen k\u00f6nnen, trugen sich die damaligen Design-Studenten Christian Zehnter und Thomas Gerling und die TV-Journalistin Ines Rainer Anfang 2012 mit einem \u00e4hnlichen Gedanken. Sie alle schlossen sich zusammen und es entstand ein gemeinsames Projekt. Finanziert \u00fcber eine Crowdfunding-Aktion, markiert es den Beginn von Foodsharing mit Sitz in K\u00f6ln. Einer Bewegung, der sich bis heute \u00fcber 600.000 Menschen angeschlossen haben in deutschen St\u00e4dten, aber auch in \u00d6sterreich und der Schweiz.<\/p>\n<p>Was macht die Plattform? Sie verteilt Lebensmittel, die sonst in der Tonne landen, unter Privatpersonen. Daneben holen sogenannte ehrenamtliche Foodsaver bei lokalen Superm\u00e4rkten, B\u00e4ckereien, Kantinen und Gro\u00dfm\u00e4rkten \u00fcbrig gebliebene Backwaren, Gem\u00fcse, Obst etc. ab und verteilen es ebenfalls an Privatpersonen oder an gemeinn\u00fctzige Vereinigungen oder stellen es in \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Regale und K\u00fchlschr\u00e4nke. Wo etwas abzuholen ist, verk\u00fcndet dann die Online-Pinnwand des Netzwerks.<\/p>\n<p>Foodsharing e.V. arbeitet auch mit den Tafeln zusammen. Mit dem Unterschied, dass die Tafeln gr\u00f6\u00dfere Mengen bei gro\u00dfen Lebensmittelbetrieben einsammeln und an Bed\u00fcrftige verteilen. Sie gelten als Lebensmittelbetrieb, w\u00e4hrend die Organisation von Foodsharing kleinere Mengen verteilt. Ausf\u00fchrlich berichtet auch die Bundeszentrale f\u00fcr Ern\u00e4hrung (BzfE) \u00fcber die Kampagne von Foodsharing, deren Ziel es ist, die Verschwendung von Lebensmitteln um 50 Prozent zu reduzieren. Dabei stellt der Verein auch Forderungen an die Politik und flankiert seine Mission mit Beitr\u00e4gen auf Instagram oder LinkedIn.<\/p>\n<p>Auf LinkedIn sind neben der deutschlandweiten zivilgesellschaftlichen und sozialen Organisation weitere Foodsharing-Initiativen zu finden \u2013 etwa Foodsharing Aarhus, Foodsharing Kopenhagen, Foodsharing Delft, Krak\u00f3w, Wroclaw oder Ottawa.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Erfolgsgeschichte! Gestartet aus einer Idee engagierter B\u00fcrger, wurde sie von anderen \u00fcber Europa und die ganze Welt getragen: <em>Spreading ideas<\/em> und proaktives Handeln gelingt am besten, wenn wir das, jeder an seinem Platz, aber auch connected anpacken \u2013 eingebunden in permanentes Benchmarking mit anderen Initiativen. Auch Kampagnen sollten sich verlinken, \u00e4hnlich wie beim Verabreden zu gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen wie Flash Mobs, Kundgebungen und Demonstrationen f\u00fcr die gute Sache.<\/p>\n<p>Foodsharing ist \u00fcbrigens als Teil der Sharing Economy international anerkannt. Zu dieser z\u00e4hlen auch sogenannte Repair Caf\u00e9s, die auf ehrenamtlichem st\u00e4dtischen Engagement fu\u00dfen, FabLabs und die Bibliotheken der Dinge, um nur einige wenige zu nennen. Bei der Bibliothek der Dinge kann man sich nach dem Prinzip einer Bibliothek nicht B\u00fccher ausleihen, sondern technische Ger\u00e4te, Musikinstrumente, Haushaltswaren oder Tennisschl\u00e4ger oder Snowboards. Gegen eine kleine Geb\u00fchr, meist 14 Tage, nach Absprache auch l\u00e4nger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Sharing kann auch kommerziell werden<\/h5>\n<p>Trends und gesellschaftliche Herausforderungen rufen nat\u00fcrlich auch Gr\u00fcnder auf den Plan. Bleiben wir beim Sharing, es startete eine ganz besondere Erfolgsstory, die Sie alle kennen, mit drei Luftmatratzen und Fr\u00fchst\u00fcck am Morgen (\u201eAirbed with Breakfast\u201c).<\/p>\n<p>Aus der Not geboren, um die teure Miete ihrer WG bezahlen zu k\u00f6nnen, begannen Brian Chesky und Joe Gebbia 2007 mit dieser preiswerten Untervermietung, G\u00e4ste zu empfangen und setzten die Plattform \u201eAirbnb\u201c auf. Als ein Jahr sp\u00e4ter die Finanzkrise einsetzte, verloren immer mehr Menschen ihre Jobs und vermieteten, um \u00fcber die Runden zu kommen, ihre G\u00e4stebetten. So verbreitete sich die Idee rasch.<\/p>\n<p>Heute ist das Portal nach eigenen Angaben in allen Teilen des Erdballs aktiv und vermietet mehr als sieben Millionen Objekte, auch wenn sich der Ursprungsgedanke durch die Kommerzialisierung nat\u00fcrlich in eine ganz andere Richtung entwickelt hat. Auch der Trend des Teilens ist nicht stehen geblieben, nahezu alles wird geteilt \u2013 sogar Camper oder Mode haben in verschiedenste Verleih-Modelle Einzug gehalten.<\/p>\n<p>Bei der \u201eKleiderei\u201c zum Beispiel k\u00f6nnen Nutzer innerhalb eines monatlichen Abos ab 29 Euro vier Kleidungsst\u00fccke leihen. Der Wettbewerber \u201eTobe\u201c hat zudem Designertaschen im Programm und verlangt ab 79 Euro im Monat f\u00fcr seinen Service, um auf diesem Weg die Verschwendung von Ressourcen, den Aussto\u00df von Emissionen und das Produzieren weiterer Artikel (oftmals \u2013 wie wir alle wissen \u2013 auf Kosten der Natur und der Mitarbeiter in Billiglohnl\u00e4ndern) und damit von M\u00fcll (auf Deponien in der Atacama W\u00fcste Chiles) zu reduzieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Werteorientiertes Handeln ist wichtig<\/h5>\n<p>Werteorientiertes Handeln zahlt sich aus. Denn das untersuche ich als Lehrbeauftragter in meinem Case-Study-Kurs an der Business School der Katholischen Universit\u00e4t (KU) in Eichst\u00e4tt-Ingolstadt seit mehreren Jahren. N\u00e4mlich wie weit unternehmerische Entscheidungen, die auf Werten basieren, zum Erfolg f\u00fchren und nicht die von Casino-Kapitalisten, die profitgetrieben Gewinne absch\u00f6pfen wollen und weder auf die Ressourcen noch auf ihre Mitarbeiter und das Gemeinwohl achten. Und das unterlege ich mit Unternehmens Beispielen. Etwa mit der Firma Hipp, die als niederbayerisches Familienunternehmen seit jeher auf beste Qualit\u00e4t achtet und ihre Rohstoffe selbst anbaut, anders als ihre Wettwerber, die Gro\u00dfkonzerne Unilever oder Nestl\u00e9. Dass Werte entscheidend seien, findet auch meine Tochter Charlotte, die ich \u2013 wie alle meine Kinder \u2013 zur Zukunft Europas befragt habe. Sie glaubt, um Europa stark zu machen, braucht es andere Werte. N\u00e4mlich solche, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Europa galten. Dazu zitiert sie die Werte der EU:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eBeitrag zu Frieden und Sicherheit und zu einer nachhaltigen Entwicklung der Erde.<\/li>\n<li>Beitrag zur Solidarit\u00e4t und gegenseitiger Achtung der V\u00f6lker, zu freiem und fairem Handel, zur Beseitigung von Armut und zum Schutz der Menschenrechte sowie<\/li>\n<li>strikte Einhaltung des V\u00f6lkerrechts.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und bei der Frage, was andere Nationen bereits klug und zukunftsstark umsetzen, meint sie: Wenn man sich das Fragile States Index Ranking ansieht, steht Norwegen an erster Stelle, gefolgt von Finnland und Island. Grunds\u00e4tzlich w\u00fcrden die skandinavischen Staaten sehr viel in Bildung, Familie und Soziales investieren, das k\u00f6nnte auch hierzulande Schule machen. Ebenso wie innovatives Lernen, Work Life Balance, ein intaktes Gesundheitssystem und Gleichberechtigung im Job wie in der Elternzeit. \u201eIch denke, dass das zukunftstr\u00e4chtig ist und dass das in Deutschland fehlt: In Bildung wird viel zu wenig investiert. Auch Work Life Balance ist nicht vorhanden. Und das sind nur ein paar Beispiele. Ich wei\u00df auch, dass Norwegen sich an das V\u00f6lkerrecht h\u00e4lt. Erst vor kurzem habe ich ein Interview gesehen, in dem der Pr\u00e4sident von Norwegen klargestellt hat, dass das V\u00f6lkerrecht international gilt, gerade auch in Bezug auf die Nahost-Frage und die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs.\u201c<\/p>\n<h1>Chancen und Engagement zulassen<\/h1>\n<p>Die Entwicklung unserer Gesellschaft und unseres Planeten ruft viele Privatpersonen als Aktivisten und Vision\u00e4re auf den Plan. Mit grenzenlosem Einsatz wollen sie ihre Idee zum Fliegen bringen und einen Beitrag im Sinne aller zum Gemeinwohl leisten. Das l\u00e4sst neue Gesch\u00e4ftsideen entstehen und er\u00f6ffnet neue Segmente und M\u00e4rkte.<\/p>\n<p><em>Auch mein Gro\u00dfvater als Staatsmann hat zum Beispiel drei Patente angemeldet. Eine Sojawurst, die allerdings nur in England zum Patent angemeldet wurde, da ein Formfehler die Patent-Anmeldung in Deutschland verhinderte. Dann dachte er sich eine Gie\u00dfkanne mit einer beweglichen Klappe oben aus, die das Eingie\u00dfen von Wasser erleichterte, und eine von innen beleuchtete Stopfkugel f\u00fcr Str\u00fcmpfe. Die wurde allerdings nur von meiner Gro\u00dfmutter eingesetzt, da AEG schneller war, die Idee auf den Markt zu bringen und anzumelden. Sp\u00e4ter, als er nicht mehr in der Politik war, dachte er sich einen Kopfschirm mit Brille gegen blendende Sonnenstrahlen aus und eine Elektrob\u00fcrste zur Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung. <\/em><\/p>\n<p>Doch damit junge Ideen in unserer schnelllebigen Zeit schneller erfolgreich sein und einen Wandel bewirken k\u00f6nnen, braucht es noch st\u00e4rker die Unterst\u00fctzung der Politik, der vierten Ebene. Es braucht bessere Ausgangsbedingungen, wenn zum Beispiel im Sinne der Kreislaufwirtschaft neue M\u00fcllsysteme entwickelt werden, Regen-, Grau- und Schwarzwasser-Methoden zur D\u00fcngung und zum Bew\u00e4ssern von Nahrungsmitteln, Robotaxis oder Anlagen, um CO\u2082 zu speichern. Die Firma \u201eNeustark\u201c, ein Spin-off der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule (ETH) Z\u00fcrich, ist so ein Ansatz, um in recycelten Abf\u00e4llen wie Recyclingbeton CO\u2082 zu speichern. Ihr Ziel: Mindestens eine Million Tonnen des Klimagases beim Neubau von Geb\u00e4uden zu speichern. Derzeit betreibt das schnell wachsende Schweizer Unternehmen 12 Anlagen. Eine davon in Berlin-Marzahn, und gewann als AG sofort den Investmentgiganten Blackrock, der die Aktie in sein Portfolio aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Idealtypisch ist dieses Start-up \u201egeflogen\u201c, wie es in diesen Kreisen hei\u00dft, wenn eine Idee wie eine Rakete durch die Decke geht. Was nicht oft der Fall ist. Um dennoch mehr Ideen und Vorangehern eine Chance zu geben und Potenzial im Kleinen nicht schon zu ersticken, braucht es mehr F\u00f6rderung. Und die Steuern sollten in den ersten vier Jahre komplett entfallen. Auch sollten die Lohnnebenkosten und die Umsatzsteuer \u00fcberdacht und neu geregelt werden, ab welchen Ums\u00e4tzen Steuern abzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Warum muss bereits ab einem Jahresumsatz von 22.000 Euro Steuern anfallen? Und warum sind selbst bei Gesch\u00e4ften zwischen Privatpersonen 19 Prozent Umsatzsteuer abzuf\u00fchren (am Ende des Jahres kommt noch die Einkommensteurer on top)? Warum auch ist es so h\u00f6llisch kompliziert, einen gemeinn\u00fctzigen Verein am Laufen zu halten, wo jedes Jahr beim K\u00f6rperschaftsfinanzamt ein Bericht zur Gemeinn\u00fctzigkeit abzuliefern ist und dabei ganz bestimmte Formalit\u00e4ten zu ber\u00fccksichtigen sind, um diesen rechtzeitig unter anderem \u00fcber die j\u00e4hrliche Mitgliederversammlung abzugeben, inklusive Einladung, genauer Tagesordnung und Protokoll und das, egal was ist, auch in Ausnahmesituationen wie bei einer Pandemie. Wer die Fristen \u00fcbersieht, erh\u00e4lt postwendend die Gemeinn\u00fctzigkeit aberkannt. Dann kann man keine Spenden mehr beziehen, die steuerfrei sind, und damit ist oftmals die ganze Finanzierung blockiert von solchen beh\u00f6rdlichen Regeln.<\/p>\n<p>Bei meinem eigenen Verein erlebe ich das dauernd. Deswegen habe ich die Gemeinn\u00fctzigkeit vor kurzem aufgegeben und bezahle anfallende Kosten aus eigener Tasche. Gut, das kann ich mit meinem Background leisten, doch braucht es grunds\u00e4tzlich mehr Anreize, dass Menschen, gerade auch Privatpersonen mit guten Ideen, diese auch umsetzen und dass nicht der Fiskus diese Motivation bereits im Keim erstickt durch zu viel B\u00fcrokratie und zu restriktive Steuerregelungen.<\/p>\n<p>Es darf, was derzeit leider der Fall ist, nicht der Eindruck entstehen, dass Engagement und Arbeit sich hierzulande nicht mehr lohnen. Doch sind die Parteien zu schwach, um gegen den Sumpf an Regulatorien vorzugehen. Dieser ist mittlerweile so dicht, dass keiner mehr durchblickt. Steuerlich wie b\u00fcrokratisch geh\u00f6rt eine Abrissbirne her. Gleichzeitig heizt unsere f\u00f6derale Struktur diesen Sachverhalt an, da jedes Bundesland Entscheidungsbefugnis hat und zus\u00e4tzliche Regelungen aufstellt. Dabei kommen auch unterschiedliche Regierungspositionen zum Tragen, da die Regierungschefs der L\u00e4nder der CDU angeh\u00f6ren, der SPD, den Gr\u00fcnen \u2026 Folglich kann man sich im Bundesrat auch nicht durchbei\u00dfen. Mein Sohn David, den ich in diesem Zusammenhang befragt habe, ist der Ansicht, dass es bei einem geeinten Europa wichtig w\u00e4re, nicht noch mehr B\u00fcrokratie aufzubauen: \u201eDenn in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Europa vor allem als b\u00fcrokratisches Monster wahrgenommen worden, das allen irgendwelche Regeln aufzwingen will und alles voll kompliziert macht. Das sollte bei einem geeinten Europa anders sein.\u201c Weiterhin ist es in seinen Augen wichtig, dass innerhalb Europas keine steuerlichen Schlupfl\u00f6cher entstehen, dass wir bei der Verteidigung st\u00e4rker zusammenarbeiten sollten, aber auch bei der Energiepolitik und als Standort attraktiver werden. \u201eWir m\u00fcssen wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden, brauchen ganz schnell einen Demokratieaufbau und mehr F\u00f6rderung in Bildung und Innovation.\u201c<\/p>\n<p>Deutschland kann in diesem Zusammenhang vieles von anderen europ\u00e4ischen Staaten lernen: \u201eDas ist auch der gro\u00dfe Benefit, den wir aus so einer Staatengemeinschaft ziehen k\u00f6nnen. Ich glaube, jeder Staat in Europa, wenn man sich den individuell angeguckt und die St\u00e4rken herausarbeitet, wird wahrscheinlich von jedem Staat etwas lernen k\u00f6nnen. Von den skandinavischen Staaten etwas zum Bildungssystem, von den baltischen Staaten etwas zur Digitalisierung \u2026\u201c Und von den USA k\u00f6nnen wir lernen, so seine Meinung, wie wir unseren Standort wieder attraktiv machen, \u201edass wirklich die kl\u00fcgsten Leute der Welt \u2013 egal, wo sie herstammen \u2013 sich denken: `Deutschland ist ein lebenswertes Land, hier w\u00fcrde ich gerne mit meiner Familie hingehen und habe auch beruflich viele M\u00f6glichkeiten \u2013 um mich hier weiterzuentwickeln. Neulich stand im \u201eEconomist\u201c, dass f\u00fcnf der acht Superreichen aus dem Silicon Valley in den USA einen Migrationshintergrund haben. Ich finde, das zeigt schon viel. Selbst Elon Musk ist kein Amerikaner, sondern S\u00fcdafrikaner. Er hat aber die USA gew\u00e4hlt, um sein unternehmerisches Dasein dort auszuleben. Das sollten wir in Deutschland und in Europa auch hinkriegen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Fu\u00dfnoten finden sich im Buch)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Stephan Werhahn: \u201eEuropas Resilienz. F\u00fcr Frieden, Freiheit und Wohlstand \u2013 Strategien \u00fcber Generationen hinweg\u201c &nbsp; &nbsp; Benchmarking, voneinander lernen, kooperieren Kooperation wird, um Europa zu einen, ein wichtiger Treiber. Viel k\u00f6nnen wir hier auf den untersten drei Ebenen erreichen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/09\/23\/buchauszug-stephan-werhahn-europas-resilienz-fuer-frieden-freiheit-und-wohlstand-strategien-ueber-generationen-hinweg\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1890,12437,12435,12436],"class_list":["post-686730","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-buchauszug","tag-lau-verlag","tag-stephan-werhahn","tag-europas-resilienz-fuer-frieden-freiheit-und-wohlstand-strategien-ueber-generationen-hinweg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686730"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686730\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":686737,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686730\/revisions\/686737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}