{"id":686187,"date":"2025-05-20T06:00:20","date_gmt":"2025-05-20T04:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=686187"},"modified":"2025-05-20T01:45:49","modified_gmt":"2025-05-19T23:45:49","slug":"buchauszug-carl-naughton-die-kraft-der-neugier-laenger-leben-leichter-leisten-lustvoller-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/05\/20\/buchauszug-carl-naughton-die-kraft-der-neugier-laenger-leben-leichter-leisten-lustvoller-lernen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Carl Naughton: \u201eDie Kraft der Neugier. L\u00e4nger leben, leichter leisten, lustvoller lernen.\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"https:\/\/www.ullstein.de\/werke\/neugier\/hardcover\/9783430211222\">Buchauszug Carl Naughton: \u201eDie Kraft der Neugier. L\u00e4nger leben, leichter leisten, lustvoller lernen.\u201c<\/a><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_686189\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686189\" class=\"size-full wp-image-686189\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/Naughton.Dr_.-Carl-Naughton-Die-Kraft-der-Neugier-Kopie-e1747696455335.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/Naughton.Dr_.-Carl-Naughton-Die-Kraft-der-Neugier-Kopie-e1747696455335.jpg 438w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/Naughton.Dr_.-Carl-Naughton-Die-Kraft-der-Neugier-Kopie-e1747696455335-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><p id=\"caption-attachment-686189\" class=\"wp-caption-text\">Carl Naughton (Foto: PR)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugier im Unternehmertum<\/strong><\/p>\n<p>Der State of Curiosity Report<\/p>\n<p>Christine Blum-Heuser ist eine echte Neugier-Vork\u00e4mpferin. Die damalige Associate Director Brand hat bei der Merck KGaA ma\u00dfgeblich den Erfolg der Neugierinitiative beeinflusst. In einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch sagte sie mir: \u00bbAm meisten \u00fcberrascht hat mich die Entwicklung, die dieses Thema in der \u00d6ffentlichkeit und in der Industrie in den letzten Jahren genommen hat.\u00ab Wir waren bei Merck die absoluten Vorreiter, es gab vorher keine tiefgreifenden Erkenntnisse zur Neugier am Arbeitsplatz. Das Interesse an dem Thema und der Wunsch nach tieferen Erkenntnissen l\u00e4sst sich an den vielen Anfragen nach Vortr\u00e4gen oder Pr\u00e4sentationen zur Merck-Neugier-Initiative ablesen. Viele Unternehmen, aber auch Hochschulen mit Business-Schwerpunkt wollten etwas \u00fcber das Erfolgskonzept von Merck lernen. Und gelernt haben wir alle sehr viel in der Zeit des Curiosity Council.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Beispiel verma\u00dfen wir in der Folge der Neugierkampagne der Fa. Merck in der Zeit von 2016 bis 2020 Tausende von Menschen in Merck und um Merck herum. Eine der kuriosesten Erkenntnisse aus dem j\u00fcngsten Report gibt mein Curiosity-Council-Kollege, Andreas Steinle, wieder: \u00bbOffensichtlich m\u00fcssen wir den Glaubenssatz \u00fcberdenken, dass die j\u00fcngeren Generationen neue Ideen und Innovationen hervorbringen. Die Neugierigsten unter den 3500 befragten Mitarbeitern und F\u00fchrungskr\u00e4ften aus unterschiedlichen L\u00e4ndern, Branchen und Unternehmensgr\u00f6\u00dfen gibt es in der Altersgruppe zwischen 35 und 55. Dies ist aber kein Argument f\u00fcr die Bevorzugung einer bestimmten Altersgruppe, sondern soll vielmehr dazu anregen, vielf\u00e4ltige Teams zusammenzustellen und die Neugier \u00fcber die gesamte Laufbahn von Mitarbeitern zu f\u00f6rdern.\u00ab Aber \u00fcber die drei Reports, die wir seit 2016 erstellt haben, sind uns nat\u00fcrlich noch ein paar mehr Erkenntnisse ins Auge gesprungen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugier als wichtiger Erfolgsfaktor<\/strong>: 87 Prozent der befragten Mitarbeitenden und 94 Prozent der F\u00fchrungskr\u00e4fte stimmen zu, dass Neugier ein Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr beruflichen Erfolg und Innovation ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leistungsbewertung:<\/strong> Mitarbeitende mit hohem Neugierindex (\u00fcber 75 von 100 m\u00f6glichen Punkten) erzielten im Vergleich zu ihren weniger neugierigen Kolleg*innen im Durchschnitt 23 Prozent bessere Leistungsbewertungen von ihren Vorgesetzten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karriereentwicklung:<\/strong> 81 Prozent der neugierigen Mitarbeitenden wurden innerhalb von f\u00fcnf Jahren h\u00e4ufiger bef\u00f6rdert als ihre weniger neugierigen Kolleg*innen. Teamzusammenarbeit: 78 Prozent der befragten Teamleiter*innen berichteten, dass Teams mit hoher kollektiver Neugier (durchschnittlicher Neugierindex &gt; 70) erfolgreicher bei Probleml\u00f6sungen und Innovationsprojekten waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teamkreativit\u00e4t:<\/strong> 74 % Prozent der neugierigen Teams entwickelten regelm\u00e4\u00dfig kreative L\u00f6sungen und innovative Ideen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Motivation und Engagement:<\/strong> 83 Prozent der befragten Mitarbeitenden in neugierf\u00f6rdernden Umgebungen berichteten von h\u00f6herer Arbeitsmotivation und Engagement.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Arbeitszufriedenheit:<\/strong> In Unternehmen, die aktiv Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Neugier ergriffen haben, gaben 79 Prozent der Mitarbeitenden an, zufriedener mit ihrer Arbeit zu sein. Die Branchen Technologie und Gesundheit wiesen die h\u00f6chsten Neugierniveaus auf, mit einem Durchschnittsindex von 75 beziehungsweise 73, und korrelierten stark mit Innovationsraten. Branchen wie Finanz- und Rechtsdienstleistungen hatten niedrigere Neugierniveaus (Durchschnittsindex von 65), was teilweise auf strengere Regulierungen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Generationenneugier<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDie Jugend ist unsere Zukunft\u00ab \u2013 eine universelle Doktrin, die Wachstumsstrategien von Wirtschaften und Unternehmen weltweit gepr\u00e4gt hat. Als H\u00fcter zuk\u00fcnftiger Innovationen wird erwartet, dass sie im Arbeitsumfeld die Verk\u00f6rperung von Neugier und Innovation darstellen. Sie bringen mutiges, frisches Denken mit, das etablierte Normen aufbricht und die Erfolge von morgen sicherstellt. Der Kampf um junge Talente tobt in den meisten Gesch\u00e4ftssektoren. Wir untersuchten die Neugierindexwerte nach Generationen, um den Einfluss von Altersunterschieden auf die Neugier zu bewerten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die generationen\u00fcbergreifenden Scores:<\/strong><\/p>\n<p>Millennials haben den h\u00f6chsten Gesamtwert im Employee Curiosity Index und die h\u00f6chsten Dimensionenwerte f\u00fcr Bed\u00fcrfnis nach Wissen, freudige Erkundung und Stresstoleranz im Vergleich zu Generation Z, Generation X und Babyboomern. Generation Z hatte den niedrigsten Gesamtwert im Employee Curiosity Index und die niedrigsten Werte f\u00fcr Bed\u00fcrfnis nach Wissen und Stresstoleranz im Vergleich zu allen anderen Generationen. Babyboomer hatten den niedrigsten Wert f\u00fcr freudige Erkundung und den h\u00f6chsten Wert f\u00fcr Offenheit gegen\u00fcber den Ideen anderer Menschen im Vergleich zu anderen Generationen.<\/p>\n<p>Am anderen Ende des Spektrums stellen wir die Frage: Warum sehen wir die niedrigsten Neugierwerte in unserer j\u00fcngsten Generation? Wie k\u00f6nnen wir ihre Neugier f\u00f6rdern, damit sie gr\u00f6\u00dfere Chancen haben, innerhalb unserer Organisationen zu innovieren? K\u00f6nnen wir ihre inneren Superkr\u00e4fte mit neugiersteigernden Werkzeugen freisetzen? Auf die Frage, wie ihr Arbeitgeber ihre Neugier f\u00f6rdert, sagten weniger Mitarbeitende der Generation Z, dass sie sich unterst\u00fctzt f\u00fchlten. Zum Beispiel f\u00fchlten sich nur 23 Prozent von ihnen ermutigt, neue Ideen zu erforschen, und nur 31 Prozent sagten, dass sie die pers\u00f6nliche Verantwortung f\u00fcr Projekte \u00fcbernehmen durften. Die j\u00fcngsten Mitarbeitenden zeigten auch die niedrigsten Werte in der Stresstoleranz, was bedeutet, dass sie weniger wahrscheinlich eine neue Idee erkunden, aus Angst vor negativen Folgen.<\/p>\n<p>Welche Lehren k\u00f6nnen wir daraus ziehen? Klar ist, dass Neugier keine Altersfrage ist, sondern eine Frage der Kultur und Unterst\u00fctzung am Arbeitsplatz. Die Herausforderung besteht darin, eine Umgebung zu schaffen, in der sich nicht nur Millennials, sondern auch Mitarbeitende der Generation Z als neugierig, motiviert und ermutigt f\u00fchlen. Denn eins ist sicher: Die Frischen im Job sind weit mehr als nur die Zukunft \u2013 sie sind die lebendige Gegenwart, die mit den richtigen Impulsen Erstaunliches leisten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also los, schaffen wir ein Arbeitsparadies, in dem Generation Z ihr inneres Sherlock Holmes erwecken kann. Denn sind wir mal ehrlich: Ohne ein bisschen Abenteuer und Wagnis w\u00e4ren wir noch in der Steinzeit! Gro\u00dfe Ideen brauchen gro\u00dfe Spr\u00fcnge \u2013 manchmal auch ins kalte Wasser. Und wer wei\u00df, vielleicht schwimmt da der n\u00e4chste Einstein oder die n\u00e4chste Curie. Taucheranz\u00fcge an und ab ins Neugiermeer!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_686132\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686132\" class=\"size-full wp-image-686132\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/cover.naughton.Die-Kraft-der-Neugier-Komplettes-Buchcover-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/cover.naughton.Die-Kraft-der-Neugier-Komplettes-Buchcover-Kopie.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/05\/cover.naughton.Die-Kraft-der-Neugier-Komplettes-Buchcover-Kopie-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-686132\" class=\"wp-caption-text\"><strong>(Foto: PR\/Econ)<\/strong><\/p><\/div>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.ullstein.de\/werke\/neugier\/hardcover\/9783430211222\">Carl Naughton: \u201eDie Kraft der Neugier. L\u00e4nger leben, leichter leisten, lustvoller lernen.\u201c Econ\u00a0Econ Verlag 2024, 256 Seiten,\u00a025 Euro\u00a0 <\/a><a href=\"https:\/\/www.ullstein.de\/werke\/neugier\/hardcover\/9783430211222\">https:\/\/www.ullstein.de\/werke\/neugier\/hardcover\/9783430211222<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mitarbeiterneugier<\/strong><\/p>\n<p>In einer umfassenden Untersuchung der Merck-Mitarbeiter interessierten wir uns daf\u00fcr, ob die Anzahl der Jahre, die jemand bereits bei Merck besch\u00e4ftigt ist, einen Einfluss auf die Neugier hat. Anders als das Alter ist die Unternehmenszugeh\u00f6rigkeit hier entscheidend: Ein Neuling kann sowohl jung sein (also unter 25 Jahre alt) als auch \u00fcber 60 Jahre alt. Die Variable, die z\u00e4hlt, ist, wie lange jemand im Unternehmen ist. Unsere Untersuchung ergab, dass der Prozentsatz der sehr neugierigen Mitarbeiter unter denjenigen, die erst k\u00fcrzlich bei Merck begonnen haben (weniger als ein Jahr besch\u00e4ftigt), h\u00f6her ist im Vergleich zu denjenigen, die schon l\u00e4nger dabei sind \u2013 insbesondere bei Mitarbeitern mit mehr als 20 Jahren Betriebszugeh\u00f6rigkeit. Summa summarum: Entdeckerfreude und Anpassungstoleranz m\u00fcssen gepflegt werden, und es gilt, nicht nur Programme zur Eingliederung neuer Mitarbeitender zu st\u00e4rken, sondern auch langj\u00e4hrige und erfahrene Mitarbeitende im Berufsleben zu unterst\u00fctzen, sich kontinuierlich neu auszurichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Landeszugeh\u00f6rigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland hatte den h\u00f6chsten Gesamtwert f\u00fcr Neugier. In Deutschland sahen wir den geringsten Anteil an Mitarbeitenden mit niedrigen Neugierwerten (27 Prozent im Vergleich zu 35 Prozent in den USA und 38 Prozent in China). Alle Dimensionen der deutschen Mitarbeiter wiesen h\u00f6here Werte auf als die von China und den USA. Mit dem h\u00f6chsten Neugierwert unter den drei L\u00e4ndern zeigen die deutschen Befragten ein gro\u00dfes Verlangen nach neuem Wissen und Informationen und gehen gut mit Reizen um. Dies ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass viele Mitarbeitende sich autonom f\u00fchlen (48 Prozent gaben an, pers\u00f6nliche Verantwortung f\u00fcr ihre Projekte zu haben, verglichen mit 38 Prozent in den USA und 33 Prozent in China) und sich nicht durch ihre Umgebung eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlen (nur 14 Prozent gaben an, stark \u00fcberwacht zu werden, verglichen mit 19 Prozent in den USA und 33 Prozent in China).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmensgr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Kommt es auf die Gr\u00f6\u00dfe an? Es gibt Argumente auf beiden Seiten, wenn es um die Beziehung zwischen der Gr\u00f6\u00dfe eines Unternehmens und seiner Innovationsf\u00e4higkeit geht. In gro\u00dfen Unternehmen sind robuste Strukturen, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Qualit\u00e4t des Personals wichtige Faktoren, die die Innovationsbereitschaft einer Organisation beeinflussen. In kleinen Unternehmen spielen Flexibilit\u00e4t in der Struktur, Spezialisierung und enge Beziehungen zu Kunden eine Rolle als innovationsf\u00f6rdernde Faktoren. Die Umfrage untersucht, wie Mitarbeiter in Unternehmen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe auf dem Neugierindex abschnitten: Mikro (0\u20139 Mitarbeitende), klein (10\u201349 Mitarbeitende), mittel (50\u2013499 Mitarbeitende) und gro\u00df (500+ Mitarbeitende).<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Der Gesamtneugierindex der Mitarbeitenden und die individuellen Neugierdimensionen steigen proportional zur Gr\u00f6\u00dfe der Organisation an.<\/p>\n<ul>\n<li>Mitarbeitende in gro\u00dfen Unternehmen erreichten einen Neugierwert von 71,6.<\/li>\n<li>Mitarbeitende in Mikrounternehmen erzielten einen Neugierwert von 63,8.<\/li>\n<li>37 Prozent der Mitarbeitenden in gro\u00dfen Unternehmen sind hoch neugierig im Vergleich zu nur 20 Prozent der Mitarbeitenden in Mikrounternehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem gibt es eine direkte, positive Korrelation zwischen der Anzahl der Mitarbeitenden in einer Organisation und dem Ma\u00df an Unterst\u00fctzung, das sie f\u00fcr ihre Neugier erhalten: Gr\u00f6\u00dfere Unternehmen gleich h\u00f6here Unterst\u00fctzung f\u00fcr Mitarbeiterneugier, kleinere Unternehmen gleich geringere Unterst\u00fctzung. Interessanterweise verh\u00e4lt es sich bei den H\u00fcrden genau umgekehrt: Je gr\u00f6\u00dfer die Organisation, desto mehr berichten die Mitarbeitenden, dass sie auf mehr Barrieren f\u00fcr ihre Neugier sto\u00dfen. Zum Beispiel berichteten Mitarbeitende in den gr\u00f6\u00dften Organisationen, dass sie wenig Zeit f\u00fcr neugierige Arbeiten erhielten, weniger Autonomie erlebten und weniger M\u00f6glichkeiten hatten, mit Personen au\u00dferhalb ihres Teams zu kommunizieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Neugier unter den Mitarbeitenden mit der Gr\u00f6\u00dfe der Organisation zunimmt, wie die Forschung darlegt, zeigt sie auch, dass die Einzelnen in kleineren Organisationen auf andere Weise profitieren als ihre Kolleg*innen in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen. W\u00e4hrend Mitarbeitende in kleineren Unternehmen seltener berichten, dass sie Autonomie, pers\u00f6nliche Eigenverantwortung f\u00fcr Projekte oder die Wahl der Mittel zur Erledigung von Aufgaben erhalten, f\u00fchlen sie sich auch eher in der Lage, mit Personen au\u00dferhalb ihres Teams zu kommunizieren oder auf eine neue Idee einzugehen. Diese Ergebnisse geben uns zwar ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Erfahrungen der Mitarbeitenden, befeuern aber auch die Debatte dar\u00fcber, welches das ideale organisatorische Umfeld f\u00fcr Innovation darstellt. Ob gro\u00df oder klein, jedes Unternehmen hat seine eigenen Geheimrezepte f\u00fcr Neugier und Innovation. Vielleicht liegt die Antwort nicht in der Gr\u00f6\u00dfe, sondern wie man mit den Zutaten des Innovationsrezepts jongliert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Neugier ist wichtiger denn je. Mit dem Aufkommen disruptiver Technologien \u2013 k\u00fcnstliche Intelligenz, Big Data \u2013 bleibt die Zukunft unklar, aber Neugier wird sicherstellen, dass Organisationen inmitten des Wandels gedeihen k\u00f6nnen. Wie ver\u00e4ndert dies unseren Ansatz zur Erreichung von Erfolg? Was bedeutet dies f\u00fcr die Zukunft der Arbeit? Das wertvollste Kapital eines Unternehmens sind seine Menschen. Neugierige Mitarbeitende lernen schneller, behalten Informationen besser, suchen fehlende Informationen und innovieren mehr. Studien zeigen, dass Neugier gef\u00f6rdert und entwickelt werden kann. Menschen generieren Ideen, Ressourcen bringen sie zur Verwirklichung. Neugier ist ein Indikator f\u00fcr den Fortschritt am Arbeitsplatz.<\/p>\n<p>Die Bew\u00e4ltigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Weltwasserproblematik, Krebs und der Welthunger erfordert Neugier als Mechanismus f\u00fcr innovative L\u00f6sungen. Neugier ist formbar und kann kultiviert werden. Diese Forschung hilft uns zu verstehen, was verschiedene Gruppen wertsch\u00e4tzen und wie Neugier gef\u00f6rdert werden kann, um das Innovationspotenzial freizuschalten. Mit der richtigen Umgebung braucht kein Mitarbeitender zur\u00fcckgelassen zu werden. Wenn gef\u00f6rdert, kann Neugier die Ideenfindung beschleunigen und uns helfen, die globalen Herausforderungen effizient anzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo Neugier t\u00e4glich gekillt wird<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Organisationen aufh\u00f6ren, der Kraft der Neugier nur Lippenbekenntnisse zu leisten, und ihre Mitarbeitenden t\u00e4glich dazu bef\u00e4higen, diese auszudr\u00fccken, f\u00f6rdern sie nicht nur Innovation und Produktivit\u00e4t, sondern steigern auch das Wohlbefinden. Die besten Forschungsergebnisse zeigen, dass die neugierigsten Menschen auch die erf\u00fclltesten sind. Denn Neugier verlangt von uns, dass wir uns jetzt und hier auf komplexe und sinnvolle Weise mit der Welt auseinandersetzen. Sie erfordert kein Gl\u00fccksspiel dar\u00fcber, was in Zukunft Freude ausl\u00f6sen wird, oder das Erinnern daran, was es in der Vergangenheit tat. Neugier erh\u00e4lt das Interesse an einem Moment, den wir tats\u00e4chlich erfassen k\u00f6nnen. Doch w\u00e4hrend Unternehmen propagieren, dass sie die Neugier f\u00fcr wichtig erachten und sie f\u00f6rdern wollen, zeichnen die Aussagen der Menschen in diesen Organisationen ein etwas anderes Bild. Sie machen regelrechte Neugierkiller in den Unternehmen aus. Was genau sind diese Killer?<\/p>\n<p>Unsere Merck-Studie zeigte zwei ganz klar: Zum einen erleben Mitarbeitende starke organisatorische Barrieren. 65 Prozent der Befragten identifizierten B\u00fcrokratie und starre Hierarchien als die gr\u00f6\u00dften Hindernisse f\u00fcr Neugier und Innovation. Hinzu kommen kulturelle Hindernisse. 61 Prozent der Mitarbeitenden gaben an, dass eine Kultur der Fehlervermeidung und kurzfristiges Denken die Neugier d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gleichg\u00fcltigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt fast direkt zu einer zweiten Barriere. Wenn Menschen oft genug erleben, dass egal, was sie sich ausdenken, keine Wirkung hat, werden sie irgendwann aufh\u00f6ren, es zu tun. So funktioniert das: Im 21. Jahrhundert hat fast jeder geh\u00f6rt, wie wichtig es ist, nicht nur die Menschen \u00fcber Neues und Ver\u00e4nderungen zu informieren, sondern sie auch an dessen Gestaltung teilhaben zu lassen. Partizipation ist das Zauberwort. Aber leider nehmen fast alle diesen Ausgangspunkt intuitiv als Endpunkt: Die Leute haben ihren Beitrag geleistet. Jetzt machen wir ohne sie weiter. Ein scheinbarer Dialog wird zu einem Monolog in Verkleidung. Die Teilnahme endet oft in einer blo\u00dfen Illusion, einer Farce des Einbezogenseins, die letztlich nur Frustration und Desillusionierung hervorruft. Dieses Muster wiederholt sich, und was bleibt, ist erlernte Hilflosigkeit. Menschen sind nicht dumm, sie verstehen schnell: es spielt keine Rolle. Ihre Stimme verhallt in einem Vakuum. Ihre Ideen versanden in der B\u00fcrokratie. Und letztlich resignieren sie. Warum noch Gedanken und Energie in etwas investieren, das ohnehin keine Fr\u00fcchte tr\u00e4gt? Warum neugierig sein, wenn Neugier stets im Keim erstickt wird?<\/p>\n<p>Diese erlernte Hilflosigkeit ist ein reiner Neugierkiller. Sie l\u00e4hmt den Innovationsgeist und erstickt jeden Funken kreativen Eifers. Unternehmen und Organisationen, die auf diese Weise agieren, berauben sich selbst der wertvollsten Ressource: dem lebendigen Engagement und der intrinsischen Motivation ihrer Mitarbeitenden. In einer Welt, die sich immer schneller ver\u00e4ndert, kann sich niemand diesen Luxus der Gleichg\u00fcltigkeit leisten. Es ist Zeit, den Zauber der echten Partizipation wiederzuentdecken, die Menschen wirklich einzubeziehen und ihnen die Macht zu geben, Ver\u00e4nderungen mitzugestalten. Nur so kann die Spirale der Hilflosigkeit durchbrochen und eine Kultur des wahren Engagements und der kontinuierlichen Innovation geschaffen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ergebnisfixierung <\/strong><\/p>\n<p>Wie oft haben Sie schon das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, eine Frage sofort zu beantworten, anstatt sie erst einmal zu durchdenken? Im Rahmen meiner interaktiven Workshops zur F\u00f6rderung von Neugier pr\u00e4sentiere ich den Teilnehmern verschiedene experimentelle Aufbauten und fordere sie zu ihren Reaktionen auf. Die Antworten kommen schnell, oft leider sehr vorhersehbar und wenig einfallsreich. Die Teilnehmer sind meist zufrieden, \u00fcberhaupt eine Antwort gefunden zu haben, und h\u00f6ren auf, sobald ihnen die erste Antwort in den Kopf kommt. Doch genau hier liegt das Problem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere neuronale Verdrahtung treibt uns dazu, schnelle Antworten zu suchen. Diese schnelle Reaktionsf\u00e4higkeit war einst \u00fcberlebenswichtig. In der heutigen Welt jedoch, wo die meisten Bedrohungen nicht mehr aus der Savanne, sondern aus komplexen und vielschichtigen Problemen resultieren, ist diese Eigenschaft oft hinderlich. Wir sind so darauf fixiert, die richtige Antwort zu finden, dass wir uns nicht die Zeit nehmen, die Frage wirklich zu verstehen und zu entwickeln. In der Tat, wir sind neurologisch darauf programmiert, schnelle Abschl\u00fcsse und Ergebnisse zu bevorzugen. Doch warum ist das so problematisch? Neugier und Selbstwirksamkeit sind eng miteinander verkn\u00fcpft. Selbstwirksamkeit beeinflusst unsere Kernselbstbewertung \u2013 unsere Einsch\u00e4tzung dar\u00fcber, wie gut wir Probleme l\u00f6sen und kreativ denken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung aktiviert wiederum unsere Neugier, die dann entscheidet, wie wir unsere pers\u00f6nlichen Ressourcen einsetzen. Ein positiver Kreislauf entsteht: Je mehr wir unsere F\u00e4higkeiten als ausreichend wahrnehmen, desto neugieriger werden wir, was uns wiederum motiviert und bessere Ergebnisse bringt. Diese neurologische Barriere, das Bed\u00fcrfnis nach schnellen Abschl\u00fcssen, hindert uns daran, diesen positiven Kreislauf zu erleben. Sie verhindert, dass wir eine Wachstumsmentalit\u00e4t und eine positive Selbstwirksamkeit entwickeln. Diese selbstregulierende und selbst antreibende Dynamik ist entscheidend f\u00fcr die Verbindung von Lebenserfahrung, Kreativit\u00e4t und unserem Attributionsstil. Wenn das Management eines Unternehmens unter Ideenphobie leidet und diese Tendenz f\u00f6rdert, wird die Neugier erstickt und die Innovationskraft des Unternehmens nachhaltig geschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Aber bedeutet das, dass das Gegenteil ebenfalls wahr ist? Ja, absolut. Diese Barriere kann auch als Sprungbrett dienen. Anstatt durch den Wunsch nach schnellen Antworten gel\u00e4hmt zu werden, kann ein Umfeld, das Neugier f\u00f6rdert, die Menschen ermutigen, tiefer zu graben, l\u00e4nger nachzudenken und sich auf den Prozess der Fragestellung einzulassen. Dies st\u00e4rkt nicht nur das Selbstbewusstsein und die Kreativit\u00e4t, sondern f\u00f6rdert auch eine Kultur der kontinuierlichen Innovation und des Wachstums. Indem Sie das Bed\u00fcrfnis nach schnellen Ergebnissen \u00fcberwinden und Raum f\u00fcr Unsicherheit und Exploration schaffen, k\u00f6nnen Sie das volle Potenzial Ihrer Neugier und Kreativit\u00e4t freisetzen. Stellen Sie sich vor, wie viel innovativer und erf\u00fcllter Ihr Leben w\u00e4re, wenn Sie sich erlauben w\u00fcrden, l\u00e4nger in der Frage zu verweilen und die Neugier zu n\u00e4hren. Es ist an der Zeit, unsere neuronalen Barrieren zu \u00fcberwinden und uns auf den Weg zu einer neuen, neugierigeren Welt zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Killer #4 Stress: Eine der gr\u00f6\u00dften Barrieren f\u00fcr Neugier<\/strong><\/p>\n<p>Bekanntlich besteht eine umgekehrte Beziehung zwischen Neugier und Stress. Je h\u00f6her unser Stresslevel, sei es durch Arbeitsbelastung, zwischenmenschliche Spannungen am Arbeitsplatz oder innere Antreiber, desto schwieriger wird es f\u00fcr uns, dem Unbekannten entgegenzutreten. Stress kann uns wie ein l\u00e4hmendes Gewicht vorkommen, das unsere F\u00e4higkeit, off en und neugierig zu sein, erheblich einschr\u00e4nkt. Neben externen Faktoren kann Stress auch tief aus dem Inneren eines Mitarbeitenden kommen. Diese internen Stressquellen umfassen individuelle psychologische Zust\u00e4nde wie die Angst, nicht gut genug zu sein, nicht als teamf\u00e4hig oder loyal angesehen zu werden oder gar isoliert zu werden. Diese Sorgen manifestieren sich oft in Gedanken wie: \u00bbIch bin nicht gut genug\u00ab oder \u00bbWas werden die Leute von mir denken?\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neugier erfordert ein gewisses Ma\u00df an Verletzlichkeit. Wenn man etwas Neues ausprobiert und scheitert, wird diese Verletzlichkeit offenkundig. Der Lerninnovator Clark Quinn hat intensiv \u00fcber dieses Thema nachgedacht. Er teilte mir mit: \u00bbEin Hauptgrund, warum unsere Neugier geschw\u00e4cht wird, ist, dass unser Gehirn st\u00e4ndig nach Vorhersagen und Best\u00e4tigungen unserer Muster und \u00dcberzeugungen sucht.\u00ab F\u00fcr ihn ist Neugier das Gef\u00fchl der \u00dcberraschung, wenn etwas nicht mit unserer Weltsicht \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Zeit der Corona-Pandemie habe ich kurioserweise mehr Auftr\u00e4ge erhalten als im Jahr davor. So lernte ich Anna kennen. Sie war eine engagierte Marketingmanagerin in einem internationalen Unternehmen. Anna liebt es normalerweise, neue Marketingstrategien zu erforschen und zu implementieren. Doch in den letzten Wochen ist sie f\u00f6rmlich in Arbeit ertrunken. Deadlines r\u00fccken immer n\u00e4her, die E-Mails stapeln sich, und obendrein gibt es Spannungen im Team. Anna bemerkt, dass sie kaum noch die Energie aufbringt, sich auf innovative Ideen einzulassen. Stattdessen verfolgt sie immer nur die dringenden Aufgaben des Tages. Ihre Neugier schrumpft f\u00f6rmlich unter dem Druck ihrer Verpflichtungen. Diese Reaktion ist durchaus normal: Bei pl\u00f6tzlichen Ver\u00e4nderungen oder erh\u00f6htem Stress konzentrieren sich Menschen zun\u00e4chst auf das \u00dcberleben und das unmittelbare Hier und Jetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erst wenn sie feststellen, dass sie mit der neuen Situation zurechtkommen, k\u00f6nnen sie sich erneut auf ihr zuk\u00fcnftiges Wachstum und ihre Entwicklung fokussieren. Stress hat die Tendenz, unsere Sichtweise einzuschr\u00e4nken, uns einen Tunnelblick zu verpassen. Unsere Offenheit f\u00fcr Alternativen wird drastisch reduziert, und unsere Perspektive verengt sich. Dies muss nicht zwangsl\u00e4ufig nur in extremen Situationen geschehen; es kann auch in allt\u00e4glichen Stressmomenten auftreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nehmen wir zum Beispiel Tom, einen Software-Ingenieur, der pl\u00f6tzlich mit einer Flut von Fehlern in einem wichtigen Projekt konfrontiert ist. Unter dem Druck, diese schnell zu beheben, merkt er, wie sein kreatives Denken und seine sonstige Innovationsfreude fast vollst\u00e4ndig verschwinden. Er fixiert sich auf das sofortige Problem und verliert den Blick f\u00fcr alternative L\u00f6sungswege, die ihm sonst vielleicht eingefallen w\u00e4ren, wenn er nicht so gestresst w\u00e4re. Aber wie k\u00f6nnen wir nun \u2013 trotz Stress \u2013 unsere Neugier wachhalten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neugierroutinen etablieren. Regelm\u00e4\u00dfige Zeiten einplanen, in denen wir uns bewusst mit neuen Themen und Ideen auseinandersetzen. Dies k\u00f6nnte eine \u00bbNeugierstunde\u00ab w\u00e4hrend der Arbeitstage sein, in der wir uns gezielt mit innovativen Ans\u00e4tzen besch\u00e4ftigen. Unsere Toleranz gegen\u00fcber Anspannung beeinflusst alle anderen Dimensionen unseres Verhaltens. Wenn unsere Anspannungstoleranz gering ist, wirkt sich das negativ auf unsere Neugier in anderen Bereichen aus. Hoher Stress, sei es durch innere Treiber, wie die Angst, nicht dazuzugeh\u00f6ren, oder externe Treiber, wie zu hohe Arbeitsbelastung und mangelnde Zeit zur Reflexion, f\u00fchrt dazu, dass Menschen weniger neugierig zur Arbeit erscheinen.<\/p>\n<p>Stress ist eine der gr\u00f6\u00dften Barrieren f\u00fcr Neugier, aber gl\u00fccklicherweise gibt es wirksame Strategien, um ihm entgegenzuwirken. Indem wir Stress aktiv managen und eine Kultur der Neugier f\u00f6rdern, k\u00f6nnen wir auch in herausfordernden Zeiten offen und lernbereit bleiben. Diese F\u00e4higkeit, Neugier trotz Stress zu bewahren, ist letztlich entscheidend f\u00fcr pers\u00f6nliches und berufliches Wachstum. Es erm\u00f6glicht uns, neue Horizonte zu entdecken und den Wandel aktiv zu gestalten, anstatt von ihm \u00fcberw\u00e4ltigt zu werden. Wenn wir uns wie Tom nicht vom Stress \u00fcberw\u00e4ltigen lassen und proaktiv daran arbeiten, unsere Neugier wachzuhalten, \u00f6ffnen wir uns selbst die T\u00fcren zu neuen M\u00f6glichkeiten und kreativen L\u00f6sungen. Letztlich ist es die Kombination aus Neugier und einem effektiven Stressmanagement, die uns hilft, erfolgreich durch die Transformation zu navigieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie neugierorientierte F\u00fchrung wirkt<\/strong><\/p>\n<p>Ich gebe es zu, ich mag Zahlen \u2013 ganz besonders solche, die Einblick in unser Erleben und Verhalten geben. Wenn sie gut recherchiert und valide erhoben sind, sind sie nicht nur Kopf\u00f6ffner, sondern Leitplanke und Leitstern zugleich. So ging es mir auch mit den Zahlen unseres Curiosity Reports von 2020 in Bezug auf die Wichtigkeit von Neugier-Leadership. Zwei habe ich mir f\u00fcr die Einleitung dieses wichtigen Kapitels aufgehoben:<\/p>\n<p><strong>Vorbildfunktion:<\/strong> 76 Prozent der Arbeitnehmerschaft gaben an, dass eine neugierige F\u00fchrungskraft ihre eigene Neugier und Innovationsbereitschaft verst\u00e4rkt. <em>F\u00fchrungsprogramme<\/em>: Unternehmen, die F\u00fchrungsprogramme zur F\u00f6rderung von Neugier implementiert haben, berichteten von einer 25-prozentigen Steigerung der F\u00fchrungseffektivit\u00e4t. Zum Gl\u00fcck stehen wir im Curiosity Council mit dieser Erkenntnis auf den Schultern von Riesen. Denn schon 1989 schrieb der Managementvordenker Warren Bennis, dass \u00bbF\u00fchrungskr\u00e4fte neugierig sein mu\u0308ssen\u00ab.3 Neugier-Leadership ist also ein so alter Hut, dass er Schulterpolster hat. GenX-Humor, sorry! Aber auch aktueller und ernster ist Neugier ein Schl\u00fcsselfaktor bei der Vorhersage des F\u00fchrungspotenzials. \u00bbWir f\u00fchren dieses Unternehmen mit Fragen, nicht mit Antworten.\u00ab CEO Eric Schmidt f\u00fchrte Alphabet, die Google-Mutter, von 2015 bis 2020 mit dieser Aussage.4 W. Edwards Deming w\u00fcrde stark nickend zustimmen. Der Godfather der modernen Qualit\u00e4tskontrolle, Erfinder des PDCA (Plan, Do, Check, Act), soll gesagt haben: \u00bbWenn du nicht wei\u00dft, wie du die richtige Frage stellst, entdeckst du nichts.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neugier ist eine der am meisten \u00fcbersehenen F\u00fchrungseigenschaften am Arbeitsplatz, m\u00f6glicherweise weil es schwierig ist, den Return on Investment f\u00fcr das Stellen von Fragen, das aktive Erleben der Unternehmenskultur oder die Beteiligung an bedeutungsvoller Kommunikation zu quantifizieren. Ihr Einfluss ist tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dfer, als die meisten Menschen denken. Manager, die ihren Mitarbeitenden Raum geben, neugierig zu sein und sich in die Erforschung neuer Probleme zu vertiefen, insbesondere bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, f\u00f6rdern damit nicht nur die Kreativit\u00e4t, sondern auch die Leistungsf\u00e4higkeit ihres Teams. Dieser Ansatz ist besonders relevant in Arbeitsumgebungen, die von Innovation und Ungewissheit gepr\u00e4gt sind, wie sie typischerweise in wissensbasierten Unternehmen anzutreffen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugierf\u00fchrung macht Teams messbar innovativer<\/strong><\/p>\n<p>Jie Ma belegt das 2023. Er verma\u00df 60 Teams aus verschiedenen Branchen mit insgesamt 300 Teilnehmenden. Die durchschnittliche Teamgr\u00f6\u00dfe betrug f\u00fcnf Personen. Ihn interessierte die messbare Neugier der Vorgesetzten, Zusammenarbeit und Engagement im Team und schlie\u00dflich die Teaminnovation, ermittelt durch Selbstbeurteilung der Teams und externe Bewertung durch Experten. Das Ergebnis: Eine h\u00f6here Neugier der Vorgesetzten ging mit einer h\u00f6heren Innovationsleistung des Teams einher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer sind nun diese Superneugierleader? Der SAS Curiosity@Work Report von 2021 fand vier Arten von Neugiermanagern. Die \u00bbHigh Curiosity Collaborators\u00ab, die \u00bbFlexibility Driven Opinion Seekers\u00ab, die \u00bbProductivity Focused Leaders\u00ab und die \u00bbAnti Curiosity Leaders\u00ab. Preisfrage: Wie verteilen die sich auf die Befragten deutschen Leader? Aus der Neugier-High-Performer-Gruppe fanden sich 17 Prozent, das sind halb so viele wie im internationalen Vergleich. Das Blatt wendet sich bei der Gruppe der Produktivit\u00e4tsleader, die in Deutschland st\u00e4rker vertreten sind als im Rest der befragten Welt. Die sto\u00dfen in das Neugierhorn und sehen einen Effizienz- und Produktivit\u00e4tsvorteil. Allerdings scheinen sie sich eben nicht sicher zu sein, wie diese Neugier gef\u00f6rdert werden kann. Und die Unneugierigen in der F\u00fchrung? Die liegen in Deutschland deutlich in F\u00fchrung. Fast jeder Vierte f\u00e4llt in diese Gruppe. International sind es nur 16 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach neueren \u00dcberlegungen der Psychologen Mark Griffin und Gudela Grote aus dem Jahr 2020 k\u00f6nnte das Hervorrufen von Neugier ein zentraler Bestandteil von F\u00fchrungsverhalten sein, das als \u00bb\u00f6ffnende Verhaltensweisen\u00ab bezeichnet wird. Was sind das f\u00fcr Verhaltensweisen? Zum Beispiel das \u00c4u\u00dfern von Zweifeln \u00fcber den aktuellen Handlungsverlauf, divergentes Denken bei Entscheidungen, die F\u00e4higkeit zur Improvisation und die Ermutigung anderer zur Improvisation sowie das systematische Scannen der Umgebung nach neuen Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um das Wesen eines neugierigen Leaders zu beschreiben, ist es oft erhellender, zun\u00e4chst das Gegenteil zu ergr\u00fcnden. In Workshops mit F\u00fchrungskr\u00e4ften starte ich daher gerne mit der Frage: Was ist ein neugieriger Leader nicht? Die Antworten flie\u00dfen wie Wasser aus einem frisch geborstenen Staudamm: starr, engstirnig, autokratisch, egoistisch, altmodisch, von oben herab, konformistisch, Schwimmen mit dem Strom \u2026 Diese intuitiven R\u00fcckmeldungen finden ihre Best\u00e4tigung in unsere Forschung mit der Fa. Merck zu ihrem 350-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um aus dem Jahr 2016.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch diesen Kontrast lernen die Teilnehmenden, welche negativen Eigenschaften Neugier hemmen und wie wichtig es ist, diese zu vermeiden. Denn zun\u00e4chst einmal unterdr\u00fcckt eine autokratische und von oben nach unten gerichtete F\u00fchrungshaltung die Neugier. Neugierige Untergebene bekommen keine Gelegenheit, Entscheidungen zu hinterfragen oder herauszufordern, geschweige denn neue Optionen zu erforschen und zu teilen. Zweitens f\u00fchrt die Vorherrschaft einer risikoaversen Einstellung dazu, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte sich f\u00fcr bew\u00e4hrte und sichere Ideen entscheiden, was kreatives Denken einschr\u00e4nkt. Drittens besteht eine Vorliebe f\u00fcr Konformit\u00e4t und die Angst, sich gegen\u00fcber anderen Managerkollegen und -kolleginnen hervorzutun. Diese beeindruckende Liste an Neugierkillern im Leadership ist dann sehr viel leichter ein neugierf\u00f6rderndes Verhalten gegen\u00fcberzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Potenzial ist da. Nur leider, leider berichten diese Mitarbeitenden schon seit dem Beginn unserer Erhebungen: ihre Neugier wird radikal ausgebremst. Von unsicheren F\u00fchrungskr\u00e4ften, die Nachfragen im Keim ersticken, von Vorgaben, die zwar Innovation verlangen, aber keine Zeit dabei f\u00fcr das Experimentieren geben wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Tanz zwischen Kontrolle und Neugier<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Neugier in der oberen F\u00fchrungsetage ganz oben steht, hat sie im mittleren F\u00fchrungssegment einen schweren Stand. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass die Sandwichmanager*innen zwischen effizienter Umsetzung strategischer Ziele und dem Neugierpostulat gefangen sind wie Odysseus zwischen Skylla und Charybdis. Die Geschichte kennen Sie nicht mehr? O. k., hier kommt das klassische Sandwichdilemma in der antiken Version. In der Geschichte von Odysseus\u2019 Abenteuer zwischen Skylla und Charybdis geht es um einen der ber\u00fchmtesten und haarstr\u00e4ubendsten Momente der griechischen Mythologie. Skylla und Charybdis sind zwei furchterregende Monster, die auf beiden Seiten einer Meerenge lauern. Skylla ist eine mehrk\u00f6pfige Kreatur, die Schiffe zerrei\u00dft und ihre Besatzungen verspeist, w\u00e4hrend Charybdis ein riesiger Strudel ist, der alles in seiner N\u00e4he verschlingt. Odysseus sieht sich dieser t\u00f6dlichen Zwickm\u00fchle gegen\u00fcber, als er versucht, seine tapfere, aber ersch\u00f6pfte Crew sicher durch die gef\u00e4hrliche Passage zu navigieren. Nachdem ihm die Zauberin Kirke geraten hat, sich f\u00fcr das geringere \u00dcbel zu entscheiden, steuert Odysseus sein Schiff n\u00e4her an Skylla vorbei in der Hoffnung, das Monster werde nur einige seiner M\u00e4nner schnappen, statt dass das gesamte Schiff von Charybdis verschlungen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich verl\u00e4uft nichts nach Plan: W\u00e4hrend seine M\u00e4nner angsterf\u00fcllt und schreiend rudern, schnappt sich Skylla sechs von ihnen mit einem schnellen Happen. Odysseus selbst f\u00fchlt sich ohnm\u00e4chtig vor Trauer und Schuld, muss aber weiterfahren, um den Rest seiner Crew in Sicherheit zu bringen. Das ist das Neugierdilemma der Sandwichleader*innen: das<\/p>\n<p>Risiko des Scheiterns ist meist bedeutender als der potenzielle Gewinn. Schl\u00e4gt ein Experiment fehl, sind Karrierechancen und finanzielle Vorteile gef\u00e4hrdet. Die Kunst der F\u00fchrung liegt also in einem Tanz zwischen Kontrolle und Neugier. Ein wirklich neugieriger Leader verl\u00e4sst sich nicht auf altbew\u00e4hrte Methoden, sondern erkundet st\u00e4ndig neue Wege und f\u00f6rdert eine Kultur des Hinterfragens und Entdeckens. Denn letztendlich macht die Neugierf\u00fchrung nicht nur die Leader selbst inspirierend, sondern bringt das Funken des Innovativen in die gesamte Organisation. Ein neugieriger Leader \u00f6ffnet T\u00fcren, wo andere nur Mauern sehen. Und es sind diese offenen T\u00fcren, die uns das wahre Potenzial von Leadership offenbaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugierf\u00fchrung gibt Mitarbeitenden Purpose<\/strong><\/p>\n<p>Der pakistanische Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Awais Khan untersuchte 2022, wie Neugier in der F\u00fchrung auf das Gef\u00fchl der Mitarbeitenden, eine sinnvolle Arbeit zu verrichten, wirkt. Denn die Sinnhaftigkeit der Arbeit wird zunehmend als wichtiger Faktor f\u00fcr die Arbeitsmoral und das Wohlbefinden der Mitarbeiter anerkannt. Insgesamt hat er Daten von \u00fcber 200 Teilnehmern gesammelt und statistisch ausgewertet, mit dem Ergebnis, dass Mitarbeitende, die ihre Arbeit als sinnstiftend empfinden, ein gr\u00f6\u00dferes Interesse und eine st\u00e4rkere Motivation zeigen, Neues zu lernen und zu erkunden, was zu einem insgesamt anregenderen und produktiveren Arbeitsumfeld f\u00fchrt. Dass wahrgenommene Unterst\u00fctzung und F\u00f6rderung durch F\u00fchrungskr\u00e4fte den positiven Effekt der Arbeitssinnhaftigkeit auf die epistemische Neugier verst\u00e4rkt, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte, die Autonomie und selbstbestimmtes Arbeiten f\u00f6rdern, dazu beitragen, dass Mitarbeiter ihre Neugier ausleben und innovative Arbeitsmethoden entwickeln. Dementsprechend wird nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, sondern auch ihre Produktivit\u00e4t und Innovationsf\u00e4higkeit bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weibliche und m\u00e4nnliche Neugierf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>2023 schaute Colleen Mott in ihrer Doktorarbeit darauf, welche Rolle das biologische Geschlecht einer F\u00fchrungskraft in diesem Zusammenhang spielt. Die angehende Systemwissenschaftlerin kombinierte klassische Frageb\u00f6gen und pers\u00f6nliche Interviews, um m\u00f6glichst viele Details einfangen zu k\u00f6nnen. Befragt wurden 330 F\u00fchrungskr\u00e4fte (50 Prozent weiblich) aus verschiedenen Branchen mit dem Ergebnis, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften in den F\u00fchrungsbewertungen gab. Dies deutet darauf hin, dass das Geschlecht allein keinen wesentlichen Einfluss auf gelingende F\u00fchrung hat. Viele Teilnehmer betonten, dass geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotype in der Wahrnehmung von F\u00fchrung existieren, dass diese jedoch nicht unbedingt die tats\u00e4chliche F\u00fchrungskompetenz widerspiegeln. Allerdings zeigte sich, dass wahrgenommene Neugier einen klaren Zusammenhang mit einem bestimmten F\u00fchrungsstil hat. N\u00e4mlich der transformationalen F\u00fchrung. F\u00fchrungskr\u00e4fte beschrieben Neugier als zentralen Faktor f\u00fcr kontinuierliches Lernen, Innovation und die F\u00e4higkeit, Mitarbeitende zu inspirieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschichten und Beispiele aus der Praxis unterstreichen, wie neugierige F\u00fchrungskr\u00e4fte proaktiv nach neuen Ideen suchen und offene Kommunikationskulturen schaffen. Transformational Leadership oder transformationale F\u00fchrung zielt darauf ab, Mitarbeitende zu inspirieren und zu motivieren, ihre eigenen Erwartungen zu \u00fcbertreffen. Im Gegensatz zur transaktionalen F\u00fchrung, die auf Belohnungen und Bestrafungen basiert, f\u00f6rdert sie Ver\u00e4nderung und Entwicklung. Transformative F\u00fchrungskr\u00e4fte haben eine klare Vision und inspirieren ihre Mitarbeiter, sich f\u00fcr diese einzusetzen. Dadurch entsteht ein gemeinsames Ziel und eine klare Richtung innerhalb der Organisation. Zudem bieten sie individuelle Unterst\u00fctzung, um die einzig artigen Bed\u00fcrfnisse und Potenziale der Mitarbeiter zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kreativit\u00e4t und Innovation werden durch intellektuelle Stimulation gef\u00f6rdert, indem Mitarbeitende ermutigt werden, neue Ideen zu entwickeln und Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Transformative F\u00fchrungskr\u00e4fte schaffen ein motivierendes Umfeld, indem sie hohe Erwartungen setzen und gleichzeitig Unterst\u00fctzung bieten. Sie agieren als ethische Vorbilder, gewinnen dadurch das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden und st\u00e4rken die Unternehmenskultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugierige K\u00f6pfe und proaktive Fragen f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n<p>Dass Neugier ein F\u00fchrungstool ist, habe ich bereits fr\u00fcher dargestellt. Inzwischen kl\u00e4rt sich auch, dass sich ein regelrechtes Dilemma ergibt: F\u00fchrungskr\u00e4fte geben zu Papier, dass sie die Neugier sch\u00e4tzen. Nach Aussage der Gef\u00fchrten jedoch scheinen sie eine Aus\u00fcbung aber zu unterdr\u00fccken. Francesca Gino schreibt, dass 70 Prozent der Befragten berichteten, dass sie auf Hindernisse sto\u00dfen, wenn sie Fragen stellen wollten. Das st\u00fctzt auch unsere Forschung mit Merck. Unsere Daten legen nahe, dass neugierige K\u00f6pfe und proaktives Fragen in einem Top-down-Ansatz zur Entscheidungsfindung kaum gef\u00f6rdert werden, basierend auf einer \u00e4hnlich gro\u00dfen internationalen Umfrage mit 3000 Menschen aus unterschiedlichsten Branchen, die in Deutschland, den USA und Japan durchgef\u00fchrt wurde. In der Studie mit Merck fanden wir drei Schritte, die Neugier st\u00e4rken k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Es besteht die Notwendigkeit, F\u00fchrungskr\u00e4fte dazu zu ermutigen, das \u00bbFragenstellen\u00ab zu f\u00f6rdern. Zum Beispiel: Wie kann der Komfort der Kunden verbessert werden, wenn sie unsere Arbeitsumgebung besuchen? Wie kann die Arbeitsumgebung produktiver gestaltet werden? Was kann getan werden, um ein effektiveres und produktiveres Team zu schaffen?<\/li>\n<li>F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten die Bedeutung der Beobachtung am Arbeitsplatz betonen. Beobachtung kann Neugier unterst\u00fctzen und f\u00f6rdern und anschlie\u00dfend zur Anregung von \u00bbnachforschenden\u00ab Fragen f\u00fchren. Zum Beispiel: Warum haben Kunden Schwierigkeiten, unsere Produkte und Dienstleistungen zu erwerben?<\/li>\n<li>F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten aktiv nach unterschiedlichen Perspektiven suchen, einschlie\u00dflich des Zuh\u00f6rens und Ber\u00fccksichtigens der Stimmen von Minderheiten. Auf diese Weise werden alle Ideen geh\u00f6rt und keine wertvolle Idee \u00fcbersehen. Zum Beispiel aufgrund der Sch\u00fcchternheit einer Person, ihrer Rasse, Kultur, k\u00f6rperlichen Beeintr\u00e4chtigung oder anderer pers\u00f6nlicher Einschr\u00e4nkungen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Erkenntnisse aus unserer Forschung spiegeln die Ergebnisse von Gino wider und unterstreichen die wesentlichen Initiativen, die notwendig sind, um Neugier am Arbeitsplatz zu f\u00f6rdern. Gemeinsam zeigen diese Umfrageergebnisse eine konstante Pr\u00e4ferenz f\u00fcr etablierte sichere Ideen gegen\u00fcber potenziell risikoreicheren Neuheiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Curiofix: Vorgelebte Neugier<\/strong><\/p>\n<p>Neugier braucht Champions. Der Einfluss, den eine F\u00fchrungskraft auf ihr Team aus\u00fcbt, ist ein wichtiger Treiber f\u00fcr die Neugier innerhalb des Teams. In unserer Arbeit bei Merck haben wir festgestellt: Je mehr die F\u00fchrungskraft neues Wissen konsumiert, desto mehr folgt das Team den neugierigen Verhaltensweisen der F\u00fchrungskraft. Das bedeutet, dass auch die Anzahl der Stunden, die das Team mit Lernen verbringt, steigt, um das Verhalten der F\u00fchrungskraft zu spiegeln. Intuitiv macht das Sinn, es kann aber auch ganz anders funktionieren, n\u00e4mlich durch das Vorleben von freiem Denken. Zum Beispiel: Astro Teller, Chef von X, der Innovationsschmiede von Alphabet, fr\u00fcher Google. Er wei\u00df: F\u00fcr X wie f\u00fcr viele andere Unternehmen gilt: Sie wollen die guten Seiten der Innovation. Und daf\u00fcr m\u00fcssen sie Raum geben. Wie geht das? Astro Teller stellte sich vor seine Mannschaft, die an sogenannten Plant Buggies arbeitete. Plant Buggies sind kleine ferngesteuerte Pick-ups, die das Wachstum und die Umgebung von Pflanzen mittels k\u00fcnstlicher Intelligenz \u00fcberwachen und so verbessern. Und er sagte: \u00bbWas w\u00e4re, wenn wir kleine Lautsprecher an die Buggies machen und den Pflanzen Motivationsvortr\u00e4ge vorspielen?\u00ab Die haben ihn angeschaut, als h\u00e4tte er nicht alle Tassen im Schrank. Aber es ging dem Chef nicht darum, die Pflanzen zu motivieren, sondern sein Team, mehr Zeit damit zu verbringen, verr\u00fcckte Ideen wie diese genauer zu betrachten und das eigene Denken zu entengen. Nach dem Motto: \u00bbWenn mein Boss schon so spinnert ist, dann darf ich das wohl auch sein.\u00ab Das hat eben auch echte Ergebnisse: X entwickelt Internet Balloons f\u00fcr Gegenden ohne Glasfaseranbindung. Sie entwickelten das Debug-Projekt. Sie kamen auf die Idee, unfruchtbare Moskitos zu z\u00fcchten, um die Moskitopopulation zu kontrollieren. Und Astro Teller wei\u00df: F\u00fcr Innovationen, die Sie in f\u00fcnf Jahren nutzen wollen, k\u00f6nnen Sie nicht in viereinhalb Jahren anfangen zu brainstormen. Covestros CEO Markus Steilemann hat in Leverkusen und der Welt den Problemraum ge\u00f6ffnet. Er sagte 2016: \u00bbInnovation is everyone everywhere.\u00ab Innovation wird nicht im Forschungslabor geschaffen, sondern in den K\u00f6pfen. Seitdem gibt es die Start-up Challenge: Die beste Idee bekommt ein Jahr, eine Million und ein Team, um aus der Idee den Prototypen zu bauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Curiofix: Neugier steckt an<\/strong><\/p>\n<p>Neugier ist ansteckend, und der faszinierende Beweis daf\u00fcr entstammt einer unerwarteten Quelle: den kargen W\u00fcsten, in denen Mars-Simulatoren betrieben werden. Professor Spencer Harrison, assoziierter Professor f\u00fcr Organisationsverhalten an der renommierten INSEAD Business School, hat die t\u00e4glichen Protokolle von Wissenschaftlerteams, die in diesen Mars-Simulatoren arbeiten, detailliert untersucht. Durch eine linguistische Textanalyse betrachtete Harrison, wie h\u00e4ufig die Teamleiter Fragezeichen und Ausrufezeichen verwendeten \u2013 letztere oft ein Zeichen von \u00dcberraschung. Er wollte verstehen, wie sich diese sprachlichen Signale auf die Ausdrucksweise und Neugier der Teammitglieder auswirkten. Insbesondere analysierte Harrison, ob und in welchem Umfang W\u00f6rter wie \u00bberfinden\u00ab, \u00bbkreieren\u00ab, \u00bbentdecken\u00ab, \u00bbneu\u00ab, \u00bbinnovativ\u00ab oder \u00bbanders\u00ab in den Aufzeichnungen der Teammitglieder vorkamen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ergebnisse waren beeindruckend: Ein Anstieg der Nutzung von Fragezeichen und\/oder Ausrufezeichen bei den Teamleitern an einem Tag korrelierte mit einer Zunahme neugieriger oder kreativer Begriff e durch die Teammitglieder am folgenden Tag. Die Implikationen von Harrisons Forschung sind weitreichend. Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre eigene Neugier ausdr\u00fccken und Wert auf kontinuierliches Lernen legen, inspirieren sie ihre Teams zu h\u00f6heren Leistungen und kreativeren L\u00f6sungen. Es zeigt sich, dass die Art und Weise, wie eine F\u00fchrungskraft kommuniziert und ihre Begeisterung teilt, eine bedeutende Rolle dabei spielt, eine Kultur der Neugier und Innovation zu schaffen. Also, wenn das n\u00e4chste Mal ein Teamleiter auf Sie zukommt und voller Enthusiasmus und Fragen ist, sollten Sie wissen: Es ist mehr als nur ein Zeichen von Engagement. Es ist der Funke, der das Feuer der Entdeckung und Innovation in Ihrem Team entz\u00fcnden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch neugierige F\u00fchrungskr\u00e4fte und ihre fesselnde Art, Fragen zu stellen und \u00dcberraschung auszudr\u00fccken, entsteht eine Atmosph\u00e4re, die mehr als nur Wissen teilt. Sie formt den Entdeckergeist der Zukunft, eine Frage und ein Ausrufezeichen nach dem anderen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Curiofix: Verhindern des Reparaturmodus<\/strong><\/p>\n<p>Neugier von Mitarbeitenden anregen, indem sie sich um sie sorgen oder neugierig auf sie sind, das geht im beruflichen Alltag viel weniger esoterisch, als es klingt. Eine neugierige F\u00fchrungskraft zeigt Neugier gegen\u00fcber ihren Mitarbeitenden, wenn sie miteinander interagieren. Sie signalisiert ihnen ein Interesse an Wissensaneignung, Denken und Lernen. Empathische Neugier hei\u00dft, neugierig auf die Gedanken und Gef\u00fchle anderer Menschen zu sein. Das Verlangen, ihre Erfahrungen zu verstehen und zu wissen, wie es ist, die Dinge aus ihrer Perspektive zu sehen. Ein gutes Beispiel f\u00fcr diese Art von Neugier ist Roger Eberts Sicht auf Filme: \u00bbF\u00fcr mich sind Filme wie eine Maschine, die Empathie erzeugt\u00ab, formulierte er. Ebert mochte es, wie Filme ihm erm\u00f6glichen, \u00fcber Menschen zu lernen, was sie erleben und wie sie f\u00fchlen und denken. Das ist empathische Neugier. Wie geht die? Durch das Verhindern des Reparaturmodus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuh\u00f6ren hat viele Facetten, und nicht alle sind gleich effektiv. Lassen Sie uns in die verschiedenen Schattierungen des Zuh\u00f6rens eintauchen, um zu verstehen, wie wir bessere Zuh\u00f6rer und letztlich auch bessere F\u00fchrungskr\u00e4fte werden k\u00f6nnen. Lassen Sie uns dies mit einer kleinen Geschichte aus dem Berufsalltag illustrieren. Dazu m\u00f6chte ich Ihnen Julia vorstellen. Julia ist eine engagierte Teamleiterin bei einem mittelst\u00e4ndischen Technologieunternehmen. Julia ist daf\u00fcr bekannt, dass sie jedes Problem sofort l\u00f6sen m\u00f6chte. Eines Tages kommt Markus, einer ihrer Teammitglieder, zu ihr und beklagt sich \u00fcber die st\u00e4ndig abst\u00fcrzende Software, an der er arbeitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbWir m\u00fcssen die Software sofort neu installieren\u00ab, erkl\u00e4rt Julia mit Entschlossenheit, noch bevor Markus seinen Satz beendet hat. \u00bbHast du das neueste Update installiert? Funktioniert dein Internet richtig?\u00ab Markus, der eigentlich seine Frustrationen und Gedanken teilen wollte, f\u00fchlt sich \u00fcbergangen. Julia hat geschlossene Fragen gestellt, die ihre eigenen Annahmen best\u00e4tigen sollen. Dies ist leider eine egoistische Art des Zuh\u00f6rens, da Julias Fokus nicht auf Markus\u2019 tats\u00e4chlichen Anliegen liegt.<\/p>\n<p>Einige Wochen sp\u00e4ter lernte ich Julia kennen. Sie erz\u00e4hlte n\u00e4mlich diese Begebenheit im Neugierseminar. Dann lernte sie, dass es eine bessere Strategie gibt: Zuh\u00f6ren mit der Absicht zu lernen. Julia beschloss damals, das Gelernte sofort in die Praxis umzusetzen, es war ihr \u00bbfirst next step\u00ab nach unserem Neugier-Workshop. Was passierte? Als Luisa, eine andere Kollegin, zu Julia kommt und \u00fcber die mangelnde Zusammenarbeit im Team spricht, greift Julia diesmal anders an. Sie stellt offene Fragen wie: \u00bbKannst du mir mehr dar\u00fcber erz\u00e4hlen, wie du die Teamdynamik derzeit wahrnimmst?\u00ab und \u00bbWelche Vorschl\u00e4ge hast du, um die Zusammenarbeit zu verbessern?\u00ab. Julia stellte schnell fest, dass Luisa viele konstruktive Ideen hatte, die sonst ungeh\u00f6rt geblieben w\u00e4ren. Durch das Stellen offener Fragen mit der Absicht zu lernen, hat Julia nicht nur die Probleme von Luisa besser verstanden, sondern auch wertvolle Einsichten gewonnen, die zur Verbesserung des gesamten Teams beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die beste Zuh\u00f6rstrategie ist jedoch jene, bei der empathische Neugier ins Spiel kommt, und bei der auch darauf geachtet wird, was nicht gesagt wird. Hier kommt unser drittes Beispiel ins Spiel. Julia merkte, dass Tom, ein sonst sehr gespr\u00e4chiger Kollege, in letzter Zeit sehr ruhig und introvertiert wirkte. Statt direkt zu fragen, ob etwas nicht stimmt, entschied sie sich, erst einmal Raum f\u00fcr ein offenes Gespr\u00e4ch zu schaffen. \u00bbTom, ich habe bemerkt, dass du in den letzten Tagen sehr still warst. Gibt es etwas, wor\u00fcber du sprechen m\u00f6chtest, oder irgendetwas, das dich besch\u00e4ftigt?\u00ab Tom f\u00fchlte sich gesehen und begann, \u00fcber seine Unsicherheiten und Herausforderungen zu sprechen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, ihn aber dennoch belasten. Julia h\u00f6rte aufmerksam zu, nickte verst\u00e4ndnisvoll und gab Tom das Gef\u00fchl, dass seine Sorgen ernst genommen werden.<\/p>\n<p>Durch empathische Neugier konnte Julia nicht nur eine tiefere Verbindung mit Tom herstellen, sondern auch ein Umfeld schaffen, in dem ihre Teammitglieder sich sicher f\u00fchlen und unterst\u00fctzt wissen.<\/p>\n<p>Zuh\u00f6ren ist weit mehr als nur das reine Aufnehmen von Worten. Es ist ein aktiver, bewusster Prozess, der Achtsamkeit, offene Fragen und oft auch Intuition erfordert. F\u00fchrungskr\u00e4fte, die zuh\u00f6ren, um zu lernen und die unausgesprochenen Sorgen ihrer Teammitglieder wahrzunehmen, schaffen nicht nur st\u00e4rkere Bindungen, sondern auch ein produktiveres und harmonischeres Arbeitsumfeld. Denn am Ende des Tages ist gutes Zuh\u00f6ren das Herzst\u00fcck empathischer F\u00fchrung. Und deren Effekt belegt auch die Forschung. Eine Erfahrungsstudie von Arbeitspsychologe Hannes Zacher von 2016 zur Neugier und Mentorschaft zeigte, dass die Neugier der Mitarbeiter zunahm, wenn sie ein Gef\u00fchl von Mentorat oder Interesse an ihrer Karriere erlebten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Curiofix: Die Rolle der intellektuellen Stimulation<\/strong><\/p>\n<p>Jonathan Evans untersuchte 2020 in seiner Doktorarbeit die Rolle der Neugier von F\u00fchrungskr\u00e4ften bei der intellektuellen Stimulation von Teams. Intellektuelle Stimulation ist eine Komponente transformationaler F\u00fchrung, bei der F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre Teammitglieder dazu ermutigen, kreativ zu denken, innovative L\u00f6sungen zu finden und bestehende Annahmen zu hinterfragen. Dazu schaute er 50 F\u00fchrungskr\u00e4ften und ihren Teams auf die Finger. Wichtiger Zusatz: Hier variierte die Teamgr\u00f6\u00dfe zwischen sechs und zehn Mitgliedern. Erhoben hat er sowohl die Neugierselbsteinsch\u00e4tzung der F\u00fchrungskr\u00e4fte als auch die Fremdeinsch\u00e4tzung durch die jeweiligen Teams. Die Ergebnisse: Teams unter neugierigen F\u00fchrungskr\u00e4ften zeigten signifikant h\u00f6here Werte in Kreativit\u00e4t und Innovationsleistung im Nachtest.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was genau hat Evans gemacht? Das Training f\u00fcr die Studie umfasste eine Haupt\u00fcbung zur praktischen Anwendung der Prinzipien. Bei der \u00dcbung handelte es sich um eine Question-Storming-\u00dcbung, bei der die Teilnehmer lernten, bessere Fragen zu stellen und den Wert von Fragen zu erkennen. Nach der Diskussion verschiedener Arten von Neugier sowie den Vorteilen von Neugier wurde im Training er\u00f6rtert, wie man Neugier ausstrahlt und dazu beitr\u00e4gt, Neugier bei anderen zu wecken. Das Training endete mit der t\u00e4glichen Neugier-Checkliste und einer \u00dcbersicht \u00fcber die Anweisungen, wie man die Aufgabe Mordgeheimnis leitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Agentur f\u00fcr Arbeit: Ziegelsteine und neue Ideen<\/strong><\/p>\n<p>Die Lust auf Neues steht in direktem Zusammenhang mit der Kreativit\u00e4t \u2013 einer Eigenschaft, die im Job sehr gefragt ist. Wenn die Neugierigen also aktiv nach Neuem suchen und so lange gewissenhaft dranbleiben, bis sie es durchdrungen haben, hat das Einfluss auf das Ideenmanagement im eigenen Kopf und im Unternehmen. Schlie\u00dflich gibt es klare Zusammenh\u00e4nge zwischen Neugier und Kreativit\u00e4t. Doch wie k\u00f6nnen wir die sichtbar machen? Und wie k\u00f6nnen Neugierf\u00fchrer und -f\u00fchrerinnen zum Beispiel Mitarbeitende dazu einladen, mehr Neugierverhalten an den Tag zu legen?<\/p>\n<p>Die Freude am Experiment in freier Wildbahn habe ich mir immer bewahrt, und so kam sie in einem sehr \u00e4hnlichen Setting wieder zum Einsatz. Der einzige Unterschied: dieses Mal bereiteten wir die Daten intensiver auf. Der Grund: der Gastgeber hatte eine schon damals sehr relevante Frage, die uns gerade wieder sehr umtreibt: wie bringen wir die Generationen in der Arbeit dazu, intensiv, auf Augenh\u00f6he und mit Freude und Achtung vor dem Denken und Handeln der anderen zu kooperieren. Der Hintergrund dieser Fragestellung war auch damals schon ernst und ist nicht erst durch Boomerbashing und Gen-Y-Verteufelungen pr\u00e4sent geworden. Der Grund ist, dass die Forschung schon l\u00e4nger \u00fcber die kognitiven Unterschiede zwischen den Generationen wei\u00df, und das ganz besonders dann, wenn es um neue und gute, vielleicht sogar bessere Ideen geht.<\/p>\n<p>Heute hat die Sache an Brisanz gewonnen: immer weniger junge Kreative warten n\u00e4mlich auf ihren Einsatz in Unternehmen \u2013 nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil es schlicht und einfach nicht mehr so viele von ihnen gibt. Zukunftsdenker wie meine gesch\u00e4tzte Kollegin Steffi Burkhardt sprechen davon, dass wir zwar pro Jahr, Woche oder Tag weniger, aber daf\u00fcr l\u00e4nger, also bis ins h\u00f6here Alter, arbeiten werden, um die demografische Entwicklung aufzufangen. Mehr Ideen im hohen Alter zu haben und jenseits der 63 noch kreativ sein zu k\u00f6nnen, k\u00f6nnte also zu einer entscheidenden F\u00e4higkeit werden, um im Berufsleben zu re\u00fcssieren. Und da wartet eine klitzekleine H\u00fcrde. Teile des kreativen Prozesses und eine bestimmte Art des kreativen Denkens sind n\u00e4mlich in einem nicht geringen Ma\u00df altersabh\u00e4ngig. Kreativit\u00e4t liebt die Jugend.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu unserem Feldexperiment in der Agentur f\u00fcr Arbeit in K\u00f6ln, das ich 2018 mit meinem damaligen Kollegen der Braincheck GmbH durchf\u00fchrte. Aus der Forschung wissen wir, dass unsere kreativen F\u00e4higkeiten ihren Gipfel im Alter zwischen drei\u00dfig und vierzig Jahren erreichen. Nur bei wenigen von uns h\u00e4lt dieser Peak bis zu einem Alter von f\u00fcnfzig Jahren. \u00c4hnlich gilt das auch f\u00fcr die Neugier: Was haben wir gemacht? Zuerst ma\u00dfen wir die Neugier per Fragebogen, auf dem wir auch das Alter der Teilnehmer erfragten. Dann nahmen alle an einem Test namens J. P. Guilfords Unusual Uses Test teil. Vielleicht haben Sie ja schon einmal von dem ber\u00fchmten Backsteintest geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Die Ergebnisse:<\/strong> Es gab keinen Geschlechterunterschied, unabh\u00e4ngig vom Geschlecht waren Menschen mehr oder weniger neugierig. Aber es gab ein paar Altersunterschiede. W\u00e4hrend alle Teilnehmenden, unabh\u00e4ngig vom Alter, im Schnitt gleich viele Ideen entwickelten, hatten die J\u00fcngeren tats\u00e4chlich die originelleren Ideen. Aber es zeigte sich auch: Die Ideen der \u00c4lteren waren zwar weniger originell in der anschlie\u00dfenden Bewertung, die Ideen waren jedoch tendenziell eher umsetzbar. Dazu gibt es auch ein kurioses Ergebnis der Neugierstudie des RSA Social Brain Centre. Auch dort fanden sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen, wobei \u00dcber-55-J\u00e4hrige neugieriger bewertet wurden als andere Altersgruppen. Pensionierte sowie verwitwete Menschen waren in ihren Daten deutlich neugieriger als Menschen in anderen beruflichen oder ehelichen Situationen. Es scheint unwahrscheinlich, dass es einfach daran liegt, dass Menschen mit mehr Freizeit h\u00f6here Neugier zeigen, denn Arbeitslose sind im Allgemeinen weniger neugierig als Erwerbst\u00e4tige, aber es k\u00f6nnte eine Funktion davon sein, wie fr\u00fchere Erfahrungen uns dabei helfen, was und wie wir uns auf Dinge konzentrieren.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise sind Menschen mit mehr Lebenserfahrung aufgrund eines breiteren Wissensschatzes sensibler f\u00fcr neugierinduzierende Informationsl\u00fccken? Wenn Neugier mit Langlebigkeit verbunden ist, wie oben in \u00bbneugierigen Korrelationen\u00ab erw\u00e4hnt, k\u00f6nnte es sogar sein, dass der neugierigere Partner in einer Ehe dazu neigt, den anderen zu \u00fcberleben? Diese Vermutungen dienen nur als Denkansto\u00df; weitere Forschung w\u00e4re erforderlich, um eine Ursache f\u00fcr diese speziellen Umfrageergebnisse zu formulieren.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Wenn Alt und Jung zusammenkommen, triff t Originalit\u00e4t auf Pragmatik. Und dieser Mix macht dann das Innovationspotenzial aus.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon zeigte unser Feldexperiment aber etwas anderes Bedeutsames: Neugier setzt den Beginn des kreativen Prozesses. Wenn wir neugierig sind, haben wir eine gr\u00f6\u00dfere F\u00e4higkeit, kreative Ideen zu haben und neue Wege des Denkens zu gehen. Es ist, als ob Neugier und Kreativit\u00e4t die besten Freunde sind, die gemeinsam in einem harmonischen Duett tanzen. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr diese enge Verbindung k\u00f6nnte darin liegen, dass die Neugier sowohl divergentes als auch konvergentes Denken stimulieren kann.<\/p>\n<ol>\n<li>P. Guilford identifizierte in seinem Buch <em>The Nature of Human Intelligence<\/em> das Vorhandensein von sowohl konvergentem als auch divergentem Denken als Reaktion auf ein gegebenes Problem. Divergentes Denken greift auf verschiedene Wissensgebiete zur\u00fcck, um viele Antworten auf ein Problem zu generieren, wie zum Beispiel \u00bbfinden Sie Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine B\u00fcroklammer\u00ab. Konvergentes Denken hingegen liegt in der Produktion der besten Antwort auf ein Problem. Kreativit\u00e4t umfasst sowohl konvergentes als auch divergentes Denken. Es scheint intuitiv zu sein, dass spezifische Neugier mit konvergentem Denken verbunden ist, w\u00e4hrend divergente Neugier mit divergentem Denken in Verbindung steht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Heute k\u00f6nnen wir sehen: Der gesamte Innovationsprozess l\u00e4sst sich zusammenfassen als Phasen sensorischer Neugier, die Erkundungen einer Umgebung und divergentes Denken hervorrufen, gefolgt von Phasen kognitiver Neugier, die neue Ideen auf ihre Praktikabilit\u00e4t testen, bevor sie ausgew\u00e4hlt, erprobt und hochskaliert werden, um ein bestimmtes Problem zu l\u00f6sen. Tats\u00e4chlich zeigen Todds und meine Beobachtungen, dass berufliche Neugier und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kollege oder eine Kollegin sich zu innovativen Ideenentwicklungen hinrei\u00dfen l\u00e4sst, sehr deutlich miteinander verbunden sind. Das Besondere daran ist: Die Neigung zur Innovation h\u00e4ngt ebenso deutlich mit dem Antrieb aus Wissensmangel wie mit der Entdeckerfreude zusammen und sehr deutlich mit der Anspannungstoleranz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie Neugierprogramme Unternehmen voranbringen<\/strong><\/p>\n<p>Den Zusammenhang von Neugier und beruflicher Innovation statistisch zu belegen ist das eine. Das andere ist, eine zielgenaue Steigerung der Neugier als Treibstoff f\u00fcr Innovation anzugehen und diese statistisch zu untermauern. Unsere Recherche belegte: Bis 2017 wurden tats\u00e4chlich keine Initiativen auf die Beine gestellt, um den Neugierlevel in einem Unternehmen anzuheben und so vom daraus erwachsenden Verhalten in der Innovationskultur zu profitieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugier bei Merck mit dem Lab Partnership Program<\/strong><\/p>\n<p>In einem Bestreben, Innovation und Wachstum \u00fcber die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus zu f\u00f6rdern, starteten wir das Lab Partnership Program. Dieses Entwicklungsprogramm zielt nicht nur darauf ab, die Neugier innerhalb von Merck zu beleben, sondern auch Partnerunternehmen zu inspirieren und zu unterst\u00fctzen. Stefan Oschmann, der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsleitung und CEO von Merck, brachte es treffend auf den Punkt: \u00bbNeugier ist die treibende Kraft hinter unseren Fortschritten. Jetzt wollen wir empirisch zeigen, dass jeder in der Lage ist, seine Neugier zu steigern.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser \u00bbLab Partnership Program\u00ab wurde mit der Pr\u00e4zision eines Schweizer Uhrwerks entworfen, um gleich drei ehrgeizige Ziele zu verfolgen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wir wollten beweisen, dass man Neugier nicht nur in Kindertr\u00e4umen findet, sondern auch im B\u00fcroalltag erfolgreich entfalten kann.<\/li>\n<li>Wir wollten den direkten Einfluss auf Innovationskultur und Gesch\u00e4ftsergebnisse sichtbar machen: Neugier ist mehr als nur eine nette Eigenschaft \u2013 sie soll erlebbar machen, dass sie die Innovationskraft und die Gesch\u00e4ftsergebnisse befeuert.<\/li>\n<li>Die branchen\u00fcbergreifende Anwendung mitdenken: Warum sollte nur eine Branche den Spa\u00df haben? Unser Ansatz sollte \u00fcberall funktionieren, egal ob in der Pharmaindustrie, Automobilbranche oder im Dienstleistungssektor.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Lab Partnership Program war mehr als nur ein Experiment \u2013 es ist ein Beweis daf\u00fcr, dass Neugier nicht nur im Gehirn von Forschern und Tr\u00e4umern lebt, sondern in jedem B\u00fcro, auf jeder Etage und in jeder Branche zum Leben erweckt werden kann. Mit einer Mischung aus Spa\u00df und wissenschaftlicher Strenge haben wir gezeigt, dass berufliche Neugier nicht nur machbar, sondern auch messbar ist \u2013 und dass sie direkte, positive Auswirkungen auf Innovationskultur und Gesch\u00e4ftsergebnisse hat. Willkommen in der \u00c4ra der neugierigen Unternehmen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Porsche, Weizmann und Merck<\/strong><\/p>\n<p>Im April 2017 starteten wir ein aufregendes Experiment mit Teams von Porsche Consulting, dem Weizmann Institute of Science und Merck. Diese drei Teams, bestehend aus bis zu f\u00fcnfzehn Mitgliedern, arbeiteten in v\u00f6llig unterschiedlichen Bereichen und brachten damit eine breite Palette an Perspektiven mit in den Test. Was sie eint, ist nicht etwa die Suche nach dem unteren Ende der Innovationsskala \u2013 denn dort sind sie nicht zu finden. Nein, diese Teams sind globale Schwergewichte, die wissen, wie wertvoll es ist, berufliche Neugier zu\u00a0professionalisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Claus Lintz, Partner bei Porsche Consulting, bringt es auf den Punkt: \u00bbWir leben in einer Zeit unternehmerischer Umw\u00e4lzungen. Da ist Neugier keine Option, sondern entscheidend f\u00fcr den Erfolg des Unternehmens. Merck zeigt einen vielversprechenden Weg auf. Wir sind neugierig darauf, zu welchen Ergebnissen das Experiment kommen wird. Und wir wollen die Neugier f\u00f6rdern \u2013 bei uns selbst und bei unseren Klienten.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer war dabei?<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Porsche Consulting:<\/strong> Diese Beratergruppe, spezialisiert auf die Luftfahrtindustrie, wusste, dass in Zeiten rasanter Ver\u00e4nderungen Neugier der Schl\u00fcssel zur Anpassung und zum Erfolg ist. Lintz und sein Team waren besonders gespannt darauf, welchen Einfluss das Experiment haben w\u00fcrde.<\/li>\n<li><strong>Weizmann Institute of Science:<\/strong> Ein Team, das tief in wissenschaftlicher Forschung verwurzelt ist und daran arbeitete, innovative L\u00f6sungen zu entdecken. Es war willens, ihre bereits beeindruckende Innovationskraft mit einer Prise Neugier zu potenzieren.<\/li>\n<li><strong>Merck<\/strong>: Ein Wissenschafts- und Technologieunternehmen, das wusste, dass Neugier nicht nur in der Forschung, sondern auch in s\u00e4mtlichen Gesch\u00e4ftsbereichen entscheidend ist. Merck war bereit, Neues auszuprobieren und die Kreativit\u00e4t auf die n\u00e4chste Stufe zu heben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jedes Team stellte sich mutig der Herausforderung, seine berufliche Neugier zu pflegen und gleichzeitig die Innovationskraft zu messen. Es ging darum, praxisnah herauszufinden, ob gesteigerte Neugier tats\u00e4chlich zu besseren Gesch\u00e4ftsergebnissen f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie in einem guten Krimi stieg die Spannung von Monat zu Monat. Beim monatlichen Check-in wurden die Neugier- und Innovationsindizes \u00fcberpr\u00fcft und Anpassungen vorgenommen.<\/p>\n<p>Die Teams berichteten von ihren Fortschritten und Hindernissen, und mit jeder Sitzung kam ein St\u00fcck mehr Erkenntnis ans Licht. \u00bbDie Erfolge sind beeindruckend\u00ab, best\u00e4tigte Lintz nach den ersten Monaten. \u00bbWir merken, dass unsere Neugiertechniken nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Klienten Fr\u00fcchte tragen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Pilotphase des Programms war auf sechs Monate angelegt \u2013 oder wie wir es nannten: auf die \u00bbVermessung der Neugier\u00ab. Dabei erhoben wir eine beeindruckende Anzahl von Datenparametern in den teilnehmenden Teams. Es ging darum, mehr als nur anekdotische Erfolgsmeldungen zu liefern. Stattdessen setzten wir sowohl qualitative als auch quantitative Methoden ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Baseline-Daten:<\/strong> Vor dem Start des Programms sammelten wir erste Datens\u00e4tze, um eine solide Grundlage zu haben.<\/p>\n<p><strong>Zwischenberichte alle vier Wochen:<\/strong> Diese regelm\u00e4\u00dfigen Updates halfen uns, den Fortschritt zu \u00fcberwachen und gegebenenfalls Kurskorrekturen vorzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Abschlussbericht:<\/strong> Zum Ende der Pilotphase wurden umfassende Daten erhoben, um die Wirksamkeit des Programms zu analysieren.<\/p>\n<p>Allein der Blick auf dieses Pflichtenheft entlockte einem altgedienten englischen Organisationspsychologen den Ausruf: \u00bbWhat a wonderful recipe for desaster!\u00ab Doch auch wenn die Suche, Entwicklung und Implementierung der Taktiken alles andere als einfach war, schlie\u00dflich gelang sie in der erfolgreichen Zusammenarbeit von Merck, dem Curiosity Council und allen beteiligten Partnern. Mit dem Lab Partnership Program haben drei Teams aus unterschiedlichen Branchen ihre berufliche Neugier und damit auch ihre Innovationskraft gesteigert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugier unter Extrembedingungen: Das Weizmann Institute<\/strong><\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Labor, das den rauen Bedingungen des Mars gleicht. Die Temperatur betr\u00e4gt eisige 40 Grad unter null. Eines Tages stellt das Sicherheitsteam des Weizmann Institute eine knifflige Frage: Was passiert, wenn die T\u00fcr pl\u00f6tzlich blockiert und niemand mehr hinauskann? Unter der Leitung von Paz Barnett machte sich das Team an die Arbeit. Anstatt die Frage als unl\u00f6sbares Problem abzutun, wandten sie die von uns vermittelte Frage-Sammlungstechnik an. Einer schlug vor: \u00bbWarum nicht eine Nott\u00fcr innerhalb der Hauptt\u00fcr einbauen?\u00ab Die Idee nahm Form an \u2013 eine kleine Not\u00f6ffnung, die ein eingeschlossener Mitarbeitender in umgekehrter Richtung \u00f6ffnen kann, im Wesentlichen wie eine Katzenklappe.<\/p>\n<p>\u00bbOhne diese Technik h\u00e4tten wir so eine kreative L\u00f6sung wahrscheinlich nie gefunden\u00ab, erz\u00e4hlt Paz Barnett begeistert. Die Idee war einfach, aber genial \u2013 und vor allem funktional unter den extremen Bedingungen des Labors. Mit einem Mix aus humorvoller Innovation und pragmatischer Probleml\u00f6sung bewies das Team, dass selbst in den scheinbar hoffnungslosesten Situationen brillante Ideen geboren werden k\u00f6nnen \u2013 wenn man die richtigen Fragen stellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Curiosity Cake Challenge<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Banner der Innovation haben die Mitarbeiter von Merck eine kleine Revolution angezettelt. Nicht mit den traditionellen Methoden der Innovationsf\u00f6rderung, sondern durch etwas, das allen Freude und zugleich intellektuelle Herausforderung bringt: durch R\u00e4tsel und Kuchen. Ja, Sie haben richtig gelesen.<\/p>\n<p>Es begann bei den regelm\u00e4\u00dfigen Innovationstreffen des Teams. Jedes Mal, wenn sie zusammenkamen, bew\u00e4ltigten sie nicht nur die \u00fcblichen gesch\u00e4ftlichen Herausforderungen, sondern auch knifflige R\u00e4tsel, die ihre grauen Zellen auf Trab hielten. Doch das war nur der Anfang. Bald wurde die Idee weitergesponnen mit der Curiosity Cake Challenge, eine Art kulinarischer Wettstreit, der so kreativ wie k\u00f6stlich war. Jeder Mitarbeiter sollte einen Kuchen backen. Die Bedingung war, dass er Zutaten verwenden musste, die er noch nie zuvor genutzt hatte. Die Resultate? Eine Parade der ausgefallensten und faszinierendsten Kreationen, die man sich vorstellen kann.<\/p>\n<p>Ob Sie es glauben oder nicht: Bei den Teambesprechungen wurden diese kulinarischen Wunderwerke nicht nur probiert, sondern auch nach ihrem Innovationsgrad bewertet. Wer wusste, dass man aus feuergebratenen Wassermelonen und Chiasamen ein Dessert zaubern kann, das nicht nur geschmacklich, sondern auch \u00e4sthetisch \u00fcberzeugt? Aber der wahre Gewinn f\u00fcr die Organisation war der Geist der Innovationskultur, der aus dieser ungew\u00f6hnlichen Praxis hervorging. Eine Innovationskultur bl\u00fcht dann auf, wenn die Mitarbeitenden das Gef\u00fchl haben, dass sie ihre Kreativit\u00e4t frei entfalten k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen sp\u00fcren, dass sie ihre innovativen Ans\u00e4tze genauso einbringen k\u00f6nnen, wie es ihnen am meisten liegt.<\/p>\n<p>Und so standen die Merck-Mitarbeitenden nicht nur vor den Whiteboards und Projektpl\u00e4nen, sondern auch in ihren K\u00fcchen, ausgestattet mit Mehl und exotischen Gew\u00fcrzen, bereit, das Unbekannte zu erforschen. Die Curiosity Cake Challenge war der perfekte Weg, um zu zeigen, dass wahre Innovation oft dort beginnt, wo man sie am wenigsten erwartet.<\/p>\n<p>Schlussendlich hat diese kulinarische Metamorphose bei Merck mehr bewirkt als so manche herk\u00f6mmliche Innovationsmethode. Sie zeigte, dass Kreativit\u00e4t und Innovation nicht allein durch starre Prozesse gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen erlebt, geschmeckt und gefeiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugier f\u00fcr das Unternehmen mit dem Activate Curiosity Program<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Erfolg und dem positiven Feedback f\u00fchrte Merck im September 2020 das Programm Activate Curiosity unternehmensweit ein. Es ist selbsterkl\u00e4rend und selbstbestimmt, um Neugier eigenst\u00e4ndig zu f\u00f6rdern. Das Programm steht f\u00fcr einen kulturellen Wandel bei Merck, indem es Neugier systematisch entwickelt und in den Arbeitsalltag integriert. 80,4 Prozent der Befragten stimmten zu, dass neugiersteigernde Taktiken sinnvoll sind, obwohl 51,1 Prozent die Top-down-Initiativen als Hindernis sahen. Am Ende stieg die Zustimmung um 5,53 Prozent auf 55,3 Prozent. Verhaltens\u00e4nderungen zeigten sich in besserer Zusammenarbeit und h\u00f6herem Gruppenselbstvertrauen. Zwei Teams erreichten ihre Innovationsziele, und das Arbeiten an diesen Zielen erneuerte die Teammissionen. Teams profitierten von neuen Perspektiven und erhielten \u00fcberraschende L\u00f6sungen. Das Programm hatte gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf Teams mit anf\u00e4nglich niedriger Neugier, wodurch es signifikante Fortschritte erzielte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine neugierige Zukunft gestalten<\/strong><\/p>\n<p>Die Entstehung des Activate Curiosity Program war weit mehr als ein einfaches Projekt \u2013 es war das Ergebnis intensiver Teamarbeit und einer tiefgehenden Analyse dessen, was Menschen neugierig macht. In den modernen heutigen Arbeitsumgebungen k\u00e4mpfen viele gegen eine Vielzahl von Barrieren: Druck durch finanzielle Budgets, st\u00e4ndige Deadlines und oft erstickende Hierarchien. Unsere Aufgabe war, ein Programm zu entwickeln, das diese Hindernisse \u00fcberwindet und die Neugier wieder in den Vordergrund r\u00fcckt. Was haben wir gemacht?<\/p>\n<p>2019\/2020 starteten wir das sechsmonatige Merck Activate Curiosity Program mit zehn Teams, die die Vielfalt in Mercks Gesch\u00e4ftssektoren und wichtigen M\u00e4rkten repr\u00e4sentierten. Die Teammitglieder f\u00fchrten eine State-of-Curiosity-Umfrage durch (\u00e4hnlich den Umfragen von 2018 und 2020), um ihre Neugierprofile und die Neugierdimensionen zu verstehen, die sie verbessern k\u00f6nnten. Mit diesem Wissen definierte jedes Team ein Innovationsziel und erhielt gezielte Empfehlungen von Critical Chain Managern (CCM). Die CCM boten auch technische Anleitungen zu Interventionen, die jedes Team umsetzen k\u00f6nnte, um die Neugier zu steigern.<\/p>\n<p>Im Verlauf des Programms sahen sich die Teammitglieder Video-Tutorials an und setzten gemeinsam den Aktionsplan um. Regelm\u00e4\u00dfige Touchpoints sowie ein Zwischenworkshop mit Teamleitern \u2013 den sogenannten Curiosity Activators \u2013 wurden durchgef\u00fchrt, um sicherzustellen, dass die Teams die notwendige Unterst\u00fctzung bei der Umsetzung erhielten und Fortschritte in Richtung ihres Ziels machten. Am Ende des Programms f\u00fchrten die Teilnehmer eine Bewertung der Programmauswirkungen durch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Curiosity Activator Motivationscoach trifft Indiana Jones<\/strong><\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Teams von neugierigen K\u00f6pfen, die alle mit einer Art virtuellem Sprachassistenten wie Alexa f\u00fcr Neugier ausger\u00fcstet werden. Jeder bekommt seine eigene Neugierrundumpflege, inklusive Video-Tutorials und Super-Networking-Treffen. Die Teamleiter, Curiosity Activators genannt, wecken dabei das innere Feuer f\u00fcr kreatives Denken \u2013 eine Mischung aus Motivationscoach und Indiana Jones des Arbeitsplatzes.<\/p>\n<p>Alles beginnt mit einer Umfrage, die uns zeigt, wie neugierig wir eigentlich sind und wo noch Luft nach oben ist. Danach setzen wir uns ambitionierte Innovationsziele \u2013 als w\u00e4re jeder Tag eine neue Episode von \u00bbMission Impossible\u00ab, nur dass wir die coolen Gadgets selbst entwickeln. Regelm\u00e4\u00dfige Check-ins stellen sicher, dass keiner auf seiner Neugierreise verloren geht. Am Ende des Programms gibt\u2019s dann eine gro\u00dfe Abschlussfeier \u2013 okay, vielleicht eher eine Bewertung, aber in meiner Vorstellung ein Feuerwerk der Ideen und Erkenntnisse:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Phase 1: Identifikation des Bedarfs und Zieldefinition<\/strong><\/p>\n<p>Die Entwicklung des Activate-Curiosity-Programms begann mit einer klaren Zielstellung: Die Mitarbeitenden sollten ihre nat\u00fcrliche Neugier wiederentdecken und gezielt in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Untersuchungsergebnisse und interne Umfragen zeigten, dass viele sich durch arbeitsplatzbedingten Druck und starre Hierarchien in ihrer Kreativit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlten. Daher beschlossen wir, diesen Bed\u00fcrfnissen Rechnung zu tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Phase 2: Konzeption des Programms<\/strong><\/p>\n<p>Das Programm wurde so entworfen, dass es sich auf die vier Dimensionen der Neugier konzentriert:<\/p>\n<ol>\n<li>Entdeckerfreude: Entdecken und Experimentieren<\/li>\n<li>Antrieb aus Wissensmangel: Das Bed\u00fcrfnis nach Verst\u00e4ndnis und Erkenntnis<\/li>\n<li>Anspannungstoleranz: Die F\u00e4higkeit, in unsicheren und stressigen Situationen ruhig und konzentriert zu bleiben<\/li>\n<li>Offenheit f\u00fcr die Ideen anderer: Das Interesse an den Gedanken, Gef\u00fchlen und Verhaltensweisen anderer Menschen<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Struktur der Tutorials <\/strong><\/p>\n<p>Jedes Modul des Programms beinhaltete:<\/p>\n<ol>\n<li>Videoeinf\u00fchrungen: Jede Lektion begann mit einer ansprechenden und leicht verst\u00e4ndlichen Videoeinf\u00fchrung. Entscheidend dabei war, dass diese direkt von den jeweiligen Mitgliedern des Curiosity Council vermittelt wurde. Das erzeugte die sofortige Akzeptanz durch eine h\u00f6here Absenderkompetenz, die Jungs wussten einfach, wovon sie sprachen.<\/li>\n<li>Schritt-fu\u0308r-Schritt-Anleitungen: Detaillierte Anweisungen erkl\u00e4rten, wie die Interventionen in den Arbeitsalltag integriert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>\u00dcbungen: Die Teilnehmer wurden aufgefordert, nach jedem Schritt praktische \u00dcbungen durchzuf\u00fchren, um die Theorie direkt in die Praxis umzusetzen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Phase 3: Pilotprojekt<\/strong><\/p>\n<p>Auswahl der Teilnehmer:<\/p>\n<p>Das anf\u00e4ngliche Pilotprojekt wurde mit 133 Personen aus zehn verschiedenen Teams durchgef\u00fchrt. Diese Teams stammten aus unterschiedlichen Bereichen und Regionen innerhalb des Unternehmens, um eine breite Palette von R\u00fcckmeldungen zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Durchf\u00fchrung und Datenerhebung<\/strong><\/p>\n<p>Das Pilotprojekt lief \u00fcber einen Zeitraum von sechs Monaten. W\u00e4hrend dieser Zeit erhoben wir eine Vielzahl von Daten, um den Einfluss des Programms zu messen. Dies beinhaltete:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neugierindex<\/strong>: Erstellung von Baseline-Daten und regelm\u00e4\u00dfige Aktualisierungen <em>Innovationsindex<\/em>: Bewertung der Innovationskraft der Teams zu Anfang, in der Mitte und am Ende des Pilotprojekts<\/p>\n<p><strong>Qualitative Daten:<\/strong> Interviews mit Teamleitern und Teilnehmern, um tiefere Einblicke in die Auswirkungen des Programms zu gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Anpassungen:<\/strong> Basierend auf den R\u00fcckmeldungen und den gesammelten Daten wurden einige Aspekte des Programms verfeinert. Der Bedarf an pers\u00f6nlichen Trainingsm\u00f6glichkeiten und die Wichtigkeit der Kontextanpassung wurden deutlich betont.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Phase 4: Unternehmensweite Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im September 2020 wurde das optimierte Activate Curiosity Program auf das ganze Unternehmen ausgeweitet. Das Programm wurde so gestaltet, dass es selbsterkl\u00e4rend und selbstbestimmt ist, wodurch die Mitarbeitenden ihre Neugier eigenst\u00e4ndig und nach ihren individuellen Bed\u00fcrfnissen und Zeitpl\u00e4nen pflegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kontinuierliche Unterst\u00fctzung: Zus\u00e4tzlich zu den Modulen erhielten die Teams kontinuierliche Unterst\u00fctzung durch interne Berater und Zugang zu Onlineressourcen, um ihre Fragen und Herausforderungen adressieren zu k\u00f6nnen. Angesichts des Erfolgs des Programms, sowohl in Bezug auf die Auswirkungen als auch das Feedback der Mitarbeiter, starteten wir im September 2020 einen unternehmensweiten Rollout des Activate Curiosity Program. Im Gegensatz zum Pilotprojekt wird dieses neue Format des Programms selbsterkl\u00e4rend und selbstgef\u00fchrt sein, um den Teilnehmern zu erm\u00f6glichen, ihre Neugier selbst zu pflegen.<\/p>\n<p>Activate Curiosity ist mehr als nur ein Trainingsprogramm \u2013 es ist ein grundlegender kultureller Wandel bei Merck. Es zeigt, dass Neugier nicht nur gef\u00f6rdert, sondern systematisch entwickelt und in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Durch die Kombination von strukturierter Anleitung und der Freiheit zur selbstst\u00e4ndigen Entfaltung ist es uns gelungen, eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Lernens zu etablieren.<\/p>\n<p>Das anf\u00e4ngliche sechsmonatige Pilotprojekt lieferte erstaunliche Ergebnisse. Die Techniken des Programms bewirkten zweierlei:<\/p>\n<ol>\n<li>Ver\u00e4nderung der Teamabl\u00e4ufe: Ungew\u00f6hnliche Ideen wurden zur neuen Normalit\u00e4t.<\/li>\n<li>Soziale Wirkung: Zuru\u0308ckhaltende Teammitglieder begannen h\u00e4ufiger, ihre Ideen einzubringen, und das Vertrauen innerhalb der Gruppen wuchs sp\u00fcrbar. \u00bbWir mussten nur mit unseren Teamleitern sprechen, um aus erster Hand die Ver\u00e4nderungen zu h\u00f6ren, die das Programm bewirkt hat\u00ab, berichtet ein Projektmitglied. Ein Teamleiter \u00e4u\u00dferte sich in einem Interview: \u00bbMein Team stellt jetzt so viele Fragen. Das ist anstrengend!\u00ab Ein neugieriges Team zu haben ist f\u00fcr einen Manager vielleicht nicht der einfachste Weg, aber es ist der beste Weg, um innovatives Denken zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Activate Curiosity ist mehr als ein Programm \u2013 es ist eine Bewegung, die darauf abzielt, Neugier zur Triebfeder der Innovation zu machen. In einer Zeit, in der das Tempo des Wandels schneller ist als je zuvor, erkennen wir, dass es die neugierigen K\u00f6pfe sind, die nicht nur Schritt halten, sondern die Zukunft gestalten. Eine Teilnehmerin fasst es zusammen: \u00bbIch denke, wir sind aufgeschlossener gegen\u00fcber den Ideen anderer und teilen diese. Gruppenselbstvertrauen ist besser geworden. Letztendlich hat dies auch die Kreativit\u00e4t in unserer Kommunikation und Probleml\u00f6sung angeregt.\u00ab Heute ist das Activate Curiosity Program ein f\u00fcr Teams und Einzelpersonen an allen nationalen und internationalen Standorten zur Verf\u00fcgung stehendes Neugiertraining, das in alle in einem Konzern relevanten Sprachen \u00fcbersetzt wurde. Na, wenn das kein Neugier-Erfolg ist!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Curiosity Future Cube<\/strong><\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie organisieren eine gro\u00dfe, zweit\u00e4gige Firmenveranstaltung. Eine entscheidende Frage dabei lautet: Wie k\u00f6nnen Sie sicherstellen, dass alle Teilnehmer auch am zweiten Tag noch genauso neugierig sind und gerne wiederkommen? Oder anders ausgedr\u00fcckt: Wie k\u00f6nnen Menschen langfristig f\u00fcr Themen und Inhalte begeistert werden, die bisher wenig Interesse geweckt haben?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung liegt nicht darin, mehr und bessere Informationen noch unterhaltsamer zu pr\u00e4sentieren \u2013 das sei vorab verraten. Die Flut an Informationen \u00fcberlastet uns alle bereits bis zum Anschlag und erstickt jeden Keim der Neugier. Gl\u00fccklicherweise gibt es einen Rettungsring f\u00fcr diesen Informations\u00fcberfluss \u2013 und der setzt sich aus zwei Techniken zusammen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Setzen Sie auf vernetzte Intelligenz anstatt auf Informations\u00fcberflutung: Konkret bedeutet das, gemeinsam zu denken. Doch Denken allein reicht nicht aus \u2013 es muss gewollt sein, Spa\u00df machen und Sinn ergeben.<\/li>\n<li>F\u00f6rdern Sie Neugier durch gezieltes Management: Indem Sie Menschen daf\u00fcr begeistern, komplexe L\u00f6sungen zu finden, f\u00f6rdern Sie auch das gemeinsame Denken. Bereits 1999 zeigten Forscher der California State University, dass Neugier im Teamumfeld zunimmt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Future Cube basiert auf diesem Konzept und integriert beide Techniken, um der Informationsflut wirksam zu begegnen. Dieses Veranstaltungskonzept nutzt die L\u00fcckentheorie der Neugier und die ansteckende Natur situativer Neugier. Das Ziel dabei ist es, Teilnehmer weniger passiv zuh\u00f6ren zu lassen und stattdessen aktiv zum Denken anzuregen. Der Future Cube schafft einen Raum, der informelle Face-to-Face-Kommunikation mit der kollektiven Intelligenz vernetzter Gehirne verbindet. Anders ausgedr\u00fcckt: Es entsteht eine Kommunikationsplattform, die Neugier f\u00fcr das Denken anderer weckt und gleichzeitig deren Gedanken f\u00fcr alle sichtbar macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Future Cube definiert eine neue \u00c4ra f\u00fcr Firmenveranstaltungen, indem er sich \u00fcber sechs kraftvolle Phasen erstreckt: Initiation, Inspiration, Invention, Iteration, Innovation und Implementierung. Diese werden \u00fcber zwei halbe Tage verteilt, wobei analoge Ausbruchphasen, die Wissen physisch und gestalterisch sichtbar machen, mit digitalen Austauschphasen kombiniert werden. Hierbei erm\u00f6glicht ein spezielles Digitaltool die kollektive Kollaboration und den Austausch von Wissens- und Denkmustern im gesamten Teilnehmerkreis. Jeder kann somit auf den Input anderer zugreifen, ihn bewerten, besprechen und erg\u00e4nzen. Dieses Umfeld f\u00f6rdert neue Ideen, ihre kooperative Vertiefung und ihre Transformation in belastbare Ergebnisse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Synchronisierung von Ideen und Verst\u00e4ndnissen sowie der strukturierte Austausch verwandeln fragmentierte Teile in ein koh\u00e4rentes Ganzes. Das Ergebnis ist eine Ausrichtung der Kr\u00e4fte und ein Stimmungsbarometer f\u00fcr das \u00bbAlignment\u00ab, die Harmonisierung dieser Kr\u00e4fte. Der Future Cube adressiert zudem entscheidende Fragen wie: \u00bbTeilen die Mitarbeiter die gleiche Sichtweise auf Probleme wie das Management?\u00ab Denn unterschiedliche Perspektiven zwischen Management und Mitarbeitenden k\u00f6nnen zu Umsetzungsproblemen f\u00fchren. Wenn die unteren Ebenen anders denken als die oberen, bleibt oft jede Initiative stecken. Diese Erkenntnis mag nicht neu sein, doch verdient sie st\u00e4ndige Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hauptziel des Future Cube ist es daher, Entscheidungen und Arbeitspakete so zu verdichten, dass sie Menschen mitnehmen und direkt zum Handeln motivieren. Diese Methode birgt einen zus\u00e4tzlichen Nutzen f\u00fcr jeden Einzelnen: Sie f\u00f6rdert intrinsische Motivation durch aktive Partizipation, die eine nachhaltige Dynamik erzeugt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Betrachten Sie die \u00fcbliche Dynamik bei Veranstaltungen: W\u00e4hrend etwa 20 Prozent der Zeit f\u00fcr Kaffeepausen reserviert sind, dominieren den Rest meist langweilige Pr\u00e4sentationen und passive Teilnehmer. Doch wo entstehen wirklich bahnbrechende Ideen? Wo findet der inspirierende Austausch statt? Richtig \u2013 oft in den Kaffeepausen. Der Future Cube strebt danach, diese emotionale und intellektuelle Intensit\u00e4t einer solchen Pause auf die gesamte Veranstaltung auszudehnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch die digitale Vernetzung bietet der Future Cube weniger neugierigen Teilnehmern die M\u00f6glichkeit, dem Diskurs aus einer gewissen Distanz und Anonymit\u00e4t heraus beizuwohnen \u2013 und dann zu interagieren, sobald sie dazu bereit sind. Die gemeinsame Entwicklung von Wissensmustern bewirkt, dass alle Teilnehmenden die neuen Informationen als interessant und nicht als bedrohlich empfinden. Menschen stehen L\u00f6sungen, an denen sie selbst mitgearbeitet haben, generell positiver gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich nutzt der Future Cube das Konzept des Raums als \u00bbdritten Lehrer\u00ab. Statt traditioneller Stuhlreihen und wei\u00dfer Stehtische bietet er eine herausfordernde Raumgestaltung: An Stehbr\u00fccken stehen Computer f\u00fcr die digitalen Phasen bereit, w\u00e4hrend hinter diesen Br\u00fccken \u00fcberdimensionale Tafeln mit bunten Kreiden die Teilnehmer dazu ermutigen, ihre K\u00f6pfe f\u00fcr neue Perspektiven zu \u00f6ffnen. Das Ambiente und Set-up der Veranstaltung selbst tr\u00e4gt also dazu bei, die Neugier der Teilnehmer zu wecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die sechs \u00bbI\u00ab der Neugier<\/strong><\/p>\n<p>Alles in allem stellt der Future Cube einen ehrgeizigen Anspruch an das Eventkonzept dar. Dass dieser Anspruch jedoch in der Praxis umsetzbar ist und bereits erfolgreich erprobt wurde, zeigte sich bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Personalf\u00fchrung (DGFP): Im Oktober 2014 war der Future Cube das zentrale Element des DGFP-Labs zum Thema Partizipation. An zwei halben Tagen kamen unter der \u00c4gide des Future Cube zweihundert Menschen zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Initiation: Neugier-Auftakt mit digitaler Magie<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine gut geplante Veranstaltung beginnt nicht mit klaren Zielen, sondern mit offenen Fragen und einem Hauch von Chaos. So auch beim Future Cube, wo das Thema Partizipation im Mittelpunkt stand, w\u00e4hrend die Zielsetzung bewusst vage blieb \u2013 ein strategischer Schachzug, um Raum f\u00fcr neues und neugieriges Denken zu schaffen. Die Initiation startete mit der Frage: \u00bbWelches Thema ist Ihnen besonders wichtig?\u00ab Mithilfe eines digitalen Tools wurden die Antworten gesammelt und thematisch geclustert. Jeder Teilnehmer fand sich pl\u00f6tzlich in einem bunten Mix aus Kolleginnen und Kollegen wieder, die er sonst vielleicht nie getroffen h\u00e4tte \u2013 ein Paradebeispiel f\u00fcr Diversity per Algorithmus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em><strong> Inspiration: Digitale Vernetzung und die Macht der Vielfalt<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der inspirierenden Phase des Future Cube begannen die K\u00f6pfe der Teilnehmer f\u00f6rmlich zu rauchen. An den Computern wurde gelesen, geschrieben und geteilt, w\u00e4hrend die Vielfalt der Themen und Ans\u00e4tze faszinierte \u2013 eine Art \u00bbFacebook in real life\u00ab, jedoch mit echtem Mehrwert. Diese Phase brachte nicht nur neue Perspektiven, sondern sorgte auch daf\u00fcr, dass bisherige Denkmuster hinterfragt und neu gedacht wurden. Die Teilnehmenden erlebten hautnah, wie das Gehirn im Fluss bleibt und Energiesparmodi keine Chance haben \u2013 unterst\u00fctzt durch inspirierende Impulse von au\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em><strong> Invention: Neugier triff t auf grafische Gestaltung<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit offenen K\u00f6pfen und einer klaren Themenpalette begann die Erfindungsphase im Future Cube. Hier ging es nicht um trockene Pr\u00e4sentationen, sondern um kreative Freiheit und gestalterische Herausforderungen. Anstatt bei der Sprache zu bleiben, griff en die Teilnehmenden zu Farben und Formen \u2013 ein \u00bbBastelteil\u00ab der besonderen Art. Die zentrale Frage lautete: \u00bbWie k\u00f6nnen wir unser Thema aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen?\u00ab Die Ergebnisse wurden grafisch aufbereitet und digital im Netzwerk geteilt, wo sie zur weiteren Inspiration und Vertiefung bereitstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Iteration: Gemeinsames Feintuning und kollektives Feedback <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Iterationsphase des Future Cube wurden die gesammelten Ideen und Ans\u00e4tze weiterentwickelt und verfeinert. Kommentare und Erg\u00e4nzungen flossen durch das digitale Netzwerk, w\u00e4hrend die Teilnehmenden per Mausklick ihre Pr\u00e4ferenzen und Gedanken gewichteten. Dieser Prozess f\u00f6rderte nicht nur neue L\u00f6sungsans\u00e4tze, sondern st\u00e4rkte auch die Gemeinschaft, indem er Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Ideen der anderen schuf. So entstand eine dynamische Feedbackschleife, die die kollektive Intelligenz auf ein h\u00f6heres Niveau hob und die Grundlage f\u00fcr konkrete Ergebnisse legte. Der Future Cube bewies damit eindrucksvoll, dass eine Veranstaltung mehr sein kann als die Monotonie langweiliger Vortr\u00e4ge. Er schaffte eine Umgebung, in der Kreativit\u00e4t, Inspiration und kollektives Denken zu einem dynamischen Erlebnis verschmelzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em><strong> Innovation: Chancen erkennen und motivieren<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der f\u00fcnften Phase mussten sich die Teilnehmenden nicht nur dar\u00fcber einig werden, was die L\u00f6sung des Problems sein k\u00f6nnte, sondern vor allem dar\u00fcber, wie diese L\u00f6sung konkret aussehen, wie sie angegangen werden und was sie beinhalten sollte. Konkrete Ideen wurden entwickelt und im Netzwerk bewertet \u2013 und dadurch wurde gemeinsam die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernommen. Jede Gruppe suchte sich aus allen L\u00f6sungsans\u00e4tzen einzelne aus und erarbeitete daf\u00fcr einen Umsetzungsplan. Nach einer weiteren kollektiven Bewertungsphase w\u00e4hlte sie die Projektvorschl\u00e4ge aus, die f\u00fcr sie die ad\u00e4quaten L\u00f6sungen f\u00fcr die konkreten Herausforderungen boten. Ein Teilnehmer fasste das so zusammen: \u00bbNoch nie haben wir am Ende einer Tagung so viele konkrete L\u00f6sungen gehabt und somit alle gemeinsam gewusst, was zu tun ist.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><em><strong> Implementierung: vom Ideenschatz zum Commitment<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn Harmonie herrscht, dann spricht man neumodisch von \u00bbAlignment\u00ab \u2013 das ist sozusagen die halbe Miete f\u00fcr jedes Unternehmen. Die andere H\u00e4lfte? Die landet auf dem Konto, wenn jeder Einzelne und jedes Team voll und ganz hinter der Sache stehen, was in der Businesssprache \u00bbCommitment\u00ab genannt wird. Doch das zu erreichen, ist oft schwieriger als eine erfolgreiche Budgetplanung. Es gibt immer das ber\u00fcchtigte \u00bbgenervte Dutzend\u00ab, das mit seiner negativen Energie die ganze Stimmung vermiest. Aber der Future Cube l\u00e4sst diesen N\u00f6rglern keine Chance: Kritik wird im digitalen Netzwerk zu konstruktivem Feedback umgewandelt, auf dem neue L\u00f6sungen aufgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der sechsten und entscheidenden Phase des Future Cube geht es darum, sowohl F\u00fchrungskr\u00e4ften als auch Mitarbeitern eine solide Basis f\u00fcr die direkte Umsetzung der Ideen zu geben. Und diese Umsetzung wird auch erfolgen, denn durch die transparente Entstehung der Arbeitsergebnisse und die kontinuierliche Beteiligung aller Teilnehmer ist die intrinsische Motivation hoch und die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Umsetzung ebenfalls.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das greifbare Resultat? Am Ende der Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Personalf\u00fchrung gab es keine chaotische Kakophonie von Ideen, sondern drei\u00dfig handfeste Thesen f\u00fcr die Zukunft der Arbeit. Und diese Thesen waren nicht nur Ergebnisse eines Workshops, sondern sie besa\u00dfen echte Relevanz, weil sie gemeinsam entwickelt und von allen mitgetragen wurden. So zeigt der Future Cube nicht nur, wie man Ideen in die Tat umsetzt, sondern auch, wie man eine Gemeinschaft inspiriert und zusammenf\u00fchrt \u2013 ganz ohne den \u00fcblichen Montagsblues.<\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-686171\" class=\"post-686171 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-pr-journal tag-ernst-primosch tag-fischerappelt tag-ketchum tag-msl tag-pr-agentur-ranking tag-pr-agenturen tag-pr-agenturen-ranking-2024 tag-segmenta-communications tag-serviceplan\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<footer id=\"colophon\" role=\"contentinfo\">\n<div id=\"vhb-footer\"><\/div>\n<\/footer>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Carl Naughton: \u201eDie Kraft der Neugier. 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