{"id":686059,"date":"2025-04-24T06:00:51","date_gmt":"2025-04-24T04:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=686059"},"modified":"2025-04-25T00:26:58","modified_gmt":"2025-04-24T22:26:58","slug":"buchauszug-ronny-schoening-business-dojo-fuer-fuehrungskraefte-die-7-stufen-zu-innerer-staerke-und-wirksamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2025\/04\/24\/buchauszug-ronny-schoening-business-dojo-fuer-fuehrungskraefte-die-7-stufen-zu-innerer-staerke-und-wirksamkeit\/","title":{"rendered":"Buchauszug Ronny Sch\u00f6ning: &#8222;Business-Dojo f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte. Die 7 Stufen zu innerer St\u00e4rke und Wirksamkeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<h1>Buchauszug Ronny Sch\u00f6ning: &#8222;Business-Dojo f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte.\u00a0Die 7 Stufen zu innerer St\u00e4rke und Wirksamkeit&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_686083\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686083\" class=\"size-full wp-image-686083\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Schoening.62-20250212_Ronny-Schoenig_Dresden@dennis-seiter-e1744840450879.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Schoening.62-20250212_Ronny-Schoenig_Dresden@dennis-seiter-e1744840450879.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Schoening.62-20250212_Ronny-Schoenig_Dresden@dennis-seiter-e1744840450879-300x244.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Schoening.62-20250212_Ronny-Schoenig_Dresden@dennis-seiter-e1744840450879-369x300.jpg 369w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-686083\" class=\"wp-caption-text\">Ronny Sch\u00f6ning (Foto: PR\/<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>NICHT MEHR JUNG UND WILD, SONDERN FOKUSSIERT<\/strong><\/p>\n<p>Sie sind einst aufgebrochen, um Ihrem Management eine ganz besondere Note zu geben. Unverwechselbar und empathisch wollten Sie agieren, mitrei\u00dfend und voller Elan wahrgenommen werden, Sie wollten Spuren legen, die nur in eine Richtung zeigten, in die des Erfolgs. Gut so. Wie sonst h\u00e4tten Sie Ihre Aufgaben rocken k\u00f6nnen als junger, wilder Mensch, der motiviert von der Uni in den Job stolpert, im Kopf die Kreativit\u00e4t und im R\u00fccken das Dr\u00e4ngeln, ganz oben auf der Karriereleiter zu landen? Sie l\u00e4cheln, wenn Sie sich an diese Anfangszeit erinnern, und in dieses L\u00e4cheln mischt sich die Wehmut: Nicht mehr ganz so jung und die Wildheit ist irgendwo zwischen Zieledefinitionen und Evaluationen auf der Strecke geblieben, m\u00f6gen Sie denken.<\/p>\n<p>Bei genauer Betrachtung kommt gar in den Sinn: Die Monotonie hat sich dazwischen geschlichen, und die macht m\u00fcde. Aber wer kann sich schon in verantwortungsvoller Position eine Auszeit leisten, um die Energiereserven aufzuf\u00fcllen, um einfach mal loszulassen von den Auf- gaben? Ich kenne zahlreiche Manager und Managerinnen, die \u00e4hnliche S\u00e4tze im Coaching sagen wie: \u00bbFr\u00fcher ging mir alles leichter von der Hand.\u00ab Oder: \u00bbIch kann nicht mehr abschalten.\u00ab Oder: \u00bbDer Druck ist einfach zu gro\u00df.\u00ab Oder: \u00bbWenn ich nicht stark bleibe, leidet mein Team.\u00ab<\/p>\n<p>Die Businesswelt ist komplex und dicht vernetzt, gepr\u00e4gt von all- gegenw\u00e4rtiger Transparenz, w\u00e4hrend echte R\u00fcckzugsorte kaum noch existieren. Mitunter scheint es, als k\u00f6nnten selbst unsere Gedanken digitale Algorithmen beeinflussen \u2013 ein Szenario, das wie ein Schreckgespenst aus der Zukunft in die Gegenwart tritt. Ich muss kein Hellseher sein, um zu erkennen: Es fehlen Zeit und R\u00e4ume f\u00fcr einsame Gedanken, aber ein Mensch kann sich nur in der Stille selbst begegnen. Die digitale Welt ist zu laut, und Ihr Business verfolgt Sie bis in den Schlaf. Wer kennt es nicht, vor der Nacht noch einmal die E-Mails zu checken oder die ersten Handy-Gespr\u00e4che vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zu f\u00fchren? Ein H\u00e4kchen mehr auf der To-do-Liste, das ist oftmals der Treiber, nur machen viele H\u00e4kchen keinen gl\u00fccklichen Menschen. Es fehlen dann die L\u00fccken f\u00fcr \u00dcberraschendes, f\u00fcr Entscheidendes.<\/p>\n<p>Kein Kampfk\u00fcnstler w\u00fcrde ohne Pause und Reflexion seine St\u00e4rke beweisen k\u00f6nnen \u2013 seine Muskeln w\u00fcrden \u00fcbers\u00e4uern, er w\u00fcrde Schnelligkeit, Geschmeidigkeit einb\u00fc\u00dfen, \u00a0auf Dauer w\u00fcrde er sein Spiel verlieren. Sie halten dieses Buch in den H\u00e4nden, um von den Kampfk\u00fcnstlern zu lernen, die den Weg des Siegers beschreiten. Davon will ich Ihnen erz\u00e4hlen, denn drei Jahrzehnte habe ich geforscht, wie es gelingen kann, diese Prinzipien auf das Management zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><strong>Die Sache mit dem Gl\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Karrieren investieren Manager viel, n\u00e4mlich Lebenszeit. Arbeitszeiten von 50 bis 80 Wochenstunden sind nicht die Ausnahme, sie sind die Regel. Und die aktuelle Diskussion um eine 34-Stunden-Woche h\u00f6hnt in manchen Managerohren wie ein Traumgespinst. Wie bitte sch\u00f6n sollte ein steigendes und immer komplexer werdendes Aufgabenvolumen in der H\u00e4lfte der Zeit erledigt werden? Die Wahrheit sieht anders aus. Wo in den 1990er Jahren das Schlagwort der Work-Life- Balance durch die Unternehmen \u00a0geisterte und um 17.00 Uhr der allgemeine Aufbruch in den Feierabend stattfand, da ist heute die Rede von \u00dcberlastung, Stress, Depression und Burnout, von Homeoffice bis in die Nachtstunden hinein.<\/p>\n<p>Wir sollten es nicht l\u00e4nger sch\u00f6nreden, sondern es einmal im Klartext aussprechen: Der Job einer F\u00fchrungskraft ist nach wie vor ein Garant f\u00fcr Ansehen und Einkommen, so wertet das Stepstone-Magazin eine Umfrage aus, aber f\u00fcr das pers\u00f6nliche Gl\u00fcck eignet er sich nur noch bedingt. Man altert schnell im Stress, und man vergisst, dass es diese kleinen bedeutsamen Dinge im Leben gibt, die man erst sieht,\u00a0wenn der Blick sich in der Weite des eigenen Unbewussten verlieren darf. Besonders vor herausfordernden \u00a0Aufgaben ist dieser ziellose Blick nach innen eine Phase der Vorbereitung. Er schult n\u00e4mlich die seelische Widerstandskraft, er gibt das gute Gef\u00fchl, dass alles, was Sie f\u00fcr eine Herausforderung ben\u00f6tigen, bereits in Ihnen ist.<\/p>\n<p>Ein Kampfk\u00fcnstler arbeitet mit solch einer Energie, er steuert die Prozesse weniger nach oktroyierten Methoden, weniger nach einem Mechanismus der Schadensbegrenzung, er will siegen! Immer. Dazu sucht er die Ruhe vor dem Kampf. Dieses abgedroschene einstige Modewort der Work-Life-Balance ber\u00fchrt ihn nicht, denn es w\u00e4re wie das Feilen am Felsen, um diesem Felsen eine Kontur zu geben \u2013 eben ein aussichtsloses Unterfangen. Denn die Work-Life-Balance verhindert den Kampf, sie h\u00e4lt fest in einer Schonhaltung. Es gilt vielmehr: alles zu geben, aber bitte mit Achtsamkeit, mit jenem Gewahrsein f\u00fcr die Technik, Muskelkraft und Seelenst\u00e4rke vor einer Handlung.<\/p>\n<p>In unserer Welt, in dieser zunehmend stressentflammten Welt, brauchen Manager keine weiteren Methoden der universit\u00e4ren Lehre, um wieder zu sich zu finden und jenen Siegesimpuls zu sp\u00fcren, von dem sie aktuell denken, sie h\u00e4tten ihn verloren. Mehr vom Gleichen bringt keine Ver\u00e4nderung, es schichtet sich vielmehr auf, was ohnehin Stress bedeutet. Was ich damit meine? Ich meine, eine F\u00fchrungskraft sollte sich die junge Wildheit unabh\u00e4ngig vom Alter und von den Karriereschritten erhalten! Ich meine dieses unverf\u00e4lschte Gef\u00fchl, k\u00f6rperlich, geistig, seelisch im richtigen Energiefluss zu sein, das Siegerl\u00e4cheln im Gesicht.<\/p>\n<p>Und sollten Sie nun denken: \u00bbDas ist mein Bestreben, seit ich auf- gebrochen bin\u00ab, dann glaube ich Ihnen das. Aber gleichzeitig sage ich Ihnen: Ein Ziel zu haben, das ist noch kein Sieg \u2013 und ein Ziel zu er- reichen, ist nicht immer Ihre pers\u00f6nliche Erf\u00fcllung. Sie m\u00fcssen den Sinn in dem erkennen, was Sie tun. Sie brauchen dieses unbeschreib- lich gute Gef\u00fchl im Herzen, genau am richtigen Platz zur richtigen Zeit zu k\u00e4mpfen. Sehen wir genauer hin.<\/p>\n<div id=\"attachment_686084\" style=\"width: 418px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-686084\" class=\"size-full wp-image-686084\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Cover.schoening._Dojo-fuer-Fuehrungskraefte_Robert-Schoenig_Campus-Verlag.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Cover.schoening._Dojo-fuer-Fuehrungskraefte_Robert-Schoenig_Campus-Verlag.jpg 408w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2025\/04\/Cover.schoening._Dojo-fuer-Fuehrungskraefte_Robert-Schoenig_Campus-Verlag-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><p id=\"caption-attachment-686084\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Campus Verlag)<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/business\/personalmanagement\/business_dojo_fuer_fuehrungskraefte-18484.html\">Business-Dojo f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte, ein Buch von Ronny Sch\u00f6nig &#8211; Campus Verlag <\/a>28 Euro, 208 Seiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tee trinken und nachdenken!<\/strong><\/p>\n<p>In der Beschleunigung der Zeit lernen wir, mehr zu erledigen, mehr zu wollen, immer weiter nach vorne zu laufen, auch wenn der Atem kurz und flach wird, weil Cortisol im \u00dcberma\u00df durch die Adern flutet und das Herz den Takt nicht halten kann. Fakt ist: Wenn wir solch Getriebene auf der Spur der Karriere sind, machen wir irgendwann schlapp. Die leise Stimme der Vernunft mahnt stetig, aber das Ego ist lauter. Weiter, weiter, fordert es, sonst laufen andere vor dir durchs Ziel. Das scheint mir das Mantra im Management zu sein. Ich h\u00f6re es zwischen den gesprochenen Zeilen, wenn ein Mann, eine Frau vor mir steht mit hochgezogenen Schultern, die Angespanntheit im Gesicht: \u00bbWas soll ich machen? Entweder man ist Teil des Spiels oder man sitzt auf der Wartebank.\u00ab<\/p>\n<p>Ich finde, sobald der Atem sich verhaspelt und die Entspanntheit der Muskeln verloren geht, sollte man sich wie ein Samurai zur\u00fcckziehen, durchatmen, seinen eigenen Takt wiederfinden und sich sehr genau die Antwort auf die Frage \u00fcberlegen: \u00bbWill ich diesen Kampf wirklich, will ich mich darin verausgaben?\u00ab Hier denke ich an Anne- Kathrin, eine Frau in den Vierzigern, erfolgsverw\u00f6hnt und engagiert, eine Frau, die bislang Gro\u00dfes stemmte. Sie arbeitete im h\u00f6heren Management eines Klinikverbundes in Deutschland. Der Karriereaufstieg hatte sie ersch\u00f6pft, sie lebte mit der Angst, f\u00fcr die herausfordernden Aufgaben nicht gut genug zu sein. Wenn sich Angst einmal festsetzt, wird sie schnell zum Parasiten, der sich nicht mehr ohne Weiteres absch\u00fctteln l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erkannte ich an K\u00f6rperhaltung, nerv\u00f6sen Gesten, an der leisen, schwingungsarmen Stimme: Das ist ernst! Anne- Kathrin steht vor der totalen Ersch\u00f6pfung. Denn Menschen, die von einer Traurigkeit \u00a0in eine depressive Phase rutschen, \u00a0verlieren ihre Kraft in der Stimme, in der K\u00f6rperhaltung, sie werden in den Bewegungen langsam und fahrig. Nach asiatischer Manier bot ich Anne- Kathrin zun\u00e4chst einen frisch aufgegossenen Tee an. Das sind wenige Minuten vor dem Coaching, in denen sich beide sammeln, nochmals in sich gehen, bevor sie sprechen.<\/p>\n<p>Nach den ersten Schlucken r\u00e4usperte sich Anne-Kathrin und erz\u00e4hlte ihre Geschichte der letzten zwei Jahre \u2013 und \u00a0ich war beeindruckt. Wenn ich sie mit drei Adjektiven beschreiben sollte, w\u00e4ren das: ehrgeizig, unerm\u00fcdlich, kreativ. Aber wie so oft kippen auch diese positiven Merkmale, wenn man sie \u00fcbertreibt. Zu viel Ehrgeiz wird zu Verbissenheit; Unerm\u00fcdlichkeit auf Dauer schadet K\u00f6rper und Geist und \u00fcberlastet die Systeme; Kreativit\u00e4t, die nicht spielerisch schweben darf, sondern mit Peitschenhieben erzwungen wird, landet im Bl\u00f6dsinn. Kurzum: Anne-Kathrin war dabei, ihre St\u00e4rken durch \u00dcbertreibung abzuwickeln. Statt innezuhalten und nach gewinnbringender Korrektur zu suchen, statt die Energie in neue Spuren zu lenken, forcierte sie alles durch noch mehr Einsatz. Was verloren ging, war ihre einstige Brillanz. Das sp\u00fcrte sie selbst, das sp\u00fcrten auch die anderen, also reagierte sie mit noch mehr Einsatz an Zeit und Kraft, was wiederum dazu f\u00fchrte, dass sie Freunde, Hobby, Privates vernachl\u00e4ssigte, denn bis sp\u00e4t in die Nacht beantwortete sie Mails oder feilte an Konzepten oder bereitete Meetings vor. Auch mit dem Partner kam es zu Spannungen und am Ende trennte sich das Paar.<\/p>\n<p>An diesem uns\u00e4glichen Punkt kam Anne-Kathrin zu mir, sie suche, so ihre Worte, einen Weg aus dem Dilemma. Ihr stiegen Tr\u00e4nen in die Augen: \u00bbIch bin nur noch ein Schatten meiner selbst, schlafe nicht mehr, gr\u00fcbele nur noch, mir ist die Freude an allem abhandengekommen.\u00ab Ich bat sie zu beschreiben, wie genau sie ihre Situation empfinde, worauf sie, ohne zu z\u00f6gern, sagte: \u00bbIch bin ein Rad, das sich schneller und schneller dreht, und jeden Moment kann die Achse brechen.\u00ab Ich erkl\u00e4rte Anne-Kathrin die japanische Methode des Shinrin Yoku, des Waldbadens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kl\u00e4nge der Natur<\/strong><\/p>\n<p>In der Natur, umgeben von mannigfaltigen Nuancen aus Gr\u00fcn und den Ger\u00e4uschen wie Rascheln, Zirpen, Zwitschern, aus dem Klang der Erde und des Himmels finden Menschen wieder zur Ruhe. Sie tanken Sauerstoff, und gleichsam \u00f6ffnen sich die Meridiane, jene Knotenpunkte f\u00fcr den ausgleichenden Energiefluss.<\/p>\n<p>Bewegung in der Natur ist wie eine \u00dcbung der Achtsamkeit, und\u00a0wenn wir dieses in den Tag einbauen und sie zur Routine werden lassen, dann g\u00f6nnen wir uns Momente, die zur Dankbarkeit f\u00fchren. Wir werden dankbar f\u00fcr das, was ist, f\u00fcr das, was wir sind, f\u00fcr die Schritte, die wir setzen, so erkl\u00e4rte ich ihr die Wirkung des Shinrin Yoku. Anne- Kathrin nahm es an wie ein Rezept, auf dem stand: t\u00e4glich eine halbe Stunde Bewegung an der Luft. Nach Wochen dieser Routine-Spazierg\u00e4nge in der Natur trafen wir uns wieder. Anne-Kathrin zeigte nicht mehr diese fahrigen Gesten, auch war ihre Haut durchblutet, es r\u00f6teten sich sogar die Wangen, als sie mir verriet, dass sich ihr w\u00e4hrend dieser Bewegung in Ruhe eine Frage aufdr\u00e4ngte: Wof\u00fcr lebe ich? Was \u00fcberhaupt ist der Sinn meines Lebens? Diese Frage trug sie mit sich, dachte \u00fcber die Antwort nach. Ich schmunzelte, als ich das h\u00f6rte, denn genau dieses Thema hatte ich mir f\u00fcr diese Stunde vornehmen wollen. Im Japanischen nennt man es Ikigai.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbWas dem Leben Sinn, Wert und Erf\u00fcllung verleiht\u00ab<\/p>\n<p><strong>VOM FINDEN DES SINNS<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbung<\/strong><\/p>\n<p>Ikigai bedeutet so viel wie: \u00bbWof\u00fcr es sich zu leben lohnt\u00ab. Das Prinzip basiert auf der Emotion der Freude. Wer einen Sinn in den Aufgaben erkennt, der das Herz hell macht und die Energie ungehindert \ufb02ie\u00dfen l\u00e4sst, der be\ufb01ndet sich mitten in seinem Ikigai. Manche nennen es Flow, andere Hingabe an die Aufgabe. Gemeint ist jeweils die Verbindung von Liebe, Talent, Mission und Absicht.<\/p>\n<p>Ikigai geht zur\u00fcck auf die Frage, die sich Gl\u00fccksforscher weltweit stellten: \u00bbWann ist ein Mensch wirklich bis in die Zellen hinein zufrieden?\u00ab Sie fanden die Antwort auf der japanischen Insel Okinawa, denn dort sind die Einwohner gl\u00fccklicher und ges\u00fcnder als irgend- wo anders auf der Welt. Auf dieser Insel n\u00e4mlich gibt es ein Dorf mit dem Namen Ogimi. Es ist aufgefallen, dass die H\u00e4lfte der Siebzigj\u00e4hrigen einer Arbeit nachgehen, Rente scheint dort ein Schimpfwort zu sein. Und wer denkt, dass diese Menschen stressgeplagt sind, krank und m\u00fcde, der irrt. Denn hier leben sogar die meisten Menschen, die die magische Schwelle der hundert Geburtstage \u00fcberschreiten. Ein Geheimnis? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch die Tatsache, dass diese Einwohner regelm\u00e4\u00dfig den Sinn ihres Lebens re\ufb02ektieren und ihr Ikigai kennen. Mehr noch. Sie sind bescheiden. In allen Lebensbereichen gehen sie nie bis zum Anschlag, nie auf einhundert Prozent. Selbst ihren Hunger stillen sie nur zu achtzig Prozent. Sie sind, so will ich sagen, K\u00fcnstler der Selbstbeherrschung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nehmen Sie Stift und Papier zur Hand und re\ufb02ektieren Sie \u00fcber:<\/p>\n<ol>\n<li>1. Was liebe ich und was begeistert mich? Was bereitet mir Freude im Leben? Was erf\u00fcllt mich?<\/li>\n<li>2. Was braucht die Welt, was ich ihr bieten kann? Welcher Bedarf muss gedeckt werden?<\/li>\n<li>3. Wof\u00fcr bekomme ich mein Gehalt und werde ich belohnt? Wof\u00fcr erhalte ich Wertsch\u00e4tzung?<\/li>\n<li>4. Worin bin ich gro\u00dfartig? Wo liegen meine Talente und St\u00e4rken?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Was stimmt mich dabei zufrieden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dort, wo diese Fragen ineinandergreifen, liegt im Kern Ihr pers\u00f6nlicher Ikigai. Sie werden eine tiefe Dankbarkeit sp\u00fcren, wenn Sie Ihr Ikigai erstmals benennen, denn es f\u00fchlt sich an, als k\u00e4men Sie nach langer Abwesenheit zu Hause an.<\/p>\n<p>Tee trinken und nachdenken, das ist \u00fcbrigens nicht nur meine Empfehlung gegen Stress, sondern auch, um wahre Harmonie zu empfinden. Mit einer Tasse Tee vor sich, den s\u00fc\u00dflich-herben\u00a0 Duft atmend, sich an sein Ikigai erinnernd, das bringt den Energiefluss aus Yin und Yang wieder in eine Balance \u2013 oder um es mit der westlichen Schulmedizin auszudr\u00fccken: Sie st\u00e4rken in Ruhemomenten den Parasympathikus. Das ist jenes f\u00fcr die Entspanntheit zust\u00e4ndige Nervensystem. Das Gegenteil davon w\u00e4re es, aktiv zu sein, Aufgaben anzupacken und dem Ziel ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen, auch mal aus der Puste zu geraten, weil man alles gibt, n\u00e4mlich die mentale und die physische Kraft. Diese Anstrengung erlaubt das zweite Nervensystem, der Sympathikus. Bei- de sind wichtig, beide halten uns lebendig.<\/p>\n<p>Nur: Gestresste Manager verlernen mitunter, den Wechsel anzustreben. Sie triggern in Dauermanier den Sympathikus, und zwar so lange, bis das Herz zu schnell schl\u00e4gt und der Atem zu flach wird. Man muss kein Mediziner sein, um zu erkennen, wie sehr dieser Zustand die K\u00f6rpersysteme \u00fcberanstrengt. Die japanische Tradition setzt dieser \u00dcberlastung das Tee-Trinken entgegen, um K\u00f6rper und Geist zu synchronisieren. Lassen Sie sehr bewusst t\u00e4glich wenige Minuten los. Lassen Sie belastende Gedanken ziehen.<\/p>\n<p>In der westlichen Welt ist alles auf Leistung ausgerichtet, die kulturellen \u00a0und \u00a0gesellschaftlichen Einfl\u00fcsse betonen, \u00a0dass \u00a0ein \u00a0Erfolg selbstverst\u00e4ndlich sein sollte. Da wird mit Konkurrenten \u00a0verglichen, da werden Erfolge abgehakt, als w\u00e4ren sie eine Pflichterf\u00fcllung. Und die Zukunft macht Angst vor dem Versagen. Stopp. Drehen Sie sich einmal um. Gehen Sie gedanklich den Weg zur\u00fcck und machen Sie sich bewusst: Da liegt eine steile Strecke bereits hinter Ihnen. Wie viele H\u00fcrden haben Sie \u00fcberstiegen und wie oft sind Sie nach einer Niederlage wieder aufgestanden? Sie haben Resilienz und Zuversicht bewiesen. Um dort zu sein, wo Sie jetzt in dieser Minute den Tee trinken, mussten Sie Flei\u00df und Disziplin aufbringen \u2013 und die Chancen sehen, die sich Ihnen boten. Machen Sie sich das klar! Das war eine bemerkenswerte Leistung, da ist Dankbarkeit und auch Stolz angebracht. F\u00fcr viele M\u00e4nner und Frauen, die sich diesen Blick zur\u00fcck nicht g\u00f6nnen, die weiter und weiter auf der Stressspur hecheln, k\u00f6nnte die Dankbarkeit wie ein innerer Anker sein.<\/p>\n<p>Sie ist, so will ich sagen, eines der effektivsten Tools in meinem Coaching. Kein Kampfk\u00fcnstler w\u00fcrde die Dankbarkeit je vergessen. Sie wird wie ein Ritual gepflegt. Mit einer Verneigung vor sich selbst, vor den eigenen F\u00e4higkeiten, sowie mit der Verneigung vor dem Gegner, um ihm Respekt zu zollen, beginnt ein Kampf. Und vielleicht entscheidet die Intensit\u00e4t dieses Gef\u00fchls \u00fcber Sieg und Niederlage.<\/p>\n<p>Nun mag es in unseren Gefilden seltsam anmuten, wenn Sie sich vor einer Auseinandersetzung \u00a0verneigen. Dennoch \u00a0sollten Sie die Konzentration \u00a0auf den Moment trainieren, \u00a0sollten Sie Dankbarkeit und Aufmerksamkeit hochachten. Ich schlage vor, Sie richten t\u00e4glich zwei Minuten ein, um in einer kurzen Meditation genau dieses zu tun. Bevor Sie also das n\u00e4chste Mal Ihre Stimme im Meeting erheben, um Ihre Argumente vorzutragen, bevor Sie sich einem Gespr\u00e4ch mit dem Chef stellen oder Ihr Team auf herausfordernde \u00a0Aufgaben einstimmen, bevor Sie \u00fcberhaupt \u00a0Herausforderung \u00a0und Stress sp\u00fcren und dabei der Zweifel sich unbarmherzig in den Vordergrund \u00a0Ihrer Gedanken schiebt \u2013 halten Sie inne. Halten Sie, was immer man von Ihnen fordert, zwei Minuten t\u00e4glich inne. Sagen Sie sich: Wie wunderbar, dass ich hier sein kann, \u00a0dass ich diese Herausforderung annehmen kann. Ich bin dankbar daf\u00fcr und wei\u00df, ich werde mein Bestes geben. In dieser Art verbinden Kampfk\u00fcnstler im Karate oder Budo oder Tai- Chi den K\u00f6rper mit dem Geist. Sie werden sich der Bodenhaftung bewusst.<\/p>\n<p>Viele meiner Klienten haben sich diese kleine \u00dcbung zur Routine gemacht. Wie das Z\u00e4hneputzen am Morgen schieben sie diese Dankbarkeits\u00fcbung in den Ablauf ein, er ist wie ein Gute-Laune-Kick. Statt Zweifel kommt Freude, statt \u00c4rger empfinden Sie das gute Gef\u00fchl, in diesem Moment am richtigen Platz zu sein. Danke, dass ich hier bin.<\/p>\n<p>Das reicht. Denn ich halte nicht viel von vorgefertigten Autosuggestionen. Energie l\u00e4sst sich nicht in aufgezwungene Bahnen lenken. Energie flie\u00dft, wenn sie zur Pers\u00f6nlichkeit passt, wenn nah an den Glaubenss\u00e4tzen korrigiert wird, um endlich dem Charakter eine Wahrheit zu geben.<\/p>\n<p>Hinderliche Glaubenss\u00e4tze, von der Kindheit eingeimpft, m\u00fcssen umgeschrieben werden, damit sie sich endlich zum Besten entfalten k\u00f6nnen. Damit \u00f6ffnen Sie die Schleusen zum Unbewussten, und Blockaden verschwinden. Deshalb gehe ich sp\u00e4ter auf die Korrektur hinderlicher Glaubenss\u00e4tze ein, denn die sind ein Ballast, den Sie nicht mehr mit sich herumschleppen sollten. Und vor allem: Sch\u00fctteln Sie in herausfordernden \u00a0Situationen, die Sie bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, jegliche Emotionen ab. Bleiben Sie fokussiert und bleiben Sie pur. Ein Flow im Job, w\u00e4hrend einer Aufgabe, ein Flow im Sport ist v\u00f6llig emotionslos. Kein \u00c4rger, kein Stolz, kein Ehrgeiz, keine Angst, sogar Liebe wird nicht empfunden, wenn alles m\u00f6glich ist, weil der richtige Moment sich mit der Absicht verbindet.<\/p>\n<p>Wenn wir bedenken, dass 95 Prozent unseres Denkens und Handelns unbewusst geschehen und lediglich 5 Prozent von bewusstem Geist geleitet werden, dann verwundert es nicht, dass viel, viel mehr in uns steckt, als wir erahnen. Ein Sportler, der nur um der Medaille willen auf die Kampffl\u00e4che oder in den Boxring geht, wird nicht sein gesamtes Potenzial zeigen k\u00f6nnen. Wie eine Wand steht diese Emotion des Ehrgeizes zwischen Absicht und F\u00e4higkeit. Ein Sieg wird ihm erst in wirklich gl\u00e4nzender Weise gelingen, wenn er sich sagt, er gehe da raus, stelle sich dem Kampf, gebe sein Bestes, weil er f\u00e4hig ist, weil er f\u00fcr diese F\u00e4higkeit dankbar ist, so wird ihm das gelingen. Ja, ein K\u00e4mpfer ist dankbar! Er ist nicht unterw\u00fcrfig, nicht \u00fcberheblich, nie respektlos. Und dann konzentriert \u00a0er sich auf den Moment, ruft ab, was in ihm ist, kreiert seinen Sieg. Diese mentale Vorbereitung \u00a0ist schon die halbe Strecke des Weges.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>INNEHALTEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbung<\/strong><\/p>\n<p>Setzen Sie sich bitte bequem auf einen Stuhl, der R\u00fccken ist gestreckt, das Kinn gehoben. Legen Sie die H\u00e4nde wie offene Schalen ineinander, die linke Hand ruht in der rechten. Schlie\u00dfen Sie die Augen halb, nicht ganz, und \ufb01xieren Sie einen imagin\u00e4ren Punkt auf dem Boden schr\u00e4g vor Ihnen. Darauf richten Sie Ihren Atem. Drei Takte einatmen, sechs Takte ausatmen, drei Takte in der Leere bleiben. Wenden Sie die Augen nicht von dem Punkt vor Ihnen, b\u00fcndeln Sie die Konzentration auf dieses kleine Nichts. Atmen Sie weiter, zwei Minuten lang. Und dann nehmen Sie diese frische Energie mit in die Aufgaben, mit in den Tag.<\/p>\n<p>Ich kenne Manager, die diese kleine \u00dcbung bel\u00e4chelten, einige sagten sogar: \u00bbZeitverschwendung.\u00ab Ich bat sie dennoch, diese absolut regelm\u00e4\u00dfig morgens zu absolvieren. Wenige Wochen sp\u00e4ter erz\u00e4hlten sie mir, dass Sie die zwei Minuten Atemroutine l\u00e4ngst auf zehn Minuten gedehnt haben.<\/p>\n<p>Aber nun zur\u00fcck zu Anne-Kathrin. Nach zwei Monaten Waldbaden und der damit einhergehenden Selbstreflexion hat sie gelernt, Grenzen zu ziehen. Sie managt mittlerweile ihr gesamtes Leben. Das Leben n\u00e4mlich besteht nicht nur aus Arbeit und Verantwortung f\u00fcr andere, es ist nicht nur zentriert um eine Karriere.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00a0der anf\u00e4nglich gemeinsamen Spazierg\u00e4nge in der Natur wurde sie locker, ihr Gang schien mir beschwingter als zuvor und ihre Stimme klang tiefer, eher aus der Brust als aus dem Kopf. Sie wurde innerlich freier und irgendwann erkundigte sie sich nach den asiatischen Kampfk\u00fcnsten \u2013 und deren Einfluss auf die Manager in Asien. Ich fand diese Frage spannend und erz\u00e4hlte gerne davon, dass die japanischen CEOs nahezu ausnahmslos die BUDO-Disziplinen praktizieren und in ihre t\u00e4gliche Arbeitspraxis integrieren. Die Kampfk\u00fcnste sind Jiu-Jitsu, Judo, Karate oder Aikido, um die bei uns g\u00e4ngigen zu nennen. Es sind K\u00e4mpfe auf der Tatami-Matte aus gepresstem Reisstroh und ein Messen mit dem Gegner in Respekt. Japanische Manager haben die Philosophie, die jeder dieser Sportarten innewohnt, zu ihren pers\u00f6nlichen Leitlinien gemacht. Flei\u00df und Willensst\u00e4rke, jene Resilienz, die jeder einzelner Kampf von den Sportlern einfordert, die ist ihnen in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>Ich werde sp\u00e4ter ausf\u00fchrlich in Kapitel 6 davon berichten und die- se Philosophie auch f\u00fcr das europ\u00e4ische Management interpretieren. Denn immer strebt ein K\u00e4mpfer der BUDO-Kampfk\u00fcnste danach, seinen K\u00f6rper und seinen Geist in Einklang zu bringen, weil nur die Koh\u00e4renz aller Systeme ihn zur H\u00f6chstleistung bringt. So erkl\u00e4rte ich es Anne-Kathrin, und sie hing mir an den Lippen, wollte mehr und mehr zur Geschichte der Sportarten h\u00f6ren, bis sie pl\u00f6tzlich stehen blieb und sagte: \u00bbTai-Chi! Das soll es sein. Statt Coaching will ich diese Kampfkunst von dir lernen.\u00ab Und wenn ich heute ihr Leuchten in den Augen w\u00e4hrend des Trainings sehe, dann wei\u00df ich, dass es keine Gefahr f\u00fcr sie gibt, sich wieder in Arbeit und Stress zu verlieren. Sie achtet auf sich, l\u00e4sst sich nicht mehr von anderen vereinnahmen, denn sie hat die Selbstf\u00fcrsorge gelernt, und zwar ohne eine mehrj\u00e4hrige Psychotherapie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aus der Mitte gefallen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte merken sehr genau, wann sie diese innere Mitte verlieren. Es mag daran liegen, dass sie in ihrem Job sich selbst und die anderen sehr genau beobachten, wenn sie mit Vertragspartnern \u00a0verhandeln, wenn sie die Stimmungen im Team analysieren. Ebenso erkennen sie, wann die eigenen Kr\u00e4fte nachlassen und eher das Gr\u00fcbeln als die Motivation sie leiten. Ja, M\u00e4nner und Frauen, die zu mir kommen, sind f\u00e4hig, die Rei\u00dfleine zu ziehen und sich zu fragen, ob sich Druck und Stress lohnen oder ob der Preis einer schwindenden Gesundheit zu hoch ist f\u00fcr die Meriten, die sie in Form von Boni und sch\u00f6nen Worten erhalten.<\/p>\n<p>Ich will Sie an dieser Stelle ausdr\u00fccklich ermutigen: H\u00f6ren Sie in sich hinein und nehmen Sie diese leise fr\u00fchzeitig mahnende Stimme sehr ernst. Sobald sich Gereiztheit, Unkonzentriertheit \u00a0zeigt, sobald\u00a0sich keine Freude mehr in Ihnen ausbreitet, sollten Sie den Tag unterbrechen. G\u00f6nnen Sie sich Minuten der Stille, schlie\u00dfen Sie die Augen, lassen Sie los. Empfinden Sie \u2013 nichts. Trainieren Sie, in den Minuten der Stille v\u00f6llig emotionslos zu sein. Wie gesagt: Kampfk\u00fcnstler behalten die Kontrolle \u00fcber ihre Gef\u00fchle, bleiben innerlich klar und lassen niemals zu, dass Sorgen, \u00c4ngste, Liebe oder Zorn diesen klaren Geist vernebeln. Wenn \u00a0ich das in meinen \u00a0Trainings \u00a0genauso formuliere, dann h\u00f6re ich die Sorge der Manager, als gef\u00fchlskalt wahrgenommen zu werden. Nein! Sie m\u00fcssen keine Angst vor Gef\u00fchllosigkeit haben. Denn das Eintauchen in eine pure innere Welt ist wie ein Geschenk. Sie betrachten die Dinge ungef\u00e4rbt, erkennen Wahrheiten. Nichts vergiftet den Geist. Kein Zorn, keine Gier oder Anhaftung f\u00fchrt sie auf falsche F\u00e4hrten. Atmen Sie, seien Sie dankbar f\u00fcr diesen klaren Geist und sch\u00fctzen Sie ihn vor Energier\u00e4ubern. Das ist Selbstf\u00fcrsorge.<\/p>\n<p>Ich glaube, viele erfolgreiche Menschen haben gelernt, wie ein Uhrwerk zu funktionieren. Obwohl es Alarmzeichen der \u00dcberarbeitung gibt, denken viele, sie k\u00f6nnten die Sache wieder in den Griff bekommen. Aber Achtung: Kopfschmerzen, Herzrasen, Magen-Darm-Probleme, Muskelverspannung sind ernst zu nehmende Hinweise, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. K\u00f6rper und Geist finden nicht mehr zu einem gemein- samen Spiel. Was tun? Nun, sollte die \u00dcberlastung tats\u00e4chlich weitere Kreise ziehen und ihr soziales und Privatleben beeintr\u00e4chtigen wie bei Anne-Kathrin, sollten Sie sich die Frage eines Kampfk\u00fcnstlers stellen: K\u00e4mpfen oder Flucht? Ja, Sie haben richtig gelesen, auch ein Profi fl\u00fcchtet beizeiten oder nimmt sich aus Gr\u00fcnden der Kr\u00e4ftesammlung zur\u00fcck. Er nimmt nicht jeden Kampf an. Er w\u00e4gt ab, ob die Bedingungen einen Sieg versprechen oder ob er eine schmerzvolle Niederlage erleiden wird.<\/p>\n<p><strong>MEIN RAT<\/strong>: Wenn sich eine ungesunde Situation erfolgversprechend im Job ver\u00e4ndern l\u00e4sst, dann k\u00e4mpfen Sie. Fordern Sie Unterst\u00fctzung durch Ihren Vorgesetzten, Ihre Kollegen, durch Ihr Team ein. Sch\u00e4tzen Sie ab, welche realistische Chance es gibt, um wieder frei, kreativ und gesund arbeiten zu k\u00f6nnen. Nur eine Re\ufb02exion kann Ihnen dabei helfen, nie der schnelle Entschluss. Gie\u00dfen Sie sich also einen Tee ein, und erinnern Sie sich daran, welch gl\u00fcckliche, erf\u00fcllende Zeit Sie bislang in diesem Unternehmen verleben durften. In guter Arbeitsatmosph\u00e4re haben Sie so manches Projekt mit dem Team gestemmt, Erfolge gefeiert. Das macht stolz. Wenn Sie bei diesen Gedanken eine W\u00e4rme im Herzen sp\u00fcren, dann brauchen Sie vielleicht eine Auszeit, um sich zur\u00fcckzuziehen und das zu aktivieren, was Menschen einmalig macht: die Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p>Schreiben Sie Ihre Erfolge der letzten zwei, drei Jahre auf und holen Sie sich damit das Siegergef\u00fchl zur\u00fcck. Welchen Klang hat es, welche Farbe, wie formt sich die Energie, die Sie nun emp\ufb01nden? Eine tiefe emotionale Bindung an Ihren Arbeitgeber, eine F\u00fcrsorge f\u00fcr Ihr Team, den unbedingten Willen, den Job auszubauen, umzugestalten? Tun Sie es! Oft geht einer Lern- und Entwicklungskurve ein Einbrechen des gewohnten Erfolgs voraus.<\/p>\n<p>Aber sollten Sie diese Chance nicht erkennen, sollte es trotz Gespr\u00e4chen, Versprechungen, ver\u00e4nderten Umst\u00e4nden \u00a0keine Besserung geben \u2013 dann atmen Sie durch, reflektieren Sie weiter an einem ungest\u00f6rten Ort. Nehmen Sie die Energie wahr, die sich in ihren Zellen ausbreitet, wenn Sie all die belastenden Geschehnisse, die Ihnen in der Vergangenheit das Arbeitsleben schwer machten, Revue passieren las- sen. Was sp\u00fcren Sie? Wut, Sorge, Hilflosigkeit? Das alles sind wichtige Hinweise, die Ihr Unterbewusstsein Ihnen sendet. Auch wenn Sie sich sagen, dass alles nur eine Episode ist, dass sich vielleicht doch alles zum Guten wenden kann, so werden Sie doch in der Tiefe Ihrer Intuition sp\u00fcren, dass die Sache verfahren ist und in Zukunft mehr Nieder- lagen als Siege bringt. Dann gehen Sie! Verschleudern Sie keine Kraft, wenn der Gegner unfair k\u00e4mpft. Gehen Sie nie in einen Kampf, wenn ein Scheitern vorhersehbar ist.<\/p>\n<p>Ich erfahre in meinen Beratungen oft, dass Vorgesetzte der Manager mit Doppelbotschaften arbeiten, um F\u00fchrungskr\u00e4fte unsicher, gar m\u00fcrbe zu machen. Das geht an die Substanz. Langsam, aber sicher werden Sie, wenn Sie sich darauf einlassen, Ihre innere Mitte g\u00e4nzlich verlieren. Sie werden straucheln, Ihnen werden Fehler passieren, Unsicherheiten werden folgen. Und genau darauf warten Unternehmer, wenn sie Manager loswerden wollen. Wer mich kennt, der wei\u00df: Ich gebe selten Ratschl\u00e4ge, weil ich finde, dass jeder Mensch seinen eigenen Erlebnis- und Bewertungshorizont hat. Doch hier gr\u00e4tsche ich durch gezielte Fragen ein. Nur Ehrlichkeit bringt Klarheit. Kein Wenn, kein Aber, kein Falls kann hier sinnvoll sein. Zu oft habe ich beste Leute im Job zusammenbrechen sehen, wenn man ihnen entzieht, was wichtig ist: die B\u00fchne, um die eigene Brillanz zu zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>GEHEN ODER BLEIBEN?<\/strong><\/p>\n<p>Die folgenden Fragen vor weitreichenden Entscheidungen zu beantworten, stellt ein P\ufb02ichtprogramm dar, dem Sie sich stellen m\u00fcssen, um Fehler zu vermeiden. Ver\u00e4ndern oder bleiben? Schon allein die Frage deutet darauf hin, dass sich in einer Antwort der Schmerz versteckt, denn wer l\u00e4sst schon leichtfertig eine Phase des Lebens hinter sich?<\/p>\n<p>Die Antwort werden Sie nie im Au\u00dfen \ufb01nden, sondern sie versteckt sich in Ihnen selbst. Nur Sie ahnen die Konsequenz f\u00fcr die Karriere, nur Sie k\u00f6nnen Vernunft und Gef\u00fchl interpretieren. Ich bin versucht zu sagen: Jede richtige Antwort ist bereits in Ihnen, Sie h\u00f6ren sie, wenn Sie in Stille bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fragen zur Entscheidungs\ufb01ndung<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>1. K\u00f6nnen Sie Ihr Potenzial im aktuellen Job voll und ganz zum Ausdruck bringen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>2. Wird Ihr Potenzial von Ihrem Vorgesetzten erkannt und gef\u00f6rdert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<p>3. K\u00f6nnen Sie Ihre Kreativit\u00e4t im Unternehmen einsetzen und wird diese gesch\u00e4tzt?<\/p>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Sind Ihre Ziele im Unternehmen erreichbar und realistisch?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 1 Punkt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Achten Sie in Ihrem Arbeitsalltag auf eine gesunde Balance, regelm\u00e4\u00dfige Bewegung und nehmen Sie sich Zeit f\u00fcr Ruhephasen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 1 Punkt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>F\u00fchlen Sie sich morgens tatkr\u00e4ftig und freuen sich auf Ihre Aufgaben?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>7. Emp\ufb01nden Sie Stolz und Zufriedenheit, wenn Sie an die vergangenen Erfolge und Entwicklungen im Job denken?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 1 Punkt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Haben Sie das Gef\u00fchl, dass Sie sich pers\u00f6nlich und fachlich im Job weiterentwickeln k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>Emp\ufb01nden Sie Ihre T\u00e4tigkeit als erf\u00fcllend und sinnstiftend?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 2 Punkte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>F\u00fchlen Sie sich mit Ihrem Team verbunden und unterst\u00fctzt?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja = 1 Punkt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nein = 0 Punkte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auswertung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>16\u201318 Punkte: Bleiben<\/p>\n<p>Sie sind sehr zufrieden in Ihrem Job und erf\u00fcllen viele Bedingungen f\u00fcr beru\ufb02iches Gl\u00fcck. Auch wenn es Herausforderungen gibt, lohnt sich eine langfristige Investition. \u00dcberlegen Sie, wie Sie Ihr Potenzial im Unternehmen noch besser entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>12\u201315 Punkte: \u00dcberdenken und optimieren<\/p>\n<p>Einige Aspekte Ihres Jobs sind positiv, doch es gibt auch Schwachstellen. Betrachten Sie M\u00f6glichkeiten, diese zu verbessern, zum Beispiel durch ein Gespr\u00e4ch mit Ihrem Vorgesetzten oder eine Ver\u00e4nderung innerhalb des Unternehmens. Kleine Anpassungen k\u00f6nnten Ihre Zufriedenheit deutlich steigern.<\/p>\n<p>8\u201311 Punkte: Sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen<\/p>\n<p>Analysieren Sie, welche Aspekte Ihnen weniger zusagen und ob Verbesserungen m\u00f6glich sind. Ein kl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch \u00fcber Ihre Ziele, W\u00fcnsche und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten ist ratsam. Wenn keine Verbesserung absehbar ist, sollten Sie \u00fcber eine Ver\u00e4nderung nachdenken, um langfristig erf\u00fcllt zu bleiben.<\/p>\n<p>0\u20137 Punkte: Gehen<\/p>\n<p>Die \u00dcbereinstimmung Ihrer Ziele, Werte und Erwartungen mit Ihrem derzeitigen Job scheint gering. Es ist an der Zeit, \u00fcber einen Jobwechsel nachzudenken. De\ufb01nieren Sie klare Ziele f\u00fcr Ihre n\u00e4chste beru\ufb02iche Etappe, die Ihren Bed\u00fcrfnissen besser entsprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein R\u00fcckzugsort f\u00fcr Macherinnen und Macher: Das Business-Dojo<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, manche Entscheidung wird nicht in Ruhe und mit Konzentration getroffen. Das ist nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr die pers\u00f6nliche und berufliche Entwicklung, denn unreflektierte Entscheidungen bergen Fehler, in der Kampfkunst kann das in einer Niederlage enden. Vern\u00fcnftiges Abw\u00e4gen ist daher wichtig, ein Losl\u00f6sen von emotionalen Zust\u00e4nden ebenso, denn Emotionen verw\u00e4ssern die Fakten. Wie oft handeln wir aus dem Bauch heraus oder gestatten uns nur den kurzen Blick auf die Sachlage \u2013 und bereuen sp\u00e4ter, dass wir Konsequenzen nicht durch- dacht haben. Mir bleibt es zuweilen ein R\u00e4tsel, dass hocherfolgreiche, f\u00fcr ihre Teams verantwortungsbewusste M\u00e4nner und Frauen in eigenen Belangen nachl\u00e4ssig agieren. Kein Sportler wird sich dem Gegner stellen, wenn er nicht zuvor dessen Gebaren analysiert hat, wenn er nicht die klare Entscheidung getroffen hat, diesen Kampf auszuf\u00fchren \u2013 und zu siegen. Oder aber die Schultern zur Seite zu drehen und sich zu sagen, dass dieser Einsatz nicht lohnend sein wird.<\/p>\n<p>Ein Sportler wird sich vor dem Wettkampf zur\u00fcckziehen, um sich in Stille vorzubereiten, um mit dem Atem die Energie flie\u00dfen zu lassen, um den Geist zur Ruhe zu bringen und den K\u00f6rper in einen Zu- stand der gesunden Spannung. Er wird sich mental in Stimmung bringen und Impulse des Siegens in die Zellen senden. Dieses tiefsinnige Einstimmen ist die erste Handlung in der Kampfkunst. Ich habe mich lange gefragt, warum dieses Ritual nicht im Business gepflegt wird. In all der Literatur, die ich hierzu gelesen habe, habe ich nicht einen Hinweis gefunden, dass dieser Transfer in einem Coaching stattfindet. So erz\u00e4hle ich in diesem Buch erstmals \u00fcber die positiven Erfahrungen eines R\u00fcckzugs vor Entscheidungen \u00a0und \u00a0stelle Ihnen \u00a0das Business- Dojo vor. Damit \u00a0\u00fcbertrage \u00a0ich die mentalen \u00a0Prinzipien \u00a0der \u00a0asiatischen Kampfkunst auf das Management und zeige auf, wie bewusste Vorbereitung, mentale Fokussierung und gezielte Energieausrichtung vor wichtigen Entscheidungen im Business den Unterschied zwischen durchschnittlichem und herausragendem Erfolg ausmachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Wurzeln des Dojos liegen tief in der japanischen Kultur. Als Sinnbild f\u00fcr inneres Wachstum, als \u00dcbungsort der K\u00fcnste diente das Dojo den Kriegern, ihre F\u00e4higkeiten in Disziplin, Konzentration und K\u00f6rperbeherrschung zu perfektionieren. Der Begriff \u00bbDojo\u00ab setzt sich aus den japanischen W\u00f6rtern \u00bbDo\u00ab (Weg) und \u00bbJo\u00ab (Ort) zusammen. Im Dojo kam man zur Ruhe, sammelte sich, bevor man die Energie aufwand, um sich in den Kampf zu begeben. Es war ebenso der Ort des Trainings f\u00fcr K\u00f6rper und Geist. Man betritt den Raum mit einer Verneigung in einer Haltung von Respekt, Klarheit, Harmonie \u00a0und Stille.<\/p>\n<p>Und nun stellen Sie sich bitte vor, auch Sie h\u00e4tten solch ein Dojo. Mit dem \u00d6ffnen der T\u00fcr zu diesem Raum w\u00fcrden alle st\u00f6renden Gedanken und Ablenkungen drau\u00dfen \u00a0bleiben, mehr noch: Sie w\u00fcrden sich eine Welt der M\u00f6glichkeiten \u00f6ffnen. Stellen Sie sich vor, es g\u00e4be\u00a0f\u00fcr Sie allein diesen Raum, in dem Sie Ordnung und Klarheit und Besinnung finden auf das, was wirklich wichtig ist, was Sie bewahren wollen. In der japanischen Kultur bedeutet das Bewahren eine Verneigung vor den Leistungen vergangener Generation und auch das Weitergeben von Techniken, damit diese nicht vergessen, sondern verfeinert werden.<\/p>\n<p>So entsteht eine lange Kette von Sch\u00fclern und Meistern, die ihr Wissen mitteilen, damit es dauerhaft seinen Platz in der Welt findet und stets hinterfragt werden kann, ob eine Ver\u00e4nderung, Verbesserung n\u00f6tig w\u00e4re. Ein Betreten des Dojos bedeutet, mit zugewandtem Herzen und offenem Geist sich den Herausforderungen zu stellen. Jede Aktion in diesem Raum ist ein Schritt auf dem pers\u00f6nlichen Weg zu mehr St\u00e4rke und innerem Frieden.<\/p>\n<p>W\u00e4hlen Sie Ihr Dojo. Es mag das B\u00fcro im Unternehmen, das Wohnzimmer zu Hause, der Sessel in einer abgetrennten Ecke sein. Es mag die aufgerollte Yogamatte im Hobbykeller sein. Betreten Sie Ihr Dojo. Tun Sie es mit Freude, mit Neugierde, lassen Sie Ruhe und Zielstrebigkeit verschmelzen. Damit das gelingen kann, sollte Ihr Dojo minimalistisch ausgestattet und frei von \u00e4u\u00dferen Ablenkungen sein. Wenn Sie Ihr B\u00fcro als Dojo w\u00e4hlen, dann sollte die T\u00fcr geschlossen, der Rechner ausgeschaltet, das Handy lautlos sein. Es sollte keine Sonne durch gro\u00dfe Fensterscheiben blenden, und jegliche Ger\u00e4usche sollten weit- gehend drau\u00dfen bleiben.<\/p>\n<p>Denken Sie daran, in diesem Raum darf Stille sein. Ich will sogar weiter gehen und Ihnen empfehlen: Denken Sie sich ein Ritual aus, das Sie mit dem Betreten Ihres Dojos verbinden. Das kann eine Verneigung sein, wie es die Kampfk\u00fcnstler zelebrieren, bevor Sie auf die Matte treten. Es kann ein Reiben der Handfl\u00e4chen gegeneinander sein, um die Energie anzukurbeln, oder drei tiefe Atemz\u00fcge in Ihrem eigenen Rhythmus. Sammeln Sie Ihre Gedanken, am ehesten wird Ihnen das durch eine kurze Meditation wie der Zazen-Meditation aus dem Zen-Buddhismus gelingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ZAZEN-MEDITATION<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbung<\/strong><\/p>\n<p>1. Betreten Sie Ihr Dojo.<\/p>\n<p>2. Setzen Sie sich auf ein Meditationskissen oder einfach eine ge- faltete Decke auf dem Boden oder auf einen Stuhl. Achten Sie darauf, dass Ihr R\u00fccken gerade<\/p>\n<p>3. Bringen Sie Ihre H\u00e4nde in Meditationshaltung, indem Sie die linke Hand in die rechte legen, die Daumenspitzen ber\u00fchren sich, die Hand\ufb02\u00e4chen zeigen offen nach<\/p>\n<p>4. Halten Sie Ihre Augen halb geschlossen und richten Sie Ihren Blick etwa einen Meter vor sich auf den Boden.<\/p>\n<p>5. Atmen Sie ruhig und gleichm\u00e4\u00dfig durch die Nase. Z\u00e4hlen Sie Ihre Atemz\u00fcge, um den Geist zu fokussieren. Z\u00e4hlen Sie \u00bbeins\u00ab beim Einatmen, \u00bbzwei\u00ab beim Ausatmen, und fahren Sie fort bis zehn, dann beginnen Sie wieder bei<\/p>\n<p>6. Lassen Sie Ihre Gedanken kommen und gehen, ohne an ihnen festzuhalten oder sie zu bewerten. Beobachten Sie die Gedanken, als w\u00fcrden Sie Wolken am Himmel vorbeiziehen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Steigern Sie die Zazen-Meditation von f\u00fcnf auf 25 Minuten t\u00e4glich. Der Bene\ufb01t dieser \u00dcbung wird eine tiefgreifende positive Auswirkung auf Ihr t\u00e4gliches Leben und Ihre beru\ufb02iche Leistung haben, denn das bewusste Atmen ohne Absicht kl\u00e4rt nachweislich den Geist. Diese Meditation eignet sich besonders f\u00fcr die fr\u00fchen Mor- genstunden. Dann ist der Geist noch klar, er steht auf Reset und in Erwartung auf das, was der Tag bringen wird. In diesem Zustand wird es Ihnen einfacher fallen, in die wunderbare Leere der Gedanken einzutauchen.<\/p>\n<p>Es mag sein, dass Sie w\u00e4hrend dieser Sitzmeditation Farben sehen, einen Strom aus Gedanken \ufb02ie\u00dfen sehen, die keine Kontur mehr zeigen. Es mag sein, dass Ihr drittes Auge sich \u00f6ffnet, wenn es Ihnen gelingt, sich in sich selbst zu versenken. Das dritte Auge sitzt zwischen den Brauen und steht symbolisch f\u00fcr das Stirnchakra und damit f\u00fcr die Intuition, f\u00fcr den Blick hinter Verborgenes und f\u00fcr im Stress des Alltags nicht Sichtbares. Lassen Sie sich diese wenigen Minuten auf all das ein, was Sie emp\ufb01nden. Wichtig ist es, nichts zu forcieren, keine Geschichten einzubauen oder Ergebnisse zu erzwingen. Ihr Gehirn soll den Tag in Ruhe beginnen. Sie suchen nach nichts und Sie erwarten nichts. Sie sind.<\/p>\n<p>MERKSATZ: Ich meditiere ziel- und absichtslos. Alles, was in diesen Minuten z\u00e4hlt, ist mein Atem. Einatmen. Ausatmen. Dankbarkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Ronny Sch\u00f6ning: &#8222;Business-Dojo f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte.\u00a0Die 7 Stufen zu innerer St\u00e4rke und Wirksamkeit&#8220; &nbsp; &nbsp; NICHT MEHR JUNG UND WILD, SONDERN FOKUSSIERT Sie sind einst aufgebrochen, um Ihrem Management eine ganz besondere Note zu geben. 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