{"id":685590,"date":"2024-11-29T06:00:07","date_gmt":"2024-11-29T05:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=685590"},"modified":"2024-12-03T00:34:49","modified_gmt":"2024-12-02T23:34:49","slug":"buchauszug-katja-nettesheim-ki-kompetenz-fuer-eine-zukunft-in-wohlstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/11\/29\/buchauszug-katja-nettesheim-ki-kompetenz-fuer-eine-zukunft-in-wohlstand\/","title":{"rendered":"Buchauszug Katja Nettesheim: &#8222;KI-Kompetenz: F\u00fcr eine Zukunft in Wohlstand&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1 id=\"title\" class=\"a-spacing-none a-text-normal\"><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large celwidget\" data-csa-c-id=\"osuiij-8772oq-p1ifdf-9b1tmv\" data-cel-widget=\"productTitle\">Buchauszug <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/transformationtool\/\">Katja Nettesheim<\/a>: &#8222;KI-Kompetenz: F\u00fcr eine Zukunft in Wohlstand&#8220;<\/span><\/h1>\n<p>und<\/p>\n<p>Lesehinweis zu Katja Nettesheim hier im Management-Blog;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/11\/05\/ein-ingwer-tee-mit-digitalunternehmerin-katja-nettesheim-wie-frauen-in-aufsichtsraeten-ausgetrickst-werden-und-wieso-die-cum-ex-deals-mit-ki-haetten-verhinder-werden-koennen\/\">Ein Ingwer-Tee mit Digitalunternehmerin Katja Nettesheim: Wie Frauen in Aufsichtsr\u00e4ten ausgetrickst werden und wieso die Cum-ex-Deals mit KI h\u00e4tten verhindert werden k\u00f6nnen | Management-Blog<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_685197\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-685197\" class=\"size-full wp-image-685197\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/Nettersheim.1.Sept_.24.jpeg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/Nettersheim.1.Sept_.24.jpeg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/Nettersheim.1.Sept_.24-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-685197\" class=\"wp-caption-text\">Katja Nettesheim (Foto: T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"_Toc170669477\"><\/a><strong>Pers\u00f6nliche KI-Transformation: Hindernisse und gelungene Beispiele<\/strong><\/p>\n<p>Nach all dem, was Sie bisher gelesen haben, m\u00fcsste es doch total einleuchten, sich sofort von KI unterst\u00fctzen zu lassen, oder? Das ist eine rein rhetorische Frage, die Antwort ist klar: Ja! Dennoch tun sich viele Menschen schwer; sie begegnen dieser Technologie mit Skepsis und Z\u00f6gern. In diesem Abschnitt wollen wir die Gr\u00fcnde daf\u00fcr untersuchen, neue Technologien eben gerade nicht mit offenen Armen zu empfangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a style=\"background-image: url('img\/anchor.gif')\" name=\"_Toc170669478\"><\/a><strong>Zw\u00f6lf Gr\u00fcnde, warum die KI-Transformation schwer erscheint \u2013 aber nicht ist<\/strong><\/p>\n<p>Innerer Widerstand ist verst\u00e4ndlich und nur nat\u00fcrlich, wenn man das Gef\u00fchl hat, als ob der Boden unter einem wankt und Sicherheiten wegbrechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angst vor dem Unbekannten:<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Grund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber neuen Technologien im Allgemeinen ist die Angst vor dem Unbekannten. Das lie\u00df sich die letzten 20 Jahre bei der Digitalen Transformation sehr gut beobachten. Und ja, die Vorstellung, sich mit einer Technologie auseinanderzusetzen und sich in sie \u201ehineinzufr\u00e4sen\u201c, die komplex und schwer zu verstehen erscheint, f\u00fchrt bei den allermeisten Menschen zu einem flauen Gef\u00fchl in der Magengegend. Denn es f\u00fchlt sich einfach nicht gut an, wie der Ochs vorm Berg zu stehen. Kam man fr\u00fcher viel schneller auf gewohnten Wegen zum Erfolg, muss man sich jetzt erst m\u00fchsam einarbeiten. Die Zeit bis zum n\u00e4chsten Dopamin-Kick wird l\u00e4nger!<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Sie dagegen unternehmen?<\/p>\n<p>Denken Sie daran, dass jeder Ihrer gro\u00dfen Fortschritte einst \u201eunbekannt\u201c im Sinne dieses Abschnitts war und Sie ihn doch gemeistert haben. Beispielsweise erinnere ich mich nur sehr ungern an meine ersten Gehversuche in PowerPoint im Jahr 2001\u2026<\/p>\n<p>Fordern Sie von sich nicht die L\u00f6sung, sondern nur einen ersten Schritt. Wenn der getan ist, dann vielleicht einen Zweiten. Und dann vielleicht einen Dritten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Komplexit\u00e4t und Missverst\u00e4ndnisse:<\/p>\n<p>Bei KI kommt noch hinzu, dass sie als sehr, sehr komplex wahrgenommen wird. Verst\u00e4ndlicherweise f\u00fchlen sich viele Menschen von dem technischen Jargon und den Konzepten hinter KI-Systemen eingesch\u00fcchtert. Wenig hilfreich sind dabei die Ausdr\u00fccke und die ganzen impliziten Konzepte, die die Sprache der Expert:innen bev\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Hinzu kommen Missverst\u00e4ndnisse, die durch sensationsheischende Medienberichte und Science-Fiction verst\u00e4rkt werden, welche KI oft als Bedrohung f\u00fcr die Menschheit darstellen. Oder der (vielleicht urdeutsche) Drang zum Katastrophisieren, der oft auch nur ein mehr oder weniger eleganter Weg ist, um sich nicht mit Themen besch\u00e4ftigen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Sie hier tun?<\/p>\n<p>Wenn es Ihnen zu kompliziert wird bei den Aussagen eine:s Expert:in, fragen Sie nach. Ist Ihr Gegen\u00fcber in der Lage, die Aussage nochmal f\u00fcr Sie verst\u00e4ndlich zu formulieren, haben Sie auch mehr Sicherheit, dass es sich nicht um eine:n Blender:in handelt.<\/p>\n<p>Dampfen Sie die Horrorszenarien auf ihren Kern herunter, z. B. mithilfe der Kategorien in der Tabelle zu den Risiken oben. Danach kann man rational \u00fcber die Dinge sprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allgemeines, diffuses Misstrauen gegen\u00fcber KI:<\/p>\n<p>Wenn Menschen nicht nachvollziehen k\u00f6nnen, wie ein KI-System zu seinen Schlussfolgerungen kommt, kann dies zu Misstrauen und Widerstand gegen die Einf\u00fchrung dieser Technologien f\u00fchren.<\/p>\n<p>Auf Basis der menschlichen kognitiven Fortschritte seit der Renaissance hat man sich sehr gut eingerichtet in der Vorstellung, dass nichts kl\u00fcger sein k\u00f6nne als wir. Und wenn wir es nicht nachvollziehen k\u00f6nnen, dann kann es ja nichts sein!<\/p>\n<p>Aber macht das wirklich Sinn? Ich kann beispielsweise die Relativit\u00e4tstheorie nicht nachvollziehen, spreche ihr aber nicht die Richtigkeit ab. Wieso dann bei KI?<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung? Zum Beispiel Folgendes:<\/p>\n<p>Nutzen Sie die Kommunikationen \u2013 z. B. von Seiten seri\u00f6ser Stellen wie Bildungseinrichtungen \u2013 \u00fcber die Funktionsweise von KI<\/p>\n<p>Lesen Sie die zunehmend rechtlich erforderlichen Hinweise zur Wirkungsweise von KI-Anwendungen durch die Hersteller \u2013 eine Art digitaler Beipackzettel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kraft der Gewohnheit:<\/p>\n<p>Zu schlechter Letzt: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Das ist vermutlich, wenn wir ehrlich sind, das gr\u00f6\u00dfte Hindernis der KI-Transformation. Die Umstellung von vertrauten Abl\u00e4ufen auf neue, technologiegest\u00fctzte Prozesse ist eine Herausforderung \u2013 das kann ich aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen!<\/p>\n<p>Was kann man tun, um sich selbst neue Prozesse nahe zu bringen?<\/p>\n<p>Definieren Sie jeweils nur kleine, machbare Schritte zur Integration neuer Technologien in Ihr Leben. Bei mir war es zu Beginn einfach, ChatGPT zu nutzen.<\/p>\n<p>Definieren Sie sich Ausl\u00f6ser dazu, den aktuellen kleinen Schritt auch umzusetzen. Das k\u00f6nnen Erinnerungen sein, die sie sich schicken lassen. Oder Sie verkn\u00fcpfen den kleinen technologischen Fortschritt mit etwas, das Sie ohnehin machen. Oder ganz einfach: Sie schreiben sich einen Zettel. So war\u2019s bei mir zu Beginn: Ich schrieb mir auf ein Post-it: \u201e<strong>Associate<\/strong>? Gehe zu ChatGPT\u201c und klebte mir diesen an den Monitor um daran erinnert zu werden, dass jedes Mal, wenn ich gern Arbeit an eine:n junge:n Mitarbeiter:in abgeben wollen w\u00fcrde, ich ChatGPT nutze.<\/p>\n<p>Haben Sie einen wirksamen Ausl\u00f6ser gefunden, f\u00fchrt dies dazu, dass Sie sich die Nutzung der Technologie regelrecht selbst \u201eeinprogrammieren\u201c und so die Kraft der Gewohnheit zu Ihrem Vorteil nutzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Halluzinationen und sonstige funktionale Risiken:<\/p>\n<p>Viele Menschen haben ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Leistung und Zuverl\u00e4ssigkeit von KI-Systemen. Das ist oft auch zutreffend, denn die LLMs sind so programmiert, dass sie uns gefallen wollen. Finden sie keine Antwort, denken sie sich daher eine aus (Stichwort \u201eHalluzinationen\u201c) \u2013 es sei denn, mal gibt ihnen anderslautende Anweisungen (dazu mehr unten).<\/p>\n<p>Bislang gibt es keine gute Methode, KI-Halluzinationen vollst\u00e4ndig zu verhindern. Forscher weltweit arbeiten daran, diese Halluzinationen einzuschr\u00e4nken, k\u00f6nnen sie aber noch nicht v\u00f6llig unterbinden.<\/p>\n<p>Ein guter Grund f\u00fcr Viele, KI rundweg abzulehnen. Ein wohl bekanntes Ph\u00e4nomen, das wir bereits bei der Digitalen Transformation oft gesehen haben: Wegen Kinderkrankheiten einer Technologie war man froh, sie komplett verteufeln zu k\u00f6nnen. Nur, damit man sich nicht damit auseinandersetzen muss. So sagte mir ein Verleger noch im Jahr 2017, als Zalando \u201enur\u201c 4,5 Mrd. Euro Umsatz machte: \u201eBei den Retourenquoten, das wird nicht lang gut gehen mit Zalando!\u201c. Im Jahr 2023 machte Zalando 10,3 Mrd. Euro Umsatz und ist profitabel. Davon kann der Verleger inzwischen nur noch tr\u00e4umen!<\/p>\n<p>Warum erz\u00e4hle ich Ihnen diese Anekdote? So subjektiv angenehm es ist, sich wegen Anfangsschwierigkeiten gleich einer \u201edrohenden\u201c Ver\u00e4nderung zu entziehen: Mit diesem Ansatz macht man sich d\u00fcmmer, als man eigentlich ist. Denn keine Technologie ist von Anfang an perfekt, sondern entwickelt sich fort \u2013 selbst der Buchdruck! Im Fall der KI sogar exponentiell: GPT-1 hatte beispielsweise im Jahre 2018 noch Schwierigkeiten, koh\u00e4rente und zusammenh\u00e4ngende Texte zu generieren. Beim Versuch, eine Geschichte zu schreiben, wechselte es oft abrupt das Thema oder produzierte absurde S\u00e4tze. Zum Beispiel konnte ein Satz von \u201eDer Hund lief im Park\u201c pl\u00f6tzlich zu \u201eund dann entschied der Elefant, eine Rakete zu bauen\u201c wechseln. Diese Inkonsequenz zeigte die begrenzte F\u00e4higkeit von GPT-1, Kontext zu bewahren und logisch zu bleiben. Die Folge: Die Technologie wurde von Vielen bel\u00e4chelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute kann zum Beispiel Chat GPT-4 oder -4o einen vollst\u00e4ndigen Gesch\u00e4ftsbericht analysieren, daraus eine Zusammenfassung erstellen und die wichtigsten Finanzkennzahlen in nat\u00fcrlicher Sprache erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Sich mit solch schlechten Argumenten zu verschlie\u00dfen, hei\u00dft also zum einen, sich d\u00fcmmer zu machen, und zum Zweiten eine berufliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 also seine Zukunftsf\u00e4higkeit \u2013 aufs Spiel zu setzen. Schlechte Idee!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angst vor Arbeitsplatzverlust:<\/p>\n<p>Auch die Sorge, durch KI ersetzt zu werden, ist weit verbreitet als Grund f\u00fcr ihre Ablehnung. Diese Angst ist nicht unbegr\u00fcndet, denn KI hat das Potenzial, bestimmte Jobs zu automatisieren, so dass es insoweit keiner menschlichen Arbeit mehr bedarf. Beim n\u00e4heren Hinsehen ist diese Reaktion aber sehr kontraproduktiv. Denn am ehesten wird man von einer KI ersetzt, wenn man in der \u201ealten Welt\u201c verharrt. Wer sich vertraut gemacht hat mit KI, also als Bindeglied zwischen der alten und der neuen Welt fungieren kann, schl\u00e4gt sich auf die Seite der KI und wird daher wertvoller als Arbeitskraft und noch viel l\u00e4nger gebraucht.<\/p>\n<p>Insgesamt ist wichtig zu betonen, dass KI\u00a0auch neue Arbeitspl\u00e4tze schafft, von denen wir profitieren k\u00f6nnen, wenn wir uns entsprechend fortbilden\u00a0die Art und Weise, wie wir arbeiten, verbessert, indem sie tendenziell kognitiv einfachere T\u00e4tigkeiten \u00fcbernimmt (wie Recherche), damit mehr Raum schafft f\u00fcr das intellektuelle, konzeptionelle Erarbeiten von Neuartigem durch den Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberforderung durch Auswahl:<\/p>\n<p>Viele Menschen, die ich kenne \u2013 inklusive ich selbst \u2013 sind \u00fcberw\u00e4ltigt ob der schieren Menge an technologischen Optionen. Wie w\u00e4hlt man aus einer Unmenge an Tools, Apps und Gadgets das Richtige aus? Rund um KI ist eine Goldgr\u00e4berstimmung ausgebrochen, die dazu f\u00fchrt, dass f\u00fcr alle Nutzungsm\u00f6glichkeiten vier verschiedene Tools pro Monat auf den Markt kommen. Oft ist noch unklar, wie sie sich voneinander \u2013 und von den g\u00e4ngigen LLMs \u2013 unterscheiden, und welches sich am Ende durchsetzt. In diesem Dickicht den richtigen Weg zu finden, wird zurecht oft als m\u00fchsam, zeitaufw\u00e4ndig und frustrierend empfunden.<\/p>\n<p>Ein Ansatz zur Erleichterung liegt in\u00a0der Fokussierung auf das, was unser Leben tats\u00e4chlich bereichert und vereinfacht\u00a0dem Einholen von Expertenrat (direkt menschliche Expert:innen oder durch Befragen von ChatGPT \u2013 welches nicht nur sich selbst empfiehlt!), welches Tool f\u00fcr die angestrebte Nutzung wirklich das Beste ist oder\u00a0dem Verzicht auf Spezialsoftware, sondern einfach die derzeit aktuelle Version des m\u00e4chtigsten LLMs, das zu Ihrer Verf\u00fcgung steht, zu nutzen.<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, blind immer das Neueste vom Neuen anzunehmen, sondern diejenigen Technologien zu finden, die unseren Alltag verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ethische Bedenken:<\/p>\n<p>KI wirft f\u00fcr die Mehrheit von Menschen zahlreiche ethische Fragen auf, von Datenschutz bis hin zu Entscheidungsfindungsprozessen. Diese zu stellen, ist nicht nur begr\u00fcndet, sondern dar\u00fcber hinaus wesentlicher Bestandteil davon, dass wir die Risiken aus der Verwendung von KI (siehe oben) eind\u00e4mmen. Aus diesem Grund d\u00fcrfen die ethischen Bedenken aber nicht so \u00fcberhandnehmen, dass sie als Blanko-Verweigerung herhalten, getreu dem Motto \u201eDas ist doch alles unethisch, damit fange ich gar nicht erst an!\u201c. Zum einen ist das kein sauberer Entscheidungsprozess, hat aber das Zeug dazu, uns vieler Chancen zu berauben. Zum anderen haben wir oben herausgearbeitet, dass nur die Nutzung in Verbindung mit dem kritischen Hinterfragen \u2013 auch und gerade vor dem Hintergrund ethischer Fragestellungen \u2013 den Mittelweg bereit h\u00e4lt zwischen Wahrung der Chancen und Eingehen von unn\u00f6tigen Risiken.<\/p>\n<p>Welche L\u00f6sung gibt es also f\u00fcr dieses Dilemma? Ein Ansatz ist, sich selbst bei der Nutzung ethische Richtlinien zu geben. Zumindest so lange, wie es noch keine herrschende Meinung unter Philosophen, Regierungen, Regulierungsbeh\u00f6rden, Forschungseinrichtungen und NGOs gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-685592\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/11\/cover.nettesheim.2.51paOfpHoRL._SY522_.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"522\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/11\/cover.nettesheim.2.51paOfpHoRL._SY522_.jpg 348w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/11\/cover.nettesheim.2.51paOfpHoRL._SY522_-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vahlen.de\/nettesheim-ki-kompetenz-zukunft-wohlstand\/product\/37209736\">Nettesheim | KI-Kompetenz: F\u00fcr eine Zukunft in Wohlstand | 2024 | Buch (Hardcover) | vahlen.de<\/a> 396 Seiten, 32,90 Euro<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sorge um Datenschutz und Sicherheit:<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der Datenschutz und Sicherheit zu Recht gro\u00dfe Bedeutung zukommt, ist es verst\u00e4ndlich, dass Menschen bei der Annahme neuer Technologien z\u00f6gern. Zu oft haben wir schon von Datenleaks, Datenmissbrauch, Profiling und so vielem anderen durch eigentlich \u2013 angeblich? \u2013 vertrauensw\u00fcrdige Anbieter geh\u00f6rt. Wer hinsichtlich des Schutzes seiner eigenen Daten sehr vorsichtig ist, kann sich nat\u00fcrlich immer gegen die Nutzung von KI aussprechen. Wichtig ist jedoch, informierte Entscheidungen zu treffen. Und nicht das Argument des Datenschutzes daf\u00fcr zu missbrauchen, die eigene Angst zu \u00fcberdecken, die eigentlich der Grund ist, sich gegen KI zu wenden und sich aller damit verbundenen Chancen zu berauben.<\/p>\n<p>Eine weitere Sorge, die in akademischen und aktivistischen Kreisen oft ge\u00e4u\u00dfert wird, ist der \u201eDatenkolonialismus\u201c: Wenn KI als L\u00f6sung f\u00fcr verschiedene Themen vorgeschlagen wird, setzt sie meist voraus, dass Daten aus dem Leben der Menschen entnommen werden, oft ohne deren Wissen. Das Machtgef\u00e4lle, das dem zugrunde liegt, ist der Grund f\u00fcr die Ablehnung.<\/p>\n<p>L\u00f6sung- oder Minderungsans\u00e4tze finden sich hier auf zwei Ebenen<\/p>\n<ul>\n<li>Individuell: Verst\u00e4ndnis der Sicherheitsfeatures und Datenschutzrichtlinien, inklusive der M\u00f6glichkeiten, der Nutzung der pers\u00f6nlichen Daten zu widersprechen (z. B. in den Optionen von ChatGPT)<\/li>\n<li>Kollektiv: LLMs, die Daten in einem geschlossenen Kreis halten, d.h. das Training und die Antworten beschr\u00e4nken sich auf Daten der Organisation, und sie werden auch nicht zum allgemeinen Training des LLMs benutzt.<\/li>\n<li>Datenkolonialismus kann auf verschieden Arten reguliert werden, zumindest sollten Kompensationsmechanismen gefunden werden f\u00fcr diejenigen, deren Daten verwendet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderung der sozialen Dynamik:<\/p>\n<p>KI ver\u00e4ndert, wie wir untereinander interagieren, wie wir lernen und Entscheidungen treffen. Diese Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen auf die Menschen, die sie jetzt schon sehen, ebenfalls be\u00e4ngstigend wirken und ggf. sogar zu Widerstand f\u00fchren. Vor allem, wenn man mal weiterdenkt: Was passiert z.\u00a0B., wenn alle gleicherma\u00dfen Zugang zum gesamten Wissen der Welt haben? Wenn es kein \u201eHerrschaftswissen\u201c mehr gibt, auf dem man sich ausruhen und seine pers\u00f6nliche Identit\u00e4t fu\u00dfen kann? Was passiert mit der Lernindustrie (Schulen, Universit\u00e4ten, Fortbildungsanbieter), wenn wir nicht mehr lernen m\u00fcssen im herk\u00f6mmlichen Sinn als das \u201eSich-Aneignen von Fakten\u201c? Obwohl KI eigentlich den Zugang zu Wissen erleichtert und damit demokratisiert: Wie ist die Teilhabe aller daran gew\u00e4hrleistet, damit nicht neue soziale Spaltungen auftreten, welche wirtschaftliche Ungleichheit versch\u00e4rfen und zu Widerstand f\u00fchren<a href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.forbes.com%2Fsites%2Fbernardmarr%2F2023%2F06%2F02%2Fthe-15-biggest-risks-of-artificial-intelligence%2F%3Fsh%3D58d4dc862706&amp;data=05%7C02%7CClaudia.Toedtmann%40wiwo.de%7C298c5288012c410dd7b908dd0ed65f4b%7C78a6b313ae8f4324ba3685e7b2bc6f1d%7C1%7C0%7C638683037441771550%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=nk%2BOp0av%2Fl1pg1tH9MsWaL%2FD8xGHwqZ4Io6Kf9eHHTg%3D&amp;reserved=0\">?<\/a><\/p>\n<p>Wir haben oben die Kraft der KI-Revolution beschrieben. Was meinen Sie: Wird diese zum Erliegen kommen, weil jemand aus Bef\u00fcrchtung der Ver\u00e4nderung der sozialen Dynamik nicht mitmacht? Garantiert nicht! Deswegen gilt hier wieder: Wohl abgewogen mitmachen ist die einzige M\u00f6glichkeit zu gestalten \u2013 und sich nicht selbst aufs Abstellgleis zu schieben.<\/p>\n<p>Ansatzpunkte, um diesem Bedenken zu begegnen, sind wiederum vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<p>Bei der Gestaltung unseres Gemeinwesens in der Zeit der KI muss der soziale Aspekt von KI ber\u00fccksichtigt und L\u00f6sungen entwickelt werden, die Inklusion und sozialen Zusammenhalt f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Indem wir KI-Tools entwickeln, die die menschliche Erfahrung erweitern und nicht ersetzen, k\u00f6nnen wir die soziale Akzeptanz von KI erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl der Ersetzbarkeit und Entwertung<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Hindernis f\u00fcr die pers\u00f6nliche KI-Transformation ist die Bef\u00fcrchtung, durch Technologie ersetzt oder zumindest entwertet zu werden. Diese Angst ist so alt wie Technologie selbst. Doch die Geschichte hat gezeigt, dass neue Technologien zumeist Arbeitspl\u00e4tze transformieren, nicht aber sie zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Entwertung der eigenen F\u00e4higkeiten \u2013 das, was fr\u00fcher mal ein bewundernswerter Skill war, wird heute nicht mehr gebraucht \u2013 ist ein f\u00fcrchterliches Gef\u00fchl. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Umso schlimmer, wenn diese Gewissheiten und F\u00e4higkeiten eng mit der eigenen Identit\u00e4t verkn\u00fcpft sind. Ganz im Sinne von: \u201eIch bin der Typ, der das und das besonders gut kann!\u201c.<\/p>\n<p>Durch schmerzhafte Erfahrung habe ich gelernt: Will man sich nicht selbst auf das Abstellgleis schieben, gibt es keinen anderen Weg, als die eigenen F\u00e4higkeiten anzupassen und zu erweitern, um mit der Technologie zu wachsen, anstatt von ihr \u00fcberholt und ersetzt zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Soziale Normen:<\/p>\n<p>Des Weiteren k\u00f6nnen auch gesellschaftliche Erwartungen und Normen in Bezug auf die Adaption von Technologie Widerstand hervorrufen \u2013 oder umgekehrt herabsetzen.<\/p>\n<p>Wenn Sie in einer der Situation sind, dass in Ihrem Umfeld eine besonders zur\u00fcckhaltende Einstellung gegen\u00fcber KI propagiert wird, fragen Sie sich, warum. Gab es dort tats\u00e4chlich schlechte Erfahrungen mit der Einf\u00fchrung von Technologie, die auf KI \u00fcbertragbar sind? Wer hat welchen Nutzen von dieser zur\u00fcckhaltenden Einstellung? Geht es vielleicht um Beibehaltung des Status Quo, Machterhalt oder die Pflege eines zarten Egos? Oder gibt es andere Einw\u00e4nde, die in eine der vorher genannten Kategorien fallen? Wenn ja, und sie sich dieses sozialen Drucks entledigen wollen, nutzen Sie die vorgeschlagenen L\u00f6sungsans\u00e4tze!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Katja Nettesheim: &#8222;KI-Kompetenz: F\u00fcr eine Zukunft in Wohlstand&#8220; und Lesehinweis zu Katja Nettesheim hier im Management-Blog; Ein Ingwer-Tee mit Digitalunternehmerin Katja Nettesheim: Wie Frauen in Aufsichtsr\u00e4ten ausgetrickst werden und wieso die Cum-ex-Deals mit KI h\u00e4tten verhindert werden k\u00f6nnen | &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/11\/29\/buchauszug-katja-nettesheim-ki-kompetenz-fuer-eine-zukunft-in-wohlstand\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[12151,1890,9326],"class_list":["post-685590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ki-kompetenz-fuer-eine-zukunft-in-wohlstand","tag-buchauszug","tag-katja-nettesheim"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685590"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":685599,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685590\/revisions\/685599"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}