{"id":685272,"date":"2024-10-23T16:00:06","date_gmt":"2024-10-23T14:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=685272"},"modified":"2024-10-23T00:30:52","modified_gmt":"2024-10-22T22:30:52","slug":"buchauszug-albert-kitzler-jan-liepold-der-pudel-und-der-kern-philosophie-fuer-den-alltag-und-ein-gutes-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/10\/23\/buchauszug-albert-kitzler-jan-liepold-der-pudel-und-der-kern-philosophie-fuer-den-alltag-und-ein-gutes-leben\/","title":{"rendered":"Buchauszug Albert Kitzler \/ Jan Liepold: &#8222;Der Pudel und der Kern. Philosophie f\u00fcr den Alltag und ein gutes Leben&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Albert Kitzler \/ Jan Liepold: &#8222;Der Pudel und der Kern. Philosophie f\u00fcr den Alltag und ein gutes Leben&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-685273\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.liepold.a0b9c143-44c3-40bc-9a93-8b0a8c549a6e.jpg.800x0_q65.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.liepold.a0b9c143-44c3-40bc-9a93-8b0a8c549a6e.jpg.800x0_q65.jpg 418w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.liepold.a0b9c143-44c3-40bc-9a93-8b0a8c549a6e.jpg.800x0_q65-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/p>\n<div class=\"light-mode\">\n<p><strong>Albert Kitzler | Jan Liepold: &#8222;<\/strong><strong>Der Pudel und der Kern.\u00a0<\/strong><strong>Philosophie f\u00fcr den Alltag und ein gutes Leben&#8220; &#8211; <\/strong><strong>FinanzbuchVerlag, 272 Seiten, 18 Euro<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>GELASSENHEIT<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbNicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen,<\/p>\n<p>sondern die Vorstellung von den Dingen.\u00ab<\/p>\n<p>Epiktet<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbSich selbst recht machen ist alles. Was von au\u00dfen<\/p>\n<p>her der Zufall bringt, ist nur vor\u00fcbergehend. Das<\/p>\n<p>Vor\u00fcbergehende soll man nicht abweisen, wenn es<\/p>\n<p>kommt, und nicht festhalten, wenn es geht. Dann<\/p>\n<p>ist unsere Freude dieselbe im Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck,<\/p>\n<p>man bleibt gelassen und ist frei von allen Sorgen.\u00ab<\/p>\n<p>Zhuangzi<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbZum Schicksal sagt der Weise: Gib, was<\/p>\n<p>du willst, nimm zur\u00fcck, was du willst.\u00ab<\/p>\n<p>Mark Aurel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Druck des Erfolgs und die Kraft der Gelassenheit<\/p>\n<p>An der S\u00e4bener Stra\u00dfe in M\u00fcnchen herrschte in der Fu\u00dfballsaison<\/p>\n<p>2011\/2012 ein noch gr\u00f6\u00dferer Erfolgsdruck als in den bisherigen<\/p>\n<p>Spielzeiten. Das Finale der UEFA-Champions League sollte in der<\/p>\n<p>Allianz-Arena statt\u00adnden und damit den perfekten Rahmen f\u00fcr das<\/p>\n<p>alles \u00fcberstrahlende Ziel bilden: Der FC Bayern M\u00fcnchen wollte<\/p>\n<p>unbedingt und erstmals in seiner Vereinsgeschichte alle drei Titel<\/p>\n<p>holen \u2013 die Deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions-<\/p>\n<p>League beim \u00bbFinale Dahoam\u00ab in M\u00fcnchen. Diesem immensen<\/p>\n<p>selbstauferlegten Erfolgsdruck hielt die Mannschaft unter Trainer<\/p>\n<p>Jupp Heynckes letztlich nicht stand und erreichte in allen Wettbewerben<\/p>\n<p>nur zweite Pl\u00e4tze. Als besonders dramatisch und schmerzhaft<\/p>\n<p>ging das Champions-League-Finale vor heimischem Publikum<\/p>\n<p>in die Fu\u00dfballgeschichte ein. Trotz dr\u00fcckender \u00dcberlegenheit der<\/p>\n<p>Bayern sprang nach 90 emotionalen Minuten gegen den FC Chelsea<\/p>\n<p>nur ein 1:1 heraus. Es ging in die Verl\u00e4ngerung und schlie\u00dflich ins<\/p>\n<p>Elfmeterschie\u00dfen, in dem die Engl\u00e4nder triumphierten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dieser schmerzhaften Erfahrung \u00e4nderte sich die Herangehensweise<\/p>\n<p>des FC Bayern fundamental. Der neue Sportvorstand<\/p>\n<p>Matthias Sammer setzte in der folgenden Saison auf eine entspanntere<\/p>\n<p>Haltung. Es gab kein offizielles Saisonziel, sondern einen<\/p>\n<p>\u00bbJetzt-erst-recht\u00ab-Spirit innerhalb der Mannschaft. Anstatt starr<\/p>\n<p>auf das Triple zu schauen, herrschte eine gelassenere Einstellung,<\/p>\n<p>\u00e4hnlich der Beckenbauer-Haltung: \u00bbWir geben unser Bestes, dann<\/p>\n<p>seh mer schon.\u00ab Diese neue Gelassenheit f\u00fchrte zum erfolgreichsten<\/p>\n<p>Jahr der Vereinsgeschichte. In der Bundesliga wurde bereits am<\/p>\n<p>Spieltag der 23. Titel gefeiert. In der Champions-League warfen<\/p>\n<p>die Bayern den FC Barcelona im Halbfinale mit 7:0 aus dem Wettbewerb.<\/p>\n<p>Nach dem verlorenen Finale \u00bbdahoam\u00ab folgte das deutschdeutsche<\/p>\n<p>Finale in Wembley gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund,<\/p>\n<p>in dem der Holl\u00e4nder Arjen Robben in der 89. Minute das<\/p>\n<p>2:1 zum Sieg schoss. Zum Abschluss gelang im DFB-Pokalfinale<\/p>\n<p>ein knapper 3:2 Sieg gegen den VfB Stuttgart. Vom Druck befreit<\/p>\n<p>gewann der FC Bayern M\u00fcnchen als erster deutscher Fu\u00dfballverein<\/p>\n<p>das ersehnte Triple.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt, dass souver\u00e4ne Gelassenheit h\u00e4ufig die bessere<\/p>\n<p>Haltung ist als unbedingter Siegeswille. Das Beste geben, alles<\/p>\n<p>versuchen, nichts erzwingen wollen \u2013 diese Pr\u00e4misse f\u00fchrte den<\/p>\n<p>deutschen Rekordmeister zum Erfolg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Wunsch nach Gelassenheit ist eine starke, weitverbreitete<\/p>\n<p>Sehnsucht des modernen Menschen. Aber auch die Antike in Ost<\/p>\n<p>und West kannte diese Sehnsucht. Ihre Philosophie hat sich daher<\/p>\n<p>intensiv mit dieser Frage besch\u00e4ftigt und nach Wegen gesucht, wie<\/p>\n<p>wir gelassener werden k\u00f6nnen. Die antiken Philosophen nannten<\/p>\n<p>den Zustand heiterer Gelassenheit auch Seelenruhe oder Seelenfrieden,<\/p>\n<p>seelische Unersch\u00fctterlichkeit und Geborgenheit im Innern.<\/p>\n<p>Gelassenheit war f\u00fcr sie ein wesentliches Merkmal eines gl\u00fccklichen,<\/p>\n<p>gelingenden Lebens. Wie aber werden wir gelassener?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Ratschl\u00e4ge, den sie gaben, um gelassener zu<\/p>\n<p>werden, lautete, dass man sein Gl\u00fcck so weit wie m\u00f6glich von allen<\/p>\n<p>\u00e4u\u00dferen Dingen, Bez\u00fcgen, Bindungen und Verflechtungen innerlich<\/p>\n<p>unabh\u00e4ngig machen sollte. Die Betonung liegt auf \u00bbinnerlich\u00ab. Man<\/p>\n<p>kann besitzen, so viel man will, man kann mit Menschen tief verbunden<\/p>\n<p>sein, aber man sollte bereit sein, im Verlustfall jedes Ding,<\/p>\n<p>jedes Verh\u00e4ltnis und jeden Menschen loslassen zu k\u00f6nnen. Man war<\/p>\n<p>der \u00dcberzeugung, dass Gl\u00fcck, das Gef\u00fchl der Zufriedenheit mit seinem<\/p>\n<p>Leben, nicht von \u00e4u\u00dferen G\u00fctern oder Verh\u00e4ltnissen abh\u00e4ngt,<\/p>\n<p>sondern vom eigenen Seelenzustand. Sie nannten diese innere Unabh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p>oder Freiheit Selbstgen\u00fcgsamkeit, griechisch Autarkie.<\/p>\n<p>Derjenige ist der Gl\u00fccklichste, sagten sie, der am wenigsten bedarf.<\/p>\n<p>Wir werden umso autarker, je weniger wir unser Gl\u00fcck und Wohlgef\u00fchl<\/p>\n<p>von \u00e4u\u00dferen Dingen abh\u00e4ngig machen. Wir sollten uns vielmehr<\/p>\n<p>auf unseren inneren Reichtum, auf unsere inneren Werte und<\/p>\n<p>Haltungen konzentrieren. Sie sind das Fundament und der Anker<\/p>\n<p>unserer Lebenszufriedenheit. Niemand kann sie uns nehmen. Eine<\/p>\n<p>solche Einstellung bedeutet nicht Verzicht auf \u00e4u\u00dfere G\u00fcter, sondern<\/p>\n<p>das, was der Philosophenkaiser Mark Aurel an seinem Stiefvater,<\/p>\n<p>dem Kaiser Antoninus Pius, so sehr sch\u00e4tzte: Er genoss das, was da<\/p>\n<p>war, was aber nicht da war, das fehlte ihm auch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mark Aurel, 121\u2013180 n. Chr., r\u00f6mischer Kaiser und Philosoph. Seine<\/p>\n<p>Selbstbetrachtungen, Ratschl\u00e4ge an sich selbst, stehen immer noch<\/p>\n<p>auf der Bestsellerliste der zeitlosen B\u00fccher. Seine Selbstbetrachtungen<\/p>\n<p>sind auch deshalb so wertvoll, weil er in seiner Regierungszeit<\/p>\n<p>st\u00e4ndig mit den gr\u00f6\u00dften Problemen zu k\u00e4mpfen hatte, wie eine Pandemie,<\/p>\n<p>eine \u00dcberschwemmungskatastrophe und permanenten Verteidigungskriegen,<\/p>\n<p>nicht un\u00e4hnlich der heutigen Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>\nLoslassen statt anhaften<\/h1>\n<p>Die Gelassenheit, die aus innerer Unabh\u00e4ngigkeit entspringt, darf<\/p>\n<p>nicht mit Gleichg\u00fcltigkeit verwechselt werden. Niemand soll auf<\/p>\n<p>Gef\u00fchle, Begeisterung, Engagement oder Bindungen verzichten, nur<\/p>\n<p>sollte man sich stets bewusst sein, dass dasjenige jederzeit verloren<\/p>\n<p>gehen kann, worauf sie sich beziehen: Dinge werden uns genommen,<\/p>\n<p>Bindungen l\u00f6sen sich, Verh\u00e4ltnisse enden. Dieses Bewusstsein<\/p>\n<p>des Wandels und der Verg\u00e4nglichkeit der \u00e4u\u00dferen Dinge und Bez\u00fcge<\/p>\n<p>muss so stark verinnerlicht sein, dass kein Verlust zu einem massiven<\/p>\n<p>und l\u00e4nger andauernden Leiden f\u00fchrt. Ein gelassener Mensch<\/p>\n<p>kann genauso viele und tiefe Bindungen eingehen wie jeder andere.<\/p>\n<p>Nur wird er nicht klammern und anhaften, sondern ist imstande,<\/p>\n<p>jederzeit loszulassen und darauf zu verzichten, ohne seine Freude<\/p>\n<p>am Leben zu verlieren. Der chinesische Philosoph Menzius dr\u00fcckte<\/p>\n<p>dieses Bewusstsein der Verg\u00e4nglichkeit einmal wie folgt aus: \u00bbEin<\/p>\n<p>Weiser vergisst nie, dass er morgen in einem Stra\u00dfengraben landen<\/p>\n<p>kann.\u00ab Und wenn es so kommt, k\u00f6nnen wir hinzuf\u00fcgen, wird er<\/p>\n<p>damit zurechtkommen. Goethe hat f\u00fcr diese innere Unabh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p>einmal eine treffende Formulierung gefunden: \u00bbDer Mensch lerne<\/p>\n<p>sich ohne dauernden \u00e4u\u00dferen Bezug zu denken\u00ab und sein Gl\u00fcck \u00bbin<\/p>\n<p>sich selbst\u00ab zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Menzius, circa 370\u2013290 v. Chr., chinesischer Philosoph und der<\/p>\n<p>bedeutendste Nachfolger des Konfuzius. Er stellte die Liebe in den<\/p>\n<p>Mittelpunkt seines Denkens. Dabei handelt es sich darum, sagte er,<\/p>\n<p>dass man die Liebe, die man etwa f\u00fcr die eigenen Kinder empfindet,<\/p>\n<p>auf die ganze Welt \u00fcbertr\u00e4gt. Man kann ihm kaum widersprechen. Leider<\/p>\n<p>hat er sich dar\u00fcber ausgeschwiegen, wie man das genau macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Goethe, Johann Wolfgang von, 1749\u20131832. Wer kennt nicht unseren<\/p>\n<p>ber\u00fchmtesten Dichter? Weniger bekannt d\u00fcrfte sein, dass es in<\/p>\n<p>der Menschheitsgeschichte wohl niemanden gibt, der mehr Lebensweisheiten<\/p>\n<p>hinterlassen hat als Goethe, wobei er h\u00e4ufig an die<\/p>\n<p>Antike ankn\u00fcpft, mit der er bestens vertraut war. Daher sollte es<\/p>\n<p>nicht verwundern, wenn er hier \u00f6fters herangezogen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch bei der Verfolgung unserer W\u00fcnsche, Ambitionen und Ziele<\/p>\n<p>f\u00f6rdert es die innere Gelassenheit, wenn wir weniger verbissen an die<\/p>\n<p>Sache herangehen. Ob wir erlangen, was wir im \u00c4u\u00dferen anstreben,<\/p>\n<p>h\u00e4ngt stets von Umst\u00e4nden ab, die wir nicht beherrschen. H\u00e4ufig durchkreuzt<\/p>\n<p>ein unerwarteter Zufall oder ein Missgeschick unsere Pl\u00e4ne. Da<\/p>\n<p>ist es von gro\u00dfem Vorteil, dies von vornherein zu ber\u00fccksichtigen. Auf<\/p>\n<p>die Frage, welchen Nutzen ihm die Philosophie bringe, antwortete ein<\/p>\n<p>griechischer Philosoph einmal: \u00bbWenn auch sonst keinen, so doch, auf<\/p>\n<p>alles vorbereitet zu sein.\u00ab Eine solche Haltung verhindert Frustration<\/p>\n<p>und Entt\u00e4uschung, die einem wiederum die Kraft, Energie und Klarheit<\/p>\n<p>nehmen kann, flexibel auf ein Scheitern zu reagieren, um das Beste<\/p>\n<p>daraus zu machen. In jedem Scheitern steckt auch eine Chance.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So schlie\u00dfen sich starkes Engagement, Begeisterung, das Brennen<\/p>\n<p>f\u00fcr eine Sache und innere Unabh\u00e4ngigkeit keineswegs aus. Man<\/p>\n<p>d\u00fcrfte sogar mehr Kraft und Energie haben, wenn man dies aus einer<\/p>\n<p>Haltung der Gelassenheit und Ergebnisoffenheit tut. Wenn man<\/p>\n<p>wei\u00df, dass das pers\u00f6nliche Gl\u00fcck in der eigenen Seele liegt und nicht<\/p>\n<p>von dem Erfolg eines Vorhabens abh\u00e4ngt, handelt man ohne Angst,<\/p>\n<p>Sorge, Stress und Nervosit\u00e4t. Das sind nicht nur enorme Energiefresser,<\/p>\n<p>sondern auch das Gegenteil von Ruhe, Umsicht, Sorgfalt<\/p>\n<p>und Besonnenheit, die notwendig sind, um gute Entscheidungen zu<\/p>\n<p>treffen und das Richtige und Angemessene zu tun. In einem Weisheitsbuch<\/p>\n<p>des alten Chinas hei\u00dft es: \u00bbErst wer Ruhe gefunden hat,<\/p>\n<p>vermag klar zu denken; erst wer klar zu denken vermag, kann sein<\/p>\n<p>Ziel erreichen.\u00ab Wir erreichen unsere \u00e4u\u00dferen Ziele eher, wenn wir<\/p>\n<p>mit Ruhe und Gelassenheit an sie herangehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine solche Haltung ist auch wichtig im Umgang mit schwierigen<\/p>\n<p>Menschen oder angespannten zwischenmenschlichen Situationen.<\/p>\n<p>Nichts gegen emotionale Reaktionen, aber nicht unkontrolliert<\/p>\n<p>und ungesteuert, sondern besonnen und aus einer Grundhaltung<\/p>\n<p>der Gelassenheit heraus. Andernfalls ger\u00e4t die Reaktion leicht au\u00dfer<\/p>\n<p>Kontrolle, schie\u00dft \u00fcber das Ziel hinaus, verletzt andere und bewirkt<\/p>\n<p>das Gegenteil von dem, was man erreichen m\u00f6chte. Sich hinrei\u00dfen<\/p>\n<p>lassen hei\u00dft leider auch, seine Mitte und sein inneres Gleichgewicht<\/p>\n<p>zu verlieren, au\u00dfer sich zu geraten und sich aufzuregen. Wie viel<\/p>\n<p>angenehmer ist es, auch in angespannten Situationen die Ruhe zu<\/p>\n<p>bewahren, besonnen und angemessen zu reagieren. Vielleicht kann<\/p>\n<p>man dem anderen auf diese Weise noch deutlicher seine innere<\/p>\n<p>Betroffenheit zeigen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass man den<\/p>\n<p>anderen erreicht, wenn man besonnen reagiert, als wenn man seinen<\/p>\n<p>Emotionen freien Lauf l\u00e4sst und dann h\u00e4ufig verletzt, provoziert<\/p>\n<p>oder eskaliert. Das f\u00fchrt nur dazu, dass der andere zumacht, dass er<\/p>\n<p>sich ebenfalls gehen l\u00e4sst, die Emotionen sich hochschaukeln und<\/p>\n<p>die Situation in Streit und Feindseligkeit endet. Nie geht man aus<\/p>\n<p>einer solchen Situation mit einem guten, kl\u00e4renden Gef\u00fchl heraus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>\nGl\u00fcck findet man in der eigenen Seele<\/h1>\n<p>Der griechische Weise Demonax sagte einmal: \u00bbIn der Welt da drau\u00dfen<\/p>\n<p>ist nichts zu fi\u00adnden, das bei genauerer Betrachtung Hoffnung oder<\/p>\n<p>Furcht verdient.\u00ab Was ist wirklich wichtig in unserem Leben? Geld,<\/p>\n<p>Besitz, Ansehen, gesellschaftliche Stellung, berufliche Karriere? Sind<\/p>\n<p>das nicht alles nur Mittel zum Zweck? Dient das nicht alles nur dazu,<\/p>\n<p>dass wir uns gut f\u00fchlen, zufrieden sind und ein gl\u00fcckliches Leben f\u00fchren?<\/p>\n<p>Alle Philosophen der Antike waren sich darin einig, dass daf\u00fcr<\/p>\n<p>nur wenige \u00e4u\u00dfere G\u00fcter n\u00f6tig seien. Denn das Gl\u00fcck, nach dem wir<\/p>\n<p>uns sehnen, liege in der eigenen Seele, in der Seelenruhe, in innerer<\/p>\n<p>Ausgeglichenheit, in der Grundstimmung heiterer Gelassenheit. Ist<\/p>\n<p>dem so, relativieren sich alle \u00e4u\u00dferen G\u00fcter. Sie sind angenehm, bereiten<\/p>\n<p>Spa\u00df, k\u00f6nnen das Leben erleichtern und bringen Vergn\u00fcgen und<\/p>\n<p>kurzfristige Befriedigungen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber<\/p>\n<p>Vergn\u00fcgen, Spa\u00df und Befriedigungen unserer L\u00fcste sind etwas anderes<\/p>\n<p>als ein gl\u00fcckliches Leben. Sie sind blo\u00dfe Begleiterscheinungen. Das<\/p>\n<p>Gl\u00fcck, nach dem sich die Menschen sehnen, ist dauerhafte Zufriedenheit,<\/p>\n<p>man f\u00fchlt sich rundum wohl in seiner Haut, ohne sich etwas<\/p>\n<p>vorzumachen, ohne Probleme zu verdr\u00e4ngen oder Konflikte ungel\u00f6st<\/p>\n<p>zu lassen. Die F\u00e4higkeit zu einer gelassenen Lebensweise erlangt man<\/p>\n<p>dadurch, dass man mit sich ins Reine kommt und negative Gef\u00fchle<\/p>\n<p>\u2013 die Alten nannten sie \u00bbAffekte\u00ab \u2013 wie Angst, Sorgen, Verzweiflung,<\/p>\n<p>Hilflosigkeit, Scham, Wut, Gier und Neid, die einen beunruhigen,<\/p>\n<p>abbaut. Je freier man von solchen Affekten wird, je mehr man in seine<\/p>\n<p>Mitte kommt, um so gelassener und gl\u00fccklicher ist man. Das Ideal der<\/p>\n<p>Stoiker war die \u00bbUnersch\u00fctterlichkeit des Weisen\u00ab, die F\u00e4higkeit, bei<\/p>\n<p>sich zu bleiben, was auch passiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Demonax war ein griechischer Weiser, der im 2. Jh. n. Chr. in Athen<\/p>\n<p>lebte und seine philosophischen Weisheiten auf humorvolle Weise<\/p>\n<p>weiterzugeben pflegte. Er genoss gro\u00dfes Ansehen. Jedes Haus<\/p>\n<p>f\u00fchlte sich geehrt, in das er eintrat, um mit den Menschen zu reden<\/p>\n<p>und sich bek\u00f6stigen zu lassen. Als in der B\u00fcrgerversammlung einmal<\/p>\n<p>ein Streit ausbrach, der gef\u00e4hrlich zu eskalieren drohte, rief<\/p>\n<p>man nach ihm. Schweigend trat er in die Versammlung und verlie\u00df<\/p>\n<p>sie wieder, ohne ein Wort gesprochen zu haben. Der Streit aber<\/p>\n<p>endete unverz\u00fcglich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Griechen und R\u00f6mer war das Leben und die Person des Sokrates<\/p>\n<p>das leuchtende Vorbild f\u00fcr eine Haltung authentischer Gelassenheit:<\/p>\n<p>Er blieb sich stets gleich in guten wie in schlechten Zeiten,<\/p>\n<p>sagten sie. Er hatte in sich eine \u00bbinnere Burg\u00ab, die durch kein \u00e4u\u00dferes<\/p>\n<p>Ereignis ersch\u00fcttert werden konnte und wohin er sich stets zur\u00fcckzog,<\/p>\n<p>wenn es drau\u00dfen st\u00fcrmte. Es ist sehr wertvoll, eine solche<\/p>\n<p>\u00bbinnere Burg\u00ab zu haben. Sie ist das Fundament f\u00fcr eine unersch\u00fctterliche<\/p>\n<p>Gelassenheit. Stets bei sich bleiben zu k\u00f6nnen oder nach<\/p>\n<p>einem Schicksalsschlag wieder in angemessener Zeit in seine Mitte<\/p>\n<p>zur\u00fcckzufinden, bezeichnen wir heute als Resilienz. Sie ist nicht nur<\/p>\n<p>ein Abwehrmechanismus. Die Philosophen der Stoa wussten, dass<\/p>\n<p>sich mit der Gelassenheit zugleich eine Wohlgemutheit und Heiterkeit<\/p>\n<p>des Gem\u00fcts einstellt. Gelassenheit ist Gl\u00fcck. In alten deutschen<\/p>\n<p>W\u00f6rterb\u00fcchern k\u00f6nnen wir nachlesen, dass die deutschen Worte<\/p>\n<p>\u00bbgelassen\u00ab und \u00bbGelassenheit\u00ab urspr\u00fcnglich neben der F\u00e4higkeit,<\/p>\n<p>\u00dcbel geduldig und ruhig zu ertragen, auch einen Zustand der \u00bbWohlfahrt\u00ab<\/p>\n<p>und Zufriedenheit beschrieben haben. Kant spricht daher von<\/p>\n<p>der \u00bbgl\u00fccklichen Gelassenheit\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>\nWas wir f\u00fcr mehr Gelassenheit tun k\u00f6nnen<\/h1>\n<p>Je mehr wir unser Gl\u00fcck in uns selbst suchen, je unabh\u00e4ngiger wir<\/p>\n<p>von \u00e4u\u00dferen Dingen, je selbstgen\u00fcgsamer wir werden, umso st\u00e4rker<\/p>\n<p>wird die \u00bbinnere Burg\u00ab. Neben der Reduzierung oder \u00dcberwindung<\/p>\n<p>toxischer Gef\u00fchle wie etwa Angst, Wut und Neid ist die<\/p>\n<p>Entwicklung und das Ausleben unserer Anlagen und Potenziale<\/p>\n<p>wichtig. Sie f\u00fchren zu Selbstwirksamkeitserfahrungen, die unser<\/p>\n<p>Selbstvertrauen st\u00e4rken. Dabei kommt es nicht darauf an, welchen<\/p>\n<p>Erfolg wir in der Au\u00dfenwelt haben, sondern darauf, dass wir unsere<\/p>\n<p>Anlagen und tiefsten Bed\u00fcrfnisse zur Geltung bringen, so gut wir<\/p>\n<p>k\u00f6nnen. Schon das allein gibt uns ein gutes Gef\u00fchl und innere<\/p>\n<p>Zufriedenheit. Wir leben uns selbst und sp\u00fcren unsere Lebendigkeit.<\/p>\n<p>Kommt \u00e4u\u00dferer Erfolg dazu \u2013 was umso wahrscheinlicher ist,<\/p>\n<p>je ruhiger, gelassener und beharrlicher wir an eine Sache herangehen \u2013,<\/p>\n<p>umso besser. Aber f\u00fcr unser inneres Gl\u00fcck brauchen wir<\/p>\n<p>diesen Erfolg nicht. Konfuzius hat das einmal wunderbar ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n<p>\u00bbGelingt mir etwas, so freue ich mich, gelingt mir etwas<\/p>\n<p>nicht, so freue ich mich auch!\u00ab Mit dieser Haltung sollten wir an<\/p>\n<p>alle unsere Vorhaben herangehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Konfuzius, 551\u2013479 v.Chr., der bedeutendste Weisheitslehrer der<\/p>\n<p>chinesischen Antike, dessen Denken die Kultur Chinas bis zum heutigen<\/p>\n<p>Tag ma\u00dfgeblich bestimmt hat. Unter Mao als reaktion\u00e4r verworfen,<\/p>\n<p>ver\u00f6ffentlichte vor einigen Jahren eine junge Philosophieprofessorin<\/p>\n<p>ein kleines Buch, in dem sie erl\u00e4uterte, wie die Lehren<\/p>\n<p>des Konfuzius dabei helfen k\u00f6nnen, das Leben im modernen China<\/p>\n<p>zu meistern. Nach kurzer Zeit waren \u00fcber zehn Millionen Exemplare<\/p>\n<p>dieses Buches allein in China verkauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum konnte Konfuzius das sagen? Weil die tiefste und eigentliche<\/p>\n<p>Quelle seiner Freude in ihm selbst lag, in dem Bewusstsein,<\/p>\n<p>authentisch und stimmig zu leben. Dass diese Stimmigkeit der<\/p>\n<p>Lebensf\u00fchrung die eigentliche Quelle unseres Gl\u00fccks ist, muss man<\/p>\n<p>sich immer wieder klarmachen. Dann wird man jede Arbeit, jede<\/p>\n<p>Unternehmung und jeden Plan ruhig und besonnen, ohne Sorgen,<\/p>\n<p>\u00c4ngste oder \u00fcberm\u00e4\u00dfige Erwartungen angehen. Denn man tut das,<\/p>\n<p>was man tun m\u00f6chte und f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Im Tun aber liegt die<\/p>\n<p>wahre Freude, nicht im Ergebnis. Wenn man sein Bestes gibt, ist<\/p>\n<p>es zweitrangig, ob sich ein \u00e4u\u00dferer Erfolg, der von vielen Umst\u00e4nden<\/p>\n<p>abh\u00e4ngt, die man nicht beherrscht, einstellt oder nicht. Seneca<\/p>\n<p>empfahl die \u00dcbung, dass man sich bei jeder Unternehmung gleich<\/p>\n<p>zu Anfang sage: \u00bb[\u2026] wenn nichts dazwischen kommt\u00ab. Das vermeidet<\/p>\n<p>Entt\u00e4uschungen. Ein Misserfolg, der unerwartet kommt,<\/p>\n<p>trifft doppelt hart.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seneca, Lucius Annaeus, circa 4 v. Chr. \u2013 65 n. Chr., wichtigster r\u00f6mischer<\/p>\n<p>Philosoph, der aus der stoischen Philosophie eine \u00e4u\u00dferst<\/p>\n<p>wirksame praktische Lebenslehre machte. Seine vielen treffenden<\/p>\n<p>Spruchweisheiten machten ihn zu dem wohl meistzitierten Philosophen<\/p>\n<p>der Antike. Er durchlebte alle H\u00f6hen und Tiefen des Lebens<\/p>\n<p>gleich mehrmals, blieb sich aber stets treu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gelassenheit kann man in jeder Situation trainieren, in der Geduld<\/p>\n<p>gefordert ist oder in der man sp\u00fcrt, dass man nerv\u00f6s und unruhig<\/p>\n<p>wird. Dann sollte im Kopf eine rote Lampe angehen, die sagt: So, jetzt<\/p>\n<p>beginnt die \u00dcbung! Atme tief ein und aus, fahre die Adrenalinzufuhr<\/p>\n<p>herunter, entspanne dich und bleib ganz ruhig! Hektik hilft jetzt nicht<\/p>\n<p>weiter. Damit eine \u00bbrote Lampe\u00ab angeht, ist Achtsamkeit erforderlich:<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen wahrnehmen, dass wir nerv\u00f6s werden und dass wir<\/p>\n<p>unsere Gelassenheit verlieren, wenn wir nicht sofort mit den genannten<\/p>\n<p>mentalen und k\u00f6rperlichen Gegenma\u00dfnahmen beginnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn es uns nicht gelingt, nehmen wir uns vor, es beim n\u00e4chsten<\/p>\n<p>Mal besser zu machen. Kurze Notizen am Abend in ein Tagebuch<\/p>\n<p>helfen dabei, etwaige Fortschritte oder R\u00fcckf\u00e4lle wahrzunehmen,<\/p>\n<p>beharrlich dranzubleiben, unsere Konzentration auf das Problem<\/p>\n<p>zu richten und die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Situationen zu sch\u00e4rfen, in denen<\/p>\n<p>Gelassenheit und Geduld gefragt sind. Im Laufe der Zeit \u2013 das k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Tage oder Wochen sein \u2013 verfestigt sich ein psychischer Mechanismus,<\/p>\n<p>bei dem man in kritischen Momenten sofort durch eine<\/p>\n<p>innere Stimme gewarnt wird, dass sich gerade eine Situation entwickelt,<\/p>\n<p>die unsere innere Ruhe bedroht. Das Ziel der \u00dcbung ist, dass<\/p>\n<p>unser Geist und K\u00f6rper unverz\u00fcglich, spontan und automatisch in<\/p>\n<p>einen Beruhigungsmodus umschalten und weitere Adrenalinzufuhr<\/p>\n<p>unterbunden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geht das Unangenehme von einem Menschen aus, kann man sich<\/p>\n<p>sagen: \u00bbSo sind die Menschen. \u00c4rgere dich nicht \u00fcber die Unwissenheit<\/p>\n<p>und Fehler der anderen. Sei froh, wenn Du sie nicht mit ihnen<\/p>\n<p>teilst!\u00ab Ein guter Ausspruch, der einem dabei einfallen k\u00f6nnte,<\/p>\n<p>stammt von dem japanischen Weisen Kaibara Ekiken und lautet:<\/p>\n<p>\u00bb\u00c4rgere dich nicht \u00fcber die Torheit der anderen!\u00ab Mit dem Wort<\/p>\n<p>\u00bbTorheit\u00ab sollte nicht der Mensch als solcher abgewertet, sondern<\/p>\n<p>lediglich festgestellt werden, was Sokrates stets behauptet hat: Dass<\/p>\n<p>alle Bosheit letztlich auf Unwissenheit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Sind wir gezwungen, in einer Warteschlange zu stehen, und<\/p>\n<p>beginnen wir, nerv\u00f6s zu werden, so kann man sich sagen: \u00bbBleibe<\/p>\n<p>ruhig, jetzt beginnt eine \u00dcbung in Geduld. Nutze die Zeit, auf deinen<\/p>\n<p>Atem zu achten und still zu meditieren, auch wenn sich um dich<\/p>\n<p>herum angespannte Nervosit\u00e4t breitmacht.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Solche \u00dcbungen sollten so lange fortgesetzt werden, bis sich ein<\/p>\n<p>innerer Automatismus verfestigt hat, der von selbst und ohne Nachdenken<\/p>\n<p>daf\u00fcr sorgt, dass sich das einge\u00fcbte Beruhigungsprogramm<\/p>\n<p>einschaltet. Es funktioniert dann wie unser Immunsystem. Sobald<\/p>\n<p>ein Virus in den K\u00f6rper eindringt, wird es aktiviert, ohne dass wir<\/p>\n<p>davon etwas mitbekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entwickeln wir regelm\u00e4\u00dfig Sorgen, \u00c4ngste oder innere Unruhe<\/p>\n<p>im Hinblick auf \u00e4u\u00dfere Verh\u00e4ltnisse, Menschen, G\u00fcter oder<\/p>\n<p>Zust\u00e4nde \u2013 meistens in Form von Verlust- oder Trennungs\u00e4ngsten \u2013,<\/p>\n<p>so kann es eine hilfreiche \u00dcbung darin bestehen, morgens<\/p>\n<p>und abends f\u00fcnf Minuten konzentriert \u00fcber die eigene Anhaftung<\/p>\n<p>nachzudenken, die diese Sorgen oder \u00c4ngste hervorruft. Wir denken<\/p>\n<p>dann bewusst dagegen an, sagen uns mehrmals, dass wir diese<\/p>\n<p>Anhaftung nicht m\u00f6chten. Wir besinnen uns auf alle Argumente, die<\/p>\n<p>gegen ein Anhaften sprechen, und machen uns die negativen Folgen<\/p>\n<p>eines solchen Anhaftens bewusst. \u00dcbung und Einsicht m\u00fcssen<\/p>\n<p>dabei Hand in Hand gehen. Denn wenn wir nicht verstanden haben,<\/p>\n<p>dass starkes Anhaften an \u00c4u\u00dferem zu Leid f\u00fchrt und dass dieses<\/p>\n<p>Anhaften die Ursache unserer Sorgen und \u00c4ngste ist, dann hilft kein<\/p>\n<p>\u00dcben. Philosophie ist nicht Autosuggestion. Ohne eine feste innere<\/p>\n<p>\u00dcberzeugung, zu der wir nur dadurch gelangen, dass wir ein Problem<\/p>\n<p>analysiert und verstanden haben, k\u00f6nnen wir keine Denk- oder<\/p>\n<p>Verhaltensgewohnheit nachhaltig ver\u00e4ndern. Die Einsicht ist das<\/p>\n<p>Fundament jedes Ver\u00e4nderungsprozesses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Drei Lehren\u00a0zur Gelassenheit<\/h1>\n<p>1.<\/p>\n<p>Lebensgl\u00fcck ist ein dauerhafter Zustand heiterer Gelassenheit,<\/p>\n<p>der nur in der eigenen Seele gefunden werden kann und sehr<\/p>\n<p>wenig mit \u00e4u\u00dferen G\u00fctern und Verh\u00e4ltnissen zu tun hat.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Wer sich innerlich unabh\u00e4ngig gemacht hat von \u00e4u\u00dferen G\u00fctern<\/p>\n<p>und Verh\u00e4ltnissen, an \u00c4u\u00dferem nicht anhaftet und gelernt hat,<\/p>\n<p>loszulassen, schafft sich in seiner Seele eine innere Burg, durch<\/p>\n<p>die man auch bei heftigen Schicksalsschl\u00e4gen bei sich bleibt<\/p>\n<p>und Ruhe bewahrt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Gelassenheit bedeutet nicht Gleichg\u00fcltigkeit. Im Gegenteil: Wer<\/p>\n<p>in schwierigen Zeiten seine Gelassenheit nicht verliert, wird<\/p>\n<p>aus der Ruhe heraus besser und erfolgreicher seine Ziele und<\/p>\n<p>Vorhaben verfolgen k\u00f6nnen, als jemand, der in Stress und Hektik<\/p>\n<p>verf\u00e4llt und von \u00c4ngsten und Sorgen geplagt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Drei \u00dcbungen\u00a0zur Gelassenheit<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>\u00dcbe dich darin, an nichts anzuhaften, was das Schicksal dir<\/p>\n<p>in jedem Moment wieder nehmen kann, und bereit zu sein,<\/p>\n<p>ohne Bedauern oder ma\u00dflose Trauer alles loszulassen, indem<\/p>\n<p>du dankbar das genie\u00dft, was da ist oder doch f\u00fcr eine Zeit<\/p>\n<p>dagewesen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Mache dir immer wieder bewusst, dass dein Lebensgl\u00fcck nicht<\/p>\n<p>in \u00e4u\u00dferen G\u00fctern und Verh\u00e4ltnissen zu finden ist, sondern in<\/p>\n<p>deinen inneren Werten, Haltungen und Anschauungen und<\/p>\n<p>deinem Bem\u00fchen, diesen in all deinem Denken und Tun zu<\/p>\n<p>entsprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Sage dir bei allem, was du tust und beginnst, gleich zu Anfang:<\/p>\n<p>\u00bb[\u2026] wenn nichts dazwischen kommt.\u00ab Bereite dich auf diese<\/p>\n<p>Weise innerlich darauf vor, dass sich die Dinge auch anders<\/p>\n<p>entwickeln k\u00f6nnen, als du gedacht und erhofft hast.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Albert Kitzler \/ Jan Liepold: &#8222;Der Pudel und der Kern. 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