{"id":685245,"date":"2024-10-17T21:38:20","date_gmt":"2024-10-17T19:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=685245"},"modified":"2024-10-17T21:45:40","modified_gmt":"2024-10-17T19:45:40","slug":"buchauszug-simona-stoytchkova-die-aus-dem-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/10\/17\/buchauszug-simona-stoytchkova-die-aus-dem-osten\/","title":{"rendered":"Buchauszug Simona Stoytchkova: &#8222;Die aus dem Osten&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"https:\/\/www.murmann-verlag.de\/products\/simona-stoytchkova-die-aus-dem-osten-als-wendekind-ins-big-business?srsltid=AfmBOooDh5kwR8LQ1GkClEuTnc3gvMPEbNJXr6Dfs4AquNGs9xHrWAHr\">Buchauszug Simona Stoytchkova: &#8222;Die aus dem Osten&#8220;<\/a><\/h1>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/simonastoytchkova\/\">Simona Stoytchkova<\/a> war Vorst\u00e4ndin in international b\u00f6rsengelisteten Unternehmen wie State Street und IG Group<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_685247\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-685247\" class=\"size-full wp-image-685247\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.Simonastoytchkova_-Mike-Meyer-Photography-002-e1729194138415.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.Simonastoytchkova_-Mike-Meyer-Photography-002-e1729194138415.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.Simonastoytchkova_-Mike-Meyer-Photography-002-e1729194138415-300x220.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.Simonastoytchkova_-Mike-Meyer-Photography-002-e1729194138415-410x300.jpg 410w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-685247\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: Murmann Verlag\/ PR\/ Mike-Meyer-Photography)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>EINE\u00a0 FRAGE DER HERKUNFT: <\/strong><strong>VON STALLGERUCH UND SOZIALEM <\/strong><strong>KAPITAL<\/strong><\/p>\n<p>Der Regen prasselte gegen die Fensterscheiben des kleinen Caf\u00e9s, in dem eine junge Frau sa\u00df und, offensichtlich tief entt\u00e4uscht, auf ihren Kaffee starrte. Wie jeden Morgen hatte sie ihre E-Mails gecheckt und wie fast jeden Tag in den vergangenen Wochen nur unpers\u00f6nliche Absagen erhalten. Sie hatte seit kurzem ihren Universit\u00e4tsabschluss in der Tasche, und es wurde f\u00fcr sie h\u00f6chste Zeit, den ersten richtigen Job zu bekommen. Anders als viele ihrer Kommilitonen, die sich durch Praktika oder das Netzwerk ihrer Eltern bereits vor Studienabschluss einen Job in einem Unternehmen gesichert hatten, stand ihr diese Option nicht zur Verf\u00fcgung. Sie musste neben ihrem Studium Geld verdienen, konnte sich also die Zeit unbezahlter Vollzeitpraktika schlicht nicht leisten. Ihr Nebenjob hatte sie zu sehr beansprucht, um in Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern investieren oder sich schon ernsthaft um Bewerbungen k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sie war froh, in ihrer Studienzeit einigerma\u00dfen \u00fcber die Runden gekommen zu sein und, dank kurz gehaltener Ruhe- und Schlafphasen, das Lernen nicht allzu oft und allzu zu sehr vernachl\u00e4ssigt zu haben. Ihre Eltern konnten sie kaum anders als durch ihren festen Glauben an sie und an ihren Erfolg unterst\u00fctzten, da ihnen f\u00fcr den Bereich, in dem sie arbeiten wollte, Erfahrungen, Kenntnisse und Netzwerke vollkommen fehlten. Sie war also das ganze Studium \u00fcber auf sich allein gestellt und hatte sich entschieden, in ihre Leistung mehr als in alles andere zu investieren, denn sie war fest davon \u00fcberzeugt, nach einem Abschluss mit Auszeichnung den Berufseinstieg in ein Unternehmen ihrer Wahl zu schaffen. Wir befinden uns im Jahr 2001, und bei dieser sehr naiven jungen Frau handelt es sich \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 um mich.<\/p>\n<p>Meine W\u00fcnsche und Vorstellungen aus der Zeit des Studiums h\u00e4tten von der dann hart erfahrenen Realit\u00e4t nicht weiter entfernt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich hatte bestimmt mehr als 100 Bewerbungen geschrieben \u2013 an Banken oder Finanzunternehmen, die ich in Deutschland und in London online finden konnte. Bei einigen lief die Anfrage \u00fcber ein internes Bewerberportal f\u00fcr das Graduate Program, bei anderen bewarb ich mich direkt auf ausgeschriebenen Stellen oder wandte mich mit einer Initiativbewerbung an die jeweiligen Personalabteilungen. Jede einzelne Bewerbung, die ich versandte, lie\u00df wieder Hoffnung und Zuversicht aufkeimen, dass ich nun bald meine Karriere im Vertrieb w\u00fcrde starten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch jedes Mal kam entweder z\u00fcgig eine automatisierte Absage oder auch gar keine Antwort. Was machte ich nur falsch? Lag es an der Art meiner Bewerbungsschreiben, die vielleicht irgendwelchen mir unbekannten Anforderungen nicht entsprach und meine Motivation und Qualifikation nicht zum Ausdruck brachten? War es vielleicht auch mein schlechter Abiturschnitt? Aber der d\u00fcrfte wohl nach meinem Abschluss mit Bestnote \u2013 erreicht nur von einem Prozent meines Jahrgangs \u2013 keine Rolle mehr spielen. Oder doch? Vielleicht lag es auch an meinen Lebenslauf, der irgendwelche Leistungsprofile nicht erf\u00fcllte. Oder es waren die fehlenden Praktika, die eben doch wichtiger waren als ich dachte. Sollte meine faktische Leistung \u00fcberhaupt nicht z\u00e4hlen? Ich verstand die Welt nicht und hatte niemanden, den ich bitten konnte, mir zu helfen. Wohl keiner meiner damaligen Kommilitonen hatte so hart daf\u00fcr gearbeitet wie ich, Bewerbungen bei all diesen Arbeitgebern einreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine schwedische Kommilitonin, die ich mittlerweile als m eine beste Freundin bezeichne, riet mir, mich nicht bei Banken oder anderen Finanzunternehmen, sondern bei kleineren Wirtschaftspr\u00fcfergesellschaften zu bewerben. Hier seien die Chancen besser, ohne Netzwerk oder Unterst\u00fctzer wenigstens zum Erstgespr\u00e4ch eingeladen zu werden. Ihrer Erfahrung nach richteten sie die Bewerberauswahl nicht zwangsl\u00e4ufig nach Eliteuniversit\u00e4tsabschluss oder \u00e4hnlichen Referenzen. Ich verstand nicht wirklich, was sie meinte. Warum sollte es einen Unterschied machen, wo ich meinen Abschluss gemacht hatte, worin sollte sich mein Wissen unterscheiden von dem, das an einer Eliteuni vermittelt wurde. Das Wissen und die im Studium angeeignete Kompetenz seien nicht der Punkt, meinte meine Freundin, mir fehle schlicht das Pr\u00e4dikat einer Eliteausbildung und deswegen bek\u00e4me ich all diese Absagen. Dann sprach sie noch von einem Defizit an kulturellem Kapital, ein Begriff, den ich zum ersten Mal h\u00f6rte.<\/p>\n<p>Aber sie sollte recht behalten: Nach nur wenigen Bewerbungen bei ausgew\u00e4hlten Wirtschaftspr\u00fcfergesellschaften erhielt ich endlich einen Job und startete als Audit Junior in einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen. Mit Vertrieb hatte meine Arbeit erstmal nichts zu tun, aber wenigstens war nun mein Wunsch nach \u00f6konomischer Sicherheit erf\u00fcllt, auch musste ich mich nicht mehr als komplette Versagerin f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Irgendwann sp\u00e4ter stie\u00df ich auf den franz\u00f6sischen Soziologen Pierre Bourdieu und sein Modell der sozialen Chancengleichheit und der vier klassenbildenden Kapitalarten, zu den en das \u00f6konomische Kapital z\u00e4hlt, sprich: die finanziellen Ressourcen und der materielle Reichtum, das von der Kommilitonin erw\u00e4hnte kulturelle Kapital, das Bildung, F\u00e4higkeiten und Wissen umfasst, das soziale Kapital, das die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe meint, die in Form eines festen Netzwerks und institutionalisierter Beziehungen zus\u00e4tzliches Kapital mobilisieren hilft, und schlie\u00dflich das symbolische Kapital, das auf Ansehen, Prestige, vorhandene Titel oder Stil und Verhalten einer Person zielt und in dem alle Kapitalarten zusammenwirken.<sup>42<\/sup> Die gesellschaftliche Aufteilung in Klassen geht Bourdieu zufolge auf die \u00bbunterschiedliche Verf\u00fcgung \u00fcber die vier Kapitalsorten\u00ab zur\u00fcck, deren Dimension wiederum entscheidend abh\u00e4ngt von der M\u00f6glichkeit zur Akkumulation von Kapital.<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung seines Ansatzes \u00fcber Chancengleichheit w\u00e4hlte er in seinem Buch <em>Bildungs- und <\/em><em>Erziehungssoziologie<\/em> den Vergleich mit dem Gl\u00fccksspiel: \u00bbBeim Roulette z.B. kann in k\u00fcrzester Zeit ein ganzes Verm\u00f6gen gewonnen und damit gewisserma\u00dfen in einem einzigen Augenblick ein neuer sozialer Status erlangt werden; im n\u00e4chsten Augenblick kann dieser Gewinn aber bereits wieder aufs Spiel gesetzt und vernichtet werden. Das Roulette entspricht ziemlich genau dem Bild eines Universums vollkommener [\u2026] Konkurrenz und Chancengleichheit, einer Welt ohne Tr\u00e4gheit, ohne Akkumulation und ohne Vererbung von erworbenen Besitzt\u00fcmern und Eigenschaften. Jeder Augenblick w\u00e4re dort vollkommen unabh\u00e4ngig von allen vorausgegangenen.\u00ab <sup>43<\/sup> Welche dieser Kapitalarten waren f\u00fcr Menschen aus dem Osten zug\u00e4nglich und akkumulierbar? Zumindest das Pr\u00e4dikat \u00bbostdeutsch\u00ab und der \u00bbBerliner Dialekt\u00ab schienen ganz offensichtlich nicht dazu angetan, die Position in der Gesellschaft mit Prestige zu versehen, sie erwiesen sich im Gegenteil eher als unsichtbare Fesseln.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren kam ich durch eine Anfrage \u00fcber LinkedIn in Kontakt mit einer Frau, die f\u00fcr ihre neu gegr\u00fcndete Firma auf der Suche nach einem passenden Gesch\u00e4ftspartner war. Ich war von ihrem Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcberzeugt, das sich vor allem an Frauen mit Bedarf an finanzieller Bildung richtet, weil sie f\u00fcr sich zum Beispiel eine ad\u00e4quate Altersvorsorge aufbauen wollen. Die Frau war nigerianischer Abstammung und sprach nur Englisch, hatte einen MBA einer renommierten deutschen Universit\u00e4t und in London bei bekannten Investmentbanken gearbeitet. Bei unserem ersten Kennenlerngespr\u00e4ch erz\u00e4hlte sie mir von den unglaublichen H\u00fcrden, die sie in Deutschland allein f\u00fcr den Start ihres Gesch\u00e4fts zu \u00fcberwinden hatte. Ich unterst\u00fctzte sie so gut ich konnte, wusste aber, dass sie, ebenso wie ich bei meinem Karriereeinstieg, ein erhebliches Defizit in den meisten Kapitalarten aufwies, die aber zwingend Voraussetzung waren, um in Deutschland im Jahr 2022 Erfolg zu haben. Umso mehr bewundere ich auch heute noch ihre Resilienz und ihren unerm\u00fcdlichen Kampfgeist, ihren Traum trotz aller Hindernisse nicht aufzugeben.<\/p>\n<p>Die eigene Erfahrung hatte sie gelehrt, wie wichtig finanzielle Bildung insbesondere f\u00fcr Frauen ist, sie mit ihrem Unternehmen also durchaus in eine L\u00fccke springen k\u00f6nnte. Auf einer gemeinsam besuchten Firmenveranstaltung \u00fcber Diversit\u00e4t stellte sie mich einer Gespr\u00e4chspartnerin als \u00bbVorst\u00e4ndin und erste deutsche Frau\u00ab vor, \u00bbdie bei meiner Firmengr\u00fcndung an mich geglaubt hat und mich unterst\u00fctzte\u00ab. Dabei war mir als ostdeutscher Frau aus eigener Erfahrung nur sehr wohl bewusst, wie gut sie meine Hilfe gebrauchen k\u00f6nnte. Trotz allem gebe ich die Hoffnung nicht auf und setze mich daf\u00fcr ein, dass meine heute 13-j\u00e4hrige Nichte eines Tages nicht mehr verstehen wird, wovon wir an diesem Abend eigentlich gesprochen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_685246\" style=\"width: 442px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-685246\" class=\"size-full wp-image-685246\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.simona.dieausdemosten.240531_Cover_Stoytchkova_2D_mkr.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.simona.dieausdemosten.240531_Cover_Stoytchkova_2D_mkr.jpg 432w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/10\/cover.simona.dieausdemosten.240531_Cover_Stoytchkova_2D_mkr-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><p id=\"caption-attachment-685246\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Campus)<\/p><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"default\" data-borlabs-cookie-content=\"PGEgaHJlZj0iaHR0cHM6Ly93d3cubXVybWFubi12ZXJsYWcuZGUvcHJvZHVjdHMvc2ltb25hLXN0b3l0Y2hrb3ZhLWRpZS1hdXMtZGVtLW9zdGVuLWFscy13ZW5kZWtpbmQtaW5zLWJpZy1idXNpbmVzcz9zcnNsdGlkPUFmbUJPb29EaDVrd1I4TFExR2tDbEV1VG5jM2d2TVBFYk5KWHI2RGZzNEFxdU5Hczl4SHJXQUhyIj5TaW1vbmEgU3RveXRjaGtvdmE6IERpZSBhdXMgZGVtIE9zdGVuLiBBbHMgV2VuZGVraW5kIGlucyBCaWcgQnVzaW5lc3M8L2E+\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-a\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Standard<\/strong>. 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Ich sollte auf Gehei\u00df meines damaligen Vorgesetzten f\u00fcr die Bank einen Praktikanten einstellen, der mich bei administrativen Aufgaben unterst\u00fctzt. Nachdem ich nach sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung eine Wahl getroffen und sie meinem Vorgesetzten mitgeteilt hatte, lehnte dieser meinen Vorschlag unvermittelt ab. Er habe, so seine ganz offenherzige Begr\u00fcndung, einem wichtigen Kunden zugesagt, dessen Sohn eine Praktikantenstelle bei uns zu verschaffen. Mein kurzer Anlauf, ihn von den Qualit\u00e4ten meines Kandidaten doch noch zu \u00fcberzeugen, wurde abrupt durch Blick und Worte gestoppt: Ich solle doch bitte realistisch und vern\u00fcnftig bleiben, schlie\u00dflich wisse ich ja wohl, von wem haupts\u00e4chlich unsere Geh\u00e4lter bezahlt w\u00fcrden. Ich habe noch nie von auch nur einem einzigen Praktikanten aus Ostdeutschland geh\u00f6rt, der auf diese Weise einen Praktikumsplatz bekommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 2001 war es ein auffallend diverser Jahrgang, der die Qualifikation zum Wirtschaftspr\u00fcfer durchlief: Quereinsteiger, Hochschulabsolventen verschiedenster Herkunft und Hautfarbe, Teilnehmer wie ich, die aus dem Ausland kamen, und des Weiteren Absolventen von Eliteuniversit\u00e4ten \u2013 ein bunter Mix in gemeinsamer Vorbereitung auf das Examen.<\/p>\n<p>Auch was das Geschlecht anging, war die Verteilung in etwa gleichm\u00e4\u00dfig. Diese gelebte Diversit\u00e4t fand sich ebenfalls auf der Partnerebene der Wirtschaftspr\u00fcfergesellschaft, die zwei Sparten hatte: Versicherungen und Industrie, auf die wir je nach Sprachkenntnissen aufgeteilt wurden. Wer nur Englisch sprach, wurde der Versicherungssparte zugeteilt, wer mehrsprachig war, der Industriesparte. Bef\u00f6rdert wurden diejenigen von uns, die die Pr\u00fcfungen bestanden und auch Erfahrungen im Umgang mit Kunden gesammelt hatten, was Voraussetzung war f\u00fcr die n\u00e4chste Karrierestufe. Bis zur Vergabe der sogenannten ACA, der Associate Chartered Accountant durch die Berufskammer, z\u00e4hlte zumindest in diesem Unternehmen wahrhaftig Leistung. Ich erhielt relativ schnell die M\u00f6glichkeit, die Juniors der neuen Jahrg\u00e4nge selbst zu f\u00fchren und mit der Zeit auch Pr\u00fcfungen oder Teilpr\u00fcfungen von Industrie unternehmen abzunehmen.<\/p>\n<p>Dennoch: Subtile und auch sichtbare Unterschiede kamen auch hier zur Wirkung. Sozial privilegiertere Kollegen pflegten eine ganz andere Sprechweise als ich, ein deutlich souver\u00e4neres und selbstbewussteres Auftreten gegen\u00fcber Vorgesetzten und Kunden, einen anderen Kleidungsstil, andere Umgangsformen. Es war ein merkbarer Unterschied in Pers\u00f6nlichkeitswirkung, Art der Kommunikation und gesamter Ausstrahlung. Jahre sp\u00e4ter lernte ich den Fachterminus daf\u00fcr: \u00bbExecutive Presence\u00ab oder eben, mit Bourdieu gesprochen, symbolisches Kapital, das gew\u00f6hnlich durch die Lotterie der Geburt in die Wiege gelegt ist \u2013 was auf mich wie auf viele andere Ostdeutsche mit F\u00fchrungskompetenz definitiv nicht zutrifft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu eine Geschichte, die mir eine gute Bekannte, die F\u00fchrungskraft im mittleren Management einer gr\u00f6\u00dferen Investmentbank ist, einmal erz\u00e4hlte. Sie hatte zusammen mit einem jungen Mitarbeiter einen Termin f\u00fcr ein erstes Meeting mit einem potenziellen Neukunden. Den Mitarbeiter hatte sie zur Rezeption geschickt, um den Kunden dort abzuholen und in den gebuchten Meetingraum zu f\u00fchren. Als sie wenig sp\u00e4ter auch dort eintraf, fand sie den Junior mit dem Kunden in angeregter Konversation \u00fcber Tontaubenschie\u00dfen vor. Sie freute sich, ein erster Schritt in Richtung potenzielle Kundenbeziehung. Als sie sich dazusetzen und vorstellen wollte, drehte sich der \u00e4ltere Herr zu ihr um und bat die \u00bbjunge Frau\u00ab, ihm doch bitte eine Tasse Kaffee und ein Glas stilles Wasser zu bringen. Das Gesicht des jungen Kollegen wurde schlagartig tiefrot, sie aber stand wortlos auf, um die gew\u00fcnschten Getr\u00e4nke zu holen, setzte sich danach wieder dazu und stellte sich dem Kunden nun vor. Der zeigte sich mehr als peinlich ber\u00fchrt, doch die Situation lie\u00df sich schnell wieder entspannen und sie konnte ihn f\u00fcr die Bank gewinnen.<\/p>\n<p>Ob ich \u00c4hnliches auch schon erlebt h\u00e4tte, fragte sie mich. Jede Menge solcher Geschichten k\u00f6nnte ich berichten, erwiderte ich, darin gehe es allerdings weniger um mein Geschlecht, sondern eher um meine soziale Herkunft. Was sie offensichtlich sehr \u00fcberraschte, wirkte ich doch auf sie wie die typische Investmentbankerin. Dass dies das Ergebnis harter Arbeit an mir war, erreicht unter anderem mithilfe von Sylvia Ann Hewletts Buch <em>Executive Presence, <\/em>konnte sie nicht wissen. Ich hatte mir den souver\u00e4nen Auftritt angeeignet, konnte einen Raum mit meiner Gegenwart f\u00fcllen, sprach perfektes Englisch, verstand es, dem Ganzen die passende \u00e4u\u00dfere H\u00fclle \u2013 Kleidung, Handtasche und Schuhe \u2013 zu verpassen. Durch diese \u00bbPers\u00f6nlichkeitstransformation\u00ab wurde ich Teil der Londoner Finanzwelt.<\/p>\n<p>Jedem, der wie beispielsweise einer meiner indischst\u00e4mmigen Mentees auf der Karriereleiter einfach nicht weiterkommt, aber eine Spitzenf\u00fchrungsfunktion verdienterma\u00dfen anstrebt, kann ich dieses 2014 erschienene Buch nur w\u00e4rmstens ans Herz legen.<\/p>\n<p>Sylvia Ann Hewlett, selbst aus eher prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen stammend, benennt darin drei Faktoren, die entscheidend sind, um ganz nach oben zu gelangen \u2013 gravitas, communication, appearance, also die Art, wie man wirkt, die Art, wie man spricht, und die Art, wie man sich nach au\u00dfen gibt. Es ist und bleibt ein Irrglaube, dass ausschlie\u00dflich Netzwerke das Vorankommen in der Karriere bis ganz nach oben bef\u00f6rdern. Keine Frage, dass es wichtig ist, sich mit den richtigen Menschen zu vernetzen und dieses Netzwerk zu pflegen, aber Sichtbarkeit allein ist nicht der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Denn noch so viel Sichtbarkeit und ein noch so gro\u00dfes Netzwerk n\u00fctzen nichts, wenn Wirkung, Akzent oder Erscheinung als nicht passend empfunden werden. Am Ende sind es die gesendeten Signale, der gesamte Habitus, die eine kommende Spitzenf\u00fchrungskraft als solche f\u00fcr die \u00bbrichtigen Leute\u00ab wahrnehmbar machen. Diese Sichtbarkeit hilft dann, die T\u00fcr vollends zu \u00f6ffnen, der Raum dahinter wird daraufhin vom Netzwerk gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Das bedeutet, noch bevor jemand eine Spitzenf\u00fchrungsposition innehat, muss er oder sie als potenzielle F\u00fchrungskraft im Netzwerk sichtbar werden, das daraufhin seine Funktion erf\u00fcllen kann. Oder mit Bourdieu gesprochen: Das Ziel sozialen Handelns, n\u00e4mlich die Akkumulation von Kapital, in diesem Fall von symbolischem und sozialem, ist so erreichbar. Und erst, als ich diese Zusammenh\u00e4nge und Mechanismen begriffen und mir entsprechende Strategien angeeignet hatte, wurde ich zur Vorst\u00e4ndin berufen. Wie genial w\u00e4re es, wenn es ein Schulfach g\u00e4be, das eben in diese Strategien einf\u00fchrt, die sich jeder und jede, egal welcher Herkunft, aneignen kann? Dazu w\u00fcrden auch Aspekte wie Mindset, Karriereplanung, Skills, St\u00e4rken, Networking, Auftreten geh\u00f6ren \u2013 alles Dinge, die f\u00fcr ehemalige DDR-B\u00fcrger gro\u00dfe Unbekannte waren und auf die auch heute noch Menschen benachteiligter sozialer Herkunft, wenn \u00fcberhaupt, dann nur bedingt Zugriff haben. Was spricht ernsthaft dagegen, solche Themenfelder in den regul\u00e4ren Schulunterricht f\u00fcr alle einzuf\u00fchren?<\/p>\n<p>Die echte Macht des Netzwerkens bekam ich zum ersten Mal in meiner Londoner Zeit positiv zu sp\u00fcren. Ich arbeitete dort f\u00fcr Lehman Brothers, eine der damals weltgr\u00f6\u00dften Investmentbanken, die es wie die DDR inzwischen auch nicht mehr gibt. Im Jahr 1850 von deutsch-j\u00fcdischen Einwanderern in New York gegr\u00fcndet, wurde Lehman Brothers zum Symbol der Finanzkrise schlechthin, als bekannt wurde, dass die US-Regierung das Unternehmen nicht retten w\u00fcrde und der Aktienpreis um \u00fcber 90 Prozent einbrach: der gr\u00f6\u00dfte Konkursfall in der Geschichte der USA. Wieder einmal war ich unfreiwillig mitten in eine turbulente Umbruchsituation geraten. Ich arbeitete in der Prime-Brokerage-Abteilung, die Dienstleistungen f\u00fcr Hedgefonds-Kunden offerierte, und war als Business Manager f\u00fcr etliche strategische Analysen verantwortlich. Ich sa\u00df im Handelsraum und mochte die Geschwindigkeit und vielschichtigen Ver\u00e4nderungen im Markt, die von jetzt auf nachher eintreten konnten. Ich hatte zwar mein eigentliches Ziel, den Vertrieb, noch nicht erreicht, f\u00fchlte mich aber dort, wo ich war, sicher und zog es vor, meinen Vorgesetzten zu glauben und nicht den vielen gut recherchierten Medienberichten, die schon seit einiger Zeit auf den Finanzportalen liefen und ihre Warnungen verbreiteten. Ich war wie der Truthahn in Nassim Nicholas Talebs Buch <em>Antifragilit\u00e4t<\/em>. Ich w\u00e4hnte mich sicher und musste dann auf brutalste Art feststellen, dass mich meine Naivit\u00e4t den Kopf oder, besser gesagt, meinen Job gekostet hatte. Das Unvorstellbare war eingetreten.<\/p>\n<p>Eine wahrhaft bittere Pille. Ich fand das Foto auf dem Titelblatt diverser Tageszeitungen wieder \u2013 eine h\u00f6chst zweifelhafte Art von Prominenz. Es zeigt mich und viele meiner Kollegen mit dem R\u00fccken zum Fenster stehend, als wir von unseren Vorgesetzten die Nachricht \u00fcber die beantragte Insolvenz entgegennehmen mussten. Und sp\u00e4ter dann, eine Box mit den pers\u00f6nlichen Sachen in H\u00e4nden, durch die Gasse zwischen Reportern und Schaulustigen laufen zu m\u00fcssen war alles andere als ein erhebendes Gef\u00fchl. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich arbeitslos und \u2013 nicht eben typisch deutsch \u2013 v\u00f6llig ohne Reserven. All meine Erinnerungen an die Zeit nach der Wiedervereinigung wurden wieder hochgesp\u00fclt, als mein Vater seinen Job verloren und unsere Familie mit Existenz\u00e4ngsten zu k\u00e4mpfen hatte. Nur dass ich es diesmal war, die pl\u00f6tzlich ohne Job, ohne alles dastand. Warum schon wieder ins Chaos gest\u00fcrzt? Reichten der Umbruch und die Lehren daraus nicht aus? Und das alles kurz vor meinem 32. Geburtstag, f\u00fcr den ich schon eine tolle Party geplant hatte.<\/p>\n<p>Es war eine schreckliche Zeit f\u00fcr die Finanzbranche, durch die die Industriestaaten in eine schwere Rezession abrutschen, Menschen massenweise ihre Jobs verloren, die Eurokrise sowie andere politische und wirtschaftliche Verwerfungen mit verursacht wurden. Die globale Finanzkrise war die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Gro\u00dfen Depression im Jahre 1929. Technisch gesehen waren wir trotz Insolvenz bei Lehman noch angestellt, dennoch blieben unsere Geh\u00e4lter f\u00fcr einige Monate aus, denn das Bewilligungsprozedere des daf\u00fcr bei der Bank von England beantragten Kredits verz\u00f6gerte den regul\u00e4ren Ablauf.<\/p>\n<p>Ich hatte auf einmal sehr viel Zeit zum Nachdenken, \u00fcber mich, \u00fcber das Geschehen und die Reaktionen der Menschen in meiner Umgebung darauf \u2013 eine sehr lehrreiche Phase in meinem Leben. Ich entdeckte, wie gut mir meine inzwischen gefestigte positive Einstellung zum Wandel tat. Ich f\u00fchlte mich nicht wie fr\u00fcher verloren, sondern nutzte die Zeit, um mich \u00fcber gesunde Ern\u00e4hrung zu informieren, dadurch und mithilfe von Sport mein Gewicht zu reduzieren \u2013 und auch, um mein Netzwerk zu aktivieren. Ich kontaktierte jede F\u00fchrungskraft, die ich damals kannte, traf viele auf einen Kaffee oder zum Mittagessen, und eines Tages kam der rettende Anruf. Einer der Vorgesetzten, die ich bei Lehman Brothers mit strategischen Analysen unterst\u00fctzt hatte, sorgte daf\u00fcr, dass ich bei seinem neuen Arbeitgeber einsteigen konnte. In einer der gr\u00f6\u00dften Finanzkrisen der Weltgeschichte hatte ich es geschafft, durch mein Netzwerk einen Job zu erhalten.<\/p>\n<p>Auf \u00e4hnliche Weise war es mir nach meiner R\u00fcckkehr nach Deutschland, als mein Vater erkrankt war, gelungen, eine neue Stelle zu bekommen: Zuf\u00e4llig lernte ich eine junge Frau kennen, die im Vertrieb einer Bank in Deutschland arbeitete und mich zu einer Konferenz dorthin einlud. Dabei lernte ich ihren Chef kennen und bekam nach einigen Interviews tats\u00e4chlich das Angebot, als Vertriebschefin einer Abteilung einzusteigen. Mittlerweile z\u00e4hle ich diese junge Frau zu meinen guten Freundinnen, und wir unterst\u00fctzen uns gegenseitig gesch\u00e4ftlich, wann immer es m\u00f6glich ist. Tats\u00e4chlich fing ich aber relativ sp\u00e4t in meiner Karriere erst an, mir ein Netzwerk aufzubauen. Da ich diese Art von Kontaktpflege von fr\u00fcher nicht kannte, nie ein wirkliches Vorbild daf\u00fcr hatte, machte ich anfangs entsprechend viele Fehler, trotz der damals schon bergeweise vorhandenen Literatur zum Thema. Mein gr\u00f6\u00dfter Fehler war, dass ich Netzwerken nicht hoch genug priorisierte.<\/p>\n<p>Und diesen Fehler, so mein Eindruck, teile ich mit nicht wenigen Menschen aus dem Osten, zumal solchen aus meiner Altersgruppe. Ohne ein wirkliches Verst\u00e4ndnis davon vermittelt bekommen zu haben, mussten (und m\u00fcssen) sie sich einen Zugang erst erarbeiten und die Mechanismen des Netzwerkens durchschauen lernen, bevor es zum n\u00fctzlichen Instrument f\u00fcr sie werden konnte. Und grunds\u00e4tzlich gilt eben die Regel: Mit Netzwerken kann man nicht fr\u00fch genug anfangen.<\/p>\n<p>Auf der Grundlage meiner pers\u00f6nlichen Erfahrungen unterscheide ich zwischen zwei Arten von Netzwerken, die sich jeweils noch in Netzwerktypen unterteilen lassen. Zum einen gibt es das interne Netzwerk beim Arbeitgeber, zum anderen das externe au\u00dferhalb davon. Das interne Netzwerk umfasst Kollegen und F\u00fchrungskr\u00e4fte verschiedener Abteilungen oder Regionen, die speziell f\u00fcr die eigenen Herausforderungen von Vorteil sind, und Sponsoren.<\/p>\n<p>Sponsoren sind Spitzenf\u00fchrungskr\u00e4fte oder F\u00fchrungskr\u00e4fte mit Entscheidungsautorit\u00e4t, die in Unternehmen mitunter f\u00fcr Bef\u00f6rderungen direkt zust\u00e4ndig sind oder starkes Mitspracherecht haben. So n\u00e4mlich wird Macht in Unternehmen sehr oft, insbesondere auf den oberen Karrierestufen, weitergereicht: Spitzenf\u00fchrungskr\u00e4fte installieren F\u00fchrungs- beziehungsweise Spitzenf\u00fchrungskr\u00e4fte, die sie kennen und denen sie vertrauen. Statistisch gesehen kommt es zu viel mehr intern rekrutierten Besetzungen von F\u00fchrungs- und Spitzenpositionen als zu extern berufenen Neubesetzungen \u2013 und das ist der Grund, weshalb Sponsoren von so gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Karriere im Unternehmen sind. Sie haben auch einen gro\u00dfen Einfluss auf Geh\u00e4lter, verhelfen zur n\u00fctzlichen Erweiterung des Netzwerks und k\u00f6nnen Schutz bieten, wenn sich Unternehmen von Mitarbeitern strukturell bedingt trennen m\u00f6chten. Anders verh\u00e4lt es sich bei den Mentoren: Sie k\u00f6nnen zwar helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern, stehen f\u00fcr die eigene Karriere aber eher nur beratend zur Seite. Doch wie gelangt man an einen Sponsor im Unternehmen, und welcher sollte es sein?<\/p>\n<p>Es gibt drei Dinge, die gegeben sein m\u00fcssen, damit der Sponsor als Bef\u00f6rderer der Karriere wirken kann. Als Erstes muss es ein gemeinsames Werteversprechen geben, das die Beziehung f\u00fcr beide Seiten zu einer Win-win-Situation macht. Zweitens muss der Sponsor von der menschlichen Eignung des oder der f\u00fcr eine Bef\u00f6rderung Priorisierten \u00fcberzeugt sein, das hei\u00dft, die Gesamtheit der gesendeten Signale, von denen oben die Rede war, muss sich als tragf\u00e4hig erwiesen haben. Und als Drittes muss das volle Vertrauen des Sponsors in die eigene Person gewonnen werden, allein schon deshalb, weil der Sponsor mit einem Proteg\u00e9 auch immer ein pers\u00f6nliches Reputationsrisiko eingeht. Vor allem, wenn man kein sogenannter \u00bbMini-Me\u00ab ist, also nicht viel \u00c4hnlichkeit mit dem Sponsor hat, muss man sich viel M\u00fche geben, um ein Vertrauensverh\u00e4ltnis zu ihm aufzubauen. Und wie nun diesen drei Anforderungen gerecht werden?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr muss zun\u00e4chst die eigene Leistung f\u00fcr das Unternehmen von Bedeutung sein, und es muss die n\u00f6tige Seniorit\u00e4t ausgestrahlt werden. Das bedeutet keineswegs, dass diese Leistung selbst erbracht worden sein muss, wichtig ist vielmehr, als der oder die unentbehrlich Verantwortliche f\u00fcr diese Leistung gesehen zu werden, was also auf ausgewiesene F\u00fchrungsqualit\u00e4ten zielt. Als Zweites muss man Loyalit\u00e4t in dem Sinne zeigen, dass der Sponsor eine hundertprozentige Verl\u00e4sslichkeit \u2013 zu jeder Zeit, bei jeder Herausforderung \u2013 erkennt, die f\u00fcr Vertrauen sorgt. Und schlie\u00dflich muss das als Person eingesetzte Kapital oder der besondere Mehrwert f\u00fcr den Sponsor zu erkennen und zu gebrauchen sein. Das wiederum setzt voraus, dass man sich damit als einzigartig auszeichnen kann.<\/p>\n<p>Gerade in einer Welt des Wandels schaffen wir Wendekinder durch unsere Transformationskompetenz f\u00fcr Unternehmen einen enormen Mehrwert. Jeder wei\u00df, wie wichtig es ist, mit Ver\u00e4nderungen positiv umgehen, Konventionen hinterfragen, zwischen verschiedenen Parteien vermitteln zu k\u00f6nnen, sich in unterschiedlichen Systemen schnell zurechtzufinden, Missst\u00e4nde zu erkennen und agil \u00fcberregional und abteilungs\u00fcbergreifend kreative L\u00f6sungen f\u00fcr komplexe Herausforderungen zu finden. Diese bestimmte Art der Transformationskompetenz ist es, deren Bedeutung und Mehrwert f\u00fcr Sponsoren bezogen auf deren spezielle Herausforderungen sichtbar gemacht werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Um einen geeigneten Sponsor zu finden, rate ich meinen\u00a0Mentees, sich zun\u00e4chst und vor allem \u00fcber ihre Kompetenzen, St\u00e4rken und Werteversprechen bewusst zu werden. Angefangen bei der eigenen Karriereplanung und einem pers\u00f6nlichen Entwicklungsplan, ansetzend bei der Frage: Wo genau im Unternehmen will ich die Karriereleiter aufsteigen, welche Funktion will ich in welcher Abteilung und in welcher Region ausf\u00fchren? Ist das gekl\u00e4rt, gilt es herauszufinden, welche Entscheider \u00fcber Bef\u00f6rderungen auf F\u00fchrungs- oder Spitzenf\u00fchrungspositionen f\u00fcr diesen Karriereweg zust\u00e4ndig sind, um an sie pers\u00f6nlich herantreten zu k\u00f6nnen \u2013 beziehungsweise sie dazu zu bringen, an einen selbst heranzutreten, um sie dann von der pers\u00f6nlichen Leistung zu \u00fcberzeugen, ihnen zu demonstrieren, dass man die logische Wahl f\u00fcr die n\u00e4chste Bef\u00f6rderung ist, und dabei den pers\u00f6nlichen Mehrwert zu\u00a0 zeigen.<\/p>\n<p>Hierbei ist es \u00fcberhaupt nicht wichtig, ob man den Sponsor pers\u00f6nlich mag oder sich mit ihm pers\u00f6nlich verbunden f\u00fchlt. Wichtig ist einzig und allein, dass der Sponsor am eigenen Werteversprechen Interesse findet. Denn eine Sponsorbeziehung ist, anders als die Mentorbeziehung, kein einfaches Geben. Sie ist wie eine Transaktion, die nur dann zum Erfolg f\u00fchrt, wenn es ein beidseitiges direktes Geben und Nehmen gibt \u2013 es muss also eine reziproke Beziehung entstehen.<\/p>\n<p>Das setzt voraus, dass man f\u00fcr das eigene Werteversprechen brennt. Dazu geh\u00f6ren Flexibilit\u00e4t und die Bereitschaft, an der L\u00f6sung komplexer Herausforderungen zu arbeiten, denen sich nicht unbedingt jeder stellen will oder kann und f\u00fcr die man gegebenenfalls auch sehr mobil sein muss. Der \u00bbKuss des Todes\u00ab ist, einem Sponsor gegen\u00fcber ein \u00bbDas-geht-nicht\u00ab zu \u00e4u\u00dfern, ohne alternative Ideen oder Vorschl\u00e4ge anzubieten. Auf der anderen Seite muss der Sponsor das Werteversprechen unbedingt f\u00fcr seine Zwecke und seinen pers\u00f6nlichen Karriereaufstieg anwenden k\u00f6nnen. Und was Spitzenf\u00fchrungskr\u00e4fte heutzutage unbedingt brauchen, ist Innovation: Innovation, wenn es um Kunden und Kundengewinnung geht; Innovation, wenn es um Effizienz und Kostenersparnisse geht; Innovation, wenn es um bedeutende l\u00e4ngerfristige strategische Ziele geht; Innovation, wenn es ganzheitlich um Transformation geht. Und genau daf\u00fcr braucht es diverse Identit\u00e4ten, Kompetenzen, Perspektiven und Erfahrungen, denn Innovation entsteht selten in homogener Umgebung ohne unterschiedliche Blickwinkel. Die ist exakt der enorme Vorteil, den Diversit\u00e4t f\u00fcr Unternehmen bringt. Und Menschen aus dem Osten haben eine Superpower, die es gilt zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Die Bedeutung von Sponsoren wurde mir erst allm\u00e4hlich im Lauf meiner Karriere bewusst. Bei einem meiner Arbeitgeber kam ein Entscheider auf mich zu und fragte mich nach einer bestimmten Art von Zahlenanalyse f\u00fcr die Vertriebsabteilung. Nicht nur, dass diese Zahlenanalyse in der Form so nicht existierte \u2013 die Firmendatenbank gab sie nicht her \u2013, die Vertriebsmitarbeiter waren offenbar an einer derartigen Analyse auch gar nicht interessiert, infolgedessen hatten sie s\u00e4mtliche Bem\u00fchungen der Finanzabteilung, Produktivit\u00e4ts- und Leistungsunterschiede sichtbar zu machen, nicht ernsthaft unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ich nahm die Aufgabe an, und alle Kollegen, mit denen ich dar\u00fcber sprach, hielten das, was ich da vorhatte, f\u00fcr absolut unm\u00f6glich und nannten mir tausend Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Wo ich hinkam, nur verschlossene T\u00fcren, nichts von dem, was ich ausprobierte, klappte. Bis ich eines Tages die z\u00fcndende Idee hatte, gef\u00fchlt jedoch weiter um zehn Ecken denken und sehr viel Aufwand treiben musste, um sie zu realisieren. Was aber am Ende z\u00e4hlte, war das Ergebnis. Ich hatte es geschafft, die\u00a0 gew\u00fcnschte Zahlenanalyse vorzubereiten und monatlich zu automatisieren. Das ergab f\u00fcr mich die Bef\u00f6rderung zur Direktorin, einen Job innerhalb der Vertriebseinheit und eine nicht unerhebliche Gehaltserh\u00f6hung \u2013 Resultat aus und erste Ber\u00fchrung mit der Macht unternehmensinterner Sponsoren.<\/p>\n<p>Beim von mir so genannten externen Netzwerk unterscheide ich zwischen dem, das mich beruflich unterst\u00fctzt und weiterbringt, und einem pers\u00f6nlichen Netzwerk, das mit meinem Beruf nicht unbedingt zu tun haben muss. Zum beruflichen Netzwerk geh\u00f6ren f\u00fcr mich unbedingt Headhunter, f\u00fcr die ich mein Werteversprechen jederzeit sichtbar und nachvollziehbar halte, damit sie es potenziellen Arbeitgebern gegen\u00fcber kommunizieren k\u00f6nnen. Mein pers\u00f6nliches Netzwerk umfasst Menschen auch aus ganz anderen Branchen, die mir helfen, mich weiterzuentwickeln, die mich als Person oder durch ein bestimmtes gemeinsames Thema inspirieren oder von denen ich mich verstanden f\u00fchle. Das sind meist Frauennetzwerke, fachspezifische und regionale Netzwerke, denn hier kann ich meine Erfahrungswerte teilen und von anderen lernen. Ein Netzwerk ist immer ein Geben und Nehmen, verlangt anf\u00e4nglich aber fast immer, sehr viel zu geben, bevor man auch nehmen kann. Ich musste in meinem Leben dreimal Netzwerke so gut wie neu aufbauen: als ich anfing, in London zu arbeiten, als ich berufsbedingt nach Paris ging und als ich nach Deutschland zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p>Immerhin l\u00e4sst sich heutzutage \u2013 den sozialen Medien sei Dank \u2013 ein Netzwerk viel leichter aufbauen, als es vor Jahren noch der Fall war. Plattformen wie LinkedIn bieten den enormen Vorteil, effizient und effektiv Entscheider aus der eigenen Branche zu finden und mit ihnen in Kontakt zu treten oder durch mehrwertreiche Contenterstellung f\u00fcr sie auf die richtige Art und Weise sichtbar zu werden. Branchenspezifische Veranstaltungen oder Konferenzen jeglicher Art, viele davon auch virtuell und kostenlos, bieten weitere M\u00f6glichkeiten, sich ein Netzwerk aufzubauen. Und auch soziale Engagements oder Interessensgruppen sind gute Gelegenheiten, sich mit Menschen, mit denen man Werte oder Interessen f\u00fcr bestimmte Bereiche teilt, zu vernetzen und wom\u00f6glich sogar real zu verabreden. Netzwerken muss auch nicht immer geplant sein, manchmal kann es sich spontan und nebenbei ergeben, sei es im Fahrstuhl oder im Restaurant oder im Flugzeug oder bei\u00a0 einer Kunstausstellung.<\/p>\n<p>Was nicht h\u00e4ufig genug betont werden sollte: Netzwerken erfordert ein Bewusstsein f\u00fcr seine Bedeutung, und dieses Bewusstsein sollte so fr\u00fch wie m\u00f6glich entwickelt werden. Es kann wirklich nicht fr\u00fch genug sein. Dazu gilt es, den Anspruch zu \u00fcberwinden, gleich beim ersten Mal alles perfekt zu machen, und nicht gleich aufzugeben, wenn es anfangs stockend vorangeht. Denn der Aufbau eines guten Netzwerks dauert und verlangt viel Zeit und M\u00fchen. Und damit h\u00f6rt es nicht auf, denn ein Netzwerk muss auch kontinuierlich gepflegt und erweitert werden. Es geht also nicht darum, so viele Visitenkarten wie m\u00f6glich auszutauschen, Menschen ohne besonderen Mehrwert oder mit banalen Floskeln zu kontaktieren oder gleich mit dem Nehmen anzufangen, bevor man etwas zu geben hat.<\/p>\n<p>Wenn man das Netzwerken richtig anstellt und auf eine nat\u00fcrliche Weise mit Menschen ins Gespr\u00e4ch kommt, sich wirklich f\u00fcr sie interessiert und Gemeinsamkeiten findet, kann es zu einem entscheidenden Faktor f\u00fcr die eigene Karriere und das pers\u00f6nliche Wachstum werden. Ein starkes Netzwerk ist eines, auf das man sich verlassen kann, wenn man Unterst\u00fctzung braucht, es geht also dabei nicht um ein pers\u00f6nliches Prestigeprojekt, sondern um menschliches Miteinander, das man aufgebaut hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Netzwerk die wichtigste Kapitalart, durch die auch ich es geschafft habe, mit der Zeit andere Kapitalarten, die mir nicht mit in die Wiege gelegt worden waren, zu gewinnen. Diese Erkenntnis h\u00e4tte ich gern fr\u00fcher in meiner Entwicklung gehabt, aber es gab niemanden, der mir dazu h\u00e4tte verhelfen k\u00f6nnen. Chancengleichheit ist leider immer noch ein M\u00e4rchen, und zu viele Menschen glaubten, als die Wende kam, dass es wahr werden k\u00f6nnte. H\u00f6chste Zeit also, dass wir alle gemeinsam dieses M\u00e4rchen Realit\u00e4t werden lassen, um eine nachhaltige Zukunft f\u00fcr uns alle zu sichern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Simona Stoytchkova: &#8222;Die aus dem Osten&#8220; Simona Stoytchkova war Vorst\u00e4ndin in international b\u00f6rsengelisteten Unternehmen wie State Street und IG Group &nbsp; &nbsp; EINE\u00a0 FRAGE DER HERKUNFT: VON STALLGERUCH UND SOZIALEM KAPITAL Der Regen prasselte gegen die Fensterscheiben des kleinen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/10\/17\/buchauszug-simona-stoytchkova-die-aus-dem-osten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1890,2412,12085],"class_list":["post-685245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-buchauszug","tag-murmann-verlag","tag-simona-stoytchkova-die-aus-dem-osten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685245"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":685254,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685245\/revisions\/685254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}