{"id":684643,"date":"2024-06-23T06:00:13","date_gmt":"2024-06-23T04:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=684643"},"modified":"2024-06-24T12:26:59","modified_gmt":"2024-06-24T10:26:59","slug":"homeoffice-auf-attest-fuenf-fragen-an-arbeitsrechtler-artur-konrad-wypych-von-bird-bird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/06\/23\/homeoffice-auf-attest-fuenf-fragen-an-arbeitsrechtler-artur-konrad-wypych-von-bird-bird\/","title":{"rendered":"Homeoffice auf Attest &#8211; F\u00fcnf Fragen an Arbeitsrechtler Artur-Konrad Wypych von Bird &amp; Bird"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Homeoffice auf Attest &#8211;\u00a0 Sechs Fragen an<\/strong><strong> Artur-Konrad Wypych, Arbeitsrechtler bei der Kanzlei Bird &amp; Bird\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_684644\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-684644\" class=\"size-full wp-image-684644\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/06\/artur.wypych.homepagefoto.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/06\/artur.wypych.homepagefoto.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/06\/artur.wypych.homepagefoto-300x174.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/06\/artur.wypych.homepagefoto-500x290.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-684644\" class=\"wp-caption-text\">Artur-Konrad Wypych (Foto: Bird&amp;Bird\/PR)<\/p><\/div>\n<p><strong>Herr Wypych, Sie bekommen immer h\u00e4ufiger Anfragen von Unternehmensmandanten, die Atteste f\u00fcr Homeoffice-Arbeit vorgelegt bekommen. Anscheinend schadet die Arbeit im B\u00fcro der Gesundheit dieser Mitarbeiter oder sie ist sonstwie medizinisch unzumutbar. Was raten Sie den Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich legen pl\u00f6tzlich Mitarbeiter, die nie krank waren, pl\u00f6tzlich Arztatteste vor, dass sie keine Pr\u00e4senzarbeit im B\u00fcro mehr leisten k\u00f6nnen. In den Attesten steht kein Grund, das muss es ja nicht. Aber leider auch nicht, welche Ma\u00dfnahmen ein Arbeitgeber ergreifen k\u00f6nnte, damit er doch wieder ins B\u00fcro kommen kann. Das ist ein Problem f\u00fcr die F\u00fchrungskr\u00e4fte, wenn nicht mal an Teamtagen die ganze Truppe zusammenkommt. Denn eigentlich steht ihnen ja das Direktionsrecht zu, so dass sie genau das anordnen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was genau steht in diesen Homeoffice-Attesten?<\/strong><\/p>\n<p>Da gibt es keine Standardformulierung. Dann steht da schon mal eine Empfehlung aus \u00e4rztlicher Sicht wie `Es w\u00e4re besser, wenn Herr Schneider im Homeoffice arbeiten w\u00fcrde\u00b4, oder `es ist dringend notwendig, dass Herr Schneider im Homeoffice arbeitet\u00b4.\u00a0 Nie steht eine \u00a0zeitliche Begrenzung dabei. Dann sind die Personalabteilungen und Vorgesetzte ratlos und fragen sich, ob sie den Mitarbeiter nie mehr ins B\u00fcro bekommen. Ein Gerichtsurteil gibt es dazu nicht. Zum medizinischen Dienst zwecks \u00dcberpr\u00fcfung durch einen anderen Arzt kann ein Unternehmen sie auch nicht schicken, denn sie sind ja nicht krank und arbeitsunf\u00e4hig. Schnell kommt dann der Verdacht auf, dass es sich um eine Art Gef\u00e4lligkeitsattest handelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer sind diejenigen, die pl\u00f6tzlich Atteste f\u00fcrs Homeoffice vorlegen und wegen denen ihre Mandanten ihren Rat suchen?<\/strong><\/p>\n<p>Es sind nicht diejenigen, die zum Beispiel eine Immunerkrankung haben, isoliert leben m\u00fcssen oder wegen erh\u00f6hter Ansteckungsrisiken in einem Gro\u00dfraumb\u00fcro ausgesetzt w\u00e4ren. Das sind die, die nicht arbeitsunf\u00e4hig sind, sondern denen vielleicht schon mit einem Einzelb\u00fcro geholfen werden kann. Oder Zugang zu einem Ruheraum. In den F\u00e4llen gibt es eigentlich auch nie Streit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u2026. und wann dann?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Typischerweise kommen diese Art Homeoffice-Atteste von Mitarbeitern wie diesem: Ein Mitarbeiter wohnt 50 oder\u00a0 gar 100 Kilometer entfernt von seiner Firma, das hat er schon immer, auch vor Corona. Der will jetzt, nach der Pandemie und etablierter mobiler Arbeit, pl\u00f6tzlich dauerhaft im Homeoffice bleiben. Ohne eine Begr\u00fcndung. Dabei hat gerade dieser Mitarbeiter sogar einen Dienstwagen, den er seit der Pandemie nur noch privat f\u00e4hrt und daf\u00fcr auch das Benzingeld bekommt. Das bekam er auch f\u00fcr seine Fahrten zur Arbeit. Die Vermutung i\u00a0 st im Raum, dass er die zwei, drei Stunden t\u00e4gliche Fahrzeit vermeiden und lieber seine Freizeit besser nutzen will als sie im Stau oder auf der Autobahn zu verbringen. Dabei ist die Fahrzeit zur Arbeit nicht der Risikobereich des Arbeitgebers, sondern die des Arbeitnehmers. Niemand muss so weit weg von der Firma wohnen.<\/p>\n<p>Andere Mitarbeiter haben gemerkt, dass sie f\u00fcr Homeoffice-Arbeit keine teuren Anz\u00fcge mehr kaufen, sie auch nicht in die Reinigung bringen m\u00fcssen oder nicht mehr mittags ausw\u00e4rts essen gehen brauchen. Die haben einfach mehr Geld im Portemonnaie, wenn sie zuhause bleiben. Wieder andere haben sich einen Hund zugelegt, wegen dem sie nicht mehr ins B\u00fcro einr\u00fccken wollen, berichten Headhunter. Zugegeben werden all diese heimlichen Motive jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Sehen Sie eine praktikable L\u00f6sung?<\/strong><\/p>\n<p>Im Moment hat der Arbeitgeber keine rechtliche M\u00f6glichkeit, herauszufinden, was er daf\u00fcr tun kann, damit der Mitarbeiter doch kommt. Bis ein Gericht den \u00c4rzten aufgibt, die Atteste zu begr\u00fcnden und konkrete Therapie-Ma\u00dfnahmen, zu empfehlen &#8211; beispielsweise f\u00fcr R\u00fcckenkranke einen h\u00f6henverstellbaren Schreibtisch anzuschaffen \u2013 sind Arbeitgeber und ihre F\u00fchrungskr\u00e4fte eigentlich auf ihre eigene \u00dcberzeugungsarbeit angewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><strong><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2022\/06\/08\/management-blog-jetzt-unter-den-top-ten-im-blogger-relevanzindex-2022-es-gibt-was-zu-feiern-wer-die-top-100-blogs-sind-hier-die-ganze-liste\/\">Management-Blog jetzt unter den Top-Ten im Blogger-Relevanzindex 2022 \u2013 es gibt was zu feiern! Wer die Top-100 Blogs sind \u2013 hier die ganze Liste | Management-Blog (wiwo.de)<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680145\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Superfrauen_Top5.2022.Bloggerrelavnzindex-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Superfrauen_Top5.2022.Bloggerrelavnzindex-300x300.png 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Superfrauen_Top5.2022.Bloggerrelavnzindex-150x150.png 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Superfrauen_Top5.2022.Bloggerrelavnzindex.png 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Homeoffice auf Attest &#8211;\u00a0 Sechs Fragen an Artur-Konrad Wypych, Arbeitsrechtler bei der Kanzlei Bird &amp; Bird\u00a0 &nbsp; Herr Wypych, Sie bekommen immer h\u00e4ufiger Anfragen von Unternehmensmandanten, die Atteste f\u00fcr Homeoffice-Arbeit vorgelegt bekommen. 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