{"id":684451,"date":"2024-08-06T12:17:17","date_gmt":"2024-08-06T10:17:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=684451"},"modified":"2024-08-06T12:17:17","modified_gmt":"2024-08-06T10:17:17","slug":"die-wichtigsten-fallstricke-fuer-deutsche-unternehmen-die-in-die-usa-expandieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/08\/06\/die-wichtigsten-fallstricke-fuer-deutsche-unternehmen-die-in-die-usa-expandieren\/","title":{"rendered":"Die wichtigsten Fallstricke f\u00fcr deutsche Unternehmen, die in die USA expandieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unternehmen, die in den USA Gesch\u00e4fte machen wollen, untersch\u00e4tzen oft die Risiken und riskieren hohe Verluste. US-Anwalt von <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/mannyschoenhuber\/\">Manny P. Schoenhuber von Jackson Walker<\/a>, Anwalt f\u00fcr internationales Recht in Houston, Texas,\u00a0<\/strong><strong>zeigt im Gastbeitrag die wichtigsten Fallen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_684864\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-684864\" class=\"size-full wp-image-684864\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/08\/Manny.USAnwalt.Boehnert.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/08\/Manny.USAnwalt.Boehnert.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/08\/Manny.USAnwalt.Boehnert-300x105.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/08\/Manny.USAnwalt.Boehnert-500x175.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-684864\" class=\"wp-caption-text\">Manny P. Schoenhuber (Foto: PR)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fragerecht bei Arbeitnehmern bei der Einstellung:<\/strong><br \/>\nIn den USA sind viele Angaben wie Alter, nationale Herkunft und Geschlecht gesch\u00fctzt. In Bewerbungen kommen diese Daten gar nicht vor. Informationen, die in Deutschland erfragt werden d\u00fcrfen, sind in den USA tabu. Das gilt auch f\u00fcr religi\u00f6se Ansichten, Familienstand und Hautfarbe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Arbeitnehmer immer auf dem Absprung:<br \/>\n<\/strong>Mitarbeiter ohne schriftliche Vereinbarung k\u00f6nnen\u00a0jederzeit und ohne Grund gek\u00fcndigt werden &#8211; aber eben auch selbst k\u00fcndigen. In den USA ist eine K\u00fcndigungsfrist von nur zwei Wochen \u00fcblich. Die ist aber nicht zwingend, man kann auch eine l\u00e4ngere Frist vereinbaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Komplexes Visa-Recht, das Mitarbeiter zu Illegalen macht:<br \/>\n<\/strong>Probleme gibt es, wenn die US-Tochtergesellschaft als neuer Arbeitgeber zu mehr als 50 Prozent in deutschem Besitz ist und der zu entsendende Mitarbeiter keinen deutschen Pass hat. Das E-Arbeitsvisum ist grunds\u00e4tzlich nur f\u00fcr deutsche Staatsb\u00fcrger als Angestellte wie Selbst\u00e4ndige verf\u00fcgbar, wenn die US-Gesellschaft zu mehr als 50 Prozent in deutschem Besitz ist. Damit Mitarbeiter nicht als illegale gelten, kann man alternativ oft nur ein firmeninternes Versetzungsvisum (L-Visum) f\u00fcr klassische Entsendungen beantragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen untersch\u00e4tzen\u00a0<\/strong><strong>amerikanisches Fall-<\/strong><strong>Recht:<\/strong><br \/>\nIn den USA gibt es fast keine Gesetzb\u00fccher mit festgeschriebenen Regeln wie dem BGB. Das US-Recht ist Case Law basierend auf dem britischen Common Law, Anw\u00e4lte berufen sich auf andere, wichtige Urteile der Gerichte, um die Richter oder Geschworene zu \u00fcberzeugen. Anw\u00e4lte in den USA verlangen deutlich h\u00f6here Honorare als ihre deutschen Kollegen. Es rechnet sich aber, diese zu beauftragen, weil deutsche Anw\u00e4lte das Common Law und Case Law zumeist nicht beherrschen und eine fehlerhafte Beratung letztlich teurer ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schiedsverfahren statt G<\/strong><strong>erichts<\/strong><strong>prozess<\/strong><strong>:<br \/>\n<\/strong>In den USA existieren parallele Rechtssysteme &#8211; auf Bundesebene und auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten. Deutsche Unternehmen und deren US-Tochtergesellschaften sollten, m\u00f6glichst vor Gerichte auf f\u00f6deraler\/Bundesebene ziehen. Diese k\u00f6nnen aber nur f\u00fcr Verfahren mit einem Streitwert von mehr als 75.000 Dollar angerufen werden &#8211; und die Parteien des Rechtsstreits m\u00fcssen in verschiedenen Bundesstaaten gegr\u00fcndet worden beziehungsweise ans\u00e4ssig sein. In F\u00e4llen unterhalb dieses Streitwerts k\u00f6nnen verbindliche Schiedsverfahren sinnvoll sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die<\/strong><strong>\u00a0hohen Anwaltskosten dem Verlierer \u00fcberb\u00fcrden<\/strong><strong>:<br \/>\n<\/strong>In US-Rechtsstreitigkeiten\u00a0muss jede Partei ihre Anwaltskosten\u00a0selbst\u00a0tragen.\u00a0Mit einer entsprechenden Vertragsklausel kann man diese Grundregel aushebeln und vereinbaren, dass\u00a0die Partei, die das Verfahren\u00a0verliert, die\u00a0Anwaltskosten\u00a0des Gewinners bezahlen muss.\u00a0Vor allem bei Zahlungsverzugsklagen baut das zus\u00e4tzlichen Druck auf Schuldner auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Haftungsrisiko der deutschen Mutter:<br \/>\n<\/strong>Deutsche Konzerne riskieren, dass sie f\u00fcr Schadenersatzforderungen gegen ihre US-T\u00f6chter einspringen m\u00fcssen. Verhindern kann man das nur, indem man eine US-Gesellschaft &#8211; zum Beispiel Inc. oder LLC &#8211; als Tochter- oder Schwestergesellschaft einer deutschen GmbH gr\u00fcndet und das US-Gesch\u00e4ft ausschlie\u00dflich mit dieser US-Gesellschaft abwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausschlussklausel deutscher Versicherer:<\/strong><br \/>\nDeutsche wie europ\u00e4ische Versicherer schreiben h\u00e4ufig Versicherungsausschl\u00fcsse f\u00fcr US-Schadensersatzklagen oder Projektgesch\u00e4fte in ihre Vertr\u00e4ge. Daher sollte das US-Gesch\u00e4ft einer US-Tochtergesellschaft mit einem US-Versicherer und ohne Ausschl\u00fcsse f\u00fcr Schadenersatzklagen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kurze Frist f\u00fcr Marken- und Patentschutz<\/strong><strong>anmeldung<\/strong><strong>:<br \/>\n<\/strong>Die europ\u00e4ische Registrierung sch\u00fctzt deutsche Patente und Marken nicht automatisch auch in den USA. Stattdessen m\u00fcssen sie dort schnellstens angemeldet werden: Die Frist f\u00fcr den Antrag auf zus\u00e4tzlichen Patent- oder Markenschutz in den USA betr\u00e4gt n\u00e4mlich nur ein Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen, die in den USA Gesch\u00e4fte machen wollen, untersch\u00e4tzen oft die Risiken und riskieren hohe Verluste. US-Anwalt von Manny P. 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