{"id":684244,"date":"2024-04-23T17:21:02","date_gmt":"2024-04-23T15:21:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=684244"},"modified":"2024-04-23T17:22:53","modified_gmt":"2024-04-23T15:22:53","slug":"buchauszug-massimo-bognanni-unter-den-augen-des-staates-der-groesste-steuerraub-in-der-geschichte-der-bundesrepublikerweiterte-neuausgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/04\/23\/buchauszug-massimo-bognanni-unter-den-augen-des-staates-der-groesste-steuerraub-in-der-geschichte-der-bundesrepublikerweiterte-neuausgabe\/","title":{"rendered":"Buchauszug Massimo Bognanni: &#8222;Unter den Augen des Staates. Der gr\u00f6\u00dfte Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik&#8220;(Erweiterte Neuausgabe)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/unter-den-augen-des-staates-35220\"><strong>Massimo Bognanni: &#8222;Unter den Augen des Staates. <\/strong><strong>Der gr\u00f6\u00dfte Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik&#8220;\u00a0 <\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/unter-den-augen-des-staates-35220\"><strong>(Erweiterte Neuausgabe)<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_679121\" style=\"width: 656px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-679121\" class=\"size-full wp-image-679121\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Bognanni_MassimocWDR_Linda-Meiers_6839.2022-e1645721993635.jpg\" alt=\"\" width=\"646\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Bognanni_MassimocWDR_Linda-Meiers_6839.2022-e1645721993635.jpg 646w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Bognanni_MassimocWDR_Linda-Meiers_6839.2022-e1645721993635-300x201.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Bognanni_MassimocWDR_Linda-Meiers_6839.2022-e1645721993635-448x300.jpg 448w\" sizes=\"auto, (max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><p id=\"caption-attachment-679121\" class=\"wp-caption-text\">Massiomo Bognanni (Foto PR\/Linda Meiers)<\/p><\/div>\n<p><strong>Video-Tipps<\/strong>:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EbqSVYt7PxI\">EXKLUSIV: Cum-Ex Chefermittlerin im WDR-Investigativ-Interview | Investigativ | WDR (youtube.com)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lobZi6Z6Qb4\">Cum-Ex Chef-Ermittlerin k\u00fcndigt: Das steckt dahinter | WDR Aktuelle Stunde (youtube.com)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Prolog<\/strong><\/p>\n<p>Ruhig liegt der scharfkantige, f\u00fcnfst\u00f6ckige Flachdachbau in der Morgend\u00e4mmerung.<br \/>\nEin paar Lichter brennen, ein paar Gestalten huschen<br \/>\ndurch die Dreht\u00fcr ins Innere des Landeskriminalamtes D\u00fcsseldorf.<br \/>\nDie Luft riecht mehr nach Fr\u00fchling denn nach Herbst. Das<br \/>\nNordseetief \u00bbLivia\u00ab kann an diesem 14. Oktober 2014 dem Rheinland<br \/>\nnichts anhaben. Und so ist die Luft schon am fr\u00fchen Morgen<br \/>\nmilde elf Grad warm, als eine zierliche Gestalt mit aschblonden,<br \/>\nschulterlangen Haaren das LKA-Geb\u00e4ude ansteuert.<br \/>\nHastig durchquert Staatsanw\u00e4ltin Anne Brorhilker den modernen<br \/>\nGlaskubus, der dem Kriminalamt als Eingangsbereich dient. Die<br \/>\njunge Frau mit der Hornbrille eilt in den linken Teil des Geb\u00e4udes,<br \/>\nder f\u00fcr Ermittlungen vorgesehen ist. Sie hastet ein paar Stufen hinauf,<br \/>\ndurch eine Sicherheitst\u00fcr, dann betritt sie die Einsatzzentrale.<br \/>\nHier arbeitet jener Trupp der \u00bbBesonderen Aufbauorganisation<br \/>\n\u00ab (BAO) der bei der Kriminalpolizei f\u00fcr \u00bbbesondere Lagen\u00ab zust\u00e4ndig<br \/>\nist.<\/p>\n<p>In ihrem jungen Berufsleben hat Brorhilker, zu diesem Zeitpunkt<br \/>\n41 Jahre alt, schon manch eine Razzia miterlebt. In der Regel gab es<br \/>\ndann einen einzelnen Einsatzleiter, der eine Schar von Polizisten<br \/>\nunterwies. Nicht selten war sie selbst mit vor Ort und durchk\u00e4mmte<br \/>\nSchubladen auf der Suche nach Beweismitteln.<br \/>\nDoch die Aktion an diesem Dienstagmorgen, die spielt in einer<br \/>\nanderen Liga.<\/p>\n<p>Vor Brorhilker \u00f6ffnet sich ein Gro\u00dfraumb\u00fcro etwa so gro\u00df wie<br \/>\neine Gymnastikhalle. Die W\u00e4nde sind wei\u00df und kahl, der Boden \u2013<br \/>\nwie fast \u00fcberall im LKA \u2013 mit dunkelroter Teppichware ausgelegt.<br \/>\nDie Fenster der Einsatzzentrale sind von au\u00dfen nicht einsehbar. An<br \/>\nder Stirnseite des Raums sitzt der Polizeif\u00fchrer. Er hat heute das<br \/>\nKommando. Neben ihm r\u00fccken weitere Verantwortliche die St\u00fchle<br \/>\nan den F\u00fchrungstisch heran. Heute ist eine halbe Fu\u00dfballmannschaft<br \/>\nn\u00f6tig, um diesen Gro\u00dfeinsatz mit mehr als tausend Beamten<br \/>\nin elf L\u00e4ndern zu koordinieren.<\/p>\n<p>Von den Pl\u00e4tzen der Einsatzleitung aus ragen vier Reihen wei\u00dfer<br \/>\nTische in den tiefen Raum. \u00dcberall stehen Monitore, Telefone, Computer.<br \/>\nDazwischen: Kabelgewirr. Schier unaufh\u00f6rlich str\u00f6men Frauen<br \/>\nund M\u00e4nner herein. 60, vielleicht 70 Personen. Rechner fahren hoch,<br \/>\nHeadsets werden aufgesetzt. Experten f\u00fcr die Rechtshilfe im Ausland<br \/>\nrichten sich ebenso auf einen langen Tag ein, wie die \u00bbUnterabschnittsf\u00fchrer\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie sind Ansprechpartner f\u00fcr die Polizisten, die heute<br \/>\nvor Ort bei den Durchsuchungsobjekten im Einsatz sind.<br \/>\nAuf der anderen Kopfseite des Raums, gegen\u00fcber der Einsatzleitung,<br \/>\nsind gro\u00dfe Leinw\u00e4nde angebracht. Beamer f\u00fcllen sie mit<br \/>\nLeben. An diesem Dienstagmorgen ist dort eine Landkarte zu sehen.<br \/>\nL\u00e4nder wie Malta, Luxemburg und die Schweiz sind zu erkennen.<br \/>\nNeben der Landkarte erscheint eine Tabelle. Sie stellt eine Art Einsatztagebuch<br \/>\ndar. Minute f\u00fcr Minute wird hier eingetragen werden,<br \/>\nwas vor Ort bei der Durchsuchung geschehen ist. Noch sind ihre<br \/>\nZeilen jungfr\u00e4ulich.<\/p>\n<p>Etwas am Rande, an einem Schreibtisch mit Telefon, hat auch<br \/>\nBrorhilker ihren Platz gefunden. Sie sitzt dort beinahe wie eine Zuschauerin.<br \/>\nDabei sind wegen ihr heute alle hier. Wegen ihr lauern<br \/>\ngerade Hunderte Fahnder in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden,<br \/>\nEngland, Irland, Liechtenstein, Luxemburg, auf Malta, den<br \/>\nBritischen Jungferninseln, in den USA und selbst in Australien auf<br \/>\ndas Startzeichen des Einsatzleiters. Anne Brorhilker ist die leitende<br \/>\nStaatsanw\u00e4ltin. Ein Jahr lang hat sie f\u00fcr diese Gro\u00dfrazzia gek\u00e4mpft.<br \/>\nDiese umfassende Ma\u00dfnahme gegen alle Widerst\u00e4nde durchgeboxt,<br \/>\nsie gemeinsam mit Kriminalbeamten akribisch vorbereitet.<\/p>\n<p>Um 7.30 Uhr erteilt der Polizeif\u00fchrer das Kommando. \u00bbZugriff\u00ab.<br \/>\n\u00dcber das Handy geben Polizisten R\u00fcckmeldung vom Einsatzort, die<br \/>\nKollegen in der Einsatzzentrale erteilen weitere Anweisungen. Der<br \/>\nL\u00e4rmpegel in dem Raum schwillt an. In diesen Minuten verschaffen<br \/>\nsich Polizisten, Steuerfahnder und Staatsanw\u00e4lte gleichzeitig Zutritt<br \/>\nzu namhaften Unternehmen. Sie gehen in B\u00fcros, aber auch in Wohnh\u00e4user<br \/>\nund eine Lagerhalle. Sie suchen nach Aktenordnern, E-Mails,<br \/>\npers\u00f6nlichen Notizen. Beweise f\u00fcr m\u00f6gliche Steuerbetr\u00fcgereien, die<br \/>\nBanker, Aktienh\u00e4ndler und Berater \u00bbCum-Ex\u00ab getauft hatten.<br \/>\nGebannt blickt Brorhilker auf die gro\u00dfe Leinwand. Im Einsatztagebuch<br \/>\nrattern die Meldungen nur so herunter. Ein Ampelsystem<br \/>\nveranschaulicht den Status einer jeden Durchsuchungsma\u00dfnahme.<br \/>\nRot bedeutet \u00bbAusf\u00fchrung steht noch aus\u00ab, gelb symbolisiert \u00bbWir<br \/>\nsind drin\u00ab, gr\u00fcn steht f\u00fcr \u00bberledigt\u00ab.<\/p>\n<p>Die Razzia an diesem Dienstagmorgen markiert den Anfang der<br \/>\ngr\u00f6\u00dften Ermittlung in Wirtschaftssachen, die Deutschland je gesehen<br \/>\nhat. Die Cum-Ex-F\u00e4lle werden Staatsanw\u00e4ltin Brorhilker in die<br \/>\nh\u00f6chsten Ebenen einiger der gr\u00f6\u00dften Banken und Beratungsfirmen<br \/>\nder Welt f\u00fchren. Sie werden ihr auch tiefe Einblicke in die Verstrickung<br \/>\ndes Staates mit einer regelrechten Steuerbetrugsindustrie<br \/>\nverschaffen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig bedeutet die Razzia aber auch ein Ende. Drei Jahrzehnte,<br \/>\nin denen Banker, Aktienh\u00e4ndler und Berater weitestgehend<br \/>\nungest\u00f6rt und oftmals unter den Augen des Staates die deutsche<br \/>\nStaatskasse pl\u00fcndern konnten, sind nun f\u00fcr viele ma\u00dfgebliche<br \/>\nAkteure vorbei.<\/p>\n<p>Seit dem Tag der Razzia ist Anne Brorhilker f\u00fcr viele der angesehenen,<br \/>\nreichen und m\u00e4chtigen Cum-Ex-Hinterleute eine ungebetene<br \/>\nMieterin im Kopf. Eine l\u00e4stige Plage, die sie nicht mehr loswerden<br \/>\nsollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-684246\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/04\/cover.bognanni.2024.9783423352208__COVER_2D-Produktcover-Web-klein_1920x1920.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/04\/cover.bognanni.2024.9783423352208__COVER_2D-Produktcover-Web-klein_1920x1920.jpg 418w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/04\/cover.bognanni.2024.9783423352208__COVER_2D-Produktcover-Web-klein_1920x1920-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/p>\n<p>(Foto: dtv\/PR)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/unter-den-augen-des-staates-35220\"><strong>Massimo Bognanni: &#8222;Unter den Augen des Staates. <\/strong><strong>Der gr\u00f6\u00dfte Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik&#8220;. Erweiterte Neuausgabe. dtv, 352 Seiten, 14 Euro\u00a0<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anf\u00e4nge<\/strong><br \/>\nAnne Brorhilker ist endlich angekommen. Lange Zeit wusste sie<br \/>\nnicht genau, in welchem Beruf sie einmal arbeiten wollte. Und als sie<br \/>\nes wusste, stand sie erst einmal im Abseits.<br \/>\nJetzt, im Herbst 2013, stapeln sich in Brorhilkers \u00bbKarnickelstall\u00ab<br \/>\ndie Unterlagen. Die Strafverfolgerin hat ihr knapp zehn Quadratmeter<br \/>\ngro\u00dfes B\u00fcro im vierten Stock der Staatsanwaltschaft. Unter<br \/>\nden Bergen von Leitz-Ordnern und Aktenkladden ist ihr Schreibtisch<br \/>\nnur noch schemenhaft zu erkennen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt, der Steuerfahndung<br \/>\nund dem Zoll hat sich Brorhilker dieser Tage an die Fersen einiger<br \/>\nMitglieder der Ger\u00fcstbau-Mafia geheftet. Monatelang hatten sie mutma\u00dfliche<br \/>\nSchl\u00fcsselfiguren abgeh\u00f6rt \u2013 und wurden so Zeugen eines<br \/>\nausgekl\u00fcgelten Systems von Service- und Scheinfirmen. Hunderte<br \/>\nGer\u00fcstbauer arbeiteten auf den Baustellen schwarz zu Dumpingl\u00f6hnen,<br \/>\nw\u00e4hrend ihre Vorsteher 6000 Euro im Monat nach Hause<br \/>\nbrachten. Der Chef des Systems hat wom\u00f6glich Millionen gemacht.<br \/>\nAlles auf Kosten des Staates, dem die Millionen an Sozialabgaben in<br \/>\nder Kasse fehlen.<\/p>\n<p>Eine Razzia steht nun an. L\u00e4uft alles nach Plan, werden danach<br \/>\neinige Ger\u00fcstbauer im Gef\u00e4ngnis sitzen. Dann d\u00fcrfte es noch hektischer<br \/>\nwerden. Anw\u00e4lte werden Sturm laufen gegen die Untersuchungshaft<br \/>\nder Mandanten. Und die Anklagen mit all den Beweisen<br \/>\ngegen alle Inhaftierte m\u00fcssen schnell geschrieben werden. Haftsachen<br \/>\nhaben Vorrang. Auf Brorhilker warten turbulente Tage.<br \/>\nUnd dann gibt es noch Samir A., Brorhilkers derzeit wichtigsten<br \/>\nFall. Seit Monaten ermittelt sie gegen den 25-j\u00e4hrigen Afghanen. A.<br \/>\nsoll, so der Verdacht, mithilfe eines Umsatzsteuerkarussells Millionensummen<br \/>\nf\u00fcr die Terrororganisation al-Qaida eingesammelt haben.<br \/>\nBrorhilker hatte die Gesch\u00e4fte von rund einem Dutzend Firmen<br \/>\nA.s unter die Lupe genommen. Unternehmen mit Namen wie Hamster<br \/>\nMobile GmbH, My iCell GmbH oder Wega Mobile GmbH. Mit den<br \/>\nFirmen soll A. zum Schein Handys \u00fcber die Grenzen gekarrt und sich<br \/>\ndann Umsatzsteuern vom jeweiligen Finanzamt erstattet haben lassen.<br \/>\nIn Wahrheit aber gab es wohl gar keinen echten Handel. Die Handys<br \/>\nlandeten am Ende wieder dort, wo sie am Anfang losgeschickt<br \/>\nworden waren. Ein Karussell, getarnt durch Scheinrechnungen. Die<br \/>\nergaunerten Steuergelder sollen dann an Terroristen geflossen sein.<\/p>\n<p>Ausgerechnet jetzt hat sich auch noch eine kleine Delegation aus<br \/>\ndem Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern (BZSt) angek\u00fcndigt, Deutschlands<br \/>\noberster Steuerbeh\u00f6rde, die direkt dem Bundesfinanzministerium<br \/>\nunterstellt ist. Eine Kollegin und zwei Herren sind an diesem<br \/>\n10. September 2013 aus Bonn angereist, um einen Fall vorzustellen.<br \/>\nNun sitzen sie einen Stock h\u00f6her, im B\u00fcro von Brorhilkers Chef<br \/>\nund beugen sich \u00fcber Schaubilder mit K\u00e4stchen und Pfeilen. Die<br \/>\nStaatsanw\u00e4ltin h\u00f6rt den Ausf\u00fchrungen der Steuerbeamten aufmerksam<br \/>\nzu. Es geht um die Kapitalertragssteuer. Wer in Deutschland<br \/>\nGeld verdient, ohne sich die H\u00e4nde schmutzig zu machen, muss<br \/>\nseine Einnahmen mit 25 Prozent versteuern. Finanzminister Peer<br \/>\nSteinbr\u00fcck hatte die Steuer einst eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auf die Kritik, dass normale Arbeiter auf ihre Einkommen viel mehr Steuern zahlen<br \/>\nm\u00fcssen als Menschen, die ihr Geld am Finanzmarkt mehren, reagierte<br \/>\nder Sozialdemokrat trotzig: \u00bbLieber 25 Prozent auf X, als nix!\u00ab<br \/>\nUnd so zahlen beispielsweise Aktienbesitzer 25 Prozent Steuern,<br \/>\nwenn sie einmal im Jahr eine Gewinnaussch\u00fcttung ihres Unternehmens<br \/>\nerhalten: die Dividende. Sch\u00fcttet ein Unternehmen eine Dividende<br \/>\nvon 100 Euro an jeden Aktion\u00e4r aus, kommen bei ihm nur<br \/>\n75 Euro an. Die anderen 25 Euro gehen automatisch an das Finanzamt.<\/p>\n<p>Doch nicht jeder muss die Steuer abf\u00fchren. Es gibt Ausnahmen.<br \/>\nManche Investoren k\u00f6nnen sich die Steuern vom Finanzamt erstatten<br \/>\nlassen. Auf genau solche Erstattungen, so erkl\u00e4ren es nun die<br \/>\nBesucher vom Bundeszentralamt, h\u00e4tten es wom\u00f6glich Betr\u00fcger abgesehen,<br \/>\nindem sie sich vom Fiskus Steuern zur\u00fcckholen, die zuvor<br \/>\nniemand bezahlt habe.<br \/>\nSchnell schwirrt Brorhilker der Kopf. Stichworte wie \u00bbZentralverwahrer<br \/>\n\u00ab, \u00bbLeerverk\u00e4ufer\u00ab, \u00bbKompensationszahlungen\u00ab fallen, von<br \/>\nFolie zu Folie kommen mehr K\u00e4sten und Pfeile hinzu. Die Staatsanw\u00e4ltin<br \/>\nkann den Finanzbeamten nur mit M\u00fche folgen.<br \/>\nAbends, am K\u00fcchentisch in ihrer K\u00f6lner Wohnung, will sie<br \/>\nnochmals das Gesamtbild des Falls ausbreiten. Sie holt einen Block,<br \/>\nmalt eigene K\u00e4sten, vollzieht den Weg der Gelder nach. Schritt f\u00fcr<br \/>\nSchritt erscheint vor ihr: ein Kreislauf. Allm\u00e4hlich erkennt sie Parallelen<br \/>\nzu ihren anderen F\u00e4llen. Etwa zu Samir A.s Umsatzsteuerkarussell.<br \/>\nAuch hier gibt es ein Kreisgesch\u00e4ft, an dessen Ende der<br \/>\nStaat Steuern erstattet, die nie gezahlt wurden. Nur, dass es in diesem<br \/>\nFall keine Handys sind, die zum Schein bewegt werden. Sondern<br \/>\nAktien. Und das Geld landet nicht bei Terroristen, sondern bei<br \/>\nBankern.<\/p>\n<p>Nun ist Brorhilker ganz in ihrem Element. Dabei hatte sie nie<br \/>\ndavon getr\u00e4umt, einmal bei der Staatsanwaltschaft zu arbeiten, und<br \/>\nnoch weniger, sich eines Tages mit Steuermodellen und Wirtschaftsbetr\u00fcgern<br \/>\nherumzuschlagen.<\/p>\n<p>Anne Brorhilker wuchs in einer Kleinstadt bei Dortmund auf.<br \/>\nIhre Mutter, Lehrerin f\u00fcr Politik, Sozialwissenschaften und Geschichte,<br \/>\nwar Schulleiterin an einer Realschule. Ihr Vater, ein Mann<br \/>\nder Zahlen, seines Zeichens Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer,<br \/>\nder f\u00fcr den Pr\u00fcfkonzern Ernst &amp; Young arbeitete. Unter den beiden<br \/>\nKindern waren die Interessen klar verteilt: W\u00e4hrend ihr kleiner Bruder<br \/>\nals Sportler gl\u00e4nzte, galt Annes Leidenschaft der Musik. Lange<br \/>\nZeit tr\u00e4umte sie davon, eines Tages mit der Musik ihren Lebensunterhalt<br \/>\nzu bestreiten.<\/p>\n<p>In der Grundschule war sie mit Begeisterung bei der Sache. Das<br \/>\nGymnasium jedoch war f\u00fcr die hochbegabte Sch\u00fclerin eher Last<br \/>\ndenn Lust. Das \u00e4nderte sich h\u00f6chstens, wenn sie als Klassensprecherin<br \/>\nUnrecht walten sah. Etwa, als der Lateinpauker die Klasse immer<br \/>\nwieder mit Tests \u00fcberzog und so Angst und Schrecken verbreitete.<br \/>\nMit der Allgemeinen Schulverordnung unter dem Arm suchte die<br \/>\nSiebtkl\u00e4sslerin den gef\u00fcrchteten Lehrer auf, wies ihn darauf hin, dass<br \/>\nes klare Regeln daf\u00fcr gebe, wie viele Tests geschrieben werden d\u00fcrften.<br \/>\nDann war Ruhe.<\/p>\n<p>An der Uni f\u00fchlte sich Anne Brorhilker regelrecht befreit. Bei der<br \/>\nJobwahl war f\u00fcr sie ein Kriterium besonders wichtig: finanzielle<br \/>\nUnabh\u00e4ngigkeit. Als den Lehramtsstudenten in Dortmund gleich<br \/>\nzu Beginn des Studiums eingebl\u00e4ut wurde, es gebe keine Stellen f\u00fcr<br \/>\nLehrer, beerdigte sie nach einem Semester den Plan, Musiklehrerin<br \/>\nzu werden. Brorhilker war gewillt, auf ein in ihren Augen noch<br \/>\nsichereres Pferd zu setzen. Sie schrieb sich in Bochum f\u00fcr Jura ein.<br \/>\nZu ihren ersten Vorlesungen z\u00e4hlte die Einf\u00fchrung ins Straf- und<br \/>\nProzessrecht von Professor Gerd Geilen. Der kleine rundliche Herr<br \/>\nentfachte bei der Studentin die Begeisterung f\u00fcr das Strafrecht. Als<br \/>\nSchwerpunkt im Studium w\u00e4hlte sie Kriminologie. Nach dem ersten<br \/>\nStaatsexamen jobbte sie bei gro\u00dfen Kanzleien \u2013 und wusste danach,<br \/>\nwas sie nicht werden wollte: Rechtsanw\u00e4ltin.<\/p>\n<p>Auch das zweite Staatsexamen schloss sie mit Pr\u00e4dikat ab. Im darauffolgenden<br \/>\nReferendariat platzten jedoch gleich mehrere Illusionen.<br \/>\nIhre Station bei einer Gerichtskammer f\u00fcr Baurecht empfand<br \/>\nsie als so frustrierend, dass sie ihren Wunsch, einmal Richterin werden<br \/>\nzu wollen, ad acta legte. Als sie sich als einzige Juristin in der<br \/>\nStadtverwaltung eines kleinen Kaffs mit der Kampfhundeverordnung<br \/>\nherumschlug, fiel auch die Option weg, in der Kommunalverwaltung<br \/>\nzu arbeiten. Und selbst die lang ersehnte Station bei<br \/>\nAmnesty International in Berlin war eine Entt\u00e4uschung, lie\u00dfen hier<br \/>\ndoch alle Festangestellten um 16 Uhr den Griffel fallen, w\u00e4hrend<br \/>\nsich die Ehrenamtler bis tief in die Nacht engagierten.<\/p>\n<p>Per Ausschlussverfahren kam Brorhilker schlie\u00dflich zu ihrem<br \/>\nBeruf: Staatsanw\u00e4ltin. Die Bewerbung in K\u00f6ln gl\u00fcckte 2002. Das<br \/>\nZiel der frischgebackenen Strafverfolgerin stand fest. Sie wollte es<br \/>\nmit der organisierten Kriminalit\u00e4t aufnehmen. Doch die junge Karriere<br \/>\nstockte. Ihre ersten Berufsjahre verbrachte sie in der sogenannten<br \/>\nGnadenstelle. Einem Ort, der sonst Staatsanw\u00e4lten am Ende des<br \/>\nBerufslebens vorbehalten war, und zwar nicht gerade den besonders<br \/>\nbeliebten.<br \/>\nHier hatte sie es mit Drogenabh\u00e4ngigen und Kleinkriminellen zu<br \/>\ntun. Wiederholungst\u00e4tern. Schlimme Schicksale oftmals. Menschen<br \/>\nam Rand der Gesellschaft. Brorhilker pr\u00fcfte in der Gnadenstelle, ob<br \/>\nder Staat bei einigen dieser traurigen Gestalten Gnade vor Recht<br \/>\nwalten lassen und ihnen eine weitere Haftstrafe ersparen k\u00f6nne. Mit<br \/>\ngezielten Auflagen vielleicht sogar eine neue Perspektive bieten. Ihr<br \/>\nAlltag \u00e4hnelte mehr dem einer Sozialarbeiterin als dem einer Juristin.<\/p>\n<p>Nach zwei Jahren in der Gnadenstelle kannten auch die Verantwortlichen<br \/>\nder Staatsanwaltschaft Gnade \u2013 und versetzten sie in die Steuerabteilung.<br \/>\nZun\u00e4chst klang auch das wie eine Strafe, hatte sich Brorhilker bis<br \/>\ndato doch stets in den Fu\u00dfstapfen ihrer politisch engagierten Mutter<br \/>\ngew\u00e4hnt. Umweltschutz, Fl\u00fcchtlinge, das waren Themen, die sie<br \/>\numtrieben. Und nun sa\u00df sie pl\u00f6tzlich in ihrem B\u00fcro und w\u00e4lzte \u2013<br \/>\nganz der Vater \u2013 Steuerthemen. Zu ihrer gro\u00dfen \u00dcberraschung jedoch<br \/>\nwar sie damit in ihrem Traumberuf angekommen. Denn viele<br \/>\nder millionenschweren Steuerbetr\u00fcgereien entpuppten sich als jene<br \/>\norganisierte Kriminalit\u00e4t, die sie schon immer bek\u00e4mpfen wollte.<br \/>\nOb Ger\u00fcstbauer oder Terror-Finanzierer. Sollten jetzt auch Banker<br \/>\nund namhafte Berater hinzukommen?<\/p>\n<p>Die Akte des Bundeszentralamtes liegt vor ihr, sie ist noch \u00fcberschaubar,<br \/>\nbirgt jedoch einen Schatz. Es ist ein Schreiben des Stuttgarter<br \/>\nRechtsanwaltes Eckhart Seith. Im M\u00e4rz 2013 hatte er sich an<br \/>\ndas Bundeszentralamt gewandt. Er vertrete einen s\u00fcdwestdeutschen<br \/>\nUnternehmer, der sich um 47 Millionen Euro geprellt f\u00fchle.<br \/>\nDieser Unternehmer war niemand Geringeres als der Gr\u00fcnder der<br \/>\nDrogeriemarktkette M\u00fcller, Erwin M\u00fcller. Ein Mann, dem ein Milliardenverm\u00f6gen attestiert wird.<\/p>\n<p>Eigentlich sei es dem Anwalt nur darum gegangen, nach einem<br \/>\nmissgl\u00fcckten Investment M\u00fcllers Geld zur\u00fcckzuholen. Unwissend<br \/>\nsei M\u00fcller, so schreibt sein Anwalt Seith, in eine fragw\u00fcrdige Geldanlage<br \/>\ngelockt worden. Erst durch eine intensive Recherche sei er<br \/>\nauf ein System namens \u00bbCum-Ex\u00ab gesto\u00dfen, bei dem die Akteure<br \/>\neine riskante Wette eingingen: n\u00e4mlich die, nicht von den Finanzbeh\u00f6rden<br \/>\nerwischt zu werden. Beteiligt seien Privatbanken wie das<br \/>\nSchweizer Geldhaus Safra J. Sarasin und die feine Hamburger Adresse<br \/>\nM.M. Warburg, ebenso wie eine Investmentbank aus Australien und<br \/>\namerikanische Pensionsfonds. Sie alle h\u00e4tten zusammengewirkt,<br \/>\num sich Kapitalertragssteuern erstatten zu lassen, die zuvor niemand<br \/>\nabgef\u00fchrt habe. Sprich: ein Griff in die Staatskasse.<\/p>\n<p>Eckhart Seith entstammt einer Anwaltsfamilie in f\u00fcnfter Generation.<br \/>\nSein Studium absolvierte er zur gleichen Zeit wie ein gewisser<br \/>\nOlaf Scholz an der Universit\u00e4t Hamburg im Rahmen der einstufigen<br \/>\nJuristenausbildung. Die Uni galt als links. Seith bezeichnet sich<br \/>\nselbst als \u00bbb\u00fcrgerlicher Linker\u00ab, macht keinen Hehl daraus, die Gr\u00fcnen<br \/>\nzu w\u00e4hlen. Als der Experte f\u00fcr Steuerstrafrecht den Cum- Ex-<br \/>\nFall auf den Schreibtisch bekam, ging es f\u00fcr ihn auch um die Gerechtigkeitsfrage.<br \/>\nEliten, die sich zu Lasten der Allgemeinheit die Taschen<br \/>\nvollstopfen? Ein Unding. Der Anwalt, der in seiner Freizeit als Rennradfahrer,<br \/>\nBergsteiger und Toureng\u00e4nger den Kick sucht, scheut<br \/>\nauch beruflich das Risiko nicht. Er fuchste sich in die Sache rein. In<br \/>\nvielem, das er herausfand, wird er Recht behalten. Nur an einer Stelle<br \/>\nhat er sich verzettelt. Er h\u00e4tte nie damit gerechnet, dass ihm selbst<br \/>\nirgendwann eine Gef\u00e4ngnisstrafe drohen w\u00fcrde. Doch die Schweiz<br \/>\nwird sp\u00e4ter den deutschen Anwalt wegen der Anstiftung zur Wirtschaftsspionage<br \/>\nverfolgen.<\/p>\n<p>Dass es in Sachen Cum-Ex \u00fcberhaupt zu einem Streit zwischen<br \/>\nErwin M\u00fcller und den Initiatoren des Geldgesch\u00e4fts gekommen<br \/>\nwar, lag daran, dass die Wette in diesem Fall eben nicht aufgegangen<br \/>\nwar. Der Fiskus hatte Lunte gerochen, die Millionen nicht ausgezahlt.<br \/>\nPl\u00f6tzlich flossen nicht die versprochenen zw\u00f6lf Prozent Rendite.<br \/>\nM\u00fcller und andere Investoren blieben auf dem Trockenen sitzen.<br \/>\nSo etwas m\u00f6gen nicht nur Schwaben gar nicht gerne. Und so<br \/>\nhinterfragten M\u00fcllers Anw\u00e4lte jene Aktiengesch\u00e4fte kritisch, denen<br \/>\nder Milliard\u00e4r blind zu vertrauen schien, solange seine Gewinne<br \/>\nflossen.<\/p>\n<p>Mit dem Eifer eines Ermittlers ging nun der Anwalt des Milliard\u00e4rs<br \/>\nder Sache nach, nutzte seine vielen Kontakte in der Steuer- und<br \/>\nFinanzszene, gewann sogar Insider der Privatbank Sarasin als Informanten<br \/>\n\u2013 und richtete sich auch an die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden,<br \/>\num weiteren Schaden von der Bundesrepublik abzuwenden, wie er<br \/>\nschrieb.<br \/>\nBesonders beim Blick auf die Zahlen, die Seith in seinem Schreiben<br \/>\nzusammengetragen hatte, schnellt Brorhilkers Puls in die H\u00f6he.<br \/>\nNur bei diesem einen Gesch\u00e4ft, bei dem Erwin M\u00fcller geprellt worden<br \/>\nsei, h\u00e4tten die Initiatoren Anlegergelder in H\u00f6he von 250 Millionen<br \/>\nEuro eingesammelt. Dieses Kapital sei wiederum \u00bbgehebelt\u00ab<br \/>\nworden. Mit anderen Worten: Weitere Banken h\u00e4tten bis zu eine<br \/>\nMilliarde Euro an Kredit hinzugegeben. Mit dieser Riesensumme<br \/>\nhabe man schlie\u00dflich versucht, den Staat um 300 bis 600 Millionen<br \/>\nEuro zu prellen.<\/p>\n<p>Hinter all dem, behauptet Seith, steckten Berater, die nicht nur<br \/>\nAnleger wie Erwin M\u00fcller angeworben h\u00e4tten, sondern das ganze<br \/>\nModell auch mitinitiiert. Diese Hinterm\u00e4nner h\u00e4tten sich selbst<br \/>\nhemmungslos die Taschen vollgestopft, \u00fcber eine Firma in Luxemburg<br \/>\nriesige Millionensummen f\u00fcr sich selbst eingestrichen. Der<br \/>\nAnwalt nennt die Namen zweier Rechtsanw\u00e4lte: Hanno Berger und<br \/>\nKai-Uwe Steck.<\/p>\n<p>Brorhilker ist auf Betriebstemperatur. Ein Steuermodell, mit dem<br \/>\nder Staat um dreistellige Millionensummen geprellt wird? Bei dem<br \/>\nLuxemburger Firmen, internationale Investmentbanken, hochangesehene<br \/>\nPrivatbankiers und milliardenschwere Investoren mitmachen?<br \/>\nHinter all dem sollen zwei Rechtsanw\u00e4lte stehen?<br \/>\nUnd wenn das alles stimmen sollte: Wie konnte dem Fiskus angesichts<br \/>\nder astronomischen Summen ein solcher Diebstahl entgangen<br \/>\nsein?<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4ferhund<br \/>\n<\/strong><br \/>\nAugust Sch\u00e4fer springt an diesem Wintermorgen 1991 an der Haltestelle<br \/>\nFrankfurt-Hauptwache aus der Bahn und steuert geradewegs<br \/>\nden monumentalen Kuppelbau der Wertpapierb\u00f6rse an. Durch die<br \/>\nVorhalle mit ihren Doppels\u00e4ulen aus Sandstein geht es zum Eingang.<br \/>\nSch\u00e4fer zeigt seinen Dienstausweis, Nummer 0001, vor, der<br \/>\nihm Zugang zu allen R\u00e4umlichkeiten der Frankfurter B\u00f6rse garantiert.<br \/>\nStimmen schwirren durch die Luft. Bei jedem Schritt werden<br \/>\nsie lauter. Je n\u00e4her Sch\u00e4fer dem Handelssaal kommt, desto deutlicher<br \/>\nstechen einzelne Rufe heraus. Makler, die per open outcry, per Zuruf,<br \/>\nihre Angebote f\u00fcr Aktien herausbr\u00fcllen.<\/p>\n<p>Im Saal angekommen, bietet sich ihm ein turbulenter Anblick.<br \/>\nM\u00e4nner in weiten wei\u00dfen Hemden rennen \u00fcber das abgewetzte<br \/>\nMosaikparkett und sprechen dabei in klobige, schwarze Mobiltelefone.<br \/>\nVor kastigen Monitoren dr\u00e4ngeln sich Gr\u00fcppchen. Was zun\u00e4chst<br \/>\nwie das pure Chaos aussieht, entpuppt sich mit der Zeit als<br \/>\ngut geordnet. In dem Handelsbereich rechts werden die Aktien von<br \/>\nBanken und Versicherungen gehandelt. In der Mitte sind es die<br \/>\nPapiere von Verkehrs- und Industriekonzernen. Auf der linken Seite<br \/>\nwird mit Optionsscheinen Gesch\u00e4ft gemacht.<br \/>\n\u00dcber dem Saal thront die ber\u00fchmte schwarze Tafel, die den Zickzack<br \/>\ndes Deutschen Aktienindex abbildet. August Sch\u00e4fer, die grauen<br \/>\nHaare zur Seite gescheitelt, schwarze Augenbrauen, Brille auf der<br \/>\nNasenspitze, betritt das Szenario im Dreiteiler. Er ist nicht gekommen,<br \/>\num neue Freunde zu finden. Tats\u00e4chlich braucht er nur eine Woche,<br \/>\num einer der meistgehassten M\u00e4nner auf dem Parkett zu werden.<\/p>\n<p>Bis hierher hat Sch\u00e4fer einen langen Weg hinter sich. Aufgewachsen<br \/>\nim \u00bbhessischen Sibirien\u00ab, einem kalten und armen Landstrich an<br \/>\nder Grenze zu NRW, wurde Sch\u00e4fer als Halbwaise gro\u00df. Sein Vater,<br \/>\nein Maurer, war 1943 im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront gefallen.<br \/>\nDa war August gerade drei Jahre alt. In der Nachkriegszeit schlug<br \/>\nsich die Mutter mit ihrem Sohn und 28 Mark Kriegswaisenrente<br \/>\ndurch. In der Volksschule fiel der wissbegierige Junge schnell auf.<br \/>\nDoch die Mutter konnte das Schulgeld f\u00fcr das Gymnasium nicht<br \/>\naufbringen. Schon der Bus zur Mittelschule im Nachbarsort verschlang<br \/>\ndie H\u00e4lfte des monatlichen Waisengeldes.<\/p>\n<p>Lange sollte er der Mutter nicht auf der Tasche liegen. August<br \/>\n\u00fcbersprang an der Mittelschule eine Klasse. Nach der Mittleren Reife<br \/>\nhatte er Gro\u00dfhandelskaufmann bei Esso gelernt und sich im Anschluss<br \/>\nbei der Bundesbank als Inspektor erfolgreich beworben. Der<br \/>\ntalentierte \u00bbAufstiegsbeamte\u00ab, der es ohne Studium zu diesem<br \/>\nStatus gebracht hatte, wurde dann mit 37 Jahren Chef einer kleinen<br \/>\nLandesbank in Wiesbaden. Elf Jahre lang machte er den Job, dann<br \/>\nkam das Aus: 1989 krachte es mit dem FDP-Wirtschaftsminister.<br \/>\nSch\u00e4fer teilte seinem Chef per Brief mit, dass er, Sch\u00e4fer, ihm, dem<br \/>\nMinister, nicht mehr vertraue. Sch\u00e4fer war seinen Job los \u2013 und landete<br \/>\nim Wirtschaftsministerium. Als Ministerialrat hockte er ohne<br \/>\nbesondere Aufgaben dort herum. Er war drauf und dran, ein \u00bbEdeka\u00ab-<br \/>\nBeamter zu werden. Ende der Karriere. Sein einst ratternder Karrierezug<br \/>\nstand auf dem Abstellgleis.<\/p>\n<p>Die hessische Landtagswahl im Januar 1991 brachte f\u00fcr SPD-Spitzenkandidat<br \/>\nHans Eichel \u00fcberraschend das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten<br \/>\n\u2013 und f\u00fcr Sch\u00e4fer die Wende. Die SPD bildete mit den<br \/>\nGr\u00fcnen die Regierung. Ins Wirtschaftsministerium zog der Sozialdemokrat<br \/>\nErnst Welteke ein. Der Minister reanimierte Sch\u00e4fer. Der<br \/>\nfr\u00fchere Bankchef habe doch Ahnung von Finanzgesch\u00e4ften \u2013 ob er<br \/>\nnicht Aufseher an der Frankfurter B\u00f6rse werden wolle? Und wie er<br \/>\nwollte.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fers Job begann mit einem Stapel Bilanzen. Ein neues Gesetz<br \/>\nwar Grund f\u00fcr den Papierberg. Demnach mussten freie Makler gegen\u00fcber<br \/>\ndem Wirtschaftsministerium fortan ihre Bilanzen offenlegen.<br \/>\nEin kleiner Crash von 1987 hatte die staatlichen Marktaufseher<br \/>\nbeunruhigt, wurde doch deutlich, dass nicht alle dieser selbstst\u00e4ndigen<br \/>\nVermittler von Wertpapiergesch\u00e4ften gen\u00fcgend Geld auf<br \/>\nder hohen Kante hatten, falls es Mal zu Turbulenzen k\u00e4me. Genau<br \/>\ndas soll Sch\u00e4fer nun \u00fcberpr\u00fcfen. F\u00fcr ihn ein Leichtes. Als er noch<br \/>\nBankchef war, wurden oft Unternehmer bei ihm vorstellig, die um<br \/>\nB\u00fcrgschaften baten. Bevor er solche Zusagen machte, pr\u00fcfte Sch\u00e4fer<br \/>\ndie F\u00e4lle eingehend. In dieser Zeit ackerte er sich durch unz\u00e4hlige<br \/>\nBilanzen \u2013 und lernte schnell die Spalten kennen, in denen sich die<br \/>\nRisiken verbargen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend er sich also durch die Zahlenkolonnen der Makler grub,<br \/>\nstie\u00df er auf eine F\u00e4hrte. Eine Spur, die er die n\u00e4chsten drei Jahrzehnte<br \/>\nverfolgen w\u00fcrde.<br \/>\nB\u00f6rsenmakler f\u00fchren tags\u00fcber ein hektisches Leben. Sie warten in<br \/>\nihren kleinen B\u00fcros, die rund um das B\u00f6rsenparkett verteilt sind, auf<br \/>\nAnrufe. Sobald ein Kunde Aktien ordert, notieren sie die Bestellung,<br \/>\nrennen raus, dr\u00e4ngeln sich mit spitzen Ellenbogen durch die M\u00e4nnermasse<br \/>\n\u2013 bis hin zu einer der drei \u00bbSchranken\u00ab, den Tischen, die<br \/>\ndas Fu\u00dfvolk auf dem Parkett von den spezialisierten Brokern vor<br \/>\nden Bildschirmen trennen. Wer mit einem kr\u00e4ftigen Organ gesegnet<br \/>\nist, hat Vorteile. Lauthals schreien die Makler ihre Angebote den<br \/>\nAktienh\u00e4ndlern entgegen. Bekommen sie den Zuschlag, notieren<br \/>\nsie alles in kleinen Notizb\u00fcchern. Nach B\u00f6rsenschluss werden die<br \/>\nDeals in den Zentralcomputer eingegeben.<\/p>\n<p>So laut es tags\u00fcber zugeht, so sehr wollen Makler nachts ruhig<br \/>\nschlafen. Gegen Ende eines jeden Tages versuchen sie \u00bbglattzustellen<br \/>\n\u00ab, also alle noch offenen Gesch\u00e4fte zu schlie\u00dfen. Ist ein Deal nicht<br \/>\nabgeschlossen, drohen gro\u00dfe Risiken. Schlie\u00dflich k\u00f6nnten sich die<br \/>\nAktienkurse \u00fcber Nacht zu ihrem Nachteil ver\u00e4ndern.<br \/>\nDoch die B\u00fccher, die man Sch\u00e4fer vorlegte, waren alles andere als<br \/>\nausgeglichen und bargen somit Risiken, die Makler normalerweise<br \/>\nmieden wie der Teufel das Weihwasser. In der linken Spalte der<br \/>\nBilanz, der Verm\u00f6gensseite, standen hohe Forderungen gegen\u00fcber<br \/>\ndem Finanzamt. Steuererstattungsanspr\u00fcche. Und auf der Gegenseite,<br \/>\ndort, wo normalerweise die Verm\u00f6gensherkunft festgehalten<br \/>\nwurde, fanden sich extrem hohe Handelsverluste. Sch\u00e4fer, ohnehin<br \/>\nkein Mann mit ausgepr\u00e4gtem Grundvertrauen, nahm Witterung<br \/>\nauf. Irgendwas stimmte hier nicht.<\/p>\n<p>Mit seinen ersten Erkenntnissen muss Aufseher Sch\u00e4fer seinen<br \/>\nBoss nicht lange \u00fcberreden. Hier stank etwas, das man sich n\u00e4her<br \/>\nanschauen sollte. Wirtschaftsminister Welteke z\u00f6gerte nicht lange<br \/>\nund schickte ihn tats\u00e4chlich f\u00fcr eine Woche aufs B\u00f6rsenparkett. Vor<br \/>\nOrt sollte Sch\u00e4fer ergr\u00fcnden, was es mit den Auff\u00e4lligkeiten auf sich<br \/>\nhabe.<br \/>\nPl\u00f6tzlich ist Sch\u00e4fer also Statist im t\u00e4glich aufgef\u00fchrten Schauspiel<br \/>\nan der Wertpapierb\u00f6rse. Neugierig pickt sich der Aufseher<br \/>\neinen Makler nach dem anderen heraus und grillt ihn. Sch\u00e4fer neigt<br \/>\nzur Sch\u00e4rfe. Es dauert nicht lange, bis hinter vorgehaltener Hand<br \/>\nvom \u00bbSch\u00e4ferhund\u00ab die Rede ist.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer lernt schnell, dass hinter den Auff\u00e4lligkeiten in den Bilanzen<br \/>\nGesch\u00e4fte stecken, die Insider \u00bbDividendenstripping\u00ab getauft<br \/>\nhaben. Deals um den Dividendenstichtag herum. Also jenen Tag der<br \/>\nHauptversammlung, an dem Aktiengesellschaften die Dividende<br \/>\nbeschlie\u00dfen und aussch\u00fctten.<br \/>\nBeim Dividendenstripping werden die Aktien kurz vor der Hauptversammlung<br \/>\nverkauft und gleichzeitig ein R\u00fcckkauf f\u00fcr kurze Zeit<br \/>\nnach der Hauptversammlung vereinbart. Normalerweise macht ein<br \/>\nsolches Gesch\u00e4ft \u00fcberhaupt keinen Sinn. Denn wer eine Aktie besitzt,<br \/>\nm\u00f6chte in der Regel die Dividende kassieren und verkauft eben<br \/>\nnicht kurz vor der Aussch\u00fcttung sein Papier, um es direkt danach<br \/>\nwieder zu erwerben. Sinn ergeben die Deals nur, wenn man es auf<br \/>\ndie Steuer abgesehen hat.<br \/>\n1991 m\u00fcssen nicht alle Aktienbesitzer ihre Dividenden gleich besteuern.<br \/>\nAktienbesitzer im Inland zum Beispiel, die die Papiere nicht<br \/>\ngewerblich handeln, bekommen die 25 Prozent Kapitalertragssteuer<br \/>\nplus Solidarit\u00e4tszuschlag vom Finanzamt erstattet. Ausl\u00e4ndische<br \/>\nAktion\u00e4re hingegen m\u00fcssen zahlen. Mit dem Dividendenstripping<br \/>\nverkaufen nun ausl\u00e4ndische Investoren ihre Aktien kurz vor dem<br \/>\nTag der Hauptversammlung an deutsche Aktion\u00e4re und vereinbaren<br \/>\neinen festen Preis f\u00fcr den R\u00fcckkauf. Da die Deutschen die Aktien<br \/>\nam Tag der Hauptversammlung besitzen, bekommen sie die Dividende<br \/>\nund d\u00fcrfen sich die Steuern erstatten lassen. Danach geht die<br \/>\nAktie zur\u00fcck ins Ausland. Einen Teil der Steuererstattung geben die<br \/>\nDeutschen an die Ausl\u00e4nder weiter \u2013 so haben beide etwas davon.<br \/>\nNur der Staat \u2013 und damit der Steuerzahler \u2013 bleibt auf einem Loch<br \/>\nin der Kasse sitzen. Als w\u00e4re das nicht schon fragw\u00fcrdig genug, h\u00f6rt<br \/>\nSch\u00e4fer immer wieder Ger\u00fcchte \u00fcber noch aggressivere Formen des<br \/>\nDividendenstrippings. Modelle, die sp\u00e4ter unter dem Schlagwort<br \/>\n\u00bbCum-Ex\u00ab laufen werden.<\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1991 geht Minister Welteke mit Sch\u00e4fers Erkenntnissen<br \/>\nan die Presse. Wegen des Dividendenstrippings w\u00fcrden<br \/>\nintensivere Pr\u00fcfungen notwendig. S\u00e4mtliche seiner Aufsicht<br \/>\nunterstellten Makler m\u00fcssen nun alle Gesch\u00e4fte des Jahres 1991 melden,<br \/>\nmit denen sie Dividendeneinnahmen erwirtschaftet hatten.<br \/>\nDie Meldungen w\u00fcrden einer \u00bbeingehenden Pr\u00fcfung\u00ab unterzogen.<br \/>\nWenn Sch\u00e4fers Nachfragen im Frankfurter B\u00f6rsensaal ein erstes<br \/>\nZittern gewesen sind, dann ist diese Ank\u00fcndigung ein Beben, geeignet,<br \/>\ndie ganze Branche zu ersch\u00fcttern. Wenn das in die Hose geht,<br \/>\ndas wissen Welteke und Sch\u00e4fer, werden sie sich neue Jobs suchen<br \/>\nm\u00fcssen. Welteke w\u00fcrde dann Entwicklungshilfe in Afrika machen,<br \/>\nwitzelten sie. Und Sch\u00e4fer? F\u00fcr den f\u00e4nde sich sicherlich ein Job in<br \/>\nder Poststelle.<\/p>\n<p>Doch die Ministeriumspost, das wird schnell klar, wird ohne<br \/>\nSch\u00e4fers Hilfe bearbeitet werden m\u00fcssen. Der B\u00f6rsenaufseher landet<br \/>\neinen Treffer nach dem anderen. Gemeinsam mit zwei Redakteuren<br \/>\ndes Frankfurter Finanzmarktbericht gibt er im November 1992 eine<br \/>\nkleine Kostprobe. Das von der Landeszentralbank in Hessen heraus23<br \/>\ngegebene Blatt ist in der Branche vielbeachtet. Unter der Zeile \u00bbDividenden-<br \/>\nStripping im Zwielicht\u00ab kann nun alle Welt nachlesen,<br \/>\nwelch zweifelhafte Gesch\u00e4fte Banker und Makler get\u00e4tigt haben.<br \/>\nSch\u00e4fer entlarvt verschiedene Modelle, darunter die krasseste<br \/>\nForm, die \u00bbProduktion von Steuerbescheinigungen\u00ab \u2013 in Sch\u00e4fers<br \/>\nAugen eine Weiterentwicklung des Dividendenstrippings. Hierbei<br \/>\nwerden mehrere Steuerbescheinigungen f\u00fcr ein und dieselbe Aktie<br \/>\nausgestellt.<\/p>\n<p>Steuerbescheinigungen sind vergleichbar mit Pfandbons am Getr\u00e4nkeautomaten.<br \/>\nWenn Aktienbesitzer diese Bescheinigungen beim<br \/>\nFinanzamt vorlegen, k\u00f6nnen sie in Ausnahmef\u00e4llen ihre Steuern<br \/>\nzur\u00fcckerhalten. Hierzu m\u00fcssen sie nur ihren Pfandbon, die Steuerbescheinigung,<br \/>\nvorlegen.<br \/>\nDoch, so schreibt Sch\u00e4fer, w\u00fcrden Steuerbescheinigungen in<br \/>\nmanchen F\u00e4llen auch f\u00fcr Steuern gedruckt, \u00bbdie \u00fcberhaupt nicht<br \/>\ngezahlt wurden\u00ab. Jemand geht mit Pfandbons zur Kasse, obwohl er<br \/>\ndie Flaschen nie besessen hat. Wegen der gef\u00e4lschten Pfandbons<br \/>\nwird also Geld erstattet, das vorher kein Mensch bezahlt hatte.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer durchschaut ein perfides System. Denn wer Steuerbescheinigungen<br \/>\nausstellen kann, der kann quasi Geld drucken. Zu<br \/>\npraktisch f\u00fcr die Geldh\u00e4user, dass der Staat die Aufgabe, die Steuerbescheinigungen<br \/>\nauszustellen, an die Banken delegiert hat. Die Banken<br \/>\nselbst drucken die Steuerbescheinigungen.<br \/>\nAm 4. Dezember 1992 dann, auf den Tag ein Jahr, nachdem SPDWirtschaftsminister<br \/>\nWelteke eine Untersuchung angek\u00fcndigt hat,<br \/>\nlegt August Sch\u00e4fer seinen gef\u00fcrchteten Abschlussbericht vor.<br \/>\n18 Seiten Sprengstoff. 179 fragw\u00fcrdige Stripping-Gesch\u00e4fte dokumentiert<br \/>\ner penibel f\u00fcr das Jahr 1991.<\/p>\n<p>Durchschnittlich seien bei jedem dieser Deals 33 000 Aktien gehandelt<br \/>\nworden. \u00bbBei diesen Gesch\u00e4ften muss also zwingend davon<br \/>\nausgegangen werden\u00ab, bilanziert er, \u00bbdass keine nachvollziehbaren<br \/>\nau\u00dfersteuerlichen, wirtschaftlichen Gr\u00fcnde vorliegen.\u00ab Mit anderen<br \/>\nWorten: Geld l\u00e4sst sich mit den Deals nur dann verdienen, wenn<br \/>\nSteuern erstattet werden. Steuergelder, die den urspr\u00fcnglichen Besitzern<br \/>\ngar nicht zustehen.<\/p>\n<p>Es liege daher strafbarer Missbrauch von Steuergesetzen vor. Auf<br \/>\nMaklerseite seien 19 Akteure beteiligt gewesen, sie h\u00e4tten Dividendenstripping<br \/>\nmit 27 Banken und vier zwischengeschalteten Freimaklern<br \/>\nabgewickelt. Die Ausf\u00fchrungen enden mit einer f\u00fcr die beteiligten<br \/>\nBanken bedrohlichen Information. Der Abschlussbericht<br \/>\nwerde, \u00bbmit allen relevanten Unterlagen\u00ab, auch der Staatsanwaltschaft<br \/>\nFrankfurt \u00fcbergeben. Genau dies geschieht am 16. Dezember<br \/>\n1992.<\/p>\n<p>Und nicht nur die Strafverfolger, auch die Politik erreichen Sch\u00e4fers<br \/>\nErkenntnisse umgehend. Der Gesetzgeber, so fordern es Hessen<br \/>\nund Nordrhein-Westfalen im Bundesrat, m\u00fcsse t\u00e4tig werden. Und<br \/>\nBundesfinanzminister Theo Waigel von der CSU? Der h\u00f6rt sich die<br \/>\nSache im Finanzausschuss aufmerksam an.<br \/>\nNach der Sitzung im Dezember 1992 kursiert in der Frankfurter<br \/>\nFinanzszene sogleich ein vertraulicher Vermerk \u00fcber den Finanzausschuss.<br \/>\nBankenlobbyisten pflegen gute Kontakte in die Bundeshauptstadt<br \/>\nBonn und unterrichten ihre Kollegen umgehend \u00fcber<br \/>\nneueste Entwicklungen. Was sie jedoch nicht ahnen: Auch Sch\u00e4fer<br \/>\nhat l\u00e4ngst sein Adressbuch mit Informanten gef\u00fcllt. Und so spielt<br \/>\nauch ihm jemand heimlich den Brief des Lobbyisten zu. Das Schreiben<br \/>\ndatiert vom ersten Weihnachtsfeiertag \u2013 der Bankenlobbyist hat<br \/>\nseinen Kollegen ein Geschenk aus der Bundeshauptstadt zu vermelden.<br \/>\nHandschriftlich notiert er: \u00bbAnliegend die abschlie\u00dfende Mitteilung<br \/>\n\u203aDividendenstripping\u2039, auf Bitte meiner \u203aQuelle\u2039 habe ich<br \/>\nden Briefkopf abgedeckt \u2013 das Schreiben stammt aber aus derselben<br \/>\nEcke wie zuvor. Verstehe ich das richtig, haben unsere Ausf\u00fchrungen<br \/>\ndas BMF \u00fcberzeugt und d\u00fcrfte \u00bbDividendenstripping\u00ab vielleicht<br \/>\nstillschweigend weiter geduldet werden?\u00ab<\/p>\n<p>Die folgende dreiseitige Zusammenfassung der Ausschusssitzung<br \/>\noffenbart, warum der Mann frohlockt. Zwar w\u00fcrdigt laut Protokoll<br \/>\nder Bundesfinanzminister Theo Waigel, CSU, die Untersuchungs25<br \/>\nergebnisse aus Hessen \u2013 ein beschriebener Fall lasse durchaus den<br \/>\nVerdacht auf Beihilfe zur Steuerumgehung entstehen \u2013, doch \u00bbeine<br \/>\ngrunds\u00e4tzliche L\u00f6sung f\u00fcr das Dividendenstripping sieht das Finanzministerium<br \/>\nnicht, weil sie letztendlich dazu f\u00fchren m\u00fcsste,<br \/>\ndass der Handel sowohl in Aktien als auch in abgeleiteten Termingesch\u00e4ften<br \/>\nin gewissen Zeitr\u00e4umen verboten werden m\u00fcsste. Das wiederum<br \/>\nk\u00f6nne nicht in Betracht kommen, weil mit Sicherheit eine<br \/>\nweitgehende Verlagerung des Gesch\u00e4fts ins Ausland und ein gravierender<br \/>\nSchaden f\u00fcr den Finanzplatz Deutschland die Folgen w\u00e4ren.\u00ab<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer kann nicht fassen, was er da liest. Die Ausf\u00fchrungen des<br \/>\nBundesfinanzministeriums sind nicht nur falsch. Schlie\u00dflich g\u00e4be es<br \/>\nauch andere L\u00f6sungen, als den Handel g\u00e4nzlich zu verbieten, und die<br \/>\nsteuergetriebenen Gesch\u00e4fte k\u00f6nnten alles, nur nicht ins Ausland<br \/>\nverlagert werden \u2013 geht es doch gerade darum, den deutschen Fiskus<br \/>\nzu erleichtern. Die Aussage des Finanzministeriums treibt Sch\u00e4fer<br \/>\naber auch aus einem anderen Grund die Sorgenfalten auf die Stirn:<br \/>\nSie entspricht eins zu eins der Argumentation der Bankenlobby.<br \/>\nAllen voran der des m\u00e4chtigen Deutschen Bankenverbandes, auf<br \/>\nden vor allem die Deutsche Bank Einfluss nimmt.<\/p>\n<p>Kurzum: Das Ministerium wei\u00df alles \u2013 und unternimmt vorerst<br \/>\nalso nichts. Die Branche scheint zu m\u00e4chtig. Die Politik, da ist sich<br \/>\nSch\u00e4fer inzwischen nach vielen Gespr\u00e4chen sicher, will den Finanzplatz<br \/>\nFrankfurt als echten Konkurrenten zu London aufbauen. Da<br \/>\nnimmt man offenbar ein paar entwendete Steuermillionen in Kauf.<br \/>\nTheo Waigel wird sich sp\u00e4ter auf Nachfrage nicht an die Vorg\u00e4nge<br \/>\nerinnern. Ebenso wenig Waigels einstiger Staatssekret\u00e4r im Bundesfinanzministerium,<br \/>\nFranz-Christoph Zeitler.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr August Sch\u00e4fer geht es zumindest an anderer Stelle vorw\u00e4rts.<br \/>\nDas Jahr 1993 ist noch nicht einmal einen Monat alt. Sch\u00e4fer<br \/>\ntrifft sich in den R\u00e4umen des Frankfurter Landgerichts mit drei<br \/>\nSteuerfahndern und zwei Staatsanw\u00e4lten. Sch\u00e4fer erl\u00e4utert die Hintergr\u00fcnde<br \/>\nseines Abschlussberichts. Er nennt Ross und Reiter. Etwa<br \/>\nden Namen eines Maklers, dem im M\u00e4rz 1992 rund 21,4 Millionen<br \/>\nD-Mark Steuern erstattet wurden. Steuern, die zuvor wom\u00f6glich<br \/>\nniemand abgef\u00fchrt hatte. Es wird gestritten. Es wird debattiert. Am<br \/>\nEnde sind sich die M\u00e4nner einig: Hier k\u00f6nnte eine Straftat vorliegen.<br \/>\nEs muss ermittelt werden.<\/p>\n<p>Wie besprochen, weist die Staatsanwaltschaft wenige Wochen<br \/>\nsp\u00e4ter die Steuerfahndung an, entsprechende Ermittlungsverfahren<br \/>\neinzuleiten. Sch\u00e4fer w\u00e4hnt sich am Ziel. Die mutma\u00dflichen Verbrecher<br \/>\nwerden zur Rechenschaft gezogen.<br \/>\nMit dem Wind im R\u00fccken nimmt Sch\u00e4fer auch einen erneuten<br \/>\nAnlauf, f\u00fcr ein wirksames Gesetz gegen das Dividendenstripping<br \/>\nzu sorgen. Tats\u00e4chlich soll im Standortsicherungsgesetz auch eine<br \/>\nRegel gegen die steuergetriebenen Gesch\u00e4fte verabschiedet werden.<br \/>\nDoch die Bankenlobby hat im gleichen Fr\u00fchjahr die Regierung<br \/>\noffenbar derart bearbeitet, dass diese drauf und dran ist, ein Gesetz<br \/>\nzu erlassen, das die Gesch\u00e4fte nicht stoppt, sondern beg\u00fcnstigt.<br \/>\nAufgebracht klingelt Sch\u00e4fer am Pfingstsonntag 1993 bei einem<br \/>\nHandelsblatt-Journalisten durch. Es trifft sich gut, dass der Reporter<br \/>\nauch f\u00fcr die Teleb\u00f6rse arbeitet und Sch\u00e4fer zus\u00e4tzlich vor der<br \/>\nFernsehkamera interviewt. \u00bbDas Dividendenstripping wird k\u00fcnftig<br \/>\nerleichtert\u00ab lautet die schmissige Schlagzeile. Den umstrittenen Gesch\u00e4ften<br \/>\nw\u00fcrden durch die vom Bundestag beschlossene Gesetzesvorlage<br \/>\n\u00bbT\u00fcr und Tor\u00ab ge\u00f6ffnet \u2013 und das, obwohl das Gesetz die<br \/>\nStripping-Gesch\u00e4fte urspr\u00fcnglich unterbinden sollte. Nur noch der<br \/>\nFinanzausschuss des Bundesrats, so der Artikel, k\u00f6nne diese Fassung<br \/>\naufhalten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gelingt es, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen und<br \/>\neine echte Versch\u00e4rfung zu erm\u00f6glichen. Nicht ohne Stolz blickt<br \/>\nSch\u00e4fer auf die neuen Regeln und anlaufenden Ermittlungsverfahren.<br \/>\nSch\u00e4fers Karriere nimmt nun wieder Fahrt auf. Er wird zum ersten<br \/>\nStaatskommissar f\u00fcr die Frankfurter B\u00f6rse bef\u00f6rdert. Nun hat er<br \/>\nandere Aufgaben, beobachtet jedoch immer noch aus der Ferne, was<br \/>\naus den Stripping-Gesch\u00e4ften wird. Und was er sieht, gef\u00e4llt ihm gar<br \/>\nnicht. Der \u00bbStrip in der Zockerstube\u00ab, wie ihn der Spiegel 1994 betitelt,<br \/>\nl\u00e4uft nach Sch\u00e4fers Beobachtung einfach weiter.<\/p>\n<p>Ob das neue Gesetz befolgt wird, so scheint es, kontrolliert<br \/>\nschlicht niemand. Und auch von den Ermittlungen h\u00f6rt Sch\u00e4fer<br \/>\nnichts mehr. Am 4. April 1996 kann er das Treiben nicht mehr ertragen,<br \/>\nsetzt sich an den Computer und setzt ein zweiseitiges Schreiben<br \/>\nan den Staatssekret\u00e4r im hessischen Finanzministerium auf. Zwar<br \/>\nohne Namen zu nennen, jedoch mit zahlreichen Details schildert<br \/>\nSch\u00e4fer Stripping-Gesch\u00e4fte mit Siemens-Aktien, die rund um die<br \/>\nSiemens-Hauptversammlung am 22. Februar 1996 zu sehen waren.<br \/>\nEs gebe auch Insider, die bereit seien, mit der Staatsanwaltschaft zu<br \/>\nsprechen. Er bekommt keine R\u00fcckmeldung.<\/p>\n<p>Als Sch\u00e4fer neun Monate sp\u00e4ter das Handelsblatt aufschl\u00e4gt,<br \/>\nplatzt ihm endg\u00fcltig der Kragen. In dem Artikel vom 26. September<br \/>\n1996 geht es um eine Maklerfirma, die 1992 mehr als 21 Millionen<br \/>\nD-Mark K\u00f6rperschaftssteuer erstattet bekam. Ausgerechnet jener<br \/>\nStaatssekret\u00e4r im hessischen Finanzministerium wird in dem Artikel<br \/>\nzitiert, den Sch\u00e4fer Monate zuvor gewarnt hatte. Und es geht<br \/>\nausgerechnet um jene Gesch\u00e4fte, die Sch\u00e4fer schon vier Jahre zuvor<br \/>\nminuti\u00f6s aufgearbeitet und den Finanzbeh\u00f6rden gemeldet hatte.<br \/>\nDer Staatssekret\u00e4r hingegen behauptet gegen\u00fcber dem Handelsblatt,<br \/>\ndass 1992 schlicht keine Hinweise vorgelegen h\u00e4tten und deshalb<br \/>\ndas Geld ausgezahlt werden musste.<\/p>\n<p>In Sch\u00e4fers Augen ist das eine glatte L\u00fcge. Detailliert listet er in<br \/>\nseinem Brief an ebendiesen Staatssekret\u00e4r auf, was er wem alles 1992<br \/>\nvorgelegt hatte. Er wirft ihm Untreue im Amt vor und zeigt ihn sogar<br \/>\nan. Doch auch hieraus wird nichts. Die Gr\u00fcnde erf\u00e4hrt er nicht.<br \/>\nEr bekommt nur die trockene Mitteilung, dass nicht weiter ermittelt<br \/>\nwerde.<\/p>\n<p>Die Jahre gehen ins Land, nichts passiert. Nach seinem vorzeitigen<br \/>\nRuhestand im Jahr 2001 ist Sch\u00e4fer frustriert. Er kehrt seiner<br \/>\nhessischen Heimat den R\u00fccken und zieht in den hohen Norden.<br \/>\nHier genie\u00dft er die frische Meeresluft. Doch so sehr er auch versucht,<br \/>\nAbstand zu gewinnen, so sehr lassen ihn die alten Fragen nicht los.<br \/>\nWarum in aller Welt wurden nicht zumindest die F\u00e4lle ermittelt, die<br \/>\ner in seinem Abschlussbericht offengelegt hatte? Staatsanwaltschaft,<br \/>\nSteuerfahnder und er waren sich doch einig gewesen, dass ermittelt<br \/>\nwerden m\u00fcsse. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte wie besprochen<br \/>\ndie Steuerfahnder beauftragt, zwei F\u00e4lle exemplarisch zu<br \/>\nermitteln. Was also war geschehen?<\/p>\n<p>Die Antwort erh\u00e4lt Sch\u00e4fer Jahre sp\u00e4ter. Ein Informant spielt ihm<br \/>\nein Schreiben des Finanzamtes Frankfurt-B\u00f6rse an die obere Steuerbeh\u00f6rde,<br \/>\ndie Oberfinanzdirektion Frankfurt, zu. Der Brief datiert<br \/>\nvom 16.03.1993 \u2013 wenige Wochen, nachdem Sch\u00e4fer mit Staatsanwaltschaft<br \/>\nund Steuerfahndung zusammengesessen hatte.<br \/>\nTats\u00e4chlich best\u00e4tigt das Schreiben, das Treffen mit Sch\u00e4fer und<br \/>\nden Anfangsverdacht gegen mehrere Makler, die doppelte Steuerbescheinigungen<br \/>\nproduziert h\u00e4tten. \u00bbDie Staatsanwaltschaft hat<br \/>\ninsoweit die hiesige Steuerfahndungsstelle angewiesen, umgehend<br \/>\nErmittlungsverfahren einzuleiten.\u00ab<br \/>\nDoch was er dann liest, l\u00e4sst Sch\u00e4fer vom Glauben an die Steuergerechtigkeit<br \/>\nabfallen. Von den Ermittlungsverfahren werde jedoch<br \/>\nnach Absprache mit dem Oberstaatsanwalt zun\u00e4chst abgesehen,<br \/>\nschrieb die Finanzbeh\u00f6rde. W\u00fcrde man jetzt mit Ermittlungen gegen<br \/>\nzwei Makler beginnen, bedeute dies, \u00bbdass \u2013 aus jetziger Sicht \u2013<br \/>\nallein f\u00fcr das Jahr 1991 mittelfristig gegen weitere 17 Makler sowie<br \/>\ngegen mindestens 4 Depotbanken [\u2026] zu ermitteln ist.\u00ab<br \/>\nSch\u00e4fer ist konsterniert: Weil eine Ermittlung viel Arbeit macht,<br \/>\nl\u00e4sst man sie lieber ganz bleiben?<\/p>\n<p>Sein Puls wird sich auch w\u00e4hrend der folgenden Abs\u00e4tze nicht beruhigen:<br \/>\nDas Finanzamt, das in einem Strafverfahren nichts anderes<br \/>\nist, als die ausf\u00fchrende Ermittlungsbeh\u00f6rde, die ihre Anweisungen<br \/>\nvon der Staatsanwaltschaft bekommt, schreibt doch tats\u00e4chlich im<br \/>\nfolgenden Absatz, dass konkrete Ansatzpunkte f\u00fcr steuerstrafrechtliche<br \/>\nErmittlungen \u00bbnicht ersichtlich\u00ab seien.<br \/>\nSch\u00e4fer denkt an all die Details, die Dokumente und Anh\u00e4nge, die<br \/>\ner mit seinem Pr\u00fcfbericht abgeliefert hatte. Eben jene Belege, die die<br \/>\nStaatsanwaltschaft zu dem Schluss kommen lie\u00dfen, dass ermittelt<br \/>\nwerden m\u00fcsse. Widersprach hier etwa die Steuerfahndung der Einsch\u00e4tzung<br \/>\nder Staatsanwaltschaft?<\/p>\n<p>Das dreiseitige Schreiben endet mit der n\u00fcchternen Feststellung,<br \/>\ndass im Bereich Dividendenstripping \u00bbErmittlungst\u00e4tigkeit<br \/>\nin einem Umfang anfallen wird, die in Anbetracht der angespannten<br \/>\nPersonal- und Arbeitssituation von der hiesigen Steuerfahndungsstelle<br \/>\nnicht allein zu leisten sein wird.\u00ab<br \/>\nAuf dem Tisch vor Sch\u00e4fer liegt, so empfindet er das, ein Skandal.<br \/>\nDie Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen angeordnet. Und die<br \/>\nSteuerfahndung wiegelt unter fadenscheinigen Gr\u00fcnden ab. Das ist<br \/>\nin etwa so, als ob nach einem Mord am Tatort ein blutiges Messer gefunden<br \/>\nwird, die Kriminalpolizei aber Ermittlungen verweigert,<br \/>\nweil man gerade viel um die Ohren habe und das Messer ja auch aus<br \/>\neiner Metzgerei stammen k\u00f6nne.*<\/p>\n<p>Was sind das f\u00fcr Steuerfahnder, fragt sich Sch\u00e4fer, die Hinweisen<br \/>\nauf millionenfachen Steuerbetrug nicht nachgehen wollten? Wie<br \/>\nticken die Frankfurter Finanzbeh\u00f6rden? Wem f\u00fchlen sie sich verpflichtet<br \/>\n&#8211; den Banken oder der Allgemeinheit?<br \/>\nWas Sch\u00e4fer erst sp\u00e4ter begreift: Es waren exakt die Frankfurter<br \/>\nFinanzbeh\u00f6rden, die in den Neunzigerjahren, einen Mann hervor-<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>* August Sch\u00e4fers einstiger Arbeitgeber, das hessische Wirtschaftsministerium,<br \/>\nwird sp\u00e4ter auf Anfrage angeben, aufgrund fehlender Akten die einzelnen Sachverhalte<br \/>\nzwar nicht mehr im Detail nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Allerdings l\u00e4gen<br \/>\ndem Ministerium keine Anhaltspunkte vor, dass die damaligen Bewertungen im<br \/>\nWesentlichen infrage zu stellen w\u00e4ren. Dies gelte insbesondere auch f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung, dass es f\u00fcr die von Sch\u00e4fer enttarnten Gesch\u00e4fte keine plausible und<br \/>\nnachvollziehbare wirtschaftliche, au\u00dfersteuerliche Begr\u00fcndung gebe. Das hessische<br \/>\nJustizministerium gibt an, es k\u00f6nne den Sachverhalt nicht mehr nachvollziehen,<br \/>\nda Vorg\u00e4nge aus der damaligen Zeit wegen der allgemeinen L\u00f6schungsfristen<br \/>\nbereits vernichtet seien. Das hessische Finanzministerium wiederum<br \/>\nl\u00e4sst Fragen hierzu unbeantwortet.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>brachten, der sp\u00e4ter eine gro\u00dfe Rolle bei Cum-Ex-Gesch\u00e4ften spielen<br \/>\nw\u00fcrde: einen gewissen Hanno Berger.<br \/>\nSch\u00e4fer hatte Berger nie getroffen und doch wirkten sie zur gleichen<br \/>\nZeit am gleichen Ort. Hat er wom\u00f6glich den obersten Betriebspr\u00fcfer<br \/>\nf\u00fcr Banken, Hanno Berger, der sp\u00e4ter die Seiten wechseln und<br \/>\nCum-Ex aufsetzen w\u00fcrde, mit seinen kritischen Aufs\u00e4tzen und Berichten<br \/>\nerst auf die Idee zu solchen Gesch\u00e4ften gebracht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Versteckspiel<\/strong><\/p>\n<p>Es ist etwas gewaltig schiefgelaufen. Normalerweise w\u00e4re Anne<br \/>\nBrorhilker in diesem Winter 2013 in der \u00bbverdeckten Phase\u00ab ihrer<br \/>\nCum-Ex-Ermittlung. Sie w\u00fcrde sich in Ruhe in den Fall einarbeiten,<br \/>\nohne dass die Verd\u00e4chtigen es ahnen. Doch das Bundeszentralamt<br \/>\nf\u00fcr Steuern hat mit seinem Besuch im Herbst nicht nur die Staatsanwaltschaft<br \/>\ninformiert, die oberste Steuerbeh\u00f6rde hat auch gleich<br \/>\neinige Verd\u00e4chtige ins Bild gesetzt, dass ein Strafverfahren eingeleitet<br \/>\nwerde. Das \u00dcberraschungsmoment ist komplett dahin. Stattdessen<br \/>\nh\u00e4ngen bei Brorhilker nun st\u00e4ndig die Rechtsanw\u00e4lte der Beschuldigten<br \/>\nin der Leitung oder l\u00f6chern sie mit E-Mails, um den<br \/>\naktuellen Ermittlungsstand zu erfragen. Wie so etwas passieren<br \/>\nkonnte, kann sich Brorhilker nur mit der Unerfahrenheit der Finanzbeamten<br \/>\nerkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Staatsanw\u00e4ltin muss Zeit gewinnen, unbedingt.<br \/>\nDenn es gibt zu viele Ungereimtheiten, die sie erst verstehen will,<br \/>\nbevor sie weitere Ermittlungsschritte unternimmt. Da ist zum Beispiel<br \/>\ndieses Steuergutachten. Die Unterlage stammt von einer beteiligten<br \/>\nBank. Das Gutachten soll offenbar beweisen, dass Cum-Ex-<br \/>\nGesch\u00e4fte legal sind, dass die Beteiligten lediglich eine Gesetzesl\u00fccke<br \/>\nausnutzen. Doch je mehr sich Brorhilker einliest, desto \u00f6fter<br \/>\nkommt ihr das Lieblingssprichwort ihres Vaters in den Sinn, dem erfahrenen<br \/>\nWirtschaftspr\u00fcfer: There is no free lunch. Auf den Finanzm\u00e4rkten,<br \/>\nso die Botschaft, gibt es nichts umsonst. Selbst wenn etwas<br \/>\nkostenlos erscheint, so gibt es immer jemanden, der den Preis daf\u00fcr<br \/>\nzahlt \u2013 fr\u00fcher oder sp\u00e4ter. Der Gewinn des einen geht zu Lasten des<br \/>\nanderen. Was in dem Dokument umst\u00e4ndlich ausgebreitet wird,<br \/>\nsteht in einem geradezu grotesken Widerspruch zu dieser Regel.<\/p>\n<p>Sie liest das Gutachten eines Steueranwalts namens Hanno Berger noch<br \/>\neinmal. Dutzende Seiten voller Bandwurms\u00e4tze und Paragrafenreihen.<br \/>\nSchon die \u00dcberschrift klingt so verlockend wie Karies im<br \/>\nWeisheitszahn: \u00bbGutachten zur steuerlichen Bewertung einer Strategie<br \/>\nzur Ausnutzung von Marktineffizienzen beim Handel mit<br \/>\nAktien \u00fcber den Hauptversammlungsstichtag nach EStG \/ KStG.\u00ab<br \/>\nGewinne, so stellt es dieser Hanno Berger dar, erwachsen bei Cum-<br \/>\nEx-Gesch\u00e4ften aus \u00bbMarktineffizienzen\u00ab. Als w\u00fcrden sie vom Himmel<br \/>\nfallen. Irgendwie magisch, wie das Kaninchen aus dem Hut.<br \/>\nDie Fahnderin ist misstrauisch. Woher stammt der Gewinn dieser<br \/>\nDeals? Wer zahlt das Mittagessen? So sehr Brorhilker es auch<br \/>\ndreht und wendet, sie kommt immer zu dem gleichen Verdacht: Die<br \/>\nCum-Ex-Gesch\u00e4fte haben weniger mit dem geschickten Ausnutzen<br \/>\nineffizienter M\u00e4rkte zu tun, als mit der schlichten M\u00f6glichkeit, sich<br \/>\nin Deutschland eine Steuer erstatten zu lassen, die einem nicht zusteht<br \/>\n\u2013 oder die im schlimmsten Fall niemals jemand zuvor bezahlt hat.<\/p>\n<p>Nur, wenn dem so w\u00e4re: Warum spricht dieser Hanno Berger<br \/>\nnebul\u00f6s von \u00bbMarktineffizienzen\u00ab? Warum gibt ein Steueranwalt,<br \/>\nder laut einer kurzen Internetrecherche einer der renommiertesten<br \/>\nin Europa sein soll und fr\u00fcher sogar auf der Seite des Staates als wichtigster<br \/>\nBankenpr\u00fcfer in Frankfurt unterwegs war, seinen Namen f\u00fcr<br \/>\nderartig schwammige Gutachten her?<br \/>\nHat der Anwalt des Drogeriemarkt-Milliard\u00e4rs Erwin M\u00fcller, der<br \/>\ndie Staatsanwaltschaft mit Informationen versorgt hat, Recht mit<br \/>\nseiner Vermutung, dass Hanno Berger Teil eines Netzwerks ist, das<br \/>\nes auf die deutsche Steuer abgesehen hat? Dass Hanno Berger &amp; Co<br \/>\nm\u00f6glicherweise sogar Millionensummen aus diesen Deals in die<br \/>\neigene Tasche wandern lie\u00dfen?<\/p>\n<p>Brorhilker realisiert schnell: Mit einfachen Mitteln der Steuerfahndung<br \/>\nwerden sich diese Fragen nicht kl\u00e4ren lassen. So engagiert<br \/>\neinige der Finanzbeamten auch sind, ihnen fehlt die kriminalistische<br \/>\nAusbildung. Und ihnen fehlen die Mittel. Steuerfahnder d\u00fcrfen zwar<br \/>\nkritische Nachfragen stellen und Unterlagen einfordern, aber Banken<br \/>\nund ihre Berater schaffen meist eine makellos saubere Papierlage, die<br \/>\njedwedes Misstrauen aus der Welt schaffen soll. Ein Paradebeispiel<br \/>\nliegt mit dem Berger-Gutachten wom\u00f6glich gerade vor Brorhilkers<br \/>\nNase. Es bleibt nur eines: Die Staatsanw\u00e4ltin muss hinter die spiegelglatten<br \/>\nFassaden der Anwaltskanzleien, Banken und beteiligten Berater<br \/>\nblicken und sich Insiderinformationen verschaffen. Nur sie verraten,<br \/>\nwelches Spiel hier tats\u00e4chlich gespielt wurde.<\/p>\n<p>Mehr als 30 Beschuldigte, verteilt auf der ganzen Welt, in einem<br \/>\neinzigen Fall \u2013 das ist ein Klassiker f\u00fcr das Landeskriminalamt. Da<br \/>\npasst es bestens, dass Brorhilker bis vor Kurzem Seite an Seite mit<br \/>\ndem LKA gegen die Ger\u00fcstbau-Mafia gek\u00e4mpft hat. Man kennt sich,<br \/>\nman sch\u00e4tzt sich, man kann sich aufeinander verlassen.<br \/>\nIm Winter 2013 ruft das Landeskriminalamt D\u00fcsseldorf, Dezernat<br \/>\n12, eine Ermittlungskommission ins Leben, tauft sie auf den<br \/>\nNamen \u00bbTax\u00ab. Doch Kommission ist ein gro\u00dfes Wort f\u00fcr die kleine<br \/>\nTruppe. Neben dem Leiter der Gruppe gibt es nur drei Kriminalpolizisten,<br \/>\ndie allerdings sehr erfahren sind, wenn es um Vernehmungen<br \/>\nund Durchsuchungen geht. Sie waren schon mehrfach in der Bankenwelt<br \/>\nunterwegs. F\u00fcr sie ist es Routine, im Ausland um Hilfe zu<br \/>\nersuchen. Alles Eigenschaften, die von Nutzen sein d\u00fcrften.<br \/>\nBrorhilker und die Kripo-Spezialisten sind sich schnell einig.<\/p>\n<p>Es n\u00fctzt alles nichts, sie m\u00fcssen die B\u00fcros, Wohnungen und H\u00e4user<br \/>\nder Beschuldigten durchsuchen, jeden Stein dort zweimal umdrehen.<br \/>\nWie sollen sie sonst dahinterkommen, was wirklich geschehen<br \/>\nist? Ein gro\u00dfer Teil der dubiosen Gesch\u00e4fte l\u00e4uft im Ausland. In<br \/>\ngleich mehreren L\u00e4ndern. Die Ermittler wissen: Eine solche Aktion<br \/>\nmuss gut vorbereitet sein. Das braucht Zeit.<\/p>\n<p>Zeit, die sich Brorhilker mit einem kleinen Trick verschaffen will,<br \/>\ngenauer genommen, mit einer zul\u00e4ssigen \u00bbkriminalistischen List\u00ab,<br \/>\ndie Ermittlern Fangfragen oder doppeldeutige Erkl\u00e4rungen erlaubt.<br \/>\nDazu hat sie die beiden Cum-Ex-Anw\u00e4lte, die im Auftrag ihrer verd\u00e4chtigten<br \/>\nMandanten am penetrantesten bei ihr anfragen, zu einem<br \/>\nTermin in K\u00f6ln eingeladen, um mit ihnen \u00fcber den aktuellen Stand<br \/>\nzu sprechen. Bevor der Besuch eintrifft, leiht sich die Strafverfolgerin<br \/>\nleere Kartons und dicke Aktenordner anderer Verfahren aus. Sie<br \/>\nstellt ihr ohnehin schon kleines B\u00fcro fast vollst\u00e4ndig damit zu. Die<br \/>\nB\u00fchne ist bereitet, Brorhilkers Rolle definiert: Sie will an diesem Tag<br \/>\ndie naive, orientierungslose Staatsanw\u00e4ltin inmitten eines Aktenmeers<br \/>\nmimen. Der Besuch kann kommen.<\/p>\n<p>Eine Rechtsanw\u00e4ltin und ein Rechtsanwalt zw\u00e4ngen sich in das<br \/>\nB\u00fcro. Zwei Besucherst\u00fchle stehen bereit, mehr h\u00e4tten ohnehin<br \/>\nnicht Platz gefunden. Dass es in deutschen Beamtenstuben nicht so<br \/>\npr\u00e4tenti\u00f6s zugeht, wie in einer gro\u00dfen Kanzlei, ist klar. Aber diese<br \/>\nEnge? Die Anw\u00e4lte kommen schnell zur Sache. Sie wollen das Treffen<br \/>\nnutzen, um ihre Sicht auf die Vorw\u00fcrfe zu schildern. Brorhilker<br \/>\nwird an diesem Tag kaum etwas dagegenhalten, sie redet mit Verweis<br \/>\nauf ihr \u00fcberquellendes B\u00fcro von einer un\u00fcbersichtlichen Aktenlage,<br \/>\nnoch zu lesenden Papieren, komplizierten Abl\u00e4ufen. Die zwei<br \/>\nAnw\u00e4lte scheinen das zu schlucken. Doch die Besucherin macht<br \/>\nBrorhilker zunehmend nerv\u00f6s. Warum muss sie sich ausgerechnet<br \/>\nan die leeren Kartons an der Wand anlehnen? Die wackeln bedrohlich.<br \/>\nSt\u00fcrzt der Turm ein, f\u00e4llt auch die Fassade zusammen.<br \/>\nAber der Stapel h\u00e4lt. Gerade noch. Und so k\u00f6nnen die Vorbereitungen<br \/>\nf\u00fcr die weltweite Razzia beginnen. In aller Stille.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie einen Blog-Beitrag nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug:\u00a0Massimo Bognanni: &#8222;Unter den Augen des Staates. 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