{"id":684076,"date":"2024-04-02T06:00:18","date_gmt":"2024-04-02T04:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=684076"},"modified":"2024-04-02T02:48:56","modified_gmt":"2024-04-02T00:48:56","slug":"buchauszug-irene-kilubi-du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/04\/02\/buchauszug-irene-kilubi-du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt\/","title":{"rendered":"Buchauszug Ir\u00e8ne Kilubi: \u201eDu bist mehr als eine Zahl \u2013 Warum das Alter keine Rolle spielt\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/dr-irene-y-kilubi\/?originalSubdomain=de\"> Ir\u00e8ne Kilubi<\/a>: \u201eDu bist mehr als eine Zahl \u2013 Warum das Alter keine Rolle spielt\u201c<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-684077\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/03\/Cover.Kilubi.Du-bist-mehr-als-eine-Zahl-003.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/03\/Cover.Kilubi.Du-bist-mehr-als-eine-Zahl-003.jpg 464w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/03\/Cover.Kilubi.Du-bist-mehr-als-eine-Zahl-003-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/p>\n<p class=\"ProductMeta__Title Heading u-h2\"><strong>Ir\u00e8ne Kilubi: <\/strong>&#8222;Du bist mehr als eine Zahl. Warum das Alter keine Rolle spielt&#8220; &#8211; 25 Euro, 282 Seiten, Murmann Verlag.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.murmann-verlag.de\/products\/du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt\">Du bist mehr als eine Zahl. Warum das Alter keine Rolle spielt \u2013 Murmann Verlag (murmann-verlag.de)<\/a>\u00a0(Foto: PR\/Murmann Verlag)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BASISLAGER<\/strong><br \/>\n<strong>20 \u00fcber die vier Grundpfeiler f\u00fcr mehr Altersdiversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong>INKLUSIVE GENERATIONENTRAINING: PARKBANK <\/strong><strong>UND JOBCRAFTING<\/strong><\/p>\n<p>Ich erinnere mich ziemlich gut an die Hochphase der Coronapandemie.<br \/>\nEigentlich wollte ich damals zusammen mit zwei Mitstreiter*innen am M\u00fcnchner Marienplatz einen Coworking-Space er\u00f6ffnen, die Social-Media-Kampagne dazu lief bereits auf Hochtouren, wir posteten Bilder und Videos von unseren<br \/>\nR\u00e4umen und freuten uns \u00fcber knapp 300 Anmeldungen. Doch<br \/>\ndann rief die Bundesregierung am 22. M\u00e4rz 2020 den ersten<br \/>\nLockdown aus und wir mussten das Event absagen. In den Tagen<br \/>\ndarauf bewegte ich mich wie in Trance durch die Stadt, sah<br \/>\nMenschen durch Stra\u00dfen huschen und stand in Superm\u00e4rkten<br \/>\nvor leeren Regalen. Erst als Ende April die Maskenpflicht folgte,<br \/>\nrealisierte ich die Tragweite der Pandemie. Nicht nur den Traum<br \/>\nvon einem neuen Treffpunkt mitten in der Stadt galt es zu begraben,<br \/>\nso gut wie alle Jobs als Moderatorin und Speakerin<br \/>\nbrachen weg. Auf die gerade noch gestellte Anfrage: \u00bbWillst du<br \/>\nden gr\u00f6\u00dften HR-Kongress moderieren?\u00ab folgte die \u00dcberlebensfrage:<br \/>\n\u00bbWie komme ich als Solo-Entrepreneurin \u00fcber die Runden?<br \/>\nWelche neuen M\u00f6glichkeiten tun sich auf?\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Phase war schwierig \u2013 f\u00fcr jede*n von uns. Und doch hat Corona<br \/>\neine Erkenntnis, ja, einen unsch\u00e4tzbar wertvollen Beweis<br \/>\nans Tageslicht bef\u00f6rdert, der mir bei meiner heutigen Arbeit<br \/>\nextrem hilft:<\/p>\n<p>Wie gut Menschen mit pl\u00f6tzlichen Krisen umgehen und sich an neue<br \/>\nFormen der Zusammenarbeit sowie Technologien anpassen k\u00f6nnen, hat<br \/>\nnichts mit Alter zu tun!<\/p>\n<p>Sondern mit der Art und Weise, wie nachhaltig sie durch eine<br \/>\nPhase des Umbruchs begleitet, unterst\u00fctzt und gef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie Erkenntnis, dass es \u00bbkeine signifikanten Unterschiede zwischen<br \/>\nden Generationen gibt\u00ab, ja sich die \u00c4lteren sogar leichter<br \/>\nan die neuen Arbeitsbedingungen angepasst h\u00e4tten, beruht<br \/>\nauf einer Umfrage, die Deloitte 2021 unter 10 000 Arbeitnehmenden<br \/>\nin sieben europ\u00e4ischen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt hat. Die<br \/>\nH\u00e4lfte der Befragten war 50 oder \u00e4lter, die andere H\u00e4lfte \u00e4lter<br \/>\nals 18, aber j\u00fcnger als 50. In ihrer Conclusio schreiben die<br \/>\nStudienleiter*innen: Mit Blick auf den demografischen Wandel<br \/>\n\u00bbbietet die Krise die Gelegenheit zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der traditionelle<br \/>\nAnsatz der Segmentierung nach Altersgruppen weiterhin<br \/>\ng\u00fcltig ist.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Spannende daran: Die meisten meiner Gespr\u00e4chspartner*innen<br \/>\ngehen mit dem Aufruf d\u2019accord und sehen die \u00dcberwindung<br \/>\nvon Schubladendenken und die Zusammenf\u00fchrung der Generationen<br \/>\nebenfalls als das Gebot der Stunde an.<\/p>\n<p>Weil es nicht angeht, Menschen aufgrund falscher Annahmen<br \/>\n\u00fcber das Alter nicht optimal in die Arbeitswelt zu integrieren.<\/p>\n<p>Weil man w\u00e4hrend der Krise selbst gemerkt hat, wie anpassungsf\u00e4hig<br \/>\nMenschen unabh\u00e4ngig ihres Alters sind.<\/p>\n<p>Weil man es sich mit Blick auf Demografie und Fachkr\u00e4ftemangel<br \/>\nnicht leisten kann, humanes Kapital links liegen zu lassen.<\/p>\n<p>Weil der Match von Kompetenzen immer mehr ist als einzelne<br \/>\nKompetenzen f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Weil ein Unternehmen, das Perspektiven mehrerer Generationen<br \/>\nmiteinander vereint, potenzielle Marktr\u00e4ume besser<br \/>\nidentifizieren und besetzen kann.<\/p>\n<p>Weil Spaltung niemandem etwas bringt und sich St\u00e4rke \u2013<br \/>\nauch wirtschaftliche St\u00e4rke \u2013 nur durch Zusammenhalt<br \/>\nund Zusammenarbeit entwickeln kann.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz sieht die Realit\u00e4t in unserer Arbeitswelt anders<br \/>\naus, wie mir viele Gespr\u00e4chspartner*innen ebenfalls best\u00e4tigen.<br \/>\n\u00bbWas ich mir w\u00fcnsche: deutlich mehr intergenerationale<br \/>\nEntscheidungen, sowohl in der Wirtschaft als auch in der<br \/>\nPolitik. Ich sehe meist prim\u00e4r alte oder prim\u00e4r junge<br \/>\nGremien. Ganz selten sieht man einen gesunden Mix. Die<br \/>\nJungen entscheiden aufgrund mangelnder Erfahrungswerte<br \/>\nsehr schnell, oftmals naiv \u2013 wenn auch sehr richtig<br \/>\nin Bezug auf moderne Technologien und mit einer inh\u00e4renten<br \/>\nIntuition f\u00fcr Komplexit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und die Alten entscheiden oft ohne Verst\u00e4ndnis f\u00fcr moderne Ph\u00e4nomene,<br \/>\naber mit deutlich l\u00e4ngerem Blick in die Zukunft. Die Qualit\u00e4t<br \/>\nvon Entscheidungen w\u00fcrde aus meiner Sicht stark<br \/>\nzunehmen, wenn sich die beiden Extreme explorieren und<br \/>\nausgleichen w\u00fcrden, sodass eine uniforme Altersverteilung<br \/>\nin Gremien entsteht. Doch leider passiert das viel<br \/>\nzu selten. Es fehlt der Wille und es mangelt an Empathie.\u00ab<br \/>\nDaniel Dippold, Gr\u00fcnder und CEO von EWOR<\/p>\n<p>An fehlendem Wissen kann es nicht liegen. \u00dcber Generationenmanagement<br \/>\nsprechen wir seit Jahrzehnten, nicht seit wenigen<br \/>\nJahren. Wie lange das Thema schon in der Luft liegt, muss<br \/>\nauch ich mir immer wieder vor Augen f\u00fchren, indem ich alte<br \/>\nArtikel aus meinem Archiv ziehe, wie zum Beispiel ein Interview<br \/>\nmit Markus Rimser. Der Unternehmensberater und Autor<br \/>\ndes Buches &#8222;Generation Ressource Management&#8220;. Nachhaltige<br \/>\nHR-Konzepte im demografischen Wandel hat bereits 2007 (!)<br \/>\nempfohlen, von dem Defizitmodell \u00bbLeistung und Ver\u00e4nderungsbereitschaft<br \/>\nsinkt mit den Lebensjahren\u00ab endlich ab zu kommen<br \/>\nund stattdessen mit Blick auf demografischen Wandel und<br \/>\nFachkr\u00e4ftemangel ein \u00bbGenerationenmanagement aufzubauen,<br \/>\ndas allen Generationen gerecht wird\u00ab. Und jeden Menschen<br \/>\ndort unterst\u00fctzt, wo er Unterst\u00fctzung braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rimser hat viele Unternehmen beraten und von innen gesehen,<br \/>\nsein Fazit und seine Prognose fielen wenig optimistisch aus:<br \/>\n\u00bbViele Unternehmen tragen tolle Konzepte vor sich her, behaupten,<br \/>\nsie seien h\u00f6chst aktiv in dem Bereich, weil sie das medial<br \/>\nwunderbar durch die Welt posaunen k\u00f6nnen, doch konkret passiert<br \/>\nfast gar nichts. Bestenfalls laufen einzelne Projekte, die irgendwann<br \/>\nabgeschlossen sind, dann ist Schluss (\u2026). Das Gros<br \/>\nder Unternehmen wird in den n\u00e4chsten f\u00fcnf, sechs Jahren nicht<br \/>\nreagieren, dann brennt das Feuer bis unters Dach, der Wind bl\u00e4st<br \/>\nden Firmen knallhart ins Gesicht.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seitdem sind zehn weitere Jahre ins Land gegangen und die<br \/>\nFlammen \u2026 z\u00fcngeln weiter.<\/p>\n<p>Blick zur\u00fcck auf die bereits angesprochene Deloitte-Studie<br \/>\nWrong numbers, why a focus on age can mislead workforce<br \/>\ndevelopment: Obwohl 70 Prozent der befragten Unternehmen<br \/>\nGenerationenmanagement als wichtig f\u00fcr ihren wirtschaftlichen<br \/>\nErfolg betrachten, \u00bbf\u00fchlen sich nur zehn Prozent f\u00fcr die<br \/>\nF\u00fchrung von Multigenerationen-Belegschaften vorbereitet\u00ab.<\/p>\n<p>Warum ist das so? Warum kommen wir in puncto \u00bbGenerationenmanagement<br \/>\nnicht wirklich voran? Wieso halten wir an Zuschreibungen bez\u00fcglich<br \/>\nAlt und Jung fest, die sich oftmals nicht mit unserer eigenen Erfahrung decken und auch wissenschaftlich schwer zu halten sind?<\/p>\n<p>Lasst mich an dieser Stelle zus\u00e4tzlich die Arbeit Harnessing the<br \/>\nPower of a multigenerational Workforce der SHR Foundation<br \/>\nauff\u00fchren, die 2017 die Annahmen \u00fcber \u00e4ltere Mitarbeitende auf<br \/>\nihren Wahrheitsgehalt hin abgeklopft hat.<\/p>\n<p>Aus \u00bbsie erwarten h\u00f6here L\u00f6hne\u00ab wird \u00bbsind oft bereit,<br \/>\nweniger Geld zu akzeptieren, wenn sie im Gegenzug ihre<br \/>\nArbeitszeiten flexibler gestalten k\u00f6nnen oder ihre Arbeit<br \/>\nsie mit Sinn erf\u00fcllt.\u00ab<\/p>\n<p>Aus \u00bbsind weniger produktiv\u00ab wird \u00bbes gibt keinen<br \/>\nZusammenhang zwischen Alter und Arbeitsleistung\u00ab.<\/p>\n<p>Aus \u00bbsind weniger innovativ\u00ab wird \u00bbes gibt keine Beweise,<br \/>\ndass \u00e4ltere Arbeitnehmer*innen weniger innovativ sind<br \/>\nals j\u00fcngere\u00ab.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Gegen\u00fcberstellungen lassen sich auch f\u00fcr j\u00fcngere Arbeitnehmende<br \/>\nfinden. Insofern lautet meine erste Antwort: Unsere Lebensstrukturen<br \/>\nhaben sich stark ver\u00e4ndert und beeinflussen unseren allt\u00e4glichen<br \/>\nUmgang mit Generationen nachhaltiger, als uns bewusst<br \/>\nist. Noch vor wenigen Jahrzehnten lebten wir in gr\u00f6\u00dferen Familien-<br \/>\nund Nachbarschaftsverb\u00e4nden zusammen. Heute hingegen<br \/>\nalleine oder nur in kleinen Familien. Damit muss man<br \/>\nsich privat nicht oder nur wenig mit anderen Generationen, deren<br \/>\nSichtweisen, Eigenarten und Interessen auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Kurz: Man geht sich aus dem Weg, lebt nebeneinander statt<br \/>\nmiteinander und kolportiert \u00fcber die jeweils andere Gruppe die<br \/>\nimmer selben stereotypen Geschichten.<\/p>\n<p>\u00bbGlobalisierung und Mobilit\u00e4t haben die Trennung der<br \/>\nGenerationen versch\u00e4rft und Familienstrukturen auseinandergerissen.<br \/>\nMenschen verlassen ihre Heimat, ziehen in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land. Das war fr\u00fcher nicht der Fall. Ich bin jetzt 60 plus und in<br \/>\nmeiner Schule gab es keinen einzigen Austauschsch\u00fcler,<br \/>\ndas hat sich erst sp\u00e4ter entwickelt. Ich bin als junge<br \/>\nFrau f\u00fcr ein paar Monate nach D\u00e4nemark gegangen, da<br \/>\nwar ich ein Exot in meinem Unternehmen. Erst recht, als<br \/>\nich meinem Chef gegen\u00fcber ge\u00e4u\u00dfert habe, dass ich<br \/>\ngerne nach Indonesien gehen w\u00fcrde. Oder Nigeria.\u00ab<br \/>\nDagmar Hirche, Vorstandsvorsitzende der Organisation<br \/>\n\u00bbWege aus der Einsamkeit\u00ab, LinkedIn Top Voice<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie soll es da pl\u00f6tzlich in der Arbeitswelt funktionieren, in der<br \/>\nimmer j\u00fcngere Schul- und Uniabsolvent*innen \u2013 2022 lag<br \/>\ndas Alter der Hochschulabg\u00e4nger*innen im Durchschnitt bei<br \/>\n23,6 Jahren, 2012 waren es noch 26,3 Jahre \u2013 auf immer \u00e4ltere<br \/>\nMitarbeitende treffen? Zumal es noch etliche Branchen, Unternehmen<br \/>\nund Abteilungen gibt, die von der Alterszusammensetzung<br \/>\nseit Jahren und Jahrzehnten hinweg recht homogen<br \/>\nsind und sich dadurch die Notwendigkeit f\u00fcr ein generations\u00fcbergreifendes<br \/>\nMiteinander gar nicht stellt.<br \/>\nWeil man Mitarbeitende deutlich vor ihrem Renteneintrittsalter<br \/>\nin den Ruhestand schickt oder ihnen erst nach vielen Jahren der<br \/>\nBetriebszugeh\u00f6rigkeit den Zugang zu gewissen Etagen gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\u00bbGenerationenkonflikte finden sich \u00fcberall im Leben \u2013<br \/>\nauch in den exklusivsten Clubs der Welt. Wo wichtige und<br \/>\neinflussreiche Pers\u00f6nlichkeiten zusammenkommen,<br \/>\nentsteht eine Kluft zwischen den Generationen, die sowohl<br \/>\nf\u00fcr die j\u00fcngere als auch f\u00fcr die \u00e4ltere Generation<br \/>\nnachteilig ist. W\u00e4hrend junge Talente au\u00dferhalb dieser<br \/>\nKreise wertvolle Netzwerk- und Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten<br \/>\nverpassen, bleiben den etablierten \u00e4lteren Mitgliedern<br \/>\ninnovative Ideen und frische Perspektiven vorenthalten.<br \/>\nDiese Trennung f\u00fchrt dazu, dass beide Generationen in<br \/>\nihren eigenen \u203aBelief Bubbles\u2039 verharren, was den Austausch<br \/>\nvon Wissen und Erfahrungen behindert. Eine<br \/>\nL\u00f6sung k\u00f6nnte in der gezielten Integration passender<br \/>\njunger Talente in diese \u00d6kosysteme liegen, um ein dynamisches<br \/>\nund integratives Gesch\u00e4ftsumfeld zu schaffen.<\/p>\n<p>Dies w\u00fcrde nicht nur die Potenziale beider Generationen<br \/>\nmaximieren, sondern auch zur \u00dcberwindung der Isolation<br \/>\nin den \u203aBelief Bubbles\u2039 beitragen und eine inklusivere,<br \/>\ninnovationsorientierte Gesch\u00e4ftswelt f\u00f6rdern.\u00ab<br \/>\nPriscilla Schelp, Gr\u00fcnderin und CEO von networkx<br \/>\nDass es dort verst\u00e4rkt zu Konflikten kommt und kommen wird,<br \/>\nliegt auf der Hand. Teamstruktur, Arbeitsweise und Dynamik fallen<br \/>\nunter Mitarbeitenden zwischen Anfang 30 und Mitte 50 anders<br \/>\naus als unter Mitarbeitenden zwischen U20 und \u00dc60.<br \/>\nBabyboomer mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung bringen andere<br \/>\nF\u00e4higkeiten mit als Vertreter*innen der Generation Z. Das<br \/>\nist so. Das l\u00e4sst sich nicht sch\u00f6nreden, schlechtreden, ignorieren.<br \/>\nZumal sich die Generationen aufgrund der Geschwindigkeit<br \/>\ndes technologischen und gesellschaftlichen Wandels immer<br \/>\nschneller voneinander entfernen werden \u2013 wenn wir jetzt nicht<br \/>\ngegensteuern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbImmer, wenn eine Seite wenig Empathie gegen\u00fcber<br \/>\neiner anderen Seite hegt, kommt es zu Konflikten. M\u00e4nner<br \/>\ngegen\u00fcber Frauen. Heterosexuelle gegen\u00fcber homosexuellen<br \/>\nMenschen \u2026 leider dauert es immer eine ganze<br \/>\nWeile, bis das Thema gesehen, adressiert und sich im<br \/>\nZuge dessen Sensibilit\u00e4t sowie Empathie aufbauen.<br \/>\nAuch bei den Babyboomern und der Generation Z sehen<br \/>\nwir zwei Parteien, die sich nicht verstehen \u2013 aber wir m\u00fcssen<br \/>\nerst einmal begreifen, warum der Konflikt zwischen<br \/>\nihnen so ungemein gro\u00df ist. Die industrielle Revolution<br \/>\nhat \u00fcber drei Generationen hinweg stattgefunden, die<br \/>\ndigitale Revolution hingegen nur \u00fcber eine und die AIRevolution<br \/>\nsogar weniger als eine Generation. Das hei\u00dft,<br \/>\ndie Gen Z wurde in nur wenigen Jahren in eine andere<br \/>\nWelt katapultiert, zu der sich die \u00e4lteren Generationen<br \/>\nerst einmal Zugang verschaffen m\u00fcssen. Instagram,<\/p>\n<p>TikTok, ChatGPT. Komplett neue Dinge. Das f\u00fchrt zu Verunsicherung, Ablehnung, \u00c4ngsten und Wertekonflikten. Die Generation Alpha wird noch weiter von den Babyboomern weg sein als die Gen Z, weil die Geschwindigkeit<br \/>\nder Ver\u00e4nderung steigt. Vor 300 Jahren hat sich ein Leben<br \/>\n\u00fcber 80 Jahre kaum ver\u00e4ndert, doch heute wird man in<br \/>\neine Welt ohne Internet geboren und erlebt 40 Jahre<br \/>\nsp\u00e4ter, wie ChatGPT Wissensarbeit redundant macht.\u00ab<br \/>\nDaniel Dippold, Gr\u00fcnder und CEO von EWOR<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zweite Antwort: Wir haben den Schmerzpunkt noch nicht erreicht!<br \/>\nUnternehmen geht es trotz aller Schwierigkeiten zu<br \/>\ngut, als dass sie einen wirklich nachhaltigen Wandel einl\u00e4uten<br \/>\nm\u00fcssten, der Generationen miteinander vereint. Schade.<br \/>\nMitarbeitende w\u00fcrden \u00fcber alle Altersstufen hinweg<br \/>\nfeststellen, dass sie mehr verbindet als trennt.<br \/>\n\u00bbWir machen in Unternehmen oft den Fehler, dass wir nur<br \/>\n\u00e4ltere, topfitte Role Models in den Vordergrund r\u00fccken,<br \/>\ndie den J\u00fcngeren erz\u00e4hlen, wie sie es geschafft haben,<br \/>\nKarriere zu machen. Um einen ganzheitlicheren Blick zu<br \/>\nerhalten, sollten wir auch \u00e4ltere Kolleg*innen erz\u00e4hlen<br \/>\nlassen, die durchaus Einschr\u00e4nkungen haben. Mit was<br \/>\nhaben sie zu k\u00e4mpfen, vor welchen Herausforderungen<br \/>\nund Schwierigkeiten stehen sie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Junge Menschen k\u00f6nnen sich \u00fcberhaupt nicht vorstellen, dass auch sie<br \/>\nm\u00f6glicherweise irgendwann in diese Phase kommen, in der der<br \/>\nK\u00f6rper nicht mehr so gut funktioniert oder der Geist<br \/>\nnicht mehr so schnell regeneriert. Solche Perspektivwechsel<br \/>\nsind enorm wichtig, um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einander<br \/>\nzu schaffen. Gleichzeitig m\u00fcssen wir aber akzeptieren,<br \/>\ndass der Konflikt zwischen den Generationen in uns<br \/>\nMenschen an gelegt ist und seinen Grund hat. Wie sollen<br \/>\nsich Kinder von ihren Eltern und Eltern von ihren Kindern<br \/>\nl\u00f6sen, wenn sie nicht auch Konflikte austragen? Das<br \/>\ngeh\u00f6rt zum Wachstumsprozess dazu. \u00c4hnlich ist es in<br \/>\nUnternehmen. Wir sollten Diskussionen und Disput auch<br \/>\netwas Positives abgewinnen. Denn ohne Reibung verbleiben<br \/>\nwir in unserer Bubble und sind irgendwann nicht<br \/>\nmehr erfolgreich, weil wir die wirklich spannenden<br \/>\nAspekte aus den Augen verlieren.\u00ab<br \/>\nCarolin Schlegtendal, Personalleiterin und Expertin f\u00fcr Talentakquise<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade das Thema \u00bbAngst\u00ab spielt eine gro\u00dfe Rolle. Das erlebe<br \/>\nich immer wieder.<br \/>\nJunge Menschen haben Angst, von \u00c4lteren ausgebremst, bevormundet<br \/>\nund \u00fcbervorteilt zu werden und im Falle von betriebsbedingten<br \/>\nK\u00fcndigungen zu den ersten zu geh\u00f6ren, die gehen<br \/>\nm\u00fcssen, weil Chef*innen gesetzlich verpflichtet sind, bei denen<br \/>\nanzufangen, die es vermeintlich nicht so hart trifft, weil jung,<br \/>\nnicht so lange dabei, oftmals ungebunden und noch keine Kinder.<br \/>\nHierzu stellvertretend zwei Kommentare aus meinem Netzwerk:<br \/>\n\u00bbKlar haben die J\u00fcngeren weniger Berufserfahrung.<br \/>\nDaf\u00fcr bringen sie andere Kompetenzen mit auf den Arbeitsmarkt.<br \/>\nDoch ihre Meinung wird oft abgetan, ihnen wird<br \/>\nnur wenig zugetraut und auch keine Verantwortung<br \/>\n\u00fcbertragen. Motto: Mach das mal zehn Jahre,<br \/>\ndann sprechen wir weiter!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch stelle mir schon die Frage, was Erfahrung \u00fcberhaupt<br \/>\nbedeutet! Ich zum Beispiel habe mit 15 angefangen zu<br \/>\narbeiten und hatte direkt einen Job in einer B\u00e4ckerei. Mit<br \/>\n17, 18 und 19 war ich in einem Start-up t\u00e4tig. Z\u00e4hlt diese<br \/>\nErfahrung nicht mit, um dann vielleicht eine bessere Rolle<br \/>\nzu bekommen? Diese starren, sturen Einstiegsm\u00f6glichkeiten<br \/>\nsind auf jeden Fall eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr<br \/>\nuns junge Leute.\u00ab<\/p>\n<p>\u00c4ltere Menschen haben Angst, dass sie angesichts von Digitalisierung,<br \/>\nkontinuierlichen Ver\u00e4nderungen und Innovationen<br \/>\nnicht mehr mithalten k\u00f6nnen. Sie f\u00fchlen sich bedroht, dass<br \/>\nJ\u00fcngere ihnen den Platz wegnehmen, sie aufs Abstellgleis dr\u00e4ngen<br \/>\nund dass sie im Falle von betriebsbedingten K\u00fcndigungen<br \/>\nmit einem goldenen Handschlag verabschiedet werden.<\/p>\n<p>Auch hierzu zwei Kommentare aus meiner Community:<br \/>\n\u00bbSeit Jahren sprechen wir vom Fachkr\u00e4ftemangel. Trotzdem<br \/>\nfahren Konzerne nach wie vor gro\u00dfe Programme, um mit<br \/>\nVorruhestandsregelungen und Altersteilzeit die Lebensarbeitszeit<br \/>\nzu verk\u00fcrzen, die nachkommende Jahrg\u00e4nge<br \/>\nnicht auffangen k\u00f6nnen oder wollen, rein kapazit\u00e4r, teilweise<br \/>\naber auch, weil die Erfahrung oder das Know-how<br \/>\nfehlt. Arbeitskr\u00e4fte-\u203aImport\u2039 aus dem Ausland ist zwar<br \/>\neine L\u00f6sung, die angeboten wird, um die L\u00fccke zu schlie\u00dfen.<br \/>\nDie fehlen dann aber in anderen L\u00e4ndern \u2026 und motivierend<br \/>\nist das nicht, wenn man k\u00f6nnte und wollte, aber eben<br \/>\nnicht die M\u00f6glichkeit bekommt. In diesem und im n\u00e4chsten<br \/>\nJahrzehnt wird es deutliche Ver\u00e4nderungen geben. Die<br \/>\nAlten werden in der Mehrheit sein \u2013 gesund wie nie zuvor \u2013<br \/>\nund ein gro\u00dfes Potenzial an Arbeitskraft und Energie darstellen.<br \/>\nEs w\u00e4re schon gut, wenn wir das als Gesellschaft<br \/>\ngenerations\u00fcbergreifend hinbekommen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDie wichtigsten Ausschlussgr\u00fcnde und Ablehnungsmotive<br \/>\ngegen 50+ liegen oft im Bereich Arbeitsrecht (\u203aDie werden wir<br \/>\ndann nie wieder los\u2039-Bef\u00fcrchtungen) und Gehalt (\u203aZu teuer<br \/>\nf\u00fcr uns!\u2039). Dazu kommt die Sorge, \u00e4ltere Bewerber h\u00e4tten<br \/>\nsich nicht um ihr Kompetenzportfolio gek\u00fcmmert und wollten bis zur Rente eine ruhige Kugel schieben (\u203aalso mehr Balance als Work\u2039). Alles unbewiesene Vorverurteilungen.\u00ab<\/p>\n<p>Interessant sind in diesem Kontext zwei Umfragen des Berliner<br \/>\nDemografie Netzwerks (ddn) mit folgenden Ergebnissen:<br \/>\n62,1 Prozent der befragten 50- bis 64-J\u00e4hrigen blicken<br \/>\npessimistisch in ihre berufliche Zukunft, sie sehen f\u00fcr<br \/>\nsich kaum noch M\u00f6glichkeiten, bei den \u00fcber 65-J\u00e4hrigen<br \/>\nsind es 63,5 Prozent. Aber auch die Gruppe der 18- bis<br \/>\n29-J\u00e4hrigen kommt auf erschreckende 34,4 Prozent.<br \/>\n85 Prozent der befragten Unternehmen investieren in die<br \/>\nberufliche Weiterbildung ihrer j\u00fcngeren Mitarbeitenden,<br \/>\nf\u00fcr die \u00c4lteren haben jedoch nur 46 Prozent Geld. Daf\u00fcr<br \/>\nkommen die \u00c4lteren bei den Themen \u00bbGesundheitsf\u00f6rderung<br \/>\n\u00ab (60 Prozent) und \u00bbergonomische Gestaltung des<br \/>\nArbeitsplatzes\u00ab (56 Prozent) zum Zug, Themen, die bei<br \/>\nden J\u00fcngeren zumindest nicht unter die Top 6 fallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an einen Workshop in einem Unternehmen mit<br \/>\n1500 Mitarbeitenden. In der Feedbackrunde meldete sich ein<br \/>\nMann zu Wort, seine Ausf\u00fchrungen nicht ohne Wut vortragend:<br \/>\n\u00bbDieser Jugendwahn, diese ganzen Junior-, Talent-,<br \/>\nLeadership- und Exzellenz-Programme, nur f\u00fcr junge<br \/>\nLeute! Auch bei Innovation Labs oder aktuellen<br \/>\nWeiterbildungsthemen ist man komplett au\u00dfen vor.<br \/>\nAlles nur auf die Gen Z zugeschnitten. Ich frage mich<br \/>\nwirklich: Was soll das? Was ist mit mir? Ich bin knapp \u00fcber<br \/>\n50. Ich habe \u00fcber 20 Jahre im Unternehmen gearbeitet.<br \/>\nIch bin auch exzellent und m\u00f6chte Karriere machen!<br \/>\nNur weil ich 50 bin, hei\u00dft es nicht, dass ich jetzt irgendwie<br \/>\nzum alten Eisen geh\u00f6re. Abstellgleis. Endstation.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbPersonaltransformation ist f\u00fcr alle Generationen ein<br \/>\nriesiges Thema. Gerade in der Automobilindustrie. Wir<br \/>\nbefinden uns auf dem Weg vom Verbrenner zur Elektromobilit\u00e4t.<br \/>\nDas bedeutet, wir m\u00fcssen unser Team mit viel<br \/>\nErfahrung reskillen und upskillen, um es auf diesem Weg<br \/>\nmitzunehmen. Generationen\u00fcbergreifendes Arbeiten<br \/>\nwird zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Es ist zu einseitig,<br \/>\nzu sagen: Wir haben genug Nachwuchskr\u00e4fte.\u00ab<br \/>\nDenise Mathieu, Leiterin Diversity Management bei Audi<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Problem ist nur: Der Groll, der sich anstaut, richtet sich meistens<br \/>\ngegen die \u00bbAnderen\u00ab, in diesem Fall gegen die Jungen, die<br \/>\nsich im angestammten Revier breit machen und sich zu viel<br \/>\nherausnehmen. Dabei steckt der Fehler, der beiden gleicherma\u00dfen<br \/>\nschadet, im System und nicht nur wie in diesem Fall das<br \/>\nWeiterbildungs- und Wissensmanagement von Unternehmen<br \/>\nbetrifft. Denn wie bereits angedeutet f\u00e4ngt Altersdiskriminierung<br \/>\nschon beim Recruiting an, bei dem \u2013 zack \u2013 alle Schubladen<br \/>\ngezogen werden.<\/p>\n<p>Machen wir hierf\u00fcr ein kleines Gedankenexperiment. Stellen<br \/>\nwir uns vor, wir sind Personaler*innen und sollen f\u00fcr ein Start-up<br \/>\neine*n neue*n Marketing-Mitarbeitende*n finden. Jeweils drei<br \/>\nLebensl\u00e4ufe liegen uns vor, die Bewerbenden sind 20, 40 und<br \/>\n60 Jahre alt. Wen w\u00fcrden wir vermutlich nicht nehmen undwarum?<br \/>\n\u00bbEigentlich haben wir nur eine ganz kurze Spanne, in<br \/>\nder wir f\u00fcr die Arbeitswelt richtig sind. Weil wir entweder<br \/>\nnoch zu jung und zu unerfahren sind, oder schon<br \/>\nzu alt. Ich denke, wir brauchen eine andere Logik<br \/>\nvon Wirtschaft, in der Menschen viel mehr z\u00e4hlen \u2013<br \/>\nweil das Gef\u00fchl, verkehrt zu sein, einen unglaublichen<br \/>\nDruck aus\u00fcbt. Auf die J\u00fcngeren und auf die \u00c4lteren<br \/>\noftmals noch viel mehr. Gemeinsam sollten wir an<br \/>\neiner Welt arbeiten, in der es sch\u00f6n ist, jung zu sein<br \/>\nund alt zu werden.\u00ab<br \/>\nJulia Post, Mitglied des Bayerischen Landtags (MdL)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus meiner eigenen Erfahrung fliegen bei Start-ups Bewerbende,<br \/>\ndie eine 5 vorne haben, sofort raus. Zu alt, zu unflexibel, zu starr<br \/>\nim Kopf, zu teuer und wenn sie wegen der Kinder ein paar Jahre<br \/>\nzu Hause geblieben sind oder nur Teilzeit gearbeitet haben, zu<br \/>\nweit ab vom Schuss. Aber auch bei den ganz Jungen sind<br \/>\nPer so naler*innen zur\u00fcckhaltend. Flausen im Kopf. Noch nichts<br \/>\nerlebt. Wenn auch formbar. Oftmals f\u00e4llt die Entscheidung z\u00e4hneknirschend<br \/>\nauf eine 40-j\u00e4hrige Person. Weil hoffentlich erfahren,<br \/>\nnoch formbar und jung genug, um sich gerade so<br \/>\neinzuf\u00fcgen. Personaler*innen bei mittelst\u00e4ndischen Unternehmen<br \/>\nund Konzernen entscheiden \u00fcbrigens nicht viel anders. Am<br \/>\nliebsten w\u00e4ren allen 31- bis 35-j\u00e4hrige, weil nicht mehr ganz<br \/>\ngr\u00fcn hinter den Ohren, einigerma\u00dfen formbar und sowohl mit<br \/>\nden J\u00fcngeren als auch \u00c4lteren kompatibel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder wie zwei aus meiner Community schreiben:<br \/>\n\u00bbNat\u00fcrlich, die Jungen werden diskriminiert, weil sie schon<br \/>\nbeim Berufseinstieg Berufserfahrung vorweisen sollen.<br \/>\nDoch die noch gr\u00f6\u00dfere Diskriminierung startet mit Mitte<br \/>\n30, sp\u00e4testens Mitte 40. In einem Alter also, in dem noch<br \/>\nviele Jahre Berufsleben vor einem liegen. Das bedeutet,<br \/>\njede*r von uns muss jahrzehntelang mit Altersdiskriminierung<br \/>\nleben. Ein Riesenproblem, das alle betrifft.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch bin 59 Jahre alt und suche seit 12 Monaten eine \u203amir<br \/>\nentsprechende\u2039 Position. An meiner Energie und Vitalit\u00e4t<br \/>\nkann es nicht liegen. Als Ex-Semi-Radsportler bin ich diesen<br \/>\nSommer, mit nur vorher dreimal laufen, den Halbmarathon<br \/>\nin 1:42 Stunden gelaufen. Dennoch wurde mir in \u00fcber 50 Prozent<br \/>\nder F\u00e4lle mehr oder weniger deutlich gesagt, dass ich<br \/>\ndie Position aufgrund meines Alters nicht bekomme. Interessant<br \/>\nwird es, wenn der Hiring- Manager auch eine 5 vorne<br \/>\nstehen hat. Es zehrt massiv und h\u00e4tte ich nicht 30 Jahre im<br \/>\nVertrieb und Aufbau von Unternehmen mit Niederlagen<br \/>\numgehen gelernt, w\u00fcsste ich nicht, was ich tun w\u00fcrde.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch mir f\u00e4llt ein Erlebnis vor zwei Jahren ein. Die Veranstalter*<br \/>\ninnen eines Kongresses zum Thema \u00bbJugendkultur\u00ab hatten<br \/>\nmich kontaktiert, weil sie JOINT GENERATIONS spannend fanden.<br \/>\nAls sie jedoch erfuhren, dass ich schon Mitte 30 bin, bekam<br \/>\nich wenige Tage sp\u00e4ter folgende Mail:<\/p>\n<p>\u00bbLiebe Ir\u00e8ne Kilubi,<br \/>\nleider k\u00f6nnen wir aufgrund einer Vielzahl von Bewerbungen<br \/>\ndeinen Talk dieses Jahr bei der xxx nicht realisieren.<br \/>\nNimm es uns nicht \u00fcbel, aber wir haben diesmal den noch<br \/>\nj\u00fcngeren Personen den Vortritt auf unsere B\u00fchne gelassen.<br \/>\nWir finden es toll, dass du Br\u00fccken zwischen den Generationen<br \/>\nbaust und sind beeindruckt von deiner Karriere!<br \/>\nVielleicht klappt es beim n\u00e4chsten Mal.\u00ab<\/p>\n<p>Allein mein Alter hat mich rausgekickt! Und das mit Mitte 30!<br \/>\n\u00bb\u00c4ltere Menschen sind langsam, nicht mehr produktiv<br \/>\nund verstehen die neue Zeit nicht mehr. Es gibt viele<br \/>\nAltersstereotypen. Doch das Allerschlimmste ist die<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der Menschen jenseits der<br \/>\n50 nicht mehr stattfinden. Recruiting und Karriere<br \/>\nh\u00f6ren einfach auf. Man ist unsichtbar. Wird lebendig<br \/>\nf\u00fcr tot erkl\u00e4rt. Einfach weg.\u00ab<br \/>\nGerda-Marie Adenau, Global Communications<br \/>\nManagerin bei Siemens AG<\/p>\n<p>Mich treibt dieses Thema um, deswegen m\u00f6chte ich an dieser<br \/>\nStelle thematisch etwas breiter werden. Laut einer Studie der<br \/>\nBertelsmann Stiftung von 2021 klagen 66 Prozent der befragten<br \/>\nUnternehmen \u00fcber einen Fachkr\u00e4fteengpass. Dennoch leisten<br \/>\nwir uns wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich den<br \/>\nLuxus, viele Potenziale nicht zu nutzen. Wir ignorieren nicht nur<br \/>\nMenschen, weil sie vermeintlich zu jung oder zu alt sind.<br \/>\nSondern auch Menschen, die gerne Vollzeit arbeiten w\u00fcrden, aber<br \/>\naufgrund mangelnder Kindertagespl\u00e4tze nur Teilzeit schaffen;<\/p>\n<p>Menschen, die arbeitslos gemeldet sind und laut des<br \/>\nDeutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)<br \/>\nzu 60 Prozent diesen Status am liebsten sofort verlassen<br \/>\nwollen;<\/p>\n<p>Menschen, die sich zu jung f\u00fcr die Rente f\u00fchlen, aber mit<br \/>\nBlick auf steuerliche Abgaben keine finanziellen Anreize<br \/>\nsehen;<\/p>\n<p>Menschen, die wie ich nach Deutschland geflohen sind,<br \/>\naber selbst mit guter Bleibeperspektive nur schwer Zugang<br \/>\nzum Arbeitsmarkt erhalten;<\/p>\n<p>Menschen, die ihre Schulzeit ohne Abschluss beenden<br \/>\nund denen man extra die Hand reichen m\u00fcsste, um<br \/>\nberuflich wie gesellschaftlich Fu\u00df zu fassen.<br \/>\n2021 beendeten in Deutschland 47 500 Sch\u00fcler*innen ihre<br \/>\nSchulzeit ohne Zeugnis in der Tasche, das sind etwas mehr als<br \/>\nsechs Prozent aller gleichaltrigen Jugendlichen. Besonders<br \/>\nbetroffen: junge Menschen mit Migrationshintergrund. Auch<br \/>\nwenn wir diesen Zustand immer wieder beklagen, hat sich an<br \/>\nder Quote seit gut zehn Jahren nichts ver\u00e4ndert, jedes Jahr<br \/>\ndasselbe Debakel. Offen sichtlich f\u00fchlt sich niemand verantwortlich.<br \/>\nIch kann Nicole Hollenbach-Biele, Expertin f\u00fcr Schulforschung<br \/>\nund Schulentwicklung, nur zustimmen, die sagt:<br \/>\n\u00bbAlle Sch\u00fc ler*innen, auch Jugendliche ohne Abschluss, erwerben<br \/>\nim Laufe ihrer Schulzeit eine Vielzahl von fachlichen und<br \/>\n\u00fcberfachlichen Kompetenzen, die \u00fcberhaupt nicht sichtbar<br \/>\nwerden. Dabei w\u00e4ren genau diese Informationen wichtig, um<br \/>\nauch ohne formalen Schulabschluss die Chancen auf eine Ausbildung<br \/>\nzu verbessern.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbEine Leistung wird f\u00fcr mich erst dann zu einer wahren<br \/>\nLeistung, wenn dadurch Dinge in Bewegung geraten. Man<br \/>\nnennt das auch \u203aerweiterten Leistungsbegriff\u2039, also Leistung,<br \/>\ndie ein Engagement f\u00fcr das jeweilige Umfeld, f\u00fcr<br \/>\nsoziale Problemfelder, f\u00fcr L\u00f6sungen gesellschaftlicher<br \/>\nHerausforderungen einschlie\u00dft. Diese Impact Orientierung<br \/>\nsollte bereits bei jungen Menschen angeregt und gef\u00f6rdert<br \/>\nwerden. Das hei\u00dft, nicht nur zu leisten, um zu leisten,<br \/>\nsondern auch einen positiven Beitrag leisten wollen.\u00ab<br \/>\nMareike Martini, Leiterin Netzwerke und<br \/>\nKooperationen bei der IB-Stiftung<\/p>\n<p>Da ich mir sicher bin, dass die meisten von uns eine inklusivere<br \/>\n(Arbeits-)Welt wollen, habe ich mir Gedanken gemacht, was die<br \/>\nGrundsteine f\u00fcr ein nachhaltigeres Generationenmanagement<br \/>\nsind. Herausgekommen sind vier Handlungsfelder, die aus meiner<br \/>\nSicht unabdingbar sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ERSTENS: ANALYSE UND BEKENNTNIS<\/strong><\/p>\n<p>Nur wer sich einen \u00dcberblick \u00fcber die Altersstruktur der eigenen<br \/>\nBelegschaft verschafft, kann klar auf Gegenwart und Zukunft<br \/>\nblicken. Welche Generationen arbeiten in meinem Unternehmen<br \/>\nunter einem Dach, wer trifft in welcher Abteilung aufeinander,<br \/>\nwer wird uns wann verlassen, wer kommt dazu, wo liegen die<br \/>\nheu tigen Knackpunkte und die zuk\u00fcnftigen Herausforderungen?<br \/>\nIm Grunde ist das aber schon Schritt zwei. Denn damit sich aus<br \/>\nden Erkenntnissen konkrete Schritte ableiten lassen, die wirklich<br \/>\neinen Unterschied machen, braucht es vorab die Verankerung<br \/>\nvon Altersdiversit\u00e4t in den Kernwerten des Unternehmens.<br \/>\nHalbherziges Generationenmanagement verh\u00e4rtet die Fronten nur noch mehr.<br \/>\nWir kennen diesen Effekt, er betrifft alle Diversit\u00e4tsthemen. Halb gemacht ist<br \/>\nschlecht gemacht.<\/p>\n<p>Besonders interessant war f\u00fcr mich diesbez\u00fcglich ein Gespr\u00e4ch<br \/>\nmit Sven Lindberg. Der Professor f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t<br \/>\nPaderborn vergleicht Generationenmanagement mit<br \/>\nChangemanagement-Prozessen. Auch hier geht es im Kern darum,\u00a0die Ablehnung gegen\u00fcber etwas Neuem zu durchbrechen.<br \/>\nDer Vorteil: Mit solchen Prozessen kennen wir uns aus, wir wissen,<br \/>\nwas es braucht. Allen voran einen erkl\u00e4rten Willen, ein Klima der<br \/>\nVer\u00e4nderung und die Einbindung der gesamten Organisation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ZWEITENS: AKTIVER UMGANG MIT VORURTEILEN<\/strong><\/p>\n<p>Wie im Intro bereits geschrieben, geh\u00f6ren Vorurteile zum<br \/>\nMensch sein. Wir alle haben sie \u2013 und sie halten sich hartn\u00e4ckig.<br \/>\nSie nicht anzusprechen und unter den Teppich zu kehren, ist ein<br \/>\nschlechter Ansatz. Sie brodeln weiter und bilden einen immer<br \/>\ndickeren Bodensatz. Um sie aufzubrechen, braucht es erstens<br \/>\nMut zur Offenheit: Wer gibt schon gerne zu, Vorurteile zu haben?<\/p>\n<p>Zweitens die M\u00f6glichkeiten, sich in m\u00f6glichst unterschiedlichen<br \/>\nKontexten zu begegnen, sich auszutauschen und zu erleben.<\/p>\n<p>Und drittens: ein Mindestma\u00df an Respekt, Wertsch\u00e4tzung<br \/>\nund Empathie anderen Menschen gegen\u00fcber.<br \/>\n\u00bbOffenheit spielt nat\u00fcrlich eine unglaublich gro\u00dfe<br \/>\nRolle. Wir m\u00fcssen offen sein f\u00fcr das, was j\u00fcngere<br \/>\nund \u00e4ltere Menschen zu sagen haben. Aber nicht<br \/>\nnur im Sinne von: Ich h\u00f6re dir zu. Sondern im Sinne<br \/>\nvon: Ich h\u00f6re dir zu, ich nehme dich wahr, ich mache<br \/>\nmir Gedanken \u00fcber das, was du sagst, ich akzeptiere<br \/>\nund ich toleriere deine Perspektive \u2013 selbst, wenn<br \/>\nsie sich nicht mit meiner deckt.<\/p>\n<p>Das geht tiefer und hat mit einem Wertekanon aus Offenheit, Respekt<br \/>\nund Toleranz zu tun. Wenn wir in einem Team diese drei<br \/>\nWerte leben, k\u00f6nnen wir generations\u00fcbergreifend viel<br \/>\nbesser miteinander arbeiten. Weil wir eben nicht<br \/>\nversuchen, unser Gegen\u00fcber zu \u00fcberzeugen, seine<br \/>\nMeinung zu ver\u00e4ndern oder gar abzublocken: \u203aEy, nee,<br \/>\ndas stimmt so gar nicht mit dem \u00fcberein, was ich zu<br \/>\nsagen habe. Keine Lust. Mit dir kann ich nicht zusammenarbeiten.\u2039<br \/>\nStattdessen lassen wir uns aufeinander<br \/>\nein und finden gemeinsam einen Konsens.\u00ab<br \/>\nMaria M\u00fchlenweg, Entrepreneurship<br \/>\nStudentin an der WHU<\/p>\n<p>Oder wie drei Follower*innen aus meiner Community schreiben:<br \/>\n\u00bbWichtig ist, wie bei ALLEN Vorurteilen: Es ist nicht<br \/>\ntragisch, dass wir die HABEN (denn wir haben sie alle!).<br \/>\nTragisch wird es, wenn man sie nicht reflektiert.\u00ab<br \/>\n\u00bbSo wie ich das wahrnehme, gibt es unter allen Beteiligten<br \/>\nsehr viele Vorurteile und unconscious bias. Es<br \/>\nbr\u00e4uchte einen offenen und wertsch\u00e4tzenden Dialog,<br \/>\nZuh\u00f6ren und Verstehenwollen. Raus aus der Angriffs- und Verteidigungshaltung, hinein in die Bereitschaft,\u00a0gemeinsam ein neues Miteinander zu kreieren.<\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich hat sich ein circa 32-J\u00e4hriger bei mir \u00fcber die<br \/>\nRespektlosigkeit der Azubis beschwert. Anlass der<br \/>\n\u203aAuseinandersetzung\u2039: Die Azubis haben sich \u00fcber die<br \/>\nsexistischen \u00c4u\u00dferungen beschwert, die die \u203a\u00c4lteren\u2039<br \/>\nvon sich gegeben haben, gepr\u00e4gt von einer Zeit, in der<br \/>\nes #metoo noch nicht gab. Man(n) versteht, egal wie alt,<br \/>\ndie Welt nicht mehr. Was galt, gilt heute nicht mehr, was<br \/>\nnicht bedeutet, dass Werte belanglos geworden seien \u2013<br \/>\nim Gegenteil. Aber vielleicht andere, die wichtiger geworden<br \/>\nsind. Unsere Zeit ist so derma\u00dfen im Umbruch,<br \/>\nHierarchien werden auf den Kopf gestellt, sodass es verst\u00e4rkt<br \/>\neine Wertediskussion braucht. Es muss um Haltung<br \/>\ngehen, um Unternehmens- und F\u00fchrungskultur, es<br \/>\nbraucht ein gutes Miteinander, jenseits von den Vorstellungen,<br \/>\ndass es hier um Generationenkonflikte ginge.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAls ich vor 15 Jahren f\u00fcr einen deutschen Automobilhersteller<br \/>\nin den USA gearbeitet habe, war ich fasziniert<br \/>\ndavon, dass einige Vice Presidents \u00fcber 60 und<br \/>\nunser Legal Head \u00fcber 70 waren. Gro\u00dfartige Zeit! Wichtig<br \/>\nist, Alter als Wertsch\u00e4tzung zu verankern und nicht als<br \/>\nMinderwertigkeit.\u00ab<\/p>\n<p>Ein Selbstl\u00e4ufer ist das nicht. Keine Chance. Es reicht nicht,<br \/>\nein nettes Generationen-Caf\u00e9 einzurichten oder ein j\u00e4hrliches<br \/>\nGet-together mit Life-Act und Tamtam. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer*innen,<br \/>\nPersonaler*innen und F\u00fchrungskr\u00e4fte sind gefragt, in F\u00fchrung<br \/>\nzu gehen, Altersdiversit\u00e4t zu managen und Konsistenz<br \/>\nzu beweisen. Dazu geh\u00f6rt, bei Konflikten moderierend einzugreifen,<br \/>\nzu vermitteln, gegebenenfalls Kompromisse zu finden<br \/>\nund bei ver h\u00e4rteten Fronten gegebenenfalls externe Vermittler*<br \/>\ninnen einzuschalten. Auch um zu demonstrieren: Wir<br \/>\nnehmen Altersdiversit\u00e4t ernst. Verdammt ernst. Und sind<br \/>\nbereit, unser eigenes Verhalten und unsere unbewussten Vorurteile<br \/>\nzu hinterfragen: Wen stellen wir ein, wie setzen wir<br \/>\nTeams zusammen, wen f\u00f6rdern wir, wen schonen wir, wen<br \/>\nschicken wir in den Ruhestand, wer f\u00fchlt sich zugeh\u00f6rig, wer<br \/>\nausgeschlossen?<\/p>\n<p>Der Automobilhersteller Audi kam 2022 im Zuge einer internen<br \/>\nAnalyse zu dem Ergebnis, dass sich Zugeh\u00f6rigkeits- und Authentizit\u00e4tsgef\u00fchle<br \/>\nmit dem Alter \u00e4ndern:<br \/>\n\u00bbDie Tendenz ist klar negativ: Je \u00e4lter die Mitarbeitenden werden,<br \/>\ndesto weniger zugeh\u00f6rig und desto weniger in der Lage<br \/>\nf\u00fchlen sie sich, sich selbst authentisch zu zeigen. Der st\u00e4ndige<br \/>\ndemografische Wandel f\u00fchrt dazu, dass sich die Welt mehr und<br \/>\nmehr der j\u00fcngeren Generation zuwendet und es immer wichtiger<br \/>\nwird, Stereotypen und Vorurteile zu bek\u00e4mpfen (\u2026) und die<br \/>\nSingularisierung zu \u00fcberwinden.\u00ab<\/p>\n<p>Besonders wichtig: den Fokus auf die Benefits lenken. Auch<br \/>\nwenn zahlreiche Studien belegen, dass gut gef\u00fchrte, altersheterogene<br \/>\nTeams besser performen, weil sie unter anderem<br \/>\ninnovativer und stressresistenter sind, m\u00fcssen Mitarbeitende<br \/>\nsich die Vorteile aktiv vor Augen f\u00fchren: Stimmt, die Zusammenarbeit<br \/>\nwar richtig gut, besser als gedacht. Ich werde geh\u00f6rt,<br \/>\nich bin gefragt. Mit der Zeit bilden sich neue Narrative<br \/>\nheraus und lassen Vorurteile verblassen. Oder wie ein*e Follower*<br \/>\nin schreibt:<br \/>\n\u00bbMan darf die Altersgruppe nicht isoliert betrachten,<br \/>\nwenn wir in einer Welt weiterleben wollen, die inklusiv,<br \/>\ngleichberechtigt und zukunftsorientiert sein soll.<br \/>\nKeine Gruppe kann es alleine schaffen. Was sich auch<br \/>\nim Hier und Jetzt manifestiert.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DRITTENS: UNTERNEHMENSTORE \u00d6FFNEN<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen sie t\u00e4glich lesen: Stellenausschreibungen, die mehr<br \/>\nabschrecken als motivieren. Beispielsweise durch \u00fcberzogene<br \/>\nAnforderungen (x Auslandsaufenthalte, x Jahre Berufserfahrung,<br \/>\nx Fremdsprachen flie\u00dfend in Wort und Schrift, gerne noch x<br \/>\nWeiterbildung \u2026) oder ausgrenzende Beschreibungen wie \u00bbhoch<br \/>\nmotiviertes, dynamisches Team\u00ab, \u00bberfahrene Mannschaft\u00ab oder<br \/>\n\u00bbWir sind jung, aufgeschlossen und per du\u00ab. Inzwischen lassen<br \/>\nUnternehmen gr\u00f6\u00dfere Sorgfalt walten, da die Sensibilit\u00e4t steigt<br \/>\nund vermehrt Klagen gegen Verst\u00f6\u00dfe des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes<br \/>\neingereicht werden, welches besagt,<br \/>\ndass Stellenausschreibungen, Anforderungen an Bewerbungsunterlagen<br \/>\nund Auswahlverfahren grunds\u00e4tzlich diskriminierungsfrei<br \/>\nausgestaltet sein m\u00fcssen (\u00a7\u00a7 7Abs. 1 und 11 AGG).<br \/>\nUnd dennoch herrscht wie bereits geschrieben Ungleichheit.<br \/>\n\u00bbViele Jahre haben wir 80 Prozent unserer eigenen Mitarbeitenden<br \/>\ndirekt von den Hochschulen rekrutiert und<br \/>\nin puncto Vertrieb oder Recruiting selbst ausgebildet \u2013<br \/>\ndas war unser Erfolgsrezept. Heute kommen nicht mehr<br \/>\nso viele Leute von den Unis, die Vertrieb oder Recruiting<br \/>\nmachen m\u00f6chten. Wir m\u00fcssen uns f\u00fcr Quereinsteiger*innen<br \/>\n\u00f6ffnen, die \u00e4lter sind als Mitte 20.<\/p>\n<p>Bei der Vermittlung von Menschen an andere Unternehmen \u2013 unserem<br \/>\nKerngesch\u00e4ft \u2013 bemerken wir, wie schwer es vielen noch<br \/>\nf\u00e4llt, nicht die eierlegende Wollmilchsau einzustellen.<br \/>\nGerade Menschen \u00fcber 50 kommen f\u00fcr Festanstellungen<br \/>\nso gut wie gar nicht in Betracht. In Zukunft wird sich das<br \/>\nkein Unternehmen mehr leisten k\u00f6nnen. Wer seine Positionen<br \/>\nbesetzen und wettbewerbsf\u00e4hig bleiben m\u00f6chte,<br \/>\nmuss alle Generationen in Betracht ziehen.\u00ab<br \/>\nMichaela Jaap, Head of<br \/>\nCorporate Culture &amp; Responsibility, Hays AG<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr mich setzen sowohl Stellenausschreibungen als auch Bewerbungsgespr\u00e4che<br \/>\nvoraus, dass Recruiter*innen f\u00fcr das Thema<br \/>\n\u00bbAltersdiskriminierung\u00ab sensibilisiert sind, ihre Worte feinf\u00fchlig<br \/>\nzu w\u00e4hlen wissen und idealerweise den Rekrutierungsprozess<br \/>\nin einem altersgemischten Team verantworten. Zu Beginn des<br \/>\nProzesses sollten sie sich dar\u00fcber klar werden, welche Bewerbenden<br \/>\nsie bewusst oder unbewusst bevorzugen. Es ist ein offenes<br \/>\nGeheimnis, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte und Personaler*innen<br \/>\noftmals Menschen den Vortritt geben, die ihnen \u00e4hnlich sind.<br \/>\nWeil sie auf derselben Universit\u00e4t studiert haben, gleiche Hobbys<br \/>\nverfolgen, \u00e4hnliche Kleidung tragen oder dem eigenen<br \/>\nSch\u00f6nheitsideal entsprechen. \u00bbKleine Mini-Mes\u00ab, wie Annahita<br \/>\nEsmailzadeh, F\u00fchrungskraft bei Microsoft, dazu sagt. Die<br \/>\nKonsequenz lautet: Homogenit\u00e4t statt Vielfalt. Zudem muss<br \/>\nheraus arbeitet werden, welche Anforderungen f\u00fcr die zu<br \/>\nbesetzende Stelle tats\u00e4chlich essenziell sind. Oftmals sind<br \/>\nakademische Abschl\u00fcsse oder Fremdsprachenkenntnisse auf<br \/>\nTop-Niveau irrelevant, ohne Not grenzt man den Pool an potenziellen<br \/>\nMitarbeitenden ein.<\/p>\n<p>Altersdiverses Recruiting erfordert au\u00dferdem, nicht nur die Kan\u00e4le<br \/>\nder Generation Y und Z zu bedienen, sondern alle Menschen<br \/>\nzielgruppengerecht anzusprechen. Blogs, Foren, Chats und Aufrufe<br \/>\n\u00fcber Facebook und X sind unabdingbar. Auch Instagram<br \/>\nwird immer wichtiger. Eine Landing Page mit Gamification-<br \/>\nElementen gibt dem Ganzen eine interaktive Note. Und auch<br \/>\nherk\u00f6mmliche Medien wie Zeitungen und Zeitschriften m\u00fcssen<br \/>\nbedient werden, bei lokalem Bezug kann auch ein Aushang<br \/>\nim Supermarkt eine gute Idee sein.<\/p>\n<p>Ihr seht, eurer Kreativit\u00e4t sind keine Grenzen gesetzt. Wer jedoch<br \/>\n2024 immer noch so rekrutiert wie 2014 oder 2004, wird<br \/>\n\u00fcber kurz oder lang selbst im Abseits stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VIERTENS: DAS RECHT AUF LEBENSLANGES LERNEN F\u00dcR ALLE<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl der gesellschaftliche als auch der technologische Wandel<br \/>\nvollzieht sich immer schneller, gerade die rasante Entwicklung<br \/>\nauf dem Gebiet \u00bbK\u00fcnstliche Intelligenz\u00ab erh\u00f6ht noch<br \/>\nein mal mehr das Tempo. Umso wichtiger wird es f\u00fcr Arbeitnehmende,<br \/>\nsich w\u00e4hrend ihrer gesamten beruflichen Laufbahn<br \/>\nweiterzubilden und zu entwickeln. Der Wille ist bei Unternehmen<br \/>\nda, doch oftmals hapert es an der Umsetzung und an der<br \/>\nMotivation der Mitarbeitenden. Um hier mehr Dynamik reinzubekommen,<br \/>\nm\u00fcssen wir aufh\u00f6ren, Schulungen nach dem Gie\u00dfkannen-<br \/>\nPrinzip zu verteilen. Sondern Mitarbeitende unabh\u00e4ngig<br \/>\nihres Alters punktgenau f\u00f6rdern. Wo liegen ihre bekannten und<br \/>\nvielleicht noch v\u00f6llig unbekannten St\u00e4rken, in welche Richtung<br \/>\nwollen sie sich weiterentwickeln, welche Trainings, Webinare,<br \/>\nberufsbegleitende Ausbildungen, Hospitationen, Mentorenprogramme<br \/>\noder Netzwerkveranstaltungen machen wirklich Sinn?<br \/>\nStudien zeigen, dass gerade \u00e4ltere Mitarbeitende eine hohe<br \/>\nLernbereitschaft aufbringen, wenn sie das Gef\u00fchl haben: Das<br \/>\nerweitert meinen Horizont.<\/p>\n<p>\u00bbWir haben es mit einer unglaublichen Ignoranz zu tun.<br \/>\nEntscheider in Politik und Wirtschaft machen sich nicht<br \/>\ndie M\u00fche, sich mit dem Thema \u203aLernen im Alter\u2039 zu besch\u00e4ftigen.<br \/>\nDa fehlt es auch an grundlegenden Kenntnissen<br \/>\naus der Hirnforschung: Wie lernen Menschen und<br \/>\nwie kann man ihre Lernf\u00e4higkeit bewahren? Insofern gab<br \/>\nes bis vor kurzem viele Unternehmen, die mit Damen und<br \/>\nHerren ab 55 keine Mitarbeitergespr\u00e4che mehr gef\u00fchrt<br \/>\nhaben, weil \u203adie ja eh nicht mehr lange bei uns sind\u2039. Inzwischen<br \/>\nsteigt in Deutschland und anderen europ\u00e4ischen<br \/>\nL\u00e4ndern die Zahl der Besch\u00e4ftigten jenseits<br \/>\nder 60. Nicht nur weil Menschen l\u00e4nger arbeiten k\u00f6nnen<br \/>\nund wollen, sondern auch die Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber<br \/>\nihrer Arbeitsleistung steigt. Wobei ich ungern \u00c4ltere sage,<br \/>\nes sind f\u00fcr mich Professionals mit einer super Lebens- und<br \/>\nBerufserfahrung. Wir m\u00fcssen das ganze Thema ganz<br \/>\nanders kommunizieren.\u00ab<br \/>\nRudolf Kast, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter bei<br \/>\nDie Personalmanufaktur, bis 2022 Vorsitzender bei<br \/>\nDas Demographie Netzwerk (ddn e. V.)<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch, Job-Profile besser als bisher in einzelne Skills<br \/>\nzu zerlegen. Wir alle wissen: Titel wie Marketing-Expert*in oder<br \/>\nBackend-Developer*in sagen nicht viel aus, hinter jeder Jobbezeichnung<br \/>\nsteht ein Mensch mit ganz individuellen F\u00e4higkeiten.<br \/>\nNehmen wir als Beispiel die Kommunikationsprofis in<br \/>\nmeinem Team: Wer unter Vier Augen gute Interviews f\u00fchren<br \/>\nkann, moderiert nicht automatisch ein Panel souver\u00e4n. Wer<br \/>\nlange Fachbeitr\u00e4ge verfassen kann, findet nicht unbedingt die<br \/>\nrichtigen Worte f\u00fcr kurze Social-Media-Posts. Die Kunst ist es,<br \/>\njede*n optimal einzusetzen, Kompetenzen zuzuspitzen statt zu<br \/>\nverw\u00e4ssern. Oder wie es so sch\u00f6n hei\u00dft: Individuals need to be<br \/>\nspiky and teams well-rounded.<\/p>\n<p>\u00bbAm wichtigsten ist es, Lernf\u00e4higkeit zu produzieren.<br \/>\nDenn wenn ein Mensch lernf\u00e4hig ist, immer wieder seine<br \/>\nKomfortzone verl\u00e4sst und sich in andere Konstellationen<br \/>\nbeziehungsweise Aufgaben pusht, bleibt er relevant.<br \/>\nWobei dieser Prozess immer im Kontext stehen muss, in<br \/>\nwelche Richtung sich die Welt bewegt. Um das Thema<br \/>\n\u203aDigitalisierung\u2039 kommt niemand herum, das d\u00fcrfen wir<br \/>\nnicht ignorieren. Es durchdringt alle Lebensbereiche.\u00ab<br \/>\nAna-Cristina Grohnert, Topmanagerin, Autorin,<br \/>\nFounding Partner Score4Impact, ehemalige<br \/>\nVorstandsvorsitzende Charta der Vielfalt e. V.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise wird der Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz das<br \/>\nSkill-Management von Unternehmen revolutionieren. Start-ups<br \/>\nsind dabei, Skill Gaps anhand von gamifizierten Mitarbeitendenbefragungen<br \/>\nzu ermitteln und daraus Weiterbildungsma\u00dfnahmen<br \/>\nabzuleiten. Oder L\u00f6sungen zu entwickeln, um in einem<br \/>\nersten Schritt die oftmals unbekannten Talente, F\u00e4higkeiten<br \/>\nund Neigungen von Mitarbeitenden zu identifizieren und in<br \/>\neinem zweiten Schritt aus einer Vielzahl an nationalen und internationalen<br \/>\nWeiterbildungsangeboten passgenaue Einheiten herauszufiltern.<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne daran: Facettenreichere Skill-Profile erzeugen facettenreichere<br \/>\nKarrierewege \u2013 das empowert nicht nur Mitarbeitende,<br \/>\ndie viel zu oft das Gef\u00fchl haben, festzustecken und sich<br \/>\nmit ihren eigentlichen Talenten nicht wirklich einbringen zu<br \/>\nk\u00f6nnen. Sondern st\u00e4rkt auch die Beziehung zwischen Arbeitnehmer*<br \/>\ninnen und Arbeitgeber sowie Kolleg*innen. Jede*r f\u00fchlt<br \/>\nsich gesehen, gewertsch\u00e4tzt, in seiner*ihrer Kraft. Ich muss nicht<br \/>\nerst sagen, dass sich auch das auf die Qualit\u00e4t der Arbeit auswirkt.<br \/>\nPassion meets Performance.<\/p>\n<p>Es kommt unweigerlich zu einem Prozess, bei dem wir verlernen<br \/>\nund lernen. Wir verlernen, vorschnell zu urteilen: Das ist ein guter<br \/>\nKommunikationsprofi, weil er gut schreiben kann. Das ist<br \/>\nein schlechter Kommunikationsprofi, weil er schlecht ins<br \/>\nMikro sprechen kann.<br \/>\nWir lernen, genauer hinzusehen: Welche St\u00e4rken bringt<br \/>\nein Mensch mit, welche T\u00e4tigkeiten liegen ihm besser<br \/>\nals anderen, was tr\u00e4gt er zum Gelingen eines Projektes<br \/>\nbei?<\/p>\n<p>Dieser differenzierte Blick ist \u00fcbrigens wichtig, um die Zukunftsaussichten<br \/>\nder eigenen T\u00e4tigkeit realistischer einsch\u00e4tzen zu<br \/>\nk\u00f6nnen: Welche Aspekte werden aufgrund von Automatisierung,<br \/>\nDigitalisierung und K\u00fcnstlicher Intelligenz wegfallen, auf welche<br \/>\nsollte ich mich besonders konzentrieren, weil auch morgen und<br \/>\n\u00fcbermorgen relevant?<\/p>\n<p>Analysieren. Sich mit den eigenen Vorurteilen<br \/>\nauseinandersetzen. Die T\u00fcren \u00f6ffnen. Und die Menschen, die dann<br \/>\neintreten, willkommen hei\u00dfen und bestm\u00f6glich f\u00f6rdern. Im Grunde ist das<br \/>\ndie Blaupause zur Bek\u00e4mpfung\u00a0jeglicher Form von Diskriminierung.<br \/>\nNur leider bleiben wir oftmals bei der Analyse stecken. Oder<br \/>\n\u00f6ff nen nur die T\u00fcren, ohne \u00fcber die Frage \u00bbUnd dann?\u00ab nachzuden<br \/>\nken. Das eine bedingt das andere. Alles andere bleibt<br \/>\nFlickwerk.<\/p>\n<p>\u00bbEs reicht nicht, Leute zusammenzuw\u00fcrfeln. Man muss<br \/>\ngewillt sein, das Beste aus einer Diversit\u00e4t herauszuholen,<br \/>\ndas Potenzial. Das geht nur, wenn sich Menschen<br \/>\naufeinander einlassen und diverse Perspektiven zulassen.<br \/>\nLetztlich ist es eine Frage von Empathie und<br \/>\nemotionaler Intelligenz.\u00ab<br \/>\nSven Lindberg, Professor f\u00fcr Psychologie<br \/>\nan der Universit\u00e4t Paderborn<\/p>\n<p>Noch ein Tipp. Sven Lindberg hat uns geraten, uns an gut<br \/>\nstrukturierten Changemanagement-Prozessen zu orientieren.<br \/>\nIch w\u00fcrde erg\u00e4nzen, warum nicht auch unsere Strategie, wie wir<br \/>\ninzwischen mit externen Kund*innen interagieren, auf interne<br \/>\nKund*innen, also unsere Mitarbeitenden, \u00fcbertragen?<\/p>\n<p>Social Media hat die Art und Weise, wie wir mit der Au\u00dfenwelt in<br \/>\nKontakt treten, grundlegend ver\u00e4ndert und uns gezeigt, welche<br \/>\nBegriffe entscheidend sind: Nahbarkeit, Konsistenz und Identifikation.<br \/>\nAls Methode hat sich Social Listening etabliert. Unternehmen<br \/>\nhalten sich dort auf, wo sich ihre Kund*innen befinden,<br \/>\nh\u00f6ren ihnen zu, reagieren auf ihr Feedback, nehmen ihre Bed\u00fcrfnisse<br \/>\nwahr und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Auch<br \/>\nf\u00fcr ein smartes Miteinander der Generationen w\u00e4re das ein<br \/>\nsehr guter Anfang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>GENERATIONENTRAINING, <\/strong><\/p>\n<p><strong>FOLGE 1, <\/strong><strong>PARKBANK<\/strong><\/p>\n<p>Als Kind habe ich meine Mutter oft von ihrer Arbeit im Seniorenheim<br \/>\nabgeholt. Manchmal musste ich warten und setzte<br \/>\nmich auf die Bank in der N\u00e4he des Eingangs. Ich beobachtete<br \/>\ndie Bewohner*innen, die mit ihrem Rollator \u00fcber die Pflastersteine<br \/>\nruckelten und fragte mich, was ich als Direktorin des<br \/>\nHeims ver\u00e4ndern w\u00fcrde, um ihre Situation zu verbessern. Manche<br \/>\nsetzten sich zu mir und wir kamen ins Gespr\u00e4ch. Wenn andere<br \/>\nKinder an uns vorbeiliefen, merkte ich, wie \u00e4hnlich<br \/>\nes uns ergeht. Wir alle wurden geh\u00e4nselt: Die Alten, weil sie<br \/>\nalt waren, ich, weil ich Schwarz war. Den Wunsch dazu zugeh\u00f6ren,<br \/>\ntrugen wir gleicherma\u00dfen in uns. Heute setze ich mich ab und<br \/>\nan in den Park und beobachte alte Menschen.<br \/>\nWelche Herausforderungen und Schwierigkeiten haben<br \/>\nsie zu meistern?<br \/>\nWas verr\u00e4t ihr Gesichtsausdruck \u00fcber ihren Gem\u00fctszustand?<br \/>\nWie blicken sie auf ihr Leben zur\u00fcck?<\/p>\n<p>Ich kann diese \u00dcbung nur empfehlen. Es sind gut investierte<br \/>\nMinuten. Denn sie sch\u00e4rfen unseren Blick. Sowohl f\u00fcr die<br \/>\nBed\u00fcrfnisse anderer als auch f\u00fcr die eigenen Vorurteile.<br \/>\nWas denke ich, wenn ich einen alten Menschen sehe?<br \/>\nWie offen und vorurteilsfrei kann ich ihm begegnen?<br \/>\nUnd: Was w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, wenn ich selbst einmal<br \/>\nzu den Alten geh\u00f6re?<br \/>\nGenauso kann man in der S-Bahn eine Gruppe Jugendlicher<br \/>\nbeobachten, wie sie interagieren \u2013 welche Gedanken<br \/>\nsausen einem durch den Kopf?<br \/>\nKann ich mich an meine Jugendzeit erinnern? Wie hat sie<br \/>\nsich angef\u00fchlt?<br \/>\nWas hat mich an \u00bbden Alten\u00ab genervt, was h\u00e4tte ich<br \/>\nvon ihnen gebraucht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>GENERATIONENTRAINING<\/strong><\/p>\n<p><strong>FOLGE 2\u00a0 JOBCRAFTING<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn ich beobachte, dass wir in Deutschland noch<br \/>\nnicht so weit sind, m\u00f6chte ich euch das Konzept des Jobcrafting<br \/>\nwenigstens kurz vorstellen. Es geht darum, dass<br \/>\nMitarbeitende ihren Job gem\u00e4\u00df ihren individuellen St\u00e4rken,<br \/>\nBed\u00fcrfnissen und Interessen umformen und proaktiv<br \/>\nmitgestalten k\u00f6nnen. Nicht nur, was den Arbeitsplatz betrifft,<br \/>\nsondern auch die T\u00e4tigkeit (welche Aufgabe, welche<br \/>\nRolle m\u00f6chte ich wie erf\u00fcllen, was liegt mir, was liegt mir<br \/>\nnicht?) und das Arbeitsumfeld (mit wem m\u00f6chte ich wie<br \/>\ninteragieren, mit welcher Person m\u00f6chte ich mehr arbeiten,<br \/>\nmit welcher weniger?). Im Grunde machen Menschen das automatisch. Sie bestimmen, welche Aufgaben sie als erstes<br \/>\nerledigen und welche sie erst einmal liegen lassen.<br \/>\nGenauso hegen sie Sympathien beziehungsweise Antipathien gegen\u00fcber bestimmten Kolleg*innen und verhalten sich dementsprechend.<\/p>\n<p>Jobcrafting wei\u00df dieses Ph\u00e4nomen zu nutzen und die<br \/>\nSt\u00e4rken seiner Mitarbeitenden zu f\u00f6rdern, die Motivation<br \/>\nzu steigern und die Arbeitsf\u00e4higkeit bis ins hohe Alter aufrechtzuerhalten.<br \/>\nDaf\u00fcr ist es wichtig, Jobcrafting als<br \/>\nstrukturierten Prozess zu verstehen, der im besten Fall<br \/>\nbeim Onboarding beginnt und mit dem Offboarding endet.<br \/>\nMeine Erfahrung: Nicht immer ist alles m\u00f6glich, es ist ein<br \/>\nst\u00e4ndiger Aushandlungsprozess innerhalb von Abteilungen<br \/>\nund Teams. Wenn Mitarbeitende bestimmte Aufgaben nicht<br \/>\nmachen m\u00f6chten, muss es jemanden geben, der sie stattdessen<br \/>\n\u00fcbernimmt. Und doch ist oftmals wesentlich mehr<br \/>\nGestaltungsfreiheit m\u00f6glich, als man anfangs meint. Die<br \/>\nUniversit\u00e4t St. Gallen hat den Jobcrafting-Prozess in<br \/>\nfolgende Schritte unterteilt:<\/p>\n<p>1. Aufgaben analysieren<\/p>\n<p>2. Eigene St\u00e4rken identifizieren<\/p>\n<p>3. Ist-Zustand analysieren<\/p>\n<p>4. Job-Crafting-Ziele definieren<\/p>\n<p>5. Abstimmung im Team<\/p>\n<p>6. Jobcrafting umsetzen<\/p>\n<p>7. Prozess reflektieren und verstetigen<br \/>\nImmer und immer wieder.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrdest du sofort ver\u00e4ndern, wenn Jobcrafting in deinem Unternehmen<br \/>\nbereits gelebt werden w\u00fcrde? Drei Ideen, drei Begr\u00fcndungen. Kurz und pr\u00e4gnant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 class=\"ProductMeta__Title Heading u-h2\"><strong>Ir\u00e8ne Kilubi: <\/strong>&#8222;Du bist mehr als eine Zahl. Warum das Alter keine Rolle spielt&#8220; &#8211; 25 Euro, 282 Seiten, Murmann Verlag<\/h1>\n<p><a href=\"https:\/\/www.murmann-verlag.de\/products\/du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt\">Du bist mehr als eine Zahl. Warum das Alter keine Rolle spielt \u2013 Murmann Verlag (murmann-verlag.de)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-684085\" class=\"post-684085 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-fragebogennahaufnahme tag-alixpartners tag-andreas-rueters tag-fragebogen-nahaufnahme tag-personality-fragebogen\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<footer id=\"colophon\" role=\"contentinfo\">\n<div id=\"vhb-footer\"><\/div>\n<\/footer>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Ir\u00e8ne Kilubi: \u201eDu bist mehr als eine Zahl \u2013 Warum das Alter keine Rolle spielt\u201c &nbsp; Ir\u00e8ne Kilubi: &#8222;Du bist mehr als eine Zahl. Warum das Alter keine Rolle spielt&#8220; &#8211; 25 Euro, 282 Seiten, Murmann Verlag.\u00a0Du bist mehr &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/04\/02\/buchauszug-irene-kilubi-du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[11805,1890,11804,2412],"class_list":["post-684076","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt","tag-buchauszug","tag-irene-kilubi","tag-murmann-verlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/684076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=684076"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/684076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":684147,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/684076\/revisions\/684147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=684076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=684076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=684076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}