{"id":683718,"date":"2024-01-09T10:48:45","date_gmt":"2024-01-09T09:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=683718"},"modified":"2024-01-09T10:54:10","modified_gmt":"2024-01-09T09:54:10","slug":"buchauszug-bodo-janssen-das-neue-fuehren-fuehren-und-sich-fuehren-lassen-in-zeiten-der-unvorhersehbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/01\/09\/buchauszug-bodo-janssen-das-neue-fuehren-fuehren-und-sich-fuehren-lassen-in-zeiten-der-unvorhersehbarkeit\/","title":{"rendered":"Buchauszug Bodo Janssen: &#8222;Das neue F\u00fchren.\u00a0F\u00fchren und sich f\u00fchren lassen in Zeiten der Unvorhersehbarkeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Bodo Janssen: &#8222;Das neue F\u00fchren.\u00a0F\u00fchren und sich f\u00fchren lassen in Zeiten der Unvorhersehbarkeit&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_683719\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-683719\" class=\"size-full wp-image-683719\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/janssen.Bodo-Janssen-Melina-Moersdorf-Photography-6644_quer-003.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/janssen.Bodo-Janssen-Melina-Moersdorf-Photography-6644_quer-003.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/janssen.Bodo-Janssen-Melina-Moersdorf-Photography-6644_quer-003-300x210.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/janssen.Bodo-Janssen-Melina-Moersdorf-Photography-6644_quer-003-428x300.jpg 428w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-683719\" class=\"wp-caption-text\">Bodo Janssen (Foto: PR\/Ariston)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bewusstsein schaffen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neue Arbeit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stell dir vor, du gehst zur Arbeit und wirst gesund<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dem Film Die stille Revolution formuliert Frithjof Bergmann, Philosoph und Begr\u00fcnder der New-Work-Bewegung, folgende Anforderungen an die Zukunft der Arbeitswelt: \u00bbSo wie wir die Welt sehen, braucht die Welt eine Vielzahl von Zentren neuer Arbeit! In denen Menschen den Willen und auch die Ausbildung haben, um andere dabei zu unterst\u00fctzen, eine Antwort auf folgende Frage zu finden: Was ist das, was ich auf dieser Erde wirklich, wirklich will. Wirklich, wirklich wollen hie\u00dfe etwas ganz anderes als die Jobarbeit. Das genaue Gegenteil von Jobarbeit. Nicht Arbeit, die wir als milde Krankheit erleben, und ich w\u00fcrde sagen, fast jede Jobarbeit ist wie eine milde Krankheit. Nicht Krebs, sondern so etwas wie eine Erk\u00e4ltung, von der man sagt, von Mittwoch bis Freitag halte ich das schon aus. Und das ist ja auch das, was man \u00fcber die Arbeit sagt, von Mittwoch bis Freitag halte ich das schon irgendwie bis zum Ruhestand aus \u2026 Die Zukunft der Gesellschaft wird eine sein, in der alles alles st\u00e4rkt! Vom Kindergarten an. St\u00e4rkt Menschen! Das ist das, was wir brauchen!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Intention des am 23. Mai 2021 verstorbenen Philosophen geht es bei New Work um wesentlich mehr als das, was viele F\u00fchrungskr\u00e4fte, Berater und Personalentwickler in die Bewegung hineininterpretiert haben, etwa Scrum, Agility, flexible Arbeitszeiten, transparente Geh\u00e4lter oder eine Vier-Tage-Woche. Bergmann verstand F\u00fchrung und Arbeit als etwas, was mir dabei helfen soll, herauszufinden, was ich im Leben wirklich will. Eine Methode wie Scrum (engl. f\u00fcr \u00bbGedr\u00e4nge\u00ab), die f\u00fcr Projektmanagement steht, hat nichts mit New Work im urspr\u00fcnglichen Sinn zu tun, solange sie daf\u00fcr genutzt wird, um die Produktentwicklungen effizienter zu gestalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gleiche gilt f\u00fcr Agility. Wird agiles Arbeiten nur dazu verwendet, Umsetzungsprojekte durch k\u00fcrzere Entwicklungsprozesse kosteng\u00fcnstiger zu gestalten, haben die Auftraggeber ihre Berater, Coaches und Trainer einzig vor den Karren der Gewinnmaximierung, Transformationsbeschleunigung oder Marktbehauptung gespannt. All das ist okay, aber es hat dann nicht mehr viel mit den Beweggr\u00fcnden des New-Work-Gr\u00fcnders zu tun. Denn wenn hinter flexiblen Arbeitszeiten, einer Vier-Tage- Woche oder der Zurverf\u00fcgungstellung von firmeneigenen Workation-Angeboten, bei denen ortsunabh\u00e4ngig gearbeitet werden kann, das Motiv steht, Mitarbeiter zufriedener zu machen und sie an das Unternehmen zu binden, so hat das genauso wenig mit dem urspr\u00fcnglichen Geist von New Work zu tun und f\u00e4llt wohl eher in die Kategorie: \u00bbGl\u00fcckliche K\u00fche geben mehr Milch!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>New Work beschreibt Arbeit als Mittel zum Zweck daf\u00fcr, Selbsterkenntnis zu erlangen. Doch die von vielen Beratern als New Work verkauften Methoden und Instrumente erf\u00fcllen maximal den Anspruch eines zeitgem\u00e4\u00dfen Managements, nicht aber den an die St\u00e4rkung des Menschen an sich, so wie Bergmann es vertrat. Denn wenn es darum geht, herauszufinden, was ich wirklich will, f\u00fchrt kein Weg an der Selbsterkenntnis vorbei. Und erst die Erkenntnis dar\u00fcber, wer ich bin und was zu meinem Leben passt, kann tats\u00e4chlich zu gr\u00f6\u00dferer Zufriedenheit und Produktivit\u00e4t f\u00fchren. Alles andere kratzt nur an der Oberfl\u00e4che. Tiefergehender und nachhaltiger wird es, wenn wir die Zeit unserer Arbeit auch als M\u00f6glichkeit verstehen, herauszubekommen, wer wir sind, was wir k\u00f6nnen und was wir tats\u00e4chlich wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Berufung ist das, was mir meine innere Stimme zuruft<\/strong><\/p>\n<p>Aristoteles meinte: \u00bbWo sich deine Talente mit den Bed\u00fcrfnissen der Welt kreuzen, dort liegt deine Berufung.\u00ab In diesem Sinn hat Berufung nichts Elit\u00e4res, sondern etwas, das auf jeden Menschen zutrifft. Und wenn ich auf den nunmehr seit \u00fcber zw\u00f6lf Jahren andauernden Upstalsboom-Weg schaue, beschreibt dieser den vom Beruf zur Berufung. Das ist das, worum es bei uns im Unternehmen seit 2011 geht. Berufung oder das Gef\u00fchl, sich zu etwas berufen zu f\u00fchlen, ist jedoch nichts, was ich mir als Antwort im Kopf zurechtlegen kann, sondern es entsteht aus einer Erfahrung heraus, die ich mache, indem ich etwas tue und ausprobiere. Und irgendwann macht es klick \u2013 und es entsteht ein Gef\u00fchl, das nur entstehen kann, wenn sich Kopf, Herz und Bauch im Einklang befinden und \u00fcber das ich dann denke: Wow, das f\u00fchlt sich gerade an wie die Antwort auf eine Frage, die ich mir ein Leben lang gestellt habe. In diesem Moment bin ich im Flow, beschrieben wurde dies von dem ungarischen Psychologen Mih\u00e1ly Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi. Das Flow- Erleben schenkt mir Energie, anstatt dass es mich Energie kostet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-683720\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/cover.Janssen_Das_neue_Fuehren_300dpi-003.jpg\" alt=\"\" width=\"407\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/cover.Janssen_Das_neue_Fuehren_300dpi-003.jpg 407w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2024\/01\/cover.Janssen_Das_neue_Fuehren_300dpi-003-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.penguin.de\/Buch\/Das-neue-Fuehren\/Bodo-Janssen\/Ariston\/e616624.rhd\"><strong>Bodo Janssen: &#8222;Das neue F\u00fchren. F\u00fchren und sich f\u00fchren lassen in Zeiten der Unvorhersehbarkeit&#8220;. Ariston Verlag, 224 Seiten, 23,&#8211; Euro<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>(Sinn-)Erfahrungsort Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Was uns vor der \u00bbmilden Krankheit\u00ab, wie Frithjof Bergmann es nannte, bewahrt, ist das Bewusstsein, dass Arbeit nicht nur dazu dient, Geld zu verdienen (das w\u00e4re f\u00fcr ihn die Jobarbeit), sondern auch dazu, uns selbst kennenzulernen und das, was uns wichtig ist, zu verwirklichen. Gerade bei Mitarbeitern j\u00fcngerer Generationen erlebe ich, dass sie nicht mehr bereit sind, den Gro\u00dfteil ihres Lebens darauf zu verwenden, Geld zu verdienen. Ihnen kommt es darauf an, etwas Sinnvolles zu tun. Nicht Geldeinheiten, sondern Einheiten sinnvoller Arbeit sind die W\u00e4hrung, in der viele j\u00fcngere Menschen rechnen. Und wenn ein Unternehmen ihnen nichts Sinnvolles anzubieten hat, versuchen sie die Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen, dass das, was sie wirklich wollen, in ihrer Freizeit m\u00f6glich wird. Und so wunderte es mich \u00fcberhaupt nicht, als mich vor drei Jahren im Rahmen einer meiner Klosterkurse ein Unternehmer voller Verzweiflung ansprach: \u00bbBodo, was mach ich denn blo\u00df, wenn ich Mitarbeiter nicht mehr mit Geld dazu motivieren kann, in mein Unternehmen zu kommen und zu bleiben und ein paar \u00dcberstunden zu \u00fcbernehmen. Die Auftr\u00e4ge m\u00fcssen doch abgearbeitet werden. Und ich w\u00e4re bereit, diesen Menschen viel Geld zu zahlen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbGerd\u00ab, erwiderte ich, \u00bbein guter Freund und Gleichgesinnter, Oliver Haas, sagte mir einmal: \u203a\u00dcber 150 Jahre lang dachten wir, wir k\u00f6nnen Menschen kaufen, damit sie das machen, was wir wollen. Aber die Zeiten sind vorbei.\u2039 Und das bringt es auf den Punkt. Denn die j\u00fcngeren Generationen, aber nicht nur die j\u00fcngeren, haben im Vergleich zu ihren Eltern v\u00f6llig andere Voraussetzungen, mit denen sie ins Leben starten. Wenn die Gro\u00dfeltern und Eltern vielleicht darauf angewiesen waren, Geld zu verdienen, um zu \u00fcberleben oder sich ein Leben aufzubauen, ist bei den j\u00fcngeren Generationen tendenziell etwas mehr Geld vorhanden. Ihnen ist die Freizeit wichtiger, und die Arbeit dient vielleicht nur noch als Mittel zum Zweck, um in der Freizeit das tun zu k\u00f6nnen, was f\u00fcr sie Bedeutung hat. Sie wollen nicht mehr vierzig Stunden arbeiten, zweiunddrei\u00dfig Stunden tun es auch. Oder vielleicht nur zwanzig Stunden? Sie lassen sich immer weniger mit Geld k\u00f6dern. Sie haben geerbt. Ein Haus oder eine Wohnung. Und das wird in Zukunft tendenziell h\u00e4ufiger vorkommen. Das betrifft aber nicht nur die ganz junge Generation. Ich erlebe verst\u00e4rkt Menschen in meinem Alter, die f\u00fcr ein paar Euro mehr nicht \u203aihr Leben\u2039 opfern wollen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer unserer internen Schulungen fragte mich ein Teilnehmer, ob es denn nicht der totale Luxus sei, dass wir uns hier mit dem Sinn des Lebens besch\u00e4ftigen. Ich antwortete: \u00bbDas ist eine Sichtweise. Eine andere Sichtweise k\u00f6nnte sein: Gerade weil wir den Luxus haben, m\u00fcssen wir uns mit dem Sinn (unseres Lebens) besch\u00e4ftigen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn ich an meine Aufenthalte in Ruanda zur\u00fcckdenke, wo wir vom Unternehmen aus viele Projekte gestartet haben, kann ich mich nicht daran erinnern, dass sich auch nur einer der Einheimischen auf eine Art und Weise mit dem Sinn seines Lebens besch\u00e4ftigt hat, wie wir es hier tun. Was ich dort erlebt habe, war, dass der Sinn des Lebens im Leben an sich besteht. Dass der Sinn der Menschen dort darin existiert, trotz der zum Teil sehr widrigen Umst\u00e4nde gut durch den Tag zu kommen. Doch sobald der Sinn unseres Lebens nicht mehr in dem gesehen wird, unsere Grundbed\u00fcrfnisse decken zu m\u00fcssen, brauchen wir etwas Neues, anderes, vielleicht Gr\u00f6\u00dferes, wof\u00fcr es sich einzusetzen lohnt. Und das betrifft in unserer westlichen Welt nicht nur vermehrt Mittvierziger, die sich ihren Lebensunterhalt weitestgehend verdient oder etwas geerbt haben, nicht nur diejenigen, die im Rahmen ihrer Midlife-Crisis alles noch einmal infrage stellen, sondern auch die jungen Leute. Und das ist eine Tendenz, die wir schon seit Jahren verst\u00e4rkt wahrnehmen: Dass immer mehr Menschen weniger in Geldeinheiten und mehr in Einheiten sinnvoller Arbeit denken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was f\u00fcr uns vor zehn Jahren zwar nicht absehbar war, uns aber im Nachhinein doch geholfen hat, war, dass wir mit der Entscheidung, das Unternehmen als Mittel zum Zweck daf\u00fcr zu nutzen, Menschen zu st\u00e4rken, auch damit begonnen haben, eine unternehmenseigene Infrastruktur aufzubauen, die den Mitarbeitern das bietet, wonach sich heute viele sehnen. Sie haben nicht nur die M\u00f6glichkeit, sich mit dem Sinn ihres Lebens zu befassen, sondern ebenso mit dem, was sie f\u00fcr sich Sinnvolles entdeckt haben, um es bei uns im Unternehmen dann tats\u00e4chlich zu verwirklichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so haben wir im Spannungsfeld von Spiritualit\u00e4t und Wissenschaft Angebote geschaffen, die Menschen dabei unterst\u00fctzen, ihre Pers\u00f6nlichkeit weiterzuentwickeln. Vom Upstalsboom Curriculum \u00fcber \u00bbTour-des-Lebens\u00ab-Projekte (auf den Kilimandscharo, nach Ruanda oder Spitzbergen), Klosterseminare, Corporate Happiness bis hin zu Coaching- Ausbildungen, Systemaufstellungen, der Logotherapie nach Viktor Frankl oder dem Pr\u00e4ventorium, dem unternehmenseigenen Gesundheitssystem, finden unsere Mitarbeiter ein dichtes Angebot, um sich besser kennenzulernen und die wirklich wichtigen Fragen des Lebens f\u00fcr sich gut beantworten zu k\u00f6nnen. Und das kostenlos und in einer Qualit\u00e4t, dass diese \u00fcber Jahre geschaffenen M\u00f6glichkeiten einer fundierten Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung offenbar als eine sinnvolle Alternative oder Erg\u00e4nzung zum Euro-Verdienst angesehen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So erleben wir zum Beispiel Geschichten wie die von einem Bankdirektor, der aus seinem origin\u00e4ren Job ausgeschieden ist und bei uns als Page begonnen hat. Oder eine selbstst\u00e4ndige Physiotherapeutin, die ihren Einstieg bei uns als Zimmerm\u00e4dchen gefunden hat. In manchen Hotels haben wir Quereinsteigerquoten von \u00fcber 50 Prozent. \u00dcberwiegend sind das Menschen, die zugunsten von Leistungen, die sie sonst nicht bekommen w\u00fcrden oder aber teuer bezahlen m\u00fcssten, auf ein Teil ihres bisherigen Einkommens verzichten. \u00bbEndlich wieder mit Freude zur Arbeit kommen und zus\u00e4tzlich noch die M\u00f6glichkeit der pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung haben, das ist gro\u00dfartig\u00ab \u2013 S\u00e4tze wie diese h\u00f6re ich oft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit Fort- und Weiterbildung Geld verdienen<\/strong><\/p>\n<p>So mancher wird sich sicherlich fragen, wie viel es denn kostet, eine derart menschenorientierte Infrastruktur aufzubauen. Mittlerweile m\u00fcssen wir daf\u00fcr nichts mehr ausgeben, wir verdienen damit sogar Geld. Sie hat sich nicht nur zu einem Profitcenter ausgebaut, sondern die Upstalsboom Wegbegleiter haben sich, unter der F\u00fchrung von Mirco Hitzigrath, als erfolgreiches Start-up zu einem \u00bbrising star\u00ab innerhalb unserer Unternehmensgemeinschaft entwickelt. Denn die von uns geschaffene Infrastruktur zur St\u00e4rkung von Menschen hat sich nicht nur intern, sondern bei Kunden und Partnern herumgesprochen, letztlich vielen, die sich ernsthaft mit der menschlichen und kulturellen Entwicklung in Unternehmen befassen wollen. Und das werden t\u00e4glich mehr. So werden seit vielen Jahren 50 Prozent der von uns urspr\u00fcnglich einzig intern angebotenen Kurspl\u00e4tze auch f\u00fcr Externe, sogenannte Upstalsboomer auf Zeit, angeboten. Aber nicht nur das. Wir laden diese Upstalsboomer auf Zeit auch zu uns ein. Das nennt sich dann Kultur-Sightseeing oder einfach Sabbatical. Ein Grund, weshalb wir uns nach au\u00dfen hin ge\u00f6ffnet haben, war, dass unsere Fluktuation f\u00fcr die erforderlichen Innovationen schlicht und ergreifend zu niedrig war und ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Zugeh\u00f6rigkeit eines Upstalsboomers ist in etwa sechs- bis siebenmal h\u00f6her als sonst in der Hotelbranche \u00fcblich. Und das ist mit Blick auf Innovationen nat\u00fcrlich ung\u00fcnstig. Also haben wir uns daf\u00fcr entschieden, Innovation \u00fcber die Beteiligung von Externen an Schulungen oder Einladungen zum Kultur-Sightseeing zu generieren. Dadurch gewinnen wir nicht nur wertvolle Impulse f\u00fcr unsere Weiterentwicklung, viel interessanter ist, dass unsere Mitarbeiter in den Schulungen und im Rahmen der Besuche von Externen eine unglaubliche Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung erfahren. Und das allein durch die Tatsache, dass die Besucher sich f\u00fcr das interessieren, was die Upstalsboomer geschaffen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So sa\u00df ein Sechzehnj\u00e4hriger, einer unserer ganz jungen Auszubildenden, neben einer Pressesprecherin der Deutschen Bahn in unserer Upstalsboom-Kulturwerkstatt. Nachdem beide den Tag gemeinsam mit noch knapp zwanzig anderen Vertretern verbracht haben, wandte sich die Pressesprecherin an Alexander, unseren Auszubildenden: \u00bbWei\u00dft du, Alex, auf der einen Seite durfte ich durch euch Upstalsboomer und ganz besonders durch Menschen wie dich und die anderen Mitarbeiter hier erfahren, dass all das, was ihr so auf die Beine gestellt habt, tats\u00e4chlich in der Praxis umsetzbar ist. Keine Theorie, kein Konzept, sondern Realit\u00e4t. Wenn ich mir dann aber die Komplexit\u00e4t anschaue, frage ich mich mit Blick auf mein Unternehmen, wie ich das alles umsetzen kann.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alexander schaute sie mit seiner gro\u00dfen Gelassenheit an und sagte: \u00bbWei\u00dft du, das ist so einfach, dass es f\u00fcr manche schon wieder zu schwer wird, das umzusetzen. Wir k\u00f6nnen uns st\u00e4ndig ganz viele Gedanken dar\u00fcber machen, wie es gehen oder was nicht gehen k\u00f6nnte. Es gibt Dinge, die k\u00f6nnen wir nicht im Kopf beantworten, sondern nur, indem wir etwas tun. Das Beste ist einfach anzufangen!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Praxis statt Theorie, ausprobieren statt verstehen, k\u00f6nnen statt kennen<\/strong><\/p>\n<p>Und damit hatte es Alexander auf den Punkt gebracht. Die von uns in unseren \u00bbWerkst\u00e4tten\u00ab oder B\u00fcchern beschriebenen Impulse, Bilder, pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Gedanken k\u00f6nnen einer Suche nach einer zeitgem\u00e4\u00dfen F\u00fchrung nur eine Richtung geben. Doch die pers\u00f6nlichen Erfahrungen ersetzen sie nicht. Denn wie das F\u00fchren, das (Sich-)F\u00fchren-Lassen und Sich-selbst-f\u00fchren- K\u00f6nnen gelingt, erfahre ich nicht, indem ich dar\u00fcber nachdenke, durch das Lesen eines Buchs oder das Besuchen eines Seminars oder Vortrags. Denn wie F\u00fchrung gelingt, erfahre ich nur, indem ich tats\u00e4chlich f\u00fchre, mich selbst und andere, oder die Bereitschaft entwickle, mich f\u00fchren zu lassen, mich auf F\u00fchrung einzulassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Theorie ist es in etwa so, als w\u00fcrde ich einem Menschen, der noch nie einen Apfel gegessen hat, zu beschreiben versuchen, wie ein Apfel schmeckt. Ich k\u00f6nnte mich daf\u00fcr so richtig ins Zeug legen, k\u00f6nnte Form, Farbe und Geschmack des Apfels mit allen Mitteln der sprachlichen Kunst ausf\u00fchren. Mich bem\u00fchen, ihm den Mund w\u00e4ssrig zu machen. Aber letztlich reicht das nicht aus, um zu erfahren, wie ein Apfel tats\u00e4chlich schmeckt. Und abgesehen davon wird jemand das, was er \u00fcber den Apfel geh\u00f6rt oder gelesen hat, auch schnell wieder vergessen. Wie ein Apfel wirklich schmeckt, das wird er erst in dem Moment erleben, in dem er in diese Frucht hineinbei\u00dft. Und in dem Moment, in dem die Schale des Apfels gesp\u00fcrt und geschmeckt wird, der Saft auf den Lippen und im Mund, verlieren die von mir gew\u00e4hlten Formulierungen an Bedeutung. Und noch etwas ganz Wunderbares geschieht: Ich werde mich an den Geschmack des Apfels ein Leben lang erinnern. Und so m\u00f6chte ich dich ermutigen, neue F\u00fchrung einfach auszuprobieren, ins Handeln zu kommen und in deinen Alltag zu integrieren. Denn F\u00fchrung ist nicht dazu da, um sie zu verstehen, sie ist dazu da, sie zu leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn ich zum Beginn eines Vortrags mit Formulierungen wie: \u00bbIn jenem Land gab es eine Studie, die \u2026\u00ab, \u00bbWissenschaftler haben herausgefunden, dass \u2026\u00ab oder \u00bbDer Unternehmer Max Mustermann hat auf beeindruckende Weise gezeigt, dass \u2026\u00ab konfrontiert werde, also immer dann, wenn die Vortragenden nicht \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen, sondern \u00fcber die Erkenntnisse, Erfolge oder Errungenschaften anderer zu reden beginnen, werde ich in den darauffolgenden Minuten oder Stunden eher informiert als inspiriert. Doch eine Information dient mehr der Erweiterung meines Wissens als dazu, mich in Bewegung zu setzen. Wir wissen ohnehin zu viel und tun im Verh\u00e4ltnis zu dem vielen Wissen zu wenig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele dieser Vortragenden haben mir in den letzten Jahren bewusst gemacht, dass die spirituelle Kraft oder Inspiration oft dann verloren geht, wenn Menschen verst\u00e4rkt \u00fcber irgendwelche Theorien sprechen als \u00fcber das, was sie selbst erlebt oder erfahren haben. Spannender und befl\u00fcgelnder w\u00e4re es, wenn Menschen in h\u00f6herem Ma\u00dfe etwas aus ihrem Leben berichten w\u00fcrden, etwas, was sie selbst erfahren oder durchlebt haben und mit dem sie tats\u00e4chlich in Ber\u00fchrung gekommen sind. Denn wenn ich einen anderen in Bewegung bringen will, muss ich ihn ber\u00fchren. Und ber\u00fchren kann ich nur dann, wenn ich selbst ber\u00fchrt worden bin, wenn ich etwas nicht nur verstanden, sondern es auch wirklich begriffen habe. Es selbst in die Hand genommen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer anderen Situation entschied sich die F\u00fchrungskraft einer gro\u00dfen Bank daf\u00fcr, bei uns im Unternehmen ein Sabbatical zu machen. Nachdem die Managerin bei uns angefragt hatte, \u00fcberlie\u00dfen wir ihr die Wahl, in welches Hotel und in welche Abteilung sie f\u00fcr zwei Monate gehen wolle. Sie entschied sich f\u00fcr unser Hotel auf Usedom, um dort die Arbeit in der K\u00fcche und beim Housekeeping kennenzulernen. Als die Mitarbeiter des Hotels von dem \u00bbhohen Besuch\u00ab erfuhren, waren sie zun\u00e4chst sehr aufgeregt: \u00bbWas k\u00f6nnen wir einer Bankerin aus dem Topmanagement in Frankfurt beibringen? Die kann mir doch eher erz\u00e4hlen, wie das Leben funktioniert. Ich bin nur ein Zimmerm\u00e4dchen!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dann war die Bankmitarbeiterin f\u00fcr zwei Monate im Hotel und Teil unserer Teams. Anschlie\u00dfend meinte sie \u00fcber diese Zeit, sie h\u00e4tte nicht nur ihre pers\u00f6nliche Einstellung ver\u00e4ndert, sondern auch die zu ihrer beruflichen Laufbahn, allein durch die Begegnungen mit den Zimmerm\u00e4dchen und K\u00f6chen. Mehr Wertsch\u00e4tzung kann ein Team nicht erfahren, zu wissen, dass sie nicht nur entscheidend auf die Entwicklung eines Menschen eingewirkt haben, sondern auch auf die einer ganzen Bank.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Hauptgrund, weshalb Menschen zu uns ins Unternehmen kommen, ist also nicht unbedingt nur ihre finanzielle Situation, sondern die M\u00f6glichkeit, sich als Mensch psychisch, physisch und sozial weiterzuentwickeln. Und weil sie durch unsere Leistungen, durch unsere Infrastruktur und Begegnungen mit Menschen wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>New Work Inflation<\/strong><\/p>\n<p>New Work, nur so gut wie unbequem\/\/ Die Herausforderung ist, dass das menschliche Wachsen, dieser Weg zur Selbsterkenntnis, durchaus Wachstumsschmerzen mit sich bringt, also eher unbequem daherkommt. Doch wenn es mir als Mitarbeiter gelingt, die Widrigkeiten in einem Unternehmen als M\u00f6glichkeit zu erkennen und zu nutzen, mich als Mensch zu entwickeln, kann ich mich trotz dieser daf\u00fcr entscheiden, in dem Unternehmen zu bleiben. Denn auch das ist klar, in keinem Unternehmen auf der Welt werden wir ein Paradies ohne jegliche Schwierigkeiten finden. Die Frage ist nur, wie gro\u00df und wie stark die jeweiligen Unannehmlichkeiten sind. Und: Sind sie so gro\u00df, dass sie mich \u00fcberfordern? Drohe ich an ihnen zu zerbrechen oder haben sie ein Ma\u00df, sodass ich mich dennoch als Mensch entwickeln kann, sie mich dabei vielleicht sogar unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn jedoch f\u00fcr mich die Bequemlichkeit im Vordergrund steht, werde ich in keinem Unternehmen Freu(n)de bei der Arbeit finden. In einem solchen Fall werde ich immer unzufrieden sein, und die Unzufriedenheit w\u00e4chst proportional mit dem Verlangen nach Bequemlichkeit. Wird New Work mit Arbeitsbedingungen verkn\u00fcpft, die mir \u00bbdas Leben\u00ab einfach oder bequem machen, die mich weder geistig noch k\u00f6rperlich herausfordern, taugen sie nicht viel, um herauszufinden, wer ich wirklich bin und was ich wirklich will. Denn: Geistige und k\u00f6rperliche Vitalit\u00e4t ist ein wichtiger Pflasterstein auf dem Weg zu einem guten Lebensgef\u00fchl. Aber sie ist die Folge von Bewegung und nicht von Sesshaftigkeit oder Bequemlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer Zufriedenheit nicht auf dem Fundament einer pers\u00f6nlichen, geistigen und k\u00f6rperlichen Entwicklung oder dem der Selbsterkenntnis errichtet, sondern auf einfachen oder bequemen Arbeitsbedingungen, wird einer Welt, die immer unsicherer, br\u00fcchiger, schneller oder komplexer wird, nicht mehr viel entgegenzusetzen haben. Das Verlangen nach Bequemlichkeit wird uns da nur in die Irre und zu Entt\u00e4uschungen f\u00fchren. Manchmal habe ich das Gef\u00fchl, dass New Work wie ein als Allheilmittel angepriesenes \u00bbMedikament\u00ab vermarktet wird. Doch was daraus entsteht, ist ein Effekt, der den leeren Versprechungen einer Fernsehwerbung eher gerecht wird, als dass tats\u00e4chlich etwas Sinnvolles passiert. Denn auch sie hat ja zum Ziel, die Nachfrage der durch sie beworbenen Produkte zu erh\u00f6hen, indem sie dem Konsumenten h\u00e4ufig auf Grundlage eines v\u00f6llig \u00fcberzogenen Idealbilds das Gef\u00fchl vermittelt, noch etwas kaufen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so verh\u00e4lt es sich auch immer wieder bei New Work. \u00bbDu musst nur ein bisschen New Work einf\u00fchren, ein bisschen agiler arbeiten lassen, die Arbeitszeiten noch ein bisschen flexibler gestalten oder die Vier-Tage-Woche einf\u00fchren \u2013 und dann wird alles gut. New Work macht das schon. Und dann wundern sich die Auftraggeber oder F\u00fchrungskr\u00e4fte, dass das auf Dauer irgendwie doch nicht so funktioniert, wie sie sich das gedacht haben. Und genau dort sehe ich auch ein Risiko bei dem sich auf eine einfache, bequeme oder effiziente Arbeit fokussierenden New Work, dass hier ein v\u00f6llig \u00fcberzogenes Idealbild von Arbeit geschaffen wird, das zwar der Entwicklung einer ansprechenden Arbeitgebermarke dient, aber den Menschen im Unternehmen nicht weiterhilft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das f\u00fchlt sich dann ein bisschen so an wie nach dem Reinfall auf die Werbung, der wieder in einer Entt\u00e4uschung geendet hat. H\u00e4ufig habe ich das bei Bewerbern f\u00fcr unser Unternehmen erlebt. Da kommen Menschen mit dem New-Work-Bequemlichkeitsverst\u00e4ndnis und in der Hoffnung zu uns, dass wir ihrem Gl\u00fcck dienen k\u00f6nnen. In dem Glauben, dass es bei uns nur harmonisch, friedvoll, einfach und bequem zugeht. Und wenn sie dann in unsere Unternehmenswelt und Kultur eintauchen, merken sie pl\u00f6tzlich, dass bei uns sehr hart gearbeitet wird \u2013 und das nicht nur an sich selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen uns nichts vormachen: Arbeit erfordert auch Anspannung, Anstrengung und vielleicht sogar die Bereitschaft, sich verletzen zu lassen. Ein Profifu\u00dfballer ist sich vor dem Spiel dar\u00fcber bewusst, dass er sich bei seinem Einsatz f\u00fcr die Mannschaft vielleicht sogar verletzen wird. F\u00fcr J\u00e4ger, die in fr\u00fcheren Zeiten loszogen, um ihre Familien und sich mit Nahrung zu versorgen, war es h\u00e4ufig auch sehr gef\u00e4hrlich. Doch im Bewusstsein, worum es geht, waren sie dazu bereit, sich anzustrengen und sich verletzen zu lassen. Wichtig ist nur, der Anspannung und Anstrengung etwas Ausgleichendes entgegenzusetzen. Pause, Ruhe und Erholung. Zeit, die ich nicht nur brauche, um mich zu entspannen oder meine \u00bbWunden\u00ab zu lecken, sondern ebenso daf\u00fcr nutze, um auf das Geschaffene, Gelernte oder Erfahrene zur\u00fcckzublicken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die benediktinischen M\u00f6nche beschreiben dieses Wechselspiel von Anspannung und Ruhe mit den Worten \u00bbOra et labora\u00ab. Es ist das Intervall, das uns als Mensch k\u00f6rperlich, geistig und seelisch wachsen und gedeihen l\u00e4sst, uns fit werden l\u00e4sst f\u00fcr das, was in Zukunft auf uns zukommt. Wenn es darum geht, unsere gemachten Erfahrungen und die daraus entstandenen Gedanken, Fragen und Impulse in die Praxis umzusetzen, werden wir mit einer Herausforderung konfrontiert, die in einem Midrasch, einer religi\u00f6sen Auslegung von Texten im rabbinischen Judentum, sehr treffend formuliert ist: \u00bbUnkraut sprie\u00dft und gedeiht; aber wie sehr m\u00fcssen wir uns plagen, um Weizen zu bekommen.\u00ab Das hei\u00dft: Wenn wir Arbeit tats\u00e4chlich auch als Mittel zum Zweck nutzen, um uns selbst besser kennenzulernen, braucht sie nicht nur Strukturen und Angebote, sondern ebenso eine F\u00fchrung, die das Ansinnen versteht und selbst will, dass das m\u00f6glich wird. Menschen, die weder die Ausbildung noch den der Zukunft bald nichts mehr zu bieten. Und die diesen Anforderungen gerecht werdende Ausbildung hat nichts mehr mit der eines Betriebswirts, Ingenieurs oder \u00d6konomen zu tun. Die Quellen f\u00fcr diese Ausbildung finden sich ganz woanders. Und auch mit Blick auf den Willen oder die Haltung sind die Anspr\u00fcche sehr klar formuliert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren hatte ich die Aufgabe, einen Direktionsposten neu zu besetzen. Zu diesem Anlass f\u00fchrte ich Gespr\u00e4che mit drei sehr unterschiedlichen Bewerbern; alle kamen aus unserem Unternehmen.<\/p>\n<p>\u00bbWas ist deine Absicht, wieso willst du diese F\u00fchrungsaufgabe \u00fcbernehmen?\u00ab, fragte ich den ersten Bewerber.<\/p>\n<p>\u00bbBodo, ich wollte immer schon einmal Direktor werden\u00ab, antwortete er. \u00bbDas ist mein Traum, und ich m\u00f6chte das Hotel als B\u00fchne nutzen, um ein guter Gastgeber zu sein.\u00ab<\/p>\n<p>Der zweite Bewerber argumentierte so: \u00bbMeine Absicht besteht darin, die Menschen zu bef\u00e4higen, damit sie ihre Aufgaben auch wirklich gut machen k\u00f6nnen. Sie sollen Schulungen bekommen, Erfahrungen machen, ich will sie darin bef\u00e4higen, die Aufgaben, die ihnen die Arbeit, die G\u00e4ste, das Hotel und das Leben stellen, in ihrem Sinne gut l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Der Dritte antwortete: \u00bbGemeinsam mit dem Team will ich Rahmenbedingungen schaffen, Organisationen entwickeln, die die Menschen dabei unterst\u00fctzen, das, was sie zu tun haben, auch gut machen zu k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Welchen dieser drei Bewerber h\u00e4ttest du gerne als deinen Chef?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Bodo Janssen: &#8222;Das neue F\u00fchren.\u00a0F\u00fchren und sich f\u00fchren lassen in Zeiten der Unvorhersehbarkeit&#8220; &nbsp; &nbsp; Bewusstsein schaffen &nbsp; Neue Arbeit Stell dir vor, du gehst zur Arbeit und wirst gesund &nbsp; In dem Film Die stille Revolution formuliert Frithjof &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2024\/01\/09\/buchauszug-bodo-janssen-das-neue-fuehren-fuehren-und-sich-fuehren-lassen-in-zeiten-der-unvorhersehbarkeit\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[11719,2851,11632,1890],"class_list":["post-683718","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-das-neue-fuehren-fuehren-und-sich-fuehren-lassen-in-zeiten-der-unvorhersehbarkeit","tag-ariston-verlag","tag-bodo-janssen","tag-buchauszug"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683718"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683718\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":683723,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683718\/revisions\/683723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}