{"id":683273,"date":"2023-11-21T06:00:44","date_gmt":"2023-11-21T05:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=683273"},"modified":"2023-11-21T10:12:27","modified_gmt":"2023-11-21T09:12:27","slug":"buchauszug-generation-z-ganz-anders-als-gedacht-wie-sie-tickt-wie-sie-handelt-und-wie-wir-ihr-potenzial-erschliessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/11\/21\/buchauszug-generation-z-ganz-anders-als-gedacht-wie-sie-tickt-wie-sie-handelt-und-wie-wir-ihr-potenzial-erschliessen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Felix Behm: &#8222;Generation Z \u2013 Ganz anders als gedacht: Wie sie tickt, wie sie handelt und wie wir ihr Potenzial erschlie\u00dfen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug <a href=\"https:\/\/www.felixbehm.de\">Felix Behm<\/a>: <a href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.businessvillage.de%2Fgeneration-z-ganz-anders-als-gedacht.html&amp;data=05%7C01%7CClaudia.Toedtmann%40wiwo.de%7C09f16f3c842f47f879e708dbe0f7a3d0%7C78a6b313ae8f4324ba3685e7b2bc6f1d%7C1%7C0%7C638351126455787385%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&amp;sdata=VuriICdCCmmZl7LJVxqLxk75mcL%2BxiyWVhyzCBab%2F%2Bs%3D&amp;reserved=0\">Generation Z \u2013 Ganz anders als gedacht: Wie sie tickt, wie sie handelt und wie wir ihr Potenzial erschlie\u00dfen\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_683274\" style=\"width: 469px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-683274\" class=\"size-full wp-image-683274\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/gen.z.Felix-Behm.jpg\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/gen.z.Felix-Behm.jpg 459w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/gen.z.Felix-Behm-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><p id=\"caption-attachment-683274\" class=\"wp-caption-text\">Felix Behm (Foto: PR\/Business Village)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Wie ist das mit Vier-Tage-Woche &amp; Co?<\/h1>\n<p><strong>\u00bbDiese junge Generation will doch nur noch ausschlafen und m\u00f6glichst viel Urlaub!\u00ab <\/strong><\/p>\n<p><strong>Haben Sie diese Aussage auch schon von anderen geh\u00f6rt, in der Zeitung gelesen oder selbst gedacht? Und reicht es aus, das einfach zu behaupten, ohne zu hinterfragen, ob wirklich \u00bbjeder\u00ab der jungen Menschen so denkt? \u00bbNa, jeder sicher nicht\u00ab, k\u00f6nnte der Kritiker darauf antworten. Aber wie viele sind es denn, die anscheinend kaum noch arbeiten wollen? Ich suche nach wie vor verzweifelt in ganz Deutschland nach Horden von Jugendlichen, die einstimmig Arbeit verweigern und lieber zu Hause bleiben. Bis jetzt konnte ich sie aber nicht finden, noch nicht mal an den sogenannten Problemschulen in Berlin, an denen ich als Berufsorientierungscoach mehrere Jahre t\u00e4tig war. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der wesentliche Unterschied zu vorangegangenen Generationen ist eher ein anderer Blick auf Arbeit. Wenn Arbeit nicht existenziell ist, dann ist klar, dass man auch andere Interessen haben darf. Hannah Teresa Petrik, Jahrgang 1997, Studentin, Angestellte im Familienunternehmen und bei einer studentischen Unternehmensberatung, war Gast in meinem Podcast und meint dazu Folgendes: \u00bbIch habe mit meinen Freundinnen viel \u00fcber das Thema Work-Life-Balance diskutiert. Und wir sind uns einig, dass keine andere Generation so klar ausspricht, was sie sich in der Arbeitswelt w\u00fcnscht und vorstellt. Und gerade beim Punkt Work-Life-Balance ist wichtig, klarzustellen, dass wir nicht vergn\u00fcgungss\u00fcchtig sind, sondern dass uns neben dem Job einfach noch andere Dinge interessieren, die wir machen wollen. Deshalb setzen wir nach M\u00f6glichkeit lieber auf eine F\u00fcnfunddrei\u00dfig-Stunden-Woche, weil wir das Modell der Vierzig-Stunden-Woche veraltet finden.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein spannender Einstieg in ein sensibles Thema. Lassen Sie uns auf den n\u00e4chsten Seiten einmal genauer pr\u00fcfen, was m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Flexible Arbeitszeiten<\/strong><\/p>\n<p>Das deutschlandweite Unternehmernetzwerk \u00bbWirtschaftsjunioren\u00ab ist ein Zusammenschluss von jungen F\u00fchrungskr\u00e4ften und Unternehmern unter vierzig Jahren. Ich bin dort selbst Mitglied und hatte im Sommer 2023 ein Business-Speeddating besucht. Ich liebe solche Veranstaltungen, weil man jedes Mal auf spannende Menschen und Geschichten trifft. In einem der Sechs-Minuten-Gespr\u00e4che lernte ich Max kennen. Er ist Jahrgang 1994 und erfolgreicher Unternehmensberater. Wir kamen auf das Thema Sinnhaftigkeit bei der Arbeit und auf flexible Arbeitszeiten. Eigentlich gef\u00e4llt Max seine Arbeit sehr gut, aber eine Sache findet er als junger Arbeitnehmer nicht nachvollziehbar. \u00bbIch habe jeden Tag eine Kernarbeitszeit ab sieben Uhr morgens und mein Vorgesetzter w\u00fcnscht teilweise eine Anwesenheit bis siebzehn oder achtzehn Uhr. Ich hatte bereits mehrere Diskussionen mit ihm, weil ich mein Tagespensum in wesentlich k\u00fcrzerer Zeit abarbeite und dann nur rumsitze. Vor neun Uhr morgens haben wir keinen Kundenkontakt und um vierzehn oder f\u00fcnfzehn Uhr bin ich in der Regel mit meiner Arbeit fertig. Mein Chef sieht es allerdings nicht ein, mir die Freiheit einzur\u00e4umen, nach getaner Arbeit nach Hause gehen zu d\u00fcrfen. Es gibt f\u00fcr mich keinen ersichtlichen Grund. Das ist absolut sinnfrei.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-683275\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/cover.gen_.z.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/cover.gen_.z.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/11\/cover.gen_.z-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felix Behm<a href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.businessvillage.de%2Fgeneration-z-ganz-anders-als-gedacht.html&amp;data=05%7C01%7CClaudia.Toedtmann%40wiwo.de%7C09f16f3c842f47f879e708dbe0f7a3d0%7C78a6b313ae8f4324ba3685e7b2bc6f1d%7C1%7C0%7C638351126455787385%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&amp;sdata=VuriICdCCmmZl7LJVxqLxk75mcL%2BxiyWVhyzCBab%2F%2Bs%3D&amp;reserved=0\">: \u201eGeneration Z \u2013 Ganz anders als gedacht: Wie sie tickt, wie sie handelt und wie wir ihr Potenzial erschlie\u00dfen\u201c<\/a>, BusinessVillage Verlag, 24,95, 252 Seiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich muss an der Stelle nicht erw\u00e4hnen, dass Max Chef aus der Generation X ist. Und weil der Chef fr\u00fcher von seinem Chef ebenfalls gezwungen wurde, um sieben Uhr im B\u00fcro zu sein, m\u00fcssen das seine Mitarbeiter heute eben auch. Wie lange eine so engagierte Arbeitskraft der jungen Generation wie Max sich das gefallen l\u00e4sst, werden wir sehen. Selbst in Berufen mit Schichtarbeit l\u00e4sst sich im Jahr 2023 ein arbeitnehmerfreundliches Modell finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend n\u00e4mlich die meisten Kliniken immer noch an alten Arbeitsmodellen festhalten, hatte ich das Vergn\u00fcgen, mit einer jungen Pflegedirektorin einer Schweizer Klinik zu sprechen. Elisabeth berichtete mir: \u00bbBei uns ist es schon lange gang und g\u00e4be, dass wir m\u00f6glichst R\u00fccksicht auf die W\u00fcnsche der Mitarbeiter aller Generationen nehmen. Wir haben deshalb sogenannte Nachtpools mit Mitarbeitern, die eben vorwiegend f\u00fcr die Nachtdienste eingesetzt werden. Des Weiteren ber\u00fccksichtigen wir, welchen Mitarbeitern wichtiger ist, auf einer bestimmten Station eingesetzt zu werden, und welche stattdessen lieber nur zu gewissen Zeiten, aber daf\u00fcr auf wechselnden Stationen arbeiten m\u00f6chten. Wir versuchen auch f\u00fcr alle die M\u00f6glichkeit zu schaffen, mit einer gewissen Vorlaufzeit, aber ohne Angabe von Gr\u00fcnden Arbeitszeiten zu \u00e4ndern. Das geschieht dann in einem entsprechenden Radius von beispielsweise vierzig bis sechzig Prozent der w\u00f6chentlichen oder monatlichen Arbeitszeit. Das sind f\u00fcr uns lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle, die zu mehr Zufriedenheit unter den Angestellten, mehr Bindung zum Arbeitgeber und weniger Fehlzeiten f\u00fchren.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es funktioniert also doch \u2013 und zwar sogar generations\u00fcbergreifend. Die Personalplanung muss durch solche Angebote genau strukturiert sein; Personalengp\u00e4sse f\u00fchren bei diesen Modellen schnell zu Chaos. Durch die niedrigere Fluktuation und den deutlichen Imagegewinn wird ein Arbeitgeber mit solchen Angeboten jedoch automatisch auch weniger Personalengp\u00e4sse haben. Als ehemalige F\u00fchrungskraft in einem Klinikverbund wei\u00df ich gut, dass die Umsetzung der Theorie in die Praxis nicht immer ohne Herausforderungen verl\u00e4uft, sich Durchhalteverm\u00f6gen und klare Ziele aber fast immer bew\u00e4hren und mit zufriedenen Mitarbeitern belohnt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine Angst vor der Vier-Tage-Woche<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Diskussionen gibt es seit Kurzem \u00fcber das Modell der Vier-Tage-Woche. Was bringt sie und welchen Preis zahlt ein Arbeitgeber daf\u00fcr? Handwerksunternehmen haben derzeit mitunter die gr\u00f6\u00dften Probleme, Nachwuchs zu finden, und bieten immer h\u00e4ufiger eine Vier-Tage-Woche an. \u00bbSeit wir die Vier-Tage-Woche anbieten, sind wir pl\u00f6tzlich wieder attraktiv\u00ab, erz\u00e4hlte mir letztens ein Friseurmeister. St\u00e4ndige Samstagsarbeit oder Schichtarbeit wollen viele Arbeitnehmer nicht mehr und orientieren sich auf dem Arbeitsmarkt nach M\u00f6glichkeit um.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Pionierprojekt Island<\/h1>\n<p>Schauen wir zun\u00e4chst mal ins Ausland. In Island hat man die Vier-Tage-Woche als vierj\u00e4hriges Pionierprojekt bei mehr als einem Prozent der erwerbst\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung seit 2015 getestet. Die Auswertung belegt, dass mit den verk\u00fcrzten Arbeitszeiten keine Beeintr\u00e4chtigung der Unternehmensleistung festzustellen war, sondern in einigen F\u00e4llen sogar eine Produktivit\u00e4tssteigerung erzielt werden konnte. Seit 2021 arbeiten \u00fcber achtzig Prozent der isl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung nun mit dem Vier-Tage-Modell. Ist die ganze Aufregung in Deutschland also gar nicht gerechtfertigt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Beispiel &#8222;Team23&#8220;<\/h1>\n<p>Michael Vogt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Digitalagentur \u00bbTeam23\u00ab in Augsburg, arbeitet in einem Unternehmen, das in der IT-Branche t\u00e4tig ist. Da es schwer ist, IT-ler auf dem Arbeitsmarkt zu finden, muss auch er kreativ sein und nach neuen L\u00f6sungen suchen. Er schildert mir in unserem Interview f\u00fcr meinen Podcast \u00bbGeneration-Z-Talk\u00ab seine Sichtweise zur Vier-Tage-Woche:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbZun\u00e4chst muss einmal definiert werden, was genau mit einer Vier-Tage-Woche gemeint ist. Wir bieten das unseren Mitarbeitern in der Form an, dass sie entweder hundert Prozent ihrer Arbeitszeit in vier Tagen erbringen mit einem freien Tag oder Teilzeit bei vier Tagen arbeiten. Einige nehmen das Modell an, wobei kaum einer die Option \u203aVolle Arbeitszeit auf vier Tage verteilt\u2039 in Anspruch nimmt.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es zeigt sich auch in diesem Beispiel wieder, dass der Generation Z Gehalt nicht mehr so wichtig ist wie den Generationen vor ihr. Jeder m\u00f6chte nat\u00fcrlich gut verdienen und die meisten verhandeln auch beim Bewerbungsgespr\u00e4ch. Aber bei achtzig Prozent Arbeitszeit einen freien Freitag zu haben, ist vielen wichtiger, als ein paar Euro netto mehr zu verdienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beispiel Microsoft<\/strong><\/p>\n<p>Microsoft testete das Modell 2019 an seinem Standort in Japan. Das Ergebnis: Die Produktivit\u00e4t stieg um vierzig Prozent! Begr\u00fcndet hat das Unternehmen das mit einem geringeren Energieverbrauch und einer effizienteren Gestaltung der Arbeitsabl\u00e4ufe. Inzwischen gibt es weltweit Unternehmen, die alle auf \u00e4hnliche Ergebnisse kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Deutschland sind es meist einzelne kleinere Unternehmen, die auf das Vier-Tage-Modell umgestiegen sind, wie beispielsweise die Schreinerei Mayer in Manching, Bayern. Die Schreinerei bietet ihren Mitarbeitern die M\u00f6glichkeit, Montag bis Donnerstag jeweils zehn Stunden zu arbeiten, um Freitag frei zu bekommen. Die meisten Mitarbeiter haben dieses Angebot angenommen. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Mayer \u00e4u\u00dfert sich gegen\u00fcber dem Bayerischen Rundfunk: \u00bbEs gibt bisher keine Einbu\u00dfen in der Qualit\u00e4t. Die Krankheitsrate ist nicht gestiegen und die Anzahl an Arbeitsunf\u00e4llen ebenso wenig. Wir sp\u00fcren keine negativen Auswirkungen und aktuell m\u00f6chte auch keiner der Mitarbeiter mehr zur\u00fcck in die F\u00fcnf-Tage-Woche.\u00ab Die Schreinerei Mayer bekommt seit der Einf\u00fchrung \u00fcbrigens wieder mehr Bewerbungen, als sie offene Stellen anzubieten hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich finde es immer wieder spannend, wie viel hierzulande gemeckert wird, w\u00e4hrend andere L\u00e4nder es einfach umsetzen und damit Erfolg haben. Was sich unter anderem die Generation Z mit der Vier-Tage-Woche w\u00fcnscht, ist also nicht abwegig oder absurd, sondern in einigen L\u00e4ndern bereits Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich noch einmal Max ins Spiel bringen, der zur Vier-Tage-Woche folgende Meinung hat: \u00bbF\u00fcr viele aus meiner Generation ist die Vier-Tage-Woche ein attraktives Modell. Der gro\u00dfe Vorteil ist, dass man einen Tag mehr pro Woche f\u00fcr private Dinge zur Verf\u00fcgung hat. Ich pers\u00f6nlich bin allerdings eher f\u00fcr flexible Arbeitszeiten mit Kernarbeitszeiten, sodass ich mir aussuchen kann, wie ich arbeiten m\u00f6chte. Die Flexibilit\u00e4t in der zeitlichen Organisation nicht auf vier Tage zu reduzieren, sondern innerhalb der F\u00fcnf-Tage-Woche die Arbeitszeit selbst einteilen zu k\u00f6nnen, w\u00e4re meine Priorisierung. Ich kann mir aktuell noch nicht vorstellen, wie es funktionieren w\u00fcrde, wenn alle Branchen pl\u00f6tzlich eine Vier-Tage-Woche einf\u00fchren w\u00fcrden. In der Praxis wird es also vermutlich nicht so einfach sein wie in der Theorie. Deshalb ist mein Favorit ein flexibles Arbeitszeitmodell.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vor- und Nachteile der Vier-Tage-Woche auf einen Blick<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorteile sind:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Produktivit\u00e4tssteigerung durch l\u00e4ngere Erholungsphasen,<\/li>\n<li>h\u00f6here Arbeitgeberattraktivit\u00e4t besonders bei der jungen Generation,<\/li>\n<li>geringere Betriebskosten durch Strom- und Heizkosteneinsparungen an einem Tag,<\/li>\n<li>weniger Ausfallzeiten durch Reduktion des Stresslevels.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachteile sind:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Unternehmen m\u00fcssen vor der Umstellung genau planen und intern abstimmen, welche Abl\u00e4ufe sich durch die k\u00fcrzere Arbeitszeit \u00e4ndern, um Chaos zu vermeiden.<\/li>\n<li>Das Modell ist nicht in allen Branchen umsetzbar. In der Gesundheitsbranche beispielsweise kann nicht an vier Tagen produktiver gearbeitet werden, um am Freitag frei zu bekommen. Dort m\u00fcssen andere L\u00f6sungen gefunden werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unbegrenzter Urlaub: ein ganz reales Vertrauensmodell <\/strong><\/p>\n<p>\u00bbIch bin dann mal weg\u00ab k\u00f6nnte der letzte Satz eines Mitarbeiters sein, der kurzfristig beschlossen hat, sich selbst Urlaub zu genehmigen. So oder so \u00e4hnlich stellen sich Arbeitgeber ein Horrorszenario vor, wenn pl\u00f6tzlich jeder seinen Urlaubsanspruch selbst bestimmen k\u00f6nnte. Ist die Angst gerechtfertigt? Vermutlich nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn erste Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Freiheit gaben, so viel Urlaub zu nehmen, wie sie m\u00f6chten, und diesen untereinander mit den Kollegen und ohne Zustimmung des Vorgesetzten abzustimmen, stellten \u00fcberrascht fest, dass die Organisation des Urlaubs perfekt funktionierte und die Angestellten insgesamt nicht mehr Urlaub genommen hatten, als sie vom Arbeitgeber bisher bekommen hatten. Es ist ein Versuch des Aufbrechens starrer Strukturen und komplizierter Urlaubsplanung mit der Belegschaft. Und der Versuch zeigt, dass ein gro\u00dfer Vertrauensvorschuss statt eines st\u00e4ndigen Misstrauensvorschusses sich offenbar auszahlt. Ob Sie das Modell des Vertrauensurlaubs f\u00fcr Ihr Unternehmen adaptieren m\u00f6chten, \u00fcberlasse ich ganz Ihnen. Es bleibt nat\u00fcrlich ein Restrisiko, dass das Modell eventuell auch nicht funktioniert und jeder Angestellte sechs Wochen Sommerurlaub zur gleichen Zeit nimmt. Dann stehen die B\u00e4nder still.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders junge Arbeitnehmer aber w\u00fcnschen sich Urlaub nach eigenem Ermessen. Eine Studie des Marktforschungsinstituts \u00bbmarketagent.com\u00ab und von Xing stellt fest, dass Besch\u00e4ftigte der Generation Z sich j\u00e4hrlich gerne vierunddrei\u00dfig freie Tage nehmen w\u00fcrden. Bei der Generation Babyboomer sind es durchschnittlich drei\u00dfig freie Tage. Gemessen am Gehalt w\u00fcrde sich die Gruppe mit einem Bruttolohn ab dreitausend Euro die meisten Urlaubstage pro Jahr nehmen, also rund vier Tage mehr als Geringverdiener.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Kreativagentur aus Hamburg, die elbdudler GmbH, f\u00e4hrt mit dem Modell des unbegrenzten Urlaubs gut. Die Erfahrungen sind positiv und die Mitarbeiter nehmen im Schnitt drei\u00dfig Tage Urlaub pro Jahr, also \u00e4hnlich viel wie in anderen Unternehmen auch. Talent Manager Julian Draxler sieht dieses Modell eher als M\u00f6glichkeit, flexibler zu sein, wenn am Ende des Jahres mal zwei Urlaubstage fehlen, um an Weihnachten bei seiner Familie sein zu k\u00f6nnen, und spart diese dann im darauffolgenden Jahr wieder ein, weil kein gr\u00f6\u00dferer Urlaub geplant ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die meisten Unternehmen, die dieses Konzept bisher nutzen, sind Start-ups. Vielleicht ein weiterer Grund daf\u00fcr, warum junge Menschen bei der Arbeitgeberwahl ein Start-up-Unternehmen gegen\u00fcber einem Gro\u00dfkonzern bevorzugen w\u00fcrden. Ein aussagekr\u00e4ftiger Vergleich zwischen Vor- und Nachteilen ist nach aktuellem Stand noch nicht m\u00f6glich, da bislang zu wenige Unternehmen ihren Mitarbeitern Urlaub auf Vertrauensbasis anbieten. Es wird also noch etwas dauern, bis wir sagen k\u00f6nnen, ob das Modell Erfolg versprechend ist oder nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist allerdings wahrscheinlich, dass sich mit den Generationen Z und Alpha insgesamt in den n\u00e4chsten Jahren sowohl bei flexiblen Arbeitszeiten als auch beim Vertrauensurlaub einiges \u00e4ndern wird. Viele Angeh\u00f6rige der jungen Generation w\u00fcnschen sich solche neuen Modelle und fordern sie direkt oder indirekt ein, indem Unternehmen mit entsprechendem Angebot st\u00e4rker von Bewerbern frequentiert werden und weil die Wahrscheinlichkeit eines abzuwendenden Fachkr\u00e4ftemangels die Entwicklung zu solchen Modellen beschleunigen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Felix Behm: Generation Z \u2013 Ganz anders als gedacht: Wie sie tickt, wie sie handelt und wie wir ihr Potenzial erschlie\u00dfen\u201c &nbsp; &nbsp; &nbsp; Wie ist das mit Vier-Tage-Woche &amp; Co? \u00bbDiese junge Generation will doch nur noch ausschlafen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/11\/21\/buchauszug-generation-z-ganz-anders-als-gedacht-wie-sie-tickt-wie-sie-handelt-und-wie-wir-ihr-potenzial-erschliessen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[11628,1890,10426,11627],"class_list":["post-683273","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-generation-z-ganz-anders-als-gedacht-wie-sie-tickt-wie-sie-handelt-und-wie-wir-ihr-potenzial-erschliessen","tag-buchauszug","tag-business-village-verlag","tag-felix-behm"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683273"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":683353,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683273\/revisions\/683353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}