{"id":682848,"date":"2023-09-19T06:00:26","date_gmt":"2023-09-19T04:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=682848"},"modified":"2023-09-19T01:56:56","modified_gmt":"2023-09-18T23:56:56","slug":"buchauszug-jakob-schwerdtfeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/09\/19\/buchauszug-jakob-schwerdtfeger\/","title":{"rendered":"Buchauszug Jakob Schwerdtfeger: &#8222;Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist Kunst&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug Jakob Schwerdtfeger: &#8222;Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist Kunst&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_682849\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-682849\" class=\"size-full wp-image-682849\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/Schwerdtfeger.Jakob-Schwerdtfeger_02q_c-Marvin-Ruppert.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/Schwerdtfeger.Jakob-Schwerdtfeger_02q_c-Marvin-Ruppert.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/Schwerdtfeger.Jakob-Schwerdtfeger_02q_c-Marvin-Ruppert-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/Schwerdtfeger.Jakob-Schwerdtfeger_02q_c-Marvin-Ruppert-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-682849\" class=\"wp-caption-text\">Jakob Schwerdtfeger (Foto: PR\/Marvin Ruppert)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr habt bestimmt auch schon mal den Kopf gesch\u00fcttelt, wenn in<br \/>\nden Nachrichten von einer Kunstauktion berichtet wurde, wo es<br \/>\num Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr irgendein Bild ging. Die Rekordsumme<br \/>\nf\u00fcr ein Gem\u00e4lde liegt bei 450 Millionen US-Dollar, knapp eine halbe<br \/>\nMilliarde f\u00fcr ein bisschen Farbe auf Leinwand. Wie kann das sein?<br \/>\nUnd warum kostet ein kaputt geschreddertes Werk von Banksy fast<br \/>\n19 Millionen Euro? Ist die Kunstwelt v\u00f6llig wahnsinnig oder gibt es<br \/>\ngute Gr\u00fcnde f\u00fcr solche Rekordpreise? Dieses Kapitel bringt etwas<br \/>\nLicht in die Mechanismen des Kunstmarktes und die Maschen der<br \/>\nF\u00e4lscher, die genau dieses System ausnutzen. Au\u00dferdem erfahrt<br \/>\nihr, wie man auch ohne Riesenverm\u00f6gen sch\u00f6ne Werke f\u00fcr zu Hause<br \/>\nbekommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WARUM IST KAPUTTE KUNST NOCH WERTVOLLER?<\/strong><br \/>\n<strong>BANKSYS SCHREDDERBILD<\/strong><\/p>\n<p>Knisternde Stimmung im Saal, erbitterte Bietergefechte und tosender<br \/>\nApplaus beim Zuschlag: So habe ich mir fr\u00fcher Kunstauktionen vorgestellt,<br \/>\ndoch das entspricht selten der Realit\u00e4t. Bei der ersten Versteigerung,<br \/>\ndie ich besucht habe, wirkte die Auktionatorin ungef\u00e4hr so enthusiastisch,<br \/>\nals w\u00fcrde sie seit zehn Jahren die immer gleichen Ansagen beim Autoscooter<br \/>\nmachen. \u00dcber Stunden hinweg wurden dort Hunderte Kunstwerke<br \/>\nverkauft, eine Massenabfertigung, sachlich und genau. Wirkliche<br \/>\n\u00dcberraschungen sind bei Auktionen ausgesprochen selten, daher schlug<br \/>\nBanksys Schredderaktion ein wie eine Bombe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 5. Oktober 2018 neigte sich ein langer Tag beim Auktionshaus<br \/>\nSotheby\u2019s dem Ende zu, das letzte aufgerufene Werk war M\u00e4dchen mit<br \/>\nBallon von Banksy, dem ber\u00fchmtesten Street-Artist der Welt. Der Zuschlag<br \/>\nerfolgte bei 1,18 Millionen Euro, es gab verhaltenen Applaus und<br \/>\ndann passierte das Unglaubliche: Ein Schredder im Rahmen aktivierte<br \/>\nsich und schnitt die H\u00e4lfte des Bildes in Streifen, die nun unten herausbaumelten.<br \/>\nPl\u00f6tzlich hatte das Banksy-Bild lange Fransen wie die Lederjacke<br \/>\neines Typen in der Midlifecrisis, der noch mal Easy Rider spielen<br \/>\nm\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angeblich hatte der K\u00fcnstler den Schredder lange vorher eingebaut,<br \/>\nfalls das Bild eines Tages zu einer Auktion kommt. Wieso ist unklar,<br \/>\neventuell, um einer weiteren Wertsteigerung seiner Kunst entgegenzuwirken.<br \/>\nH\u00f6chstwahrscheinlich sollte das M\u00e4dchen mit Ballon komplett geschreddert<br \/>\nwerden, aber die Maschine stoppte etwa bei der H\u00e4lfte. War<br \/>\ndas Bild nun zerst\u00f6rt und wertlos? Ganz im Gegenteil! Kurze Zeit sp\u00e4ter<br \/>\nerkl\u00e4rte Banksy das Ganze zu einem neuen Kunstwerk und gab ihm den<br \/>\nTitel Die Liebe ist im Eimer. Damit erhielt das Werk einen wertvollen Echtheitsstempel von Banksy. 2021 wurde das Bild erneut versteigert, dieses Mal jedoch f\u00fcr 18,89 Millionen Euro. Warum ist kaputte Kunst pl\u00f6tzlich das 16-Fache wert? Ist ein Schredder eine Gelddruckmaschine? Und wie funktioniert der Kunstmarkt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DER KUNSTMARKT UND DIE KIRCHE<\/strong><\/p>\n<p>Bis weit ins Mittelalter kam der Preis von Kunst durch Materialaufwand<br \/>\nund Arbeitsstunden zustande. Mittlerweile hat sich das ge\u00e4ndert,<br \/>\nKunst hat einen ideellen Wert, sie wird mit Bedeutung aufgeladen. Das ist<br \/>\nein bisschen wie mit den Oblaten in der Kirche. Eigentlich handelt es sich<br \/>\num staubtrockenes, geschmackloses Esspapier, das einem sofort am Gaumen<br \/>\nklebt. Aber beim Abendmahl sind Oblaten pl\u00f6tzlich der Leib Christi.<br \/>\nKein Wunder, dass man einen ordentlichen Schluck aus dem Kelch<br \/>\nbraucht, um das runterzukriegen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich auch mit Papiergeld,<br \/>\ndem wir einen hohen Wert geben, obwohl es sich um ein fast wertloses<br \/>\nDruckerzeugnis handelt, das man nicht mal essen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00bbGut im Gesch\u00e4ft zu sein ist das Faszinierendste an Kunst.<\/strong><br \/>\n<strong>Geld verdienen ist Kunst, arbeiten ist Kunst, und gute Gesch\u00e4fte<\/strong><br \/>\n<strong>sind die gr\u00f6\u00dfte Kunst.\u00ab<\/strong><br \/>\n<strong>Andy Warhol<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie kommt also der Wert von Kunst zustande, wenn nicht durch das<br \/>\nMaterial wie Farbe, Leinwand etc.? Ein wichtiger Faktor ist der Name des<br \/>\nK\u00fcnstlers oder der K\u00fcnstlerin, der oft wie eine Marke funktioniert. In der<br \/>\nModewelt ist das nicht anders: Der Name der Luxusmarke Vetements<br \/>\nbeispielsweise steht f\u00fcr einen bestimmten Status, Lifestyle und f\u00fcr Qualit\u00e4t.<br \/>\nDadurch konnte die Marke sogar gelb-rote DHL-Paketboten-Shirts<br \/>\nauf den Markt bringen und f\u00fcr 245 Euro verkaufen. Das ist viel Geld<br \/>\ndaf\u00fcr, dass man auf der Stra\u00dfe dauernd f\u00fcr versp\u00e4tete Pakete angeschnauzt<br \/>\nwird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Name Banksy nimmt auf dem Kunstmarkt eine sagenumwobene<br \/>\nSonderrolle ein. Seine wahre Identit\u00e4t ist bis heute ungekl\u00e4rt, diesen<br \/>\nK\u00fcnstler umgibt ein Mythos. Jede Spekulation \u00fcber seine Person verschafft Banksy weitere Aufmerksamkeit. \u00dcber keinen anderen K\u00fcnstler<br \/>\nberichtet die Tagesschau bei jedem neu aufgetauchten Werk. Wie absurd<br \/>\nw\u00e4re es, wenn \u00bbGerhard Richter malt ein neues Bild\u00ab eine Headline w\u00e4re?<br \/>\nBanksy-Werke finden sich oft in prek\u00e4ren Stadtvierteln Englands und sollen<br \/>\nauf soziale Missst\u00e4nde aufmerksam machen. Jedoch werden die Arbeiten<br \/>\nin der Regel dort schnell herausgefr\u00e4st, abtransportiert und f\u00fcr<br \/>\nMillionen verkauft \u2013 ein richtiger Dagobert-Duck-Move. Ich kann mir<br \/>\nbildlich vorstellen, wie er Donald schickt, um das zu erledigen. Gegen<br \/>\ndiese freche Vermarktung seiner Kunst wehrt sich Banksy, indem er immer<br \/>\nwieder Objekte aus der unmittelbaren Umgebung in seine Werke integriert.<br \/>\nSo bindet er etwa eine Stra\u00dfenecke, Bushaltestelle oder \u00f6ffentliche<br \/>\nBank ein und spr\u00fcht darum herum. Das macht es schwieriger, seine<br \/>\nKunst aus dem Entstehungsort herauszurei\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Bild-Schreddern war vermutlich ebenfalls als kritischer Kommentar<br \/>\nauf den Kunstmarkt gemeint. Ironischerweise steigert genau dieses<br \/>\nAuflehnen gegen das System Banksys Marktwert. Es gibt ihm ein authen- &#8230;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>WOMIT VERDIENT BANKSY SEIN GELD?<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn ein Banksy-Werk bei einer Auktion f\u00fcr Unsummen verkauft wird, verdient<\/em><br \/>\n<em>der K\u00fcnstler daran nichts. Denn bei Versteigerungen wird die Kunst<\/em><br \/>\n<em>ohne seine Beteiligung weiterverkauft. Und auch seine \u00f6ffentlichen, illegal<\/em><br \/>\n<em>angebrachten Bilder werfen kein Geld ab. Wovon lebt Banksy also? Vermutlich<\/em><br \/>\n<em>haupts\u00e4chlich von Drucken seiner Arbeiten, die er in limitierter Auflage<\/em><br \/>\n<em>verkauft. Selten \u00fcbertr\u00e4gt er auch Motive auf Leinwand und ver\u00e4u\u00dfert diese<\/em><br \/>\n<em>Arbeiten. Wegen der ganzen F\u00e4lschungen und Imitate hat Banksy eine Website<\/em><br \/>\n<em>eingerichtet, die seine Kunst offiziell vertreibt und den passenden Namen<\/em><br \/>\n<em>\u00bbSch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung\u00ab tr\u00e4gt. Zus\u00e4tzlicht ver\u00f6ffentlich Banksy Fotob\u00fccher<\/em><br \/>\n<em>seiner Arbeiten, allesamt Bestseller. Und sein Film Exit Through the Gift Shop<\/em><br \/>\n<em>spielte allein in den USA \u00fcber drei Millionen Dollar ein. Also macht euch<\/em><br \/>\n<em>um Banksys Finanzen keine Sorgen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8230;. tisches und rebellisches Image. Indem man seine Kunst kauft, erwirbt<br \/>\nman Street Credibility, Untergrundkultur und ein St\u00fcck wildes Leben.<br \/>\nWer das kauft? Keine Ahnung. Aber es gibt auch Menschen, die sich teures<br \/>\nSchlammspray kaufen, damit ihre SUVs aussehen, als h\u00e4tten sie ein<br \/>\nrichtiges Abenteuer erlebt. Und ja, dieses Spray gibt es wirklich.<br \/>\nWichtig f\u00fcr den Wert eines Kunstwerks ist au\u00dferdem, ob es dem aktuellen<br \/>\nGeschmack entspricht. Banksys \u00c4sthetik und seine gesellschaftskritischen<br \/>\nThemen passen perfekt in unseren Zeitgeist, gleichzeitig \u00fcberfordern<br \/>\ndie Werke niemanden und sind nicht zu bissig. Banksys Kunst ist<br \/>\nSozialkritik, unter der sich prima Weinproben abhalten lassen. Er ist einer<br \/>\nder ganz wenigen K\u00fcnstler, die voll im Mainstream angekommen sind, so<br \/>\nwurde M\u00e4dchen mit Ballon 2017 zum beliebtesten Bild Gro\u00dfbritanniens<br \/>\ngew\u00e4hlt. Das simple Motiv l\u00e4sst sich sofort erfassen, entweder verliert,<br \/>\nversendet oder empf\u00e4ngt das M\u00e4dchen mit dem Herzballon Liebe. Es ist<br \/>\nein Kalenderspruch in Bildform.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-682850\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/cover.28375_Schwertfeger_Cover_final-003.jpg\" alt=\"\" width=\"426\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/cover.28375_Schwertfeger_Cover_final-003.jpg 426w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/cover.28375_Schwertfeger_Cover_final-003-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><\/p>\n<p><strong>Jakob Schwertfeger: &#8222;Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist Kunst&#8220;. dtv. 22 Euro, 220 Seiten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst-und-das-ist-kunst-28375\">Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist Kunst von Jakob Schwerdtfeger &#8211; Hardcover | dtv Verlag<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DIE MARKETINGMASCHINERIE<\/strong><\/p>\n<p>Seltenheit ist ein weiterer Faktor, der Kunst teuer macht. Das war beim<br \/>\nM\u00e4dchen mit Ballon eigentlich nicht gegeben. Banksy spr\u00fchte das Motiv<br \/>\n\u00fcber Jahre hinweg an mehreren Orten und variierte es dabei leicht. Erst<br \/>\ndurch den Schredder wurde das Bild 2018 zu Die Liebe ist im Eimer und<br \/>\ndamit zu einem echten Unikat. Gekauft wurde es von einer europ\u00e4ischen<br \/>\nSammlerin, die das Werk trotz des Schadens behielt und daf\u00fcr besagte<br \/>\n1,18 Millionen Euro zahlte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um eines Tages mit den eigenen Werken im Museum zu h\u00e4ngen, m\u00fcssen<br \/>\nKunstscha ende einen langen Weg gehen, doch Banksy hat eine Abk\u00fcrzung<br \/>\ngefunden. 2005 schmuggelte er seine eigene H\u00f6hlenmalerei ins British<br \/>\nMuseum in London und montierte sie unbemerkt zwischen die anderen<br \/>\nAusstellungsst\u00fccke. Das Werk zeigt eine rudiment\u00e4re Zeichnung mit Bison<br \/>\nund Strichm\u00e4nnchen. Allerdings schiebt die Figur un\u00fcbersehbar einen Einkaufswagen<br \/>\n\u2013 entspanntes Steinzeit-Shopping? Offensichtlicher h\u00e4tte Banksy<br \/>\nseinen Witz nicht platzieren k\u00f6nnen. Doch die Aktion flog erst auf, als der<br \/>\nStreet Artist auf seiner Homepage darauf aufmerksam machte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FUN FACT<\/strong><\/p>\n<p>Promo-Tour durch zwei deutsche Museen geschickt. Ich habe das Original<br \/>\nin der Staatsgalerie Stuttgart gesehen. Gerne w\u00fcrde ich sagen, dass es<br \/>\nein beeindruckendes Erlebnis war, aber ich fand haupts\u00e4chlich, dass das<br \/>\nWerk aussah wie ein Abrisszettel auf der Stra\u00dfe, wenn jemand Nachhilfe<br \/>\nanbietet. Das eigentliche Highlight war der Museumsshop mit Merchandise<br \/>\nzu dem Banksy-Werk: Fr\u00fchst\u00fccksbrettchen, Fu\u00dfmatten, Einkaufstaschen,<br \/>\nMauspads und bauchfreie Shirts mit runterh\u00e4ngenden Fetzen.<br \/>\nSogar Ikea hat Banksy in einer Werbung aufgegriffen und einen Teppich<br \/>\nin einen Rahmen gepackt, sodass die Fransen unten heraush\u00e4ngen. Dazu<br \/>\ndie Unterzeile \u00bbMeisterwerk, das alle besitzen k\u00f6nnen\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum spielen Museen in diesem Vermarktungszirkus mit? Weil sie<br \/>\nsich solche Spitzenwerke von ihren Ankaufsetats niemals leisten k\u00f6nnten.<br \/>\nEs ist ein g\u00e4ngiges Vorgehen, dass Privatpersonen und Unternehmen ihre<br \/>\nWerke an Museen ausleihen und damit den Wert ihrer Sammlung steigern.<br \/>\nMuseen sind prestigetr\u00e4chtige Orte. Was hier h\u00e4ngt, wird teurer, denn<br \/>\nMuseen schaffen Ansehen und Vertrauen, sie sind gewisserma\u00dfen die Stiftung<br \/>\nWarentest der Kunstwelt. F\u00fcr die Staatsgalerie hat es sich ebenfalls<br \/>\ngelohnt, denn die Publikumszahlen haben sich durch den Banksy<br \/>\nverdoppelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Win-win-Situation \u2013 vor allem f\u00fcr die Sammlerin, die das<br \/>\nKunstwerk danach mit 1 500 Prozent Gewinn verkaufen konnte.<br \/>\nBer\u00fccksichtigt man all diese Aspekte, erstaunt es vielleicht ein bisschen<br \/>\nweniger, dass ein kaputtes Kunstwerk so viel wert ist. Als der Banksy<br \/>\n2021, also drei Jahre nach der Schredderaktion, wieder zur Auktion kam,<br \/>\nwurde sich um dieses Werk regelrecht gekloppt. Es gab neun Bietende, so<br \/>\nein direkter Wettbewerb treibt nat\u00fcrlich Preise zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he. Wer<br \/>\nLiebe ist im Eimer schlussendlich ersteigert hat, ist unbekannt. Klar ist, hier<br \/>\nkauft man nicht nur ein Bild, sondern eine Story. Es gibt kaum ein besseres<br \/>\nStatussymbol als das meistbesprochene Kunstwerk der Welt zu besitzen.<br \/>\nWenn das bei dir zu Hause h\u00e4ngt, hast du immer ein Gespr\u00e4chsthema,<br \/>\nund sei es die Frage: \u00bbBist du v\u00f6llig bescheuert, daf\u00fcr so viel Geld<br \/>\nauszugeben?\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DEM MARKT KANN MAN KAUM ENTFLIEHEN<\/strong><\/p>\n<p>Ich mag es, \u00fcber Flohm\u00e4rkte zu schlendern, weil ich es faszinierend<br \/>\nfinde, was f\u00fcr kuriose Sachen dort angeboten werden. In Friedrichshafen<br \/>\nhabe ich mal einen Stand gesehen mit dem Hinweis \u00bbErotik-DVDs auf<br \/>\nAnfrage\u00ab und dieses Schild klebte auf einem Rollator. Besonders<br \/>\ngerne w\u00e4re ich aber 1983 in New York auf dem Flohmarkt gewesen.<br \/>\nHier verkaufte der K\u00fcnstler David Hammons seine \u00e4u\u00dferst<br \/>\nungew\u00f6hnlichen Werke: es handelte sich um Schneeb\u00e4lle. Die<br \/>\nwaren der Gr\u00f6\u00dfe nach sortiert und fein s\u00e4uberlich aufgereiht,<br \/>\nman h\u00e4tte damit eine Schneeballschlacht perfekt ausarten lassen<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie viel die Schneeb\u00e4lle kosteten und ob es Mengenrabatt<br \/>\ngab, wei\u00df ich leider nicht. Angeblich soll Hammons insgesamt<br \/>\n20 US-Dollar eingenommen haben.<br \/>\nDie Menschen reagierten am\u00fcsiert auf die Schneeb\u00e4lle und<br \/>\ndiese abstruse Idee. Niemandem d\u00fcrfte bewusst gewesen sein, dass es sich hier um eine Kunstperformance handelte, denn der K\u00fcnstler hatte es nirgendwo angek\u00fcndigt. Er hatte lediglich einem Fotografen Bescheid gesagt. Mit seiner Aktion machte sich<br \/>\nHammons nicht nur \u00fcber den Kunstmarkt lustig, sondern reflektierte<br \/>\nauch die Lebensrealit\u00e4t vieler Schwarzer in den USA. An den Rand der<br \/>\nGesellschaft gedr\u00e4ngt, blieb ihnen oft nichts anderes \u00fcbrig, als an Stra\u00dfenecken<br \/>\nverschiedene Waren anzubieten. In seinen Werken greift Hammons<br \/>\nbis heute immer wieder politische Themen auf und thematisiert<br \/>\nsoziale Missst\u00e4nde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hammons lehnt seit Beginn seiner Karriere in den 1969er-Jahren die<br \/>\netablierte Kunstwelt und den Kunstmarkt ab. Er stellte schon damals ganz<br \/>\nbewusst Werke her, die schwer verk\u00e4uflich waren. Seine Schneeb\u00e4lle d\u00fcrften<br \/>\ndas erste Kunstwerk sein, f\u00fcr das es eine ununterbrochene K\u00fchlkette<br \/>\ngebraucht h\u00e4tte \u2013 so nah k\u00f6nnen sich Kunst und Tiefk\u00fchlpizza kommen.<br \/>\nVon den Schneeb\u00e4llen hat keiner \u00fcberlebt und auch sonst arbeitete Hammons<br \/>\nviel mit verg\u00e4nglichen Materialien. Sowieso tat er eigentlich alles,<br \/>\num nicht bekannt zu werden. Der K\u00fcnstler hatte lange keine Galerie, die<br \/>\nihn vermarktete, sondern stellte in Friseurl\u00e4den und Bars aus. Bis heute<br \/>\nhat er keine Homepage. Trotzdem oder vielleicht genau deshalb liebt ihn<br \/>\ndie von ihm verachtete Kunstwelt. Wenn der Markt verwertbare Werke<br \/>\nvon ihm in die H\u00e4nde kriegt, werden diese teils f\u00fcr Millionenbetr\u00e4ge verkauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00bbDas Kunstpublikum ist das schlimmste der Welt. Es ist \u00fcberm\u00e4\u00dfig gebildet,<\/strong><br \/>\n<strong>es ist konservativ, es kritisiert blo\u00df, versteht nichts und hat niemals Spa\u00df.<\/strong><br \/>\n<strong>Warum sollte ich meine Zeit mit so einem Publikum verschwenden?\u00ab<\/strong><br \/>\n<strong>David Hammons<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hammons bringt eine astreine Underdog-Geschichte mit. Wir alle<br \/>\nlieben Stars, die es von ganz unten bis an die Spitze geschafft haben \u2013 die<br \/>\nhalbe Rap-Welt lebt von diesem Mythos. Hammons ist dazu noch der<br \/>\nwiderspenstige K\u00fcnstler, der das alles nicht mal wollte, mehr Realness<br \/>\ngeht nicht. Mittlerweile wurde er l\u00e4ngst vom Kunstmarkt geschluckt,<br \/>\nbleibt aber dennoch edgy. 2002 stellte der K\u00fcnstler in einer stockdunklen,<br \/>\nleeren Galerie aus. Das Publikum bekam Taschenlampen und musste im<br \/>\nDunkeln nach den Kunstwerken suchen, nur gab es dort gar keine \u2013 das<br \/>\nwar wie Topfschlagen, aber ohne Topf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WIE PERFORMANCE ZUM PRODUKT WIRD<\/strong><\/p>\n<p>Solche Aktionen stellen eine Herausforderung f\u00fcr den Kunstmarkt<br \/>\ndar, denn sie sind schwierig zu vermarkten. Die Kunstform der Performance<br \/>\nkam in den 1960er-Jahren auf und umfasst Live-Darbietungen<br \/>\njeglicher Art. Wie verkauft man so etwas? Hier ein Beispiel: 1974 f\u00fchrte<br \/>\ndie wohl ber\u00fchmteste Performancek\u00fcnstlerin Marina Abramovi\u0107 eine<br \/>\nsechsst\u00fcndige Aktion namens Rhythmus 0 durch. Vor der K\u00fcnstlerin war<br \/>\nein Tisch aufgebaut mit 72 Gegenst\u00e4nden, darunter Rosen, Parf\u00fcm,<br \/>\nScheren, ein Skalpell, eine Metallstange und eine geladene Pistole.<br \/>\nAbramovi\u0107 forderte das Publikum auf, diese Gegenst\u00e4nde an ihr zu benutzen.<br \/>\nSie machte sich bewusst zum Objekt und teilte vorher mit, dass<br \/>\nsie die volle Verantwortung f\u00fcr alles \u00fcbernehme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie weit w\u00fcrde das Publikum gehen? Weit, viel zu weit! Zun\u00e4chst war<br \/>\nalles recht harmlos, es wurde ein bisschen auf der K\u00fcnstlerin herumgemalt<br \/>\nwie auf Schlafenden im Schullandheim. Aber nach ein paar Stunden<br \/>\nstieg den Leuten die Macht zu Kopf. Abramovi\u0107 wurde ein Arm umgedreht,<br \/>\nRosendornen wurden in ihren Bauch gestochen, sie wurde begrapscht,<br \/>\nentkleidet und mit einer Rasierklinge am Hals geschnitten.<br \/>\nJemand trank sogar das Blut aus der Wunde. Als ihr die geladene Pistole<br \/>\nan den Kopf gehalten wurde, kam es zu einem Tumult, da ein Teil des<br \/>\nPublikums und die Angestellten der Galerie die K\u00fcnstlerin sch\u00fctzen wollten.<br \/>\nSch\u00fcsse fielen am Ende keine, doch von dem Rasierklingenschnitt<br \/>\ntr\u00e4gt Abramovi\u0107 bis heute eine Narbe am Hals. Die Performance erz\u00e4hlt<br \/>\nviel \u00fcber aggressive Gruppendynamik und sexuelle \u00dcbergriffigkeit. Es ist<br \/>\nein Sozialexperiment mit schockierendem Ausgang und wirft sofort die<br \/>\nFrage auf, wie wir selbst wohl gehandelt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Kunstmarkt macht auch aus dieser Aktion ein<br \/>\nProdukt: Verkauft wird das Kunstwerk als eine Art Einkaufsliste, darauf<br \/>\nstehen die 72 Objekte, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Rhythmus 0 verwendet wurden.<br \/>\nDiese kann man sich nun besorgen und dann zu Hause oder im<br \/>\nMuseum Abramovi\u0107s Gabentisch nachbauen. Dazu gibt es noch einen<br \/>\nProjektor und ein Video der urspr\u00fcnglichen Performance als DVD \u2013 und<br \/>\nschon kann das Abendessen unter Kunstfreunden so richtig eskalieren.<br \/>\nDas Werk ist \u00fcbrigens kein Unikat, denn warum sollte man nur ein Mal<br \/>\nGeld machen? Es gibt insgesamt f\u00fcnf Versionen der Liste, mit der die<br \/>\nK\u00fcnstlerin den Nachbau der Aktion offiziell erlaubt. Das macht die Arbeit<br \/>\nvon Abramovi\u0107 zwar f\u00fcr den Markt verwertbar, aber sie transportiert<br \/>\nkaum noch, worum es bei der Performance ging \u2013 n\u00e4mlich genau um die<br \/>\nGrenz\u00fcberschreitung und die Teilhabe des Publikums.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DAS TEUERSTE BILD DER WELT: EIN FEHLKAUF?<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen all den Erfolgsgeschichten auf dem Kunstmarkt gibt es aber<br \/>\nauch F\u00e4lle, die richtig schiefgehen. Einer betrifft ausgerechnet das teuerste<br \/>\nBild der Welt: M\u00f6glicherweise wurde hier knapp eine halbe Milliarde<br \/>\nversenkt. Wie konnte das passieren? Und was sagt das \u00fcber den Kunstmarkt<br \/>\naus? Das Gem\u00e4lde Salvator mundi (Der Welterl\u00f6ser) stammt angeblich<br \/>\nvon Leonardo da Vinci h\u00f6chstpers\u00f6nlich. 2017 wurde das Bild,<br \/>\ndas aussieht, als h\u00e4tte jemand Jesus den Joint aus der Hand retuschiert, f\u00fcr<br \/>\nunglaubliche 450 Millionen US-Dollar versteigert. Es gibt allerdings etliche<br \/>\nUngereimtheiten.<\/p>\n<p>So existieren erhebliche Zweifel, ob es sich bei dem Salvator mundi um<br \/>\nein eigenh\u00e4ndiges Gem\u00e4lde von Leonardo handelt. Viele Fachleute gehen<br \/>\ndavon aus, dass ein Sch\u00fcler Leonardo da Vincis das Werk gemalt hat,<br \/>\neventuell unter Aufsicht und Beteiligung des Meisters. Damit h\u00e4tte es<br \/>\naber nur einen Bruchteil des Wertes. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts<br \/>\nwurde das Bild \u00fcberhaupt Leonardo zugeschrieben. Vorher galt es als<br \/>\nWerkstattarbeit und wurde 1958 f\u00fcr l\u00e4ppische 45 britische Pfund verkauft.<br \/>\nVerglichen damit sind 450 Millionen US-Dollar schon ein paar<br \/>\nNullen mehr. Der Salvator mundi war lange in einem sehr schlechten Zustand,<br \/>\nbis 2005 eine umfangreiche Reinigung und Restaurierung begann,<br \/>\nwobei manche darin eher eine Sch\u00f6nheits-OP sehen. Mutma\u00dflich wurden dabei wesentliche Ver\u00e4nderungen vorgenommen, denn nach der Restaurierung soll das Bild<br \/>\ndeutlich mehr nach Leonardo da Vinci ausgesehen haben als vorher.<br \/>\nOffenbar wurde hier nach der klassischen Pippi-Langstrumpf-Methode restauriert: \u00bbIch mach\u2019 mir die Welt, wie sie mir gef\u00e4llt.\u00ab<\/p>\n<p>Damit Werke in dieser Preisklasse mitspielen k\u00f6nnen, ist au\u00dferdem<br \/>\neine l\u00fcckenlose Provenienz wichtig, also eine gesicherte<br \/>\nHerkunftsgeschichte. Im Idealfall ist es m\u00f6glich, von der Entstehung<br \/>\nbis zum heutigen Besitzer alle Stationen des Bildes nachzuvollziehen.<br \/>\nSo kann ausgeschlossen werden, dass es sich um eine<br \/>\nF\u00e4lschung oder eine fehlerhafte Zuschreibung handelt. Die Provenienz<br \/>\nist beim Salvator mundi jedoch sehr d\u00fcrftig. Wann genau ist das<br \/>\nBild entstanden? Wer hat es in Auftrag gegeben? Warum gibt es keinen<br \/>\nZeitgenossen Leonardos, der das Werk erw\u00e4hnt? Wem genau hat das Bild<br \/>\nbis Anfang des 20. Jahrhunderts geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Fragen sind erstaunlicherweise allesamt offen. Trotz der Zweifel und ungekl\u00e4rten Fakten wurde der Salvator mundi der \u00d6ffentlichkeit 2011 als wiederentdeckter Leonardo da Vinci pr\u00e4sentiert. Das war eine Weltsensation, denn es gibt nur etwa<br \/>\n15 Gem\u00e4lde, die Leonardo sicher zugeordnet werden k\u00f6nnen. Ein paar<br \/>\nExpertinnen und Experten best\u00e4tigten die Zuschreibung, sogar die National<br \/>\nGallery in London stellte das Bild als Original aus und adelte es damit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>KUNST ALS SPEKULATIONSOBJEKT<\/h1>\n<p>Der Salvator mundi wurde zum Wanderpokal. Im Jahr 2013 wechselte<br \/>\ndas Bild gleich zwei Mal den Besitzer, jeweils mit stark steigenden Preisen.<br \/>\nDas Werk wurde dabei nicht gekauft, um es sich an die Wand zu h\u00e4ngen,<br \/>\nsondern um Geld zu machen. Es ist ein \u00fcberkommenes Image, dass<br \/>\nKunst nur zum privaten Genuss von elit\u00e4ren Sch\u00f6ngeistern mit seidenen<br \/>\nEinsteckt\u00fcchern erworben wird. Auf dem Markt ist Kunst ein Investment<br \/>\nund Spekulationsobjekt. Reiche Menschen haben Kunst standardm\u00e4\u00dfig<br \/>\nin ihrem Verm\u00f6gensportfolio genau wie Aktien, Immobilien, Oldtimer<br \/>\noder La Martina-Hemden mit gigantischen Polopferden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem l\u00e4sst sich mit teuren Bildern sehr einfach viel Geld transportieren, ein Haus ist<br \/>\ndeutlich sperriger als eine kleine Leinwand \u2013 ein Traum f\u00fcr Geldw\u00e4sche.<br \/>\nMit Kunst wird viel spekuliert und teilweise rigoros gezockt. Hier gibt es<br \/>\nsogenannte Flipper, leider sind damit weder knuffige Delfine noch kultige<br \/>\nSpielautomaten gemeint. Beim Art Flipping werden Werke gekauft und<br \/>\nschon nach kurzer Zeit wieder gewinnbringend abgesto\u00dfen, der Salvator<br \/>\nmundi ist das Musterbeispiel daf\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rekordpreis von 450 Millionen US-Dollar f\u00fcr den Leonardo kam<br \/>\nschlie\u00dflich 2017 zustande, als das renommierte Auktionshaus Christie\u2019s<br \/>\ndas Gem\u00e4lde zum Verkauf anbot. Allerdings wurde vorher noch mal kr\u00e4ftig<br \/>\ndie Werbetrommel ger\u00fchrt. Das Bild ging auf Welttournee und es wurden<br \/>\naufwendige Werbeclips gedreht. In einem sieht man den Schauspieler<br \/>\nLeonardo DiCaprio tief ger\u00fchrt vor dem Gem\u00e4lde stehen: Leonardo vor<br \/>\nLeonardo \u2013 ein Wortspiel der Superlative.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verkauft wurde der Salvator mundi in den arabischen Raum, vermutlich<br \/>\nan das saudische K\u00f6nigshaus. Und auch nach der Versteigerung h\u00f6rten<br \/>\ndie Merkw\u00fcrdigkeiten nicht auf: Das Bild sollte 2018 in dem erst kurz<br \/>\nzuvor er\u00f6ffneten Museum Louvre Abu Dhabi gezeigt werden, jedoch<br \/>\nwurde die Pr\u00e4sentation kurzfristig ohne Begr\u00fcndung abgesagt. 2019 gab<br \/>\nes eine gro\u00dfe Leonardo-Ausstellung im Pariser Louvre, hier fehlte der<br \/>\nSalvatormundi ebenfalls. Bis heute ist das Bild nicht wieder \u00f6ffentlich aufgetaucht.<br \/>\nGab es so starke Zweifel an der Authentizit\u00e4t? Es bleibt ein sehr<br \/>\nkostspieliges Mysterium.<\/p>\n<p>Der Salvator mundi ist das bislang teuerste Bild der Welt, aber ist es<br \/>\nauch das beste? Heutzutage wird der Preis f\u00fcr ein Werk oft mit Qualit\u00e4t<br \/>\nund Relevanz gleichgesetzt. Dabei wissen wir doch alle aus Erfahrung,<br \/>\ndass nicht alles, was viel kostet, automatisch gut oder wichtig ist. Zum<br \/>\nBeispiel Austern: Die kosten ein Verm\u00f6gen, schmecken wie gesalzener<br \/>\nGlibber und satt machen sie auch nicht. F\u00fcr Au\u00dfenstehende ist es schwierig<br \/>\nnachzuvollziehen, wie die Preise f\u00fcr Bilder und Skulpturen zustande<br \/>\nkommen, denn der Kunstmarkt ist undurchsichtig, komplex und wird<br \/>\nvon vielen Faktoren bestimmt \u2013 \u00e4hnlich wie der Aktienmarkt. Auch mir<br \/>\nerschlie\u00dfen sich viele Betr\u00e4ge nicht, die f\u00fcr Kunst aufgerufen werden,<br \/>\nobwohl ich mich viel mit der Materie besch\u00e4ftige.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Kunstmessen stehe ich immer wieder vor Bildern, gucke auf den<br \/>\nPreis und denke mir in aller Ausf\u00fchrlichkeit: \u00bbH\u00e4?\u00ab Dabei kann ich mich<br \/>\nschon gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, wenn \u00fcberhaupt ein Preisschild neben einem<br \/>\nWerk h\u00e4ngt. Galerien sind sich n\u00e4mlich in der Regel zu fein daf\u00fcr. Stattdessen<br \/>\nwird neben die Werke \u00bbPreis auf Anfrage\u00ab geschrieben. Wird der<br \/>\nPreis je nach Person angepasst? Was soll das? Wieso wird ein k\u00fcnstliches<br \/>\nGeheimnis daraus gemacht? Wie bei Menschen, die man nicht nach ihrem<br \/>\nAlter fragen darf und stattdessen nervig herumraten muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>STEILVORLAGE F\u00dcR STEUERHINTERZIEHUNG<\/strong><\/p>\n<p>Die Kunstszene setzt grunds\u00e4tzlich sehr auf Verschwiegenheit, was<br \/>\nsich besonders bei einem Ph\u00e4nomen zeigt: den sogenannten \u00bbZollfreilagern\u00ab. Das sind spezielle Lagerh\u00e4user, die eigentlich daf\u00fcr geschaffen<br \/>\nwurden, importierte Waren kurzfristig, steuerfrei und unverzollt zwischenzulagern,<br \/>\nbis sie weiterexportiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WIE MAN G\u00dcNSTIG KUNST KAUFEN KANN<\/strong><br \/>\nAuch wenn euer Budget etwas kleiner ist als das f\u00fcr den Salvator mundi,<br \/>\nk\u00f6nnt ihr sch\u00f6ne Kunst kaufen. Hier ein paar g\u00fcnstige M\u00f6glichkeiten: Tr\u00f6dell\u00e4den<br \/>\nsind eine gute Adresse f\u00fcr billige Bilder. In Frankfurt habe ich f\u00fcr<br \/>\nein Landschaftsbild von 1903 nur 45 Euro bezahlt. \u00bb1903\u00ab kann zwar jeder<br \/>\ndraufpinseln, aber um ahnungslose G\u00e4ste zu beeindrucken, reicht es. Selbst<br \/>\nbekanntere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler bringen ihre Werke teilweise als<br \/>\nhandsignierte Druckgrafi ken heraus. Dadurch, dass es von den Werken mehrere<br \/>\nExemplare gibt, sind diese oft schon f\u00fcr ein paar hundert Euro zu haben.<br \/>\nAu\u00dferdem gibt es in Deutschland \u00fcber dreihundert Kunstvereine.<br \/>\nWenn ihr Mitglied werdet, k\u00f6nnt ihr dort preiswerte Kunst kaufen, die sogenannten<br \/>\nJahresgaben. Das sind Unikate oder in kleiner Auflage gedruckte<br \/>\nKunstgrafiken. Und wenn ihr mal so richtig verzaubert seid von einem ber\u00fchmten<br \/>\nGem\u00e4lde, das ihr irgendwo gesehen habt, dann scheut euch nicht,<br \/>\nes in einem Online-Shop als gerahmtes Poster zu bestellen. Auch ein Kunstdruck<br \/>\nf\u00fcr 20 Euro kann einem viel Freude bereiten. Vermeidet nur vielleicht<br \/>\ndie Mona Lisa als Motiv, denn die haben alle &#8211; es ist das Audrey-Hepburn-<br \/>\nPoster unter den Kunstdrucken.<\/p>\n<p>Im Prinzip ist das ein Duty-free-Shop f\u00fcr Bilder, nur ohne Zigarettenstangen und gigantische Toblerone-Packungen. Allein in der Schweiz soll der Gesamtwert der eingelagerten Waren in Zollfreilagern bei \u00fcber 100 Milliarden Franken liegen. Und das ist eher eine konservative Sch\u00e4tzung.<br \/>\nFachleute bezeichnen das Zollfreilager in Genf als \u00bbdas gr\u00f6\u00dfte Museum<br \/>\nder Welt\u00ab, weil hier so viel Kunst untergebracht ist. Es ist ein gigantischer<br \/>\nBilderbunker, in dem unter anderem die zweitgr\u00f6\u00dfte Picasso-<br \/>\nSammlung der Welt mit ca. 300 Werken lagert. Alles im Verborgenen, alles<br \/>\nperfekt klimatisiert und hermetisch abgesichert. Es gibt sogar eigene<br \/>\nShowrooms mit Sofas und allen Annehmlichkeiten, um Sammlungen angemessen<br \/>\npr\u00e4sentieren und verkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So wechseln Bilder teilweise mehrmals ihre Besitzer, ohne das Lager jemals zu verlassen. F\u00fcr sehr wohlhabende Menschen gibt es kaum einen besseren Ort, um ihre<br \/>\nSachwerte zu verstauen. Kein Wunder also, dass der Salvator mundi sich<br \/>\nlaut Ger\u00fcchten in einem Schweizer Zollfreilager befindet. Andere sagen,<br \/>\ndas Bild sei auf einer Megayacht. Angeblich soll f\u00fcr das Gem\u00e4lde demn\u00e4chst<br \/>\nein eigenes Museum in Abu Dhabi gebaut werden. Wo auch immer<br \/>\nes sich mittlerweile befindet und was damit passiert, es ist ein Lehrst\u00fcck:<br \/>\nInformiert euch gut, wenn ihr 450 Millionen f\u00fcr ein Bild ausgebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DIE KUNST UND DAS GELD<\/strong><\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis von Kapitalismus und Kultur ist ein Thema, das in etlichen<br \/>\nKunstwerken aufgegriffen und reflektiert wird. Beispielsweise stand<br \/>\n2022 auf der Kunstmesse Art Basel ein Geldautomat des Kunstkollektivs<br \/>\nMSCHF. Anstatt Geld abzuheben, konnte man hier damit angeben. Denn<br \/>\nnach Einf\u00fchren der Bankkarte wurde weithin sichtbar der Kontostand<br \/>\nangezeigt und dazu ein Foto der Person gemacht. Die Gesichtsausdr\u00fccke<br \/>\nwaren fast so sch\u00f6n wie bei den obligatorischen \u00dcberraschungsfotos aus<br \/>\nder Achterbahn. Auf der Art Basel erfreute sich der Geldautomat gro\u00dfer<br \/>\nBeliebtheit und sagte damit schon viel \u00fcber das Publikum aus. Rasch<br \/>\nentwickelte sich ein Wohlstandswettbewerb, den Highscore holte ein P\u00e4rchen<br \/>\nmit einem Kontostand von 9,5 Millionen US-Dollar. Sie h\u00e4tten sich<br \/>\ngenauso gut einen Zettel mit \u00bbRaubt uns aus\u00ab auf den R\u00fccken kleben<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ES GEHT NUR UMS GELD<\/strong><\/p>\n<p>Der Geldautomat war ein richtiger Hingucker, besonders bei TikTok gingen Videos davon viral. Genau diese Art von Publicity ist auf dem Kunstmarkt zu<br \/>\neiner W\u00e4hrung geworden. Der geschredderte Banksy stieg vor allem<br \/>\ndeshalb so stark im Wert, weil so viel dar\u00fcber berichtet wurde.<br \/>\nChrista Sommerer und Laurent Mignonneau treiben diese Art der<br \/>\nWertsteigerung auf die Spitze. Ihre Arbeit Der Wert der Kunst \u2013<br \/>\nSchafskopf besteht aus einem alten Gem\u00e4lde von einem Schaf. Unter<br \/>\ndem Bild ist ein Bewegungssensor angebracht, der misst, wie lange<br \/>\nLeute vor dem Bild stehen. Je l\u00e4nger das Werk betrachtet wird, desto<br \/>\nmehr steigt sein Wert. Dieser wird konstant unter dem Bild auf<br \/>\neinen Kassenbon gedruckt. Es kann so einfach sein: Kunstwerk<br \/>\nkaufen, den ganzen Tag davorstehen, Preis steigern, reich werden.<br \/>\nWarum kommt dieses Erfolgsrezept in keinem Finanz-Coaching-<br \/>\nVideo auf YouTube vor?<\/p>\n<p><strong>DER PREIS IST HEISS<\/strong><\/p>\n<p>Dass die Preise f\u00fcr Kunst durchaus etwas beliebig sein k\u00f6nnen, zeigt<br \/>\nein Experiment von Yves Klein. Ich habe euch bereits seine immateriellen<br \/>\nWerke erl\u00e4utert, aber vor allem ist Klein bekannt f\u00fcr seine einfarbigen<br \/>\nBilder in leuchtendem Blau. 1957 stellte der K\u00fcnstler elf seiner blauen<br \/>\nGem\u00e4lde aus, alle waren identisch in Format und Farbe. Allerdings verlangte<br \/>\ner f\u00fcr jedes Werk einen anderen Preis und sein Plan ging tats\u00e4chlich<br \/>\nauf: Die Leute w\u00e4hlten gewissenhaft ihre Lieblingsbilder aus und alles<br \/>\nwurde verkauft.<\/p>\n<p>Auf dem Kunstmarkt muss man mitunter Geduld mitbringen, um sein<br \/>\nGeld \u00fcberhaupt loswerden zu k\u00f6nnen. Es gibt K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler,<br \/>\nderen Werke so begehrt sind, dass es Wartelisten f\u00fcr noch nicht gemalte<br \/>\nBilder gibt. Jedoch ist das nur die Spitze des Kunstmarkts, die meisten<br \/>\nWerke werden f\u00fcr unter zehntausend Euro gehandelt. Die<br \/>\nMedienberichte \u00fcber Rekordpreise und Erfolgsgeschichten verzerren<br \/>\ndaher die Realit\u00e4t und kreieren den Eindruck, Kunst sei insgesamt unbezahlbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man muss auch festhalten: Nur die wenigsten Kunstschaff enden<br \/>\nsind wirtschaftlich richtig erfolgreich. Ein Gro\u00dfteil kann von der Kunst<br \/>\nallein nicht leben und finanziert sich \u00fcber Zweitjobs. In seinen Werken<br \/>\nthematisiert der kapitalismuskritische K\u00fcnstler Oliver Breitenstein die<br \/>\nprek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse in der Kunstbranche. Seine Kontoausz\u00fcge, allesamt<br \/>\nim Minus, machte er einmal zu gro\u00dfen Plakaten in einer Berliner UBahn-<br \/>\nStation. Es ist der exakte Gegenentwurf zu dem Geldautomaten<br \/>\nauf der Art Basel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FASZINIEREND, ABER FAKE: DIE MEISTER DER F\u00c4LSCHUNG<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbIch konnte meiner Ergriffenheit beim ersten Anblick dieses Meisterwerkes<br \/>\nnur schwer Herr werden [\u2026] Komposition, Ausdruckskraft und<br \/>\nFarbgebung \u2013 sie alle wirken eintr\u00e4chtig zusammen und bilden eine Einheit<br \/>\nvon h\u00f6chster Kunst und gr\u00f6\u00dfter Sch\u00f6nheit.\u00ab So hochtrabend beschrieb<br \/>\nder Kunsthistoriker Abraham Bredius das Bild Christus und die<br \/>\nDie Schweizer K\u00fcnstlerin Katharina Hohmann verkauft ihre Kunst an einem<br \/>\nungew\u00f6hnlichen Ort: im Finanzamt in Karlsruhe. Ihr Werk befi ndet<br \/>\nsich in kleinen Flakons, denn die K\u00fcnstlerin hat den Geruch von Geld nachgebaut.<br \/>\nDieser besteht unter anderem aus Feigenbl\u00e4ttern, Wildleder und<br \/>\nerstaunlicherweise auch aus Cannabis. Jetzt verstehe ich, warum Geld das<br \/>\nLeben entspannter machen soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FUNFACT<\/strong><\/p>\n<p>J\u00fcnger in Emmaus von dem K\u00fcnstler Jan Vermeer. Seine Lobeshymne wurde<br \/>\njedoch zur Blamage, denn das Gem\u00e4lde entpuppte sich als F\u00e4lschung.<br \/>\nImmer wieder wird die Kunstwelt mit unechten Werken hinters Licht<br \/>\ngef\u00fchrt, denn wo Geld ist, ist auch Betrug. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus,<br \/>\ndass etwa 30 Prozent aller Werke auf dem Kunstmarkt gef\u00e4lscht sind.<br \/>\nDas ist ein ernsthaftes Problem, weil dadurch wissenschaftliche Erkenntnisse<br \/>\nverzerrt werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem richten F\u00e4lschungen erheblichen<br \/>\nfinanziellen Schaden an. Nichtsdestotrotz sind Fakes faszinierend,<br \/>\nweil sie die Regeln brechen und das System austricksen. Die Kriminellen<br \/>\ngehen dabei sehr unterschiedlich vor, von geschickt bis plump ist alles<br \/>\ndabei. Hier sind sechs der spannendsten Geschichten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DER PLAKAT-PRANK<\/strong><\/p>\n<p>2011 wurde die Druckgrafik Onkel Rudi von Gerhard Richter f\u00fcr<br \/>\n3 500 Euro versteigert. Bald stellte sich heraus, dass das deutlich \u00fcberteuert<br \/>\nwar. Denn eigentlich handelte es sich um ein stinknormales Ausstellungsplakat<br \/>\nf\u00fcr 15 Euro. Bei dieser frechen F\u00e4lschung wurde die Schrift auf dem Poster einfach abgeschnitten und die K\u00fcnstlersignatur imitiert. Dreistigkeit siegt!<\/p>\n<p><strong>FAKE FOR TRUMP<\/strong><br \/>\nDonald Trump ist nicht unbedingt bekannt als Liebhaber der Bildenden<br \/>\nK\u00fcnste, dennoch besitzt er ein Bild des ber\u00fchmten franz\u00f6sischen<br \/>\nImpressionisten Auguste Renoir, die Zwei Schwestern von 1881. Das Werk<br \/>\nhing eine Zeit lang in einem seiner Jets, wo Kunst nun mal so h\u00e4ngt.<br \/>\nTrump hat immer wieder damit angegeben, dass ihm ein echter Renoir<br \/>\ngeh\u00f6rt. Es gibt nur eine kleine Unstimmigkeit: Im Art Institute of Chicago<br \/>\nh\u00e4ngt seit 1933 genau das gleiche Bild. Und Renoir hat keine zwei Versionen<br \/>\ndavon gemalt. Das Museum kann eine l\u00fcckenlose Herkunftsgeschichte<br \/>\nf\u00fcr das Gem\u00e4lde vorweisen, Trump nicht &#8211; er muss folglich<br \/>\neine F\u00e4lschung besitzen. Das sind dann wohl diese Fake News, von denen<br \/>\ner immer spricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DER PHANTOM-K\u00dcNSTLER<\/strong><\/p>\n<p>Bohumil Samuel Ke\u010d\u00ed\u0159 war ein unbekannter j\u00fcdischer K\u00fcnstler aus<br \/>\nTschechien. Er wurde 1904 geboren, studierte in Paris und wurde von<br \/>\nden Nazis verfolgt. Sp\u00e4ter war er lange in einer psychiatrischen Klinik, wo<br \/>\nein Gro\u00dfteil seiner Werke entstand. Es ist eine tragische K\u00fcnstlerbiografie<br \/>\nmit dem nicht unwichtigen Detail, dass dieser Maler wohl nie existiert<br \/>\nhat. Offenbar hat sich hier jemand gedacht: Warum sollte man Bilder eines<br \/>\nbestimmten K\u00fcnstlers f\u00e4lschen, wenn man einfach einen neuen<br \/>\nK\u00fcnstler erfinden kann? Angeblich stammte Ke\u010d\u00ed\u0159 aus Holuci in B\u00f6hmen.<br \/>\nAllerdings existiert diese Stadt auf keiner Landkarte, der Fantasiek\u00fcnstler<br \/>\nkam also passenderweise in einem Fantasieort zur Welt. Insgesamt<br \/>\nlassen sich keine stichhaltigen Beweise f\u00fcr Ke\u010d\u00ed\u0159s Existenz finden.<br \/>\nTrotzdem werden seine Bilder rege gehandelt, es sollen sich bis zu<br \/>\n5 000 Arbeiten im Umlauf befinden. Der Marktwert von Ke\u010d\u00ed\u0159s Gesamtwerk<br \/>\nwird auf mehrere Millionen Euro gesch\u00e4tzt. Falls ihr Interesse habt:<br \/>\nBei eBay werden viele Bilder von Ke\u010d\u00ed\u0159 angeboten. Seine Biografie ist<br \/>\nvielleicht nicht echt, aber immerhin ist die Story gut.<\/p>\n<p><strong>ATTACKE AUF ARCHIVE<\/strong><\/p>\n<p>Wie findet man heraus, ob man es mit einer F\u00e4lschung zu tun hat? Ein<br \/>\nwichtiger Weg ist die Recherche in Archiven, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob es<br \/>\nAufzeichnungen und Erw\u00e4hnungen zu dem vorliegenden Kunstwerk<br \/>\ngibt. Deshalb ging der F\u00e4lscher John Drewe genau dorthin und manipulierte<br \/>\nDokumente. Er trennte Seiten aus B\u00fcchern oder setzte neue<br \/>\nein, klebte Fake-Abbildungen in Kataloge oder f\u00e4lschte gleich ganze<br \/>\nwissenschaftliche Publikationen. Anschlie\u00dfend brachte Drewe gef\u00e4lschte<br \/>\nBilder von seinem Komplizen John Myatt in den Handel. Wenn nun die<br \/>\nAuktionsh\u00e4user und Galerien bei den Archiven anfragten oder selbst<br \/>\nnachschauten, fanden sie Hinweise auf die Werke, die genauso gef\u00e4lscht<br \/>\nwaren wie die Bilder. Drewe verschaffte den falschen Gem\u00e4lden auf diese<br \/>\nWeise einen glaubw\u00fcrdigen Background. Das gerissene Verbrecher-Duo<br \/>\nverkaufte knapp zehn Jahre lang etwa 200 F\u00e4lschungen von Marc Chagall<br \/>\nbis Henri Matisse. Drewe und Myatt haben wohl sogar Staub aus ihrem<br \/>\nStaubsauger geklaubt, um ihre Bilder damit auf alt zu trimmen. Die ganze<br \/>\nMasche flog nur auf, weil die verlassene Ex-Freundin des einen F\u00e4lschers<br \/>\naus Rache bei der Polizei auspackte und zeitgleich ein Galerist skeptisch<br \/>\nwurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>GEF\u00c4LSCHTER F\u00c4LSCHER<\/strong><\/p>\n<p>Fernand L\u00e9ger ist ein ber\u00fchmter K\u00fcnstler, der vor allem in der ersten<br \/>\nH\u00e4fte des 20. Jahrhunderts wichtige Impulse f\u00fcr die moderne Malerei gesetzt<br \/>\nhat. In fast allen bedeutenden Museumssammlungen ist er vertreten,<br \/>\ndoch das war nicht immer so. Am Anfang seiner Karriere war L\u00e9ger komplett<br \/>\nunbekannt und vor allem bitterarm. Seine Motive fanden keine Abnehmer,<br \/>\nalso verkaufte er teilweise die Spannrahmen seiner Bilder, weil<br \/>\nsich Leute wenigstens f\u00fcr das Holz interessierten. Dem\u00fctigender geht es<br \/>\nwohl kaum. Aber immerhin kam die Wertsch\u00e4tzung noch, denn mittlerweile<br \/>\nliegt der Auktionsrekord von L\u00e9ger bei 39,2 Millionen US-Dollar.<br \/>\nWow, h\u00e4tte ich mich ge\u00e4rgert, wenn ich statt eines Gem\u00e4ldes nur ein paar<br \/>\nBretter des K\u00fcnstlers gekauft h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Kurz vor L\u00e9gers Tod kam dann ein erstaunliches Gest\u00e4ndnis: Aus lauter<br \/>\nGeldnot hatte der Maler zeitweise in einer F\u00e4lscherwerkstatt gearbeitet.<br \/>\nHier hatte er Werke des K\u00fcnstlers Camille Corot gef\u00e4lscht, ein Vorreiter<br \/>\ndes Impressionismus. Offenbar ging L\u00e9ger dabei sehr geschickt vor,<br \/>\ndenn bisher konnten seine Fakes nicht identifiziert werden. Am Ende<br \/>\nschlie\u00dft sich der Kreis, denn heute ist L\u00e9ger ein K\u00fcnstler, der gerne mal<br \/>\ngef\u00e4lscht wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VIER MILLIONEN BRIEFMARKEN MIT EINER F\u00c4LSCHUNG<\/strong><\/p>\n<p>Restauratorinnen und Restauratoren bem\u00fchen sich stets, den Originalstatus<br \/>\neines Kunstwerks wiederherzustellen. Wenn kleine Bildstellen<br \/>\nabgeplatzt sind, werden sie neu gemalt, streng nach Originalvorlage. Sobald<br \/>\nallerdings die kaputten Partien so gro\u00df sind, dass man sich ausdenken m\u00fcsste, was dort einmal war, wird so etwas nicht restauriert. Einer<br \/>\nsah das jedoch entschieden anders: der K\u00fcnstler Lothar Malskat. Dieser<br \/>\nspezialisierte sich nach einer Malerausbildung in den 1930er-Jahren auf<br \/>\ndas Restaurieren von Kirchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in<br \/>\nL\u00fcbeck eingesetzt, da die dortige Marienkirche und die mittelalterlichen<br \/>\nWandmalereien stark besch\u00e4digt waren. Vor den Stellen, wo so gut wie<br \/>\nnichts mehr erhalten war, machte Malskat nicht halt. Er malte hier einfach<br \/>\ndas, worauf er Lust hatte. Fachleute waren von dem Ergebnis zun\u00e4chst<br \/>\nbegeistert.<\/p>\n<p>Es wurden insgesamt vier Millionen Briefmarken von den<br \/>\nwundersamen Wandmalereien gedruckt. In Sammlerkreisen sind diese<br \/>\nechten Briefmarken mit dem falschen Motiv bis heute sehr beliebt.<br \/>\nLetztendlich gestand Malskat seine F\u00e4lschung und gab au\u00dferdem zu:<br \/>\nEr hatte bereits im Nationalsozialismus in Kirchenmalerei aus dem<br \/>\n13. Jahrhundert eigene Motive reingemalt, unter anderem tauchten dort<br \/>\nTruth\u00e4hne auf. Die gab es im Mittelalter aber noch gar nicht in Deutschland.<br \/>\nDiese Tiere kamen erst deutlich sp\u00e4ter aus Amerika nach Europa.<br \/>\nDie Nazis sahen in den Wandmalereien jedoch den Beweis daf\u00fcr, dass die<br \/>\nWikinger als Erste Amerika entdeckt hatten. Die Geschichte wurde kurzerhand<br \/>\numgeschrieben. F\u00e4lschungen k\u00f6nnen also erheblichen Einfluss<br \/>\nhaben, in diesem Fall auf die Dummheit der Nazis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war das Gem\u00e4lde Rotes Bild mit Pferden, das dem F\u00e4lscher Wolfgang<br \/>\nBeltracchi schlie\u00dflich das Genick brach. 2006 wurde das Bild f\u00fcr 2,9 Millionen<br \/>\nEuro versteigert. Erst nach der Auktion wurde eine materialtechnische<br \/>\nAnalyse vorgenommen. Warum sollte man auch vor einem millionenschweren<br \/>\nVerkauf das Kunstwerk genauer unter die Lupe nehmen?<\/p>\n<p>Die Analyse offenbarte ein schockierendes Ergebnis: Das Bild enthielt das<br \/>\nchemische Farbpigment Titanwei\u00df, obwohl es das zur angeblichen Entstehungszeit<br \/>\n1914 noch gar nicht zu kaufen gab. Leider stammte das Werk<br \/>\nnicht aus Zur\u00fcck in die Zukunft, sondern war schlichtweg eine F\u00e4lschung.<br \/>\nAuf einmal brach ein riesiges L\u00fcgenkonstrukt in sich zusammen und der<br \/>\ngr\u00f6\u00dfte F\u00e4lschungsskandal Deutschlands kam ans Licht.<br \/>\nWolfgang Beltracchi hatte \u00fcber Jahrzehnte Gem\u00e4lde von verschiedenen<br \/>\nK\u00fcnstlern gef\u00e4lscht. Laut eigener Aussage waren es um die 300 Werke,<br \/>\nwobei man gerade F\u00e4lschern nicht alles glauben sollte, was sie sagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beltracchis Taktik war nicht neu, aber clever: Er malte haupts\u00e4chlich verschollene<br \/>\nBilder, Rotes Bild mit Pferden ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Geschaffen<br \/>\nwurde das Werk vom K\u00fcnstler Heinrich Campendonk. In einem<br \/>\nalten Ausstellungskatalog wird es aufgelistet, jedoch ohne eine Abbildung.<br \/>\nIm Zweiten Weltkrieg ging das Gem\u00e4lde verloren, nur der Titel wurde<br \/>\n\u00fcberliefert. Niemand wusste mehr, wie das Bild aussah, und so lie\u00df<br \/>\nBeltracchi es eigenh\u00e4ndig wieder auferstehen, ganz im Campendonk-Stil<br \/>\ngemalt. Damit seine Werke authentisch wirkten, benutzte Beltracchi alte<br \/>\nLeinw\u00e4nde und kreierte einen muffigen Geruch, indem er die Bilder<br \/>\nZigarettenqualm aussetzte. Rauchen gef\u00e4hrdet also nicht nur die Gesundheit,<br \/>\nsondern auch die Kunstszene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine gute F\u00e4lschung ist allerdings nur die halbe Miete, es braucht vor<br \/>\nallem eine plausible Geschichte. Diese lieferte Wolfgang Beltracchis Ehefrau<br \/>\nHelene. Kurzerhand wurde ihrem verstorbenen Gro\u00dfvater Werner<br \/>\nJ\u00e4gers eine gro\u00dfe Kunstsammlung angedichtet. Daf\u00fcr spielte Helene Beltracchi<br \/>\nsogar Familienfasching: Sie verkleidete sich als ihre Gro\u00dfmutter,<br \/>\nh\u00e4ngte alle m\u00f6glichen gef\u00e4lschten Bilder an die W\u00e4nde und stellte historische<br \/>\nFotos nach. Diese dienten als sichtbarer Beweis f\u00fcr die Existenz der<br \/>\nKunstsammlung und zeigten gleichzeitig jede Menge unbekannte Gem\u00e4lde,<br \/>\ndie nun verkauft werden konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Handel und die Fachwelt reagierten enthusiastisch auf die wie von<br \/>\nZauberhand erscheinenden Bilder, lange funktionierte der Betrug, die<br \/>\nBeltracchis und ihre Gehilfen verdienten Millionen. Wirklich mutig ist,<br \/>\ndass sie ihre F\u00e4lschungen teilweise zu Fachleuten brachten und echte Expertisen<br \/>\neinholten. Das machte die falschen Bilder besonders glaubw\u00fcrdig.<br \/>\n\u00dcber seine Festnahme hinaus blieb Beltracchi ausgefuchst. 2014 erschien<br \/>\nder Film Beltracchi \u2013 Die Kunst der F\u00e4lschung, der sein Image als<br \/>\nlustiger Lebemann ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt hat. Die Dokumentation wurde<br \/>\naber interessanterweise vom Sohn seines Anwalts gedreht. Das macht sie<br \/>\nungef\u00e4hr so glaubw\u00fcrdig, als w\u00fcrde meine Mutter die Rezension \u00fcber<br \/>\ndieses Buch schreiben. Aber F\u00e4lscher wissen nun mal sehr gut, wie man<br \/>\nMenschen beeinflusst. Oft werden sie als Scharlatane gefeiert, die der<br \/>\nKunstwelt den Spiegel vorhalten. Dabei geht es am Ende auch hier vor<br \/>\nallem ums Geld \u2013 und da sind sich Kunstmarkt und F\u00e4lscher ja gar nicht<br \/>\nso un\u00e4hnlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Jakob Schwerdtfeger: &#8222;Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist Kunst&#8220; &nbsp; &nbsp; Ihr habt bestimmt auch schon mal den Kopf gesch\u00fcttelt, wenn in den Nachrichten von einer Kunstauktion berichtet wurde, wo es um Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr irgendein &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/09\/19\/buchauszug-jakob-schwerdtfeger\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[11565,1890,302,11560],"class_list":["post-682848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst-und-das-ist-kunst","tag-buchauszug","tag-dtv","tag-jakob-schwerdtfeger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=682848"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":682957,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682848\/revisions\/682957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=682848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=682848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=682848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}