{"id":682820,"date":"2023-09-02T18:00:42","date_gmt":"2023-09-02T16:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=682820"},"modified":"2023-09-02T16:29:08","modified_gmt":"2023-09-02T14:29:08","slug":"buchauszug-birgit-schumacher-psychologische-sicherheit-das-entwicklungselixier-fuer-persoenliches-wachstum-teams-und-organisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/09\/02\/buchauszug-birgit-schumacher-psychologische-sicherheit-das-entwicklungselixier-fuer-persoenliches-wachstum-teams-und-organisationen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Birgit Schumacher: &#8222;Psychologische Sicherheit: Das Entwicklungselixier f\u00fcr pers\u00f6nliches Wachstum, Teams und Organisationen&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug <a href=\"https:\/\/birgitschumacher.net\/\">Birgit Schumacher<\/a>: &#8222;<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-extra-large celwidget\" data-csa-c-id=\"lbeelq-wn89wk-gzv28a-pefgo6\" data-cel-widget=\"productTitle\">Psychologische Sicherheit: Das Entwicklungselixier f\u00fcr pers\u00f6nliches Wachstum, Teams und Organisationen&#8220;<\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_682821\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-682821\" class=\"size-full wp-image-682821\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/schumacher.birgit.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/schumacher.birgit.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/schumacher.birgit-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/schumacher.birgit-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-682821\" class=\"wp-caption-text\">Birgit Schumacher (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Neurobiologie hinter der psychologischen Sicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Um Teams oder einzelne Menschen bestm\u00f6glich dabei begleiten zu k\u00f6nnen, in ihre psychologische Sicherheit zu kommen, ist es wichtig, die Symptome von Unsicherheit zu kennen und sie auch in unserem Gegen\u00fcber und in uns selbst wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Dabei hilft uns sehr, das Nervensystem in den Blick zu nehmen und mithilfe des sogenannten Stresstoleranzfensters zu verorten, wo sich ein Mensch gerade befindet.<\/p>\n<p>Der Zustand der psychologischen Sicherheit ist komplex und von vielen Faktoren abh\u00e4ngig, nicht nur dem Au\u00dfen. Um diesen Zustand ausreichend erfassen zu k\u00f6nnen und das Gef\u00fchl von Sicherheit greifbarer zu machen, ist es wichtig zu verstehen, was neurobiologisch in uns abl\u00e4uft, wenn wir uns sicher oder unsicher f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Es geht also auch darum, die autonomen Zust\u00e4nde des Nervensystems erkennen und unterscheiden zu k\u00f6nnen. Wir schulen unseren Blick \u2013 was durch das Hintergrundwissen m\u00f6glich wird \u2013 daf\u00fcr, Angst und deren Stressreaktionen zu erkennen und auch die latenten und subtileren Zust\u00e4nde nicht zu \u00fcbersehen. Dadurch wird es uns m\u00f6glich, passende Angebote f\u00fcr den gegenw\u00e4rtigen Moment zu machen. Das ist der Grund, warum ich in den n\u00e4chsten Kapiteln in die Tiefe unseres Nervensystems und unseres Gehirns einsteige. Ich erl\u00e4utere die Neurobiologie von Angst und Stress. Wie entsteht Angst, woran zeigt sie sich neurobiologisch, was passiert in unserem K\u00f6rper und wie k\u00f6nnen wir neurobiologisch wieder in einen Zustand von Sicherheit kommen?<\/p>\n<p>Es kann sein, dass du an der ein oder anderen Stelle beim Lesen in die Innenschau gehen wirst und eine Art Selbst-Check machst. Das ist gut und von mir auch so angedacht. Denn nur eine Person, die sich ihrer selbst bewusst und dar\u00fcber selbstsicher ist, kann ein Umfeld entstehen lassen, in dem Menschen sicher arbeiten und leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Suche nach der Sicherheit im Au\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Unser Nervensystem ist so aufgebaut, dass es \u00fcber Rezeptoren ununterbrochen und ganz automatisch die Umgebung nach Gefahren absucht. Es will damit unser \u00dcberleben sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Heute ist es weniger der S\u00e4belzahntiger, der um die Ecke kommt und unser Leben bedroht. Im einundzwanzigsten Jahrhundert kann es viel mehr ein Auto sein, das aus einer Seitenstra\u00dfe geschossen kommt. Nicht so unmittelbar wie das Auto, aber genauso bedrohlich kann eine Gruppe von Menschen auf mich wirken, mit denen ich zusammenarbeiten soll, bei denen ich mir aber nicht sicher bin, ob sie mich mit meiner Art akzeptieren. Die Gefahr, abgelehnt zu werden, wirkt heute wie gestern als starke Bedrohung auf uns. Das bedeutet, dass wir st\u00e4ndig unser Au\u00dfen bewerten und darauf in Millisekunden reagieren. Dabei ist es egal, ob das, was wir sehen, wirklich eine Tatsache ist oder nur eine Vorstellung in unserem Kopf.<\/p>\n<p>Um es an einem Beispiel zu veranschaulichen: Wenn du im Wald spazieren gehst und meinst, einen B\u00e4ren zu sehen, wird automatisch dein autonomes Nervensystem anspringen und dein K\u00f6rper wird entsprechend reagieren. Du wirst merken, wie dein Puls schneller geht. Vielleicht wirst du f\u00f6rmlich vor Angst erstarren oder du wirst schneller, als du je gelaufen bist, vor dem B\u00e4ren davonrennen. V\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, ob der B\u00e4r wirklich dort steht oder ob es eine Sinnest\u00e4uschung war. Entscheidend bei der Reaktion ist deine Bewertung der \u00e4u\u00dferen Situation.<\/p>\n<p>Neurobiologisch k\u00f6nnte man es wie folgt beschreiben: Zwischen deinem Au\u00dfen und dem, was du daraus machst, wie du es interpretierst, ist eine Art Filter eingebaut. Dieser Filter nimmt alle Informationen aus der Umgebung auf und sammelt sie. Sicherheit entsteht dann, wenn dieser Filter das Ergebnis ableitet, dass keine Gefahr droht oder besteht.<\/p>\n<p>Der Filter setzt sich aus vier Ebenen der Wahrnehmung zusammen:<\/p>\n<ol>\n<li>Exterozeption: die F\u00e4higkeit, die Umwelt wahrzunehmen.<\/li>\n<li>Interozeption: die F\u00e4higkeit, die Innenwelt wahrzunehmen.<\/li>\n<li>Propriozeption: die F\u00e4higkeit, die Lage des K\u00f6rpers im Raum wahrzunehmen.<\/li>\n<li>Neurozeption: die Gesamtheit von Innen und Au\u00dfen.<\/li>\n<li>Exterozeption<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir nehmen unsere Umgebung \u00fcber unsere Sinne wahr. Wir schmecken, h\u00f6ren, riechen, sehen und f\u00fchlen. Dar\u00fcber werden wir mit Informationen versorgt. Unbewusst und permanent bewerten wir dar\u00fcber die Situation oder die Umgebung, in der wir uns befinden.<\/p>\n<p>Auch komplexe Wahrnehmungen wie die der Stimmung zwischen Menschen oder der Atmosph\u00e4re einer Situation geh\u00f6ren dazu. Du kennst sicherlich das Gef\u00fchl, wenn du in einen Raum kommst, in dem vorher gestritten wurde. Du sp\u00fcrst sofort, dass hier etwas nicht stimmt.<\/p>\n<p>Die Wahrnehmung des Au\u00dfen ist ein Teil unseres inneren Sicherheitssystems und eine wichtige F\u00e4higkeit, um einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, wie sicher wir uns f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Interozeption<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Interozeption ist die Wahrnehmung unserer Innenwelt, also die Wahrnehmung unseres K\u00f6rpers und seines Zustandes. Hunger und Durst sind beispielsweise Teil der Interozeption. Auch wenn wir Halsschmerzen bekommen und uns matt und kr\u00e4nklich f\u00fchlen, ist das ein Signal unseres inneren Sicherheitssystems, das uns meldet: \u00bbAchtung, schone dich besser.\u00ab<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Propriozeption<\/li>\n<\/ol>\n<p>Um die Liste zu vervollst\u00e4ndigen, sei hier auch die Propriozeption genannt. Sie bezeichnet die Wahrnehmung des eigenen K\u00f6rpers nach dessen Lage im Raum. F\u00fcr unser Thema wird dies nicht weiter relevant sein.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Neurozeption<\/li>\n<\/ol>\n<p>Intero- und Exterozeption sind in einem st\u00e4ndigen Wechselspiel. Sie h\u00e4ngen miteinander zusammen und werden in dieser Verbundenheit Neurozeption genannt. Du kannst dir das in etwa so vorstellen wie die Sicherheitssysteme in deinem Auto. Sie sind aufeinander abgestimmt, laufen im Hintergrund mit, ohne etwas daf\u00fcr tun zu m\u00fcssen. Dieses Fr\u00fchwarnsystem wertet kontinuierlich die komplexen neurobiologischen Abl\u00e4ufe im Innern aus und es meldet uns, wenn wir in Gefahr sind. Es sichert damit unser \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Wie sensibel unser System reagiert, wird ma\u00dfgeblich davon beeinflusst, was wir im Laufe unseres Lebens \u00fcber Gefahr und Sicherheit gelernt haben. Insbesondere, wie viel Stress wir in unserer Kindheit und Jugend erlebt haben. Deshalb sollten wir uns oder andere Menschen auch nicht abwerten, wenn wir \u00e4ngstlich oder unsicher sind. Was f\u00fcr den einen noch sicher ist, f\u00fchlt sich f\u00fcr den anderen unsicher an. Und beides ist im Sinne der jeweiligen Neurozeption wahr und richtig.<\/p>\n<p>1.1.2\u00a0 Sicherheit ist ein subjektives Erleben<\/p>\n<p>Die Interozeption, Exterozeption und Neurozeption eines Menschen entwickeln sich bereits im Mutterleib und sie bilden sich im Laufe der Kindheit weiter aus.<\/p>\n<p>Wie oben beschrieben hilft uns unser Fr\u00fchwarnsystem, zu erkennen, wann etwas gef\u00e4hrlich ist und wann nicht. Daf\u00fcr muss dieses System mit Informationen dar\u00fcber versorgt werden, was sicher, was bedrohlich und was lebensbedrohlich ist. Dies geschieht im Kindesalter. Hier schon wird unser Fr\u00fchwarnsystem programmiert. Durch eigene Erfahrung und die \u2013 im besten Fall \u2013 gute Begleitung der verantwortlichen Erwachsenen oder durch das Abgucken des Verhaltens bei ebendiesen.<\/p>\n<p>Um es noch etwas konkreter zu machen: Kinder, die in einem bedrohlichen Umfeld aufwachsen, entwickeln eine Exterozeption, die angespannt und \u00fcbersteuert ist. Die Exterozeption von Kindern, die in einem sicheren Umfeld aufwachsen, reagiert hingegen entspannt aufmerksam.<\/p>\n<p>Es gibt also Menschen, die \u00fcberall Gefahren sehen und den Teufel an die Wand malen, und Menschen, die entspannter mit dem umgehen k\u00f6nnen, was sie im Au\u00dfen vorfinden. Sie entscheiden sich dabei nicht aktiv f\u00fcr ihre Bewertung, es ist ein automatischer Prozess, der in ihrem Innern abl\u00e4uft. Diesen Prozess kann man jedoch beeinflussen und daran arbeiten \u2013 dazu wirst du im zweiten und im letzten Kapitel mehr Informationen finden.<\/p>\n<p>Eine Interozeption, die die inneren Wahrnehmungen schnell als bedrohlich einstuft, entsteht, wenn Kinder fr\u00fch mit k\u00f6rperlichem Schmerz oder einer Krankheit konfrontiert werden. Hier werden k\u00f6rperliche Symptome fr\u00fch und stark wahrgenommen. Dadurch k\u00f6nnen \u00c4ngste entstehen, die das weitere Verhalten bestimmen. Wenn Kinder die Welt als gef\u00e4hrlichen und lieblosen Ort kennenlernen mussten, wenig k\u00f6rperliche Ber\u00fchrung bekamen oder Bezugspersonen ausgesetzt waren, die ein sch\u00e4digendes Verhalten auf das Kind hatten, entwickelt sich daraus eine Neurozeption, die best\u00e4ndig Gefahr meldet.<\/p>\n<p>\u00bbPsychologische Sicherheit ist immer ein subjektives Empfinden.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis hierhin lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen, die f\u00fcr das weitere Verst\u00e4ndnis wichtig sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Basis f\u00fcr das, was wir grunds\u00e4tzlich als sicher empfinden, basiert auf den Erfahrungen unserer fr\u00fchen Kindheit.<\/li>\n<li>Da wir immer auf der Suche nach Sicherheit sind, ist unser Verhalten darauf ausgerichtet. Wir machen nichts, was f\u00fcr uns gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Zusammenh\u00e4nge erkl\u00e4ren, weshalb verschiedene Menschen sich in ein und derselben Situation unterschiedlich sicher f\u00fchlen oder warum bestimmte Menschen mit Ver\u00e4nderungen besser klarkommen als andere. Das gilt auch und gerade f\u00fcr das Verhalten in Beruf und Arbeitsleben.<\/p>\n<p>Dazu ein Beispiel aus meinem Coaching-Alltag:<\/p>\n<p>In meiner Rolle als Coach durfte ich ein Team begleiten, das ein gro\u00dfes Projekt stemmen sollte. Auf dem Projekt lag viel \u00bbManagement-Attention\u00ab und damit lastete ein hoher Erfolgsdruck auf dem Team und der Projektleitung. Das Projekt musste in der vorhergesehenen Zeit und mit dem vorgegebenen Budgetrahmen zum Erfolg gebracht werden. Ein vorhergehender Projektleiter war bereits von dem Projekt abgezogen und durch einen neuen ersetzt worden.<\/p>\n<p>Es gab innerhalb des Projektteams eine Kollegin, die bezogen auf ihre fachliche Kompetenz sehr gesch\u00e4tzt und immer beratend hinzugezogen wurde. Sie war in ihren Aussagen klar, dabei aber auch pers\u00f6nlich abwertend, wenn Dinge nicht sofort verstanden oder so gemacht wurden, wie sie es sich vorgestellt hatte. Diese Art ihrer Kommunikation wurde toleriert, auch von den F\u00fchrungskr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Ein weiteres Teammitglied war Angelika. Ich nahm sie als eine sehr aufmerksame und schlaue Frau wahr. Sie bekam alles mit, auch die Schwingungen in- und au\u00dferhalb des Teams. In meinen Augen brachte sie alle Kompetenzen mit, die es brauchte, um aktiv dazu beitragen zu k\u00f6nnen, das Projekt zu einem Erfolg werden zu lassen.<\/p>\n<p>Und obwohl sie nicht nur kognitiv stark war, sondern auch hervorragende Antennen f\u00fcr die zwischenmenschlichen T\u00f6ne hatte, traute sie sich nicht, nach vorn zu treten und Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Sie f\u00fchlte sich nur sicher in Besprechungskonstellationen, in denen auch ein Kollege dabei war, der f\u00fcr das Team sprach und die Entscheidungen traf.<\/p>\n<p>Mit der Zeit sprach sich das herum und man lud sie zu immer weniger Besprechungen ein. In der Folge bekam sie immer weniger Aufgaben und Verantwortung \u00fcbertragen. Das frustrierte nicht nur sie, sondern auch das \u00fcbrige Team. Ihr wurde zum Vorwurf gemacht, dass sie sich nicht traute, Themen allein zu kl\u00e4ren und in die Auseinandersetzung mit anderen Unternehmensbereichen zu gehen.<\/p>\n<p>\u00dcber pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che bekam ich ein wenig Einblick in ihre Geschichte. Wirklich sicher hatte sie sich nie f\u00fchlen k\u00f6nnen. Sie hatte nie die Best\u00e4tigung bekommen, dass sie gut war, wie sie ist. Sie wuchs zun\u00e4chst in einem strengen Elternhaus auf, wurde oft kritisiert und mit ihrem gro\u00dfen Bruder verglichen. Angelika hatte Angst davor, einen Fehler zu machen und daf\u00fcr besch\u00e4mt zu werden. Das offen zu kommunizieren traute sie sich in ihrem Arbeitsumfeld aber nicht, sie sp\u00fcrte, dass \u00fcber sie gesprochen wurde.<\/p>\n<p>Angelikas Verhalten in dem Projekt war eine reine Schutzreaktion. Es lag nicht daran, dass sie unmotiviert war oder die Kollegen nicht mochte. Sie hatte einfach nur Angst. Angst vor einem dummen Spruch und Angst davor, in einer Gruppe abgewertet zu werden. Das Gef\u00fchl von Besch\u00e4mung kannte sie noch zu gut aus ihrer Kindheit. Die Erlebnisse waren so schlimm f\u00fcr sie gewesen, dass sie alles daf\u00fcr tat, es nicht mehr f\u00fchlen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bevor wir also das Verhalten von Menschen verurteilen, sollten wir uns immer die Frage stellen: \u00bbWozu ist das f\u00fcr die Person gut? Wovor sch\u00fctzt es sie?\u00ab Denn wie wir gelernt haben, ist unser Nervensystem darauf programmiert, Gefahr abzuwehren. Negative Erlebnisse wie Abwertung, Ausschluss oder Abweisung k\u00f6nnen dabei genauso als Gefahr wahrgenommen werden wie ein S\u00e4belzahntiger vor \u00fcber zwanzig Millionen Jahren. Das macht f\u00fcr das Gehirn keinen Unterschied. In Gefahrensituationen gilt dann: Unser Verhalten wird wie zu S\u00e4belzahntigerzeiten vom Stammhirn gesteuert. Verstand und Ratio ade.<\/p>\n<p><strong>Die empfundene Sicherheit bestimmt also unser Verhalten. Sicherheit ist die Voraussetzung, um \u00fcberhaupt gut arbeiten und offen f\u00fcr Neues sein zu k\u00f6nnen. Sie ist die Essenz daf\u00fcr, dass wir das, was an Potenzial in uns steckt, \u00fcberhaupt leben k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Tatsache sollte immer ber\u00fccksichtigt werden, wenn mit Menschen gearbeitet wird. Insbesondere dann, wenn man in einer Form f\u00fcr sie oder den gemeinsamen Prozess verantwortlich ist. Beispielsweise in der Rolle als F\u00fchrungskraft oder Coach.<\/p>\n<p><strong>Reflexionsfragen<\/strong><\/p>\n<p>Wie f\u00fchlt sich f\u00fcr dich Sicherheit an? Gibt es ein Bild in dir dazu?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wann f\u00fchlst du dich sicher? In welchen Situationen, mit welchen Menschen,<br \/>\nin welcher Umgebung?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was ben\u00f6tigst du, um dich sicher f\u00fchlen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was nimmst du aus diesem Abschnitt an Erkenntnissen und Gedanken mit?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-682824\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/cover.schumacher.grade_.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"266\" \/><\/p>\n<p>Buchauszug Birgit Schumacher: &#8222;<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-extra-large celwidget\" data-csa-c-id=\"lbeelq-wn89wk-gzv28a-pefgo6\" data-cel-widget=\"productTitle\">Psychologische Sicherheit: Das Entwicklungselixier f\u00fcr pers\u00f6nliches Wachstum, Teams und Organisationen&#8220;, 234 Seiten, 29,95 Euro, Verlag Business Village\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/psychologische-sicherheit.html\">BusinessVillage Verlag\u00a0&#8211;\u00a0Psychologische Sicherheit &#8211; Das Entwicklungselixier f\u00fcr pers\u00f6nliches Wachstum, Teams und Organisationen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Woran kann man das Gef\u00fchl von Sicherheit messen?<\/strong><\/p>\n<p>Der Zustand von Sicherheit und Unsicherheit ist neurobiologisch abbildbar. Daf\u00fcr hat der amerikanische Psychologe und Achtsamkeitsforscher Daniel Siegel das Stresstoleranzfenster beschrieben (\u00bbWindow of tolerance\u00ab). Es dient als Modell f\u00fcr die einfache Veranschaulichung unseres Nervensystems: Es meldet uns entweder Sicherheit oder Gefahr.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns: Ein Mangel an (empfundener) Sicherheit f\u00fchrt zu Stress. Die Stressreaktionen geben uns Auskunft dar\u00fcber, wo wir uns in unserem Toleranzfenster aufhalten.<\/p>\n<p>Es gib drei Bereiche des Erregungsniveaus:<\/p>\n<ol>\n<li>Den Bereich des optimalen Erregungsniveaus: dort, wo wir uns sicher f\u00fchlen.<\/li>\n<li>Den Bereich der \u00dcbererregung unter Unsicherheit. In diesem Zustand ist unsere Wahrnehmung stark geweitet. Wir stehen unter Anspannung, sind gestresst und nehmen unser Au\u00dfen als bedrohlich wahr. Unsere Exterozeption steht f\u00f6rmlich unter Feuer.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Beispielhafte Symptome der \u00dcbererregung k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li>innere Unruhe,<\/li>\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten,<\/li>\n<li>k\u00f6rperliche Unruhe,<\/li>\n<li>Schlaflosigkeit,<\/li>\n<li>Gedankenkarussell,<\/li>\n<li>Reizbarkeit,<\/li>\n<li><\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"3\">\n<li>Den Bereich der Untererregung unter Unsicherheit: Wir nehmen weniger von unserem Au\u00dfen wahr. Auch die Interozeption ist abgeschw\u00e4cht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Beispielhafte Symptome der Untererregung k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li>wenig Ausdruck in Mimik und Gestik,<\/li>\n<li>Leere im Kopf,<\/li>\n<li>Verlust von Konzept und Zusammenhang,<\/li>\n<li>Schwierigkeiten, Entscheidungen und Planungen umzusetzen,<\/li>\n<li>Gleichg\u00fcltigkeit,<\/li>\n<li>Verlust von Motivation,<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung wird nicht gesucht,<\/li>\n<li>R\u00fcckzug, Vermeidung sozialer Kontakte,<\/li>\n<li>keine Pr\u00e4senz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie gut wir mit Stress umgehen k\u00f6nnen und wie schnell wir au\u00dferhalb unseres Stresstoleranzfensters gelangen, ist abh\u00e4ngig davon, wie gro\u00df unser Stresstoleranzfenster ist. Das wird wiederum, wie oben beschrieben, zu einem Gro\u00dfteil durch unsere fr\u00fchen Pr\u00e4gungen im Sinne von Erfahrungen und Erlebnissen in Bezug auf Gefahr und Sicherheit bestimmt. Wenn sich das Nervensystem eines Kindes ungest\u00f6rt entwickeln kann, wird es im Erwachsenenalter ein breites Stresstoleranzfenster haben. Umgekehrt gilt dasselbe. Erfahrungen in Kindheit, Jugend und Schule k\u00f6nnen das Stresstoleranzfenster auch verkleinern. Die Gr\u00f6\u00dfe des Stresstoleranzfensters ist also sehr individuell. Auch diskutieren Experten dar\u00fcber, inwieweit das Stresstoleranzfenster genetisch vordefiniert ist. Es spricht einiges daf\u00fcr, dass auch das ein Faktor ist.<\/p>\n<p>Wenn wir also ein Umfeld psychologischer Sicherheit erschaffen wollen, ist es wichtig, diesen Zusammenhang bewusst vor Augen zu haben. Das umgebende System sollte so sicher sein, dass jeder innerhalb seines Stresstoleranzfensters agieren kann \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie weit es ausgepr\u00e4gt ist. Wir sollten immer die Erwartung haben, dass Menschen sehr unterschiedliche<br \/>\nSicherheitsbed\u00fcrfnisse haben und sich unterschiedlich verhalten. Ein solches f\u00fcr eine Gruppe von Menschen passendes Umfeld k\u00f6nnen wir nicht allein erzeugen, es ist eine Aufgabe, die besser gemeinsam mit dem Team angegangen werden sollte. F\u00fchrende sollten nicht in die Falle laufen, dass sie sich allein f\u00fcr die Herstellung psychologischer Sicherheit verantwortlich f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Reflexionsfragen<\/p>\n<p>Erinnere dich an Situationen, in denen du in der Mitte deines Stresstoleranz-fensters warst und dich ruhig und sicher f\u00fchltest. Was sind das f\u00fcr Situationen?<\/p>\n<p>Wie f\u00fchlt sich dieser Zustand in deinem K\u00f6rper an?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In welchen Situationen ger\u00e4tst du in die \u00dcbererregung und au\u00dferhalb deines Toleranzfensters? Welche k\u00f6rperlichen Symptome zeigen sich dann bei dir?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kennst du die Symptome der Untererregung aus deinem eigenen Leben?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schau noch mal in die Situationen, in denen du dich sicher f\u00fchlst. Was tust du in diesen Situationen? K\u00f6nnten dich diese Aktivit\u00e4ten wieder in dein Stresstoleranzfenster holen, wenn du mal drau\u00dfen bist?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bei Gefahr und Sicherheit \u00fcbernimmt unser autonomes Nervensystem<\/strong><\/p>\n<p>Der Teil unseres Nervensystems, der unser Verhalten in Sicherheit und Gefahr bestimmt, ist das autonome oder vegetative Nervensystem. Es regelt alle organischen Funktionen, die nicht mit dem Willen beeinflusst werden k\u00f6nnen. Blutdruck, Herzschlag, Lungenfunktion, Verdauung und viele andere Prozesse unseres K\u00f6rpers werden dar\u00fcber gesteuert.<\/p>\n<p>Neben dem enterischen Nervensystem geh\u00f6ren zum autonomen Nervensystem zwei weitere Bereiche, die wir uns in den folgenden Abschnitten genauer ansehen werden: das sympathische und das parasympathische Nervensystem.<\/p>\n<p>Die beiden Anteile agieren im Wechselspiel miteinander, wenn es um Anspannung und Entspannung geht. Daher erleben wir auch unterschiedliche k\u00f6rperliche Symptome, wenn wir uns sicher und entspannt f\u00fchlen oder angespannt und gestresst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das sympathische Nervensystem: der Energieverteiler bei Gefahr<\/strong><\/p>\n<p>Wenn du dich in die letzte Situation hineinversetzt, in der du einen Vortrag gehalten hast oder erschrocken bist, wirst du den sympathischen Anteil deines Nervensystems sp\u00fcren. Er versetzt dich in einen fokussierten Zustand, gibt dir Energie und f\u00f6rdert deine Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Du atmest schneller, dein Herz schl\u00e4gt schneller und dein Blutdruck erh\u00f6ht sich. Dir wird die Energie gegeben, die du ben\u00f6tigst, um mit den Anforderungen umgehen zu k\u00f6nnen. Je h\u00f6her dabei die Herausforderung im Au\u00dfen ist, desto st\u00e4rker reagiert der Sympathikus. Er ist also der Teil, der uns in Gefahrensituationen in einen Zustand versetzt, in dem wir sofort reagieren k\u00f6nnen. Er fungiert dabei als ein optimaler Energieverteiler, denn er mobilisiert sie in den Organen unseres K\u00f6rpers, die notwendig sind, um in Gefahr fliehen oder angreifen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel eine gesteigerte Durchblutung unserer Muskeln. Gleichzeitig wird aber die Durchblutung der Haut verringert.<\/p>\n<p>Weitere Beispiele f\u00fcr die Wirkungsweise des Sympathikus:<\/p>\n<ul>\n<li>Herz: Beschleunigung des Herzschlags<\/li>\n<li>Lunge: Erweiterung der Bronchien<\/li>\n<li>Augen: Erweiterung der Pupillen<\/li>\n<li>Dr\u00fcsen: Speicheldr\u00fcse: weniger Speichelproduktion; Schwei\u00dfdr\u00fcsen: erh\u00f6hte Schwei\u00dfproduktion<\/li>\n<li>Magen-Darm-Trakt: verringerte Bewegung, geringere Produktion von Verdauungssekreten<\/li>\n<li>Blase: Harn wird zur\u00fcckgehalten<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00bbIm Zustand von Angst steuert das autonome Nervensystem unser Verhalten. Deshalb f\u00fchlen wir uns in diesen Momenten oft fremdbestimmt.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass dabei kein S\u00e4belzahntiger vor uns stehen muss, damit sich diese K\u00f6rperreaktionen zeigen, sp\u00fcrst du, wenn du aufgeregt bist: Du bekommst kalte, schwitzige H\u00e4nde, einen trockenen Mund und dein Herz schl\u00e4gt schneller. Die Interpretation dessen, was wir wahrnehmen, hat demnach unmittelbare k\u00f6rperliche Auswirkungen, die wir nicht aktiv steuern k\u00f6nnen. Es ist eine autonome Reaktion unseres K\u00f6rpers, um unser \u00dcberleben in Gefahr zu sichern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das parasympathische Nervensystem: Rest and Reset in Sicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Wenn du dich an deinen letzten sch\u00f6nen Urlaub erinnerst und dich gedanklich noch einmal in die H\u00e4ngematte legst, mit Blick auf das Meer, k\u00f6nnte sich dein parasympathisches Nervensystem melden und dich erneut in diesen entspannten Zustand bringen. Denn genau daf\u00fcr ist dieser Teil unseres Nervensystems da: zur Regeneration und Entspannung.<\/p>\n<p>Das parasympathische Nervensystem besteht aus vielen Nervenzellen, die im Hirnstamm und im Sakralmark des R\u00fcckenmarks liegen, sozusagen am unteren Ende deines Kopfs und am Ende deines R\u00fcckenmarks. Damit umrahmt der Parasympathikus den Sympathikus in seiner Lage im R\u00fcckenmark.<\/p>\n<p>Das parasympathische Nervensystem reguliert viele innere Organe in der Ruhephase:<\/p>\n<ul>\n<li>Herz: Verlangsamung der Herzfrequenz<\/li>\n<li>Lunge: Verengung der Bronchien<\/li>\n<li>Verdauungstrakt: vermehrte Bewegung, erh\u00f6hte Produktion von Verdauungssekreten<\/li>\n<li>Augen: Pupillenverengung<\/li>\n<li>Dr\u00fcsen: Speicheldr\u00fcsen: erh\u00f6hte Speichelproduktion; Bauchspeicheldr\u00fcse: erh\u00f6hte Produktion von Verdauungsenzymen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn du das n\u00e4chste Mal auf dem Sofa liegst und deinen Bauch gluckern h\u00f6rst, wei\u00dft du nun, dass du entspannt bist und dein Parasympathikus angesprungen ist. Auch hier zeigt sich an den K\u00f6rperreaktionen, wie wir unser Au\u00dfen interpretieren. In diesem Fall: sicher und entspannt.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt schauen wir uns den zehnten Hirnnerv des parasympathischen Nervensystems an, den Vagusnerv (Nervus vagus). Er spielt eine bedeutungsvolle Rolle, wenn es um das Gef\u00fchl von\u00a0 Sicherheit geht.<\/p>\n<p>Der Vagusnerv hat zwei unterschiedliche Pfade, den ventralen (vorderseitigen) und den dorsalen (r\u00fcckseitigen) Pfad. Diese beiden Teile haben nach dem Neurowissenschaftler Stephen Porges, dem Begr\u00fcnder der Polyvagal-theorie, zwei unterschiedliche Aufgaben im Kontext von Sicherheit beziehungsweise Gefahr (= Stress).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der ventrale Vagus: der M\u00f6glichmacher von sozialer Interaktion<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber das Thema psychologische Sicherheit sprechen, meinen wir dabei vorrangig die soziale Sicherheit in unserem umgebenden System. Das bedeutet, wie verl\u00e4sslich sind die Verbindungen zu den anderen Menschen, mit denen ich lebe und arbeite. Kann ich davon ausgehen, dass ich so, wie ich bin, angenommen werde?<\/p>\n<p>Um das einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, muss der ventrale Vagus aktiv sein. Denn wir m\u00fcssen die Gef\u00fchlslage anderer Menschen \u00fcber deren K\u00f6rpersprache, Mimik, Gestik und deren Tonfall wahrnehmen und dabei hilft uns der ventrale Vagus. Nur mit ihm k\u00f6nnen wir in die Verbindung zu einem anderen Menschen gehen. Je mehr wir uns dabei gesehen und angenommen f\u00fchlen, desto tiefer empfinden wir dabei\u00a0 die Verbundenheit.<\/p>\n<p>Jeder, der schon mal ein sehr vertrauensvolles Gespr\u00e4ch mit einer nahestehenden Person hatte, wird das Gef\u00fchl kennen, das sich dabei in einem ausbreitet. Wenn wir mit Sprache versuchen, dieses Gef\u00fchl zu beschreiben, dann w\u00e4ren die passenden Worte, es als ein wohliges und warmes Gef\u00fchl zu formulieren, das mir signalisiert: \u00bbHier und jetzt ist alles gut, hier bin ich sicher\u00ab. Das Empfinden tiefer Verbundenheit f\u00fchrt zu psychologischer Sicherheit und wirkt einer sympathikotonen Erregung entgegen. Das hei\u00dft, \u00fcber ventral-vagale Interaktionen k\u00f6nnen wir wieder in unser Stresstoleranzfenster gelangen.<\/p>\n<p>Verbundenheit ist dabei das zentrale Element, da der ventrale Vagus der biologische Teil unserer zutiefst sozialen Natur ist. Allerdings kann er auch unser Verhalten in eine andere Richtung beeinflussen. Unter zwischenmenschlichem Stress ist dieser Teil des Parasympathikus auch an einer \u00dcberlebensreaktion beteiligt.<\/p>\n<p>Anders als beim Sympathikus, der unter Gefahr unsere \u00dcberlebensenergie f\u00fcr Flucht und Kampf mobilisiert, f\u00fchrt uns der ventrale Vagus in die Unterwerfungsreaktion (die sogenannte Fawn Response): Wir verhalten uns beschwichtigend, anbiedernd und gef\u00e4llig, um nicht ausgesto\u00dfen oder abgewertet zu werden.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Wenn du beispielsweise bei der Arbeit Kollegen hast, bei denen du ein solches Verhalten beobachtest, kann das ein Zeichen daf\u00fcr sein, dass sich diese Personen in ihrem sozialen Umfeld nicht sicher f\u00fchlen. Sie wollen anderen gefallen, um sich zu sch\u00fctzen. Je nach den gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit kann das heutige soziale Umfeld mehr oder weniger bedrohlich wirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der dorsale Vagus: der Hauptschalter unseres Sicherungskastens<\/strong><\/p>\n<p>Der dorsale Pfad hat ebenfalls zwei gegens\u00e4tzliche Wirkmechanismen, je nachdem, ob wir uns sicher oder unsicher f\u00fchlen. In absoluter Sicherheit erm\u00f6glicht er uns zu entspannen und zu genie\u00dfen, wenn wir bewegungslos sind. Das sind Situationen wie bei einer wohltuenden Massage oder wenn du bei deinem Partner im Arm liegst und ihr gemeinsam das knisternde Feuer eures Kamins beobachtet. In solchen Situationen regenerieren wir tief und erleben ein wundersch\u00f6nes Gef\u00fchl von Sicherheit und Geborgenheit.<\/p>\n<p>Anders ist es, wenn wir einer extremen Bedrohung ausgeliefert sind, der wir selbst mit der mobilisierten Energie des Sympathikus nicht begegnen k\u00f6nnen. Unser Nervensystem ist \u00fcberlastet und Flucht oder Kampf k\u00f6nnen uns nicht mehr aus der Situation retten. Dann entfaltet der dorsale Vagus eine \u00e4hnliche Wirkung wie ein FI-Schalter im heimischen Sicherungskasten. Der FI-Schalter ist eine Schutzvorrichtung, die bei Fehlerstr\u00f6men einen Stromkreis einfach abschaltet. Der dorsale Vagus macht dasselbe. Er schaltet uns gewisserma\u00dfen ab.<\/p>\n<p>Er schaltet uns in diesem Moment aus und versetzt unseren K\u00f6rper in einen Zustand der Immobilit\u00e4t. Dieser Zustand wird auch Shutdown genannt. In der Tierwelt kann man das bei Fluchttieren beobachten, die von ihrem J\u00e4ger erbeutet werden. Sie scheinen tot zu sein, so regungslos liegen sie am Boden. Aber sobald der J\u00e4ger einen Moment unaufmerksam ist, schaffen sie es von einem auf den anderen Moment aufzuspringen und wegzulaufen.<\/p>\n<p>Die autonomen Abl\u00e4ufe des Nervensystems sind hier in der Abfolge klar zu erkennen: Der dorsale Vagus f\u00fchrt in den Shutdown und der Sympathikus verhilft dem Tier anschlie\u00dfend zur rettenden Flucht. Ein beeindruckender Mechanismus, um das \u00dcberleben in der Natur zu sichern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie wir bei fehlender Sicherheit aus unserem Lebensfluss geraten k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>Wie sieht nun ein Shutdown bei uns Menschen aus? Dazu nehme ich euch in eine Arbeitswoche von Nathalie mit.<\/p>\n<p>Nathalie ist eine sehr engagierte Mitarbeiterin in der IT, die grunds\u00e4tzlich viel Freude an ihrer Arbeit hat. \u00dcber den Tag hinweg bewegt sie sich wie jeder Mensch wellenf\u00f6rmig durch ihr Stresstoleranzfenster.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie steht morgens auf, trinkt ihren ersten Kaffee, geht dann an den Schreibtisch und \u00fcberfliegt die neuen E-Mails, die seit dem gestrigen Feierabend eingegangen sind. Ihre Aufmerksamkeit geht dabei sofort auf die Absenderadressen oder Betreffzeilen, die ihr Gefahr melden k\u00f6nnten: ihre Chefin, die mit einem neuen Auftrag um die Ecke kommen k\u00f6nnte, der bis heute Abend fertig sein soll. Oder die Betreffzeile, die Probleme heraufbeschw\u00f6rt. Ihr Sympathikus \u00fcbernimmt das Ruder, und je nachdem, wie sehr sie die Nachricht beunruhigt, bemerkt sie einen h\u00f6heren Grad der Erregung in sich. Wie ihr Gehirn den Inhalt der E-Mail bewertet, entscheidet dar\u00fcber, wie stark ihr Sympathikus sie an den oberen Rand ihres Toleranzfensters bringt oder sogar dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Findet sie eine L\u00f6sung oder zumindest eine Herangehensweise f\u00fcr das Problem, nimmt die Energie, die der Sympathikus bereitgestellt hat, wieder ab. Ihr Puls beruhigt sich. Solange sie sich innerhalb ihres Toleranzfensters befindet, kann sie ihrer Arbeit fokussiert und entspannt nachgehen.<\/p>\n<p>An einem Morgen springt ihr eine Nachricht direkt ins Auge. Betreff: Systemausfall! Sie merkt augenblicklich, wie ihr das Blut in den Kopf schie\u00dft und ihr Puls anf\u00e4ngt zu rasen. Das IT-System eines Kunden, bei dem unter anderem sie einen neuen Prozess entwickelt hat, scheint in die Knie gegangen zu sein. Der Kunde hat sich bei ihrer Chefin \u00fcber sie beschwert und es werden ihr Vorw\u00fcrfe gemacht.<\/p>\n<p>Sie ruft sofort ihre Chefin an, um die Hintergr\u00fcnde zu verstehen und das Thema zu kl\u00e4ren. Ihre Chefin beruhigt Nathalie und gibt ihr dadurch die Sicherheit, dass sie es wieder geradebiegen kann. Nathalie kommt wieder zur\u00fcck in ihr Stresstoleranzfenster und kann in diesem Zustand in die Ursachenforschung gehen. Dabei f\u00e4llt ihr auf, dass der Fehler von Kollegen aus einer anderen Abteilung begangen wurde. Erleichtert und auch ein wenig stolz, dass sie die Ursache des Problems so schnell gefunden hat, schreibt sie eine E-Mail an alle, die diese Information bekommen sollten, um das System des Kunden wieder schnell zum Laufen zu bekommen.<\/p>\n<p>Was danach passiert, wirft sie komplett aus der Bahn: Es folgen E-Mails mit Anschuldigungen und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bekommt Kopien dieser E-Mails. Nachts kann sie nicht schlafen und auch in den n\u00e4chsten Tagen beruhigt sich die Lage nicht. Ihre Chefin geht auf Distanz zu ihr. Selbst nachdem der Vorfall gekl\u00e4rt werden konnte und das IT-System wieder l\u00e4uft, scheinen die Dinge bei der Arbeit anders zu laufen.<\/p>\n<p>Monate vergehen, in denen sich Nathalie in einer Art Mobbingsituation befindet. Sie versucht, Kontrolle \u00fcber die Lage zu bekommen, indem sie sich noch mehr anstrengt und noch l\u00e4nger arbeitet. Sie will zeigen, dass sie eine gute Mitarbeiterin ist. \u00dcber die Zeit wird sie immer fahriger und unruhiger. Sie l\u00e4uft schon seit Wochen oberhalb ihres Stresstoleranzfensters. Ihr Sympathikus ist dauerhaft in Aktion und l\u00e4sst sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Ihr ganzes System ist im Alarmzustand und wittert \u00fcberall Gefahr. In jeder E-Mail kann die n\u00e4chste B\u00f6sartigkeit lauern. Es f\u00fchlt sich f\u00fcr sie wie ein \u00dcberlebenskampf an.<\/p>\n<p>Der FI-Schalter ihres K\u00f6rpers, der dorsale Vagus, zieht jetzt die Notbremse: Er rei\u00dft sie aus der \u00dcbererregung. Allerdings entzieht er ihr dabei wirklich s\u00e4mtliche Energie, sodass sie unterhalb ihres Stresstoleranzfensters ger\u00e4t. Nathalie f\u00fchlt sich v\u00f6llig antriebslos. Sie kommt morgens nicht mehr aus dem Bett und selbst die einfachsten Dinge fallen ihr schwer, sodass sie auch nicht mehr arbeiten kann. Der dorsale Shutdown wird vom Arzt als Burn-out diagnostiziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Reflexionsfragen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn du dir einen typischen Arbeitstag von dir anschaust, in welchem autonomen Zustand befindest du dich am h\u00e4ufigsten? Bist du beispielsweise eher in der \u00dcbererregung, also so stark gestresst, dass du dich zeitweise ohnm\u00e4chtig und machtlos f\u00fchlst?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Findest du deinen Arbeitslebensfluss gut oder m\u00f6chtest du gerne etwas daran \u00e4ndern? Wenn du etwas \u00e4ndern m\u00f6chtest, was k\u00f6nnte dich dabei unterst\u00fctzen?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wann hast du das letzte Mal deinen Sympathikus in einer positiven Weise gesp\u00fcrt? Wann warst du das letzte Mal freudig aufgeregt?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Was hast du daf\u00fcr getan?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Wie hat sich das im K\u00f6rper angef\u00fchlt?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00fcrdest du davon gerne mehr in deinem Leben haben? Wenn ja, was k\u00f6nntest<br \/>\n\u2022 du daf\u00fcr tun?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wann war das letzte Mal dein Parasympathikus im positiven Sinne aktiv? Wann warst du das letzte Mal so richtig tiefenentspannt und hast den Moment genie\u00dfen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Was war urs\u00e4chlich f\u00fcr die Entspannung?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Wie hat sich das im K\u00f6rper angef\u00fchlt?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Was kannst du tun, um h\u00e4ufiger in diesen Zustand zu kommen?<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-682811\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div class=\"o-page-wrapper\">\n<div class=\"js-tt\">\n<footer class=\"o-footer\" data-cy=\"footer\">\n<div class=\"o-footer__content\">\n<div class=\"c-list c-list--external u-margin-xxxxl\"><\/div>\n<\/div>\n<\/footer>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-682307\" class=\"post-682307 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-bindung tag-gallup tag-marco-nink tag-pa-sinyan tag-stress tag-wechselbereitschaft\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-682307\" class=\"post-682307 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-bindung tag-gallup tag-marco-nink tag-pa-sinyan tag-stress tag-wechselbereitschaft\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie Blog-Beitr\u00e4ge nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. 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