{"id":682797,"date":"2023-09-01T11:00:09","date_gmt":"2023-09-01T09:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=682797"},"modified":"2023-09-01T12:41:38","modified_gmt":"2023-09-01T10:41:38","slug":"ein-teller-haehnchenbrust-mit-generalkonsul-nick-russell-der-im-rheinland-spaghettieis-fuer-sich-entdeckte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/09\/01\/ein-teller-haehnchenbrust-mit-generalkonsul-nick-russell-der-im-rheinland-spaghettieis-fuer-sich-entdeckte\/","title":{"rendered":"Ein Teller H\u00e4hnchenbrust mit dem britischen Generalkonsul Nick Russell, der im Rheinland Spaghettieis entdeckte und ein Vorbild f\u00fcr deutsche Unternehmen ist"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal stockt einem bei einem Recherchetermin der Atem. Die Presse-Einladung zu einem Austausch mit Nick Russell, dem neuen Britischen Generalkonsul des Vereinigten K\u00f6nigreichs und Nordirland im D\u00fcsseldorfer Industrieclub war es so. Er stellte sich nicht nur mit den Worten vor, dass er seit 2013 f\u00fcr die britische Regierung an Digitalthemen arbeitete. Sondern dass er behindert ist und seit dem 19. Lebensjahr eine neurologische Erkrankung hat, eine sehr seltene Form Multipler Sklerose. Zeitweise Koordinationsst\u00f6rungen sind die Folge. Und dass er sich so f\u00fchlt wie jemand mit drei Bier intus und auf einem kleinen Boot auf unruhiger See. Immer. Wenn auch nicht immer gleich konstant, mal sei es schlechter, mal besser. Manchmal hat er deshalb einen Stock dabei. Aber er w\u00fcrde gerne alle Fragen zu seiner Behinderung beantworten. Die sei f\u00fcr ihn eine Herausforderung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_682804\" style=\"width: 536px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-682804\" class=\"size-full wp-image-682804\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3246-e1693503338396.jpeg\" alt=\"\" width=\"526\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3246-e1693503338396.jpeg 526w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3246-e1693503338396-300x265.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3246-e1693503338396-340x300.jpeg 340w\" sizes=\"auto, (max-width: 526px) 100vw, 526px\" \/><p id=\"caption-attachment-682804\" class=\"wp-caption-text\">Nick Russel (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur Wolfgang Sch\u00e4uble ist als behinderter Politiker visibel &#8211; Manager nicht<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann mich an keine vergleichbare Situation in meinem Job erinnern. Mir f\u00e4llt vor allem kein einziger Name eines Vorstands oder angestellten Managers eines Unternehmens mit einer erkennbaren Behinderung ein. Einer der vielen Dax-Vorst\u00e4nde? Ich w\u00fcsste keinen. In der Politik ist es zumindest Wolfgang Sch\u00e4uble, der seit seiner Verletzung im Rollstuhl sitzt und weiter arbeitet. In Nachrichtensendungen f\u00e4llt lediglich ab und zu eine Behinderte auf: die blinde Sprecherin eines Verbands (VDK) auf, die von ihrem Arbeitgeber an die Front geschickt wird: Verena Bentele. Aber mehr? Fehlanzeige.<\/p>\n<p>Hut ab vor der britischen Regierung, so sehr zu ihrem gehandicapten Diplomaten zu stehen &#8211; und ihn vom Schreibtisch in London raus in die Welt als Repr\u00e4sentanten des Landes zu schicken. Auch Hut ab vor Nick Russells Haltung, seinem Mut und seinen t\u00e4glichen Anstrengungen.<\/p>\n<p>Und DeutschIand? Ich f\u00fcrchte, \u00fcber all die Frauenf\u00f6rderungsbestrebungen sind Behinderte, als f\u00f6rderungsbed\u00fcrftige Gruppe v\u00f6llig untergegangen. Im Gegenteil: Im Unternehmensalltag passieren ihnen die schr\u00e4gsten Dinge und sie erleben die seltsamsten Ber\u00fchrungs\u00e4ngste. Beispiel gef\u00e4llig? Auch die eigenen Vorgesetzten tun so, als gebe es die Handicaps gar nicht. Viel zu peinlich. R\u00fccksichtnahme? Fehlanzeige. Den Betroffenen einfach mal ansprechen, wie es ihm so geht? Blo\u00df nicht.<\/p>\n<p>Wenn Behinderte wahrgenommen werden, dann wird es drollig: Kaum muss der Schwerbehindertenausweis verl\u00e4ngert werden, der eine Ausweis ist abgelaufen und der neue Ausweis ist noch nicht von der Beh\u00f6rde erstellt, diskutiert die ganze Personalabteilung: Dass doch von den f\u00fcnf zus\u00e4tzlichen Urlaubstagen f\u00fcr Behinderte nun ein Abzug f\u00fcr diese L\u00fccke erfolgen m\u00fcsste. So, als ob der Behinderte in genau den Wochen nicht mehr gehandicapt und fit wie ein Gesunder w\u00e4re. Obwohl er nichts kann f\u00fcr das Tempo der Beh\u00f6rde. So, als wenn er in dieser Zwischenzeit spontan geheilt w\u00e4re. Kein Witz, deutsche B\u00fcrokratie, die mal nicht von den Beh\u00f6rden ausgeht, sondern aus dem Arbeitgeberlager kommt.<\/p>\n<p>Zumal eins feststeht: die meisten Behinderten werden ja nicht mal so geboren, sondern werden erst im Laufe ihres Berufslebens zu Behinderten.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu Nick Russell, der in D\u00fcsseldorf mit Frau und zwei T\u00f6chtern angelandet ist.\u00a0Als habe er nicht genug Herausforderungen, so hat sich der Brite vorgenommen, NRW zu Fu\u00df zu durchqueren. In 60 Tagen will er im n\u00e4chsten Jahr die Strecke von der niederl\u00e4ndischen Grenze bis zur hessischen Landesgrenze bew\u00e4ltigen. Um NRW und die Menschen kennen zu lernen. Und er sagt, dass er sich \u00fcber Mitwanderer freut &#8211; auch tageweise. Journalisten sind da ebenso willkommen wie Landespolitiker, Kollegen oder Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Unternehmen, die ihm schon zugesagt h\u00e4tten. Um sich vorzubereiten, hat er schon ml einen Crosstrainer gekauft, &#8222;zum \u00dcben&#8220;.<\/p>\n<p>Die NRW-Tour sei im \u00fcbrigen viel k\u00fcrzer als seine gro\u00dfe Wanderung vor zw\u00f6lf Jahren durch die USA, als er mit seiner Frau zu Fu\u00df bis San Diego in Kalifornien lief. 5.000 Kilometer waren es damals. Die dauerten sechs Monate, sein Arbeitgeber gew\u00e4hrte im daf\u00fcr ein Sabbatical.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-682805\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3259-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3259-1.jpeg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3259-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/08\/IMG_3259-1-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Altbier und Spaghetti-Eis<\/strong><\/p>\n<p>Ob er sich denn als Brite im Rheinland eingelebt habe? Oh ja, findet Russell die Rheinl\u00e4nder doch den Briten recht \u00e4hnlich. Zum Beispiel bei ihren trockenen Witzen, &#8222;die nicht sofort klar sind&#8220;. Er mag das Altbier &#8211; mehr als K\u00f6lsch &#8211; und hat f\u00fcr sich in D\u00fcsseldorf etwas entdeckt, was es in Gro\u00dfbritannien nicht gibt: Spaghetti-Eis.<\/p>\n<p>Daran, dass hierzulande die Gesch\u00e4ft Sonntags nicht ge\u00f6ffnet sind, daran muss er sich noch gew\u00f6hnen, sagt Russell. Aber selbst dem gewinnt er etwas Positives ab: Es gehe dann viel ruhiger zu.<\/p>\n<p>Der beste Teil seines Jobs sei sowieso: Die Menschen vor Ort zu verstehen. Und dazu hat Russell in D\u00fcsseldorf vier Jahre Zeit. Karneval zum Beispiel ist f\u00fcr ihn noch ein Mysterium. Sein Vorg\u00e4nger gelang die Akklimatisierung im Rheinland gut: <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/04\/23\/ein-teller-nudeln-mit-generalkonsul-rafe-courage-der-in-duesseldorf-zum-stolzen-twitterer-wurde\/\">Rafe Courage<\/a> wurde nicht nur Mitglied im Karnevalsverein, sondern postete seine Kost\u00fcme auf Twitter.<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"css-1dbjc4n r-1wbh5a2 r-dnmrzs\">\n<div class=\"css-901oao css-1hf3ou5 r-14j79pv r-18u37iz r-37j5jr r-1wvb978 r-a023e6 r-16dba41 r-rjixqe r-bcqeeo r-qvutc0\" dir=\"ltr\"><span class=\"css-901oao css-16my406 r-poiln3 r-bcqeeo r-qvutc0\">Nick Russell auf Twitter: @NickRussellUK<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-682811\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/09\/blog.logo_.2022.bloggerrelevanzindex.22.Wiwo_.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div class=\"o-page-wrapper\">\n<div class=\"js-tt\">\n<footer class=\"o-footer\" data-cy=\"footer\">\n<div class=\"o-footer__content\">\n<div class=\"c-list c-list--external u-margin-xxxxl\"><\/div>\n<\/div>\n<\/footer>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-682307\" class=\"post-682307 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-bindung tag-gallup tag-marco-nink tag-pa-sinyan tag-stress tag-wechselbereitschaft\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-682307\" class=\"post-682307 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-bindung tag-gallup tag-marco-nink tag-pa-sinyan tag-stress tag-wechselbereitschaft\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie Blog-Beitr\u00e4ge nutzen, um nicht von Links abh\u00e4ngig zu sein? Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte, um Inhalte dauerhaft zu sichern: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<blockquote><p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal stockt einem bei einem Recherchetermin der Atem. Die Presse-Einladung zu einem Austausch mit Nick Russell, dem neuen Britischen Generalkonsul des Vereinigten K\u00f6nigreichs und Nordirland im D\u00fcsseldorfer Industrieclub war es so. 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